Abbildungen der Seite
PDF
EPUB

Münstersche

Urkundensammlung

von

Jofeph Niefert,
Pfarrer zu Velen, Benefiziat des aufgehobenen
Domstifts zu Paderborn, Pikar zum 6. Aegidius
in Münfter, Mitglied der Gefeulchaft zu Gronin-
gen: pro excolendo jure patrio, und der Gesells
Tchaft für Geschichte und Alterthumskunde Westfas

lens.

Fünfter Band

in zwei Abtheilungen :
1. Ueber die Herrschaft Steinfort.
II. Ueber Ottenstein.

Coesfeld.
In Commission der Rieferchen Buchhandlung.
PUBLICIBRA

1 8 3 4.

[blocks in formation]

1/

Es ist in Wahrheit ein Unglůd bei der Historie

„unferer mehresten deutschen Staaten, daß ,,

man zu früh angefangen, die Geschichte ders felben zu beschreiben, anstatt daß man z u erst ,,darauf båtte denken sollen, den Stoff bazu va u & reinen Urquellen hervorzusuchen, und damit den Anfang zu machen."

I. W. Gercken in der Sorreðe zu seinem Codex diplom. Brand. S. II.

[ocr errors]

Vorwort
LI

ngefehr ein Sahr vor seinem Tode überließ mir der, als vaterlåndscher Schriftsteller rühmlichst bes kannte Freiherr von Raet zu Bogelskamp die von ihm gesammelten Urkunden, und ersuchte mich fie dem Vaterlande zu erhalten, damit sie nach seinem Jode nicht das nämliche Schicksal wie die Nůn: ningschen Handschriften haben mögten. -- Unter dieTen Abschriften fand sich auch eine Urkundensamms lung, die er zu einer diplomatischen Geschichte der Herrschaft Steinford bestimmt hatte; sie war der Zeitfolge nach geordnet, und mit Anmerkungen bea. gleitet.

Dem Wunsche meines hinübergegangenen Freundes zu entsprechen, versuchte ich diese Sammlung als einen Codex diplomaticàs Steinfordiensis herauszugeben, und ließ eine Ankündigung davon auf Subscription gehörig verbreiten; allein aus Mangel hinreichender Unterstügung mußte der Druck defFelben unterbleiben.

Noch immer ist aber über die Geschichte der Herrschaft Steinford, die mit der Geschichte des Münsterlandes in fo enger Berbindung steht, zu

[ocr errors]

wenig Licht verbreitet; denn was Jung bei Geles genbeit der Bearbeitung der Geschichte der Grafs schaft Bentheim, und die Acten des 'bekannten Rechtsstreites zwischen Münster und Steinford dars åber mitgetheilt haben, bleibt doch im Ganzen nur unbedeutend. Und wie fonnte auch dieser Geschicha te gehörig vorgearbeitet werden, da, so viel ich weiß, bisher keinem vaterlandschen Geschichtsfora fcher, außer dem Freiherrn von Raet, das Archio dieses Hauses zugängig war! Nur er war es, der es mit Muße benugen konnte, und als Mann vom Fache zu benuken- verstand, er war es, der hier die Quellen zur Geschichte dieses Hauses můhs sam sammelte, und die Früchte seiner Arbeit dem Waterlande widmete. - Mit Grund glaubte ich also vorausseßen zu dürfen, daß die Aufname dieser Quellen-Sammlung des verdienstvollen Freis berrn von Raet in die Münsterfche Urkunden: sammlung der Freunden der vaterländschen Ges schichte nicht unwillkommen rein würde, und bes stimmte dazu den vorliegenden V. und folgenden VI. Band.

Die erste Abtheilung dieses V. Bandes enthält daher größten Theils die Urkunden aus der Sammlung des Freiherrn von Raet; die Anmerkungen, welche er mehreren beigefügt hat, habe ich immer mit „V. R.“ bezeichnet. Bei vielen derselben konn te ich meine Ansicht nicht theilen, und überlaße fie dem Urtheile der Lefer. - Manche, meiner Einsicht nach, ganz irrige Bemerkungen habe ich weggelar ßen. Bei den übrigen Urkunden ist jedesmal von

mir das Archiv nachgewiesen, wo die Urschriften davon aufbewahrt werden, oder bas Werk angeges ben woraus fie entnommen sind. - Des Zusammens hanges wegen ist hier und da eine Urkunde wieder gegeben, die fich in den vorigen Bånden schon vors findet. Mit den Urkunden dieser Abtheilung find vorzüglich jene in Beziehung zu bringen, welche fit II, Bande der Münft. Urkundensammlung über das Stift Borchorst abgedrudt sind; eine erleichternde Uebersicht derselben werden die Register des vors liegenden und des II. Bandes geben. Die Urkunden N. XI und XII. ftehen der Zeitfolge nach nicht, an ihrem Drte; sie waren von mir übersehen, und konnten erst hier eingetragen werden, da die vora bergehenden schon abgedrudt waren. In der Urs kunde N. VIII. v. I. 1244 heißt die Gemahlin Ludolphs, des regierenden Herrn zu Steinford, Li

in einer Urkunde aber v. I. 1248. bei Morer D. G. HI. C. D. S. 376. kommt ein „Ludolphus Dei gratia nobilis Dominus de Stenvordia" vor, dessen Gemahlin eine Gertrudis war. Dieser bus dolph scheint im Osnabrüdischen gewohnt zu has ben, und derselbe zu sein, welcher i. S. 1370 bei Jung C. D. p. 72. vorkommt,

Man vergleiche hiermit die Urk. N. XXIV, S. 68, v. I. 1282, worin Ludolph, normals" Herr zu Steinford, seine Osnabrůdschen Lehne, dem Edlen Balduin von Steinford, seinem Dheim, verkauft.

Die zweite Abtheilung des vorliegenden Bans des enthält die Urkunden über die Burg und Herrs lichter

Ottensteint, die ich bisher habe auffinden

sa;

1

« ZurückWeiter »