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daß:di« Schwärmerei? ihre Stimme Hütte unter« drüben können. ZuTonon konntest?, aus Mangel Her ihrem schwächlichen Körper angemessenen Nah« xungömittel nicht bleiben, und zu Ger noch wenü ger, wo es für sie an aller Bequemlichkeit, und> selbst an schicklicher Nahrung fehlte, daher sie mit jedem Tage schwächer ward. So fest sie vorher iy dem Taumel ihrer Einbildungskraft entschlösse,, war, ihrem Berufe alles aufzuopfern, so behau», tere doch jetzt die Vernunft ihr Recht, und warf"

> ihr vor, daß sie die Mörderinn ihres Kindes sey, Vergebens verglich la Combe sie mit dem Abraham, und machte es ihr zur Pflicht, ihr Kind, so «iß dieser, Gott zu opfern, versicherte ihr auch, es sey Gottes Wille, daß sie zu Tonon bleiben sollte; alle« das würde dießmahl wenig gefruchtet haben, wen» «icht die Nonnen,zu Tonen für bessere Nahrung gesorgt hätten, da sie denn kein Bedenken trug, sie Key ihnen zu lassen, und mit dem la Combe wieder nach Ger zu gehen.

„ Indessen hatte ihre unbesonnene Flucht bey allen ihren Bekannten und Verwandten das größte Auft sehen gemacht, und so bald man erfuhr, wo sich war, so gaben sich mehrere alle ersinnliche Mühe, sie zur Rückkehr zu bewegen. Sie gestehet selbst, daß ihr das den größten Kummer gemacht hätte, tröstet sich aber damit, daß es Leiden wären, w« durch Gott die Seele reinigen wollie. Eben sehr, und vielleicht noch mehr kränkte es sie, daß

> man sie in Ger so wenig unterschied, denn sie b« kam eben sg ve^vxhMs Zlkisch, «ls di« übrig« P»ch>»n l» der Anstalt. Sie sagt zwar, daß s» !H endlich aus Liebe zu Gott d« über hinaus g« schl hch; allein sie würde doch einen Umstand, »er in Rücksicht auf ihre Lag« eine unbedeutend«" Achteit war, nichts»sorgfültigangeführethaben^ "««r ihr nicht sehr wichtig gewesen wäre.

Der Bischoff von Genf, derein gutes einfäll tizu Gchaf war, und jedem Recht gab, besuchte !"ckpaar Tage nach ihrer Rückkunft zu Gex, lMKderGeist Gottes mit außerordentlicher Sali »""gauilhr redete, so glaubte er ihr alles auf

Wo«, um sich die Mühe der Untersuchung M «>«nk Da la Combe bey ihm in großen, Rehen stand, und er von demselben vermutblich ^" >«« gcstimmet worden, so gab er ihr. 'wie

"«Hm, denselben aus eigenem Antriebe zu ih< "">»!> des Klosters Gewissensrathe, weil er ein "««Wer Mann ,ey, der das inner» Leben aus

"Grunde verstehe. D s war freylich das best«

A. welches sie auf ihre Mühle bekommen °'""e; allein die Freude, welche sie darüber hatte,

^>hr bcynahe sehr verbittert worden, indem sie

chlich trank ward, so daß sie auch dem Tode ^««. Die Schwestern in ihrer Anstalt wa, '"bey so grausam, daß sie die neue Heiligebeyl

"erhungern ließen, und da sie alle« Geld,

-»'«-«Pari« für ihre kranke Mitschwester am

"' «r sich behielten, so mußte sse die Folgen

1" narnsche» Unbesonnenheit empfindlich genug

M. Man meldete dem!« Combe ihre Gefahr,

°b «r gleich acht Stunden ven ihr «ntfernt war, so kam « doch in der Nacht zu Fuße gewan, de«; aber kaum hatte er das Haus betreten, so ließen ihre Schmerzen nach, und sobald, er in ihr Zimmer kam 7 ward sie auf einmahl gesund, so daß sie sogleich in die Messe gehen konnte. Aber , es blieb ihr doch noch ein Husten zurück, daher sie nach Tonon gehen wollte, die Milchcur zu g« brauchen. Unter Weges fiel es dem la Combe> denn der war wieder ihr Begleiter, ein, ein neu« Wunder zu thun, und das kostete ihm nur ei» Wort. Er durfte nur sagen: höre auf, Hust«,? logleich war der Husten weg. Gleich darauf env pand ein heftiger^Sturm, so daß das Fahrzeug, (denn sie reiseten auf dem Flusse,) untergehen wölk V; aber la Combe machte ein Kreuz, und sogleich blieben die Wellen von dem Schiffe zurück.

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Dieser verschmitzte Mönch hatte sie nunmehr H, gefesselt, daß sie nach ihrer Ankunft zu Tonon das feyerliche Gelübd der Keuschheit, der Armuch «nd des blinden Gehorsams gegen den Willen GoK «es (vermuthlich so wie la Combe ihr denselben «erkündigen würde,) auf ihre ganze Lebenszeit legte, ohne sich doch für ein bestimmtes Klvsterleben zu erklären. Sie gestehet selbst, sie habe selbst nicht gewußt., was und warum sie das alles gelobet habe, und daß sie es bloß gechan, weil es ihr so sey geheißen worden. Nunmehr betrug sie sich im Aeußern wie eine andere Nonne, und um sie in der guten Laune zu erhalten, hatten mehrere Pey sonen die Offenbarung, daß sie eine Mutter eines großen Volks werden würde, und das war den» doch «Mich keine Kleinigkeit. Sie beschreibet, ihren gegenwärtigen Gemüthszustand bey dieser Ge« legenheit schr ausführlich, woraus man denn sie« l)tt, baß die Aerzte aus Genf, welche sie in ihrer letzten Krankheit curiren sollten, aber sagten, daß ihr ganzes Uebel eine Gemüthstrankheit sey, nicht unrecht hatten, ob sie gleich Protestanten und Ket» M waren. So empfand sie, so wie andere Heit lige, zuweilen den Flug des Geistes, wodurch ihr Kopf mit Gewalt in die Hthe gerissen, und der Leib in die Luft gezogen wurde, welchen Flug sie den Entzückungen und mnstischen Ohnmächten weit »erziehet. Wenn sie kleine Fehler beging, so em< ffand sie eine Scheidewand zwischen sich und Gott, »«lche aber so durchsichtig wie eine Spinnewebe ««, und weiter nichts auf sich hatte, als das sie den Bräutigam von der Braut ein wenig unte« M, u.s.f. Ein Abenteuer, welches sie vort Hnr letzten Rückreise von Tonon erzählet, ist zu« gleich ein Beweis, baß man auch auf ihre Wahr, HMiebe eben nicht sehr fußen darf. Sie nahm ihren Weg durch Gens, und da sie hier keine Ge, legenheit zum weitern Fortkommen fand, so borgte Kr Französische Resident ihr ein Pferd. Vermuch« lich ritt sie als eine Heilige, und ein leichtfertiger Vogel, der eben vorüber ging, gab dem Pferde »inen derben Schlag, so daß es einen Satz that, und die Närrinn Mit ihrer ganzen Heiligkeit aus o»s Master warf. Sie sagt, sie Hütte des Todes seyn müssen, wenn nicht eine unsichtbare Hand sie 5'halttn hätte, und doch ließ diese unsichtbare Hand

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fteso hart MW, daß sie das Backenbei» morsch «itzwey brach. Aber dieses so gefährlichen Brm ches ungeachtet setzt sie ihre Reise auf einem andern Pferde weiter fort, sagt auch nicht, daß sie einige ünckngenehme Folgen von Bedeutung davon gehabt habe. Glaube das , wer da will und kann '.

Als ihre Verwandte sahen, daß ihre Narrheit unheilbar sey , so ließen sie selbige tuhig zu Ger, und waren vermulhlich froh, daß sie sich an einem Orte befand, wo sie dem Anscheine nach vor groben Ausschweifungen sicher war. Und da zugleich die Wunder, welche durch sie und um ihrentwillen g« wirket wurden/ auf das geflissentlichste unter die keilte gebracht wurden, so fehlte es auch nicht an Leichtgläubigen, welche sie schon jetzt für eine Hei« ltge hielten, welches sie denn mit vieler Selbftg« Migkeit erzählet. Da sie nun als eine Nonne be< trachtet werden konnte, so drungen ihre Verwandte darauf, daß sie sich der Vormundschaft über ihre Kinder völlig begeben, ihnen ihr ganzes Vermögen überlassen, und sich mit einem geringen Jahrgelve begnügen sollte. Sie unterschrieb alles was man wollte. Und war von ihrer Heiligkeit so voll, daß sie auch die nachlheilige Clausel nicht sah, nach wel« cher ihr Vermögen, wenn ihre Kinder vor ihrster« ben würden, nicht an sie, sondern an ihre Seiten? verwandte fallen sollte. . .

So wenig sie es auch Wort haben will, sv moch< ten doch diese'und andere ähnliche Kränkungen eine gewisse Bitterkeit in ihrem Gemüthe zurück lassen, welche ihrer Fanrgsi, und Empfindung eine andere..

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