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Dann fragte Thietmar die Erscheinung, ob sie wisse, daß den Nachreden vieler Leute zufolge des Königs Gunst ihm entzogen sei, weil er beabsichtigt habe, bald nach seiner Weihe (ordinationem) Manches gegen ihn (den König) zu unter nehmen und Waltherd betheuerte darauf dringlich und nachdrücklich seine Unschuld. -- Thietmar seßt noch hinzu, er habe später von wahrhaften Personen gehört, daß Waltherd am Tage aller Heiligen (1. November) vor Gottes Angesicht zu erscheinen gewürdigt worden sei.

Sodann versichert Thietmar, er habe solches Lob zur Steuer der Wahrheit gesagt, denn Waltherd habe vor seiner Weihe nicht viel von ihm gehalten und um des Vortheils seiner eigenen Kirche der seinigen (Thietmars) Vieles in den Weg gelegt. In Wirklichkeit sei an Waltherd alles noch größer, als er es dargestellt habe.

Als nach Waltherds Bestattung der Bischof Erich (von Havelberg) vom Könige an Thietmar gesendet wurde, um die geschehene Wahl zu melden, wendete sich dieser in einem Schreiben an den König, in welchem er ihm die Entschädigung der Merseburger Kirche für ihre Verluste ans Herz legte.

Thietm, chron. I. VI. c. 45-47 in M. G. III. p. 826–829.

564) 12. August (1012) starb (Erz)Bischof Walthard (von Magdeburg).

S. Necrolog. Magdeb. de 946—1033 in den Neuen Mittheilungen X. 2, p. 263 und Necrolog. Magdeb. de 1325/53. Ibid. I. c. p. 266.

565) 12. August (1012) starb der Erzbischof Walthard (von Magdeburg).

S. Necrolog. Molenbee, ap. Schannat Vindem. litt. I. p. 140.

566) 18. August (1012). Papst Benedict übersendet dem Erzbischof Walthard von Magdeburg auf dessen Antrag das Pallium mit der Verordnung, es zu Weihnachten, Epis phanias, Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten, an den Festtagen des heil. Johannes, der Apostel Petrus und Paulus, der heil. Jungfrau Maria, des Stifts-Patrons, ferner am Tage der Domweihe, seinem eigenen Geburtsfeste und bei der Weihe der Suffraganbischöfe sowohl in der Domkirche als sonst an andern Orten und auf Reisen anzulegen und eine Kreuzfahne vor fich her tragen zu lassen. Er verordnet ferner, daß beim Erzstift 12 Presbyter ordinirt und bei ihren Ministrationen am Hochaltar mit Dalmatiken, an Festtagen mit Sandalen bekleidet sein sollen; sodann sollen die 7 Diaconen (vom Domcapitel) täglich, mit Ausnahme der Fasttage, der Dalmatiken, zu den Festzeiten der Sandalen fich be: dienen. Der Erzbischof von Magdeburg solle zu den Cardinal-Erzbischöfen der

Römischen Kirche gehören und in allen Stüden denen zu Trier, Röln und Mainz gleich stehen. Schließlich bestätigt er das Erzbisthum mit allem feinem Zubehör und nimmt es in seinen Schuß, gleichwie dem Vorgänger des Walthard, Adalbert, dies vom Papste bestätigt ist.

Scriptum per manum Benedicti Notarii Regionarii et Scrinarii sancte Romane ecclesie in mense Augusto, indictione decima Bene vale.

Datum XV. Kalendas Septembris per manum Petri Episcopi sancte Prenestine Ecclesie et Bibliothecarii sancte sedis Apostolice, Anno Benedicti Octaui Pape primo, mense et indictione suprascripta decima. Gedruckt bei

v. Drey haupt Beschr, d. Saalkreises I. p. 24, 25.

567) 19. August (1012) stirbt Walthard, Erzbischof von Magdeburg.

S. Necrologium ecclesiae S. Mauritii in Hallis, gedrudt in Würd: wein, Subsidia diplomatica X. p. 410.

569) 20. August 1012. Auf die Nachricht vom Tode Waltherds, Erzbischofs von Magdeburg, zog Herzog Bolizlav von Polen mit seinem Heere vor die Stadt Lebus (Liubusua), wissend, daß wegen der durch die Elbe verursachten Ueberschwemmung die Belagerten keinen Entsaß erwarten konnten. Am 20. August (13. Kal. Sept.) richtete er bei Eroberung der Stadt ein großes Blutbad an.

Thietm. chron. 1. VI. c. 48 in M. G. III. p. 829.
Vgl. Magdeb. Schöppenchronik herausg. von Janicke S. 84.

569) 22. August 22. September 1012. In Magadaburg, wo Thietmar, Bischof von Merseburg, auf Ansuchen des Propstes Reding zwei Altäre, den einen an der Begräbnißstätte des Erzbischofs, den andern im nördlichen Theile derselben (Dom-) Kirche am 22. August weihte, hörte derselbe die Nachricht von dem Ueberfalle von &ebus durch Herzog Bolizlav (20. August) und eilte sofort nach Merseburg zur Königin. Alsbald wurden die Landesgenossen (conprovinciales) angewiesen, an der Mulde (Milda) zu lagern und die Ankunft des Königs abzuwarten. Dieser kain aus dem Westen zurück und war bestrebt, seinen Raplan Gero in die erledigte Stelle als Erzbischof von Magdeburg zu bringen. Bischof Erich von Havelberg eilte zwar zu ihm, mit der Nachricht von der geschehenen Wahl Thiedrichs, aber der König ging darauf nicht ein, sondern machte diesen an Geros Stelle zum Kaplan. Zu St. Matthäi (21. September) ging der König nach Seehausen (Sehusun), wohin sich auch Bischof Thietmar

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