Des Knaben Wunderhorn: alte deutsche Lieder, Bände 1-2

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v. Arnim, 1857
 

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Seite 483 - Das wahre dichterische Genie, wo es auftritt, ist in sich vollendet; mag ihm Unvollkommenheit der Sprache, der äußeren Technik oder was sonst will entgegenstehen, es besitzt die höhere innere Form, der doch am Ende alles zu Gebote steht, und wirkt selbst im dunkeln und trüben Elemente oft herrlicher, als es später im klaren vermag.
Seite 485 - Ein Gefühl aber, das bei mir gewaltig Überhand nahm, und sich nicht wundersam genug äußern konnte, war die Empfindung der Vergangenheit und Gegenwart in eins: eine Anschauung, die etwas Gespenstermäßiges in die Gegenwart brachte.
Seite 464 - Es wird uns, die wir vielleicht eine Volkspoesie erhalten, in dem Durchdringen unserer Tage, es wird uns anstimmend sein, ihre noch übrigen lebenden Töne aufzusuchen, sie kommt immer nur auf dieser einen ewigen Himmelsleiter herunter, die Zeiten sind darin feste Sprossen, auf denen Regenbogen-Engel niedersteigen, sie grüßen versöhnend alle Gegensätzler unsrer Tage und heilen den großen Riß der Welt, aus dem die Hölle uns angähnt, mit ihrem Zeigefinger zusammen.
Seite 181 - Obschon ist hin der Sonnenschein Und wir im Finstern müssen sein, So können wir doch singen; Von Gottes Güt und seiner Macht, Weil uns kann hindern keine Nacht, Sein Lob zu vollenbringen.
Seite 150 - Und ich bekomm' doch meinen Lohn, Das weiß ich schon. Ihr Brüder allzumal, Heut' seht ihr mich zum letztenmal; Der Hirtenbub' ist doch nur schuld daran, Das Alphorn hat mir solches angetan, Das klag
Seite 470 - Durst und wir träumen, das langgewachsene Haar in die Erde zu pflanzen, und es schlägt grün aus und bildet über uns ein Laubdach voll Blumen, die schönen weichen den späten schöneren; so scheint in diesen Liedern die Gesundheit künftiger Zeit uns zu begrüßen. Es gibt oft Bilder, die mehr sind als Bilder, die auf uns zuwandeln, mit uns reden, wäre so doch dieses!
Seite 469 - Italien ist entdeckt, wo der Wein reift an allen Orten. Und als ich im Mittelländischen Meere schiffte, der Schiffer sein Lied sang auf alles, was uns traf, Windstille und Seekrankheit, bis ihm der Sturm das Lied von der Lippe blies, da floß der Rhein. Ganz besonders ist es aber der Rhein, wenn sich die Winzer zur schönsten aller Ernten im alten Zauberschlosse der Gisella nachts versammeln, da flammt der Herd, die Gesänge schallen, der Boden bebt vom Tanz: Da droben am Hügel, Wo die Nachtigall...
Seite 483 - Das lebhafte poetische Anschauen eines beschränkten Zustandes erhebt ein Einzelnes zum zwar begrenzten, doch unumschränkten All, so daß wir im kleinen Raume die ganze Welt zu sehen glauben.
Seite 221 - Freuden springen, Sie wachet und steht eilend auf: Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn, Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal Und halten mit das Abendmahl.
Seite 441 - Sie brachen ab und auf zu ihren Regimentern, zum Kriege. Damals klang manches daran, was mir so in die Ohren gefallen; alles reizte mich höher, was ich von Leuten singen hörte, die nicht Sänger waren, zu den Bergleuten hinunter bis zum Schornsteinfeger hinauf.

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