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vor, baß er in dessen Staaten an der Pshlnit schen Grönze sehr reichhaltige Bleybergwerke zie entdecken wisse, wodurch dcnn der gutmüthig, Kaiser bewogen worden, daß er ihm nicht alleiw «inen Flecken in Schlesien, Nahmens Kravarz, Polsky, eine Meile von Opaha, sondern auch «in Haus in Olmütz schenckte, wo er Sch seitdem beständig aushielt, und auch i6z6 im Zosten. Jahre seines Alters starb. Er hatte mit der Dayerinn , die er als Frau mir sich herum führ«. «?, eine Tochter gezeuget, welche nach seinem To-, d.e einen Kaiserlichen Lieutenant von der, Cavallei rie heirachele, und demselben den abgedachte». Flecken mit dcm Hause in Olmütz zubrachte. Ich glaube, dieser Punct, wegev des ihni.vyn dem. Kaiser geschenkten Fleckens, verdienet noch eine höhere Untersuchung., weil, man sonst eben nicht. ^ so wichtige Grundstücke an Abenteurer auf ihre,, bloße Vorspiegelung wegzuschenken pflegt. Ueber dieß weiß ich diese Nachricht des Micigno, mit der Versicherung des Desnoyers, daß er 1646, «nd zwar zu Cracau, arm und dürftig gestorben., sey, nicht zu reimen. Beyde zogen ihre Nach» richten an Ort und Stelle ein, und zwar beu, de von Personen, die den Menschen genau gekannt hatten, und doch weichen sie in so wesentlichen Umständen von einander ab; «in neuer Beweis , wie wenig der Geschichte zu trauen ist, sie nicht von unstreitigen Urkunden und Denkt möhkrn unterstützet wird.

Micigno bemerket noch, daß der GroßMarschall Wolsky noch vor dem Sendivog ges fiorben sey, aber seine Unzufriedenheit über di« sen sogar noch in seinem Testamente blicken lassen, indem er demselben ein Memorial beygesüget, welches dem Goldsubler zu keiner Ehre gereiche z ohne Zweifel wird er darin der Summe erwähnet haben, um welche dieser ihn geprellet hatte..'

Man hat von dem Sendivog, oder doch um ter seinem Nahmen, einige alchymistische Schrift ten, welche sich von andern ihres Gelichters da> durch auszeichnen, daß sie in keiner so abenteuer« lichen bildlichen Sprache geschrieben sind; aber daher von den Zunstgenossen auch weniger geschätzt werden, weil diese Herren schlechterdings nicht sehen, sondern nur in den Wolken dunkele? Bilder umher tappen wollen. Es sind mir foü gende davon bekannt:^ ' ,

Oislsßu« ^lercurü, ^IcKImillse et Ksturse. Cöln, vielmehr Prag, 1607, 8; auch in dem riiesrrs ck^mic« Th. 4^ ingleichen in das deutsche übersetzt uisb mehrmahls

'gebruckt.

^eni^ms pliilosapnicum Ȋ iilios veritsns; gleichfalls in dem 1'Kesrra ck^micc, Th. 4, . ^ aber vermuthlich auch einzeln gedruckt.

Kovum lumen cn^micum 6e I^spiäe ?KiIg» sopkcirum in XII. l'rsÄ. 6ivil«m; eil» bey den Goldmachern sehr berühmte Schrift, wo sie unter dem Nahmen der 12 Traktate bekannt. Aber ist auch in einem sehr tro» pischen und allegvrischen Style geschrieben, und daher sehr geschickt, von keinem gesunden Menschenkopfe verstanden, sondern nur mit Ehrfurcht angcstamiet zu werden. Sie ist indessen nicht eigentlich von dem Sendi« vog, sondern von dem Cosmopoliten oder Alexander Sidonius, von welchem Eendivog sie erbte, und sie, mit einigen Zusätzen von dem Seinigen, nicht undeutlich unter seinem Nahmen heraus gab. Sie ist sehr oft gedruckt und in säst alle bekannte Spva« chen übersetzt worden. Lateinisch: Prag, 1607, 1»; Cöln, lsio, 1617, il' Er« fürt, 1624, z; im chymischen Theater Th. 4, In das deutsche übersetzt unter dem Titel chymifches Kleinod, von einem so genannten HisaiaS sub Crucc, Strasburg, i6zi, 8,undmitOttelscommennria und andern Zusätzen, Frankfurt und Leipzig, ,6z,, z; Nürnberg, 1718, 8; Wien, 1743, 8, und vielleichl an noch andern Orten mehr.

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t^as Leben dieses Menschen ist merkwürdig/ weil es einige der geheimsten Kunstgriffe Vec gewöhnlichen Goldmacher aufdeckt, und eS überdicß an einem Orte stehet, wo es. wohl nur sehr wenige suchen werden *). Nach der Wiederherstellung der Wissenschaften spielte die Alchy« wie eine geräumt Ze.it lang eine sehr wichtige Nolle , welches denn bey der noch so. mangelhaft ten Kenntniß der NaturkrZfte und dem dem Menschen ss natürlichen Verlangen , ohne Mühe reich zu werden, kein Wunder war. Die Chy« mie, ein Zweig der Naturwissenschaft, welche das christliche Europa, von den Arabern empfam gen hatte, war noch ganz.rohe und plumpe Em, pirie, ohne Grundsätze und vernünftige Ersah, rungen, und fast ganz auf die Alchpmie und einige medicinische Charlatanerien eingeschränkte Dcr die Kenntnis; der Natur und besonders der Körpermelt noch so unvollkommen waren, so wav es vermittelst einiger sehr einfacher chvmische» Handgriffe sehr leicht, nicht allein den große» Haufen, sondern auch wohl klügere zu täuschen, und das machten sich denn Abenteurer und Bei

') In Mich. L«sp«r Lundorpit coritiriu«,« lo»«n. LIl,'ii!sni cle lrzru icli^ionis er reipudlicie, Frankfurt, »öl?, iu-s, und zwar Th- Z/ S. . '757. de? den, Jahre 1S07. ,

trleger trefflich zu Nutze, Messen und reiche Privat - Personen zu hintergehen. Daher war lie Alchymie im »6ten und i^ten Iahrhunde«« «ine so allgemeine Krankheit; daher strichen überall Goldmacher und Adepten ohne Zahl he« um, welche sich von dieser Krankheit nähreten; daher hielt man jetzt an allen HHfen und selbst in den meisten Klöstern öffentliche und geheime laboratoria ^ wo jeder dreist« Windbeutel, wenn «r nur «in wenig mit dm Kohlen umzugehe» wußte, und die Unwissenheit dieser Zeit, mit ei» Paar jetzt sehr gemAinen chymischen Versuche» täuschen tonnte, willkommen, war: bis endlich mehrere solche Bcyspiele, als uns der von MÜH> lenfcls liefern wird, den Fürsten die Augen ö,ff«eten, und ihre, Habgierde aus dem Schmelz.» tiegel zu sicherern Quellen des Neichlhume« zu« tück führet«, und aus der bisherigen. Alchymie »ie bessere Chymie hervor ging, welche sich nicht über die Gränzen der bekannten Naturkräfte erhebt, und die Thorheiton ihrer Kindheit der, Fantasie schwacher Köpfe überläßt.

Es ist Schade, daßHundorp Hai Leben die, ses Menschen so kurz erzählet, und dem Plane feines Wertes zu Folge, so kurz erzählen mußte;. »enn er liefert weiler nichts, als sein eigenes Be« tenntniß, welches er vor seiner Hinrichtung ablegte. Indessen entdeckt es doch einige der gewöhnlichsten Kunstgriffe, wodurch damahls so viele Menschen Hintergang»« wurden^,und sich i«m Thnl wohl noch hintergehe.!, lassen.

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