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wie überall nach der Olatur des vorliegenden Gegenfiandes zu richten hatf wohl aber die unreine Beurtheilung derfelben durch Liebigs denkgefeßwidrige Schlußweifen ifi falfch, Aber man muß die fchielende Dialektik des herrifchett Scheidekünfilers attfdeckett und den Zeigfinger auf ihre Blöße richten. Er führt falfche Waffen wie man fieht und die muß man ihm aus der Hand winden. Zerlegt ntan die Rede des Hrn. von Liebig in ihre Theile, was nicht fchwer iftf da fie beinahe von felbft auseinander fallen, fo findet man, daß der auf mich gemachte Angriff in gar keinem Zufammetthange ntit dem ZwecFe und dem Saßbatte feines Vortrages fiehtf vom Zaun gebrochen und mitten darein hineingefieckt worden iftf einzig in der AbfichtF aus Uebelwollen mir perfönlich wehe zu thun. Dazu genügte ihm ein motivirter Iournalaufftiß nicht; er erfah fich einen folennen in Europa wiederhallenden Aktz in diefem gedachte er mich und mein Streben mit Einem Schlage zu verderben. Ob damit Hk. von Liebig mir oder fich felbfi mehr Schaden zugefügt hat, das wollen wir erfi gewärtigen. Faffe ich aber feine gegen mich gefchlettderte inkonfequente und übelberechnete Vhrafeologie und die vorfiehende Attalvfe derfelben in Kürze zufammenf fo ift es in die Augen fallend falfch, daß er heute herabzufeßen verfuchn was er früher zumeift gebilligt und belobt hat z falfchf daß keine vorurtheilsfreien Berfonen die odifchen Erfcheinttttgett beobachtet habenz falfchf daß nur kranke nervenfclztwache Leute dabei mitwirkfam gewefenz falfch- daß es nur ungebildete Menfchen fehen, aus fich felbfi ihre Beobachtungen zu fchildern unfähig; falfch, daß ich ihnen ihre Beobachtungen fuggerirt habe z falfch- daß ich fie auf Einzelnheiten inner ihrer Betrachtung geleitet habe;

falfchf daß Senfitive als folehe nur nervenfchwache Berfonen fehen;

falfchf daß ein Körperkranker darum auch finnen- und geifieskrank fehn müffe;

falftb- daß felbfi Kranke rticht richtige finnliche Empfindungen haben könnenz

falfeh und geradezu widerfinnig, daß meine Mittheilungett der Gültigkeit deßwegen verluftig gehen müffert, weil die Thatfachen derfelben nicht von mir, *fondern von Hunderten anderer Menfchett wahrgenommen worden feven;

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falfrh und aller gefunden Logik bar, daß meine Unterfuchmigsmethode den Anforderungen der Vhhfik nicht entfpreche und den denkgefeßlichen Bedingungen der induktorifchen Beweisform und einer regelrechten hhpothetifäjen Entwicklung nicht genüge;

und fomit ermangelt diefer ganze feiehte Ausfail jeder wahrheitstreuen

und folgerichtigen Begründung. Er ift nichts andersh als für was

ihn jeder unbefangene Kenner *erklären muß, er ift eine wiffenfckmftliche

Verleumdung. .

Zum Schluffe meiner Gegenwehr ,will ich dem Lefer noch anheimgeben- wie er die Ausfälle der Münchner Eröffnungsrede auf das Od und auf mich mit folgender Stelle in einem Briefej den mir He. von Liebig unterm 7. Januar 1845 frhrieb, vereinbar findet. Sie lautet: „Ich wünfche und hoffe, daß deine (odifchen) Abhandlungen Jedermann „mit dem Vergnügen lefen wirdj mit dem xich fie gelefen habe und „Hoffmann und alle die fie kennenf und wenn ich auch nicht in allen „Stücken mich zu deinen Anfichten bekennen kann, was ich dir mit „Aufrichtigkeit fagef fo raubte mir dieß keineswegs den Genußf mit „dem ich mich in deine geiftreichenf glänzenden Verfuchef Beobach„tungen und Spekulationen vertieft habe. ,In der Art und Weife„wie wir deine Unterfuchungen verbreiten (durch die Annalen) „müffen deine Anfichten fich Bahn brechen. Möge dir das neue Jahr „in diefer Beziehung alle deine Wünfche erfüllenh ich zweifle nicht „daran“

Ein anderer öffentlicher Beurtheiler meiner Arbeiten- Hr. Heidenreichf hat fich fein Gefchäft dadurch zu erleichtern geglaubt, daß er meine odifchen Schriften in die Rubrik des Mhfiifchen fchob. Mhfiifch ifi dasj was man nieht verfieht und was Einem verborgen gehalten wirdf damit man es innerlich nicht verftehe.* Sobald man eine Sache begreift und verfiehtf fällt alle Mhftik fort. In meinen Schriften wird nichts verborgen gehalten. Es werden im Gegentheile lauter klare Thatfaäyen der Natur und des Bewußtfeyns vorgeführt und alles wird durch reichlichen und firengen Beweis als wiffenfchaftliche Thatfaehe fefigeftellth alfo vielmehr der Mhfiik entriffenj wo irgend welche noch ftatt hatte. Bei mir ift alfo nichts mhftifches zu findenf das Rubrum ift gänzlich mißgriffenf

i' Krugs Allg. Handle. der pbilof. Wiffeuichaften. Bd. 2. S, 826.

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und wenn fich folches in den Ideen des Recenfenten bildet, fo gefchieht es nur darum, weil er den Inhalt eben nicht verfteht, d. i. meine Schriften nicht gelefen und die offenliegenden Thatfaäfen wie ihre Beweife nicht geprüft hat. Ihm empfehle ich, fich Hrn. Hugo von Mohls jüngftes treffendes Wort* zu merken: „niemand foll ein Buch beurtheilenf deffen Materie er nicht gründlich verftehef weil cin unreifes Urtheil nach allen Seiten fchade.“

Derfelbe Autor hat auch bemerkt, daß ich vor fechs Iahren die Vermuthung ausfprach, der Diamagnetismus könnte vielleicht innerhalb des Odes liegen und daß in diefem Falle Hr, Faraday und ich in verfchiedetter Riäztung denfelben Gegenfiand bearbeiteten. Das findet er „ganz naiv“ von mir. Wenige Blätter nachher aber nennt er Hrn. Dubois Reymond „den größten aller Elektrizitätsmänner“, dem er fo eben einen gewaltigen Verfioß gegen die bekannteften Gefeße der Elektrizität nachgewiefetiz und das Od nimmt er ohne weiteres für gleichbedeutend mit Diamagnctismus, vertaufcht fogar ihre Namen, alles willkührlich ohne die geringfie Begründung. Einmal fagt er7 daß zahlreiche gefunde und rüftige Menfchen fenfitiv fehen. und acht Zeilen tiefer" urtheilt erf daß von einem Ode, welches von gefunden Menfchett gar nicht wahrgenommen werdcf in der erakten Wiffettfcizaft keine Rede feyn könne. - Auch ich finde* derlei „ganz naiv“. ja ich finde es - konfus und vollkommen utiwiffenfchaftlich.

Hr. Heidenreich fagt gleich mit dem erfien Worte, das er über das Od ausfprichtf „es fer) eine Hhpothefef und follte deßtvegen aus feiner empirifchen Schrift ferne gehalten werden." Aber vergißt er denn, daß jede Kraft eine Hhpothefe ift? daß die Wärme, das Licht, die Elektrizität, die er in feiner therapeutifclyeti Vhvfik abhandeltf in fo ferne er fie tiicht als Erfcheinungettf fondern als Kräfte nimmt, tticht um ein Haar weniger hvpothetifck) find als das Id? f

Es liegt etwas fehr Utterquickliches für den Schreiber wie für den Lefer in derlei akademifchem Federgefechte. Lilli-in fo lange man auf Unterdrückung und Vertilgung ausgehende ttngerechte Attgriffe auf fich einftürmen fiehtf fo bleibt nichts übrigf als mit gerechter Abwehr fie fich vom Leibe zu halten. Der Ton foicher Einreden war einft

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befferz_ es gab vor einigen Iahrzehenten eine Veriodej wo man dahin gelangt war, wiffenfchaftlicljen Widerfpruch innerhalb urbaner Formen zu haltenz die Herren Liebig und Du bois aber find es, denen vorzugsweife das Verdienfi gebührtj die alten Ruditäten in ihrer ganzen Widrigkeit tviederhergeftellt zu haben. Und leider kann man Kolbenftbßen nicht in feidenen Handfchuhen entgegen treten.

Von der Art, wie meine Arbeiten gewöhnlich geprüft und dann abgeurtheilt werden, will ich nur Ein Beifpiel erzählenj das mir gerade zunächft zur Hand liegt. In Wien vereinigte unlängft ein Profeffor der Vhhfik eine Anzahl junger Leute aus feinem Auditoriumj um meine Angabenüber Odlicljterfcljeinuttgett in der Dunkelkammer zn unterfuchen. Es waren 15 oder 16 junge Männer beifammenf und unter einer folchen Anzahl hättef meinen Angaben nachj faft unausbleiblich auch ein und anderer Senfitiver fich finden müffen. Allein wie lange man auch wartetej Niemand fah irgend einen Kryftall, einen Magnet oder fonft was leuchten. Von hier aus verbreitete fich nun durch ganz Wien die Kundef ein Vrofeffor der Vhvfik habe meine Angaben geprüft und alles nichtig gefunden. Und nun fiehe da: mitten unter diefen Leuten befand fich Herr Eduard von Vivenotj den wir bald als einen fehr bravenMittelfenfitiven kennen lernen werdenf und der während vier Stundenj die er nachher bei mir in meiner Dittikelkammer znbrachte, vortrefflich Odlicht fahj fich und mich und alle Gegenftände aufs Deutlichfte leuchtend erkanntej fo klar und fchön, als ich es nur tvünfcheir konnte. Warum fah nun diefer in meiner Dunkelkammer fo gut und in der des Vrofeffors gar nichts? Ganz einfach, weil die des Letzter-en mangelhaft, nicht abfolut finfter warj weil feine Spälte und Lücken tiber-all etwas Licht einließeit, und überdies nochf die Leute nur etwas über eine halbe Stunde beifammen gehalten wurdenj eine Zeit, die zu Vorbereitung des Auges bei Mittelfenfitiveti durchaus zu kurz ift. Der Vrofeffor protokollirte den ganzen Hergang fehr genauj und der Ausfpruchj daß an meinen Sachen fo ziemlich nichts feh, ging von diefer Verfammlung hinaus in die Welt. Das ift das Verfahren und das llrtheil eines fonft fehr fchähbareit Vrofeffors der Vhyfik, wie nun erft das von Nichtprofefioreit.

Es gibt nicht wenige Naturforfcher, welche die Vrätenfioti haben„ keine Thatfache in der Wiffenfchaft zulaffeti zu wollenj zu tvelcher nicht auch alfogleich die Erklärung aus den bis jest feftgeftellten Natur

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