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diejenige) die mir die meiften Stacheln entgegenhielt und min) unzählige Male auf Irrroege abführte) bis ich endlin)) ohne die Geduld zu verlieren) die Herrfehaft über fie errang) d, h. ihre Gefeße ermittelte und ihren Einfluß gründlin) einfehen lernte. Wir werden fie fpäter von einem andern Gefinnspunkte non) einmal berühren.

F. 636, Demnach: - Die firein)ende Hand darf weder parallel der Strin)linie) non) ins Kreuz mit ihr über den Gefiricheuen geführt werden; in allen diefen Haltungen wirkt fie unvortheilhaft) fie muß in fenkrechter Richtung darauf fortgeleitet werden.

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Zu langfame Striche fügten der Kühle Lauwidrigkeit bei. - Gab ich der Frl. Beyer f". oW) zu rafche Fortfiriwe über die Arme herab) fo fingen nach mehreren Wiederholungen Krämpfe fich zu melden an; bei zu langfamen Strichen aber waren erft Beängfiigungen) dann die Krämpfe felbft in der That fogleich da,

H. 638. Diefe Beobachtungen gehen mit anderweitigen Erfahrungen gut überein. Ein zu fchneller Strich erzeugt in den Gliedern jene odifchen Pertnrbationen) denen wir fchon oben begegnet find. Es wird erfi Lauwärme vor dem Striche her nach vorne gegen Hand und Borderarm getrieben und hinten folgt Kühle nach. Da die odifchen Verladungen und Fortleittmgen aber leicht allzu fchnell vor fich gehen) fo gerathen diefe Vertheilutigen in eine gewiffe Unordnung) wenn fie durch Gefchwindigkeit übereilt werden und fich ihre Natur nach zu ordnen verhindert werden; laue und kühle Stellen kommen dann durcheinander) überftürzen fich gewiffermaßen und es entfteht ein unangenehmes Durcheinanderwurln entlang des Armes. - Zu langfamer Strich aber kann zerlegt werden in theilweife angemeffenen Strich und theilweifes Znnehalten. So wenigfieits läßt es fich betrachten. Beim jedesmaligen Znnehalten gefcbieht eine kleine Odverladung in widerfinniger Richtung) wenn die Hand flach auf dem Arme liegt) die einem vollkommenen) wenn gleich kurzen Rückfirime gleichkömmt. Stehen die ftreichetiden Finger aber) wie fie follen) fenkrecht auf dem Arme) fo ift die Ladung zwar nicht widerfinnig und darum in ihrer Wirkung auch weniger rückftrichartig) jedoeh immerhin fo groß) daß Abftoßung vom geladenen Theile aus eintritt) die vom Senfitiven lauwidrig empfunden wird) bei Hochfetifitiven aber bis zu Krämpfen fteigt) wie ich es bei Frl. Beyer gefehen habe. Ein deutliches Beifpiel gab Frl. Zinkel fü". '0"“). Wenn ich während des kühlenden Fortfiriclns meine Hand von Zeit zu Zeit auf ihrem Arme innehalten und einige Augenblicke liegen ließ) fo ließ unverzüglich die Kühle nach) und ohne Verzug folgten Lanwidrigkeiten und Grufeln auf dem Flecke. Setzte ich nun den Strich fort) fo verfchwand plötzlich die Läue) Kühle kehrte zurück) um fo wie ich wieder anhielt) aufs Neue der Läue das Feld zu räumen. So feßte ich es entlang beider Arme abwechslungsweife bis zu den Händen fort. Die rückfirichartigert Lauwidrigkeiten zu langfamer Fortfiriche aber haben alle Senfitiven geriigt) felbft fo fchwache) wie Hr. br. Vfretfchner,

F. 639. Nun wie gefähwind aber foll der Strich fehn) damit er recht ifi) gut wirkt und weder lauwidrig aus Rüäwirkung erregt) noch Krämpfe erzeugt) noch die Glieder in Wurln verfehlt? Zft das Zeitmaaß für Senfitive von verfchiedenen Graben ein verfchiedenes? Darauf autworteten tneine Freunde alle) daß es für fie fämmtlich ein ganz gleiches fey. Das Zeitutaß habe ich fo gefunden) daß es gut war) wenn ich in einer Minute 5 höchftens 6 Striche iiber die Arme herab vollbrachte. Selbft bei Luftfirichen) folcheit nämlich) bei denen ich die Senfitive nicht berührte. fondern in kleinen Abftäuden von 1 _ 2 - 3 Spannen über ihren Leibern den Strich führte. z. B. bei Frl, Zinkel (M) mußte ich gerade diefe Gefchwiicdigkeit einhalten. um richtig und angenehm zu wirken.

F. 640. Das Ergebniß ift alfo: »- Der Strich hat keine willkürliche. fondern eine bedingte Gefchwindigkeit. und diefe beträgt für eine Armlänge ungefähr den fünften Theil einer Minute oder etwa 12 Sekunden. >

16) Vkittelbare Striche.

F. 641. Alles bis hieher vom Striche Gefagte galt von der unmittelbaren Anwendung des fireichenden Odquells auf den geftriclfenen Leib. Es ift der Strich aber bis auf einen gewiffen Grad auch mittelbar ausführbar durch Dazwifchenkunft eines dritten Körpers. ohne daß Streicher und Gefirichener mit einander in Berührung kommen. Wir wollen die hierüber von mir* gefammelten Verfuche durchgehen.

F. 642. Die einfachfie Weife. dieß zn verfuchen. war offenbar die. irgend einen Stab in die Hand zu nehmen'nnd eine fenfitive Perfon damit zu ftreichen. So verfuhr ich denn auch bei Frl, Zinkel (M). indem ich einen armlangen Glasftab in meine rechte Hand nahm und fie damit über ihre linke Seite ftrich. Dieß that auf fie ganz diefelbe kühlende Wirkung. wie wenn ich fie mit meiner Hand unmittelbar geftrichen hätte. nur fchwäclfer. Daffelbe vollzog ich dann mit einer ebenfo langen Säbelklinge; der Effect war der gleiche. aber wiederum fchwäckfer. als mit der Glasröhre; am fchwächften endlich wirkte eine dünne.und fchwankend biegfame Klafterftange von Buchenholz. _ Diefe Ergebniffe ließen fich vorausfehen. allein es handelt fich hier um eine Erfcheinung noch anderer Art. '

Bei Frau Kienesberger (M) hatte ich nämlich die Beobachtung gemacht. daß die Berladungswirkung. die meine Finger auf einen ftabartig geftalteten Körper in ihrer Hand ausübten. nicht immer gleich waren. und daß fie fich änderten. wenn an dem Stabe meine Finger fich hin und her bewegten. Anfänglich glaubte ich. daß dieß befonders bei Metallftäben der Fall feh. fand aber bald. daß Holzftäbe. Glasftäbe. Vapierrollen. ja feidene oder baumwollene Bänder fich alle ebenfo verhielten.

F. 643. Ich fehle fie nun in Normallage und gab ihr einen Glasftab. eine gewöhnliche Barometerröhre an einem Ende in die linke Hand und ließ fie erft Gewöhnung davon nehmen. Darauf feste ich an das andere Ende meine rechten Finger; fie empfand bald Kühle gemäß dem bereits oben entwickelten Gefeße der Durchleitnng. Als ich nun aber an dem Stabe mit meinen Fingern gegen fie hinglitt. alfo daran aufwärts ftrich. änderte fich plötzlich das Gefühl von Kühle und fchlng in lau um. Darüber betroffen und ungläubig wollte ich denfelben Strich noch einmal wiederholen und fuhr in diefer Abficht an dem Stabe zurück: augenblicklich änderten fich die Zuftände) der Stab wurde jetzt wieder kalt, Fuhr ich wieder aufwärts) fo erneuerte fich die Erwärmung des Glasftabes in der Hand der Senfitioen) fuhr ich abwärts) fo wurde er wieder kalt. 3C) fah fomit) daß meine Finger auf den Stab in ähnlicher Weife eine ftricjzartige Wirkung hervorbrachtett) wie dieß auf menfclfliclfeti Armen und Gliedern vor fich geht) und daß die ihn haltende fenfitive Hand die Veränderungen empfand) die mit dem Stabe hiebei vor-gingen.

v. Reichenbach. der fenfitive Menü-h. |. 20

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F. 644. Diefe Verfuche wiederholte ich mit zwei ungenannteit Herren (*7) aus den höchften Ständen) Vrofeffor Endlicher (“) ) Profeffor l)r. Huß von Stockholm (“)) Profeffor Ragskt) (*9) (mit diefem auf Holzftab)) Brofeffor Unger (“)) be. Diefing (")) Schuler (74)) l)r. .lköller(") ) Sartorius (“)) Frl. Sophie Claudius (5)) Caroline Ebermann (tt) und Frl. Zinkel('“). Allen gab ich einen Glasfiab in die linke Hand und ftrich mit tneinen rechten Fingern daran auf und ab. Immer wurde der Strich abwärts gegen mich her kühl empfunden) d. h, das Glas erfehien kühl in der fenfitiven Hand) beim Striche aufwärts aber) gegen die fenfitive Hand hin) lauwidrig. Es war alfo genau fo: abwärts wie die Empfindung) welehe meine Finger beim Armftrich hinter fich erzeugen) aufwärts wie die) welche fie beim Armfirickfe vor fich her heroorbringen. '

F. 645. Einen kleinen Schritt weiter ging ich mit Hrn. .kkotfclfh (“)) Sturm (th) Alois Baier (7)) Frau Müller (*6) und Frl. Beyer (M). Unter denfelben Umfiänden vollzog ich bei ihnen auch den Strich am Etlasfiab auf und ab mit meinen linken Fingern, Das Ergebniß war wefentlich tiicht davon verfchieden) abwärts wurden die Striche kühl) aufwärts lau empfunden; nur waren fie aufwärts wärmer und widriger) abwärts näherten fie fich mehr der Zudiffereitz. -Piit Hrn. Elger ('k) änderte ich in der Weife ab) daß ich ihm die Glasrbhre auch in die rechte Hand gab und die Striche mit meinen rechten Fingern auch dort vollzog. Das Ergebniß glich dem meiner linken Finger gegen die linke Hand des Senfitiven in umgekehrter Ordnung.

F. 646. Mit Hrn. Anfchüh ('")) Alois Zinkel ("*)) dann mit Frau Ztienesberger (M) und Frl. Zitikel (M) vollzog ich jedesmal die acht nächfiliegenden Striche. Das Gefammtergebniß von allen den verfchiedeiteit Berfuchen) wie es fich ins Mittel darftellt) will ich zu Herftellung der Deutlichkeit hier zufamtnetitragen.

Der Glasftab wurde empfunden:

.4. In der linken fenfitiven Hand gehalten

a. von rechten Fingern geftricheu) abwärts kühl) angenehm)

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a. von linken Fingern abwärts kühlwidrig . fhwäher. ohne Grufeln.

cl. .. .. ., " aufwärts lauwidrig. gruslih bis zur Shulter.

h'. Ju der rehten fenfitiven Hand gehalten

e. ron rechten Fingern abwärts kühlig und etwas laulih.

t'. .. .. .. aufwärts lauwidrig. gruslih.

g. von linken Fingern abwärts kühlig. dann laulih.

|1. .. .. .. aufwärts laulih. dann lau mit Grufeln.

F. 647. Frl. Zinkel (777) hob dabei wieder die Bemerkung hervor. daß bei allen abwärts gehenden Fortftrihenhier ein Gefühl fih bemerkbar mahe. als ob aus dem Leibe und Arme aller Jnhalt herausgezogen würde; bei allen aufwärts gehenden Rückfirihen aber nächft dem Grufeln und Ameifenlaufen ein Gefühl von Hineitifiopfeic und Hineinfhieben in den Arm; dieß ift aber nihts anderes. als daffelbe. dem wir fhon bei der Frl. Reichel und Okoivotnh begegnet find. das fcheinbare Geben und das Nehmen bei pofitiven und negativen Reaetionen.

F. 648. Alle Senfitiven erkannten in diefen Verfuhen energifhere Einwirkung auf ihre Hände. als beim gewöhnlichen Striche. Der Grund ift unfhwer zu finden. Beim Strihe vertheilt fich odifhe Ladung (oder odifher Reiz) auf die ganze Fläche des Armes. wird wohl auch noch durh zwifhenliegende rückläufige Nerven gefiört. beim Strihe über den Stab dagegen concentrirt fih die Wirkung auf die Hand allein. die das Glas hält. Da diefes aber ein guter Odleiter und die innere Hand der befifühlende Theil des ganzen Armes ift. fo wird die deutlichfie und feinfte Wahrnehmung hier durch die Umftände vorzugsweife begünftigt; auh dauert' die Einwirkung auf ein und diefelbe Stelle. die Berührungspuukte der Hand. längere Zeit fort. fo lange nämlih. als der ganze Strich entlang des Stabes währt. wogegen er beim Armftrihe an jeder Stelle nur vorüberzieht. Alles dieß trägt bei. die Jntenfität der Wirkung aufs Gefühl zu erhöhen.

F. 649. Die Stärke der odifheu Action war am größten immer dann. wenn meine Hand der fenfitiven Hand am nähften fich befand. nahm ab in dem Maße. als fie fih von ihr am Stabe hin entfernte und umgekehrt.

F. 650. Wenn ih folche Strihe meiner rehten Finger mit Hrn. Delhez ('77) verfuhte. und im Zuge des aufwärts gehenden Riickfirihes.fwelher Wärme in feiner linken Hand erzeugt hatte. plötzlich inne hielt. fo verfhwand in den erften Augenblicken die Läue in feiner Hand und mahte unverzüglih einer eintretenden Kühle Platz. So wie alfo der Shub nahließ. hörte auh alsbald feine eigenthümliclje Wirkung auf. und die Negativität meiner

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