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als sie am negativen erschienen war. — E6 zeigte sich ferner die Odflavime in der obern Hälfte des Kreises matter als in der untern; mehr noch aber traten diese Ausflüsse des odpositivcn Poles matter, kleiner und gedrückter auf der Nordhälfte des Kreises auf als auf der Südhälfte, auf der sie aus in die Augen springenden Gründen zu Leben, Lichtstärke und Frische gelangten, in diametralem Gegensätze von dem also, was ich jüngst vom negativen Ende der Säule in diesem Betrachte entwickelt habe. — Die vielen folgenden dicfz alles bestätigenden Versuche mit Frl. Zinkcl in Mcnstruen unterlasse

ich hier einzeln aufzuzählen.

Aus allem geht aber, wie hier gezeigt, hervor, daß zwischen dem negativen und dem positiven Pole der Cäule in Absicht auf ausgesendete Odflamiiic und deren Farben im Vertikalkreise des Meridians kein großer Unterschied stattfindet; daß die Reihenfolge der Farben auf beiden Seiten genau die prismatische ist, besonders wenn wir grau für den chemischen Strahl des Spektrums nehmen wollen; und daß endlich die ganze Differenz, welche übrig bleibt, in der Zuthat besteht, welche specifisch jedem der beiden Pole an sich zugc» hört, nämlich blau und roth, womit die Flammen und Spektern sich im ganzen Umkreise überschleiert zeigen, blau nämlich am negativen, roth am positiven Pole.

<5> Im SZertikalkreise der Parallele

Z. 2146. ist die Anstellung eigener Versuche und weiterer Nachforschst«' gen unnöthig; denn alle Stellungen, welche einem Krystalle oder der ganzen Säule gegeben werden könnten, sind in dem Horizontalkreise und dem Ver» tikalkreise des Meridians bereits enthalten, nämlich die Richtung nach Ost und nach West, nnd die obere und untere Culmination. Im Vertikalkreise der magnetischen Parallele kann sich nur wiederholen, was diese vier Stellungen lieferten. Ich verweise daher auf diese zurück, ohne mich hier auf» zuhalten.

e) Steigerung?,, und Hernbstimmungen der KryftaUodflamme»,
«) Durch Berührung,

F. 2147. Erst jüngst bei der Odgluth habe ich gezeigt, wie diese in den Krhstallcn durch angemessenes Anfassen mit Händen willkürlich verstärkt oder geschwächt werden kann; hier habe ich dasselbe für die Polflammcn darzuthun. Im ersten Bande (Z. 1072 K) habe ich die Steigerung der odischen Kraft der Pole durch Zuladung für das Gefühl nachgewiesen, hier sollen nun die sie bestätigenden für das Gesicht folgen.

Eines Morgens, als ich zu Frl. Atzmannsdorfer ("°) kam, meldete sie mir eine Neuigkeit als Fnud ihrer verflossenen Nacht. Sie hatte schlaflos mit einem großen Gypsfpathe gespielt, den sie neben dem Bette liegen hatte und beobachtet, daß wenn sie den Krystall am positiven Pole in die rechte Hand genommen, die Polflamme am negativen freien Ende jedesmal bedeutend größer geworden und dieß so lange geblieben war, als sie den Stein zu halten fortfuhr. Wenn sie dieß mit der linken Hand that, gewahrte sie keine Vergrößerung dieser Flamme. — Der Frl. Zinkel gab ich einen großen schwarzen Schöll mit natürlicher Zuspitzung, einen großen Berylls und zwei schöne Rubellite s""); nahm sie diese Krystalle mit den rechten Fingern beim odpositivcn Ende, so schwoll die negative Odflamme an Dicke, Länge und blauer Lichtiiitensität; that sie dasselbe mit der linken Hand, so blieb diese Steigerung ans, die Odflamme des negativen Poles wurde un» rem, trübe rothgrau. — Kehrte sie aber die Krystalle um, und ergriff sie mit den rechten Fingern beim negativen Pole, so vermehrte auch dieß die Polflamine nicht wesentlich, machte sie ebenfalls unrein und mißfarbig; er» griff sie aber diese mit der linken Hand, so schwoll wieder die positive Odflamme an Größe und rother Lichtstärke. — Hr. Klein faßte einen edeln Turmalin mit den rechten Fingern am odpositivcn Ende: alsbald flammte das freigelassene negative doppelt so lange, klarer, Heller; faßte er cs mit denselben Fingern am negativen Pole uud ließ den positiven frei, so w« die Erscheinung umgekehrt, die Flamme wurde matter, trüber, rauchiger, als sie für sich allein war. — Aehnlich ließ ich Frl. Zinkel mit , der Krystallensäule verfahren. Legte sie ihre rechte Hand auf ihr positives Ende, so schwoll die Odflamme am negativen mächtig an; that sie dieß mit ihrer Linken auf dem negativen Sä'ulcnenre, so schwoll die Flamme am Positiven. Umgekehrten Falles trübten und verringlcn sich die Polflammen.

MMelft AniiSyerung.

F. 2148. Ja es bedurfte zu solchem Effekte nicht einmal der Berührung, die bloße Annäherung von Händen gegen die Pole der Krystalle reichte schon, hin, Verladungen auf sie zu machen und ihre Flammen zu vergrößern. Wenn ich mich mit meiner rechten Seite dem positiven Pole der Krystallensaule näherte, so sah Frl. Beyer s"'.') au, negativen Pole die Flamme wachsen, lange bevor ich den Stein berührte, und in eben dem Maaße sich vergrößern, wie ich langsam ihm naher kam. Die Bewegung durfte aber nicht übereilt, sondern mußte sehr langsam ausgeführt werden. That ich dasselbe mit meiner linken Seite am negativen Pole der Steine, so trat eine gleiche Flammenzunahme an feinem positiven Pole ein.

Z. 2149. Unter dasselbe Gesetz fällt die Wirkung der Annäherung an Krystalle überhaupt. Näherte ich mich von vorne einem Bergkrystalle, dessen nega» tiverPol nach oben gekehrt war, so sahen Hr. Dclhezl"), Hr. Nabel"."), Frau Kienesberger Frl. Atzmannsdorfer l."»), Glaser (°'Z n. a. die Odgluth aus der >»ir zugekehrten Krystallenscile dunkeln und denselben schwarz werden, während sie auf der entgegengesetzten Seite leuchtend blieb, die Polflamme verkleinerte sich und wich nach hinten, oder löschte aus, wenn ich sehr nahe kam. Ties) war augenscheinlich die Wirkung meiner rechten Seite.

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Machte ich, um dich zur Klarheit zu bringen, diese Annäherungsbcrocgung an den Krystall nicht mit meiner Front, sondern nur mit meiner rechten Seite, so sah Frl. Sophie Pauer s". ") und Frau Kienesber» gcr s'") seine blaue Polarflamme erlöschen; that ich dicß mit meiner lin> ken Seite, so sahen sie sie lebhafter und größer werden. Daran nahm selbst die Odgluth Theil; auf der mir zugekehrten Seite erlitt sie dasselbe Schicksal, wie die Odflamnie; auf der von niir abgekehrten aber blieb sie in beiden Fällen unverändert, theilweise belebt. — Dicß wurde sehr genau von Frl. Zinkel beobachtet. Einen große» Gotthardt« Bergkrystall, der etwa eine Spanne Durchmesser hatte, stellte ich frei auf einen Träger, die nega» tive Zuspitzung »ach oben. Sie sah den ganzen Stein in weißer Odglulh, oben mit handhoher Odflanime besetzt. Näherte ich mich diesem bis auf einen Schritt Abstand, wenn auch nur mit meiner Vorderseite ohne besondere Berücksichtigung meiner Rechten, so ward die mir zugekehrte Seite deö Krystalles lichtlos, und zwar hauptsächlich jene, welche meiner Rechten gegenüberstand, die entgegengesetzte Seite aber blieb helle; die Oogluth nämlich erlosch, der Stein wurde ans der einen Hälfte schwarz, und die darüber auf» steigende Flamme samint Rauch schienen sich auf die von mir abgekehrte Seite zu biegen, d. h. sie hatten ihren Quell von mir nach jcnsciiö abgerückt. Ich drehte den Stein sanimt dem Träger rings nm feine Are, indem ich auf derselben Stelle stehen blieb; immer blieb die Erscheinung dieselbe: die mir jederzeit zugekehrte Seite des Krystalles war unsichtbar. Um nun die Mitwirkung des ErdodeS zu prüfen, ging ich im Kreise um den Krystall langsam herum: immer mit demselben Erfolge, daß der Stein da, wo ich ihm nahe war, dunkelte, auf der abgekehrten Seite leuchtete.

Z. 2150. Auch die reciprokcn Wirkungen der Kryftallpolc auf Hänre blieben nicht auö; z. B. wenn Frl. Atzmannsdorfcr ihre Fingerspitzen den Polen eines großen Bergkrystalls näherte. That sie es mit ihrer negativen Rechten gegen den positiven Pol, so wuchsen die Odstammen von beiden Seiten, weil ungleichnamig; that sie eS mit ihrer positiven Linken, so drängten sich die Flammen gegenseitig zurück, verkleinerten uud verdunkelten sich. — Frl. Zinket ('°') ließ ich dasselbe gegen den negativen Pol desselben Krystalles thuu; that sie es mit ihren rechten Fingerspitzen, so dunkelten Krystallpvl nnd Finger; that sie es mit ihren linken, so erhellten sich beide. . .

8. 2151. Solche Bcrsuchc ließ ich die Frl. Zinkel i"") auf der Krystallensänke machen. Hier bildeten sich ihre Ergebnisse nur viel schöner aus. Wenn sie nämlich:

s) am negativen, gen Nord gerichteten Ende:

ihre rechten Finger anlegte und dann wieder hinwegnahm, so waren

die Flammen derselben ganz verschwunden, und es bedurfte einer

bis zwei Minuten, bis sie allmählig wieder gekommen und in von»

ger Größe hergestellt waren; . ihre linke» Finger, eben so behandelt, wurden nicht ihrer Flammen

beraubt, vielmehr wurden sie nach kurzem noch schöner und

leuchtender;

d) am positiven, gen Süd gerichteten Ende:

ihre rechten Finger blieben helle und zeigten vergrößerte Flamme»

nach der Trennung; ihre linken Finger wurden ausgelöscht und gelangten nach der Tren»

nu»g nur langsam wieder zur ursprünglichen Größe ihrer Flamme;

alles dieß in voller Uebcreinstimmung mit hinlänglich erörterten

Gesetzen.

§. 2152. Ein hübscher Hieher gehöriger Versuch mit dem unlängst erwähnten großen Schwerspath (Z. 13S6) ergab sich mit Frl. Zinkel Ich hatte ihn in eine» Träger so eingespannt, daß sowohl seine beiden Haupt» Pole, als auch feine bezeichneten Transverfalpole am negativen Hauptpole in zwei Eckabstumpfungen lokalisirt, frei waren. Näherte ich mich diesem schöne» Krystalle mit meiner rechnen Seite, so erlosch feine blaue Flamme negativen Hauptpoles, aber gleichzeitig auch die kleinere transversale Ab» stutzung, während die andere an Licht zunahm. Näherte ich mich dagegen mit meiner linken Seite, so «losch die rothe Flamme positiven HauptpoleS und gleichzeitig die der größern Transversalabstutzung, während nun die blauen Polflammen wuchsen: auf das schönste bestätigte sich hier die subordinirte Transversalpolarität der beiden Eckabstutzunge» des negative» Krystallpoles.

<i) Eliiblasen In Kryftallodflammen.

§. 2153. Wenn Frl. Poppe in die Flamme oder in den Rauch, der von Krystallpolen aufstieg, hinciublies, so zerfuhren und zerflackerten sie,'während sie gleichzeitig leuchtender wurden. — Dasselbe beobachtete Hr. Delhez^'), wenn er in die Flamme» der Krystallenfäule hineinhauchtc. — Hr. vr. Machold s'') gewahrte die nämliche Erscheinung des Zerwehen« der Krystallenleuchten, wenn er hineinblies oder auch nur mit seinem Kleide Wind darüber machte; ja seine bloßen Gliederbewegungen in der Nähe von Oeflammen, die sich der umgebenden Luft mittheilten, brachten ein Hin» und Herflackern der Odflammcn zuwege. — Hr. vr. Löws'") beobachtete dieß über einen, Gypsspathe; Frl. Zinkel i'"") ebenfalls über einem solchen.

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