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dass wir am besten bey dem Texte der Benedictiner allerdings auch an einen höchsten persönlichen Gott bleiben). Ueberdiess entfernt sich der Vf. in seinem glauben und ihn verehren, aber nicht die Paternität Resultat aus den Quellenstellen über die Hypł. von von demselben prädiciren;" f. Böhmer's zweyte dem von uns angegebenen Inhalt der Hauptstelle Schrift S. 13.) fich dadurch von den Christen unterdarin, dass er nicht bloss angiebt, dass von den schieden, dass fie ihren höchsten Gott nicht als VaHypf. nur Ein Gott, der Allmächtige und Höchste, ter anerkannten, weil nach Gregor v. Naz. sein Vaverehrt worden sey, sondern dass er sagt (S. 11): ter bey seinem Uebertritt zum Christenthum getauft

Docebant unum effe Deum . . . Purissimi ergo et wurde (was aber kein trifftiger Grund ist, da an omnibus numeris abfoluti Movót zou vocandi junt.manchen Orten, insonderheit im Orient damals

auch Um diefs mit Grund sagen zu können, behauptet er, christl. Häretiker bey ihrem Uebertritt zur katholidass das in edulous sñv (in welcher Formel übri- schen Kirche getauft wurden, und nach den Begens Hr. U. zifwhu nicht imagines übersetzt, son- schlüssen des Concil. oecum. II. gewisse Häretiker dern idola, numina fictitia), welches nach wie Heiden behandelt und getauft werden sollten), der oben angeführten Stelle des Gregor v. Naz. den und weil sie von Niemand, selbst nicht vom EpiphaHypf. zugeschrieben wird, hier nur im Allgemeinen nius, unter den christlichen Häretikern erwähnt bedeute, einer falschen Religion ergeben seyn (S. 9 werden. vgl. S. 32). Dass jene Worte diese allgemeine Be Im Folgenden handelt nun der Vf.: de Hypsideutung überhaupt und auch wohl hier haben kön- Stariorum origine et ratione, quae intercedat inter nen, geben wir zu; aber die damit bezeichnete fal- illos aliasque religiones, und hiezu einleitend 5: 4. sche Religion kann nur eine solche seyn, in der we- (S. 16-18) über den Namen der Hypf. Er weiset nigstens die Existenz von Götzen nicht geleugnet hier nach, dass die Benennung ihres höchsten Gottes wird. Ein Wort kann sehr allgemeine und abge- Úvotos von den Perfern, Griechen, Phöniciern, leitete Bedeutungen haben; aber in allen muss lich Juden und Christen entlehnt seyn könne, und be die ursprüngliche Bedeutung noch erkennen, auf alle merkt, dass es ungewiss sey, woher er wirklich entnoch anwenden lassen, sie darf von keiner ganz aus- lehnt sey, wahrscheinlich indess von den Juden. geschlossen seyn. 'Yr Eidulois çiv kann also heissen: In feiner eigentlichen Untersuchung über den Ureinen falschen Gottesdienst haben; aber dieser fal- sprung der Secte der Hypf. (9. 5. 8. 19—23) geht sche Gottesdienst kann nicht ein reiner Monotheis- der Vf. von der Stelle des Gregor v. Naz. or. 18. aus, mus seyn. Wir müssen demnach annehmen, dass wo derselbe ausdrücklich die Lehre der Hypf. für die Hypl. keinen ganz reinen Monotheismus hatten ein Gemisch aus dem Juden - und Heidenthum (zu welcher Annahme es sehr wohl stimmt, dass ausgebe, welche Ansicht über die Entstehung der Gregor v. Naz. in der Leichenrede das monotheisti- Secte der Hypf. wohl nicht unrichtig feyn möge. sche Element nicht als etwas anführt, was die Hypf. (Pabey missbilligť: Hr. U. Not. 21. "Cave's Vergleimit dem Judenthum gemein hätten, insofern näm- chung der Samaritaner mit den Hypl.) Aus dem lich der Monotheismus der Hypf. mit dem reinen Judenthum nun leitet der Vf. den Monotheismus, Monotheismus der Juden nicht wohl verglichen die Sabbatsbeobachtung, die Bilderverabscheuung werden konnte); wie aber diese Annahme mit dem (nach seiner unrichtigen Uebersetzung von eiwia) τα είδωλα αποπεμπόμενοι und derm και παντοκράτωρ und die Enthaltung von manchen Speifen ab; aus μόνος αυτούς σεβάσμιος vereinigt werden könne, da dem Heidenthum das τιμώσι το πύρ και τα λύχνα, von unten bey Hn. Böhmer's Schrift.

worunter ohne Zweifel zu verstehen sey fummi Im dritten 5. (S. 14-16) stellt Hr. U. die Frage et omnipotentis illius Dei cultus fub ignis luminis auf, ob die Hyps. Christen gewesen seyen oder nicht. que signo atque symbolo.Diefs erinnere an die Seine Antwort fällt dahin aus, dass hie gar keiner Religionslehre der alten Perser (worin das Feuer positiven Religion folgten, sondern sich aus mannich als Symbol des Ormuzd einen so wichtigen Platz fachen Religionen die Lehren und Cerimonien aus einnahm), die zugleich auch, wie die lyps., alle gewählt hatten, die für alle Orte pafsten und sich Bilder der Gottheit verworfen hätten; und da überdurch ihre Einfachheit und Popularität empfahlen. diess Strabo erzähle Geograph. lib. XV: p. 732. (ed. Sie waren keine Prolelyten des Thors, weil sie dann Casaub.), dass Verehrer der Perserreligion, júyou, nicht hätten mit einem besonderen Namen genannt in Cappadocien verbreitet wären, welche dort (wewerden dürfen, sondern immer als Juden anzufüh- gen ihrer Feuertempel) avpától genannt würden, ren waren, und obgleich fie mancherley mit den und da selbst ein Zeuge des vierten Jahrhunderts, Christen gemein hatten, so waren sie doch keine Basilius Magnus in feinem 258sten Briefe, berichte, christliche Secte, weil sie kein eigenthümlich christ- dass Magufäer, persische Religionsverwandte, herliches Dogma hatten, weil fie nach Gregor v. Nyfla rührend von einer alten aus Babylon gekommenen (an der oben angeführten Stelle, wo er übrigens Magiercolonie, in der Gegend des Bafilius (Cappaum diess hier beyläufig zu bemerken - „ nicht von docien) vielfach zerstreut seyen, von welchen Madem Verhältnisse des Monotheismus zum Polytheis- gufäern Bafilius unter anderem fage: Çwo fugiay namus fpricht, fondern von dem Verhältniffe derjeni- ραιτούνται ως μίασμα und το πυρ ηγούνται θεόν: Το gen, welche an den höchsten Gott als Vater glau- folge aus diesem Allen eine Verwandtschaft der ben und ihn als solchen verehren, zu denjenigen, die Hypf. mit dem Parsen und mit jenen Magufäern ins

beson

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Num. 1. JANUAR 1827.

6 besondere. Wenn übrigens der Vf. dafür hält (auf nach der Vermuthung, dass beide den Himmel als jene Stelle des Bafilius fussend), dass die alte Per- den höchsten Gott, oder diesen unter dem Namen des serreligion unter den Magufäern schon entstellt ge- Himmels (wie die späteren Juden häufig Gott mit wesen sey, so sagt er hingegen von den Hypl. (S. 23): dem Namen O'du bezeichneten) verehrt hätten;

Puriorem doctrinam reftituiffe videntur Hyplifa Hypfiftarios autem idem feciffc, nusquam prorii, Judaeorum praecipue placitis melius edocti. ditum memoriae eft,” fügt der Vf. hinzu (mit UnFortaffe melior quaedam puriorque Magufacorum recht aber setzt er nun noch als Erläuterung nach fecla erant Hypsistarii, finceram illam et primiti- idem feciffe: et praeter Deum ÜVIOTOV coclum quovam persicae religionis, Sepofito ejus dualismo, que coluiffe:" denn eine Verehrung des Himmels doctrinam Jequentes."

ausser dem höchsten Gott ist etwas ganz Anderes, In den folgenden 89. untersucht der Vf. noch

als eine Verehrung des Himmels als des höchsten

Gottes oder des höchsten Gottes unter dem Namen die von Anderen angeführten Verwandtschaften der Hypf. mit anderen Secten. 9.6. (S. 23 —26.) redet des Himmels). er von der Verwandtschaft der Hypf. mit den Euchi Im Sten 5. endlich (S. 30 - 32) führt der Vf. ten, Euphemiten oder Messalianern, welche Par noch eine Vergleichung der Hypf. mit einer gewissen teyen Suicerus und Andere mit den Hypf. verglichen Secte von Deicolis an. Cyrillus Alexandrinus nämlich, hätten. Es gab christliche und heidnische Euphe in der Schrift de adoratione in Spiritu et veritate miten oder Euchiten. Von heidnischen Euphemiten lib. III. (T. I. p. 92 ed. Aubert.) erzählt, dass in Pazur Zeit des Kaisers Constantius, und, wie er andeu- Jäftina und Phönicien aus alten Zeiten (bis zu seiner tet, in Phònicien sagt Epiphanius haeres. 68 (oder 80) Zeit) fich gewiffe Leute fortgepflanzt hätten, welp. 1067 ed. Petav.: „Sie nehmen zwar mehrere Göt che weder Juden, noch Heiden wären, zwischen ter an, verehren aber nur den Einen, den sie nav beiden in der Mitte ständen, und sich selbst die Gotrozpátwo nennen. ' Sie versammeln fich Morgens und tesverehrer, Frodeßžīs, nennten. Diese verehrten Abends, theils gewöhnlich an solchen Plätzen, die zwar den Einen allmächtigen Gott, den iyiotos , den jüdischen poçevmais ähnlich sind (d. h. einge- nahmen aber auch andere Götter an, Erde,'Himschlossenen, unbedeckten Orten auf dem Lande in mel, Sonne, Mond und Sterne; also ein Gemisch der Nähe der Städte), theils auch in Capellen nach von Monotheismus und Sabäismus.

Hr. U. trägt dem Beyspiel der christlichen. Hier verrichten fie aber Bedenken, eine Verwandtschaft zwischen den ihre Gebete. Sie gebrauchen bey ihrem Cultus be- Hyps. und diesen Deicolis anzunehmen, weil er befonders viele Lichter." Es sind also, sagt Hr. U. be- zweifelt, dass die Hypf. Verehrer der Gestirne gesonders zwey Dinge, in welchen diese Euphemiten wesen seyen, und weil die Hypf. ihre Verehrung des und die Hyps. übereinstimmten, „ut unum Deum höchsten Gottes, das Einzige (?), worin sie mit den stavroxpáropos nomine insignem utrique colerent et Deicolis übereinstimmten, viel wahrscheinlicher von luminibus five facibus in rebus facris uterentur.” den rein monotheist. Juden erhalten hätten, Der Vf. nimmt daher eine gewisle Verwandtschaft beider Secten an, glaubt aber nicht eine Identität In der Summa disquisitionis . 9. (S. 33. 34.) beider zugeben zu können, weil es ungewiss sey, ob

bemerkt nun der Vf., dass fich über die Hyps. das Uebrige, was Epiphanius von den Euphemiten besonders zwey, Ansichten empfohlen, die eine, erzählt, auch die Hypl. gehabt hätten.

dass ihre Religion eine uralte gewesen sey, wie

die jener focebers, und die andere, dass die Hyps. 9. 7. (S. 26 — 29) untersucht der Vf. die zuerst eine eklectische Secte wären, welcher zweyten Anvon Wetstein angestellte Vergleichung der Hypf. mit licht er den Vorzug giebt. Er fagt über dieselbe: den Coelicolis. "Die Coclicolae werden in einigen Haec Sentontia, etiumsi Gregorii Naz. de HypfiStellen des. Cod. Theodos. (lib. XVI. Tit. VIII. leg. fiariorum originibus teftimonium non adnodum 19; cf. Tit

. V. leg. 43.) und vom Augustin epiftola "magni faciamus, quam maxime tamen temporum 44 erwähnt. Auf den Grund dieser Quellen über illorum, ipsique iniernae Hypfiftariorum doctrinae Ge bemerkt der Vf., fie hätten nicht viel vor Anfang cultusque rationi necnon regionis illius conditioni des 5ten Jahrh., besonders im nördlichen Agen convenit.” Als Resultat seiner ganzen Untersuchung (Africa hat ohne Zweifel gesagt werden sollen) exi- giebt er an: a. Hypfiftarii sectam constituebant itirt; ihre eigenthümlichen Dogmen seyen unbekannt; eclecticam e Judaicae Persicaeque doctrina et cultu vielleicht båtten fie fich zum jüdischen Cultus ge- compofitam. 6. Euphemitarum (gentilium) non foneigt, wie sie denn schon in den kaiserlichen luni simites, verum etiam cum iisdem cognatos fuifGesetzen mit den Samaritanern und Juden zusam- fe, perquam verifimile eft. c. Inter Coelicolas et mengestellt würden, und mit den Donatisten ge- Hyplifiarios nulla intercedebat communio. d. Deicowissermassen in Ruck@cht der Taufe übereingestimmt. lae autem five geogeßtis, a Cyrillo Alexandrino Weder in der Lehre, noch im Cultus fände fich et commemorati, non ita diversi erunt ab Hypfiftariis. was mit den Hypf. zu vergleichen; das Zeitalter und Cognationem vero inter utrosque justis rationibus der Aufenthaltsort der Coelicolae spreche gegen die probari poffe dubito.”. Doch gesteht er;

dass alAbstammung der Hypf. von ihnen, und nur der Na- les über die Hyps. Gelagte mangelhaft fey; allein me Coelicolae habe die Zusammenstellung veranlasst, er meint, dass aus Quellenmangel, bis neue Quel

len

len aufgefunden würden, etwas Bestimmteres zu Engeln, von dem Menschen, seinen Kräften, seisagen nicht möglich sey.

nem Verhältnisse zu Gott, von der Tugend und (Die Fortsetzung folgt in den Ergäns. BI.)

Sünde, von der Besserung und Erlösung, vom
Glauben, von der Kirche, den guten Werken und

Sakramenten und von dem ewigen Leben gedacht
PREDIGERWISSENSCHAFTEN.

und gelehrt hat. Wir lernen seine Anlichten vom ERLANGEN, b. Palm u. Enke: Geiler von Kaisers- geistlichen Amte, seine Methode kennen und die

bergs Leben, Lehren und Predigten, dargestellt Dispositionen mehrerer einzelnen Predigtsammlunvon Dr. Friedr. Wilh. Phil. von Ammon, Kön. gen werden uns dargelegt. Es erscheint uns demBaier. Prof. der Theol. Dekan, erstem Pfarrer nach hier ein recht lebendiges Bild von dem merkan der Hauptkirche und Direct, d. homilet. u. würdigen Manne. Er tritt selbst, wie er ist und katechet. Seminars zu Erlangen. 1826. X u. 236 lehrt und predigt, in seiner ganzen Eigenthümlich, S. gr. 8. (1 Rthlr.)

keit vor uns hin, wir vernehmen seine Worte und

gewinnen den Geist der Wahrheit und Liebe, der Das vorliegende Werk ist ein sehr erwünschter darin weht, überaus lieb. Manches seiner Bilder und und schätzbarer Beytrag zur Geschichte der Homi- Gleichnisse, manche seiner oft zu weit ausgedehnten letik, indem Geiler, trotz der Seltsamkeiten seiner Allegorieen sagt freylich dem Predigtgeschmacke Predigtweise, zu den vorzüglichsten geistlichen unserer Zeit nicht mehr zu ; aber man darf nicht Rednern in Deutschland gehört und gewissermassen den Kern mit der Schale weg werfen, oder zum Gedie Reihe derselben eröffnet

. Nach einer kurzen genstande des Spottes machen, was der heiligste Angabe seines Lebens und seiner Schriften folgen Ernst eines wahrhaft tiefen religiösen Gemüths, unhier fruchtbare Auszüge aus diesen letztern und terstützt von echter christlicher Gottesgelahrtheit, Predigten, die theils dazu dienen seine theologischen hervorgebracht hat. Kein Urtheil weiter, auch Ansichten darzustellen, theils seine Predigtmanier kein Auszug: denn das Buch ist auch seiner Wohlkenntlich zu machen. So erfahren wir denn wie

feilheit wegen geeignet, in die Hände von Predigern Geiler von Gott überhaupt, von guten und bösen und Kandidaten zu gelangen.

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Todesfall.

durch die Mediationsakte von 1803 der Vorsitz bey

der Regierungscommillion übertragen, welche den In der Nacht zum gten Novbr. v. J. starb zu Zü Kanton Zürich zu reorganisiren den Auftrag batte. Er rich Jakob Heinrich Meister im 83. Lebensjahre, (ge löfte jedoch später dieses seinen Neigungen wenig entboren den 6. August 1744). Da er fich dem geistli- sprechende Geschäftsband wieder, und nahm nun eine chen Stande widmete, fo wurde sein Vater (der zu Stelle im grossen Rath an. Er ist Vf. einer bedeutenKüsnacht im 81. Lebensjahre verstorbene Dekan, dem, den Anzahl Schriften des mannichfaltigsten Inhalts, weil er früher eine geraume Zeit einer französischen besonders in franzöfischer Sprache, die sich in der Kirche vorgestanden hatte, der Name le Maitre gege- Schweiz und auch in Auslande grossen Beyfall erben und von ihm selbst auch gebraucht wurde ein warben. bedeutendster Lehrer. Ins Ministerium aufgenommen schien er sich den Kanzelberuf zu wählen und einige. seiner auf dem Lande gehaltenen Predigten wurden

Beförderungen u. Ehrenbezeigungen. 1766 gedruckt; er entlagte jedoch später diesem Stan

Der König von Baiero hat die Stelle eines Oberde, weil er fich durch die in französischer Sprache bibliothekars der Ludwig Maximilians Universität zu ohne feinen Namen gedruckte Probe feiner historisch

München, welche durch die nachgesuchte Versetzung philosophischen Forschungen, in der Abhandlung über

des Hn. Hofrath Siebenkees in den Ruhestand, erlediden Ursprung religiöser Begriffe, bey dem Stabilitäts

get worden, dem dermaligen Rector der Universität, systeme jener Zeit zahlreiche Feinde erworben, und

In. Hofrath von Dresch übertragen, ging den Studien und Wissenschaften tren bleibend nach Paris. Die Revolutionsstürme in Frankreich be An die Stelle des Hn. Dr. Krapp, bisherigen stimmten ihn zu einem Ausflug nach England und spä- Redacteur der Frankfurter Ober-Post-Amts-Zeitung, terhin zur Rückkehr in's Vaterland. Hier wurde ibn ist Hr. Dr. Pfeilschifter getreten.

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RECHTSGELAHRTHEIT.

dieses Zwecks willen für die vorliegende Schrift leb

haften Dank verdienen, wenn sie in der That auch Bosa, b. Marcus: 'Institutionen des römischen und

weniger gelungen wäre, als diess wirklich der Fall deutschen Civil - Processes. Von August Wil

ist. Dass sie aber bey dem überall fichtbaren Fleisse, helm Heffter, ordentl. Profeffor der Rechte zu

bey der umfaffenden Quellenkenntniss und bey dem Bonn, 1825. X u. 583 S. gr. 8. (2 Rthlr. 16 gr.)

ungemeinen Scharfsinn des Vfs dem Rec. nicht ganz Was uns vor wenig Jahrzehnden noch als gemei- der einseitigen Tendenz, die Hir. Het verfolgt han. nes deutsches Processrecht gelehrt wurde, war keine Ihm scheint nämlich nächst den Reichsgesetzen und Willenschaft, kein fyftematisches Ganze, sondern dem canonischen Rechte nicht nur vorzüglich, sonein blosses Aggregat positiver Bestimmungen und For dern selbst ausschliesslich, das römische Recht die men, die alles innern Zusammenhaugs durchaus ent- Grundlage des heutigen Processes zu bilden und er behrten. Lebhafter als je zuvor wurde diess gefühlt, wollte daher, nach dem Eingange der Vorrede, die Seit durch Kant und dessen Nachfolger Liebe und Entwickelung desjenigen, was wir gemeinen deutEifer für das Studium der Philosophie

geweckt wor schen Process nennen, auf einer Grundlegung des den war, und eine neue Periode begann, feit Gön römischen Processrechts versuchen und jenen folner in seinen Erörterungen und späterhin in seinem chergestalt auf seine wahren, bis zu den äussersten Handbuche des Processes angefangen hatte, die pro- Quellen zurückführen.'

Quellen zurückführen." Gegen ein solches Verfahcessrechtlichen Bestimmungen auf allgemeine Grund ren hat jedoch schon Bethmann - Hollweg in der sätze zurückzuführen und aus dem Allgemeinen hin- reichhaltigen Vorrede zu seinem Grundrisse zu Vorlen wiederum das Besondere zu entwickeln. Mit Erfolg fungen über den gemeinen Civilprocess(Berlin 1821. 8) betraten Grolman, Almendingen, Martin, Müll- sehr treffend bemerkt, dass das römische Recht nicht ner (Elementarlehre der richterlichen Entscheidungs- unmittelbar aus den Quellen, sondern durch den kunde. Leipzig. 1812. 8.) Gensler, Morstadt, Linde, Mund der Gloffatoren zu uns übergegangen sey, und Puchta,

Reinhardt und andere mehr die gebrochene daher nicht das eigentliche römische ProcessverfahBahn, und je schärfer und bestimmter die allgemein ren, sondern bloss das, was jene Rechtslehrer aus nen Grundsätze heryorgehoben, je richtiger einzelne den oft falsch verstandenen, noch öfters unrichtig Formen und Institute ihrem Wesen und ihrer Bedeu. angewendeten Quellen und dem damaligen Gerichtstung nach erkannt wurden, desto grossartiger und gebrauche als Processrecht entwickelten, bey uns ebenmässiger war das Gebäude, das sich aus dem einheimisch geworden seyn könne.

So reichhaltig Schutte veralteter Irrthümer erhob. Leider aber aber die Quelle auch ist, die für die Geschichte des fehlte dem neuen Gebäude eine feste und sichere deutschen Processrechts in jenen Schriften uns fliesst, Grundlage: denn wie überall so auch in Deutsch- so dürfte gerade eine genauere Durchmusterung der land hat sich der Process nur auf historischem Wege praktischen Werke damaliger Zeit die Ueberzeugung gebildet, wie überall so auch hier wird er geregelt hegründen, dafs die Romanisten und Decretisten des durch positive Bestimmungen, die, entstanden in Mittelalters, selbst die der italienischen Schule, nur verschiedenen Zeiten, das Gepräge und die Bedürf- germanisches Recht lehrten, wo sie abwichen von den nisse dieler ihrer Zeit und der damals herrschenden, römischen Grundsätzen und dass das Verfahren unoft von den frühern und spätern völlig verschiedenen, ferer heutigen Gerichte zwar nicht mehr altgerman Ansichten und Grundsätze tragen. Rothwendig be- nisch, noch weit weniger aber römisch ist, fondern darf daher auch die positive Wissenschaft des Pro- fich vielmehr aus den altdeutschen Bräuchen und Forcefsrechts einer positiven Grundlage; fie verträgt men, wenn auch unter dem Einflusse des römischen keine durchaus philosophische Behandlung und wo

Rechts, doch der Hauptsache nach selbststündig entdiese vorherrscht, mufs man nothwendig zu Resul- wickelt hat. - Diese Behauptung vollständig zu bem taten gelangen, die dem Gesetz und der Praxis ge- legen, verbietet der Raum dieser Blätter; doch wird radehin widersprechen. Wahrhaft zeitgemäss ist da es vergönnt seyn, die Reste des altdeutschen Verfahher das jetzt von mehr als einer Seite sichtbare Stre rens und die von dem römischen Rechte unabhängige ben, die Theorie der pluilosophischen Schule nach Ausbildung des deutschen Processes wenigstens für dem Resultate historischer Forschung einer neuen einzelne Acte und Formen nachzuweisen. Revision und Prüfung zu unterwerfen, und der Vf., Nach dem neuesten römischen Rechte begann von einem gleichen Streben beseelt, würde schon um der Process mit der Ueberreichung einer förmlichen

B

und A. L. Z. 1827. Erster Band.

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und schriftlichen Klage, und diese wurde fodann dem und 14. Jahrhunderte ausgebildet hatte, begann der Gegner in Abschrift zugestellt, damit er, wie Jufti- Process, wenn nicht etwa die Klage im ungebotenen nian Nov. 53 c. 3 fagt, five repudiare voluerit five Gericht (Ehedinge) und in Gegenwart des Beklagten etiam cum co (dem Kläger) alium judicem petere liçen- . angebracht wurde (Sächs. Ldv. 2, 3), mit einer

Latiam habeat hoc facere, aut forte cognoscere debituin dung, um welche der Kläger mit Angabe des Klaget liberare se ab adversarii sui contentione amicabili- objects bey dem Richter und in deffen Abwesenheit ter. Waren nach dieser Zufertigung oder Admoni-. bey dem Frohnboten anzusuchen hatte. Erst im tio, wie sie a. a. O. sehr treffend genannt wird, zwan Termine und zwar jetzt auch dann, wann der Bezig Tage verfloffen und hatte der Beklagte unterdes- klagte ausblieb, wurde die Klage angebracht und dasen weder den Richter recufirt noch den Gegner be mit die Bitte verbunden, zu erkennen, ob dem Befriedigt, so musste er nunmehr juratorische Caution klagten die Beantwortung der Klage zu gebieten fey wegen seines Erscheinens bestellen, die Klage an (Richtst. Ldrechts c. 7). Wurde, wie immer geschah, nehmen (libellum fufcipcre) und, dass ihm cine Ab diese Antwort für den Kläger entschieden, und der schrift dayon (libellus refponfionis, úvripipilav) behän- Beklagte war nicht gegenwärtig; fo bat der Kläger digt worden ley, durch' Namensuntersclirift und mit zu erkennen, ob er die erste Klage gewonnen habe Bemerkung des Empfangtages bekennen (Subscribere (Richtít. a. a. o.). Auch diese Frage wurde bejaht, libello et declarare quo ei datus ef?). Keineswegs der Beklagte zugleich in Busse und Wette veruraber trat jetzt schon ein Nachtheil für den Beklagten theilt und auf den Antrag des Klägers eine anderein, wenn er die Admonitio ganz unbeachtet liefs, weite Ladung erlassen. Dasselbe Verfahren fand statt vielınehr musste er, bevor in der Sache weiter vor im zweyten Termine (Richtst. a. a. o.) und wenn geschritten werden konnte, entweder in jus vocirt *) auch jetzt der Beklagte ausblieb, die letzte, peremoder durch drey, öffentlich anzuschlagende, Edicte 'torische, Ladung erlassen. Erschien endlich der Bezum Erscheinen aufgerufen werden. (1. 68 bis 73. klagte auch im dritten Termine nicht, so erfolgte in D. 5, 1 de judiciis. Vgl. mit l. 53. V. 1. D. 42, 1 de re Civilfällen eine provisorische Verurtheilung und

Exes judicata.) Erschien er aber auch dann nicht, so cution, in Criininalfällen hingegen die Aechtung, und hatte der Kläger die Wahl, ob er sich, seiner Si auch diese erst nach vollständig geführtem Beweise der cherheit halber und provisorisch, in das Vermögen Klage. (Verm. Sachsenspieg. B 4. C. 16. d. 14. Sächs. seines Gegners einweisen (l. 9. C.7, 72 de bonis aucto Ldr. B. S. art. 5. B. 1. art. 41 und 70. Weichb. c. 64 rit. jud. poff. Nov. 53, 4) oder seine Klage beweisen Richtst. c. 7.) Doch entging der Beklagte den Nachund auf Ertheilung eines Endurthels antragen wolle theilen der Verurtheilung und wurde in den Besitz (l. 73. 5. 1. D. 5, 1 de judiciis; 1. 8. C. 7, 43. quomodo des Executionsobjects wieder gesetzt, wenn er in e quando). Erwählte er letzteres, so wurde der nerhalb Jahresfrist nach erfolgter Immission in ein Beklagte zu dieser Beweisführung nicht weiter zuge- Grundstück, oder innerhalb Techs Wochen nach zogen, erschien dieser aber freywillig, so konnte er, Abpfändung einer beweglichen Sache in drey, auf fobald er nur dem Gegner allei, aus seinem Aufsen- einander folgenden, Gerichtstagen freywillig erschien bleiben erwachsenen Schaden ersetzte, an der Ver- und sich zur Klagebeantwortung erbót. (Sächs. Ldr. handlung Theil nehmen und sogar peremtorische 1, 70. Richtst. Lehnr. c. 10.) Selbst nach Ablauf die Ausflüchte vorschützen und ausführen (l. 15. C. 3, 1 ser Frist aber stand es ihm frey, die Nachtheile der de judiciis).

Contumaz durch den Beweis von Ehehaften abzuNach altdeutschem Rechte, wie es sich, unmit lehnen (Sächs. Ldr. a. a. 0. und 2, 7). Erschien datelbar vor Aufnahme des römischen Rechts, im 13. gegen der Beklagte im ersten oder zweyten Termin,

fo konnte er Frist zur Antwort erbitten (Sächs. Ldr. *) Gewöhnlich und auch von dem Vf. S. 291 f. wird an

2, 3. vgl. mit 3, 39) und es wurde in diesem Falle genommen, dass die Zufertigung der Klage an die Stelle

durch ein förmliches Urthel ein anderweiter Terder Privatladung getreten sey. Dieser Meinung stehen min zur Klagebeantwortung festgesetzt. Blieb der indess die zahlreichen Stellen entgegen, in denen fie Beklagte in diesem Termine aus, so fand die provia als noch anwendbar genannt wird, und wollte man, sorische Verurtheilung statt; erschien er aber und wie gewöhnlich geschieht, annehmen, dass in allen diesen Stellen in jus vocatio nicht mehr die veraltete

verweigerte hartnäckig die Antwort, oder floh er Privatladung, sondern überhaupt den Begriff Ladung

aus dem Gericht; so erfolgte eine difinitive Verurbezeichne, so würde damit die Verordnung im Wider theilung, die weder durch ein späteres freywilliges spruch stehen, dass Niemand olue ausdrückliche Er Erscheinen, noch durch den Beweis von Ehehaften Inubniss des Gerichts folche Personen vorladen folle, umgestossen werden konnte (Sächs. Ldr.2,45. Weichb. denen er besondere Achtung schuldig sey eine Verordnung, die sich wohl auf eine Privatladang, nicht aber

c. 110). auf eine solche beziehen kann, die von dem Gerichte selbst ausgeht. Damit foll indefs nicht geleugnet wer Wefentlich verschieden hiervon scheint das Verden, dass die Privatcitation unter Justinian selten ge. fahren nach gemeinem deutfchen Processrecht; aber wesen ist; nur wurde sie dann gewiss nicht dnrch die

diese Verschiedenheiten sind in der That mehr scheinZufertigung der Klage, an die kein Präjudiz gebunden war, sondern durch die Edictalladung ersetzt, die ja

bar als wesentlich, und weniger begründet in den nach älterm Rechte schon die Stelle der Privatladung

Gesetzen als in einer unrichtigen Interpretation und vertrat, fo oft es der Kläger verlangte,

in Gerichtsgebräuchen, die sich erst lange nach der

Aul

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