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*) Nämlich die anonyme Recension im Zarnkesden Centralblatt 1880 II über das Urkundenbuch des Klosters Berge von Prof. Dr. Holstein. Er beißt hier schlankweg: „Was die Bearbeitung berrifft, so ist ein correcter Tert hergestellt. Von unrichtigen Lesungen sind uns bis iegt nur zwei aufgestoßen" u. 1. w. Wir haben in Betreff des erstern Punktes gerade die entgegengesepte Ansicht. Wenn der Recensent eines Urkundenbuches nicht aufs Innigste mit der Diction der mittelalterlichen Urkunden und ihrem sadyliden Inhalt vertraut, dann aber audy mit der nöthigen Kenntniß binsichtlich der Alterthümer in dem betreffenden speciellen Urkundenbereich ausgestattet ist, so wird er nur durch Vergleidung der Abdrüđe mit den Urterten zu einem richtigen und gerechten Resultat gelangen können. Freilich audy ohne eine solche Operation hätte der Recensent wisien müssen, daß die Zeugenreihe in Nr. 128 yödyst incorrect, um nicht mehr zu sagen, wiedergegeben ist, nicht minder in Nr. 85 und 135 und er müfte bei aufmerfsamer Prüfung auch ohne Zubülfenahme der Vorlagen (was für Nr. 128 u. a. unsererseits nidt gesdeben) zu einem ganz andern Ergebniß, als dem der Correctheit des Druckes gekommen sein. Die Vergleidung mit einigen beliebig ausgewählten Vorlagen der Ausgabe bat ersichtlidi gemadyt, daß außer jenen auch die Nummern 65, 91, 102, 108, 121, 131, 135, 141, 144, 155, 197, 198, 199, 202 und 215 in mehr oder minder incorrecten Abdrüden vorliegen, möglicher: weise aber noch viel mehr. Mit eingebender Prüfung der Daten und der Datenreduction hat der anonyme Recensent fich offenbar ebensowenig befaßt und ebensowenig mit der der Regesten fassung, denn sonst müßten ihm bei einiger Aufmerksamkeit die Fehler bei den Nummern 65, 84, 108, 129 und 165, in legterer Beziehung die größere oder geringere Mangel- und Feblerhaftigkeit bei den Nummern 17, 77, 129, 131, 132, 139, 145, 149, 171, 202, 224 und 250 nicht entgangen sein. Manches Andere unerwähnt lassend, mödyten wir nur noch das Eine bervorheben, daß es unbedingt von einem Herausgeber der Kloster Bergischen Urkunden, der fidy mit der Geschichte des Klosters in verschiedenen Beziehungen schon vor längerer Zeit beschäftigt bat, zu verlangen war, daß er sich an irgend einer Stelle seines Buches über die sehr auffällige, aber doch nicht schwer zu erklärende Würde eines Probster von Berge (NN. 44 und 61), wenn auch nur oberflächlich zu äußern habe. Trotz allen diesen Ausstellungen und Mängeln, die dem Recensenten des Holsteinscen Budhes nicht aufgestoßen sind, fou dem Herrn Berau8geber des Werkes die Verdienstlichkeit seiner Arbeit, deren Werth nicht nach der Summe aller einzelnen Fehler und Versehen, sondern nach der Totalität des Geleisteten zu bemessen ist, nicht abgesprochen werden, ebensowenig als dem Fleiße und der Mübe Anerkennung zu versagen ist, die er nad Kräften auf die Edition einer wichtigen Geldichtsquele gewendet hat.

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