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der Folge sägt er, Gott habe Mit seine« DtenWitz len verlieb genommen, und ihm den Zug gegeben> wieder nach Norden zurück zu kehren, schiebt ab« doch die ganze Schuld seiner mißlungenen Unten nehmung auf die Sünden der Selnigen, besow ders auf die Trauergeschichte z« Maltha, welche lytt Vornehmlich um alles Gedeihen gebracht habe^ > Gr kam also auf einem Türkischen Schiffe im Oktober wieder zu den Seinigen nach Smyrna, deren sich indessen der Holländische CoNsul angenon« tneii hat«, und sie an seinem Tische speisen ließ» da er doch vorher dem Kuhlmsntt einen Trunk Lassers versagt Hütte. Es scheinet, daß solche« «icht so wohl um des Fäntasten, als um seiner Pflegetöchter willen geschehen > denn er giebt so eb vas nicht undeutlich zu verstehen. Genug, er ward wmer mehr ein Gespött der Seinigen, weicht sich nim> da sie einen so mächtigen Beschützer hatten, tine unumschränkte Gewalt über ihn anmaßten-. Doch alles daö ertrug er mit thevsvphischer Äevült, Kber daß sie in seiner Abwesenheit eine sie betressenk de Stellt in seinen Kuhlpfalmen > deren ich ini folgenden gedenken werde > ausgestrichen hätten, ging ihm Über alles, denn das schmerzte seine Ed Mliebe so sehr, daß er es nicht vergessen könnte. Nachdem er mit dem Consul der Seinigen wegen doch eiyen heftigen Streit gehabt hatte, der aber

„mir nicht zugestoßen, und habe vil Unfals, wie? „wohl ich nun stark mit Gott rinae, »och vielleicht „zu erwarten. Darzu ist der Kaiser inner jwey kaum zu erwarten u.s. f.

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beygeleget ward, daher er ihm auch das Exemplar von Comenii I^uxe tenebrk, welches er dem Tür« tischen Kaiser zugedacht hatte, zum Geschenk mach, te *), segelte er auf einem Französischen Schiffe wieder aus der Levante ab, und muste den Sein« gen unter Weges n»eder zu einem unaufhörliche» Gespitte dienen, welche indessen mit dem Capitain ,d«S Schiffes in ein« mehr als gewöhnliche Bekanv schaft gerathen waren. Es zeigte sich dieses besvw ^ ders, als sie im Februar 1679 vor Cadix ankamen, da sie in Gesellschaft des Capitains am Lande spazieren gingen. Seine Pflegetöchter wurden uneinS und zankten sich; ihr Menttr wollte sich darein w gen, aber nun fiel alles über ihn her, und selbst der Capitain ging, mir bloßem Dolche und Dege» auf ihn los, und würde ihn erstochen haben, wenn er nicht wäre abgehalten worden. Nach diesem kleinen Abenteuer kamen sie zu Anfang des Aprils glücklich in Amsterdam an.

> *) Wie verrückt der Mensch war, erhellet unter
dern auch aus dem Unsinne, welchen er in das Buch
schrieb, als er es dem Conml übergab: l.iber Kie

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Seine angenommene Familie hatte es ihm biSk her so bunt gemacht, daß seine Gedult, so zähe sie auch seyn mochte, endlich völlig ausgerissen war, daher er nunmehr den Entschluß faßte, sich völlig und auf immer von ihr zu trennen. Aber was ihn noch mehr, als alle Mißhandlungen von ihrer Seite dazu beweg, war, daß Kotter, auch ei» Fantast der ersten Größe, von ihm geweissagtt hatte, daß seine Ehe ohne Ehe nur 42 Monden dauern sollte, und vom yten Ott. 1675 bis zum yten April 1679 waren gerade 42 Monate verfloß fen, daher er von diesem Tage an der Magdalena von Lindau auch nicht mehr beywohnte, sondern sie ^nit ihren Töchtern in Holland ihrem eigenen Schicksale überließ *).' ^'^Tr schweifte von dieser Zeit an beständig index Irre herum, und lebte dabey auf andrer Unkosten, die thörigt genug waren, sich entweder durch seine vorgegebene alchymistische Geheimnisse oder durch seine göttliche Sendung zur Zerstörung des Antik christes bey der Nase herum führen zu lassen. Er ging von Amsterdam nach London, begab sich aber »ach einem Aufenthalte von 21 Wochen wieder nach Paris, wo seine Narrheit vermögende Freum

de gefunden haben muß, weil er sich hier mehr.'

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') Bey diesem Zcitruncte endigen sich seine S-Uterien oder pariser Schreiben, daher ich seine folgende» Abenteuer nicht so umständlich liefern kann. Shne Zweifel komme» in den londoner. Schreiben, dem Z>üKIvsalrer und andern seiner Schriften, welche ich nicht habe nutzen können, noch manche Umstände vor, meine Nachricht ju ergänzen.

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setzen, well unter der überal herrschenden Verrücktt heic doch «och manche Proben eines ehemahlige» guten Kopfes darin hervor blicken. Man bemerke besonders die abgeschmackten «nd ewigen Wortspiele mit Kühl, der ersten Sylbe seines NahmenS, di» in seinem folgenden Kühlpsalter noch unsinnig« sind. Es laut« so *):

i. «Gottes Genade, Mein Herr und Altbe, tandrer Freund. . > . .' , ^ . . ^ s. «Meine Gesundheit und Wolstand zeuget «dise Zeile. Mein Gemütte ist allem Papir, g« «schweige einem Schreiben, unerfahbar.

z. «Vil seltene Zufüge benebeln mich nur; ff «nehmen den Glantz nicht. Di Wurtzel ist unachtt »bar, so lange ihr Baum mit seinen Früchten noch «im Samen ligt.

4. „ Vom Morgen scheint di Sonne, von Mit, «ternacht noch mehr. Ist bis nicht Wunder? Ein ^Wunder in seiner Stunde; noch nicht.

5. «Columbus war unsinnig eine zeitlang: „und nun sind etz, di es sagten. Fehlte di Welt «so grob im Natürlichen? das Uehernatürliche ist «weit über di Natur. . .,

6. «Ein Schauplatz; ein Spil; einerKyPer, «sonen: und doch nicht ein Schauplatz; ein Spiel; «einerley Personen. Gegenwärtige Welt thut jde« «zeit nach ihren assecten. Di Nachwelt ist Richterin, '7. »Er begehrt, Mein Freund, von mir ein «paar Zeilen: Hlr sind si. Si reden zu wenig: ,Si reden zu vil.

") In de« <l.uret»r-Schreiben S. iS.

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