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15« Weissagungen aus Böhmens Schriften wi« derhohlet, und mit unter tapfer auf die lutherische Kirche schmähet. Zuletzt wirft er iooo rheosophi? sche Fragen aus zehn Kapiteln des ersten Buches Mösts auf, und drohet noch tausend Millionen neuer theosophischer Fragen nachfolgen zu lassen, welche die Schrift.'Doctoren ihm erst beantworten wüsten, ehe sie Böhmen, Rothen, und ihn beur, theilen wollten. »Diese tausend Fragen, sagt er »selbst, erwuchsen mir unter den Händen, und sind »ni ausgesucht, well ich alles hingeschriebene nicht «zweimal bedenke, geschweige denn zweimahl »schreibe, sondern extemporal dem Papier einver« »leibe, und also dem darauf wartenden Drucker „übersende.« Es ist der Mühe werth, ein Paar dieser Fragen mitzutheilen; z. B. was ist die Un« wigkeit, welche der Ewigkeit anfänglichen Anfang, und unendliches Ende beschleußt? War die Ewig« keit vor Gott oder Gott vor der Ewigkeit, oder zugleich mit Gott? Kam das Böse aus dem Gm ten, oder das Gute aus dem Bösen? Was waren die heil. Engel ehe sie waren? Was ist der Grund im Ungrunde, oder der Ungrund im Grunde? Was ist das Wesen im Unwesen? Bekam Adam eine lebendige Seele, so muß es ja auch todte See« lengeben? Was ist die Lateiner Sprache, welche der Gelehrten Sprache worden? Ist sie nicht die Babelsche Verwirrungssprache, eine Ursache der Christen Abgötterei?, eine Verderbung aller Wissenschaften, dadurch keiner mehr des andern Sprache vernommen? Ja ist der Lateiner Sprache nicht der große Antichrist, ,'ack Offenb. rz, 28, dessen Nahmen 6S6 ist? Worauf er diese Zahl durch Aus« rechimng der Griechischen Buchstaben in dem Wort? findet. — Hier könnte man

wohl sagen: ein Narr kann in einer, Stunde mehr frage», als zehn Kluge in einem Jahre beantwo« ten können. Wenn man indessen das System der Theosophie und des Pantheismus nur ein wenig inne hat, so sind diese Fragen leicht zu beantworten; ob ich gleich nicht dafür stehen mag, daß die Anu Worten mehr gesunden Menschenverstand enthalten werden, als die Fragen. Er hatte das Buch a» D. Heinrich Müller in Rostock gerichtet, und in, ptehrern-Kapiteln die Übereinstimmung desselben, besonders in seiner Epistolischen Schlußkette und in dem Erquickstunden, mit Jacob Böhmen zu zeigen gesucht. Müller hatte in der That einen, starken Hang zur Mystick, wie besonders ausseü »em himmlischen Liebeskuß zur Gnüge erhellet; allein dieser Fantaft war ihm doch zu grob, daher « Bedenken trug, sich mit ihm einzulassen. Aber eben so wenig war er auch zu bewegen, daß er »ider ihn geschrieben, oder nur die ihm aufgebürs dete Uelureinstimmung mit Jacob Böhmen abge« lehnet oder geläugnet hätte, so sehr auch seine Freunde deshalb in ihn drangen. Doch er starb bereits das Jahr darauf 1675. Kuhlmann wollte zu dieser Schrift noch 2 Theile heraus geben; allein es ist setter erschienen, und da er bald daraufmit 1 zerfiel, den er hier so sehr erhoben hatte, er die noch übrigen Exemplare selbst unter.

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z V« der bekannte Jesuit, Athanasius Kircher, Mit seinen sonderbaren Meinungen um diese Zeit Vieles Aufsehen machte, so hielt Kuhlmann es für vortheilhasr, sich an denselben anzuschliessen, und sich durch den Nahmen eines so berühmten Mannes einiges Ansehen zu verschassen, Er schrieb daher von Leiden auS an ihn, lobte dessen Ariern comb!, nstorlsm ieu srtem ms^nsm lcienäl gar sehr, setzte aber hinzu, wie er bedauere, daß Kircher mehr auf das äußere, als auf das innere, mehr fluf die Schqale als den Kern gesehen, daher er, Kuhlmann, diese große Kunst auf ein? ausführli, chere und bessere Art auszuführen gesonnen sey, zu welchem Ende er ihm auchlseinen kroäromum hulnyuenm! niiralttli« mitschickte, und dabeysehr Deutlich merken ließ, haß ex sein? Weisheit von einer unmittelbaren Erleuchtung und Eingebung Gottes habe. Kircher antwortete ihm sehr Höft lich, und entschuldigte sich wegen des ihm gemach« t,en Vorwurfes damit, daß ex blos nach menschlik cher Einsicht, und aus natürlichen ErkennrnißqueK len, nicht aber aus göttlicher Offenbarung schreibe, hergleichen er heut zu Tage nicht annehmen könne; daher er nicht zweifele, Kuhlmann werde bey sei, nem großen viel umfassenden Genie etwas besseres Listen können Dieser nahm das scheinbare

") (Zuog pol?« cle arte conzdinstoris, cetensque p«r^ «loxis meis, mz» in voi/grspk!» , tum ia musur» g«, jqm public« luci trsStis meliyri moä« Keri pocuiil>! conrenäiz, nil muror, cum 5cie»l« t«<? /^i», Ake5«rv prorsus iiicspacem ineg

sumque me eile Kumili memis «bk^uiv fskeür.

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herrschende Leidenschaft ist, zu welcher sich der Fa: narismus blos als das Mittel zu dem Endzwecke verhält, woraus sich denn die vielen Widersprüche in den Handlungen solcher Thoren sehr leicht erklö« ren lassen. Dein Kuhlmann hing Eigendünkel «nd Aufgeblasenheit von seiner ersten Jugend an. '^Kircher fuhr fort, ihm höflich zu antworten. Er sagte, KuhlMann verspreche große undunglaubs liche Dinge, und da sie, wie er gern gestehe, alle Menschliche Fähigkeiten und Begriffe sehr weit üben Mfen, daher sich bisher auch noch niemand diesek ben habe in den Sinn komme« lassen, so zweifele er keines Weges, daß derselbe eben solche göttliche Erleuchtungen haben müsse, als die Schrift dem Lldam und Salome- beylege. Indessen rathe et ihm doch, ^iese ihm geossenbarte Weisheit für sich zu behalten, um sich nicht in einem so ungläubigen Zeitalter, als das gegenwärtige sey, dem össemlk chem Spotte auszusetzen. Kirchers Rath in Ans« hung seines Vorhabens, unmittelbar an den Papst zu schreiben, hat KuhlMantt nur verstümmelt dritt «ken lassen, vermuchlich, weil die erste Hälfte ihm nicht vvrtheilhaft war. Aber die Stelle Hut er doch nicht vergessen, worin der Zesuit ihm versichert, daß sein großes Werk, welches er dem Päpste dedis tiren wollte, zu RdM würde bewundert werden, wenn nur nichts darin vorkäme, was de» Cens« ren mißfällig seyn könntevor allen Dingen aber? tnüsse sich Kuhlmann keine unmittelbare göttliche Eingebung zuschreiben

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