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Friedrich als Landesvater und als Mensch.

S> Fas ist in das männliche Alter getreten; er hat sich Erfahrungen aller Art, er hat sich auch Kriegesruhm gesammelt. Nun ist Gelegenheit, daß er sich als Menschen, als Landesvater, als Statenbildner zeige, gemäß seiner ersten Ankündigung im Leben und in der Schrift. Auch die prüfende Hand des ernsten Schicksals hat sein weiches Herz berührt. Vier theure Freunde hat der Tod rasch auf einander ihm geraubt: Suhm, Jordan, Keyserlingk, Duhan; Männer, denen er einen großen Theil der Blüte jugendlicher Freuden verdankte. „Mein theurer Algarotti, schreibt der König am 16. Nov. 1740 in Rheinsberg, ich bin für traurige Begebenheiten geboren. Eben erfahre ich den Tod von Suhm, meinem innigen Freunde, der mich eben so aufrichtig liebte, wie ich ihn liebte, und der mir bis an sein Ende das Vertrauen bewiesen hat, das er zu meiner Freundschaft und zu meiner Zärtlichkeit hatte, von denen er überzeugt war. Ich möchte lieber Millionen verloren haben. Man findet schwer Leute wieder, welche soviel Geist mit soviel Aufrichtigkeit und Gefühl vereinigen. Mein Herz wird trauern, tiefer, als man für die meisten Verwandten trauert. Sein Andenken wird so lange währen, als ein Tropfen Blutes in meinen Adern rinnt und seine Familie wird die meinige sein "). Leben Sie wohl; ich kann von nichts Anderm sprechen. Das Herz blutet mir und der Schmerz ist zu lebhaft, als daß ich an. etwas Anderes, als an diese Wunde denken könnte.“ – Als Jordan und Keyserlingk ihm gestorben waren, da klagte er dem treuen Duhan seinen Gram aus dem Feldlager, den 24. Sept. 1745: „Das war meine Familie, und ich glaube nun verwitwet, ver

1) Corresp. familière. T. 2. p. 482.

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