Abbildungen der Seite
PDF

rechten Hand und Arm von odnegativen Subftanzen) z. B. von Kalkfpätljen)

[ocr errors][ocr errors][ocr errors][ocr errors]
[ocr errors]

jedem kleinen Mißbehagen. *Ich kann die Zeugen hier**nicht wohl beim Namen rufen) aber viele höher Senfitive habe ich oftmals in Ungeduld gerathen fehen) wo wenig anderer Grund dazu vorhanden war) als die in ihnen liegende innere Dispofition dazu) von odifchen Häufungen gegen das Gehirn veranlaßt.

F. 1588. Endlich fteigt das Wärmegefithl bis zur Hitze und wird dann äußerft widrig. In diefem heißwidrigen Zuftande ifi es) daß die Zornausbrüclje der Senfitiven leicht geweckt werden. Dazu kann hinreichen) daß man einer folchen Verfon) wenn fie in einem verfchloffenen Wagen mit andern Verfonen fißt) die Fenfter nicht eröffnen will. Es wird ihr) wenn die Luft nach und nach odifch vollgeladen ift) endlich fo heiß)* daß fie ausbriclyt. Schon eine gezwungene länger andauernde Lage mit dem Kopfe itach Weft ift im Stande fo zu erhitzen) daß eine allgemeine Aergerlichkeit über Alles entficht) was um fie vorgeht und fie dann fehr unangenehme Kranke werden) ohne daß Jemand weiß warunt. Frl. Sturmann (*0) fand die Hihe in folcher Lage ganz unerträglich. _ Frl. Nowotny (0*. o7) fand in ihrer Rechten eine Flafche Sauerfioffgas brennend heiß; itääzft diefer Kohlenoxhdgas) minder fiark) aber immer noch heiß falzfaures Vlatinnatrutn) Goldpurpur) Tellnrfäure) Tellur) Silberjodid) Höllenftein. - Bei Frl. Beyer (m) bedurfte es nichts) als daß fie die Fingerfpihen ihrer beiden Hände näherte und an einander gebracht eine kurze Zeit beifantmen ließ. Der erfte Augenblick war angenehm; bald folgte Zndifferenz; “nun aber gegenfeitige Ueberladung und fofort eine Hitze) bei welcher ich ihre blaffen Wangen roth werden fah.

F. 1589. Ausbrüche von Schweiß begleiteten bald diefe gefieigerte Wärmeentwicklung. Frl. Mair ('65) brauchte bloß eine Flafche. die mit Kaliumbrocken gefüllt war. ein paar Minuten in der Linken zu halten. als fchon nicht bloß in der Hand. fondern an ihrem ganzen Leibe triefender Schweiß ausbrach. - Frl. Nather (") gerieth fchon in Schweiß. wenn ich mit meiner rechten Seite eine Zeitlang dicht neben ihrer Rechten faß. jedoch nur entlang diefer rechten Seite. die Linke blieb trocken. - Wenn der Frl. Nowotny von ihrem Arzte Hufmaguete unter die Füße gelegt wurden. fo geriethen diefe durch Ueberladung nach einiger Zeit in Schweiß. was ihr feit vielen Jahren gar nicht vorgekommen war. - Der Frl. Beher (M) hatte ich meine rechten Finger auf die linke Schulter gefeßt. und nach einigem Verweilen langfame Striche auf der entblößten Hautzabwärts geführt. jedoch viele nur bis zum Handgelenk und bis zum Ellbogen. Die Hand. die hiebei foretifche (häufende) Behandlung erlitt. wurde dabei heiß und gerieth in Schweiß. und dieß fo fehr. daß die Hand öfters abgewifcht werden mußte. Die andere Hand war ganz kalt und trocken geblieben. - Wenn Fräulein Beherfii") in ihrer großen Reizbarkeit nur die beiden Handflächen einige Zeit einander näherte. fiieg die Hihe bis zur Sehweißentwicklung, - Die linke Hand der Frl. Krüger (M) gerieth in Schweiß. wenn -fie mit derfelben ein Glasrohr einige Zeit in die rothe (odpofitive) Farbe des Sonnenfpectrums hielt. - Frau Baronin von Natorp (99) mit dem Kopfe nach Süd liegend bekam Hihe. Magenbeklemmung. und da dieß einige Zeit fortgefeßt wurde. fo geriethen ihre Hände in Schweiß, '- Hr. Steiger (79). der fchweizerifche Gefandte in Wien. bekam bald von Schweiß feuchte Hände. fo wie ich ihm mehrere Armftriche gab. die ich niht pünktlich über die Finger hinausfiihrte. Die Hände erhielten hiebei Odhäufung. wurden heiß und geriethen in Feuchte. - Ja bei Frl. Aßmannsdorfer (W) bedurfte es nichts. um die Hände in Schweiß zu bringen. als daß fie die Finger einige Zeit gegen die Handballen zurückfcljlug. *Die daraus entfiehende Odftauung (oben H. 209) reichte hin. Wärme. dann Hitze zu erzeugen und endlich örtlichen Schweiß auszufreiheit.

F. 1590. Wo durch Hitze Schweiß erzeugt wird. da fteigen die Nervenanfälle nicht mehr höher; aber wo diefes ccicht der Fall ift. da treten dann häufig jene fchrecklicljcn Magenkräncpfe auf. von denen ncanche Senfitive fo fchmerzlicl; heimgefcccht find.

F. 1591. Bei andern geht das Uebel in verzweifelte Kopffchitcerzetc oder in eine eigeuthüncliche Betäubung ohne Schlaf über. Ein Stück Schwefel in die rechte Hand der Frl. Stnrmann (N) längere Zeit gelegt. erzeugte Hise den Arm aufwärts. Kopffchmerz. Gefichtserröthetc und dann Betäubung. Frl. Krüger und Ahmannsdorfer geriethen in Betäubung. wenn ich mannsgroße Magnete neben fie auf ein Kanapee legte. den genSüdpol auf ihre

linke Seite am Kopfe. und fie n-öthigte. in diefer widrigen Lage einige Zeit zu verharren.

F. 1592. Jn diefe Phafe fallen dann auch die kataleptifch en Anwandlungen. die bei Frl, Nowotny. Sturmann. Reichel. Aßmannsdorfer. Rupp täglich vorkamen. .

F. 1593. Ju diefen Stadien hoher häufender Odreaetionen kam es bei Frl. Aßtnannsdorfer (m) nicht felten vor. daß fie plötzlich in Erblindung fiel. Sie erfchrack aber nicht darüber. fie wußte fchon aus Erfahrung. daß dieferZufiand nicht, dauernd war. fondern nur' einige Minuten. längftens eine halbe oder ganze Stunde dauerte. Am hellen Tage finkt Alles vor ihr plöhlich in volle Nacht. Nach einiger Weile kehrt ihr das Angenlicht zurück. Diefe Erfcheinung hat alle Aehnlichkeit mit todten Fingern. todten Zehen und Füßen und ift wohl ein zeittveiliges Außerverriclftnttgtreten des Augennervs. Es find keine Schmerzen damit verbunden. ganz wie die Finger auch fchmerzlos fühllos werden. - * , 7

F, 1594. Um diefe Zeit verfinken die Senfitiven alle Augenblicke in Ohnmachten. Es gefchah* oftmals. daß Hochfenfitive. wie Frau Kienesberger. Krüger. Aßmannsdorfer (J'ai). 'Zinkel(3i9). bei mir mitten in der Arbeit ohnmächtig nieder-fielen. Frau Johanna Anfchüß f". W) ftürzte in einem einzigen Vormittage dreimal bei mir unverfehends zu Boden. Wie viele Senfitive fallen in den Kirchen täglich ohnmächtig um! und dieß einzig aus dem Grunde. weil fie da mit dem Rücken nach Weft gerichtet fihen. Es wird ihnen anfangs mißbehaglich. fie werden unruhig. Hitze fteigt ihnen auf und endlich erfolgt Ohnmacht.

Z. 1595. Die heftigen Krämpfe durch den ganzen Leib. welche zuletzt als foretifche Odwirkung fich der Senfitiven bemächtigen. muß man gefehen haben. um fich eine Vorfteklung von ihrer Gräßlichkeit machen zu können. Frl. Reichel lag bei mir oft ftundenlange am Boden. verdrehte alle Glieder anf eine Weife. daß man fie für immer verrenkt halten mußte. fchlug um fich. daß ihr die Knochen zerfckjellen follten. erlitt Halszufchnürungett. daß mati fie für erftickt nahm. krümmte den Rücken nach außen. als ob er entzwei gebrochen wäre u. f. w. Alles das wiederholte fich unzählige Male bei Frl. Nowotny. Girtler. Beyer. Krebs. Kynaft. Mair. Lederer. Aßmannsdorfer. Krüger in allen denkbaren Varianten; am heftigften bei Frl. Sturmann und Winter. welche dabei nicht felten fo fehr wütheten. daß die ftärkfien Männer nicht im Stande waren. fie zu bändigen, Befonders die leßtere warf einzelne Männer zu Boden mit einer fruchtbaren Kraft. als ob es Kinder wären. - Die Fürfiin WindifcljgräßjAß, W) an ähnlichen Anfällen leidend. ward auch von örtlichen Krämpfen aus örtlichen Veranlaffnngen betroffen; ein filberner Eßlöffel verfehlte fie plötzlich in Mundfperre; Silbergeld in die Hand genommen brachte ihr alsbald Armkrämpfe. Ein Schlüffel. ein

ergriffenes Thürfchloß konnte fie in Krämpfe verfehen) ebenfo die Frl. Sturmaun) Aßmannsdorfer) den Friedrich Weidlick) u. a. m.

F. 1596. Zuletzt tritt der fogenannte Todtenfchlaf) der Scheintod ein. Zeh habe ihn nur bei Frl. Sturntann zu fehen Gelegenheit gehabt. Die Kranke uuterfckjeidet fich weder durch Ausfehen) noch durch Athem) noch durch Wärme von einem Todten. Ein folcher örtlicher Scheintod find wohl die todten Finger) die todten Füße) die Erblindung der Frl. Aßmantisdorfer und ähnliche Erfckjeinungen. Meine Tochter Hermine (kt) bekam todte Finger von Berührungen kalter Metalle) Leuchter) Thürfcljlöffer; Frl. Atzmannsdorfer (W) von ftähleriten Fingerhütchen) befonders nach Wafchen mit kalt Waffer.

Ö. 1597, In einer andern Richtung) wenn die phhfifche Mafchine ihrer Zerrüttung beffern Widerfiand leifiet) 'endigen diefe Beftürncungett mit Wahnf inn. Wir werden einenr kleinen Anfluge davon noch weiter unten begegnen. Dieß ift denn diejenige Gattung* von Geifiesverwirrungen) welche) weil fie nicht auf organifclj-nteäjactifcljen Mißbildungen beruhen) häufig heilbar find und ficherlich ant zweckmäßigften durch ein rationelles magnetifctzes (odifches) Verfahren geheilt werden können. Bis jetzt hat es freilich an einer theoretifckjen Kenntniß diefer-Dinge gänzlich gefehlt) und die Pfhctjiatrik hat keinen Faden befeffen) an welchem fie mit einiger Klarheit) mit 'einiger Einficht in Urfache und Wirkung) des Magnetismus fich hätte bedienen können. Diefem) hoffe ich) follte durch meine Schriften nun einigermaßen abgeholfen werden. Man wird jetzt erkennen) in tvelcher Kette ntanche leibliche und geiftige Zerrütticitgen hättgen und man wird Ntenfcheit .retten lernen) die man bis hieher verloren geben mußte.

Ö. 1598. Dieß wären die foretifchen odifchen Reizwirkungen der Ordnung der ungefähren Zeitfolge nach. Doch darf man nicht glauben) daß diefe in der Wirklichkeit immer und liberal( genau fo fich einhalte. Es kommt fehr häufig vor) daß einzelne Glieder überfprnngen werden) oder daß fie i" kurz dauern) daß fie der Wahrnehmung entgehen; oder daß einzelne Individuen für tnauche Stufen gar keine Empfänglichkeit befißen, ueberall kommen dnher Aicslafficngen und Sprünge vor) wie die Natur gerne in derlei Dingen überhaupt thut; bisweilen mögen fie die Ordnungsfolge etwas ändern; ails() mag es noch Zwifcljeicglieder geben) die meiner Beobachtung entgangen filld und die andere ergänzen werden. -

Betrachtet man aber diefe vielen Glieder der gegebenen Kette näher) io fieht man) daß fie nnter fich von fehr ungleicher Befchaffettheit find; fcrklt'r fieht man) daß einige unter ihnen gewiffe Aehttliehkeit mit einander habe"und daß fie fich) außer diefer Zeitordnititg) auch itoch) und lehrreicher für die theoretifclje Beurtheilicttg) nach einer andern Ordnung aufftellen) daß fie fich nach dem Principe der Gleichartigkeit und der Verwandtfclfaft gti-price“ laffen. Ich will dieß in der folgenden Ordnung verfucheit.

[merged small][merged small][ocr errors][merged small]

F. 1599.* Die ableitenden. die zertheileuden Einflüffe. die Menfchen auf Meitfckfen. oder Dynamide und Stoffe auf Menfchen ausüben. die ich nemetifche genannt habe. find in ihrer mannigfaltigen Wirkungsweife vielleicht bisher weniger forgfältig unterfchieden worden. als die häufenden. foretifchen. wie denn wir überhaupt alles Angenehme weniger zergliedern. als das was uns unangenehm wird. '

F. 1600. Angenehm. behaglich ift immer der erfie Eindruck.. den ein Fortftricf) hinter fich znrückläßt. den der Einfluß eines ungleichnamigodifchen Gegenfiandes in dem ihm nahe kommenden Gliede hervorbringt. Fran Jofephine Fenzl (U). Frl. Geraldini. Beyer. Dorfer. »Hr. Anfchüß. Delhez. Max Krüger (i) und alle andern fenfitiven Perfouen jeden Grades von Reizbarkeit fanden es immer angenehm und zuträglich. wenn ich mich mit meiner rechten Seite neben ihre Linke ftellte. oder ebenfo neben fie fetzte. oder auf diefer Seite neben ihnen im Zimmer hin- und herging. Frl. Ahmannsdorfer ((03) fand es angenehm. wenn_ ich meine beiden Hände ungleichnamig in die ihrigen legte. Ich habe fchon oben bei den foretifchen Einwirkungen erwähnt. daß diefe Annehmlichkeit und Unannehmlichkeit der Nebenftellungen bei Frau Fenz( und andern fchon eintrat. ehe fie irgend ein anderes

« ZurückWeiter »