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kann ich nicht umhin, ihn nicht bloss in fliessender deutscher Zunge, sondern auch in deutschen Reimen reden zu lassen; denn der Reim ist nun einmal das harmonische Element, welches der ganzen Richtung unserer musischen Kunst gemäss an die Stelle der rhythmischen Formenfülle des Alterthums getreten ist. Was nun aber diesen unsern Reim anbetrifft, so glaubte ich es bei der Manier bewenden lassen zu dürfen, in welcher unser Goethe und unsere anderen grossen Dichter ihre klassischen Productionen uns vorgeführt haben. Die neueren Epigonen stellen sich dieser Weise entgegen: sie verlangen die dort von ihnen vermissten strengen Reime, sie wollen nicht nur, dass die Vocale ihrem Klange nach, sondern sogar der Orthographie nach genau entsprechen, obwohl diese sogenannte Reinheit des Reimes, die dem deutschen Mittelalter allerdings unerlässlich war, von unserem modernen Ohre nicht nur nicht empfunden wird, sondern auch häufig genug den Mangel wirklicher Poesie ersetzen soll.

Der Leser mag beurtheilen, ob es mir gelungen ist, die Catullischen Gedichte derartig in unser Deutsch zu übertragen, dass diese Uebersetzung wirklich den Eindruck deutscher Poesie macht, einen Eindruck, den die Uebertragung in antike Metra auf mein an griechische Rhythmen gewöhntes Ohr niemals auszuüben im Stande ist.

Im Jahre 1861 hatte ich meiner Catull - Arbeit im Ganzen und Grossen die Form gegeben, in welcher sie jetzt dem Leser entgegentritt. So lag sie bereits längere Zeit in Buchhändlerhand, als die Einleitung der Catull-Ausgabe von Schwabe erschien. Durch dieses vortreffliche Buch war nun freilich Manches, was in meiner Ausgabe als neu erschienen sein würde, bereits ausgesprochen, und als zumal dann noch die in Kürze zusammenfassende geistvolle Schrift von Ribbeck über Catull erschien, so glaubte ich, dass es nicht mebr nöthig sei, meine Schrift zu veröffentlichen.

So lag sie denn auch längere Zeit wieder in meinen Händen. Sie würde wohl auf immer im Verborgenen geblieben sein, wenn nicht der verehrte Inhaber der Leuckart'schen Verlagshandlung, Herr Constantin Sander, meinen Catullischen Uebersetzungen und den damit verbundenen Erläuterungen dieselbe Freundlichkeit bewiesen hätte, wie einst Cornelius Nepos dem Originale,

meas esse aliquid putare nugas.

Er wünschte sie in seinem Verlage zu veröffentlichen. Ich sollte zwar auch noch den inzwischen herausgekommenen Arbeiten Heyse's und Ribbecks gebührende Rechnung tragen und ich habe in der That'den Anfang dazu gemacht, aber mit vielen anderen heterogenen Arbeiten aufs Dringendste beschäftigt, habe ich diesen Versuch nicht zu Ende führen können. In einzelnen Punkten, wie in der Bestimmung von Clodia's Lebensalter, wie in der Frage über die Persönlichkeit des Manlius im 65. Gedichte, habe ich Schwabe's wohl zu beherzigende Ergebnisse in meine Arbeit aufgenommen; aber im Ganzen und Grossen musste sie bleiben, wie sie war; selbst solche Stellen, in welchen ich von Jungelaussen als dem neuesten Bearbeiter der Catullischen Chronologie gesprochen, habe ich nicht überall verändern können. So muss denn der Interpret sein Buch mit derselben Empfindung, wie Catull das Original dem Publikum gegenüber treten lassen:

Quare habe tibi, quidquid hoc libelli. Doch ich weiss nicht, ob die Muse heutzutage die antike Poesie und die redliche Absicht, sie uns Modernen in ihrer Eigenthümlichkeit möglichst nahe ans Herz zu bringen, noch in der Weise in ihren Schutz nimmt, dass ich hoffen dürfte:

qualeicunque quidem patrona Virgo
plus uno maneat perenne seclo.

Berichtigungen.

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Athis
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Gallius
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mei
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60
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Amathnuth
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14 v. .

Mussen
148
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163

zu lesen der

Flavi o colonia nubere hircus senectus Veneres Drohung Mamurra Libystinis Attis dispexit Gellius me egregius Amathus Musen putatis 28.

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Vorwort
Die handschriftliche Ordnung der Catullischen Gedichte

Seite

III 1-32

33

33 35 43 46

49

51

Erster Abschnitt.
Die Gedichte vor der Bithynischen Reise.
Erstes Capitel. Die früheren Lesbia-Lieder.

Clodia.
Clodia, Metellus und Cicero im J. 62 u. 61
Catull
Vergeblicher Vorsatz.

51. Ille mi par esse deo videtur. Vergeblicher Wunsch

2a. Passer, deliciae meae puellae. Der Welt zum Trotz

5. Vivamus, mea Lesbia, atque amemus. Der Nimmersatt

7. Quaeris, quot mihi basiationes. Ein Talent, doch kein Charakter .

8. Miser Catulle, desinas ineptire. Wie sich Liebende hassen.

83. Lesbia mi praesente viro mala plurima dicit. 92. Lesbia mi dicit semper mala nec tacet unquam. 104. Credis me potuisse meae mala dicere vitae. Versöhnungs-Freude .

107. Si quicquam cupido optantique obtigit unquam.

109. Iucundum, mea vita, mihi proponis amorem. Versöhnungs-Opfer

36. Annales Volusi, cacata charta.

52

53

55

58

59

.

61

62

Zweites Capitel. Der Tod des Bruders.
An Q. Hortensius Ortalus

65. Etsi me assiduo confectum cura dolore. An Manlius Torquatus .

68 a. Quod mihi fortuna casuque oppressus acerbo.

66

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98. In te, si in quenquam, dici pote, putide Vetti.

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