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feinen Stab. Die vergrößerte_ Airffangfläme lieferte jetzt fogleich einen verftärkten Strom odifs)en Dhnamids nach feiner Hand. und er konnte nun fchnell nnterfcheiden. daß feine Linke kühler davon wurde als feine Rechte. -u Maximilian Krüger (U) erkannte an einem Holzftabe den Sonneufirahl rechts und links kühl. noch kühler jedoch links als rechts, _ Frl. Zinkel (Wk) fand nicht nur. daß ein Holzftab hiebei in ihrer Linken viel kälter wurde. als in ihrer Rechten. fondern auch. daß er ihr hier. froh der Kälte. nebenbei noch Grufeln verurfaehte. was links tiicht gefchah. und daß überdem noch der Stab in ihrer Rehten fchwer wurde. links dagegen leicht erfchien. Eine Wiederholung diefes Berfuchs mit Frl. Zinkel (Mt) vier Wochen fpäter lieferte daffelbe Ergebniß. der von der Sonne befchienene Holzftab erfchien in der Linken kalt und angenehm. in der Rechten nur kühlig und dabei widrig. Wir find diefem kühlwidrig fchon bei anderen Gelegenheiten begegnet, Katharina Rupp (k) fühlte den Holzftab links viel kühler werden als rechts. - Frl. Zinkel-Baier(*'*) empfand in der Linken den Sonnenftab ruhig. kühlig. an der Rechten lauwidriges Grufeln. -a Hr. Klein (M) erkannte einen Glasftab im Sonnenfcheine rechts prickelnd laulich. links angenehm kühl.

F. 1279. Um die Bergleichung zwifchen rechts und links* noch leichter zu machen. die is) bis jetzt unmittelbar hintereinander hatte anfiellen laffen. traf is) nun eine abgeänderte Beranftaltung fo. daß die Senfitiven beide Gefühle gleichzeitig bekamen und dadurch viel genauer gegen einander abwägen konnten. Ich gab ihnen uämlis) fiatt eines. jetzt zwei Stäbe in die Hände. in jede Hand einen und ließ fie beide zugleich in,den Sonnenfs)ein halten. mit vorfichtiger Abhaltung jedes Sonnenftrahls auf eine Hand felbft. So that ich mit Frl. Llrmidafi") und Iofephiue Geraldini(""). Beher("“). Poppefii). Zinkel-Baier(*"). Hrn. Fichtner(*08). l)|-. Heinrich Löw(*“). Leopolder (m) und Hrn. Alfred Geraldini. Sie fanden alle. daß zwar an beiden Händen Kälte empfunden werde. die weit ftärkere aber in der linken Hand; auch lobten fie ein angenehmes Gefühl nur in der Linken. widriges dagegen erfuhren fie in der Oiesnen. deffen fchwache Kühle bei einigen als fchwache Läue empfunden wurde,

S. 1280, Ein Stück Vakfong gab ich der Frl. Aßncannsdorferfit) zur Gewöhnung. legte es dann in Sonnenfchein und ließ es fie wieder erfaffen. Sie fand es viel kühler geworden. Andere Gegenftände legte fie felbft (M) in die Sonnenftrahlen. Schlüffel. Gliifer. lteitierne Geräthe. Teller. Gußeifen. Waffer in Trinkgläferti u. f, w. Alles fand fie kühl und angenehm geworden. Frl. Dorfer(3"). Zinkel und ?ltznianusdorfer(") priefen es als einen hohen Genuß. fich in ein Bette zu legen. das eine Zeitlang den Sonnenftrahlen ansgefelzt gewefen. gefonnt worden war. - - Frau Kienesberger(*3i) findet dieß ebenfo koftlis). dos) nur von tvinterlichem. frühliugsund herbftlichem Sonnenfcheine; vom fommerlicheti ift es ihr zu ftark. wird peinlich. überreizend und erzeugt ihr Kopffchmerz. Ebendiefelbe (m) zieht Wäfche. welche im Sonnenfcbein getrocknet worden. bei weitem derjenigen vor. welche im Schatten verdiinftete; jene findet fie weitaus kühliger und odifch angenehmer als diefe. - Frl. Beyer (M) theilte mir daffelbe mit.

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wenn fie für fie ihre volle Annehmlichkeit bekommen foll. Wenn aber Betten oder Wäfclfe zu lange im Sonnenfcheiu gelegen haben. fo werde die odifche Ladung zu ftark und gehe für fie fo fehr in unangenehme Ueberladuttg über. befonders Sommers. daß fie folches nicht mehr aushalten könne. Sie verfalle dann in Kopffäftnerz und Krämpfe, *- Der Frau Johanna Anfchüßfiki) hielt ich einen Fuchsfmwanz (vom Elektrophor) vors Geficht zum Probenehmeit; dann hielt ich ihn eine Minute mit meiner linken Hand in Sonnenfcheiir und brachte ihr ihn wieder. Sie fand ihn jeht überaus kalt geworden; eine ganze Atmofplyäre von Kühle fühlte fie davon auf fich zukommen. Der Frl. Weigand (79) gab ich eine Porzellantaffe zur Gewöhnung in die Hand. Dann ftellte ich fie eine halbe Minute lang in Sonnenfchein und gab ihr fie wieder. Jetzt fand fie fie ungemein viel kälter als zuvor. - Frl. Ahn1annsdorfer(W) hatte als Kind fchon die fonderbare Gewohnheit. fo oft fie nur konnte. ihre Speifen. nämlich die gekochten Gerichte. in den Sonnenfchein zu fiellen. bevor fie fie genoß. So oft man fie auch darüber verlachte oder tadelte. fo that fie es doch immer wieder und thut es noch jeßt. wo fich Gelegenheit dazu gibt. Alles. was fie genießt. auch Aepfel. Zwetfchken. Kirfäzen. Trauben. Apfelfinen ift für ihren Gaumen bei weitem fchmackhafter. wenn es einige Zeit unmittelbar vor dem Genuße in vollen Sonnenfchein gekommen. _ Der Frl. Nather (67) hatte ich ein Glas Waller in den Sonnenfchein geftellt. Sie fand es nach zwei bis 'drei Minuten fchon geodet. aber noch fchwach. Nach fechs bis acht Minuten war es aber fchon fo fiark odifch geladen. daß es ihr nicht bloß im Magen. fondern rund um in den Eingeweiden Kühle verbreitete, - Frl. Beyer (W7) gab ich zwei* Gläfer Waffer. das eine ftellte ich in Schatten. das andere in Sonnenfchein. Zufällig blieb es eine ganze Stunde darin. ehe wir zu feiner Prüfung zurückkamen. Dennoch fand fie das Gefonnte viel kühler als das Befchattete und fo fiark magnetifirt. wie fie es nannte. daß fie es nicht zu genießen vermochte. Ich mifihte es mit der Hälfte gemeinen Waffers; jetzt fand fie es gut. angenehm und fehr erfrifchend durch den ganzen Unterleib. - Der Frl. Ahmannsdorfer (M) brachte ich zwei gleiche Gläfer Waffer. in. beide warf ich einige Stückchen reines Eis. Das eine ließ ich im Schatten fiehen. das andere ftellte ich einige Zeit in Sonnenfchein. Beide mußten unter folcheu Umftänden gleiä) kalt. nämlich auf dem Eispunkt bleiben. Gekofiet fand fie das Gefonnte weit frifcher. kälter und angenehmer. als das Befchattete. Dem Hrn. von Berger (67). Leopoloer (U). Klein (m). Frl. Zinkel. Maix f". "Jo. Reichenbach, der fenfitive Menfeh. l. .12

und vielen andern fehte ich oftmals fcherzweife zwei Gläfer Waffer vor. ließ fie beide koften. und fiellte nun das eine in Schatten. das andere in Sonnenfchein (Dhnamide F. 105). Nach einer halben Viertelftunde. wo das in der Sonne ftehende. wie zu erwarten. lau und ekel geworden feyn mußte. ließ ich beide Gläfer wieder koften; die Senfitiven aus der Gefellfchaft fanden alle mit Erfianuen im geformten Glafe das Waffer kühler und frifcher als im befehatteten. Die Nichtfeccfitiven fanden alle das umgekehrte. das gefonnte Glas nämlich lau und ekel. das befchattete frifcher. Beide Parteien geriethen in einen komifcljeic Streit. der nicht zu fchlicljten war. weil beide von verfchiedenen Dingen redeten. die einen von gemeiner thermofeopifcher Wärme. die andern von odifcher. worüber fie fich aus Unkenntniß der Sache unmöglich zu verftiindigen vermochten. Aber ein Paradoxon blieb es auch den Senfitiven. wie Waffer an den heißen Soccnenfirahleic kälter und frifcher werden könne?

F. 1281. Somit liegt es klar vor uns. daß die Sonnenftrahlen negatives Od über den Erdball ergießen. und daß folglich der Sonnenkörper vorherrfäfend odnegativ ift. Wir werden aber bald fehen. daß felbft diefes Sonnenkühl nicht ungetrübt. und diefe Negativitiit keineswegs rein und ccnvermengt ift.

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d) Volarifirtes Sonnenlicht.

F. 1282. Als gerade die Sonne fchräge genug auf meine Fenfter fehlen. um einen guten Theil des darauf fallenden Lichtes zu polarifiren. wollte ich einen vorläufigen Berfuch machen. ob dadurch die odifehe Natur des Sonnenfirahls alterirt würde, Ich öffnete ein Fenfter und ließ die Frl. Atzmannsdorfer (Ü) mit einem Glasftabe erft das freie Sonnenlicht prüfen und dann. nach wiedergefchloffenem Fenfter. das durchgelaffecce. Sie fand. daß das ungeftörte Sonnenlicht ihr am Stabe merklich kälter gab. als das durchgelaffene. - Hr. Eonftantin Delhez (m) befand fich bei mir in meiner Stadtwohnung. die ich Winters beziehe. als zufällig ein halbgeöffnetes Fenfier an einem Haufe jenfeits der Gaffe das Sonnenlicht fo zurüekfpiegelte. daß der Reflex in mein Zimmer fiel. Ich ließ ihn feine rechte und linke Hand in diefe Strahlen halten. er fand fie beiderfeits ftärkere Kühle ausgeben. als das freie Sonnenlicht.

F. 1283. Aber felbft unvollfiändig polarifirtes Sonnenlicht. im bloßen Reflexe von unebenen Körpern. machte fich odifch geltend. Ich hatte Frl. Reichel (M) auf einen Balkon meines Landhaufes geführt. von wo aus fie auf einen Plap vor demfelben hinabfchaicen konnte. der theils von der Sonne befäfieiceic. theils befchattet war. Sie bemerkte. daß die befchienene Seite. des Erdbodens viel kühler gegen fie herauf reflektirte. als die befchattete,

Sie war felbfi verwundert über diefe Beobachtung. da man gemeinhin gerade das Gegentheil erwartet hätte.

F. 1284. Dieß bewog mich. den Reflex auch anderer Körper zu prüfen. Jch ftellte Eifenplatten. Kupferplatten. Zinkplatten und eine bloße aufgehangene weiße Leinwand in den Sonnenfchein. und die Frl. Reichel ("0) in den Reflex deffelben (d. h. unter den Ausfallswinkel gleich dem Einfallswinkel). Sie empfand fogleich den Einfluß ftärkerer Kühle von diefer Anordnung zu ihr her.

F. 1285, Um nun die Wirkungen kennen zu lernen. welche das Sonnenlicht in feinen regelrecht polarifirten Zuftänden auf die Senfitiven haben könnte. nahm ich 10 große Glastafeln. jede über 3 Ouadratfuß Fläche. vereinigte fie auf einander in einem Geftefle und fepte fie mit vertikal aufgericljteter Fläche fo gegen die Sonnenftrahlen. daß fie gegen ihre Richtung unter einen Winkel von 35 Grad kamen. dem für die Polarifation bekanntlich als geeignetften ausgemittelten. -Jch bekam zwei große Felder von zurückgeworfenem und von dnrchgelaffenem Lichte. Das letztere konnte nach bekannten phyfifchen Gefehen keine Wärmefirahlen mehr enthalten. das erftere dagegen einen guten Antheil derfelben. Beide Lichtfelder ließ ich nun von vielen Senfitiven auf ihre odifche Befchaffenheit und ihre 'Einwirkung auf den menfcljlicljen Körper prüfen. Dieß gefchah mit bloßen Händen und zwar von den Frl. Aßmannsdorfer (M. 7". 730). Poppe (7'). Zinkel (*0. 30“). Krüger ('“). Kynaft (70). der Frl. Sophie Pauer (“). der Frau Baronin von Natorp (70. "). den Hrn. Delhez (0'). Stephan Koller ('7). Hrn. Enftos Kollar (73) und Johann Klaiber (50. 0'). Sämmtliche Beobachter erkannten. daß das refiektirte Licht kühl. das durchgelaffene aber lau fey. alfo geradezu in Widerfpruch mit dem. was von den Wärmeftrahlen zu erwarten gewefen wäre. und folglich um fo entfchiedener odifch. - Zum Ueberfluffe ließ ich eine Anzahl Senfitiver in demfelben Verfuche das Licht ftatt mit bloßen Händen mit Holz- und Glasftäben befühlen; fo Frl. Sophie Pauer (*7). Martha Leopolder (77). Beyer (M). Zinkel (*0). Kynafi (70). Frau Baronin von Natorp ('*). Hrn. Profeffor von Perger (05). Klein ('30). Jhre Angaben blieben diefelben/ auch durch Stäbe wurde vom zurückgeworfenen, Lichte angenehme Kühle. vom durchgelaffenen widrige Läue zur prüfenden linken Hand geleitet. Mit Klaiber (08) nahm ich den Verfuch an Eifendraht mit gleichem Erfolge vor.

F. 1286. Diefe Verfuche fuchte ich nun dadurch zu vervollfiändigen. daß ich von den Frl. Geraldini ('07). Anna Beyer f0") und Poppe (7'). dann von den Hrn. br. Löw (4“). Leopolder (m). Enter (*7) und Klein ("0) beide Lichtflecke mit beiden Händen und dann mit zwei Holzfiäben und Glasftäben in beiden Händen. gleichzeitig prüfen ließ. Sie fanden in verfchiedenen Monaten *

das zurückgeworfene Licht:

links . , . . kühl)

rechts . . . . laulich) prickelnd. Das dnrchgelaffene Licht

links . , . . lau) prickelnd)

rechts . . . . kühlig.

F. 1287. Der Frl. Zinkel ('00) ließ ich das polarifirte Sonnenlicht auf eine mit Eifendraht umwundene Blechplatte fallen und führte das Ende diefes Drahtes in die Dunkelkammer. Die Lichterfclfeinung werde ich fpäter mittheilen) die Gefühlserfcheinungen diefes Verfuches aber gehören hieher und ergeben) daß das durchgelaffene Licht am Drahtende in der linken Hand lauliche) unangenehme) bedrückende) das zurückgeworfeice aber angenehme) kühlige) ftärkende) windige Ausftrömungen lieferte. Derfelbe Berfuch wurde mit ihr ('0') mittelft eines Drahtknäuels wiederholt) deffen Ende ebenfalls in die Dunkelkammer geleitet wurde. Die dabei erzeugten Empfindungen waren wieder diefelbeu. '

Die höhern Senfitiven) auch die Geübtern) wie Frl. Zinkel fügten jedoch öfters die Bemerkung hinzu) daß diefe polare Theilnng der Odftrahlen felten ganz rein und meifiens mit Od vom andern Pole) wenn auch nur fchwach) doch unverkennbar vermengt fer). Hierauf werde ich fpäter zurückkommen. (Unten F. 2399.)

F. 1288. Endlich gab ich der Frl. Aßmannsdorfer ('00) auch noch Sonnenlicht zu prüfen) das von dem braunen Holze eines polirten Tifches reflektirt und dadurch polarifirt worden war. Sie fand es rechts zwar kühl) jedoch mit Beimifchung von Läue) die ihr neben der Kühle Ameifenlaufeit) befonders rückwärts den rechten Arm hinauf verurfachte. Hier war das reflektirte Licht unvollftändiger polarifirt als durch 10 Glastafeln und überdieß von Wärmeftrahlen begleitet; die Wirkung mußte alfo unreiner ausfallen.

F. 1289. Aber am entfchizedenften fprechen fich hierüber Verfuche mit geodetem Waffer aus. Vo*n zwei Gläfern) mit Waffer gefüllt) ftellte ich das eine in die durchgelaffenen Sonuenftrahlen) das andere in die zurückgeworfenen) ließ fie fünf Minuten darin ftehen und gab fie dann der Frl. Zinkel ('70') zu koften. Sie fand das aus dem durchgelaffenen Sonnenflrahle kommende lanwidrig und ekel) das aus dem zurückgeworfenen kühl und angenehm und zwar beides in ziemlich ftarkem Maße. - Daffelbe that ich ein andermal mit Frl. Martha Leopolder (77) mittelft 9 Glasfcheiben. Die Waffergläfer ließ ich 10 Minuten in beiderlei Strahlen. Beim Koften fand fie das aus durchgelaffenem Lichte bitterlich und lanwidrig) das aus znrückgeworfenem kühlig) frifch) rein) angenehm. -- Ganz ebenfo Hr. Klein ('70). - Hr. Johann Leopolder (m) erklärte das vom durchgelaffenen

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