Abbildungen der Seite
PDF

F, 1567. Im weiteren Verfolge tritt ein Zufiand von Bangigkeit und fofort das ein. was man Beängftigung nennt. Dieß befieht in einer gewiffen Beklemtnung des Herzens. wobei die Vnlsfchläge etwas langfamer. aber fiärker nnd dnmpfer anpochen nnd ein Gefühl erzeugen. als ob das Herz anfchwölle. So fanden es Frl. Beyer ('76). meine Tochter Hermine (U). Max Krüger (7) u, v. a.

F. 1568- Das Gefühl von Läue fchreitet fofort zu dem von Wärme vor] Zhr Eintritt ift nicht mit einem fcheinbaren Luftzuge. einem Wehen oder Blafen verbunden. wie dieß bei der fiärkern Kühle der Fall ift. fondern die Senfitiven. namentlich Hr. Guftav Anfchütz (M) fühlen fie nur fchleichend het-ankommen. Gckreuzte Hände erzeugten der Frl. -Maix. Ahmannsdorfer (M). Beyer (*9). Martha Leopolder (**“) Wärme. die. wenn man mit ihnen in diefer Haltung anhielt. nach und nach ins Unerträgliche flieg. - Frl. Aßtttamtsdorfer (W5) fand die Erfitoirkutig eines großen '/, Elle langen Gypsfpathes am pofitiven Ende auf ihrer _linken Hand lebhaft warm; ebenfo fand Freifräulein bon Scckendorf (i) eine Vorcellaittaffe in ihrer Linken warm. wenn fie fie aus meiner Linken empfing. oder wenn ich fie mit meiner Linken berührte; Frau Baronin bon Natorp (99). wenn fie mit dem Rücken neben einer Dinner-wand lag oder fiand; Tifchler Klaiberfi") als er einen Draht in der Hand hielt. der vom rothen Lichte des Sonnenfpectrnms befchietiett wurde u. f. w.

Ö. 1569. Hierauf folgt in zunehmender Stufenfolge die Empfindung von Veinlichkeit. Fräulein Zof. Geraldini (59). Frau Eeeilie Bauer (99). FtlZinkel und Beyer. Iof. Ezapek (fi) fanden das Tragen eines halberwachfeneu .Kindes auf dem Rücken auf die Dauer peinlich. Die Beklemmung und die Bedrückung reiht fich zuniichft daran an.

F. 1570. Pamftig (ein Ausdruck in der bairifclf-öfterreickfifchen Mundart. der im Hochdeutfchett kein Erfaßwort findet. etwa pelzig im Schbifchen) wird die Hand von Mittelfenfitiven. wenn ungleichnamige Finger auf ihre Schultern gcfeht werden; fo der Frl. Rupp (*7).

F. 1571. Wenn letzteres zunimmt. fo erwächst das Wurlnde daraus. ebenfalls ein eigenthümlickjer und in andern Mundarten fchwer erfehliclfet Wiener Ausdruck für das Pamfiige. wenn darin eine eigene innere weichlichgriebelnde Bewegung fiattznfindcn beginnt. *

F. 1572. Magendrücken folgt jeht. Wenn Fran Baronin von Natorp (*9) mit dem Rücken einer Mauerwand zngekehrt lag. fo gefellte fich der Wärme. die fie befiel. bei einiger Andauer Magcndrücken bei. Wenn Frl. Zinkel einige Zeit mit Kupfergeräthe umging. wenn Jof. Czapekfiö) längere Zeit fiehen mußte. wenn Hr. Gufiao Anfchüh (*3) nur kurze Zeit dor einen! großen Spiegel ftand. fo trat Magendrüeken bei ihnen ein.

S, 1573. Das Grnfeln (wieder ein Wiener Ausdruck aus der

[ocr errors][ocr errors]

eines großen Gypsfpathes auf der linken Hand;*Frl. Reicheljmik). wenn fie die linke -Hand auf die Kupferfläclje einesVoltafckjen Elements legte; die fehr reizbare Frau Kienesberger (m). fchon dann.,wenn ich meine linke Händ eine zeitlang in ihre linke legte; Frl,-Krüger (89) von der Reihung.» wenn fie eine Vorzellanrbhre in ihrer Linken hielt und eine gleichedaran gerieben wurde; Frl. Mair (""). wenn_ich fie einen Kupfer-draht *in ein Gefäß voll heißen Waffers tauchen ließ.. * 7 *

F. 1575. Ueber diefes hinaus trat ftärkeres Magendrücken. fogenanntes Ma genweh auf, Viele Senfitive bekamen' dieß vom Wafchbiegeln. befonders mit nteffingenen Biegeleifen. z. B. Frl. Beyer. Zinkel. oder von warmen Bädern. wie Frl. Betfer ("hxbe-fondcrs _aber den warmerglkakilaugle.- wenn fie (267) längere Zeit mit den Händen darin befchäftigt war.*“od'er von Bädern. in denen Schwefelwafferfioffgas fich befindet. wie in Baden bei Wien. namentlich Frau Johanna Atifcljüß, ' .

H. 1576, Das Stechen in den Händen ift der Zufiand. der als 03101* woran: empfunden wird. Er fteigt in feiner höhern Entwicklung auf zu dem Klopfen oder Wochen“. wo die Punkte. die fich zu regen fcheinen. nicht mehr in feiner und ftechender Zerftreuung. fondern fchon in gröberer Saat vorhanden find. weniger zahlreiclf. aber kräftiger* fich fühlbar ntachett. Frl, Reichel (U) in den höchften Stadien ihrer nervöfen Anfälle fühlte dieß Klopfen vorzugsweife deutlich und zwar fchon. wenn ich ihr meine Rechte in ihre Rechte eine Zeitlang legte. Sie fchilderte es. wie wenn aus meiner Hand mit einzelnen Stecknadelköpfetr fchnell nach ihrer Hand hingetnpft würde und dann das ftoßende Körperchen langfamer fich zurückzöge. als es angeprallt war. Mit den Vulsfcljlägen hatte es weder an Zeit noch Ort irgend eine Gemeinfchaft. Es . glich einer ftellenweifen Entladung von einer Hand in die andere von irgend einem unbekannten Agens. Jn nteiner Hand zählte fie ungefähr zehn verfchiedene Punkte. von welchen die Stöße ansgingett. und die von einem Stoß zum andern verfließettde Zeit betrug ungefähr 17. meiner Pulsfclfläge. die ohnehin um Vieles langfamer gingen als die des fenfitiven Mädchens und damit nicht einmal commenfurabel waren, Befonders deutlich entpfand Frl. Reichel (U) dieß Klopfen; wenn fie- die Hand über meinen Kopf legte. und zwar am reichlichften entlang des Scheitels. *Auch Metalle. tiamentlicl) Kupfer) mehr noch Meffirg) erzeugte ihr (M) dieß Gefühl des Klopfens in ihrer Linken. - Frl. Zinkel (m77) empfand es vielfältig) am fiärkfien aber an meiner Tochter Ottone) zur Zeit da diefe in den Mafern lag. Sie erkannte es jetzt nicht bloß) wenn Ottone ihre Linke in ihre Linke legte) foudern auch von ihrer Rechten fühlte fie es ausgehen) nur milder) fchwächer. Die Empfindung fand nicht nur auf den Berührungsftellen der Hand ftatt) fondern den halben Arm der Senfitiven hinauf. Sie ift alfo für diefe von fubjectiver Befchaffenheit) und zwar noch fiärker) wenn die fenfitive Vet-fon fw") felbfi krank ift) in Menftruen) an Mafern 2c,

F. 1577. Wenn diefes anpochende Gefühl an Stärke zunimmt und in eine mehr wallende Bewegung übergeht) fo nennt es die Wiener Sprache Toben. Alles) was in der Hand der Frl. Mair (3*.") fiark odgleichnamig reagirte) das gab ihr ein Gefühl) das fie mit Toben bezeichnete. Als ich der Frl. Krüger (si) eine Vorzellanröhre) die fie am Ende in der Hand hielt) längere Zeit mit einer gleichen ftark rieb) ftieg die Empfindung bis zum Toben den Arm hinau. Bei Frl. Aßmamcsdorferftoi) ging die Wirkung eines großen Ghpsfpathes auf ihrer Hand bei längerer Ausdauer vom Ameifenlaufeu ftnfenweife ins Toben über.- Wenn bei der Genanntenfi") dieß Toben in den Fingern beginnt und die daffelbe erzeugende llrfache fortdauert oder fich verfiärkt) fo fchleiclft es an den Fingern über die Hand in den Borderaruc; langfam erreicht es den Ellbogen. Wenn nun die Erreguugsnrfaclfe aufhört) fo nimmt es) immer langfam) denfelben Weg zurück; es zieht nach dem Vorderarm) dann nach der Hand) in die Finger) weililt Glaich für Glaich (Phalanxh) bis es zuletzt die Fingerfpißen erreicht) verläbt und aufhört. - Hat aber die Erregungsurfache nicht aufgehört) fondern zu wirken fortgefahren) fo fieigt das Toben vom Borderarm in den Oberarm hinauf) fchrittweife bis zur Achfel) und hat es einmal diefe erreicht) fo kann es durch Aufhören der Erregungsurfaclfe nicht mehr durch den Arm zurück nnd hinabgeheit) fondern jetzt ergießt es fich in einigen Augenblicken über den ganzen Körper) zuletzt den Rücken hinab und nun entfteht ein plövlitiles Zufammenfchaudern im ganzen Leibe) ein augenblickliches Schütteln vom Jnnerften heraus und damit endigt alles) als ob es durch eine folche Zuckuklü mit einemmale aus dem Leibe hinausgefchlendert worden wäre. Bon diefem Hergange war ich denoftmalige Augenzeuge, Wir treffen auch hier) was wir fchon öfters bei andern gefunden haben) eine Abwicklung) die aus dem Hirne nach dem Rückenmarke und fofort durch deffen Okervenzweige ausläuft uud endigt.

F. 1578. Kopfdruck) der bei Mamhen fchon früher eintritt) häufig Migräne) nimmt nun überhand. Frl. Mair-Wi) bekam von einem Milchchen voll Kalium) das ich ihr in die Linke gab) uebft andern Uebeln Koffdrnck. - Frl. Aßncamcsdorfer (W) wurde durch die Wirkung eines geheim"

eifernen Ofens von Kopfdruck ergriffen. _ Manche fchwach Senfitive fanden fich von dem Befchauen des Odlichtes im Finftern angegriffen und klagten über Andrang des Blutes nach dem Kopfe und Kopfdruck. z. B. Herr Prof. Hußfii) aus Stockholm. Herr l)r. Machold (99). auch ])r, Nied.

F. 1579. Es folgte bei vielen ein eigenthiimliches häufiges Gähnen. das als Vorläufer heftigerer Erfcheinungen fich meldete. Bei Frl. Aßmannsdorfer (wi. t") meldeten fich damit-immer nahbevorfiehende Krämpfe an. Wenn das Toben bei ihr bisjzur Achfel geftiegen war. folgte das Krampfgähneu. Wenn ich fie mit Qneckfilber einige Zeit befehäftigte. fo verfiel fie jedesmal in dieß Gähnen. dem bald Uebelkeit folgte.

F, 1580. Um diefe Periode ftellte fick) bei vielen Senfitiven Augenbrennen ein. Hr. Gufiav Anfchühfi") durfte nur längere Zeit vor der Staffelei fißen. wobei die Maler den Rücken nach Weft kehren. alfo in der fiir Senfitive allerfchlimmften Richtung fich befinden. fo lief er der Reihe nach eine Widerwärtigkeit um die andere durch. bis er beim Augenbrennen anlangte. Wenn er nur von einer Straße nach der andern geht und eine Zeitlang jene Richtung einhalten muß. wird er vom Augenbrenuen geplagt. Ich durfte (M) feinem Gefichte meine Hände. Krhfialle. Magnete mit gleichnamigen Polen gegen die Augen 'gerichtet 'entgegen halten. fo befiel ihn Augenbrennen. Mit ftarken Polen ging" es in Augenftechen über. (799) Frl. Zinkelfi") war bei jedem Wefiwinde. dem fie fich ausfeßte. davon ergriffen. Wenn ich gekreuzte Hände gegen ihre Augen hielt. trat augenblicklich Augenbrennen bei ihr auf.

Z. 1581. Ueberfließen der Augen. Angenwäff ern folgte hierauf bei einiger Andauer der odgleichnamigen. der foretifchen Reizwirkung. alsbald bei Frl. Aßmannsdorfer (wi. M). Sie durfte z. B. nur in die grüne Farbe des Sonnenfpectrums fchanen. fo überfloffen ihre Augen alsbald fo fehr. daß fie nicht mehr fah. Bliekte fie dann nach der blauen und violetten Farbe. fo war die Herftellung alsbald gemacht. - Ein großer Ghpsfpath. ihr gleichnamig einige Zeit über die Hand gehalten. verfeßte fie in Angenwäffern. _ Sie befuchte bisweilen in meinem Haufe das Zimmermädchen. deren Wohnzimmer mit einem eifernen Ofen geheizt wurde. Wenn fie vor demfelben einige Zeit verweilt hatte. fo mußte fie davon laufen unter rinnenden Thränen.

F. 1582. In diefen zunehmenden Stadien ging das Kopfdrücken häufig in vollen heftigen Kopffchmerz über, Frau Kienesberger (M) wurde davon beim Einnehmen jeder odpofitiven Subftanz ergriffen. Thee. Kaffee. Ehinin. Nikotin. Tabaksgeruch. Holderthee. Ammoniak. Opium. Mohn. Gerüche von Datura. Hhofchantus. Belladonna. felbft nur Blaukohl. deffen Bafe noch unbekannt ift. verfeßte fie in Kopffchtnerz. Es würde mit einer fo feinfiihlenden fenfitiven Ver-fon ein Leichtes feyn. in der kürzefien Zeit im Felde. oder in einem Gewächshaufe. vielleicht fchon in einem Herbar eine

Menge Pflanzen aufzufinden, welehe Alkaloide enthalten) und wenn einmal die Zeit gereift ift) wo die Chemiker über meine Lehren zur Erkenntniß gekommen fehn werden, die ihnen dermal noch faft überall abgeht, fo werden fie fich begierig nach Hoihfenfitiven umfehen, um Fingerzeige über verborgene Mifihnngsverhältniffe von ihnen zn erlangen) die fie auf keinem andern Wege eben fo leicht und fo fchnell erhalten können. _ Bei Frl. Bene-WU") bedurfte es nur eines warmeni-Bades) um airgenblicllielfes) heftiges) andauernde-s Kopfweh davon zu tragen. Frl. Zinkel bekam *während-Oftioinden regelmäßig Kopffchmerz. Hr. Tirka empfand bei jeder anhaltenden' odpofitive!! Reaction auf feiner Linken Kopffclfnierz. ' '

Ö. 1583. Nun folgt znnüehft Uebelkeit) oft unendliches Wehfehn, in welchem die Kranken überaus leiden. Der Frl. Khnaft (*7) konnten fchon ftarke Gerüche, wenn fie ihnen einige Zeit--ansgefexzi war) übel machen. Von pofitiogeodetem Waffer klagten viele) daß es ihnen fafi llebelkeit verurfaehe. Tßaffery im rothen Lichte des Sonnenfpectrums geodet) fand Frl. Martha Leopolder zum Uebelwerden ekelhaft. *_ _- _

F. 1584. Das Erbrechen folgte der Uebelfeit unmittelbar nach. Als iä) der Frl. ZinkelU-NÖ) ein Glas. Waffer zu koften- gabg- in das in) eine_ Glasröhre' *gefenkt hattey die *ich 'an7einem * auf der Drechfelbank laufenden Sihleifftein trocken einige Minuten gerieben hatte) fand fie es fo ftark odpofitiv geladen) daß ihr gleich nach dem Trinken übel wurde und in Kurzem uiehrmaliges Erbrechen eintrat.

F. 1585, Es fingen jetzt einzelne Glieder) an welche ftark odifehgleiihnamige Reize längere Zeit angebracht waren, an ins Dnmpfe und Empfindungslofe überzngehen.

F. 1586. Das Toben ging nun in das fogenannte Wurmgefühl über. Dieß beftand darin) daß jenes immer maffiger wurde) immer einen größeren Theil der Hand zugleich ergriff und fo in ein allgemeines fanftes Wallen iiber-ging) welches die Empfindung heroorbraehte) als ob der Korper, der gehalten und geprüft wurde, elaftifih oder gar lebendig wiirde und aus lauter fich regenden Würmern beftiinde. _Diefe Erfcheinnng kam häufig bei Frl. Maul". 32. M) vor) die eine der empfindliehfteil Perfonen war) die ich jemals fah. Ein Taftcr von Vackfong in ihrer linken Hand mit linken Fingern berührt) wurde nach einiger Zeit weich und lebendig) wie wenn* er ans Würmern beftände) die fich langfam bewegen; ebenfo ein Fläfehehen: worin reines Osminm in Vuloerforiti fich befand; eine Flafche, worin Queckfilber) Blei, Kadmium) Titan) Ballad) Chrom) Kupferf gaben alle links Wurmbcwegnng. Eine Kupfer-platte) mit der Fläche ihrer Hand entgegengehalten anf Entfernung einer halben Armlänge, bewirkte unten am Handgelenke anfangend ein feines Laufen) wie wenn ein langer Wurm ihren Arm hinanfkröclfe. - Frl. Sturn1ann(") hatte diefes Wurmgefühl häufig in der

« ZurückWeiter »