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blauen und violetten Lichte) den rechten Fingern u. f. w. entfirönte. Es war diefe Kühle ganz ebenfo einfchläferctd für fie ('“2)) wie jede andere odnegative Kühle es zu feyn pflegte) und hier fo fiark) daß fie fich des Schlafes ttieht zu erwehren vermochte und mir Frl. Ahmannsdorfer nnter den Berfun)en in der That alle Augenblicke einfn)lief) wie unter den Wirkungen der ftiirkfien Fortfiriche. Es fn)ien keine fchlagenderen Beweife für die odnegative Wirkung der pofitiven Elektrieität aus Spihen auf denzntettfehlichen Organismus geben zn können.

Ü. 1175. Die Tragweite diefer Kühle prüfte ich bei Frau Kienesberger("'i)-u1td Frl. Qieichelfik). Erftere fühlte fie erfi bei 45 Schritten Abftand erlöfchect. Letztere empfand eitte elektrifirte Eifenplatte auf die Entfernung von 50 Schritten.

Deu negativen Elektrophorknchen empfand Frl. Reichel (77) einmal auf 20 Schritte Abftand) ein andermal (l7) bei gefchärfter Reizbarkeit auf 50 Schritte Etttferntcng Läue entfenden.

Z. 1176. Alle diefe Verfun)e liefern uns jedoeh nur die Erftwirknng und die vorwaltende Wirkung der jedesmaligeit elektrifchen Atmofphäre. Genauer geprüft) und beide Seiten des menfchlin)en Leibes) wie fie dent Eondnktor oder dem Elektrophor gleichzeitig entgegengehalten werden) in Oiüekfieht gezogen) ergaben die Verfun)e) die ich dießfalls actfiellte) bei Frl. Zinkel (""“)) daß) wenn fie) dent geladenen Eonduktor langfant entgegengehend und beide Körperhälften in glein)en Abftändett ihm darbietend) bloß ihrem allgemein vorherrfchenden Gefühle Gehör gab) fie nur Kühle zu empfinden meinte. Richtete fie aber ihre Aufmerkfattckeit auf eine Bergleinncng ihrer beiden Seiten) fo überzeugte fie fich) daß fie diefe Kühle nur auf ihrer rechten Körperhälfte fühlte) nin)t aber auf ihrer linken) fondern daß hier vielmehr fchwaehes Läuegefühl fiatt hatte. *- Die Frl. Beyer (M) hielt in) einige Zeit in einem benachbartett Zimmer) trieb mittlerweile die Elektrifirmafchicie unt) zerfireute pofitive Elektrieität in die Luft und ließ fie dann hereinkommen. Sogleich erkannte fie die gefantmte Luft des Arbeitszimmers ftark kühl und das Kühlegefühl nahtn zu) wie fie fin) dem pofitiv geladenen Eonduktor näherte. Als ich fie aber ermahnte) ihre beiden Körperhälften zu beachten und. zu vergleichen) erkannte fie foglein) die Kühle nur auf ihrer rennen Seite) wie kühlen einfeitig wirkenden Zngwittd) auf ihrer Linken aber fn)waches Läue

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g gefühl) das von dem lebhaften Kühlegefühl der Rechten nur überfn)rieen

wurde. - Verfuhr ich ebenfo mit Hrn. Leopolder("7)) fo bekam ich ganz diefelben Erklärungen. .

Z. 1177, Zu deffen weiterer Bekräftigung ließ ich die Frl. Zinkel (""7)) Beyer (M) und Hrn. Leopolder (205) im Finftern dem Eondtiktor mit ausgeftreckteu Fingern langfam eittgegengehett und ntit den Nägelfpißen Büfchel auffangen) indem ich die Scheibe fortwährend tnndrehte. Nun war die

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und ließ fie beide zugleich an den Eondnktor anlegen. während ich die Elektrifirmafäfiue in rafehen Gang fehle. Anf diefe Weife mußte ihr in jede Hand pofitive Elektricität ftrömcn. Sie fand daß ihre Linke lau* ividrig. ihre Rechte kühl und erfrifchend influeneirt wurde. - Daffelbe that ich mit Frl. Zinkel(""*). So wie ich die Glasfcheibe nmdrehte. fühlte fie im erften Augenblict links kühl. rechts lau: dieß dauerte aber nur eine Sekunde als fie fchon dauernde ftarke Läue links mit Grufelu eintreten fühlte. rechts aber eine feine Kühle.

Zur Gegenprobe ifolirte ich das Reibzeug und leitete den Eondnktor in den Erdboden ab. Als Frl. Beyer (M) und zwei Jahre fpäter Frl. Zinkel(""") mit zwei Metallftäbcn die negative Qieibzeugfeite berührte. empfingen beide die entgegengefeßten Einwirkungen: links kühl und rechts lan mit Grufeln. (Aueh hier war die Erfiwirknng einen Augenblick umgekehrt und dann erft trat die eonftatite angegebene ein. lvovon die Urfaehe mir nicht völlig klar ift.)

H. 1179. Eine vierte Methode. diefe Verhältniffe anfzuklären fchlug ich damit ein. daß ich der Frl. Geraldini (M) eine Kleiftfehe Flafche in beide Hände gab. diefe gleichförmig an die äußere Belegung anlegen ließ und dann innen mit dem Condnktor verband. Während nun hier die Ladung der Flafche vor fich ging und dadurch der Abfchluß pofitiver Elektricität auf der äußern Beilegung bewirkt wurde. empfand die Trägerin ihre linke Hand lauwidrig angeregt. die rechte aber kühl und angenehm ergriffen. - Ebenfo ward diefer Bel-inch von Frl. Atzmannsdorfer (M). Beyerfiti). Zinkelitlil). dann von Hrn. Leopolder(“") und von 1).-, Piachold beantwortet. Und als ich eine innen pofitiv geladene *Flafclfe der Frl. Zinkel (W20). Hrn. Leopolder ('97). br. Piacholdii") in beide Hände gab. mich ihrem Knopfe mit einer Mefferfpihe näherte und fo durch Ansfangung von pofitiver Elektricität von der innern Belegung der negativen Ladung der äußern Belegung pofitive Elektricität langfam znfiihrte. fo empfanden die Senfitiven uucgekehrt links Kühle, rechts Läue ihre Hände ergreifen; wo die Elektricität alfo aus den Händen herausgezogen wurde. bewirkte fie auf der pofitivett linken Hand mittelft negativer Reaktion Kühle. aus derfelben Urfache auf der negativen Reclften Läue mit Grnfeln. - That ich nun daffelbe an dem negativ gemachten

Eonduktor) fo erhielt ich von Frl. Zinkel ('““')) fowohl bei der Ladung) als bei der durch Ausfangung bewirkten Entladung der Flafche) diefelben Ergebniffe) aber alle mit umgekehrten Werthzeichen.

F. 1180. Aus allem diefem-geht überall hervor) daß pofitive Elektricität im Znfluffe zu Händen und Armen pofitives Od in Thätigkeit fedt) negative Elektricität dagegen negatives Od.

F, 1181. Hier langen wir bei einer kurzen Unterfunmng der unmittel- *

baren Durchleitung elektrifcher Ströme durch den Leib und von einem Pole zum andern an. Betrachten wir zuerfi den Reibnngsftrom. »*Ich ftellte Hrn. Leopolder ('90) vor die Elektrifirmafchine und führte den Reibungsftrom durch ihn hindurch) indem ich feine rechte Hand mit dem_ Eondukter) feine linke mit dem ifolirten Reibzeuge burn) Drähte verband. Sobald er fich über die dadurch erzeugten Empfindungen klar war) wen)felte ich die Berbindungsdrähte in der Weife) daß nunmehr feine Linke mit dem Eonduktor verbunden war) feine Rechte aber mit dem Reibzeuge; Auf die Frage nun) wie fin) diefe beiden Stromriwtungeit zu einander verhalten) erklärte er die) wo der Eonduktorftrom von der Rechten zur Linken nach dem Reibzeug ging) für die znträgliche) ihm angemeffene und behagliche; die andere dagegen) wo der Eondnktorfirom-von der Linken zur Rechten nach. dem Reibzeug geleitet wurde) für ncißbehaglin)) kopfeitittehmeud und bruftbeklencmeitd und überhaupt widrig. - Derfelbe Verfun) mit Frl. Zinkel ('““) vorgenommen) ergab ebenfalls bei der pofitiven Stromrichtung von der Rennen zur Linken angenehme Empfindung) bei der umgekehrten aber) von der Linken zur Rechten fehr widriges Grufeln und führte unverweilt zu Magenkrampf) fo daß ich fchnell den Berfnn) endigen mußte.

F. 1182. Dieß wiederholte ich aufmerkfatn und oftmals mit Frl. Armida f") und Jofephine Geraldini (*“)) Beyer (W)) Zinkel (W7. W3)) Atztnannsdorfer (m. f". "7)) dann mit der Freifrau von Natorp (7*)) den Hrn. Kotfchh (is. f7)) Richard Schuler ('")) l)r. Machold (Ü). Delhez ('05)) Klaiber (“)) Leopolder (98.99) und Friedrich Bollmann ('-*'). Wenn fie fo vor der Elektrifirtnafnfine fianden) daß fie in der-Rechten eine Drahtleitung vom Eonduktor her hielten) in der Linken eine vom ifolirtcn Reibzeuge) und ich die Mafchine in Gang feste; fo erklärten alle einftintmig) daß fie in der rechten Hand vom pofitiven Eonduktor her Kühle) in der linken beim Reibzeug Läue empfanden. Aber wenn ichdie Drähte in den Händen wechfelte) erhielt ich häufig damit nicht gut zufammenftimmende Erklärungen. Um diefe zu heben) nahm ich mit Frl. Zinkel (M7) einelNevifion mit aller Genauigkeit vor. Hatte fie den Eonduktordraht rechts) den ifelirten Reibzeugdraht links) fo war der erfte Anftoß wider Erwarten allerdings rechts warm) links kühl; aber dieß dauerte nur einige wenige Sekunden) als es fchnell

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F. 1184. Gegenprobe hoffte ia) nun vom hhdroelektrifchen Strome zu erlangen. Erfi ließ ia) ein einfaans Element. in beiläufiger Größe einer kleinen Hand. dann ein anderes von 1 Ouadratfuß prüfen. Bei beiden war der Zink auf die eine von beiden Ktipferflächen aufgelöihet, -- Hr. Profeffor Huß (“) befühlte das große Element mit beneßtem Daumen und Zeigefinger; er empfand wohl eine Einwirkung auf feine beiden Finger. eine ftrönieude Regung darin. vermochte aber weder lan noch kühl zu itnterfcheideu. Hr. 0|'. Huß fieht aber auf den Stufen der fa)wächfien Senfitioität und wir finden bei ihm nur gerade den Anfang der odifchen Wahrnehmungen. Hr. Delhez (Wi). fafon etwas ftärker fenfitiv. bei gleichem Verfahrenfand mit der reauen Hand die Zinkfeite feinem Daumen feine Kühle einflößen. die Kupferfeite fühlte er an feinem Zeigfinger nicht; mit den linken Fingern gab wieder die Ziukfeite kalt in feinen Zeigefinger. die Kupferfeite wirkte auf den Daumen nicht tnerkoar. - Frl. Erneftiue von Martins (') erfuhr an der rechten Hand ganz daffelbe. In beiden Fällen hatte alfo Zink Kühle gebracht. Kitpfer aber war iudifferent erfchienen. aber wohl nur aus Schwäche der Reizbarkeit der Beobachter, Freifrau von Augnftin (fi). Frl. Mair (mi). Geraldini (“, W). Zinkel ("L ß72). Glafer (M). flfoppe (*5). Beyer (i7. M). Aßmauusdorfer (M, m). Reianl (*9). Hr. Steiger (*5). Guftab Anfafiih (M). Sturm (i2). Klein (*3). Alfred Geraldini (U). Freiherr A. von Oberländer (M). 1).-, Löw (k). Fiaftuer (W). Prof. Unger (“). Enter (7'). Leopolder ('05). alle diefe Senfitiven. indem fie theils mit dem Daumen und Zeigfiuger der rechten Hand. theils mit denen beider Hände nach einander das Element prüfte... erklärten." daß fie immer in jenem Finger kühler fühlten. der an das Zink angelegt war. lattliäje Wärme aber in dem. der gleichzeitig die Kupferfeite berührte. Mit Frl. Geraldini (M). Zinkel (N9). Beyer (M. 997). Hrn. Enter (79) nnd Leopolder (**“) ftellte ich den Berfuch vierfach abgeändert an. nämlich mit der linken und der rechten Hand. und an jeder fo. daß einmal der Daumen am Zinke und die Finger am Kupfer. das andermal umgekehrt. die Finger am Kupfer und der Daumen am Zinke anlagen. Immer aber bekam ich diefelben Antworten: der Zink wurde kühlig. das Kupfer laulich empfunden. Hr. Richard Schuler (W). der auf diefelbe Weife das Zinkkupfereletnent vierfach befühlte. fand es an feinen linken Fingern aui Kupfer kühl. am Zinke gleichzeitig -minder kühl z an feinen rechten Fingern am Zinke kühler. am Kupfer minder kühl. _

F. 1185. Diefe Berfucije änderte ich dadurch ab. daß ich eine Anzahl Senfitiver ein Smeefches Element befühlen ließ. beftehend aus einer ifolirten. niit Platininoor überzogenen Silberplatte. deren beide Seiten unter fich verbundenen verquickten Zinkplatte-u gegenüber gehalten waren. ohne daß fie fich berührten. das Ganze in verdünute Schwefelfäure getaucht. Die beiden Drähte. die von den Metallen ausgingeti. legte ich in die Hände des Hrn. Guftav Anfchiitz (M). Hatte er den Zinkpol in der Rennen. den Silberpol in der Linken. fo empfand er dort nichts. hier aber warm; wechfelte ich die Polardrähte- in feinen Händen. fo daß der Zinkpol in feine Linke kam. fo fühlte er hier nichts. in der Rechten aber warm; immer alfo da. wo der nach diefer Anordnung elektropofitive Silberpol lag. wurde er warm influenzirt. da wo der Zinkpol lag. erkannte er keine Anregung. d. h. am Zinke äußerte fich niederere Temperatur als am Silber. -- Ich gab die Polardrähte in die Hände der Frau Baronin von Natorp ("). der Frl. Atztnannsdorfer (M. M. ***. "i, *'3). Zinke( (M. 7“. M). Dorfer (71). Winter (*'). Mair (W). des Hrn. Kotfchh (*9). Enter (fi). Baron Augnft von Oberländer (*9). Bollmann (9i). Weidlict) (***'*) und zwar fowohl die Zinkpole in die Linke und gleichzeitig die Silberpole indie Rechte. als auch umgekehrt, In beiden Fällen wurde immer da Kühle empfunden. wo der Zinkpol fich befand und Läue tvo der Silberpol; unberückficlftigt ob die Hand. welche die Polardrähte hielt. eine linke oder eine rechte war.

F. 1186. *Dieß dehnte ich fofort auf kleinere und größere Boltafclje Säulen aus. Der Frl, Mair (mi) gab ich 9 Elemente. Aßinannsdorfer 3. nnd 16 Elemente. dem Klaiber (*9) 40; Friedrich Weidlich ('53) 40 Zinkknpferelemente mit Salzfilzen von */. Ouadratfuß zu prüfen. Die Frl. Beyer (M). Ziukel (M) führte ich vor einen Smeefclfen Apparat von 6 Elementen. jedes von ungefähr *./2 Onadratfuß. ebenfo Hrn. Leopolder (*9*). Frl. Geraldini (**") vor einen Smee mit 12 Elementen. Freifrau Pauline von Natorp (73). Hrn. Enter (*6) nach einander vor ein Smeefches Element. dann

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