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I. 1364. Das Dritte: Polarifirtes Lampenlicht- erzeugte ich durch einen polirten Tifch- auf den ich die Strahlen einer argaudifchen Lampe fallen ließ. Frl. Zinkel ('*7') fand das davon reflektirte Licht kühler und angenehmer als die unmittelbaren Lampenftrahlen- folglich odnegativ.

Z. 1365. Zur Control deffen ließ* ieh fie in diefen Wiederfchein von dem glänzenden Tifcife abwechslungsweife mit dem linken und dem rechten Auge fchauen. Sie fand ihn angenehm mit dem linken, widrig mit dem rechten Auge: er war alfo entfchieden negativ- und die Beobachtung befiätigte genau- was fich nach der gewonnenen Theorie von zurüekgeworfenem Lampenlichte von vorne herein erwarten ließ, z,...

F. 1366, Das vierte ift die Iris vom Feuer-licht. Mittelft Glasprisma bereitete ich zu verfehiedenen Zeiten Spectern von Kerzenflammen und von argandifchen Lampen und ließ mit Fingern, mit Holz- und Glasftäbendie Farben derfelben prüfen. Es gefchah dieß mit Frau Johanna Anfchiih ("*), Kienesberger ((37)- Frl. Zinkel ('"')- Beyer und den Herren Hütter (*7)Kotfihh(")- Tifehler Bollmannfi") und Klaiber(-"-'*). Sie fanden alle das rothe Licht lau- das gelbe faft unfühlbar- das blaue kühl. Dem blinden Bollmann- der das Spectrum nicht fah- mußte der Stab- den er in der Hand hielt- geleitet werden z fein Urthei( war alfo im höehften Grade unbefangen- da er felbft nicht wußte- was vor ihm vorging, Es fiel aber genau fo aus- wie das der andern Beobachter. *- Frl. Zittkelfm") ließ ich das Spectrum einer fiarken argandifehen Lampe an einem fehmalen Holzftabe mit jeder Hand befonders prüfen. Sie empfand

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Atttheile von lau.

Das Ergebniß der rechten Hand ift belehrend. Es zeigt. daß. wenn das Licht fo fchwach ift. wie das einer Lampe. wenn gleich nicht polarifirt. doch feine Odftrahlen nicht mehr Stärke genug haben. die odifche Polarität der Hand zu überwältigen. und-daß folglich die Gefühle den Gegenfäßen der Hände entfprechen. fo daß das negative Blau rechts vorherrfc-.hend lau und das pofitive Roth vorherrfchend kühl empfundecc werden,

S. 1367. Alfo auch dem fchwachen Lampenliclfte ließ fich eine Farbenzerlegung abgewiunen. in welcher die Odftrahlen gleichen Schrittes gingen mit denen im Sonnen- und im Mondfpectrnm; fo nämlich. daß die gelbe und rothe Hälfte derfelben odpofitiv. die blaue dagegen odnegativ ausfielen; und das Lampenlicht enthält folglich beiderlei Odftrahlen fo gut wie Sonne und Mond.

H. 1368. Und fo gelangen wir fchließlich über die Gefühlseiitwirkungeti des Lichtes überhaupt zu dent Ergebniffe. daß

Sonnenlicht. Piondlicht und Fenerlicht unmittelbar auf das fenfitive Gefühl bedeutend einwirken. fowohl im Znftande feiner Vollftändigkeit als auch in dem feinervptifchen Polarifation und in dem feiner Zerlegung in die prismatifchen Farben; daß das unmittelbare Licht einer odifchen Polarifation fähig ift und dann kühlig oder lauwidrig auf das Gefühl wirkt; daß Sonnenlicht und Feuerlicht vorwaltend odnegativ. Mondlicht vorwaltend odpofitiv fich erweifen; daß im Spectrum jede Farbe fich durch andere odifche Temperatur unterfcheidet; daß fich dieß im Auge vom Anblick des Sonnenglanzes bis zu dem von farbigen Papieren hinaus durch alle Abftufungen von Stärke geltend macht; daß Verladung von pofitivem oder negativem Ode vom ftarken Lichte unmittelbar anf andere Körper. wie Metalle. Holz. Waffer u. f. w. fiattfindet; und daß daraus die ftärkften phyfiologifchen. pathologifchen und phyfifchen Einwirkungen auf den Menfchen hervorgehen,

1]. Der Small.

F. 1369. Ju meinem Landhaufe (Reifenberg) befindet fich eine' katholifche Kapelle. fogenannte Schloßkapelle. fammt einem Glockenthurm. und obwohl ich evangelifck) bin. alfo von diefer fehr alten kleinen Kirche für meine Familie niemals Gebrauch machte. fo wird doch alle Tage die ziemlich ftarke Glocke. die etwa acht Centner Metall' halten mag. zu gewiffen Stunden geläutet. So oft dieß in Gegenwart der Frl. Zinkel (WN) gefchah. hörte ich fie immer über die Widerwärtigkeit des Glockenfchalles fich beklagen. der doch von einem fehr tvohlklingenden Tone ift. Jch hielt dieß immer für irgend eine weiblin)e Eaprice uud beachtete es nicht. Endlich 'gewahrte ich. daß fie fich. wenn es nur kurze Zeit fortdauerte. die Ohren zuhielt, Dieß gefchah in ihren Menfiruen und nun wurde in) aufmerkfam, - Ich nahm einen meffingenen Mörfer und ließ fie die linke Hand hineinhalten. fo jedoch. daß fie ihn nirgends berührte. Erft ließ ich fie Gewöhnung nehmen von dem lauwidrigen Metalle. dann fchlug ich mit dem Stämpfel feitwärts an den Mörferrand und machte ihn ftark erklingen. Alsbald empfand die Senfitive einen Umfchlag der Empfindung. das lauwidrige Metallgefühl änderte fich in angenehme Kühle. die abuehmend fin) fchwächte. in dem Maaße. wie der Schall verklang. Darauf ließ in) fie ihre rechte Hand in den Mörfer halten und fchlug wieder daran, Die Empfindung war jetzt lau. unangenehm. widrig vom Meffing. aber durch das Ertöuen deffelben in Widrigkeit gefteigert. Als in) mehrmal. bald ihre Linke. bald ihre Rechte. mit Wiederholung des Berfuches in Aufprun) genommen hatte. ward fie von Magenweh und bald von Magenkrancpf ergriffen.

F. 1370, Ich nahm nun einen odnegativen Körper. eine blaue Glasglocke und ließ fie wieder die Hände frei hineinhalten. während in) außen anfchlug. Zn der Linken empfand fie wieder angenehme Kühle. in der Rechten aber fühlte fie jest meine Schläge an das Glas Wärme hervorbringeu. und die Hand fand fich von dem Schalke bald von Grufeln ergriffen.

F. 1371. Diefen Berfuch vervollftändigte ich in der Art. daß ich der Frl. Zinkel (m9) eine gläferne Luftpurnpeuglocke horizontal mit der Oeffnung entgegenhielt und fie beide Hände in diefelbe hineinhalten ließ. doch fo. daß diefe nirgends die Wände der Glocke berührteu. Als ich nun von außen mit einem hölzernen Hammer eine Anzahl mäßiger Schläge darauf fiihrte und dadurch erklingen machte. fo fühlte fie foglein) ihre linke Hand kühl. ihre rechte aber lauwidrig afficirt; den ganzen rennen Fuß hinab ward fie ("") von peinlichem Grufeln ergriffen; ja fie (W) ward bei längerer Fortfeßnng von Magenweh befallen.

F. 1372. Denfelben Berfun) nahm in) fofort in einer Metallglocke von gleichgroßer Oeffnung vor. 3a) ließ Frau von Hauer (77). die beiden Frl. vou Unckhrechtsberg (77). Frl. Zinkel ("'"). Hrn. Alois Zinkel ("). Profeffor Paulus (w). ])r. Köller (M). Ritter von Sidorowicz (23) beide Hände hineinhalten und fn)lug dann mit dem Hammer *an; dießmal ftärker. weil die Metallglone nin)t zerbren)en konnte. Ann) hier wurde allen die Linke augenehm kühl. die Nenne lauwidrig angeregt. Daffelbe wiederholte ich mit Hrn. Klein (7". 79). Leopolder ('73. W). l)r. Ratterer (U. in). Frl. Martha Leopolder ["9. |2") und Frau von Rivo (*0. ") und zwar mit der Berbefferuicg. daß ich fie zuerft beide Hände eine Zeitlang frei in die noch nicht augefchlagene Metallglocke halten ließ und dann um ihre Gefühle befragte. Sie erklärten einftimmig die Linke lauwidrig. die Rechte kühlig afficirt. Dieß war nothwendige Folge der odpofitiven Natur des Metalls. das fie ganz richtig empfanden. Nun fchlug ich mit dem Hammer an und fuhr damit eine halbe Minute lange fort. Jeht fühlten beide einen Umfchlag der Temperaturen ihrer Hände: die Linke fühlte *fich jetzt kühl. die-Rechte lauwidrig; alfo war die Klangwirkung fo ftark. daß fie die Metallwirkicng übertoältigte. in einem neuen Sinne 'wörtlich übertönte. Aus alledem ging denn hervor. daß der Klang negatives Od entwickelt. f

F. 1373, Die Metallglocke war mit einem Schallrohr vou Pappendeckel verfehen. Die Frau Eecilie Bauer (W) ließ ich die rechte Hand in dieß Rohr hineinhalten. während ich die Glocke anfchlug; fie fühlte fich lanlich vom Klange angeregt. Die Frl. Zinkelfik") ließ ich abwechslungsweife die linke und die rechte Hand in dieß Schallrohr bringen. fie empfand mit der Linken Kühle. mit der Rechten Läue.

F. 1374. Bis hieher hatte 'ich nur die Luft geprüft. in welcher die Schallwellen fchwingten. ich wollte nun den fchallliefernden Körper f elbft auf feine odifche Befchaffenheit während feines Erklingens kennen lernen. Dazu wählte ich eine Luftpnmpenglocke mit einem Knopfe oberhalb. und gab fie der Frl. ZinkelfWi] fo in die Hände. daß fie fie an diefem Knopfe hielt. Hatte fie diefelbe nun in der linken Hand und ich fchlug die Glocke an. fo fühlte fie den Glasknopf kalt werden; faßte fie fie mit .der Rechten. fo empfand fie beim Anfchlagen den Knopf lau werden. und zwar recht fchmerzlich rückftrichartig widrig. Er verhielt fich alfo genau wie fein Schall felbft. »

F. 1375. Frl. Geraldinifi") fühlte fich von allen Mißtönen fchmerzlich angegriffen. und dieß ging fo. weit. daß. wenn fie nicht entfliehen konnte. Magenweh und Brechreiz entftand. Es gibt Kirchen. deren Glockenklang fie durchaus nicht verträgt und fie aus der Kirche forigehen muß. wenn fie geläutet werden. _

Ö, 1376. Noch auf eine ftärkere Probe fehle ich den Schall. Ich ftellte ein Glas Waf fer eine halbe Viertelfiunde lange in die Mitte der Metallglocke hinein und* ließ es dann (zu verfchiedenen Zeiten vollführt) die Frl. Zil1kel('i7'.'"9). den Hrn. Leopolder ('73. l") und Frl. Martha Leopolder (W) kofien, Alle fanden das Waffer ekelhaft odpofitiv geworden vom bloßen Verladungseinfluffe des Glockenmetalls. Nun fchlug ich die Glocke eine Minute lange mit dem Hammer klingend an und ließ nun das Waffer wieder diefelbe Senfitive kofien, Alle fanden es jeht kühl und angenehm. der bloße Schall hatte es alfo odnegatiogeladen.

F. 1377. Offenbar geht aus alledem hervor. daß der Schall ein Odqnell ift. und' zwar ein negativer; daß damit andere Körper odifch geladen werden können. wie ein. Glas Waffer. und daß er fo große Stärke hat. daß cr den Odquell des einfachen Metallkörpers überwältigt. .

[. der Chcmismne.

F. 1378.* Die chemifche Kraft nennt .man gewöhnlich Affinität. Wir haben es aber hier nicht bloß mit der Affinität) fondern mit einem ,Infantmemoirkett von Kräften zu thun) welche bei einem chemifcljen Hergange in Thätigkeit treten) die wir noch bei weitem weder alle kennen) noch) wenn und foweit wir fie auch kennen) wie Elektricität) Licht) Wärme) Eohäfion) die Weife ihrer Theilnahme deutlich verftehett. Diefeu complex-en Hei-gang zufatnmenwirketcder Dhnamide nenne ich hier Chemismus.

Was ich *früher hierüber (Dhn. F. 135_144) mitgetheilt) habe ich inzwifmen nur wenig weitergeführt, Dagegen habe ich mir angelegen feyn laffen) die dort gegebenen Thatfaeljen zu befefligen und durch Vervielfältigung der Beobachtungen gegen ?lnfeckttttttgen fieher zu ftellen. Es handelt fich hier beinahe mehr um fefte Grundlegung beftrittener Okaturtvahrheiten) als um weite Entwicklung derfelben) welche die Zeit jedenfalls felbfi bringen wird.

S1379. Ich mochte ein Salz oder welche andere lösliche Subfianz in Waffer bringen und darin umfclfwenken) fo entwickelte fie Kühle in der linken Hand) Läue in der Rechten. Darunter zeichnete fich Kothfalzlöfung durch ftarke Kühle aus in den Händen der Frl. Dorfer ("'7)) Reichel) Zinkel und jeder andern fenfitiven Werfen.

S. 1380. Den folgenden Verfonen gab ich ein Glas Waffer in die Hand) bald in die linke) bald in die rechte) und fchiittelte darein ein wenig Pulver entweder von Weinfteittfäure oder von doppeltkohleufauretu Okatron. Ich ließ das Glas ein wenig umfchweuken) damit das-Pulver fich löste. Diefe l:lkerfonen waren zu verfchiedenen Zeiten* die Frau tkienesberger(“)) Frau Baronin von Auguftin (80)) Frau Zof. Fenzl (th) Johanna Attfchüh (“)) Frl. Hermine Fenzl(")) Glafer ('“7)) Natherfiai)) Weigand('“')) Maix('")) Krüger (72). So wie das Pulver fich zu löfen begann) fühlten fie alle das Glas kalt werden) kälter jedesmal von der Löfuug der Wefitfieinfäure als der des Natronfalzes. Nun fajjtttelte ich Säure oder Salz zu) *je nach Beftand der Löfung, So wie das Aufbraufen durch Berjagung von Kohlenfättre begann) fühlten Sämmtliche die Erkältung des Glafes weit höher fteigen) fo daß Einzelne krampfig ftarre Finger davon bekamen) wie Frau Kiencsberger und Weigand. - Bei andern änderte ich den Verfuch etwas ab) indem ich ihnen in jede Hand ein mit Waffer halbgefülltes Glas gab) in das eine das Natronfalz) in das andere die Weinfteittfäure warf) umfehwenken ließ bis zur Lofung und dann aufgab) das eine Glas in das andere überzngießen. Dieß gefchah mit Frl. Dorfer('")) Beherfits)) Ikather(7')) Ahtnannsdorfer('"“)) Winter (M) und Zittkel(70)) dann den Herren Gnftab Anfchüß('*)) Bollntann(3*)) Hütter-W)) Oberläctderjits); die Löfungen wurden in der Hand mehr oder minder kühl empfunden) das Zufamntengießen aber

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