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bei Frl. Aptnanttsdorferfi") Wenn ich bisweilen Abends zu ihr auf ihr Zimmer ging. und das Licht. das ich in der Hand trug. fo auf ihrem Tifche niederfiellte. daß fie. da fie nur ein Licht bei fich hatte. nun zwifcheu zwei Lichter-n faß. fo löfclfte fie allemal eines davon aus. aber tiieht etwa aus Sparfamkeit. fondern unter der Angabe. daß ein zweites Licht fie beläftige. Ich hielt es kurzweg für eine ,weibliche Eapriee. Später fiel mir die Sache wieder ein und ich fing an. die Mögliclfkeit eines odifchen Grundes zu ahnen; ich ftellte der Frl. Jofeplfitie Geraldiniito") zwei brennende Kerzen vor. die eine links. die andere rechts neben fie auf den Tifch vor ihr. Dieß duldete fie nicht. erklärte die rechtsftehetide Kerzenflantme für widrig. nur die linke für behaglich und blies die Erftere aus. - Gleiches that ich bei Hrn. Fichtner (m). Er fchüttelte den Kopf und ftellte das rechts ftehende .lkerzenliclft zu dem littksftehenden. beide dicht neben einander; er könne kein brennendes Licht rechts vertragen. es erzeuge ihm auf diefer Seite widrige Empfindung und er ftelle immer beide links zufammen. wenn er Nachts arbeite. Nun war die Sache klar. Die Lichtflattttne etnanirte negatives Od; auf feiner pofitiven Linken war ihm dieß zuträglich. auf feiner negativen iikechten. als gleichnamig. tviderlich. Alfo war Frl. Aßmannsdorfer. die ich damals nicht begreifen konnte. fünf Jahre fpäter gerechtfertigt. - Später befiätigten mir daffelbe Frau von Littrow (U). Ritter von Siemianowskh (77). Hr. Schiller (37). Hr. Vrälat Freiherr von Schindleriwk) u. a. m.

F. 1223. Ein Schritt weiter ift es zu einem größeren offenen Feuer. Frl. von Weigelsbergfit). Zof. Geraldini (M). Dot-fer (73). Reichel (N). Weigandfis). Rupp (i7). Atzmantisdorfei-(ZZ). Friedrich Weidlielffii") fanden alle. wenn fie in die Nähe eines Feuers lauten. ftatt Wärme. vielmehr auffallende Kühle. Frl. Zinkel(2*) klagte. daß es fie oftmals. wenn fie fich dem Herdfener ttähere. durch den ganzen Leib kalt durchfchaitere. aber innner mehr links als rechts. Frl. Beyer (M) fagte mir eines Tages. fie miiffe mir eine fonderbare Sache anvertraut-tt. die fie Niemand gerne fage. Ich war ganz Ohr für das. was da kommen follte. Da theilte fie mir mit. fie habe die gegen andere Pienfchett ganz verkehrte Eigenfchaft. daß es ihr am Feuer ttientals heiß werde. daß fie daran braten könnte. ohne zu erwarmen. ivährend es ihr doch in winter-licher Kälte oftmals fo heiß werde. daß fie bisweilen ins Schwitzen gerathe, Sie hielt diefe Eigenheit. tvorin fie fich fo offenbar und feltfam von andern Bienfclfett ttnterfclfied. für etwas Suspektes; wir hier regifirirett es in der Wiffenfclfaft als ein ganz klares odifch normales Faktnm. _- Hr. Gnftav Atifchüß i") erinnerte fich aus dem Soldatenlebetc. daß es ihm im Officiersdiettft oftmals als eine fehr fonderbare Sache aufgefallen fey. wenn er des Nachts bei großen Signalfeuern felbft in ziemlieh geringer Ferne geftaudett. allemal Kühle empfunden habe. wenn feine Kameraden alle warm hatten. ja. daß dieß foweit ging. daß. wenn er vorne auf der der Flamme zugekehrten Seite Kühle fühlte) er gleichzeitig im Rücken) alfo auf der vom Feuer abgekehrten Seite Wärme empfand. Dieß hatte er der Seltfamkeit und Uitbegreiflinikeit wegen non) nan) vielen Jahren im lebhaften Gedächtniffe. - Hr. Delhez (0') man)te die hübfche Beobachtung) daß) wenn er mit feinen Fingerfpiheit einer Kerzenflancme fin) fo fehr uäherte) daß fie ihn zu brennen anfing) er zwar äußerlich die Hitze des Feuers fühlte) gleichwohl gleichzeitig Kühle im Innern der Hand empfand, Die firahlende Wärme vermon)te nur auf der Oberfläche fin) abzulagern) die Odwirkitng der Krrzeuftanmte aber drang hinein in das Innere) und fo konnten beide Temperaturen iceben einander fühlbar und deutlich uuterfcheidbar werden.

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Die ftrahleude Wärme alfo) fotvohl von der Flamme der Kerzen) als von der von Argandifehen Lampen) offenen _oder in Glas eiugehüllten) oder von freiem Holzfeuer herrührend) gibt den Senfitiven kühl) und zwar auf der rechten Seite fchwach kühlig bis laulich) auf der linken aber ftark kühl bis fchaudernd kalt durch Mark und Bein) führt alfo fiarkes negatives Od in ihrem Gefolge. * ' x

H. 1224. Es bleibt uns nun noch die ftrahleude Wärme) weln)e nicht von ihrem Quell) dem Feuer) unmittelbar_ her-rührt) fondern welche von erwärmten anderweitigen Körpern ausgeht) wie von Zimmerheizöfen) Bügeleif en u. dgl. Frl. Atzmamcsdorfer (i0) klagte) daß es ihr am Ofen niemals warm) fondern nur klappernd kalt werde. -- Frl. Reichel (74) hörte in) oft erzählen) daß wenn fie Winters von der kalten Straße ins Zimmer komme und fich am Ofen wärmen toolle) es ihr nun erft recht innerlich kalt werde) daß ihr jetzt im Zimmer erfi die Finger fteif werden und daß fie deßhalb) um fich zu wärmen) nie zum Ofen gehen dürfe) fondern nur durch fchnelles Laufen im Zimmer auf und ab händereibettd warm bekommen könne. _- Frl. Jof. Geraldini(770)) Winter (27)) Dorferfü)) Zinkel("7')) Frl, von Weigelsberg (*0. 72)) Frau Baronin von Teffedik) Frau Kienesberger (70)) Baron Auguft von Oberländerfiti)) Weiblich (02) -) Czapek u. a. klagen alle) daß fie fich am Stubenofen nie erwärmen können und daran noch immer frieren) wenn anderen fchon längfi Genüge gcthan ift. Frau Kienesberger meinte) fie würde die Hände in den Ofen hineinhalten und doch immer kalt behalten, - Hr. Enter (0') kannte fehr gut die eigenthümliche Kühle eines geheizten Ofens; nie gab ihm ein Ofen) dem -er fich uäherte) fogleich warm) fondern zunächft immer kühl und dann erfi nach einiger Zeit empfand er Wärme. *- Hrn. Steiger (70) war die Schwierigkeit) fich an geheizten Oefen zu erwärmen) längfi und von Jugend* auf bekannt. - Hr. Leopolderfi") klagte fein ganzes Leben über) daß er an keinem Ofen warm werde; wenn er reich genug wäre) meinte er) würde er fin) den ganzen Winter mit vier Oefen uucftellen) um doch endlich einmal erwarmen zu können. - Bei der Frl. Mair (m. M) fiellte ia) im Juni 1844 eine Kupferblechplatte fenkrecht auf. mit der Fläafe gegen die Senfitive gekehrt. verband einen Draht damit. deffen Ende ia) ihr in die Hand gab. und ftellte drei brennende Wachskerzen ganz nahe hinter die Platte. Nach kurzer Zeit zog durch den Draht angenehme Kühle in die Hand des Mädajens. nicht ftark. aber fehr wohlthtiend. Der Verfuch wurde mehrmals wiederholt. 7

F. 1225. Wie weit diefe impouderabeln Strahlungen fich erfirecken. davon will ich nur einige Beifpiele geben. um fich eine vorläufige Borfiellung davon maafen zu können. Die Frl. Weigand ('7) fühlte die Kühle einer brennenden Kerze quer über das ganze Zimmer. in welchem ia) mich bei ihr befand; weiter konnte ich mich damit nicht entfernen. - Frl. Mair empfand dieß auf die zwei Zimmerläugen. welche ia) bei ihr mich zurückziehen konnte. -- Frl. Reichel. Atzmannsdorfer u. a. fühlten eine Argandfaje Lampe auf zwanzig bis dreißig Schritte weit. Aber wir find hier nicht an der Flamme. fondern an warmen dnnkeln Körpern. _ Der Frl. Reiche( ('82) feste ich ein kaltes Bügeleifen vor. feine Bodeufläaje ihr zngekehrt. Die Wirkung des Metalles empfand fie in ihrem damalig reizbaren Znfiand auf die Entfernung von 74 Fuß. Run gab ich in feine Höhlung einen glühenden Eifenklumpen. Sogleia) mußte fich die Senfitive weiter entfernen. wenn fie die Tragweite des fia) erwärmenden Bügeleifens fefthalten wollte. Bis es zu feinem ?Maximum der Erhißung geftiegen war. gelangte fie bis in die Entfernung von 170 Fuß. was ihr die Lage meiner Wohnzimmer erlaubte. deren Thüren in gerader Linie liegen. Die Erwärmung von etwa 200" ll. fieigerte demnaa) die odifche Tragweite auf nahe das Doppelte. Und es bedurfte gegen eine Stunde Zeit. bis jene mit der allmäligen Abkühlung des Metalls wieder auf 74 Fuß nahe kommen konnte, - Einen andern Berfuch machte ich mit derfelben Frl. Reichel ("*"') bei geringeren Temperaturdifferenzeu, Ein längliafes kupferues Gefäß. etwa zwei Fuß lang. worin man größere Fifafe zu fieden pflegt. nahm ich aus der K-üafe und ftellte es am Ende einer Zimmerreihe auf den Rand eines höheren Tifches. und füllte es mit kaltem Waffer von 7'* li. Die Seite. wela)e es der Senfitiven darbot. betrug beiläufig 1'/, Ouadratfuß. Sie empfand die Wirkung der Kupierfläclfe auf 46 Sanitte. Nun nahm ich das kalte Waffer heraus und erfepte es durch fiedend heißes. Nun wia) die Senfitive auf 210 Fuß zurück. bis fie die Tragweiten der heißen Kupferwanne erfaföpft fühlte. Um dieß zu controliren. nahm ich das heiße Waffer naa) einiger Zeit heraus und erfepte es wieder mit kaltem von 7" li.. ohne daß die Senfitive. die in der Entfernung von mehreren Zimmern fia) befand. ioiffen konnte. was ich da vorkehre. Nun ließ ich fie wieder den Standpunkt der äußerften Tragweite fuafen, Es dauerte nicht fehr lange. als fie bei 47 Safritteic Stand faßte. alfo faf't genau auf derfelben Stelle. von wo wir ausgegangen waren. Die Probe war alfo von toundervoüer Schönheit. -* Jetzt warf ich Eis in das Waffer. Als daffelbe auf + 6o [i. gefunken war. *war fie um ungefähr 10 Fuß näher gerückt; bei + 47* lt. ftand fie wieder um 20-Fuß näher. fo daß fie bei + 3" [i. um-32-34 Fuß fich im Ganzen hatte annähern müffen. um immer gleiche Wirkung. d. i. das Ende der odifchen Tragweite zu empfinden. Dieß beträgt demnach auf 1o li. nicht ganz 10 Fuß. Auf fchärfere Genauigkeit muß man bei diefen Borunterfuchnngen keine Anfprüäye machen; dieß ift Sache künftiger Rechnungen.

Z. 1226. Nun. die odifchen Strahlungen erwärmter Körper reichen weit. gewiß überrafchend weit, Sie find links kühl und wirken negativ auf die fenfitive Gefühlsempfänglicffkeit.

F. 1227. Die Wärme alfo ergibt fich als ein wirkfames Agens odifcher Bewegung im menfclflickoen Leibe. Sie wirkt odpofitiv. wenn fie in erwärmter Luft. in e-rwärmten Flüffigkeiten. in erwärmten fefien Körpern. welche der Leibestemperatur nahezu gleichkomnten. mit fenfitiveu menfchlichen Gliedern in Berührung kommt. d. h. wenn fie als m i t g e t h e i lte W är m e uumittelbar wirkt. Sie wirkt odnegativ. wenn fie mittelbar in Anwendung kommt. *wenn fie in einen mit menfchlichen Gliedern in Berührung ftehenden Körper einzieht. jedoch in einen von diefem fo entfernten Theil. daß fie nicht als Wärme empfunden werden kann. d. i. in einen an einem Ende gehaltenen. am andern Ende erhitzten Stab von beliebigem Stoffe. oder in einen entzündeten Holzftab; ferner odnegativ als fi r a h l e n d e W ä r me. fey es. indem fie unmittelbar ihrem Quell. dem Feuer entfirömt. oder indem fie von erhitzten Körpern ausftrahlt. Als folche hat fie eine Tragweite. die fich für hochfenfitive Perfonen auf verhältnißmüßig anfehnliclye Entfernungen fühlbarerftreckt,

Dieß als die Thatfacheic. Die Aicalhfe derfelben. wie vie( davon der Wärme und ihren Bewegungen an fich zukomme. oder aber wie viel davon auf Rechnung der dabei miteintreteicden Aenderungen im Eohäfions-. im Affinitäts-. im Elektricitätszufiande. auf die des Ehemismus im Feuer u. f. w. zu fehen fey. welche alle. wie wir wiffen. Od aktiviren. liegt im tveiteic Felde künftiger Forfchungen,

k). Die Reibung.

F, 1228. Mit der Elektricität und der Wär-ne fieht die Reibung in fo inniger Verwicklung. daß es fchwer fallen würde. zu entfcheiden. ob die odifchen Wirkungen. die fie hervor-ruft. ihr eigen fehen. oder ob fie der durch fie hervorgerufenen Elektricitiit oder Wärme. oder den Eohäfionsverändetungen

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