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fie alle fo gebaut find. daß man im Parterre ntit dem Rücken gegen Weft gekehrt fiht. Solches ltegegnete der Frau Fenzl (“) und vielen andern Senfitiven oft genug in Kiratetc. wo ntan int Parterre immer tttit dem Rücken naclt Weft gekehrt fiht. - Frl. Ahmannsdctrfer (M) war aus Armuth eine Zeitlang genöthigt. fiat auf die Klinik der Wiener Univerfität bringen zu laffen. Zur Zeit des ärztlichen Befuches ward fie von einem Schwartne von 50 bis 60 Studenten tnnftandeit. Die Einwirkung fo vieler Menfchen auf fie war im erften Augenblicke kühlend. fogleich aber trat Sättigung ein ttttd nun folgte Lauwidrigkeit. Erhihuttg. Pulsbefatleutiiguttg. geröthetes Geficht. Magenweh. Kopffatnterz. und wenn die Leute tticht iveggittgen. jedesmal Ohnntaatt mit Beginn von Krämpfen. - Ich habe fchon erzählt. daß der Frl. Zinkel von Befatäftigung mit Kupfergefatirre oftmals übe( wurde. Ich tuacltte eine große kupferne Drahtfatraube nttd fteckte in der Ditnkelkammer einen Arm der Frl. Zinkel (M) hinein. um einen ltttdroelektrifaten Strom ltittdurch zu fiihren. So wie iat die Zivile nttr den Arm ltittauffcltob. ward ihr faton heiß und titagenübelz ich mußte die Rolle uuoerrichteter Dinge wieder abnehmen, Kaum war dieß gefatehen. fo wurde fie zweimal nach einander ohnmächtig. Als iat fie wieder zum Bewußtfetttt gebracht hatte. erfolgte eine tuerktviirdige Scene. Sie (740) wttttderte fich dariiber. daß iat Licht in die Kantmer gelafiett. da wir uns doat im Finftern befunden hätten. Ich hatte aber kein Licht eiugelaffen. und es war vollkommen Naatt int Zimmer. Die Senfitive aber. unter der Einwirkung der fo eben gefatwundenen Ohnmaatt befindliat. befaß ein fo gefteigertes Sehvermögen. daß fie im erften Attgenbliae alles liatt wahrnehmend. die Wand weiß. Holzmeublen dunkel. Metallgegettftäicde leuattend. fiat ein paar Sekunden lattg täufatte und ant Tage fiat zu befinden wähnte. Nach wettigett Augenblicken verlor fich aber diefer attßerordentliclte Zuftand. ihr Seltverntögen fank ntit ihrer Herftellttttg fatnell auf das gewöhnliche Maaß zurück und fie erkannte ihren Irrthunt. Man fieht aber hieraus. und die Gründe werde iclt bei den Lichterfcheinungett entwickeln. wie fehr die Ohnmacht ein odpofitiver Zuftand ift. Mit Frau Johanna Anfchüh (979) arbeitete iat einft itt der Dunkeltamnter. utcd hatte im Laufe einiger Stnttdett drei volle Oltntttachten ntit ihr durehzuntaateu. in denen fie mir jedesmal zu Boden ftiirzte ('00). Die erfte erfolgte. als iat ihr ein Stück Schtvefel von einigen Pfttndett iu anderer Abficht in die rechte Hand gegeben hatte. Diefer negative Stoff reagirte auf den negativen Arnt und fofort in Magen und Gehirn fo gleichnamig tttcd abftoßend widrig. daß er die reizbare Frau des Bewußtfettns beraubte. fie in Ohnmaatt verfehte uttd an die Grenze von Kräntpfett rückte. in welche fie jeden Augenblick zu verfallen gewärtigte Der Schwefel ltatte ihr dabei den ganzen rechten Arm fteif und ttubewegliat gemacht. Die beiden actdertt Ohnmachteu erzeugten größere Metallkörper. tttit denen iat fie befchäftigte. große Blechplatteit von Eifen. Kupfer. Zink. Eonduktoren einer Elektrifirmafhine u. f. w. Ebenfo verfhlimnieite Sonnenlicht und Sonnenwärme das Uebel. als ih fie (W) aus der Finfterniß in den fonnenhellen Tag nceiner Wohnzimmer gebraht hatte. - Frl. Bertha Fleifhei* (") legte ih kleine Gegenftände. wie einen Apfel von hehlem Wachfe. ein Stückhen Holz. Pappe. Papier. auf die Fiugerfpißen; nach ein paar Minuten erzeugten ihr diefe Staunngen des Odabfluffes Ohnmahten. die fih bei jedem Verfuhe wiederholten. - Die Frl. Ahmannsdorferfii") führte ich in einem verfinfterten Zimmer vor das Spektrum eines Glasprisnca. auf das ich ein Bündel Sonnenftrahlen hatte fallen laffen. Zh werde bei den Lihterfheinungen zeigen. welche merkwürdige Verfchiedenheit der Einwirkung die Farben auf Senfitive ausüben. Hier will ih nur in Kürze antieipiren. daß die ausfhließlihe Anwendung des grünen Strahls auf beliebige Körper-heile bei jener ven Magenweh. Kopffchmerz und Ohnmaht begleitet war; daß Frau Johanna AnfhütZ-(Ük) bei einem gleichen Verfuhe. wo fie einen Holzfiab in das grüne Liht hielt. eilen mußte. fich vor dem Eintritt einer Ohnmacht zu retten; daß Frl. Krüger(“f) vom grünen Strahl *des Moudlihtes zu verfhiedenen Malen ohnmächtig niederfank. ja daß fogar Frl. Zinkel-vom grünen Strahl der Sonne in Magenweh und Anwandlcmg von Ohnmaht gerieth. Diefe gewihtigen Erfcheinungen finden fih näher erörtert unten (F. 1302.) Ein mannsgroßer Stabmagnet ftehend und mit dem genSüdpol nah oben. verfehte die Frl. Sophie Pauer(5*). die Frl. Zinkel. lehtere oftmals. in Mageuweh. Kopffhmerz und bei einigem Verweilen an die Grenzen der Ohnmacht. Ebenfo ging es der Frl. Glafer ('70). wenn ih diefen großen Stabmagnet. während fie iu Normalrihtnng auf einem Kanapee lag. fo neben fie legte. daß der geuSüdpol anf ihrer linken Seite neben ihren Kopf kam. - Daffelbe endlih gefhah. wenn ih mih felbft neben diefe (W). oder die Frl. Krüger. Ahniannsdorfer. Zinkel umgekehrt und fo legte. daß mein Kopf zu ihren Füßen und meine Füße zu ihre-nc Köpfe kamen. gleihnancige Seiten zufammen; überall entftand Magenweh. Eingenotnmenheit des Kopfes und bald Beginn von Ohnmacht. bei deren Vorzeichen ih die Verfnhe begreifliherweife abbrah. i

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F. 974. Diefe Uebelkeiteu und Ohnmachten fhildern die Senfitiven ihrem Hergange nah ziemlih übereinftimmend. Es geht in der Regel vom Magen. öfters auh vom lkopfe aus. Niht felten beginnt es unterm Magen und fteigt dann zu ihm herauf; dieß beobahtete befonders deutlih Frl. Zinkel. Es find die Ganglien des Pfortaderfhftems. die meift zuerft von odpofitiven Reactionen angegriffen werden. Es entfieht dann .im Magen ein Grabelu und Wurln (nach öfterreihifher Mundart). als vb Würmer fih im Leibe durcheinander regten, Diefe wurniartige Bewegung. befonders auf der Magengrnbe. ifi fo ftark nnd fo entfchiedeti. daß man fie niht bloß als ein

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F. 976. Ueber die Natur und das Wefeic der Kräucpfe find die Phyfiologen und Aerzte bekanntlich noch in großer Verlegenheit) wenn nicht in Unwiffenheit. Aber woher diefe große Unbekanntfclfaft mit den innern Verhältniffen einer fo alltäglichen uud durch ihre Schrecken fo gefürchteten Erfcheinung? Eben daher) daß fie fich beharrlich iveigerten) fie von der Seite zu unterfuchen) von welcher ihnen fichtlich beiznkonuuen ift) nämlich von der fogenannten magnetifclfen. Wenn man fieht) welche wahrhaft wundervolle Gewalt das odifche Dhnamid über die meiften Krämpfe auszuüben im Stande ift) fo kann man nur ftaunen über die Vertiaclfläffigung) welche fich ivißenfchaftliche Aerzte und Bhhfiologeti hier haben zu Schulden kommen laffen. „Lug und Trug und Aberglauben" zu fchelten haben fie fich nicht entblödet) was Gegenftand ihrer Bewunderung und höchfien Aufmerkfatnkeit zu fehn das gegründetfte Anrecht hat. Noch vor wenigen Tagen hat ein berühmter Vrofeffor der Phhfiologie in Wien) als er an das Kapitel vom fogenannten thierifctfen Magnetismus) d, h. vom Ode kam) feine Zuhörer mit folgenden Worten bedient: „Vom Magnetismus habe ich ihnen nichts zu fagen) denn _ es „exiftirt keiner." - Man kann folche eigenfinnige und thörichte Verblendung nur bedauern. -* Doch gehen wir an unfern Gegenftand!

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Ö. 977. Bei weitem die Mehrzahl der Senfitiven zeigte eine gewiffe Neigung zu Kräntpfen. Ihre Krankheitszuftände vergefellfchaften fich überall gerne und leicht mit Krämpfen. Höherfetcfitive leiden alle daran) ich wenigftens habe keine Ausnahme gefunden. Hr. Sturm (6)) ein fonft gefunder Mann) wird oft von Krämpfen befallen) die die Füße und Beine herauf bis in die Schenkel fich erftrecken. Frl. Dorfer (') bekommt bei geringen Anläffen in verfchiedenen Gliedern Krämpfe. - Bollmann (it) litt von Jugend auf von Krämpfen an Händen) Armen und Füßen. - Frl. von Weigelsberg (*8) wird nicht felten von Zungenkrämpfen befallen) die fie bisweilen mitten in gefellfwaftlickjer Unterhaltung plöplicl; fprachlos machen; jede Ueberrafcljctng ift im Stande) dieß Uebel ihr hervorzurufen. - Frl. Reichel (m) verfällt öfters in Lachkrämpfe) ebenfo in Weinkrämpfe) in Mundfperre und ähnliche Zufälle. - Frl. Winter (*3) leidet ebenfalls zeitweilig an krampfhaftem Lachen und Weinen) wovon ich felbft Zeuge war) wie bei Frl. Reichel. Ein Jahr früher) als ich fie kennen lernte) lag fie längere Zeit in Krämpfen regungslos) fo daß man fie fiir todt nahm und beinahe lebendig begraben hätte. - Ritter von Sidorowicz (it) leidet oftmals an Bruftkrämpfen. - Frl. Zinkel) Beyer) Martha Leopolder) Sturmann u. a. werden alle Accgenblicke von den geringfügigften Dingen) auf die man kaum achtet) von Krämpfen beläftigt. - Frau Baronin von Natorp (fi) machte nach einem Wochenbett eine Krankheit durch) in der fie 40 Stunden lang im Starrkrampf regungslos lag. So könnte ich noch viele Beifpiele aufzählen. An fich ift hieran nicht Befonderes; jedermann kann von folchen Krämpfen befallen werden; hier hebe ich bloß heraus) daß eben diefe Zufälle vorzugsweife die Senfitiven befallen.

F. 978. Die Uebergänge von Magenweh und Kopffchmerz zu Kr ämpfen) bald durch Ohnmacht) bald ohne diefelbe) find fehr mannigfaltig. Frl. Nowotny (9) litt Jahre lang an Kopfweh ohne Krämpfe; dann ließ der Kopffchmerz nach und Krämpfe traten ein, - Frau Johanna Anfchüß (*0) litt ihre Iugendjahre über faft beftäudig an mehr oder minder heftigem Kopffckjmerz. Dieß hörte in einem gewiffen Zeitabfcljnitte auf und feßte fich in Krämpfe um) die bis nun ihr fortdauerndes Leiden ausmachen. - Bei andern dagegen) welche fich in ihrer Gefundheit befferten) nahm es

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Krätnpfen) jetzt wo fich ihre Gefundheit überhaupt gebeffert hat) haben fich die Krämpfe verloren) und dafiir ift ihr nun Kopffchmerz geblieben.

F. 979. Wir wollen nun die die Krämpfe der Senfitiven hervorbringenden Urfachen auffuchen und zufehen) ob und welcher gemeinfame odifche Einfluß dabei wahrgenommen werden könnte. - Daß Magnet Senfitiven Krämpfe zu erzeugen vermöge) wiffeu wir fehen vielfältig aus tneineit friiheren Utiterfnclfultgen mit Frl. Nowotny (7). Jeder Magnet) Huf oder Stab) pofitiver Be( oder negativer) wenn er eine Zeit lang auf ihre Hände geriänet war) machte fie fteif und erzeugte Krampf und zwar fihmerzlofen. Kleine Magnete) etwa von der Größe eines Fingers) mußten einige Minuten in ihrer Hand liegen) bis fie Krampf bewirkten und ihre Finger znfammenfchniirten, Größere bewirkten dieß fchnell; fehr große brachten fo heftigen Krampf hervor) daß die Finger den Magnet mit großer Gewalt fefihielten und die Senfitive felbft nicht im Stande war) fich davon losznmachen. Sie ('73) pflegte in Abwefenheit ihres Arztes fich felbft mit einem Magnete Striche zu geben) um fich einzufchläfern. So war fie einmal iiber diefer Befchäftigung mit einem einblättrigen Hufeifen in der Hand eingefchlafen. Nach einiger Zeit wachte fie wieder anf; die Hand) loelche noch immer das Hufeifen hielt) war ganz kalt) weiß und tinbeweglich geworden) feft angeklammert an den Magnet) den fie nun krampfhaft umfing und bon dem fie fieh nicht mehr losznuiaclfen vermochte. Diefer Krampf war völlig fchmerzlos und ohne Gefühl) und erftrecfte fich den halben Arm hinauf. Sehte man der Frl. Notootnh (*9) einen Hufmaguet auf die Augen) fo fchloß er ihr die Augenlider krampfhaft zu) und fie konnte fie fo lange nicht wieder öffnen) bis der Krampf nachließ. Brachte man ihr ein Hufeifen an die Zähne) fo ergriff Krampf ihre Lippen und preßte fie fo znfammen) daß fie im Reden gehindert war, Dieß Schloß Vapagencxs follte man ntanitfen Ehemännern verratheu. - Die Frl. Ahinannsdorfer (M) legte ich auf ein Kanapee auf den Rücken in Normallage. Dann legte ich ihr einen armlangen Magnetfiab über die Magengrube) den genNordpv( nach Oft gerichtet) folglich auf ihrer linken Seite befindlich; fo war der odnegative Vol auf ihrer odpofitiven Seite. Es war ihr dieß zwar nicht eben angenehm) doch nahm fie es hin nnd blieb dabei ruhig. Hierauf kehrte ich den Stab um) fo daß Magnetpole und inenfclfliclye Glieder gleichnamig auf einander trafen; dieß vermochte fie nur kurze Zeit auszuhalten; es entfiand ein lauwidriges Strömen naeh dem Kopfe) und ein kaltes nach den Füßen; Magenweh) aufgetriebener Magen mit Wnrtnbeivegung; Augenbrennen und Triefen; Uebelleit; Kopffchmerz und Krampfvorläufer) tvoranf ich abbrach, - Ich änderte den Berfuch dahin ab) daß ich den Stabmagnet neben fie ('97) legte) fenkrecht auf ihre Seiten gerichtet. War der negative genNordpvl gegen ihre pofitive Linke gerichtet) fo war die Erftwirknng angenehme Kühle; itach einigem Verweilen aber erfchien die Zweitwirknng der Ausgleichung und dann der negativen Verladung) Lauwärme trat ein) Uebelkeit im Magen) Kopffclnnerz) Krampfbeginn. Ziemlich ebenfo ging es) als ich den genSüdpol gegen ihre rechte Seite richtete. Legte ich dagegen den genNordpol gegen ihre rechte Seite) fo ward fie in rafcher Folge der bekannten Erfcheinungen von heftigen Krämpfe!! befallen, Legte

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