Abbildungen der Seite
PDF

eintreten. - Frl. Reichel (m). wenn fie bei gewiffen weibliaten Arbeiten auf eine tnetallene Stange heftig aufdrückte; bei Brefiuttgett wird pofitives Od freigemacht. wie ich fpäter zeigen werde. - Iofepha Safwarz ('). wenn fie eine fanvere Luft in der Hand getragen hatte. - Frl. Beyer (U) wurde fehr häufig von todten Fittgern befallen; ttnter andernt fogleich dann. fowie fie fia) ntit ihrer rechten Seite an eine gemauerte Zimmerwand anlehnte, Die rechte Seite und die Mauern find beide odnegativ. alfo gleichnamig und jede gleichnamige Reaction hat riickfiriclfartigett Charakter in ihren Folgen. Hr. Delhez f") bekam todte Finger. ttachdent er einen Thphus überfianden hatte und zwar in Gräfenberg bei Hrn. Vrießnih. fo oft er eitte kalte Douche erhalten und vollendet hatte. - Dann ergreifen fie ihn fogleich. fowie er die Füße in ein kaltes Bad feht. Dieß ift wieder eine von jenen negativen Reaetionen. die wie der Nückenftriat vorne naaf der Brufi. der Armftriat vorwärts naa) Hand und Fingern pofitiv wirken.

F, 924, Alle diefe Fälle gehen parallel neben mehr oder minder odgleichnamiger Reaction auf die betroffenen Finger.

F. 925. Ein bemerkenswerther Fall kommt öfters bei Frl. Aßmannsdorfer (m) vor; fie bekommt nämlich. wenn fie fchreibt. hättfig abgeftorbene Finger in der Hand. ntit welcher fie die Feder führt. Wie bei Frl. Reichel und Schwarz die Stärke. fo hier die Andauer der Nerven- und Muskelauftrengung erzeugt die Erfafeinung. Neben dent. daß die Finger fühllos werden. werden fie auch fieif und fchmerzlos krampfhaft. fo daß fie. fo lange dieß dauert. die Feder niatt mehr loslaffett kann. Todte Fittger und krampfhafte Affection kommen alfo hier aus einerlei Onelle, -- Vergleicht man hiemit einen attdern Anfall der Frl. Ahmannsdorfer (W) . fo findet man. daß felbft bloß moralifche Einflüffe int Stande find. todte Finger zn erzeugen. Ich war zugegen. wo ein fehr unangenehnter Brief. den fie empfing. ihr ttnverzügliat todtenblatce fiihllofe Finger erzeugte. deren Znftattd fich fofort über die ganze Hand crusdehttte. Ein anderntal wurde ihr (M) von einem frühern Arzte. den fie aufgegeben hatte. auf eine gröbliafe Weife begegnet; davon bekam fie zwei Tage lang todte Finger, - Aehnliches fand ia; bei Hrn. Sturm (7, "). So oft fich diefer. ein erfinderifater Optiker und Meafaniker. in tieferes Nachfinnen über meatanifche Aufgaben verlor. bekam er todte Finger. befottders immer zunächft den kleinen Finger.

Ö, 926. Kopfanfirengitng. Schrecken. Schreibattfirengung. alfo lauter faft rein geiftige Thätigkeiten erzeugten todte Finger.

F. 927. Herr Leopolderf") wurde von todten Händen und Armen bis zur Schulter herauf ergriffen. wenn er im Theater zwifaten vielen Menfchen ftand. und um fo ftärker. je ruhiger er fich verhielt. utcd dann hatte er bis zum folgenden Tage daran zu leiden. Die gleiatnantige Gegenwirkncig der ihn Uindrängenden und die Berladnngeic von diefen auf ihn erzeugten die heftige Wirkung auf ihn.

[graphic]

Hieher gehören noh todte Arme. dann todte Zehen. todte Füße und ganze Beine. Frl. Maix(") wurde früher täglich oftmals davon befallen. Als man fie mit Magneten behandelte. und fo lange ich den Gang ihrer Gefundheit beobachtete. nahm dieß fchnell ab. fo daß es täglih nur noch Einmal. bisweilen einen ganzen Tag lang gar niht vorkam. - Frl. Behet-(W) bekam oftmals todte Arme oder ganze todte Beine. wenn fie fich vergaß und fih mit der rehten Seite an eine Mauer-wand lehnte. - Frl. Atzmannsdorfer (M) wird häufig im Spätjahre. wenn die Herbftblätter fallen. von todten Händen und Füßen befallen. und zwar alljährlih, Diefe Zahreszeit hat einen mehr pofitiven Charakter. wie ich fpäter zeigen werde. »Fran Augufie von Littrow('). Frau Müller (*0) und Hr. Richard Schuler (*) werden von todten Fußzeheci befallen. - Herr von Offenheim (7). Hr. Major Philippi (“). Frau Preinreih (27) und Frl. Armida Geraldini (*5) bekommen niht felten todte Füße. Bei Frl. Barbara Hek (lb) erftreckt fich diefer Zufiand bis zu den Waden. bei Frl. Zofephine Geraldini (26) und Hrn. Leopolder (") bis zu den Knien herauf. Frl. Karhan (“'.") bekommt niht nur todte Finger und Füße. fondern bisweilen todte Lippen. todte Zunge und andere todte Glieder.

Z. 928. Ich wollte den Berfuh mahen. was negative Körper. kalt oder warm. in Kälte und in Wärme für eine Wirkung auf Finger hervorbringen würden. die zum Todtwerden Neigung haben. Zn dem Ende gab ih meiner Tohter (*. 7) zu verfhiedenen Malen ein großes Stück Schwefel von mehreren Pfunden längere Zeit in die Hände. Die Hände wurden kalt. bekamen Schwefelfiehen. aber nichts kam zum Borfhein. was mit todten Fingern auh nur im entfernteften Aehnlihkeit gehabt hätte. Herr Prediger Eckenfiein (w) konnte kaltes Waffer. Schnee und Eis in die Hände faffen und bekam keine todten Finger. fo wie er aber kalte Metalle anrührte. wurde er alle Augenblicke davon ergriffen.

Ein Mann in meinem Haufe bekam. während ich mit ihm *befchäftigt war. einen todten Finger. Es war der rehte Zeigfinger und entftand. nahdem diefer aus kaltem Waffer kam und abgetrocknet wurde. derfelbe Fall. wie ih ihn oben an Hrn. Steiger. Delhez. Köller und Frl. Aßmannsdorfer vorführte. (F. 923) Ich ließ ihn von Frl. Zinkelfiö") aufs Gefühl prüfen. Mit ihren linken Fingern fand fie alle Finger des Mannes kühl. ausgenommen den todten Zeigfinger. den fie lau empfand. Diefe Prüfung ließ ih fie in kurzen Zwifchenräumen fort nnd fort wiederholen; fie fand immer daffelbe. Ich ließ aber die Prüfungen fortfeßeic. bis der Finger die Genefung begann und endlih. feine natürliche Röthe wieder erlangend. gefundete. Während dieß vorging. nahm feine Läue ab. er wurde kühler. und endlich) als er in volle Herftellung übergegangen war) vollkommen eben fo kühl) als es die übrigen gefund gebliebenen Finger waren. Dieß trat erfi ein) als er fchon einige Sekunden lange roth geworden war. Der todte weiße Finger alfo) obgleich er thermofcopifch viel kälter war) als die gefunden rothen) war gleichwohl für das fenfitive Gefühl umgekehrt wärmer als die kühlen Letztem. Diefe waren odnegativ in ihrer Eigenfchaft als rechte Finger des Mannes) der todte Finger aber) lauwidrig) reagirte odpofitiv) und fchloß fich hierin der odifchen Pofitivität an) die wir überall im Krankfehn und in kranken Gliedern gefunden haben. Der kleine Fall ift alfo ein fchöicer weiterer Beleg für die gewonnene allgemeine Abftraktion.

[graphic]

F. 9287). Als Veglcitumfiände aller diefer Erfcheinungen ergaben fich noch:

er) daß nicht immittelbarer Contakt der Metalle nothwendig war) fondern z. B. bei meiner Tochter Hermine oftmals todte Finger eintraten) wenn fie kalte Metallgegenftände auch nur m it feinen Lederhandfclfuhen über den Fingern berührte;

f7) daß das Uebel tiicht immer fogleich) fondern oftmals erft einige Minuten nach der daffelbe veranlaffenden Urfache eintrat) nachdem z. B. die kalten Metalle fchon wieder aus der Hand gelegt waren; (Hermine "9, 2'))

7) daß es bei den Fingerfpißeic beginnt) die Finger) die Hand) den Arm hinanfzieht und den umgekehrten Weg wieder beim Verfchwitiden hinab nimmt) indem es die Fingerfpißen zuletzt verläßt',

(F) daß) wenn todte Finger wieder vergangen waren) fie durch diefelbe Urfache zwar in ihrer Dauer verlängert) aber einmal geheilt) unmittelbar darauf nicht willkürlich wieder erzeugt werden konnten; (jbict. 2|.) F. 921.

e) daß meine Tochter (7')) welche gewöhnlich den Fingerftrich in ihrer Hand nicht fühlte) den Strich über ihre todten Finger jetzt fehr ftark empfand) ungleichnamig abwärts kühl) aufwärts lauwidrig (F. 1545)) daß alfo während die Finger) die fonft Odfirich ciicht fühlten) gerade in den Augenblicken) in welchen fie für alles andere Gemeingefühl ftuitipf geworden) deu Odftrich empfaudeit) alfo während fie für gewöhnliehes Gefühl die Empfängliclfkeit verloren) die für Odbewegungen für fie aufging. Dieß ift ein Fingerzeig) der nicht genug accentuirt werden kann) und den ich deßhalb hier tviederhole;

7) daß Ebendiefelbe (*7. "') immer) wenn die Finger in der rafchen Genefung begriffen waren) das Ende des Anfalles daran erkannte) daß fie über die todten Finger deutlich eine Art kühlen Windes hinfiießen zu fühlen glaubte) eine den negativen Einwirkungen anklebende häufige Crfcheimcng;

72) daß Frl. Aßtnanttedorfer (M) fich felbft) wenn fie allein war) todte Finger damit zu heilen fnchte) daßfie die negative Spitze von großen Bergkrhftallen dagegen richtete) oder daß fie fehr odnegative Körper) wie Flußfpath) Kalkfpath) Schwerfpath ec. in regellofecc Stücken in die todten Finger faßte) oder daß fie fich die rechte Hand von Männern geben ließ) und diefe mit den todten Fingern eine Zeitlang fefthielt. Endlich

1J) daß) während das Gefühl abgeftorben war) die willkürliche Beweglichkeit doch fortdauerte) die Erfcheiuccng alfo nicht in den motorifchen) fondern ausfchließlich in den fenfibeln Nerven ihren Siß hatte.

Bon all diefen intereffanten Umfiändeu als Hauptergebniß herausheben

williclfzum Schluffe:

daß todte Finger überall nur vermöge odpofitiver Einwirkungen oder mittelft odgleichnamigen Reaktionen auf fie ftattfinden, '

11) Augenverdutckluccg.

F. 929. Bei einigen Senfitiven) befonders deutlich ausgefprocljeci aber bei Frl. Ahmannsdorfer (*")) kommt eine eigeuthüncliäie zeitroeilige Ber-finfterung der Augen vor) die mit Krämpfen und fenfitiven Erfcheinuccgeit ncancherlei Art zufammenhäicgt. Gewöhnlich tritt fie Nachuiittags zwifchen 3 und 4 Uhr ein) und zwar etwa 1'/) Stunde nach dem Mittagsefien. Es ward ihr (M) dann allmählig dunkel vor den Augen) nachnnd nach wurde alles fchwarz um fie her und verfank in Nacht. Dieß dauerte etwa eine halbe bis ganze Stunde) oftmals aber auch nur einige Minuten) dann ver.ging es wieder; das Augenlicht kehrte ihr langfam zurück. Diefe temporäre Fühllofigkeit des Augennervenpaares hat Aehnlichkeit mit den todten Fingern; eine lokale Remittenz in der Nerventhätigkeit.

i) Elufchlafeccde Glieder

F, 930. find eine Erfcheinnng) die faft jedermann trifft. Doch finde ich) daß Nichtfenfitive viel feltener davon befallen werden) als Senfitive. Unter diefen gibt es manche) die täglich und öfters an Einem Tage mehrmal von einfchlafenden Gliedern geplagt werden. Bei Frl. Beyer (m) geftaltet fich dieß in der Art eigenthümlich) daß) wenn fie nicht bloß die Schenkel) fondern) wenn fie nur die Beine über einander fchlägt) allemal derjenige Fuß einfchläft) welcher unten liegt. Im einen Falle ift er mit der Erde gleichnamig) im andern geräth er zivifchen zwei gleichnamige Gegenftände) zwifchen Erde und linken Fuß. _ Hier erhebt fich eine ioichtige Frage für die Weiterforfchung: die über das Verhältniß diefes Einfchlafens zum odifchen

Ameifenlaufen l-ei gleichnamiger Reaction. Es ift möglich und mir toahrfiheiulich daß beide, obgleich aus ganz verfihiedener Veranlafiung, doch aus gleichem Tiefgrunde hervorgehen, einer örtlichen Unterdrückung oder doch Schwächung der normalen Nervenfunction. Der Rlickftrich kann möglicher Weife hier ebenfo wirken wie eine Umerbindung,

[merged small][ocr errors][ocr errors][ocr errors][ocr errors][ocr errors]
« ZurückWeiter »