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durch so unbedeutende Ursachen zerrüttet werden

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'Ich weiß nicht, ob Johann Roth, mit «el< chem er bald nach seiner Ankunft i» Leiden bekannt würde, da? erste Werkzeug seiner Veränderung »ar; aber so viel ist gewiß, daß er sehr frühe die nmauteste Freundschaft mit ihm erdichtete. Di« s» Mensch, jetzt noch ein Erzfantast, war au< Amsterdam gebürtig, und hatte eine Zeitlang sehr ordentlich gelebt, wqr ab r bey seinem melancholischen Temperamente auf die abgeschmacktesten ThorheK «n gerathen, und that sich jetzt vornehmlich durch seine Prophezeihungen hervor, von welchen aber keine einzige eintreffen wollte, Er hielt sich für den Borläufer Christi, dessen Ankunft zum Gerichte Vicht weis mehr sey, indem 1674 das erste Jahr dex goldnen Zeit seyn sollte, worauf 1677 der große Fall Pavels erfolgen, und dann das Geheimniß der Jesu«, Monarchie angehen würde. Da er mit seinen Schriftchen vieles Aufsehen erweckte, und i» denselben auch der gekrönten Häupter nicht schonte, so ward er 1677 in VerHaft genommen undverhöl «t, aber nach einiger Zeit entlassen, da ex den« »ieder zu Verstände kam, sich verheirathete, und 17c« als ein vernünftiger Mann noch sebte *), Jetzt war seine Narrheit noch im Culminiren, »nd da Kuhlmann sogleich Geschmack an ihm fand, so errichteten beqde «inen vertrauten Briefwechsel mit einander, welchen Kuhlmann, vermuthlich noch 1674, unter dem Titel: Lpittol« l'KeolopInce Baile vi «,tionn. v.««ik»a»» (L).

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Allein es erfolgte weiter nichts, als der erste Theil,' vermuthlich weil er gar bald aufandere Gegenstände gelenket ward. .

Er hatte schon in Jena den Kopf voll von R« formations^ Projekten in allenWissenschafttn, allein, da er damahls in der Theosophie nur noch ein Stünu ?er war, so waren sie nichts gegen die Einsichten, welche er nunmehr erlangte, da er in Leuden von neuem über Jacob Böhmens Schriften gerierh, die ihn nun zu einem völligen christlichen Pcmtheb Km oder Theosophen einweiheten. Zugleich zog er vieles, was er bey diesem Fantasten fand, auf sich, und erstaunte, daß der Schuster von Dingen geweift saget habe, von welchen doch niemand als Kühl« mann selbst einige Kenntniß haben konnte. Um eben dieselbe Zeit gerieth er auch über des DrabK ejus und Felgenhauers Prophezeihungen, und da er sich darin so deutlich bezeichnet fand, so ward

rnentanili, Oitie«, sckagiorum, avopkrkeemstl»
csin, n«zic«m, comicsm, poeticüm, Kilkorisin
universalem sc specialem Kominis, Kioliornecsl»
dil>Iiornec«rum, sitem maznam snriquikatis, cl»»
vem setemicacis, «viterniratis, temporik»^ rrscr.
6e nomine microcosmo, <Ie Komin« Oeo, 6s nomin«
Oisbola, relurreerione e nsrui-g aemonttrs», üs
illukribu! seeuli Kuju« «nnim viris» und W«S ei»

Comenilis oder anderer Pantheift ja nur magve»
sprechen habe«.

Nach dem Salle hatte er vorher nie etwas von
Böhmens Schriften gehöret, sondern lernte sie
erst zu Leiden kennen. Allein, da sein Lehrer N7e>
tius einPöhmist war, er auch bey Böhmens Grab
eine so starke Erleuchtung gehabt hatte, so ist sol,
ches nicht glaublich. Vermuthlich erwischte er ietzi
erst den Geist und Kern dieses Schwärmers.

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christ von ihm abstürzet werden sollten, so schrieb er den 24sten Apr. 1674 an seinen Freund Rothe, rief das Hallelujah über sich aus, und schrie schon zum voraus Triumpf über seine neuen Eroberung gen *). Roth bestärkte ihn anfänglich darin, und weissagte, daß Kuhlmann in der fünften Mona« chie oder dem tausendjährigen Reiche einer von den 21 Propheten, und das vornehmste Werkzeug zur Ausrottung der gottlosen Könige seyn würde, Meir, das gute Vernehmen zwischen den beiden Fan? tasten war von keiner langen Dauer, indem jeder den andern in dem Aberwitze zu übertreffen suchte, und jeder befürchtete, der andere möchte in dem tausendjährigen Reiche eine größere Rolle spielen als er, und so wurden Cäsar und Pompejus sehr hald Feinde

Den Anfang seines neuen Amtes in dem taw sendjährigen Reiche machte er mit seinem begeistere ten Böhme, welchen er noch 1674 zu Leiden he« aus gab, und daxin theils Böhmens Verdienste anpreiset, und zugleich Johann Rothen, der da« mals noch sein Freund war, erhebet, theils die

Ourruer ^nricknlius proprio suo judici«, K Ls» K^lon exciciium suum propersbir xum «llmirsrione popujorum. RsllelujsK! (Zuem Osclsies sraüs porenribus non ciebellsvere, juvenis inermis äebsl» Isbir in virrure lelu OKristi prieligns. flülleluisn! 8»nl ^leriizipre« ^nrickriffi konore piocul tremen» ke^, ckekepc inreritum tuum insperzrum so inspsi'Sko rimore futurorum. tt«//e/«/s. Lz>?>?. ?Kco»

/ix/,. I.«<I«^ auf der letzten Seite. , -) Harenberg im >luteo «>em. Th. 2. S- S64.'

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