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helfen; ich nehme es nöthigenfalls ganz auf mich alleinf wenn Niemand beihilft, die Lafi ihnen wieder auf die unwilligen Schultern hinauf zu heben. Es ift die Macht der Wahrheit, die mir die Kraft dazu verleiht.

Daß ich mich hiebei durchaus nur auf eigene Verfuche fiüße und vorderfamft wenigftens von Verfuchen und Beobachtungen anderer fafi gar keinen Gebrauch machef hat feine vielen und erwogenen Gründe. Vorerft' kenne ich den Grad der Genauigkeit und Gewiffenhaftigkeit meiner Arbeiten und weiß, daß ich mich darauf verlaffen kann, was bei fremden Arbeiten wenigfiens nicht immer ebenfo der Fall ift. Dann erfordern die-Verfuthe fo viel Umficht, Unbefangenheit, Aufmerkfamkeit auf den Senfitiven' und fo vielfache Control feiner Ausfprüche durch Gegenverfuche und Wiederholung der Verfuche mit andern einander unbekannten, eben fo mit fiärkern und fchwächeren Senfitiven, beiderfeits durch den fich gegenfeitig ergänzenden Weg des Gefühls und der Lichterfcheinungen hindurch, daß ich hievon in allen mir bekannten älteren Schriften kein befriedigendes Beifpiel finde. Sie ermangeln in bei weitem den meifien Fällen noch der nöthigen Tiefe des Einblickes in die Materie felbftf um fich ein zureichendes und beweislith überzeugendes Eontrolverfahren für die Verfuche ausmitteln zu können. Ich kann alfo der großen mir vorangehenden Muffe von unzufammenhängenden. unkontrolirten Einzelverfuchen kein Vertrauen fchenkenf das fich feft genug begründen ließe, um davon in meinen Arbeiten Gebrauch zu machen, wo jeder Sah die Sicherheit gewähren muß, den man „nach der heutigen Methode der Naturforfchung“ in der Vhhfik und Vhhfiologie in Anfpruch nimmt. Eine fehr abfchretkettde Erfahrung, wie wenig man fich in folchen Dingen auf das verlaffen darf, was man nicht unmittelbar felbfl erprobt hatf habe ich leider in diefen meinen Unterfuchungen felbfi erleben müffenf indem ich in meiner Schrift: „Unterfuchungen über die Dvnamide des Magnetismus7 der Elektrizität 1c. in ihren Beziehungen zur Lebenskraft; Braunfchweig 1850“f s. 17, einen Verfuch mittheilte, den ich nicht felbftf fondern den ?ein Daguerreothpifi, dem ich vertrauen zu können glaubte f nach meinen Angaben ausgeführt hat. Diefer Verfuch-Lichtbilder mittelft Odlicht darzufiellen, hat fich- als ich ihn ein paar Jahre fpäter felbfi wiederholte, nicht beftätigt und ich bin gezwungen, ihn zurückzunehmen und fein Ergebniß zu meinem Leidwefen zu widerrufen. Das erfte und einzige Experiment alfo, das ich jemals in diefen Dingen von einem andernf dem ich vertrauen zu können glaubte, aufnahnt, war fogleich ein falfches, wie kann ich alfo der Llutorittlt fremder mir unbekannter Magnetifettre mich hingehen, deren Schriften von Wundern wimmelnf die das (lteprtige der Selbfttättfelyttttg nur zu oft und nicht felten fo kenntlich an der Stirne tragen, daß man geradezu toährend des Lefens von llnnuub unterbrochen wird? Man möge mir daher vergeben, ich habe einen neuen Zweig der Bhvfik und der V1717fiologie aufzubctuenf und um ihn auf fichere Grundlagen zu legen, fah ich mich durchaus gettöthigt, gänzlich von Frifctjem anzufangenf alle Verfuche nach eigenem Blaue neu vorzunehmen und mich ihrer Genauigkeit nur dann verfichert zu halten, wenn ich fie felbft unter eigenen Augen und Ohren ausgeführt habe. Hier kömntt man nur tveiter, wenn man die Erkenntnifie allein auf wohlbewährte Erfahrung gründet und dann daraus eine ftetige Fortbildung entfaltet. Auf jedem andern Wege fchreitet _man im Verftärtdtriß tticbt nur nicht vorwärts, wie es meines Dafürhaltens dem Mesmerismrts bisher ergangen, der nirgends zu einer tviffettfckzaftlichen Grundlage hat kommen k5nnen- fondern man gelangt nicht einmal nur zu einem haltbaren Llnfange. Diefen Uedeln glaube ich auf dem neuen Wegef den ich einfchlug, attsgebeugt und eine fichere Bafis für die behandelte Materie auf Grund eigener Erfahrung gefchaffett zu haben. - Später, wenn ich einmal das vollbracht haben werde, was ich mir zur Selbfiausführttng vorgelegt und mir noch einige Lebenstage befchieden fehn follten, werde ich vielleicht eine Durchficht der befferen älteren Werke vornehmen und aus den vermengtett Erzählungen und Berichten eine Anthologie zufammenfiellen, die das darin vorfindliche Gute von dent Unmaaße von unfichern, mißdeuteten, falfchen und erträumten Angaben fcheiden foll.

Die gegenwärtige Schrift fiüßt fich auf meine vorangegangenen 'odifchen Arbeiten, ttamentlicl) auf die genannten „Dynamide 1c.“ und kann als eine Fortfeßung derfelben betrachtet werden. Diefe und jene bilden eine fortlaufende Kette von Unterfuchttngeit. Sie ifi aber auch ein für fich befiehendes abgerundetes Werkf das den fenfitiven Menfchett ntonographifch umfaßtf wie dort in einzelnen Abhandlungen die Krnftallef der Magnet, Sonne und Mondf Wärme u. f. f. odifch monographifchf wenn auch fehr gedrängtf behandelt worden find. Vielesf was hier wieder berührt wirdF dient als Ergänzung uttd Berichtigung deffen, was in den Dnnamiden mitgetheilt worden ifi. Hie und da haben fich beim tieferen Eindringen in die Natur des Gegenfiandes meine Anfichtenberichtigtf das Verftändniß der Verfuche hat fich anders und beffer gefiellt und einige derfelben haben Abänderungen erfahren; dieß ifi ,der Gang jeder Unterfuclhung- wo man vom Dunkeln zum .lklarern fortfchreitet. x

Tiefer blickende Forfcher werden den Unterfchied meiner Arbeiten von denen aller meiner Vorgänger zunächfi in der Methode findennach welcher ich den Gang der Unterfuchutigen gerichtet habe, Wie in der ganzen Natur, fo auch in den fenfitiven und odifchen Erfcheinungen ift uns überall nur' das Befonderej der einzelne Fall gegeben, aber in feiner vollen Zufanmtengefeßtheit und Verwicklung. Die erfte Aufgabe, die Aufgabe der Naturforfchuugh geht dahin, diefe Verwirklung aufzulöfen oder durch fie hindurchzudringen zu den elementarifcheti Faktoren und zu den elementarifchen Hergängeu. Erfi nachdem man mittelfi folchen Verfahrens die allgemeinen Grundgefehe der Elemente bloßgelegt und befiimmt hatj kann man ficheren Schrittes wieder vorwärts zu Zufammeufeßungen und zu Anwendungen fchreiten, Meine Vorgänger auf diefem Felde begannen ebenfo wie ich urfprünglich bei den verfchiedenen Wundern des Somnambulismusz fie fieigerten diefe aber mehr und mehrund verftiegeu fich von da zu den höchfien geiftigen und geifterhaften Regionen hinauf. Das Unbegreifliche wurde dadurch unter ihren Händen wachfend nur immer noch unbegreiflicher und kippte am Ende oft genug ins Lächerliche um. ,Ich bin ebenfalls von fomnambulen und kataleptifchen Erfiaunlichkeiteti ausgegangenf habe mich aber nicht von ihnen fortreißenf tiicht vom aufgeregten Erfiaunen betäuben laffen, fondern indem ich in ihnen fogleich höchft zufammengefehte Aeußerungen der Natur erkannte7 habe ich den umgekehrten Weg einzufchlagen für nöthig erachtet; ich habe mich vom Zufammeugefeßten in rückgängiger Zergliederung nach dem Einfacheren hingewendet, e p08terj0ri nc] pciug; und fo ifi es mir gelungen, inbeftcindig aualhtjfclyem Verfahren zu den ltrfprüngen der Crfcheinungenj zu den Elementarlräftetij die ihre Componeuteti ausmachen, rückwärts vorzudringen 'und dann erft, diefe jetzt zum Llusgatcgspunkte nehmendj n priori m] posterior», fhnthetifch ,wieder vorwärts zu gehen und aus den gefundenen Gefehen der Gtruudkräfte die Erklärungen der bis ins Wunderbare tierwickelten Crfcheinungen zu

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Naturforfchung“ nenntf die man mir aber nicht als Einwendnng entgegenhalten kann, wie einige oberflächliche Gegner gerne möchten, fondern die gerade den wefentliclyfiett Vorzug meiner Arbeit ausmacht, fie von allen früheren auf diefem Felde unterfcheidet und zu den reichen Ergebniffen geführt hatf die in meinem Vorträge auseinander gefeßt find.

Wer fich die Mühe nicht hat verdrießen laffen, davon lienntniß zu nehmenf wird mir beiftintmenf wenn ich die Ueberzeugung nicht imterdrückef daß jeder Vhhfiolog und jeder ?lrzt davon tticht nur Notiz nehmen. fondern fie gründlich kennen lernen muß, wenn er in feinem Fache nicht über ein ganzes Gebiet der tvichtigitett Wahrheiten in Unwiffenheit hintattbleiben will. Während der Vhvfiolog eine Reihe bis jetzt überfehetter Lebensfunktionen in der Senfitivität ketntett lernt, findet der Arzt in dem Ode eine Kraft und Thätigkeit, ohne deren Kenntniß er in zahlreichen Fällen nicht nur gar keine Hülfe tveiß, fondern [richt einmal zum Verftändniß der ihm vor Augen. liegenden Krankheitsfhtnptome zu gelangenf viel weniger ihre Leitung irgend zu beherrfchen im Stande ift. Die odifche Lehre wird auf folcbe Weife bald den Abftand zwifcheti einem gebildeten und einem itngebildeten Arzte vergrößern und in diefen Fächern den Viann von Wiffenfchaft vom gelehrten Handwerksmanti unterfcheideti. Oiichtf daß ich damit meine. jeder Arzt müfie ein Magnetifeur fehn7 das liegt weit ab von meinenr Sinn, aber ein Arzt, der weder vom Erdode der Lagef vom Sonnen- und Mondodef von den odifchen Voten der Menfchein vom odifchen Einfluffe der Bäder, noch vom Theilfiriclye und von den odifcheti .Hemmungenf noch von dem mächtigen Einflnffe des Odes auf die Krämpfe etwas verfiehtf ja nicht einmal weiß, wie er fich hinzuftellen hat, um nur den Vuls zu fühlenf fpielt jedenfalls vor dem Krankenbette eines Senfitiven eine klägliijye Rolle. Auf ganze Llbfchttitte in der Medicin muß die gegenwärtige und künftige Entfchleierung der Gefeße des Odes einen nahezu tcmwälzenden Einfluß nehmen.

Von den Vhyfikern und Ehemikern der Ießtzeit aber fage ich nichts. Denn wer einige Jahrhunderte lange nachfinnt über die tief verborgene Natur des Magnets, wer optifche und diamagnetifche ,ltrvftcrllareti ftudirif wer über unfichtbare chemifche und polarifirte Wärmefirahlett fich fchlaflofe Ncichte machtf wer über ZiihosphorescenzX über Zerfeßung. über Einfluß des Lichtes auf Vflanzen- und ThierlebenF über die

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'überall nur Widerfacherit begegne; es ift nicht fchwerf einige einzelne

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zunftgerechte Vhyfiker etwa glaubenj mit den eingebürgerten Import

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