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v. Heinemann C. D. Anhalt. I. p. 520, 521 mit der Bemerkung,

daß die Urkunde, worauf auch schon die Indiction hinweise, ins Jahr 1196 gehöre, da Naiser Heinrich VI. im April 1197 sich

in Italien aufhielt. G. Schmidt Urkundenbuch der Stadt Halberstadt I. S. 10. 11.

(nach dem Original).

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61) 24., 25. und 28. November 1196. Otto, der zweite Markgraf von Brandenburg, und sein Bruder Graf Albrecht übergeben zu ihrem Seelenheile und um die Gnade des Erlösers wiederzuerlangen am 24. November persönlich im Dom zu Magdeburg alle ihre Güter (predia), welche sie im überelbischen Herzogthum oder in ihrer Mark (in ducatu transalbino seu Marchia nostra) und in den Grafichaften der Grafen Dietrich v. Groißich (Growitsh) und Otto v. Faltenstein, sowie auch in allen Grafschaften, die zu ihrer Mark gehören, haben, sowohl Lehn (infeodata) als freie Güter dem h. Märtyrer Mauritius und der Kirche zu Magdeburg zu rechtmäßigem Eigenthum mit allem vollkommenen Recht. Die Uebergabe sei zuerst von Otto im Auftrage seines Bruders und sodann von diesem für jenen auf dem Hochaltare feierlich geschehen und baselbst vom päbstlichen Legaten Cardinal Fidentius und vom Magdeb. Erzbischof Ludolph bekräftigt worden. Beide versprachen, was auch schon durch einen förperlichen Eid bekräftigt sei, genaue Haltung und Gewährleistung. Anwesend seien dabei gewesen: Rockerus maior prepositus, Heinricus decanus, Albertus Camerarius, Sifridus de Amuorde, Romarus Archidiaconus, Heinricus Angariensis prepositus, Haremannus scolasticus und andere Domherren; Von den Edein: Waltherus de Arnesten, Fridericus de Hakeborne, Liudolfus, Halberstadensis Aduocatus, Egelolfus de Scrappelo, Theodericus et Wernherus de Amuorde und andere sowohl Edle als Freie; von Magdeb. und Brandenb. Ministerialen: Johannes de Plote, Richardus de Alesleue, Heindenricus et Conradus de Burch, Theodericus de Parchem, Aluericus de Grabowe, Wernherus de Gardelege, Heinricus da pifer. Am folgenden Tage, dem 25. Novbr., sei die Uebergabe an das Erzstift Magdeburg und den Erzbischof Ludolph über den Gebeinen des ḥ. Mauritius Seitens beider Markgrafen im überelbischen Herzogthum vor gehegtem Gerichte (ad bancos), dem auf Ernennung des Landesherzogs (dux loci), des Erzbischofs nämlich, der Edle Walther v. Arnstein präsidirte, und zwar die Uebergabe des Schlosjes Mödern (Mokernic), Stedby (Sticboie) und alles markgräflichen Gutes auf der Burg und im Burgward Zerbst (Cherewist) nebst allem Zubehör geschehen.

Zeugen: Waltherus de Arnesten, Fridericus de Hakeburne, Liudolfus Aduocatus de Halberstat, Johannes et Albertus de Suanebeke, Richardus de Alesleue, Johannes de Plote, Conradus et Heidenricus de Burch, Theodericus de Parchem, Gerbertus Aduocatus, Heinricus da pifer, Wasmodus de Hekelinge, Bedellus prouincie.

Zur Erfüllung und zum Schluß des ganzen Rechtsgeschäftes (negotii) seien beide Markgrafen in ihre Mark gezogen, in welcher sie nebst dem Erzbischofe mit zahlreichem Gefolge am 28. November bei Gardelegen sich eingefunden und haben vor einem Gerichte, zu dessen Vorsißenden der Landesgraf Heinrich Graf v. Darnenberg ernannt worden, die Schlösser und Städte Gardelegen und Salzwedel mit allem Zubehör, den halben Burgward Calbe nebst Pertinenzien und die Güter, die sie in den Burgwarden Arneburg, Osterburg und Tangermünde haben, die Probstei und Stadt Stendal nebst den Städten Seehausen, Bambisien und Werben (Wirbene) und Zubehör, ferner die Neustadt Brandenburg und die Länder Zauche (Zuche) und Schol: lehne (Zcolene) mit allem was sie enthalten, sodann Hundisburg (Hunoldesburch), den Plaß des Schlosses Hildagesburg, das Dorf Elbeu (Eluebui) und das was ihnen zu Calvörde (Calleuorde) gehört, und alles was sie in ihrer Mark, oder in der Grafschaft des Grafen Otto v. Falkenstein und in allen zur Mark gehörigen Grafschaften haben, dem Erzstift Magdeburg und ihrem Erzbischofe über den Gebeinen des h. Moriß übergeben.

Zeugen: Heinricus comes de Dannenberg, Egelolfus de Scrapelo, Fridericus de Osterwalde, Fridericus Aduocatus de Saltwedele, Fridericus de Hakeburne, Liudolfus aduocatus de Halberstat, Theodericus et Wernherus de Amuorde, Arnoldus de Meiendorp, Liudolfus et Reinardus de Eilesleue, Liudolfus de Suanebeke, Sifridus de Pisekendorp, Johannes de Plote, Richardus, Heinricus et Gumpertus de Alesleue, Theodericus de Parchem, Rodolfus de Jerichove, Wernerus de Gardelege, Heinricus dapifer, Gerardus et Bodo de Saltwedele, Otto de Hinnenberg et fratres eius Aliique nobiles, liberi ac ministeriales et homines marchie quam plurimi.

Acta in suprascriptis locis Anno dominice Incarnationis millesimo. Centesimo Nonagesimo Sexto. Indictione Quartadecima, Presidente sedi Apostolice Celestino papa tercio, Regnante Gloriosissimo Romanorum Imperatore Semper Augusto et rege Sicilie Heinrico sexto. In nomine domini Amen, Amen.

Nach dem Original mit dem an rother Seide hängendem Siegel des Markgrafen Otto im Königl. Staats Archiv zu Magdeburg. Gedrudt bei

Riedel C. D. Brandenburg. C. I. p. 2–4. „nach einer dem 14.

Jahrhundert angehörigen Copie des Raths-Archivs zu Stendal“
voller Abweichungen vom Original, besonders hinsichtlich der
Eigennamen und auch mit auffälligen Fehlern, wie z. B.
Archiepiscopo statt Archiepiscopus, predia nostre Gardeleghe

statt p. nostra G. u. a. m.
Walther Singg. Magdebb. II. p. 42—45.
Boysen allg. hist. Magazin II. S. 87. ff.
Beckmann Beschr. der Mark Brandenburg II. 5. p. 19 ff.
Küster Antiqq. Tangerm. p. 179 ff.
v. Heinemann C. D. Anh. I. p. 523 - 525.
Pfeffinger Hist. d. Braunschw.-Lüneb. Hauses II. p. 359-363.
Gerden C. D. Brand. III. p. 60—65.
v. Ludewig Erl. d. gold. Bulle II. p. 704.
v. Ludewig Rell. Mss. IX. p. 538 ff. und XI. p. 594 ff.

62) S. D. (Ende November 1196).

Formula iurisiurandi super reliquiis Sancti Mauritii. Ich Otto, Markgraf zu Brandenburg, ichwöre und verspreche, daß ich die Schenkung meiner Güter, welche ich dem Erzstift Magdeburg übergeben habe, genehm halte und vor einem weltlichen Gericht rechtmäßig bestätigen und dem Erzstift wider alle, welche es der Schenkung halber anfechten, rechtliche Gewähr leisten und der Kirche in gutem Glauben für ihr Kecht einstehen will. So wahr mir Gott helfe und alle seine Heiligen.

Ich Graf Albrecht schwöre und verspreche, daß ich die Schenkung meiner und meines Bruders Güter, welche wir dem Erzstift Magdeburg übergeben haben, genehm halten will u. s. w.

Gedrudt bei

v. Ludewig Rell, Mss. XI. p. 599-600.
Riedel C. D. Brand. C. I. p. 5.
Buchholz Gesch. der Churmark Brandenburg IV., Urk. Anhang

p. 38.
Beckmann Beschreibung der Mark Brandenburg V. 1. p. 23.

63) 1196.

Als Markgraf Dietrich zu Salzwedel in der Altmark gestorben war, folgte ihm sein Bruder Markgraf Otto von der Neumark, der die Altmark und die Neustadt Brandenburg dem Erzstift Magdeburg übertrug (he gaff de olden Marcke unde de nigen stadt to Brandenborch to Ervelove (? Ervelene?) in dat Goddes hus to Meydeborch sunte Mauricius), aber beide Schenkungen blieben nicht beim Stifte.

Bothonis chronicon bei Leibniß S. R. Brunsv. III. p. 354.

64) 1196.

Im Jahre 1196 gab Markgraf Otto von Brandenburg mit Genehmigung seines Bruders dem h. Mauritius auf dessen Altar zu Magdeburg die Alte Mark und die Neustadt Brandenburg und Alles was er über der Elbe in seinem Herzogthum hatte und sie bestätigten dies vor dem weltlichen Gericht, wozu auch König Heinrich von Sicilien seinen Brief gab.

Magdeb. Schöppenchronit herausg. von Janicke S. 124.

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66) 1196.

Bernhard, Scholasticus zu St. Nicolai in Magdeburg ist (zweiter) Zeuge in einer Urkunde Dietrichs Bischofs von Meißen, durch welche dieser bestimmt, daß bei der Feier des Jahresgedächtnisses des Bischofs Gerung zwölf Schillinge aus den Zollerträgnissen unter die Mitglieder des Capitels vertheilt werden sollen.

Anno incarnationis dominice millesimo centesimo, nonagesimo sexto, indictione quarta decima. Gedrudt bei

Gersdorf C. D. Sax. reg. B. I. p. 64–65.

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Nonrad, Kanzler des Kaisers, befand fich in dem Kreuzfahrerheere mit seinen beiden leiblichen Brüdern, Gebhard und Gerhard v. Querfurt.

Ann. Reinhardsbr. herausg. von Wegele p. 80.

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