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„er minor). Die erstere wichset häufig in dem „Garten des Hrn. de la Palu, wo er sie ge? „süet und angepftanz« hat. Die letztere ist auf ,,de» Bergen um Palu, welches zwey Stunden „vvn Montier liegt, häufig vorhanden. Was „ich Ihnen hier sage, mein Herr, ist kein Mähr« „chen; Herr Msnard beruft sich auf den Bt« „schof von Senez, der diese erstaunlichen Wer„Wandlungen mit Augen angesehen hat. Herc „de Cerisy, Prior zu Chateau-Neuf, welche» „Sie gleichfalls kennen, hat mit einer Linse groß > „Pulver, welches Herr Delisie ihm gab, eine» „kleinen Stab vvn einigen Pfund verwandelt. „Er macht seine Arbeiten öffentlich. Er reibt „das Eisen oder das Blcy mit diesem Pulver, „u,->d legt es auf glühende Kohlen, worauf den« „das Metall in kurzer Zeit weiß oder gelb wird, „und hernach in Gold oder Silber verwandelt „ist, nachdem die Menge »der die Materie deö „Eisens oder des Bleves ist, welches man da, „mit reibet. Er ist ein ganz ungelehrter Mensch, „der weder lesen noch schreiben kann; Herr de „Saint-Auban wollte ihm bevdes beybringen, „allein er hat wenig davon begriffen. Zugleich „ist er rauh von Sitten, mürrisch und voll eu „gensinniger Launen. Er weigerte sich, vor „dem Intendanten zu erscheinen, der ihn hakte „fordern lassen, und dach den Hrn de Samts „Auban, ihn bey demselben zu vertreten.,,

Da der Bischof von Senez und der Jnzen, dank diese Sache nach Hofe hcrichtet, und zu

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gleich Proben von seinem verwandelten Golde und Silber mit eingesandt hatten, so erhielt Delisle Befehl nach Versailles zu kommen, daher «r auch zwey Mahl ein sicheres Geleit erhielt, vermuchlich damit das Parlament zu Air, welches wegen der obigen Münzverfälschung Ansprüche an ihn hatte, ihn nicht möchte aufheben lassen. Er schien dazu willig, zögerte aber unter allertey Vorwänden einige Jahre, und fuhr in« dessen fort, die Leichtgläubigkeit in der Provinz zu bethören. Beyde Umstände, die Detrtegerey in Zlix, und seine gegenwärtige Zögerung, hätten schon Verdacht wider die Wahrheit seiner Ve» Wandlung erwecken, wenigstens veranlassen kön> nen, das von ihm gemachte Gold und Silber genauer untersuchen zu lassen. An Verdacht mochte es wohl auch nicht fehlen; «Sein, da man das letztere allem Ansehen nach unterließ, so wv»d der erster? durch seine täuschenden Pro« ben imn«r wieder unterdrückt. Es erhellet dieses aus einem Schreiben des Bischofs von Sei nez an den Hrn. Demaretz zu Paris, von dem. Jahre 1709, worin er sich all« Mühe gibt, de», Verdacht, welchen der Mensch wider sich erregte, zu schwächen.

Schreiben des Bischof« von Senez an den Staats-Minister und General-Controlleur, Gre ° Demaretz von dem Jahre

„Nachdem ich Ihnen, mein Herr, vor einem >Zahre meine lebhafte Freude über ihr, Trhe„bung an den Tag gelegt habe, so nehme ich mir „jetzt die Freyheit, Ihnen meine Gedanken über „den Herrn DMle. zu überschreiben, welcher „in meinem Bisthume Gold und Silber macht. „Ich Hab? mich zwar darüber schon vor zwey „Jahren gegen den Hrn, Grafen von Porrchar« „train erkläret, rveil er mich, um meine Meinung „befragte, glaubte auch, so lange man mich nicht „fragte, gegen den Hrn. von tzhamillart und Sie „nichts davon erwähnen zu dürfen; allein, da „man mir versichert hat, daß Sie meine Meü „nung wissen, «ollen« so. will ich Ihnen selbige „aus Eifer sowohl für den Dienst des Königes, „als für die Ehre Ihres MiMerii eröffnen. „Meinem/Erachten nach muß man zwcyerk» „an dem Pelisle ohne Vorurtheil untersuchen, „sein Geheimnis) und seine Person, d. i, ob seine „Arbeiten richtig sind, und ob seine Aufführung „umadelhaft ist. Was die Verwandlung der „Metalle betrifft, so habe ich selbige lange Zeit „für unmöglich gehalten, und meine Grundsätze „haben mich daher auch drey ganze Jahre lang „in Ansehung des Herrn Delisle ungläubig ge„macht. Ich habe mich diese Zeit hindurch „nicht um ihn bekümmert, sondern habe vielmehr „die Absicht ein« gewissen Person, die ihn gtt „richtlich verfolgte, weil sie mir von einem mäch« „tigcn Manne in her Provinz war empfohlen „worden, unterstützt. Allein, als mir diese ^Person in der Hitze gestand, daß sie das von ,,dem Delisle in ihrer Gegenwart in Gold ver^wandelt« Eiftn und Vley zu den Goldschmfe„den in Aix, Nizza un5 Avignon gebracht, die „es alle für ich; gehalten hätten: so fing ich an, „ein Mißtrauen in wem Norurtheil zu schcn. „Ich traf ihn daraus aus einem meiner bischöfli„chen Besuche bcy einem Freunde an, wo man „ihn bath, mir etwas von seiner Arbeit sehen zu , lassen. Gr that es, und da ich selbst ihm ei° „nige eiserye Nagel gab, so verwandelte er sie in ,,Gegenwart von sech« bis sieben glaubwürdigen „Zeugen in dem Kamm« >n Silber^ Ich nqlM „die verwandelten, Nägel, und schickte sie durch ,,meinen. Almqsenier zu dem Gyldschm'b Imbert „nach Aix, der sie prohielte, und sie für gutes „SUber erklärt«. Ich ließ. es. inoessii» habey „noch nicht bewenden, und da der Graf von „Pontchartrain mir vor zwey Jahren, schrieb, „daß es d»m Könige angenehm seyn würde, wenn ich ihn vollständig von der Sache unterrichtete,, „so ließ ich den Hrn. Delisle nachCastellane ein« „laden. Da er kam, ließ ich ihn vcn sechs bis „sieben aufmerksamen Personen begleiten. denen „ich aufgetragen hatte, ihm genau auf die Finger „zu sehen; Hessen ungeachtet verwandelte er in. „unserer Gegenwart auf einem bloßen Kohlfeuer „zwey Stücke Bleu in so viel Stücke Goltz, und. Silber, welch« ich dem Grafen von Pontcha« train schickte, der sie den besten Goldschmieden in Paris zeigte« welche sie insgesammt für sehr sein «rtlärten, wie ich mir seiner eigenhän» «digm Antwort beweisen kann. Ich sing, dür-> „auf an, in meiner Ueberzeugung sehr zu w«n« „ken, noch ntthr aber, nachdem er fünf oder „sechs Proben in meiner Gegenwart zu Senez „in dem Schmelztiegel machte, ja nachdem er so» „gar mich selbst dergleichen machen ließ, ohne-, „daß er etwas anrührte. Sie haben auch de» „Brief meines Neffen, des P: Berard vom „Oralorio zu Paris gelesen, worin er eine Probe „beschreibt, die er selbst zu Casteklane gemacht, „und deren Wahrheit ich bestätigen Wim. End« ,,llch h« «in anderer Neffe von mir, der Herr „Bourget, der vsr drey Wochen hier war , eben „dieselbe Probe gemacht, von welcher er Ihne» »mehrere Nachricht ertheilen wird. Was wir „gesehen und gemacht haben, haben außer uns „noch hundert Personen in meinem Disthume „geskhen und gemacht. Ich gestehe Ihnen mein „Herr, daß nach so vielen Augenzeugen, nach so „vielen Goldschmieden, und nach so vielen Vereisen von aller Art, meine vorige Meinung „endlich verschwinden mußte; mnn« Vernunft „wich dem Beweise der Augen und Mein Hirn« ,,gespinst von Unmöglichkeit ward- durch meine ei« „gene Hände zerstreuet.

„Ich komme nunmehr aus denandern Punct, „der seine Person und sein bisheriges Verhalten ^betrifft, wogegen man denn einen dreys^chm ^Verdacht zu verbreiten sucht. Der erste betrifft ,,d«n Criminal-Prozeß zu Cisteron wegen ange„schuidizter Mönzverfälfchung. Der zwevte be« „stehet darin, daß er ein zweymahliges sicheres

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