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Zu Zeiten R. Otto's III. lebte in Magdeburg der Dechant Hepo, ein munteres Mitglied des Stiftsconvents und tüchtiger Geistlicher. Als er in seinem Alter durch einen Schlagfluß die Sprache verlor, behielt er doch die Fähigkeit, zu singen. Nachdem er seine Sünde in Ablegung der mönchischen Tracht durch die Wiederannahme derselben getilgt hatte, starb er bald nachher am 5. Januar und wurde von seinen Amtsbrüdern auf dem Kirchhof von St. Johannes (Kloster Berge) begraben. –

Als der Custos des Erzstifts, Ekki hard der Rothe, ein gelehrter Grammatiker und Vorsteher der Schule, den mit Gold, Edelsteinen und Bernstein (optimo electro) gezierten Hochaltar besichtigen wollte, stürzte derselbe um, so daß Ekkihard darunter zu liegen kam. An der Verwundung mußte er bald nachher am 4. September den Geist aufgeben, nachdem er vorher dem Propst Walthard sein lange aufgehäuftes Geld zur Vertheilung übergeben hatte.

Als ein Jüngling den Schak des heil. Moriß bestehlen wollte, · wurde er dabei betroffen und darauf mit gebrochenen Gliedern aufs Rad geflochten (fractisque crucibus rotae superpositus).

Thietm. chron. 1. IV. c. 43 in M. G. III. p. 786.

In dem folgenden Capitel erzählt Thietmar die Geschichte eines Mitbruders Hus ward (wohl am St. Johanniskloster bei Magdeburg), welchem bei Nacht der Teufel erschien, als Thietmar neben ihm schlief. (Et mirum est, cum omni dominica die ad dormitorium illud Christi crux vera portaretur, ille malignus talia facere est ausus.) Hus ward entrann dem Teufel als Sieger und starb reumüthig am 23. Februar. Den Sterbenden tröstete seine Mutter Berhta. Der Sterbetag Husward's war auch der Jahrestag des Todes ihres Sohnes Bero,. eines trefflichen Nitters (militis), den Markgraf Ekkihard hatte blenden lassen. – Darauf folgt eine Geschichte des geistlichen Bruders Marquard.

Thietm. a. a. D. c. 44-45 in M. G. III. p. 787.

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372) 14. Februar 985. König Otto bestätigt auf Bitten Gisalhars, des zweiten Erzbischofs von Magadaburg und auf Grund der von diesem ihm vorgelegten Urkunden alle Schenkungen, welche sein Großvater Kaiser Otto, der erste Erbauer jener Kirche, sowie sein Vater Otto, als Mitkaiser (coimperatoris) seines Großvaters und andere gottesfürchtige Leute der Kirche zu Magadaburg an Ländereien, Leuten und sonstigen Gütern gemacht haben oder noch machen werden, mit der Bestimmung, daß kein Graf oder eine richterliche Person den Leuten des Erzbischofs irgend welche Last auflegen dürfe, außer dem von dem Leşteren gewählten Vogt.

Signum domni ottonis (L. M.) gloriosissimi regis.

Hildib aldus episcopus et cancellarius uice Uuilligisi archicapellani recognoui. (L. S.) .

Data XVI. Kalendas Martii. Anno dominice incarnationis DCCCCLXXXV. Indictione XIIII. Anno uero regni tertii ottonis secundo. Actum altstedi in dei nomine feliciter Amen.

Original mit gut erhaltenem Siegel im Königl. Geh. Staats-Archiv in Berlin.

Ab extra von einer Handschrift vom Anfang des 12. Jahrhunderts:
De firmatione omnium prediorum pertinentium Mag diburch.
Gedrudt bei

Leudfeld Antiqq. Kelbr. Beichlingg. et Alstedd. p. 242, 243.
Gerden C. D. Brand. VI. p. 390—392 (nach dem Original).

373) (985.) Dietrich (Theodoricus, Tiadericus), Markgraf der Wenden, welcher durch seine Feigheit dieselben zum Abfall nöthigte, lebte aller Ehren und aller Besißungen beraubt in Magdeburg als Pfründner und endigte verdientermaßen sein Leben durch einen bösen Tod.

S. Scholien zu Adam v. Bremen 1. II. c. 42 (cf. M. G. VII. p. 321, scholl. 31 und 32 und daselbst Note 56). Vgl. Annal. Saxo ad a. 983, 998 und 1010. Thietmar von Merseburg gedenkt seiner zuleßt zum Jahr 984. Seinen Tod erwähnen die Ann. Quedlinb. i. 3. 985.

374) Nach dem 23. August (985 ?). Nach dem Tode des Bischofs Wolkold von Meißen, welcher am 23. August starb, folgte Eid, ein Mitglied von Thietmar's geistlicher Brüderschaft (in Magdeburg), welcher auf Empfehlung (hortatu) Erzbischof Gisilers zum Bischof geweiht wurde.

Thietm. chron. I. IV. c. 5 in M. G. III. p. 769.

375) c. 986—990. Die Wenden beunruhigte Otto III. mit wiederholten Angriffen. Die im Oft lande (orientales), welche wider ihn sich zu erheben wagten, besiegte er; auch die im Westen wohnenden, welche sich oft bewaffnet erhoben, war er bemüht, mit List und Gewalt niederzuwerfen.

Thietm. chron. 1. IV. c. 8. in M. G. III. p. 770.
cf. Ann. Quedl. ad a. 986, 987, 990.

376) 18. Januar 987. Auch mit auf Unrathen Gifilhars, Erzbischofs von Magdeburg, seiner Mutter, der Kaiserin Theophano, des Erzbischofs von Mainz und anderer geistlicher und weltlicher Fürsten bestätigt König Otto III. dem Frauenkloster Vilich seine Immunitäten.

Signum domni Ottonis inuictissimi regis. Hildibaldus episcopus et cancellarius uice Vuilligisi archicapellani notaui. Data XV. kalendas februarii. anno dominice incarnationis DCCCCLXXXVII indictione XV. anno autem tertii ottonis regnantis IIII. actum andernach a in christo feliciter amen. • Gedruckt bei

Lacomblet Niederrhein. Urkundenb. I. S. 7475.

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378) 21. Mai 987. König Otto (III.) schenkt auf Bitten seiner Mutter, der Kaiserin Theophanu, seiner Vatersschwester (amitae nostrae) Mathilde (Mathildi), Aebtisfin zu Quedlinburg, einige Güter von seinem Eigen, nämlich den Hof Bareboi im Gau Northuringia und in der Grafschaft des Markgrafen udo (Huodonis) gelegen, mit allen seinen Dörfern und Zubehör, auch Zizouui (Zeiß) und Niunburg (Walther-Nienburg) mit allem ihrem Zubehör und das, was Friedrich in diesen und den obigen Dertern zu Lehen (in beneficium) hat.

Signum domni Ottonis (L. M.) gloriosissimi Regis.

Hildibaldus episcopus et cancellarius uice Willigisi archiepiscopi recognoui.

Data XII. Kalendas Junii 'Anno Dominicae incarnationis DCCCC.
LXXXVII. Indictione XV. Anno autem tertii Ottonis Regnantis quarto:
Actum Altsteti feliciter Amen.
Nach dem Original gedruckt bei

v. Erath C. D. Quedlinb. p. 22, 23.
Leudfeld Antiqq. Kelbr. Beicblingg. Alstedd. p. 243, 244.
Kettner Antiqq. Quedlinb. p. 29.
Lünig Reichs-Archiv XVIII. B. p. 188.
Leibniß Annall. Imp. III. p. 507.
Eccard hist. geneal. principp. Saxon. sup. p. 142.
v. Heinemann C. D. Anhalt. I. p. 59, 60 (nach dem Original).

379) c. 987. Sigifrid, der Vater Thietmar's, nimmt denselben von seiner Mutterschwester (matertera) Emmilda, nachdem er bei ihr in den Anfangsgründen wohl unterrichtet war, weg und übergiebt ihn dem Ricdag, dem zweiten Abte von St. Johannis zu Magdeburg.

Thietm. chron. 1. IV. c. 1 in M. G. III. p. 772.

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