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Band XXIX. No. 15.

11. April 1885.

Patentbericht.

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1

Majorität einer Versammlung überstimmt werden könne durch die persönliche Minorität, jedoch erstickt durch die Stimmen der Vertretenen. Dieser Fall ist praktisch niemals eingetreten und dürfte auch seine grossen Schwierigkeiten in der Ausführung haben, selbst wenn man eine solche Handlungsweise der Collegen, welche nicht einmal auf böser Absicht zu beruhen braucht, voraussetzen will. Aber selbst eintretenden Falles hat der Vorstand nach § 15 das Recht, eine ausserordentliche Hauptversammlung einzuberufen, um einen derart zustande gekommenen Beschluss, welcher seiner Ansicht nach nicht dem Willen der wirklichen Majorität entspricht, wieder rückgängig zu machen.

Zu betonen ist, dass alle abzustimmenden Anträge nach § 40 zwei Monate vor der Versammlung zur Kenntnis gebracht werden müssen, und dass solche Anträge, welche in der Versammlung selbst auftreten, und welchen die Dringlichkeit zuerkannt wird, nach § 41 nur durch persönliche Ab

stimmung erledigt werden dürfen. Keinenfalls darf der Auftrag
zur Stimmvertretung ein imperatives Mandat bilden.

Mit der Annahme des Antrages Zeman dagegen wäre
der Missstand ganz unvermeidlich, dass die Mitglieder des
Vereines, innerhalb dessen die Hauptversammlung gehalten
wird, sowie die der näher gelegenen Vereine ein unberechtigtes
Uebergewicht gegen die grosse Mehrzahl der von weither
niemals so massenhaft eintreffenden Mitglieder des Gesammt-
vereines erlangen müssten.

D) Antrag des engeren Vorstandes betr. Beitragszahlung im November des vorausgebenden Jahres.

Da der für jedes Mitglied einzuzahlende Beitrag von 15 M an das Postamt und nicht etwa an die Verlagsbuchhandlung abzuführen ist, so ist dem Antrage zuzustimmen.

Der Bericht der Commission wird von der Versammlung einstimmig genehmigt und spricht der Vorsitzende derselben den Dank der Versammlung aus.

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Patentbericht.
Kl. 13. No. 30128. Feuerung für Dampfkessel. Ausserdem sind auf das Ende des Kolbens Schleifringe f auf
H. Hempel, Leipzig. In der Feuerbüchse eines Locomotiv-

gezogen. oder anderen Kessels ist durch Einsetzen einer Winkelplatte w

Kl. 35. No. 30371. Seilaufzug. J. Q. Maynard,
oberhalb des Rostes eine

Brooklyn (V. St. A.). Damit man das leere Seilende na
Kammer g abgeteilt, welche

lose herabhängen lassen kann, ohne dass das Seil rutscht,
den frischen Brennstoff behufs

wird es unten durch eine cylindrische Druckrolle d in die ge-
Entgasung desselben aufnimmt.

rippte Rinne der Seilrolle k gepresst, und die angegossenen
Durch Rohr 1 wird Luft ein-
geblasen, um die entwickelten
Gase durch den Spalt 8 nach
dem Raume r abzuleiten und
die Entgasung zu fördern.
In dem Spalte & wird der
Gasstrom ausserdem von Luft-

strömen, welche durch die
Feuerthür zutreten, senkrecht getroffen.
Nach der Entgasung wird der Brennstoff
auf den Rost herabgestossen.

Kl. 13. No. 30304. Saugender Injector. L. Bouvret, Neapel. Die

-d

im
durchbohrte Spindel f, welche mit einer
tellerförmigen Erweiterung zugleich das
Dampfventil bildet, ist behufs gleichzeiti-
ger Regelung des Dampf- und Wasser-
zuflusses in der Längsrichtung verschieb-
bar, während die Düsen bund cfest-
stehen. Die Verschiebung wird durch Zahnräder c und i geben nicht nur den Rollen d und k gleiche
Drehung des Teiles g bewirkt, welcher Umfangsgeschwindigkeit, sondern dienen auch als Vorgelege
mit Muttergewinde den oberen Teil von für das Speichenrad e mit dem endlosen Seile f. Eine kleine
f umfasst und in einer Kegelfläche (ohne Leitrolle 7 hindert den belasteten Teil ni des Seiles n, auf den
Stopfbüchse) durch den Dampfdruck ge- unbelasteten na zu pressen.
dichtet wird. Um den Kegel und das

Kl. 35. No. 30445. Pfahl-
Gewinde schmieren zu können, ist g mit

winde. C. C. Deremble,
passenden Durchbohrungen versehen.

Paris. Behufs Herausziehens Kl. 14. No. 30281. Neuerung an der unter No. 27169 von Pfählen, Spundwänden (Z. 1884, S. 629) patentirten Dampfmaschine. P. Kotzó, usw. ist an die Zahnstange f Budapest. Damit der cylindrische Schieber keine Längs- einer Winde, Fig. 1, oder an riefen bekomme, ist zwischen ihm und dem Spiegel eine halb- den zweiarmigen Wuchtbaum cylindrische Kappe eingeschaltet, welche, mit der Schieber

B einer Hebelade, Fig. 2, mitstange verbunden, den Schieber in der Längsrichtung mit

tels des Bolzens g ein zangen

artiger Greifer A angeschlos-
h

sen, dessen Hebel aal um
Bolzen cei der Laschen 671
drehbar sind und beim An-
heben mittels der Verbindungs-
stangen eet gleichzeitig aus
einander getrieben werden, so
dass die Greifbacken hhi den

.b
Pfahl & fest umfassen. Die
g

Greifzange A kann auch durch schleppt, aber an seiner Drehung nicht teilnimmt. Behufs daumenförmige Sperrklinken möglichst guter Abdichtung des Mönchskolbens ist in die aa', Fig. 3, ersetzt werden, Stopfbüchse ein breiter Ring g eingelegt, welcher mit einer welche an ein Querstück b grösseren Anzahl von Schleifringen h den Kolben umfasst und der Zahnstange f drehbar andurch den Dampf selbst gegen die Packung i gepresst wird. geschlossen sind.

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deutscher Ingenieure.

Kl. 20. No. 30398. Vorrichtung zum Verstellen von Strassenbahnweichen. (Zusatz zu 27990.) H. Gren'gel, Berlin Nach dem Hauptpatente (Fig. 1) wird die Weichenzunge dadurch umgestellt, dass eine der beiden federnd am Vorderperron des Wagens gelagerten Rollen a oder at niedergedrückt wird und dann auf der Flansche s der Rillenschiene rollt, dabei den Stift b (oder bi) trifft und niederpresst, um durch Vermittelung des Winkelhebels cd (oder c? dl) den an der Zunge befestigten Schieber é zu verschieben.

Last in der Schwebe bleibt. Dreht man mittels Seilscheibe k oder Kurbel die Welle d, um die Last zu senken, so nimmt der Keil i erst c mit, bis die Verklemmung so weit gelöst ist, dass b dem Zuge der Last und der Scheibe c folgt. Beim Heben der Last wird zuerst ab mitgenommen, bis die Nuten einander decken, also die Verklemmung ganz gelöst ist.

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Kl. 42. No. 30353. Rotirender Wassermesser mit zusammenklappbaren Zellenwänden. L. Haedecke, Sudenburg-Magdeburg. Die Flügel sind bis auf einen lose scharnierartig mit der Welle verbunden; durch den festen wird die Welle und dadurch das Zählwerk gedreht. Unter sich stehen die Flügel, welche gegen die Gehäusewandung mittels Lederstreifen abgedichtet werden, durch Ketten in Verbindung, die beim Aufklappen bezw. Füllen der Zellen (von oben bei h) sich spannen und dabei die Sperrklinke s aus einem im Boden des Gefässes a befindlichen Sperrzahnc auslösen, wodurch der betreffende Flügel frei wird und die anliegenden um einen Zahn weiter rücken können. Beim Entleeren (bei i) klappen die Flügel zusammen und die schlaffe Kette lässt die Klinke in den Zahn z fallen. Das Gesperre soll die Drehrichtung sichern.

K1. 46. No. 30201. Ventilanordnung zur Verminderung der Compression beim Anlassen von Gasmaschinen.

J. Grevé, München. Beim Andrehen von Hand öffnet man den Hahn b, so dass die Verdichtung der Ladung durch die Belastung des Ventiles c begrenzt wird und ein Teil durch d und of entweicht. Die Verpuffung schliesst f, worauf man auch b. wieder zudreht.

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Die Fig. 2 bis 4 zeigen die im Zusatzpatente beschriebene Aenderung. Es ist nur eine Rolle a vorhanden, welche, wenn niedergedrückt, das achtzähnige Rad b trifft und um 450 verstellt; dadurch werden die beiden um 450 versetzten vierteiligen Sterne y yi mitgedreht, so dass wieder einer derselben auf einen der Winkelhebel cd oder ci di wirkt.

Kl. 38. No. 30433. Schränkzange für Sägezähne. H. A. Hansen, Christiania: Man stellt die beiden Stütz- und Führungswinkel ih in ihren Schlitzen der Höhe nach ein, den ersteren nach der Breite des Sägeblattes S, den letzteren nach der Tiefe der Zahnung, und klemmt sie durch die Schrauben lf fest; die

Schrauben wird nach der Dicke h

des Blattes eingestellt. Darauf wird durch Zusammendrücken der Zangen

schenkel der Zahn zwischen die festen S

Druckstifte ed geklemmt und um die

Mittelkante des letzteren gebogen. Kl. 35. No. 30391. Kupplung und Bremse für Hebezeuge. H. Mohr,

H. Mohr, Mannheim. Wirkt die Schwere der Last allein mittels Getriebes oder Kettenscheibe a auf Drehung der Welle d, und zwar beliebig in welcher Drehrichtung, so wird zunächst die an a angegossene Scheibe b gegen die

mit ihrem äusseren Umfang in g passende Scheibe

etwas verdreht, so dass O

die den Keil į umfassen

den erweiterten Nuten in Ik l

b und c, Fig. 2, einander

nicht mehr decken. DaC

bei treffen die zwei oder a

mehr Vorsprünge Im an b mit ihren Schraubenflächen

Il oder den entgegengesetzt og .

steigenden mm auf entsprechende Schraubenflächen lli bezw, mi mi ani c, und 'b und c klemmen sich zwischen der bei j undrehbar befestigten Hülse g und dem aufgeschraubten Ringe h fest, so dass die

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Kl. 46. No. 30268 (abh. von 532). Gasmotor. J. H. Ladd, London. Cylinder A mit Kolben A1 und verlängertem EPG

1-64 Cylinderraum Ad arbeiten wie die Deutzer Maschine »im Viertakt«; die Abänderungen betreffen das Zündverfahren und die Steuerung des Schiebers C und Auslassventiles T. Das Gas wird beim Ladehub aus der Leitung f, Fig. 2, durch einen vom Regulator mittels A beeinflussten, radial gelochten Drossel-Kolbenschieber und den quer zum Kanal a spielenden, durch Feder und Anschlag g, Fig. 1, gesteuerten Abschlussschieber gl in den rechts. offenen Mischraum m gesaugt, von wo das Gemisch durch den Kanal é des Schiebers C in die Vorkammer ć und durch das Ventil ch nach A2 gelangt. Beim Rückhub zur Verdichtung der (gasarmen) Ladung nimmt die Zündladung in c an der Verdichtung nicht teil, wird dafür aber aus einer in die Bohrung x mündenden besonderen Gasleitung mit Gas angereichert, indem der Ansatz ht auf den inneren der Anschläge hh des Kolbens e wirkt. Ein Zweig der nach x führenden Leitung speist die Uebertragungsflammen, diese entzündet sich an der Aussenflamme in à und bewirkt die Verpuffung in c, welche dann das Ventil ch hebt und die Ladung in A2 entzündet. Der Schieber C erhält seine eigentümliche Bewegung durch eine Kurbeli, Fig. 3, deren Welle von der Hauptwelle V (mittels Stirnrädervorgeleges) mit halber Winkelgeschwindigkeit gedreht wird, und deren rechtwinklige Kurbelstange ieo bei e an die Lenkstange P, bei o in stellbarem Abstande von e an die Schieberstange R, Fig. 1, drehbar angeschlossen ist. Auf der Welle von i sitzt ferner eine Scheibe mit einem hohen und einem niedrigen Daumen, welche beim Rückhube abwechselnd auf die Stange u, Fig. 2, wirken, deren von Hand drehbare Scheibe u mit ihrem Rande der Stange t des Auslassventiles T ge

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Fig.3.

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ten der Wellenenden AA dienen, fest verbunden werden. Zur Verhinderung der Längsverschiebung können die Federn aa mit Nasen versehen werden, welche in Vertiefungen der Nuten passen.

Kl. 47. No. 30460. Neuerung an Schalträdern. A. Kaiser, Freiburg, (Schweiz). Bei diesen für Umlaufs- und Hubzähler bestimmten Schalträdern a umfasst der Sperrring C, Fig. 1, bezw. der Schub- und Sperrring d, Fig. 2, stets einen grösseren Bogen des zu schaltenden Rades 5, 80 dass sich

die Teilkreise unter möglichst grossem, nahezu rechtem Winkel schneiden, wodurch das Festklemmen verhütet wird. Die radiale Breite at passt mög

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wenn

lichst genau zur Breite al der Zahnlücken, um bei der Sperrung keinen Spielraum (toten Gang) zu gestatten; der ein- oder mehrfach vorhandene Schubzahn z tritt entsprechend in das Innere des Sperrringes zurück. Die Enden des Schubringes d, Fig. 2, sind entsprechend den Zähnen z abgeschrägt, um sowohl beim Hin- als beim Zurückschwingen von a das Rad b in derselben Richtung zu schalten.

wenig geöffnet und ein Teil der Ladung zur Erleichterung des Andrehens entlassen. Beim grossen Hub von u wird T ganz geöffnet und entlässt die Rückstände auf dem Wege 01 72.

Kl. 47. No. 30374. Neuerungen an auslösbaren Haken. L. E. Liardet, London. Diese Haken dienen zum Herablassen von Booten ins Wasser oder für ähnliche Fälle, wo ein selbstthätiges Auslösen stattfinden soll, sobald die. Lastkette H schlaff wird. :) Sobald das Boot schwebt,

wird der Sicherheitsvor

Sing.. stecker e herausgezogen, Sig.t.

und

H schlaff wird, fällt die Klinke a mit dem schrägen Schlitz al auf dem Stifte d, Fig. 1, bezw. d in , Fig. 2, herab, so dass bei erneuertem Anheben der Haken an a nicht wieder unter die Nase

bezw. den Bolzen an 71 greift, indem gleichzeitig 81 allein, Fig. 1, oder h1 sammt b, Fig. 2, sich um das Gelenk c nach aussen drehen. Die Auslösung kann verzögert werden durch eine vom Schlupmeister zu haltende Leine f, welche entweder um c herum oder über die feste Rolle g, Fig. 1, oder auch wie in Fig. 2 geführt werden kann, und deren Erschlaffen erst die Auslösung herbeiführt. Kl. 47. No. 30407. Von aussen einbringbarer Innen

verschlussdeckel für Gefässe. J. Simonis, Schkeuditz. Die wirksame Dichtungsfläche dieses für Gefässe mit wellenförmiger Wandung bestimmten Innenverschlussdeckels liegt auf einem abgestumpften Kegelmantel mnop, kann also durch Abdrehen hergestellt werden. Im Schnitte des Kegels mit der Innenfläche der Gefässwandung ist der Durchmesser ab kleiner als der bei der durch ein Kreuz bezeichneten Stelle normal zur Ebene der Zeichnung liegende Durchmesser im Schnitte des Kegels mit der Aussenfläche der Gefäfswandung, der Deckel kann also nach Verdrehung um 900 in schräger Lage aus- und einge

bracht werden. Kl. 47. No. 30446.

No. 30446. Hülsenkupplung für Wellen. J. Ph. Lipps, Dresden. Die beiden gleichen Längshälften B B

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Kl. 58. No. 30478. Transportable Probirpumpe. J. J. Royle, Manchester (England). Diese Presspumpe enthält in der ringförmigen Ventilkammer e, welche die Stopf

g

h büchse g umgiebt, das Druckven

k til j und das Ablassventil l, sowie Anschlüsse für das Manometer k und die Rohr- oder Schlauchkupplung h.

Sie wird entweder dauernd

dauernd mit einem Wassergefässe verbunden, oder es wird oben an das Rohr b ein Fusstritt geschraubt, welcher dem Arbeiter gestattet, die mit dem Saugventile c und Filter d auf den Boden eines Eimers gestellte Pumpe festzuhalten und unter Mitwirkung des gesammten Körpergewichtes durch den langen und dünnen Tauchkolben a ohne weitere Kraftübersetzung einen grossen Druck zu erzielen.

Kl. 65. No. 30276. Steuerruder für Schraubendampfer. L. Heydt, Strassburg i/E. Das Steuerruder besteht nicht aus einem Brette, sondern aus einem die Schraube umgebenden wagerechten, um eine senkrechte Achse schwenk

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barem Rohr a mit daran befestigten senkrechten Hohlfächen C, welche den Zweck haben, das ruhende Aussenwasser zu fangen und für die Wendung des fahrenden Schiffes wirksam zu machen.

1) Z. 1884 S. 396.

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Litteratur. Praktische Winke für Gasconsumenten, Unter diesem und Kuppeln nachteilig wirken. Wir hätten gewünscht, dass Titel ist von Salomons, Director der Gasanstalt zu Rotterdam, dieses Kapitel noch etwas ausführlicher behandelt und eine in's deutsche übersetzt von Friedr. Lux, eine kleine Schrift grössere Anzahl von Brennern, als geschehen, besprochen worden erschienen, welche die weiteste Verbreitung verdient, und die, wäre. - Bei Erörterung der Grundlagen für die Beleuchtung wie der Titel sagt, dazu dienen soll, den Consumenten Winke von Theatern, Concertsalen, Schaufenstern usw.,' woran sich und Ratschläge in der Anwendung des Gases zu geben. einige Bemerkungen über Lüftung knüpfen, empfiehlt der Leider ist nur eine geringe Anzahl derselben mit einer zweck- Verfasser anstatt verteilter Einzelflammen die Anwendung mässigen Anwendung und Behandlung des Gases vertraut, von Centralflammen von hohem Gasverbrauch und dementinfolge dessen Klagen über schlechte Gasbeleuchtung entstehen sprechend starker Lichtentwickelung. Wenn auch diese starken und die Schuld hiervon ohne weiteres den Gaswerken auf- Centralilammen eine bessere Lichtentwickelung des Gases gebürdet wird, während der Grund in mangelhafter Behandlung geben, so lässt sich die Anwendung derselben doch nicht für und in fehlerhaften Privatanlagen liegt.

alle Fälle empfehlen; es können Verhältnisse obwalten, in Die Frage, was »schlechtes Gas« sei, wird sehr denen verteilte Flammen von geringerer Lichtstärke vorzurichtig dahin beantwortet, dass hierunter solches Gas zu ver- ziehen sind. stehen, welches nịcht die vorgeschriebene Leuchtkraft besitzt;

Im VIII. Kapitel wird die Anwendung des Gases für weiter wird ausgeführt, dass allein der Preis, zu dem 1 cbm Gas andere als Beleuchtungszwecke, und zwar zunächst zur Kraftverkauft werde, gar keinen Massstab zur Beantwortung der Frage

erzeugung, behandelt. Als einzige Maschine, welche mit gebe, ob das Gas der einen Gasanstalt teurer sei als dasjenige dem Otto'schen Gasmotor in Wettkampf treten könne, wird einer anderen. Für die Abnehmer komme es einzig und allein der in Deutschland kaum bekannte Motor von Clerk erdarauf an, eine billige Gas beleuchtung zu haben, und um wähnt, während des vorzüglichen Körting'schen gar nicht diese zu erreichen, sind zweckmässige Brenner, Geräte, Lei

gedacht ist.

Weiter weist der Verfasser auf die grossen tungen usw. Hauptbedingung. Die meisten Händler haben Vorteile der Anwendung des Leuchtgases zum Heizen geselbst gar keine Kenntnis von der Zweckmässigkeit der er- schlossener Räume, zur Speisenbereitung sowie für verforderlichen Einrichtung der Apparate, und da die Mehrzahl schiedene industrielle Zwecke hin und hebt hervor, dass das des Publikums sich an diese und nicht an Fachleute wendet, Vorurteil des Publikums gegen die Anwendung des Gases zu so kommt es, dass die Anzahl der im Gebrauche befindlichen diesen Zwecken in der Unvollkommenheit der bisher zum unzweckmässigen Brenner eine sehr grosse ist.

Heizen usw. benutzten Geräte zu suchen sei, während in den In den einzelnen Kapiteln beschäftigt sich der Verfasser

letzten Jahren neue Constructionen entstanden sind, welche zunächst mit den Hausleitungen und weist darauf hin,

diese Missstände nicht besitzen. dass dieselben meist fehlerhaft und zu eng angelegt sind,

Den Schluss des Werkchens bilden einige Vorsichtswas eine mangelhafte Beleuchtung zur Folge hat. Diese massregeln, welche das Publikum beherzigen sollte, um Geengen Hausleitungen sind in den meisten Fällen die Ursache, fahren, welche durch Unachtsamkeit entstehen könnten, zu wenn über »schlechtes Gas«, richtiger gesagt: »schlechte Be- begegnen. leuchtung«, geklagt wird. In dem Kapitel »Gasmesser«

Wir empfehlen diese Schrift aufs beste allen Gaswird ausgeführt, dass diese Geräte nie zum Nachteil der Ab- consumenten, die ohne Zweifel für sich manchen Nutzen nehmer zeigen, sich aber sehr wohl zum Nachteil der Gas- daraus ziehen werden, und sind überzeugt, dass das Lesen fabrik ändern können. Die Klagen, dass mehr Gas in Rech

desselben manche, die bisher Gegner der Benutzung des nung gestellt sei als verbraucht, würden verstummen,

Gases zu Beleuchtung, Heizung usw. waren, zu Freunden die Abnehmer sich mit der sehr einfachen Ablesung des Ver

derselben machen wird.

G. S. brauches am Gasmesser vertraut machen wollten. Weiter hebt der Verfasser hervor, dass die Regula

Bei der Redaction eingegangene Bücher : toren für Hausleitungen von den Händlern als Gasersparnis

Leitfaden der allgemeinen Hüttenkunde nebst apparate empfohlen werden, während der Zweck derselben nicht unmittelbar in der Herbeiführung von Ersparnissen,

dem wichtigsten der Hüttenmaschinenlehre. Von J. Schnab

legger. Wien 1885, Alfred Hölder. sondern darin zu suchen sei, dass sie die durch die unvermeidlichen Druckschwankungen hervorgerufenen Unregel

Bericht über die Internationale elektrische Ausmässigkeiten der Gasbeleuchtung ausgleichen sollen, weshalb

stellung in Wien 1883. V., VI. und VII. Lieferung. Wien deren Anwendung namentlich in Gebäuden mit weitverzweigten

1884/85, L. W. Seydel & Sohn. Gasleitungen zu empfehlen ist.

Das Leuchtgas als Wärmequelle im Haushalt. Nachdem auf die häufig unzweckmässigen Formen der Von D. Coglievina. Selbstverlag des Verfassers. Gaslampen hingewiesen worden ist, kommen wir zu dem

Genietete Träger. Tabellen der Trägheitsmomente, wichtigen Kapitel der Brenner, worin hervorgehoben wird, Widerstandsmomente und Gewichte. Von Dr. H. Zimmerdass die Wahl der Brenner von grossem Einfluss auf die

Zweite verm. und verbesserte Auflage. Berlin 1885, Lichtentwickelung sei, und dass unzweckmässige Glasschalen Ernst & Korn.

wenn

mann.

Vermischtes.

Stellt man diese Angaben den früheren vom Jahre 1880 gegenüber, so ergiebt sich, dass während der letzten fünf Jahre die Dampfkessel in Hamburg um 49,3 pct. sich vermehrt haben, und

zwar:

» 62

Dampfkessel in Hamburg. Am 1. Januar 1880 waren im Hamburgischen Staatsgebiet und auf den in Hamburg beheimateten Schiffen 1275 Dampfkessel vorhanden; diese verteilten sich auf 596 feststehende Dampfkessel, 242 Locomobilen und bewegliche Dampfkessel, 286 See- und 151 Flussdampfschiffskessel.

Von den 1275 Dampfkessel unterlagen 904 der Ueberwachung durch die Bau-Polizeibehörde, 386 derjenigen des Norddeutschen Vereines zur Ueberwachung von Dampfkesseln und 28 derjenigen der Eisenbahnverwaltungen.

Am 1. Januar 1885 war die Gesammtzahl der Dampfkessel auf 1904 gestiegen; diese verteilen sich auf 720 feststehende Dampfkessel, 393 Locomobilen und bewegliche Dampfkessel, 545 See- und 246 Flussdampfschiffskessel. Von diesen 1904 Dampfkesseln unterliegen 1622 der Ueberwachung durch die Bau-Polizeibehörde, 252 derjenigen des Norddeutschen Vereines zur Ueberwachung von Dampfkesseln und 30 derjenigen der Eisenbahnverwaltungen.

die feststehenden Dampfkessel um 21 pct.
» beweglichen Dampfkessel
» Seedampfschiffskessel

» 90
» Flussdampfschiffskessel » 63
Demnach stellt sich die durchschnittliche jährliche Zunahme wie
folgt:

feststehende Dampfkessel um 4,2 pCt.
bewegliche Dampfkessel » 12,4
Seedampfschiffskessel » 18,0
Flussdampfschiffskessel » 12,6

>>

12,6 . »

Selbstverlag des Vereines.

Commissionsverlag und Expedition: Julius Springer in Berlin N.

A. W. Schade's Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin 8.

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2.

Angelegenheiten des Vereines. Die Herren Vereinsmitglieder benachrichtige ich hierdurch,

Eine dem Umfange des Betriebes angemessene Anzahl dass die diesjährige (26.) ordentliche Hauptversammlung des von Maschinenbaubeflissenen praktisch auszubilden, liegt offenVereines deutscher Ingenieure in den Tagen

bar im eigenen Interesse der Maschinenindustrie, da die Kla

gen über mangelhafte praktische Ausbildung der angehenden vom 16. bis 18. August d. J. in Stettin

Ingenieure doch besonders von ihr ausgehen, eine Besserung abgehalten werden wird.

hierin aber schwerlich auf anderem Wege zu erwarten sein Ich mache hierbei auf die Bestimmungen des § 40 unse

wird. res Vereinsstatuts bezüglich der etwa für die Hauptversamm

Mit Rücksicht auf die Unbequemlichkeiten, welche die lung einzubringenden Anträge aufmerksam, und bitte um mög

Ausbildung der Maschinenbaubeflissenen für den Fabrikbetrieb lichst frühzeitige Anmeldung derselben.

mit sich bringt, möchte es sich empfehlen, ein angemessenes

Honorar zu fordern.
Berlin, den 13. April 1885.

Für den Lehrgang sowie für die Beaufsichtigung und
E. Becker

Anleitung der Maschinenbaubeflissenen wird folgendes em-
I. Vorsitzender des Vereines deutscher Ingenieure.

pfohlen:

1. Die Ausbildung der Maschinenbaubeflissenen hat nach Zum Mitglieder-Verzeichnisse.

einem bestimmten Plane zu geschehen. Der ein

tretende junge Mann muss sich daher verpflichten, Verstorben.

eine gewisse Zeit lang zu bleiben, um einen fest geE. Lompert, Oberingenieur bei R. Langensiepen, Buckau.

ordneten Lehrgang durchzumachen. Die gesammte Neue Mitglieder.

Lehrzeit soll mindestens ein Jahr betragen.

Der Maschinenbaubeflissene ist der Fabrikordnung
Berliner Bezirksverein.
Dr. E. Herrmann, Ingenieur b. d. städtischen Elektricitätswerken,

unterworfen; er soll die Arbeitszeit regelmässig und Berlin W., Steglitzerstr. 56.

pünktlich einhalten. Sächsischer Bezirksverein.

3. Der Maschinenbaubeflissene ist in den verschiedenen Paul Illgen, Wollwäscherei- und Färbereibesitzer, Crimmitschau.

Werkstätten zu beschäftigen. Bei einjähriger LehrOtto Richter, Bergdirector, Lugau i/S.

zeit empfiehlt es sich, ihn 3 Monate in der Giesserei Reinhold Wiener, Assistent d. kgl. Gewerbeinspection, Zwickau i/S.

und Modelltischlerei, 3 Monate in der Schmiede und Schleswig-holsteinischer Bezirksverein.

Dreherei und 6 Monate in der Schlosserei und MonMielke, Ingenieur der A.-G. Vulcan in Stettin, Kiel.

tage arbeiten zu lassen. Thüringer Bezirksverein.

Giesserei und Schmiede sind unerlässlich, um Geppert, Zimmermeister, i/F. Schubarth & Geppert, Giebichenstein

den Sinn für die Formen in ihrer Abhängigkeit vom bei Halle a/S.

Material zu bilden. Neben der Arbeit in der Schlosserei
Westfälischer Bezirksverein.

ist die Teilnahme an wenigstens einer grösseren MaRudolf Bingel, Bergwerksdirector, Castrop.

schinenaufstellung gleichfalls dringend wünschenswert. Herm. Massler, Wagenfabrikant, Dortmund.

Wo sich eine derartige Ausbildung, welche eine
Keinem Bezirksverein angehörend.

grössere Fabrik voraussetzt, nicht erzielen lässt, kann C. L. Moll, Professor für Maschinenbau und Kinematik, Riga,

dieselbe auch in mehreren kleineren Fabriken oder Gr. Alexanderstr. 61.

Werkstätten erworben werden. R. Stolberg, Ingenieur bei R. Drescher, Chemnitz.

Der Zweck der praktischen Ausbildung des Maschi

nenbaubeflissenen liegt nicht in der Erwerbung einer Praktische Ausbildung der Maschinentechniker.

möglichst grossen Handwerksfertigkeit; derselbe soll

vielmehr die Arbeiterverhältnisse, die Herstellung der Entsprechend dem von der XXV. Hauptversammlung er

Maschinenteile und ihre Zusammensetzung kennen haltenen Auftrage hat der Hannoversche Bezirksverein den

und die Arbeit beurteilen lernen. folgenden Entwurf ausgearbeitet, welcher im Auftrage des

Sobald der Maschinenbaubeflissene sich also die engeren Vorstandes hierdurch zur Kenntnis der Mitglieder ge

Handgriffe des betreffenden Handwerkes an den einbracht wird, um als Grundlage für die Beratung auf der

fachsten Arbeiten genügend angeeignet hat, ist dernächsten Hauptversammlung zu dienen,

selbe einem tüchtigen Arbeiter als Gehilfe bei grösse

ren oder schwierigeren Arbeiten beizuordnen. Auch Gesichtspunkte, welche bei der praktischen Ausbildung von

ist darauf zu halten, dass er möglichst verschiedene Maschinentechnikern zu beachten sind.

Arbeiten kennen lerne und nicht die gleiche Arbeit

zu oft wiederhole. Diejenigen jungen Leute, welche sich dem Maschinenfache widmen wollen und eine technische Hochschule besucht haben

5. In grösseren Fabriken empfiehlt es sich, einen dazu · oder besuchen werden, pflegen sich die notwendigsten prak

besonders befähigten Ingenieur, Werkführer oder Obertischen Kenntnisse dadurch anzueignen, dass sie in eine meist

meister mit der Beaufsichtigung der Maschinenbau

beflissenen zu betrauen. Derselbe soll darauf achten, grössere Maschinenfabrik als Maschinenbaubeflissene eintreten. Der Nutzen, welchen sie von dieser Lehrzeit, die nur 1 bis

dass die Meister den Maschinenbaubeflissenen zweck2 Jahre umfassen kann, haben, ist vielfach geringer, als er

mässig beschäftigen und die Fortschritte desselben sein könnte, weil zu häufig jede Anleitung fehlt und die jungen

überwachen. Er bestimmt den Wechsel der WerkLeute ganz ihrer eigenen, nicht immer ausreichenden Einsicht

statt, hat sich davon zu überzeugen, dass die Maüberlassen bleiben. Wird es, wie der Verein deutscher Ingenieure

schinenbaubeflissenen das Wesen der Arbeiten richtig empfiehlt, allgemeiner Gebrauch, die Praxis vor der Hoch

erfasst haben, und ihnen nötigenfalls Erläuterungen schule zu absolviren, so dürfte sich dieser Uebelstand umso

zu erteilen. mehr fühlbar machen, als die Maschinenbaubeflissenen, welche

6. Ueber die erfolgte Ausbildung ist ein Zeugnis aus

zustellen, welches über die Dauer der Lehrzeit und vor dem Studium eintreten, noch weniger urteilsfähig sind,

die erzielten Erfolge Aufschluss giebt.
als solche, die bereits die Hochschule besuchten.
Es ist deshalb höchst wünschenswert, dass seitens der

Hannover, den 25. Februar 1885.
Maschinenfabriken grösserer Wert auf die Beaufsichtigung der
Maschinenbaubeflissenen gelegt werde, als das zur Zeit meist gez.: Frank. Uhlenhuth. Hagen. Bube. v. Borries.
geschieht.

Riehn.

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