Abbildungen der Seite
PDF

M einer Tochter entbunden worden ^ «nd da sie ihn dessen ungeachtet die ganze Zeit seiner letzten, Krankheit über auf das wrgsälligste gewartet hatte, s« war sie sehr schwach; allein ihre Schwiegermut« ter schonte ihrer deswegen nicht mehr. Sie Hütte sich jetzt mit allem Rechte von ihr trennen können; chiy/l sie war des Kreutzes bereits so gewohnt, baß sie es nicht that. So unerfahren sie auch in Rechnungssachen und weltlichen Geschäften über« Haupt seyn wollte, so brachte sie doch ihres Mannes «iele Papiere ohne irgend jemands Beyhülfe.ik> kurzer Zeit in die beste Ordnung, uro schlichte« sogar zwanzig fremde Prozesse, wovon sich die Akte» m«r ihres Mannes Schriften fanden. Alle dies« Geschicklichkeit erhielt sie durch außerordentliche B«y< hülfe und Eingebung Gottes, wie sie mit groß« Ruhmredigkeit ausdrücklich behauptet; denn so ball) sie die Prozesse zum Vergnügen aller Partheye» geschlichtet Haffe, verstand sie auch von allen de» Sachen nichts mehr, und war so unwissend unlz einfältig als vorher. DamnhlS war sie aber von Gott auch noch ,nicht völlig verlassen , sondern der enthusiastische Schwindel regte sich noch von Zeitz» Hey ihr , bfS er sie Haid nach dem Tode ihres M«m«S , da sie mehr Geschäfte und Frevheit b« kam, vöstig verließ, und sie in den Stand des my« ßischen Todes geriech. Anfangs war ihr das ei» großes Lejde», und sie versuchte,KaK,uungen uns andere Mittel, ihreFaruasie wieder zu erwecken, aber ,s half alles nichts, und sie must« wider ihre«

Es «ar daher ein seltsamer Eigensinn, «nh eln Ueberrest ihrer vorigen Verrückung, daß sie sich jetzt, da sie ihr eigener Herr war, nicht «on den Personen trennte, welche sie bisher am meiste» gekränket hauen. Sie blieb nicht allein bey ihr« Schwiegermutter, sondern behielt auch sorgfältig die obige unvernünftige Bediente bey, welche sich jetzt dem Trünke ergab, und ihr taufend Werbruß zufügte. Sie that eine Reise nach Paris zu ihrem Gewissensrath Bertot, sich ihres innern Zustande« wegen bey ihm Raths zu «hohlen; allein sie könnt« «icht sagen, wo es ihr saß, und was ihr fehlte, daher er ihr auch nichts zu rächen wußte. Indessen war ihre Reise doch nicht ganz okne Nutz««, indem ihr Verkok einen Geistlichen zur Erziehung ihres ältesten Sohnes, derein böser Range war, empfahl. An ihrem Wohnorte befand sict) ei» vornehmer Geistlicher, der ein Zansenist war, und sich viele Mühe gab, sie zu seiner Parthey zu ziehen; allein so nahe auch der Zansenismus mit der Mystick verwandt ist, so fand sie doch an dem erster» keinen Geschmack, und entzog sich daher dieser» Geistlichen, wodurch sie die ganze Parthey wider sich aufbrachte, von welcher sie bey aller Gelegenheit verläumdet ward, welches denn für ihren Stolz eine neue Kränkung war. Der obige Geistlich« schonte ihrer sogar in öffentlichen Predigten nichr, tesonderö nachdem sie aufgehöret hatte, durch häufige gute Werke die Augen aller Frömmlinge au^ sich zu ziehen, indem er sie nunmehr als das Aergern,^ der ganzen «.ladt abkanzelte. Ob sie ni«h« etwa einigen!Anlaß dazu gegeben, kann ich nicht behaupten, da von ihrem Leben keine andere Nach, richt als ihre eigene vorhanden ist, und,sie aus Eü telkeit gewiß alles zu ihrem Vortheile erzählen wird. Genug sie kam durch die Jansenistische Parthey um ihren ganzen guten Nahmen. Nichts best» weniger bewarben sich verschiedene Personen von Ansehen und Vermögen um sie; allein aus einem seltsamen Eigensinn, welcher einen Hauptzug im ihrem Charakter ausmacht, wies sie alle solche An« träge von der Hand, um, wie sie sagt, Gott da, durch zu überzeugen, daß sie ihm treu geblieben sey, wenn er sie gleich verlassen habe. Vielleicht traf es ihre Schwiegermutter besser, wenn sie sagte, daß sie blos darum nicht Heurathen wolle, weil unter denen, die sie suchten, keiner war, der ihr ge« siel.

/ Man hörte glauben sollen, ihre Rückkehr zur Vernunft hätte sie mit der Welt wieder aussöhne» sollen; allein sie machte sich fast jedermann zum Feinde, und eS scheinet in der Thal, daß entweder in ihrem Charakter oder in ihren Sitten etwa« war, was ihr «inen großen Theil ihrer bisherigen Widerwärtigkeiten zugezogen hatte. Ihr Gewist senssührer, und alle Geistliche, mit welchen sie . bisher im Briefwechsel gestanden war, entzogen sich ihr ganz, und sagten ihr gerade heraus, daß sie nichts mehr mit ihr zu schaffen haben möchten, und mit ihrer Schwiegermutter gieng es so weif, daß diese ihr auch die Gemeinschaft der Wohnung a«fsag«, daher sie mit ihren Kiudern mitten, im.

Winttt ausziehe« muß», und da sie nicht «Ufte, wohin sie sich wenden soll», s« begab sie sich zu de» "Benediktiner , Nonnen. Alle diese Widerwärtigkeit ten schreibt sie sehr listig einer besondern Veranstab 'tung Gottes zu, damit man nicht glauben soll, sie Habe sich selbige selbst zugezogen, und doch gestehet isi«, sie habe allerley seltsame Einfälle gehabt; bald wollte sie sich entleiben, bald aber auch nach Genf gehen, und reformirt werden. Ich glaube, alles das verröth noch dazu einen unruhigen und hefti, gen Gemüthsstand, so sehr sie sich auch ihrer G« dult im Leiden rühmet.

Ein solcher Charakter war nun freylich stets in Gefahr, sich der größten Ausschweifungen schuldig "zu machen, und dem unsrigen fehlte es blos an G« Wesenheit und Veranlassung, wieder auf den von, gen Irrweg zu gerathen, und diese zeigten sich nun, enehr bald» Sie gerieth mit dem P. la Combe, Superior der Barnabiten zu Tonon, in einen Brief, Wechsel, und da derselbe jetzt die Rolle eines Schwor, «ners vom ersten Range spielte, so wußte er ihr fihr bald den Kopf wieder zu verrücken. Dieser Mensch, derein finsteres und trauriges Ansehen hatte, war auS Savoyen gebürtig, und hatte sich in seiner Jugend durch den ausschweifendsten Hang Zu Wollüsten aller Art ausgezeichnet, machte aber, nachdem er in den Orden getreten war, den Heili, gen. Gr hatte die unsrige schon ehedem bey ihrem Vater gesehen, allein damahlS machten beyde kei, nen Eindruck ans einander; allein jetzt, da sie in eimr sremdim ^ache an ihn zu schreiben hatte.

bach sie ihn, an dem bevorstehende» Magdalenen< Tage (eS war 1680,) eine Messe für sie zu lesen. Der Mönch mochte sich ihrer erinnern, und da <o glaubte, daß sie kein unwürdiger Gegenstand sa«! seine Begierden sey, so las er nicht nur die verlangt« Messe, sondern er hörte auch während derselben im Innern eine Stimme, welche mit großer Heftig, Kit zu ihm sagte: «ihr werdet künftig an einen; Orte wohnen.« Genug der Geistliche erhitz« ihr«, ganze Einbildungskraft wieder, welches desto leichz ter war, dasie seit der Trennung von ihrer Schwi« zermutter ohne Geschäft« und ohne Aergerniß wa,r> und weil sie sich viele Feinde gemacht hatte,- HP» aller Gesellschaft abgesondert lebte. Anfänglich »ar ihr« Unterhaltung nur schriftlich; aliein sie wirk« dessen ungeachtet so Heftig auf die Lebhaftig, keit der Guyon, daß sie es in kurzem in der Schwän merey wieder so weit brachte, als vorher., Ihr? Einbildungskraft, welche bisher von einem Gegen/ stände zum andern herumgeschweiftt hatte, fantz jetzt wieber einen festen Punct, welches im Grund« der P. la Combe war, ob sie gleich glaubte, oder zu glauben vorgiebt, daß es Gott, der Bräutigam ihrer Seele gewesen. Sie empfand nunmehr all« »orige süße Träum« wieder, konnte die Augen wieZ der ganze Stunden zuschließen , und war den» s« dlty, so entzückt, daß sie leckwund schmatzt«, und w«dersst>«och.hör»>.. Dem laSambe war zu vi«l daran gelegen , sich einen solchenBissm nicht «ntgi< hm zu lassen, und da er ihre Schwäche kannte, Ks MkK«Mr; E?«tthabf ihm offeichsm, ^«ß^r

« ZurückWeiter »