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Zur Control ließ ich die Frl. .Zinkel ("*") diefen Berfueh mittelft Leitung durch ren Glasftab ausführen. Sie fteckte denfelben in die gepulverte Weiufäure mit der linken Hand und bekam angenehme Kühle zu empfinden. Dann that fie daffelbe mit der rechten Hand und erhielt das Gefühl von Grufeln in Verbindung mit widrig-kalt, alfo genau diefelben Empfindungen, welche die Hand unmittelbar beim Darüberfchweben, d. i. der bloßen Annäherung erfahren hatte.

Z. 1433. Endlich die zufammengefeßtern falzigen Verbindungen, in welchen überall die elektronegativen Befiandtheile quantitativ das Uebergewicht haben, werden von allen Senfitiven links kühl und kalt empfunden und find in der Regel alle odnegativ. Jede fenfitive Verfon bezcugt dieß und ich branche hier Niemand zu nennen. Zu den uuangenehmfien Körpern gehört insbefondere der Griinfpan; dieß bezeugen befonders Herr 1).-, Fköflerfi". M), Richard Schuler(""), Fiehtner(")- Smiller(“), Sartoriusf7k), Enter (u)y Ritter von Sidorowiczfit), Alois Ziukel- Frau Müller ("M Frl. Armida Geraldini (9), Barbara Hek(*7)- Karhan ("). Das Pteffing ifi den Senfitiven, wie ich oben gezeigt habe, fehr widerliäi; es ift es aber hauptfäclylicl) durch feinen größeren oder geringeren Anflug von Grünfpan; rein regulinifehes Mefiing- frifch abgedreht oder abgefeilt ift Hrn. Fichtner (") nur mäßig zuwider- altes Meffing aber aufs äußerfie peinlich. Wenn er mit den Fingern über unreines Vieffing gefahren war, fo erzeugte ihm dieß eine Peinliehkeit des Geruches und Gefchmackes, ohne etwas davon in den Mund gebracht zu haben- die nicht auszuhalten war. Abreiben oder Abwafchen mit Waffer half nichts, er mußte Seife anwenden, welche erft ihn davon frei machte. Griinfpan felbft ifi für ihn ("U 7') eine Qual; wenn in feiner Fabrik- wovon Färberei einen Theil ausmacht- eine Grünfpanbüäyfe geöffnet wird7 fo kann er auf feehs Schritte weit den Geruch nicht vertragen und flieht ihn. Die nämliehen Klagen hörte ich oftmals von Frl. Zinkel- Beyer, Hrn, Leopolder(“), Frl. Aßmanusdorfer, Iofephiue Geraldinifi", W). - Sehr odnegativ erklärten alle Senfitiven den Ghps. welcher in meinen Unterfuehungen als halbarmlange Krvfiallifation vielfach in Anwendung kommt. Hr. Gufiav Unfchühf") fand ihn fehr windiglühl, Frl. Ernefiine AnfehüßW- Zinkel-Baier (U), Sebaftian Zinkel (t) fanden ihn fehr angenehm kühl; Baronin von Natorp (m) und Frl. Iofephiue Zinkel M") fanden Ghpsmodelle kalt; Frau Lederer f") erklärte einen ihr in die rechte odgleithnaniige Hand gelegten Ghpsfpath für fo unbefehreiblicl) widrig, nieht bloß die Hand, fondern den Arm und bald die ganze Seite bis zu den Füßen hinab kalt und halb fteif machend- daß fie darüber erfchrack und erröthete. - Frl. Maix(") fühlte den Ghps durch Glasgefäße hindurch fehr kalt. - Von befonders ftark negativem Charakter find nach einfiiminigen Ansfprüelyen vieler Senfitiven die Chromfäure und ihre Verbindungen. namentlim einfach-. mehr nom doppeltmrontfaures Kali. Sogar in Glas eingefmmolzene Ehromfäure fanden Frl. Krüger (*7). Ahniaintsdorferf). Zinkel('7'“'*). Maix-(W). Hr. Richard Smuler(“) u. a. m. überaus kalt in der Linken. und mit einem fmwefelähnlimen Stemen angethan. das fich auf ihre Verbindungen übertrug. foweit ich fie unterfuchte. Die Erfiere erklärt Ehromfäure für eine der widrigfien Subftanzen. die ihr jemals vorgekommen. - Die Zweite fand fie in der Remteci fo warm und tobend werden. daß fie fie nicht länger halten wollte; fie ergriff ihr den ganzen Arm und wirkte bald bis in die linke Hand hinüber; es entftand eine peinliche Nervenbeunruhigung in Armen und Händen. ein eigenthümliches Stechen nahm überhand und fäuerlimwidriger Gernm verbreitete fim auf zwei Schritte weit; auf diefen werde ich fpäter zurückkommen. Die ftehende Empfindung ließ fim durm mimebenfo hindurch leiten. wie ich dieß vom Schwefel berimtet habe: ich gab meine Linke in die Rechte der Fräulein Apmannsdorfer (77). und ergriff mit meiner Rechten die in Glas eingefmmolzene Ehromfäure; es verging nicht eine halbe Minute als fie fmon die Ankunft der eigenthümlimen Widrigkeiten der Ehromfäure in ihrer Hand empfand und diefe den fäuerlimekelhaften Geruch derfelben annahm. Die Transmiffion alles deffen durch mich hindurm war ein rein odifmer Akt. _Die Dritte fand die eingefmmolzene Ehromfäure links kalt. rechts lauwidrig. und mit dem eigenthümlichen Ehromfiemen verbunden. das nach Entfernung des Glafes in der Hand längere Zeit haften Web. fich von ihrer Hand durm Berührung nam ihrer Stirne. Backe. verpflanzte. und nam mehreren Stunden. die ich fie znzuwarten erfumte. mit Seife losgemamt und weggewafmen werden mußte. Die Stiche waren dent des Smwefels ähnlich aber nicht gleim.* in der Art ihrer Verbreitung aber vollkommen mit deufelben übereinftincmend, - Die Vierte entfeßte fim. fo oft ich ihr mit Ehromfäure oder doppeltmromfaurem Kali kam. Jene empfand fie auf fems Smrifte Abftand kühl und fäuerlimfcharfen Geruch verbreitend. - Der Fünfte fand die Chromfäure fmon bei der Annäherung der linken Hand kalt. der rechten lamvidrig. - Hr. Sturm (77) fand doppeltmromfaures Kali fehr kalt. - Daffelbe empfand Frl. Beyer (777); es gefellte fim bei ihr fchon von diefem Salze pochendes Stechen hinzu; Ehromfäure aber fühlte fie fchon aus einigem Abftande links Kälte verbreitend. - So zeigten fim Ehromfäure und mromfaure Salze bei jedem Verfume als von odifm fehr merkwürdiger Befmaffenheit. und es läßt fich mit aller Wahrfmeinlimkeit vorausfehen. daß fie auch von nimt geringer therapeutifmer Bedeutung werden können und müffen. fobald hierüber nur erft Unterfumnngen angeftellt feyn werden. Kohlenfaure Salze. die in der Natur eine fo weitreichende Rolle fpieleu. wie kohlenfaure Soda und Kali. Kalkftein. Kreide. wurden überall

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Aßmannsdorfer, Zinkel, von Weigelsberg (“)j Nowotnhf Maix und allen andern, denen ich fie oorlegtej immer odnegativ gefunden. Zsländifclfen Doppelfpath fühlten Frl. Karhan (WP Hr. or. Köllerß") u. a. links kühl, rechts lau, alfo negativ, Mauerwäude, großentheils aus kohlenfaurem Kalke befiehenlr, wurden von Frl. Geraldinifi") mit ihrer linken und oor-dern Seite kühl, mit ihrer rechten und hintern Seite lau empfunden. Daffelbe habe ieh obenwo von den odifehen Axen des menfchlichen Leibes die Rede ift- von vielen andern Senfitiven gezeigt und damit die odifche Negatioität der gewöhnlichen Manerwand dargethan.

Schwe felfaure Salze wie Alaun. Glauberfalzj Kupferoitrolf fchwefelfaurer Niekelf Mangam Zinkf Eifen- fchwefelfanres Ehininj Kupferammoniak, Seignettefalz u, dgl. wurden alle überall links kühlend gefunden7 z. B. von Fräulein von Weigelsberg(“)j Frau (U) und Hrn. Anfclfüßfis), Hütter (9), Frl. Nowotny (35), Aßmannsdorfer(*'")- Reichel.

F. 1434. Genceines weißes Flafc-lfenglaeiy in toelches wir alle unfere flüffige Stoffe einfehließetr, und das daher häufig durch feinen Einfluß auf andere Unterfuchungen in Frage kommt- ließ ich oon unferen Senfitiven öfters auf feine odifehe Bedeutung prüfen, Frl. Nowotnh- AßiciannsdorferReichel, Zinkelßä") fanden es zu verfchiedenen Zeiten ziemlich indifferenty oder doch im Verhältniß zu andern Körpern auffallend fchwach wirkfarti, Letztere fand es meiftens um ein klein wenig kühler in der linken als in der rechten Hand- alfo fchwach odnegativ,

Z. 1435. Selbft Brunnenwaff er fchiecr mir' eine Unterfuehung zu verlangen; ich feßte der Frl. Zinkel("97) zwei gleiche Glafer von frifcher Quelle oor und ließ fie in jedes einen Mittelfinger tauchen. Sie fand das beim linken Finger fchwach kühlig- das beim reehten nicht. Dann ließ ich fie beide Mittelfinger in ein Glas zufammenfiecken; der Erfolg war wieder der nämliche: rechts war das Waffer nnfühlbar- links erzeugte es ein fchwaehes Kühlegefühl. Das Waffer erwies fich alfo ganz fchwach odnegativ. Der Grund ift leieht einzufehen, Die Quelley aus der es gefehöpft wurde- führte etwas kohlenfaureci und fchwefelfauren Kalk- freilich in oerhältnißncäßig nur geringer Menge, Gleichwohl waren diefe odnegatiren Kalkfalze im Standef dem Waffer ihren Charakter aufzudrücken nnd es fo fchwach odnegativ zu machenj als mit ihrer geringen Menge im Verhältniß ftehen mochte. Man fieht aber darausf was für ein feines Reagens der menfel-rliclfe Nerv auf oeränderliclfe Zuftände ift, die ohne Zerftörung des Objekts keine wiffenfchaftliche Sonde zu ergrlinden oermag- und wie unrecht diejenigen thun. die fie der Erforfchung nieht werth achten zu brauchen glauben.

Ö. 1436. Die fogenannten organifcheti Stoffef die nähern Beftandtheile der organifwen Weltf habe ieh theilweife neueren Prüfungen unterloorfeicf namentlich durch die Frl. Zinkel (M7. W7. l7“. U9")- auf deren

Genauigkeit ih mih verlaffen kann. Eine Anzahl folher Stoffe will ih hier

aufzählen:
links laue. alfo rehts laue. alfo
odpofitive Stoffe: odnegative Stoffe:
Holzgeifi. i Kat-Wiek.
Effiggeift. Kreofot.
Steinöl. Effigäther .
Alkohol. Eiweis. getrocknetes.
Aether. Salicin.
Terpentinöl . Zucker .
Eaffein . Mannazucker.
Theein. Milhzucker.
Emetin . Phlorhizin .
Lactucin. alle organifhen Säuern.
Gentianin.
Sanguinarin.
Akonitin.
Meconin.
Theobromin.
Xantin.
Pencedaniu.
Solanin.
Ouaffin.
Gentifin.
Nikotin.
Berberin.
Atropin.
Eoniin.
Ehiaridin.
Eubetin.
Afparagin. _
Für laulih und kühlig zugleich. und zwar in beiden Händen erklärte die
Frl. Zinkel("""") Strychnin und Eodein. Dieß konnte auffallen. Es be-
weist aber nur für die Genauigkeit der Beobachterici. Denn beide Stoffe
waren in ziemlih großen Krhftallen. So fühlte fie die Wirkungen beider
Pole. die in beiden Händen in entgegengefeßtem Sinne die gleihen Empfin-
dungen hervorbringen mußten. .
Faft indiffercnt fühlte fie:
Paraffin.
Olivenöl.
Dammarharz.
v. Reihenbah. der fenfitive Menfch. |. 47

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