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und eine fenfitive Verfon aus den lföehfien Krcifenz welche zu nennen die Umftäilde nieht wohl gefiatten. Das grüne .Kleid der degetabilen Natur fteht in fo hohem Anfehen in der ganzen menfehlielfen Gefellfehaft- daß eine Abneigung gegen feine Farbe keine zufällige fehn kann- fondern aus tiefen Gründen lyervorquellen muß. *- Andere fanden fich, welehe Abneigung gegen Roth bezengten- und deren waren fchon ziemlieh oielez fie fehlen es dem nahe liegenden Gelb gleich oder doeh nieht fehr weit davon abftehend,

F, 1319. Wenden wir uns nun zurück zum Spectrum des Sonnenlichtes- fo finden wir eine überrafelfende Analogieder odifchen Annehmlichkeit oder Widrigkeit der prismatifchen Farben mit ebeudenfelben im Schatten und zerftreuten Lichte. Was im Spectrum kühl und angenehm anf das fenfitive Gefühl wirkt- das Blau- ift auch willkommen im täglichen Leben- ift angenehm- zufageitd und gefällt den Senfitiven; was aber in der Iris lauwidrig und peinlich empfunden wird- das Gelb und Oiothf fällt auch im gemeinen Leben ins Unangenehmez wird gemieden- ja es ift verhaßtz alles ohne daß fich die betroffenen Perfonen irgend Reehenfihaft über die Urfaelfe zu geben vermögen. Selbft das gepriefene Grün muß dem dunkeln Znftincte gewiffer Gefühle ioeichen.

H, 1320. Augenfehcinliäf find nun diefe Gefühle nichts anderes, als

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Eigenfehaft unzähliger Menfchen herein in ihr Erkennen und Denken, in

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ihr ganzes Thun und Laffen. daß es fogar ihren Gefchmack influencirt und beherrfcht.

F, 1321. Dadurch erfahren wir dann. daß in den Farben noch etwas Weiteres liegt. als ein bloßer Ausdruck ihrer Form in unferem Perceptionsvermögen, Es ift nicht eine bloße paffive Aufnahme. welche in uns vergeht. wenn wir etwas Farbiges anfchauett. es ift nicht jene bloße finnliche Borftellung. ein leerer Abdruck des vor uns liegenden Modells. fondern es' geht dabei noch etwas Actives außer der Borftellung vor. ein phhfifcher. ein odifcher Eingriff in unfer Nervenfyftem. in das Senfitive unferes Organismus. welches mit Zuträglichkeit und Unzuträglichkeit gepaart ifi. Luft und Unluft erregt. und 'unfer finnliches und geiftiges Gefühlsvermögen in Agitation bringt, Was nun das ift. das hier in der Tiefe vor-geht. das wird Vorwurf der künftigen Gefchleclyter unferer Phhfiker. Phyfiologen und Pfyclfologen werden: wir werfen ihnen hier das erfie Tram des langen Fadens hin. an dem fie fortzufpinnen haben werden.

F. 1322. Noch habe ich einen Berfuch gemacht. die Wirkung farbiger Papiere in vollem Sonnenlichte zu prüfen. Der Fran Baronin von Augnfiin (st) _gab ich drei Röhren von Papier. aus einem gewöhnlichen Bogen gefärbten Papiers zufammengerolltund gebunden in die Hände. eine rothgelbe. eine grüne und eine blaue. und ließ fie eine nach der andern fo in den Sonnenfäzein halten. daß die Hand felbft im Schatten blieb. Eine weiße Papierrolle war im Sonnenfchein kühl geworden. wie ein Holz- oder Glasftab. Die rothe Rolle aber gab ihr lauwarm und fo widrig. daß ihr beinahe übel dabei geworden wäre. Die Grüne fand fie nicht lau. erträglicher. aber mit einer eigenen unangenehmen Widrigkeit angethan. Die Blaue gewährte ihr Kühle und Erholung. - Einen zweiten Berfucl) ordnete ich mit Frl. Wilhelmine Glafer (M) an. Sie fand die rothe Rolle im Sonnenfcheine Wärme geben. mit Grufeln den Arm hinauf, Gelb erfchien ihr nur laulich. grün kühlig. blau kalt und angenehm. - Frl. Zinkel(77“) gab ich mehr folche Papierrollen in die Hand; fie erzeugten ihr im Sonnenfclfein. in der linken Hand:

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Diefe Ordnung der Gefühle vom gefärbten Papiere war demnach nicht tnerklich anders. als die vom Spectrum,

F, 1323. Einen Bogen blauen Papiers breitete ich der Frau von Rivo (8.9). Hrn. Leopolder ('77) und feiner Tochter :Martha (M) im Schatten meines Arbeitszimmers aus. und ließ es fie abwenfsluicgsweife bald mit dem linken. bald mit dem rechten Auge betranuen. während das andere jedesmal gefnjloffeu wurde. Alle waren verwundert zu gewahren. daß der Anblick verfnjieden auf ihre Augen wirkte. daß er angenehm war im linken Auge. unangenehm aber im rechten. Run that in; daffelbe mit einem oraniengelben Bogen. Jetzt war das Ergebniß umgekehrtfder Anblick war rcuangenehm im linken Auge. angenehm im rennen. In allen diefen Fällen fühlten die Senfitiven non). daß der angenehme Anblick im Auge zuglein; klar und rein. der unangenehme trüb und undeutlich war. Diefe Beobanjtuug ließ in; wiederholen von Frau Heim( (*7). von Littrow (*7). von Hauer (m). zwei Snjwefiern Fräulein von ilnckhrenftsberg ('"). Zinkel (M3. '*'-9). Hrn. Alexander Bauucaunßo). Grafen Karl von Eoronini('*). Ritter vou Siemiauovsti (25). Klein (M). Rinfard Schuler('"). Alois Zinkelfm). immer mit demfelben Erfolge. - Bei Frl. Beyer (W) war die Wirkung fo ftark. daß fie den Anblick der gleinjnamigen Farbe gar nicht auszuhalten vermonjte. indem ihr das Auge darüber verging und fie bald das Papier gar ninft mehr fah.

F. 1324, Non) mehr: _ Hr. Klein('3') theilte mir mit. daß er Kleiderftoffe von gewifien Farben. namentlich gelbroth geftreifte. ninjt vertragen könne. Es vergehen ihm die Augen darüber. alles werde ccuklar und es daure dieß nicht einige Minuten. fo fer) er fnfou von heftigem .iiopfweh ergriffen. Ein derartiges Bettzeccg habe er unverweilt weggebeu tuiiffen. Diefe Sonder-barkeit begreift fich. wenn man Frl. Zinkel (Wi) hört. Bei ihr findet diefelbe Erfclfeiccicng ftatt. aber fie ift fin) darüber klarer geworden. Wenn fie in ein .fiauftnannsgewölbe geht. um Kleiderftoffe oder Meubelzeuge einzukaicfecc. uud es werden ihr gelbe oder rothe Zeuge rechts und links vorgelegt. fo wird es ihr peiulin). diefe zu beiden Seiten vor fich feheu zu follen; fie ergreift fie. um fich von der Widrigkeit frei zu uianzeu und legt fie beide auf ihre rechte Seite. dann liegen fie ihr renjt und der unangenehme Eiuflccß ift behoben. - Einmal befand fie fich in einem Gafthaufe am Tifche zwifnjen zwei Gläferu rothen Weins. Dieß lvirkte fo unangenehm auf fie. daß fie fich ciothgedrtucgecc fithlte. das zu ihrer Linken fiehende zu dem renztsftehenden zu fchieben. Es ift klar. die rothe und gelbe Farbe wirken odpofitiv auf das fenfitive Encpfindnngsvermögecc ein. uud werden dadurch auf der odpofitiven linken Seite. als gleinfuamig reagirend. unangenehm; es treibt die Senfitioe inftinctartig. fin) zu helfen daduen). daß fie die farbigen Stoffe auf ihre renjte. ihnen mcgleinjnacnige Seite fnjiebt. wo fie zuträglin) auf fie wirken. - Dieß ift ohne Zweifel eine von den feinfien fenfitiven Erfahrungen. ,

Diefe Verfuche liegen in der Mitte zwifchen den Ergebniffen des Spectrnms nnd zwifchen den Wirkungen der Farben iiberhaupt auf Senfitive und dienen beiden zur Beftätiguicg und zum befferen Verftändiciß. Man erfieht aber aus ihnen. daß bei Beurthcilung der odifchen Natur und Einwirkung oerfchiedener Stoffe auf den Menfchen die Farbe bedeutend miteinwirkt. und daß folglich ihr überall Rechnung getragen ioerden muß.

F, 1325. Schließlich läßt fich dieß fo zufammenfaffen: _- Die Farben find überhaupt ein odifcher Gegenftand. Sie wirken auf das fenfitive Gefühl; und dieß nicht bloß -im Spectrum als direktes Licht. fondern überhaupt im reflektirten Sonnenfcheine. ja fogar im zerftrenten Lichte. Ihre Wirknngsweife ift qualitativ mit der im Spectrum des Sonnenlichts einerlei. quantitativ aber davon oerfchieden und geringer. Die blaue Hälfte des Farbenbildes wirkt odnegativ. die gelbe Hälfte odpofitio. ueberall. too-odifche Gefühlswirknngen in Betracht kommen. muß die Farbe der fie erzeugenden Stoffe berückfichtigt und in Rechnung geftellt werden.

e) Tages- nnd Jahreszeiten.

Z..1326. Die nciiehtige _odifche Kraft *unferes Tagesgefiirnes kann iciclyt berfehlen. einen großen Einfluß auf unfern Organismus zu nehmen; dieß ließe fich voransfehen. tot-nn ich es auch nicht fchon in der fiebenten Abhandlung der Dynamide (von F. 256 bis 276) dargethaic hätte. wo ich die periodifchen Fluctuationen auseinander gefeht habe. welche nicht bloß in fenfitiven. fondern in jedem gefunden Menfchen die odifche Dispofition im Leibe innerhalb jeden Tages und-jeder Nacht durchläuft. Aber außer den dort angeführten gibt esnoch andere odifche Schwankungen im menfclflichen Organismus. die vom Laufe der Sonne abhängig erfcheinen. fich eigenthiimlich in den Senfitiven zu erkennen geben und woran die Nichtfenfitiven keinen wiffentliclyeti Antheil haben. Davon will ich einige hier berühren.

F. 1327. Bei vielen Senfitiven hörte ich. daß fie zu geiftiger Arbeit fich nur Vormittags. von der Früh bis etwa 2 Uhr Mittags anfgelegt fühlen. nachher aber fich in einem Znftande befinden. in welchem fie nur mit Selbftzioang an Denkarbeit gehen und in welchem ihnen auch nicht nur keine Arbeit mnnden. fondern auch nichts Geiftiges gut gelingen. noch erfreulichen* Fortgang tiehinen will. So fprach Hr. Kotfchy (7'). Hr. Prof. Rösuer und ])r. Diefing ('5);'bei der Fran von Veichiclf-Zinianyi (M). ioclcife fich immer Morgens fehr wohl befindet. tritt Abends ein gewiffes körperliches Mißbehagen ein. das unmittelbar an odpofitive_ Zuftände erinnert, Hr. Prof. Huß (“). Confiftorialrath Bauer u. a. m. bewiefen Abends wenig

fenfitioes Wahrnehmnngsoermögenh des Morgens zeigte fieh dieß aber bei weitem klarer, und was fie Abends iticht wahrzunehmen bermochten) das er: kannten fie Morgens mit überzeugender Klarheit.

Fran von Baradh (7) fühlt fich Vormittags in jedem Betrachte' weit lebendiger nnd reizbarer als nach dem Mittagstifche und Abends. Viele höher Senfitive befinden fich Morgens wohl und werden ausfelfließliä) Abends von ihren ntanmerlei' Anfällen betroffen. So Frl. Nowotny (7, 9) hatte heitere Vormittage und ward regelmäßig Nachmittags iibler und um die Zeit von Sonnenuntergang von Katalepfe nnd Krämpfen befallen. - Fran Johanna Anfchüß ('52) erleidet ihre nervöfen Anfälle jest regelmäßig zur Zeit abendlichen Dämmerlichtes„ d. h. fobald die Sonne Abfchied genommen hat; Morgens wird fie niemals von ihren Krämpfen befallen.- Es äußert fich durch Beängftigung, Kopfdrüifen) Piagenweh) Uebelkeit und lauter ähnliche odpofitive Affektionett) die ihr dann den ganzen Körper herab und bis in die Fußzehen laufen; dieß dauert eine Biertelftunde und dann ifi fie befreit) bis wieder zum ttäclfftfolgenden Sonnenuntcrgange. - Frl. von Weigelsbergf) wird gegenwärtig regelmäßig Abends 9 [ihr von einem krampfartigen Hnficn befalleny der- toenn er zur höchftett Beklennnnng gefiiegen) plötzlich atifhört, - Frl. Reichel ("(7) war immer Morgens ziemlich gut, ging aus und nach Sonnenuntergang verfank fie in die fiirehterlichften Krätnpfe, theils in meinem eigenen Haufe) theils anderswo- wo ich fie regelmäßig an folchen Abenden befmhte. - Frl. Girtler befand fim Morgens ftets gut nnd immer fingen Viaehmittags ihre Anfälle an, die Abends in Krämpfe ausbrachen. Frl. Beyer (M), fo lange fie bei mir wohnte) fah ich Morgensinnner wohl nnd munter bei den Berfuelfen) die ich 1nit ihr anftellte) fie fühlte fich kühl und angenehm. (Nach dem Mittagmahle ward es ihr fchon wärmlieh im ganzen Leibe; dieß nahm mit dem Laufe der Stunden zu, gegen Abend fühlte fie fänm durchaus tnißbelfagliähe Wärme) die dann mit dem Eintritte deffelben in Hitze nnd Schweiß am Leibe und in den Händen fieh fteigerte. Endlich mit der Dämmerung fah ich fie täglich in 0pi8tb0t0nu3 gerathen und in gräßliehe Krampfverrenkungen verfallen. So könnte ich noch viele Veiipiele aufzählen) wie Senfitive Morgens nnd Mittags gefnnd von Ausfeheti, mit dem Weichen der Sonne fehmerzlicl) darnieder liegen.

H. 1328. Aber auch entgegengefehte Beifpiele find nicht felten) wo die Uebel Morgens eintreten nnd die Abende frei und angenehm find. So Profeffor Endlicher (73), der Morgens immer fich mißbehaglicl) nnd folglich tnißgeftimmt befand, Abends dagegen frei von Veinliehkeit und gut aufgelegt war, -- Frau Krebs (7) bei-fiel regelmäßig Morgens 10 Uhr in Krämpfe. - Frau Johanna Anfehüh (93) litt in einer frühern Periode Morgens kurz nach Sonnenaufgang an täglich wiederkehrenden Krämpfen) die übrige Zeit war fie frei. -q Frl. Nather (s3) befand fich immer Morgens ebenfo übel) als es ihr

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