Goethes Werke: Vollstandige Ausgabe letzter Hand, Band 2

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Seite 82 - Mensch. Hebt er sich aufwärts Und berührt Mit dem Scheitel die Sterne, Nirgends haften dann Die unsichern Sohlen, Und mit ihm spielen Wolken und Winde. Steht er mit festen, Markigen Knochen Auf der wohlgegründeten Dauernden Erde, Reicht er nicht auf, Nur mit der Eiche Oder der Rebe Sich zu vergleichen. Was unterscheidet Götter von Menschen ? Daß viele Wellen Vor jenen wandeln, Ein ewiger Strom: Uns hebt die Welle, Verschlingt die Welle, Und wir versinken.
Seite 224 - Ihm ziemt's, die Welt im Innern zu bewegen, Natur in Sich, Sich in Natur zu hegen, So dass, was in Ihm lebt und webt und ist, Nie Seine Kraft, nie Seinen Geist vermisst.
Seite 225 - Willst du ins Unendliche schreiten, Geh nur im Endlichen nach allen Seiten. Willst du dich am Ganzen erquicken, So mußt du das Ganze im Kleinsten erblicken.
Seite 77 - Hast du nicht alles selbst vollendet, heilig glühend Herz? und glühtest, jung und gut, betrogen, Rettungsdank dem Schlafenden da droben?
Seite 147 - Doch rede sacht! denn unter diesem Dach Ruht all mein Wohl und all mein Ungemach: * Ein edles Herz, vom Wege der Natur Durch enges Schicksal abgeleitet. Das, ahnungsvoll, nun auf der rechten Spur Bald mit sich selbst und bald mit Zauberschatten streitet, Und was ihm das Geschick durch die Geburt geschenkt Mit Müh und Schweiß erst zu erringen denkt.
Seite 116 - Wer sich der Einsamkeit ergibt, Ach, der ist bald allein; Ein jeder lebt, ein jeder liebt Und läßt ihn seiner Pein. Ja! laßt mich meiner Qual! Und kann ich nur einmal Recht einsam sein, Dann bin ich nicht allein. Es schleicht ein Liebender lauschend sacht, Ob seine Freundin allein? So überschleicht bei Tag und Nacht Mich Einsamen die Pein, Mich Einsamen die Qual. Ach, werd...
Seite 65 - Spute dich, Kronos! Fort den rasselnden Trott! Bergab gleitet der Weg; Ekles Schwindeln zögert Mir vor die Stirne dein Zaudern. Frisch, holpert es gleich, Über Stock und Steine den Trott Rasch ins Leben hinein ! Nun schon wieder Den eratmenden Schritt Mühsam Berg hinauf! Auf denn, nicht träge denn, Strebend und hoffend hinan! Weit, hoch, herrlich der Blick Rings ins Leben hinein. Vom Gebirg zum Gebirg Schwebet der ewige Geist, Ewigen Lebens ahndevoll.
Seite 53 - Der mit ausgespannten Armen Unser wartet, Die sich, ach! vergebens öffnen. Seine Sehnenden zu fassen; Denn uns frißt in öder Wüste Gier'ger Sand; die Sonne droben Saugt an unserm Blut; ein Hügel Hemmet uns zum Teiche! Bruder, Nimm die Brüder von der Ebne, Nimm die Brüder von den Bergen Mit, zu deinem Vater mit!
Seite 54 - Des Menschen Seele Gleicht dem Wasser: Vom Himmel kommt es, Zum Himmel steigt es, Und wieder nieder Zur Erde muss es, Ewig wechselnd.
Seite 234 - Zwischen heut und morgen Liegt eine lange Frist; Lerne schnell besorgen, Da du noch munter bist. Die Dinte macht uns wohl gelehrt, Doch ärgert sie, wo sie nicht hingehört. Geschrieben Wort ist Perlen gleich; Ein Dintenklecks ein böser Streich.

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