Abbildungen der Seite
PDF

„dienet. Er biethet ihm sein Ansehen bey den „Ministern zur Sicherheit seiner Person an, ge< ,,ge>i welche, so wie gegen seine Freiheit, matt ^.bereits zwey Mahl Versuche gemacht hat. (Berk muchlich zielet er damit auf den Prozeß zu Air.) „Man glaubt, daß das Oehl, dessen er sich be, ^dienet, ausgelöseres Gold oder Silber ist. Er >,läßt es lange Zeit an der Sonne stehen. Et 5,hat mir gesagt, daß er sechs Monathe zur Aufbereitung gebrauche. Ich sagte ihm, daß der 5,König ihn vermmhlich werde zu sehen wünschen. „Er antwortete/ daß er seine Kunst nicht über/ „all «usüben könne, indem er dazu ein gewisses CiiMa gebrauche. So viel ist gewiß, daß „dieser Mensch keinen Ehrgeitz zu haben scheint. 5,Er hat nur zwey Pferde Und zwey Bediente. >,Ueber dieß liebt er seine Freyhetr, hat wenig ^.Sitten, Und spricht schlecht. Allein er scheint >,dasür vielen Verstand zu besitzen. E> war ein „bloßer Schlösser, der vorzügliche Arbeit machte, ^,ob er gleich das Handwerk nie geternet hatte« „Dem sey wie ihm wolle, alle große Herren, die „ihn sehen, schmeicheln ihm. Und Manche verbittern, ihn sogar. Glückliches Frankreich, ; wenn sich dieser Mensch dem Könige entdeckt, „an welchen der Intendant die Goldftangen gee „schickt hatj Allein das Glück wäre ,u groß, als jjbäß man es hoffen darf. -Denn ich fürchte »sehr, daß das Geheimniß mit dem Besitzet »sterben wird. ' Ich habe geglaubt, liebet Net' „ter, daß diese Neuigkeit verdiene, Ihnen b« „kannt gemacht zu werden. Sie wird auch meik «nein Bruder angenehm seyn, daher ich Sie „bitte, selbige ihm mitzucheilen. Es scheinet, „daß diese Entdeckung viele« Aufsehen in Frankreich machen wird, wenn die Denkungsart dies „ses Menschen es nicht hindert; aber gewiß wird „man in den folgenden Jahrhunderten von ihm „sprechen. Man darf jetzt nicht mehr nach dem „Schatze zu Florenz gehen, wenn man Nügel ,ivon verschiedenen Metallen sehen will. Ich ,,habe einen in Händen gehabt, und würde selbst „einen besitzen, wenn mein Unglaube nicht ge> „macht hätte, daß ich diesen Menschen bisher «vernachlässiget habe. Allein man muß der „Wahrheit ihr Recht lassen, und ich hoffe Kit „Verwandlung selbst zu sehen, sobald-Herr De« ,,lisle nur wieder zu la Palu wird angekommen „seyn. Er befindet sich jetzt auf den Gränzen „von Piemont auf einem Schlosse, wb es ihm „gefällt.,,

Zwey Monathe daraus, nehmlich den ,7sten> Jan. 1707, schrieb eben derselbe Prior noch« mahls an seinen Netter zu Paris, und war er vorher nicht von dem Abenteurer eingenommen gewesen, so war er es jetzt. Der Brief lautet so:

„In meinem letzten Briefe gedachte ich' des „berühmten Alchymistm aus der Provence, wel« ,,cher sich eine Viertel Stunde von hier auf dem ?,Schlosse la Palu aufhält und Dclisle heißt. ^.Damahls sprach ich von ihm nur von Hören»»sagen; allein jetzt weiß ich «was mehr. Ich „besitze, lieb« Vetter, nunmehr «inen Nagel, „der halb Eisen, und halb Silber ist, und den „ich selbst gemacht habe. Ja dieser groß« und „vortreffliche Künstler hat mich eines noch grö, „ßern Vergnügens gewürdigt!, indem er mich „selbst eine Bleystang«, welch« ich mitgebracht „hatte, in Gold hat verwandeln lassen. Die „ganze Provinz ist auf diesen Mann aufm«rt> „sam; einige zweifeln, andere find ungläubig; „aber diejenigen, welche gesehen haben, find gezwungen, der Wahrheit Raum zu geben. Ich „habe das sicher« Geleit gelesen, welches d«r Hof „ihm bewilliget hat, doch mit der Vedingung, „daß er den nächsten Frühling dahin komme. „Er gehet gern, wie er mir gesagt hat, und er „hat seine Abreise nur darum bis auf den Früh» ,,ling verschoben, um in den hiesigen Gegenden „das Nsthige einzusammeln, um vor dem Kö» „nige «ine Prob« zu machen, die dessen würdig ,ist, indem er in dessen Gegenwart eine große „Menge Bley in einem Augenblicke in Gold ver« „wandeln will. Er ist dieser Tage wieder von „Digne gekommen, wo er sich ein Kleid füe „;c>c> Rthlr. hat machen lassen. Er hat daselbst „sowohl öffentlich als ins geheim gearbeitet, und ,nn diejenigen, welche ihn aus Neugier besuch« ten, für ungefär io°V Livres Gold in Nägeln ,«nd in Stangen verschenkt. Ich wünsche s,hr, 5,daß sein Geheimniß nicht mit ihm sterben, son„dem daß «r e< dem Könige eröffne« mög>. „Al< ich vorigen Donnerstag den 2c>sten dieses „die Ehre hatte, in seiner Gesellschaft zu „speisen, und neben ihm saß, sagte ich leise zu „ihm, daß er allein jetzt die Feinde Frankreichs „demüthigen könne; er sagte zwar nicht nein, ^. „aber er lächelte dazu. Kurz, dieser Mann ist „ein Wunder der Kunst. Bald gebraucht er „Oehl und Pulver zugleich, bald nur das Pul„ver allein, aber in so geringer Menge, daß, „ÄS der Stab, welchen ich damit tingirke, d« „mit gerieben war, man nicht das geringste da« >,Vvn sähe. Ich werde nächstens nclch Montier „reisen, und mir daselbst ein ganz eisernes Mesi „sex mache» lassen; Herr Delisle ha: mir ver« „sprochen, alles daran bis auf die Schneide, „welche Eisen bleiben soll, in Silber zu verwandeln. Sehen Sie, das gehet Key uns vor.,,

Di« sanguinische Einbildungskraft des guten PrtorS sähe alles doppelt, und da er mit den chemischen Handgriffen ganz unbekannt gemesen zu seyn scheinet, so war es wohl eben nicht schwer ihn zu täuschen. Allein, es gab mehrere seiner Art in Provence, wie unter andern aus folgendem Briefe erhell«, der aber doch schon «K «ig« Ausschlüsse mehr enthält.

Schreiben des Hrn. de Lions, CanlorS zu
Grenoble, vom zosten Jan. 1707.

„Herr Mesnard, Pfarrer zu Montier, mel„d«t mir, daß sich daselbst «in gewisser Mann, „Nahmen« Delisle befindet, welcher ungefir „35 Jahr alt <st, und Bley und Eisen in Gold „und Silber verwandelt. Er »ersichert zugleich, „daß diese Verwandlung so wahr und richtig ist, „daß auch die Goldschmiede sein auf di«s« Art „verfertigtes Gold und Silber für sehr fein, und „rein halten, und daß die ganze Sache eben so „leicht von Statten gehet, als wenn man einen „Kreutzer mit. Quecksilber weiß, macht. Man „hat diesen Mann fünf, Jahr» lang für einen „Narren, oder Betneger gehalten; allein, nun« „mehr denkt man anders von ihm. Denn er „hat den Edelmann, bey welchem er sich anschielt, und der nach seiner Vorschrift, arbeitete, „reich gemacht. Er befindet sich jetzt bey dem „Herr«: de la Palu,, der sich nicht in den besten „Umständen, befindet, und Geld braucht, sein« ,,Tichter, zu verheirathen,. die aus Mangel der „Ausstattung, schon ziemlich, bey Jahren sind. „Er hat ihm. das aus eigenem Antriebe verspro„chen,, und zwar noch, ehe er nach.Hose gehen „wird, wohin er vermittelst eines Befehles, den „ihm, der Herr Intendant.eingehündlget hat> b«« „rufen, worden-. Er hat sich Zeit ausgebelhen, „um indessen die nöthjg« Menge Pulver zusanu „men zu btingen, weil, «r mehrere Zentner in „Gegenwart des Königes «erwandeln, und sel„bige Sr. Maj. verehren will. Die vornehm„sten Materien, welch« er zu seinen Arbeiten „gebraucht, sind Kräuter, und besonders di« „große und klein« Mondraute (i^unan» m»jor

« ZurückWeiter »