Johann Georg Forster's Briefwechsel: Nebst einigen Nachrichten von seinem Leben, Band 1

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F.A. Brockhaus, 1829
 

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Seite 843 - Schön ist es aber zu sehen, was die Philosophie in den Köpfen gereift und dann im Staate zustande gebracht hat, ohne daß man ein Beispiel hätte, daß je eine so gänzliche Veränderung so wenig Blut und Verwüstung gekostet hätte.
Seite 221 - Stunde lang zu sehn, nur ein paar Minuten lang allein zu sprechen und als ein Meteor wieder zu verlieren. Sagen läßt sich das nicht. Von Ihnen haben wir viel gesprochen, er bat mich, Sie recht herzlich zu grüßen. Ist mir recht, so haben Sie bei ihm eine Antwort zu gut. Der Herzog hat mir gefallen. Er frug sehr viel, und doch keinmal albern; gewiß, das heißt alles mögliche prästiren.
Seite 699 - Bester Freund, was für Freude mir Ihr vortrefflicher Brief gemacht hat, ist unbeschreiblich. Ich habe Sie in der That, bester Mann, einiger Schilderungen wegen, förmlich beneidet. Der Magdalenenblick, womit die Frau den Himmel zu versöhnen hofft, ist so schön, daß ich, so wenig auch meine Natur nach dieser Gegend geneigt ist, gern mit Mühe alles Magdalenische in mir zusammenzwingen wollte, um einmal einen Blick damit nach dem Himmel zu thun, wenn ich wüßte, er brächte auf mich den Segen...
Seite 237 - Freund, haben Sie in Ansehung Goethes ganz recht gehandelt. Ihre Einlage klärt mir Vieles auf, was ich freilich vorher geargwöhnt, aber nicht geglaubt hatte. Ich kenne kein unglücklicheres Geschöpf als den Menschen, wenn er. von Eigenliebe und Eitelkeit strotzend. Keinen neben sich und über sich leiden kann. Ist es möglich, daß so ein Mensch Freunde haben kann? Ihre gutherzige Freundin schreibt: »In der Liebe ist er nicht rein.
Seite 231 - ... Manchem die Stücke schon viel Freude gemacht hätten. Wir hatten eben den Gasthof erreicht. — Er hatte nur noch Zeit zu fragen, ob ich kürzlich Briefe gehabt, und bald an Sie schreiben würde? Ich sollte Sie doch von ihm grüßen. Nun speisten wir mit dem Herzoge, und kaum war das Mittagsessen verzehrt, so fuhren sie ab. Fast sein Letztes war, den Gruß an Sie zu wiederholen. Er nannte Sie noch immer Fritz.
Seite 196 - Aufenthalt in Göttingen recht angenehm. Die Zeit, die ich in Braunschweig zubringen mußte (um meines Vaters Angelegenheit willen), wurde mir durch Eschenburg's, Lessing's und besonders Ierusalem's Umgang versüßt. Auch muß ich Leisewitz nicht vergessen, den Verfasser des Julius von Tarent, einen trefflichen Jungen, der eine edle Seele hat.
Seite 428 - Die Ueberzeugung, daß diejenigen, die mich zu diesem Glauben verführten, keine moralisch guten Menschen wären, öffnete mir die Augen, ich glaubte nun das ganze aufgethürmte Glaubensgebäude auf einer Nadelspitze ruhend zu sehen, und wie ich die untersuchte, fand ich sie auch verrostet und 10 unsicher; ich war wie einer, der aus schweren Träumen erwacht und einer Todesgefahr entronnen ist.
Seite 221 - Ich wette, es hat Goethen Mühe gekostet, bei einigen Gelegenheiten über meine Treuherzigkeit nicht loszupruschen. Den Tag darauf besahen sie den Garten zu Weißenstein; ich sollte die Partie mitmachen, allein ich war zu sehr beschäftigt. In der Zwischenzeit erfuhr ich, daß der Herzog in der Gesellschaft sei.
Seite 730 - Frühling wieder 15 zu kommen; sind wir dann noch nicht bei Ihnen gewesen, und er gefällt mir noch wie damals, als Sie Ihren Brief schrieben, so muß er mit. Ich habe in Göttingen einen recht wackern Jungen an ihm kennen gelernt. Noch hat der Faullenzer nicht geschrieben. Von Ihren Schriften habe ich seit dem Spinoza und der Nach20 schrift zu demselben wider Mendelssohn nichts eigen.
Seite 197 - Ich erwartete Männer von ganz außerordentlicher Art, reiner, edler, von Gott mit seinem hellen Lichte erleuchtet, einfältig und demüthig — wie Kinder. Und siehe, da fand ich Menschen wie andere; und was das ärgste war, ich fand den Stolz und den Dünkel der Weisen und Schriftgelehrten.

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