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Band XXIX. No. 45. 7. November 1885.

Karlsruher Bezirksverein: Schlauchkupplung. – Neuere Central-Weichenstellungen. # 883

Masse des Ausflussröhrchens gerade so gewählt worden, dass bei genügendem Ausschlag für dünne Schmieröle auch noch die Prüfung dicker Oele keine zu lange Zeit erfordert. In Fig. 4 ist dieser Apparat abgebildet. A ist der Oelbehälter aus Kupfer- oder Messingblech mit 3" weiter und 20" langer Ausflussspitze a aus Platin, Kupfer oder Messing, Ventilstift b, Marken c c (bis dahin fasst der Apparat240°") und Deckel A1. Mittels der Thermometer t und t! lassen sich die Temperaturen von Oel und Erwärmungsflüssigkeit beobachten; C ist ein unterzustellender Glaskolben mit Marke am Halse für 200 und 240eem. Bei Gebrauch wird der Apparat zuerst mittels Wassers, von dem man 240°°" in C abmisst und dann in A giesst, derart geaicht, dass man die Zeit in Sekunden bestimmt, welche der Auslauf von 200eem Wasser von 20° C. aus A nach C bedarf. Die gefundene Zeitzahl wird = 1 gesetzt. In gleicher Weise werden dann auch die Oele in dem vorher völlig gereinigten und getrockneten Apparat bei gewünschten Temperaturen durch Auslauf geprüft. Die gefundene Verhältniszahl zwischen Oel und Wasser nennt man die specifische Viscosität, die specifische Zähigkeit oder den Viscositätsgrad. Braucht man z. B. 52 Sek., daorochs 270 Sek., so ist der Viscositätsgrad des Oeles S- 52 - 5,2. Der Verein deutscher Eisenbahnverwaltungen hat diesen Apparat als Grundlage tarifarischer Unterscheidungen der Schmieröle gegenüber dünneren geringwertigeren Mineralölen angenommen. Demgemäss sind jetzt alle Mineralöle, welche bei specifischem Gewicht über 0,850 bei 200 C. einen Flüssigkeitsgrad über 2,6 besitzen (Schmieröle), von der Beförderung nach Spec. Tarif III ausgeschlossen. Für die bahnseitig zu übende Controle habe ich, da es sich hier nur um Bestimmungen bei gewöhnlicher Temperatur (200 C.) handelt, einen durch Fortlassen des Mantels B, des Deckels A1 und des Thermometers t vereinfachten Apparat construirt; denn es hält nicht schwer, das Oel im Behälter durch blosses Anlegen der Hand auf die Versuchstemperatur zu bringen. Einen solchen Apparat hatte Treumann!) zufällig zu Gesicht bekommen (eine Veröffentlichung war meinerseits noch nicht erfolgt, wohl aber waren schon Apparate mit und ohne Mantel abgegeben worden), als er in einem im Berliner Verein deutscher Maschineningenieure gehaltenen Vortrage die Bemerkung machte, dass mein Apparat dem Fischer'schen und Lamansky'schen an Brauchbarkeit nachstehe, weil mangels eines Erwärmungsmantels das zu prüfende Oel vor Einfüllung in den Behälter auf die Versuchstemperatur erwärmt sein müsse. Dies wäre allerdings für Bestimmungen bei höheren Temperaturen nicht allein ein grosser Nachteil, sondern geradezu ein Fehler gewesen, da es ohne Mantel unmöglich ist, heisses Oel hinreichend lange auf gleicher Temperatur zu erhalten. Ich hätte diese irrige Auffassung nicht richtig zu stellen für nötig erachtet, wenn dieselbe nicht im F. Fischer'schen Jahresbericht für chemische Technologie für 1884 (trotz meiner damals schon bekannten berichtigenden Mitteilung in der »Chemiker-Zeitung«) mit der Bemerkung Aufnahme gefunden hätte, dass ich erst infolge der Treumann'schen Kritik meinen Apparat mit Mantel versehen habe; denn es kann nicht gleichgiltig sein, mir den völlig urbegründeten Vorwurf eines so groben Fehlers in der Einrichtung eines so einfachen Apparates machen zu lassen. Ich bin in der Lage, nachweisen zu können, dass Mechaniker Martin dahier schon Monate lang vor dem Treumann'schen Vortrage ebensowohl Apparate mit als ohne Mantel gefertigt

Fig. 4.

1) Glaser’s Annalen 1884 S. 194.

und abgegeben hat. Inwieweit die fernere Bemerkung in Fischer’s Jahresbericht, dass sich mein Apparat von dem Fischer'schen jetzt nur noch durch die flachere Form des Oelbehälters unterscheide, unter Mitberücksichtigung des methodischen Teiles der Prüfung richtig ist, ergiebt sich ohne weiteres aus obiger Beschreibung. Besonderen Wert lege ich jedoch in keiner Weise darauf, für den Erfinder des für Tarifcontrole angenommenen Viscositätsmessers zu gelten, zumal billigerweise anerkannt werden muss, dass seit der Construction des auf Ausflussgeschwindigkeit beruhenden Apparates von Vogel alle folgenden Viscositätsmesser nur als Verbesserungen dieses ersten gelten können.« Hr. Keller macht Mitteilung über eine aus der Fabrik von Grether & Comp. in Freiburg hervorgegangene

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kannte dreifache Hakenverschluss b beibehalten. Während aber die früheren Kupplungen als Dichtung einen in den gegenüberliegenden Stirnflächen eingelassenen Gummiring, die Kupplung D. R.-P. 25405 einen Ring mit hohlem Wulst besass, zeigt die neueste einen eigentümlich 5-förmigen Ring c in den gegenüberliegenden Enden der Kupplungsstücke, welcher infolge eines im Inneren herrschenden Wasserdruckes auseinander gepresst wird, so dass die gegenüberliegenden Ringe sowohl gegen einander als auch gegen die Metallteile des Kupplungsstückes dem Wasserdrucke entsprechend angepresst werden. Durch diese selbstregelnden Gummiringe mit ziemlich weitgehender Zusammendrückbarkeit konnten die bei den früheren Grether'schen Kupplungen benutzten Nachzugsgewinde in Wegfall kommen, wodurch allerdings die Kupplung wesentlich vereinfacht wurde. Die gesammte Länge der steifen Schlauchkupplung konnte infolge dessen entsprechend kleiner gehalten werden. Erfahrungen, welche mit dieser Kupplungsvorrichtung bei Versuchen oder bei thatsächlich eingetretenen Brandfällen gemacht wurden, sind dem Berichterstatter nicht bekannt; derselbe glaubt aber darauf hinweisen zu müssen, dass er sich seiner Zeit noch gegen Einführung einer Normalkupplung überhaupt, so insbesondere gegen die Einführung der Gretherschen Schlauchkupplung älterer Construccion, ausgesprochen habe, und zwar unter anderem aus dem Grunde, weil durch Annahme einer gewissen Form als Norm die ganze gedeihliche Entwickelung dieses Constructionselementes gehindert würde, und möchte gerade durch die vorstehend beschriebene nicht zu bestreitende Verbesserung die Richtigkeit erwähnter Ansicht bestätigt sein.

Hr. Hart verteilt eine Schrift mit Zeichnungen des Hrn. Ingenieur H. Sack über das Walzen von kreuzförmigen Profilen in grösseren Dimensionen und hebt die Wichtigkeit dieser Profile als Tragständer (Säulen) hervor.

Sitzung am 13. April 1885. – Vorsitzender: Hr. Richard. Schriftführer: Hr. Seneca. Anwesend 41 Mitglieder und 3 Gäste. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen hält Hr. Ingenieur W. Henning aus Bruchsal den angekündigten Vortrag über neuere Central-Weichenstellungen ?). Derselbe bespricht in ausführ

1) Z. 1884 S. 145. ?) Z. 1885 S. 141 u. 565.

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licher Weise die verschiedenen jetzt gebräuchlichen Systeme, dieselben in ihre Einzelheiten möglichst zergliedernd, und unterstützt die Erklärungen an einer Reihe von Wandtafeln und im Sitzungssaal aufgestellten Apparaten und Modellen. Im Anschluss an diesen Vortrag wurden am 23. Juni unter freundlicher Führung der Herren M. Henning, W. Henning und O. Engler die wenige Tage vorher dem Betrieb übergebenen Central-Weichenanlagen des Bahnhofes Karlsruhe von den Vereinsmitgliedern besichtigt, und mögen über diese Anlage folgende Notizen Platz finden. Die Einrichtungen zur centralen Weichen- und Signalstellung ermöglichen einerseits die Bedienung der Weichen und Signale von einzelnen Centralstellen aus; in erster Linie aber dienen dieselben zur Sicherung der ein- und ausfahrenden Züge innerhalb des Bahnhofgebietes gegen falsche Stellung der Weichen oder der Signale und die hieraus folgenden Gefahren. Die Stellhebel der Weichen und Signale sind je nach der Ausdehnung der Bahnhöfe an einer oder mehreren Centralstellen in Centralapparaten vereinigt und in diesen Apparaten unter sich in solcher Weise mechanisch verbunden, dass folgende Bedingungen erfüllt werden: Das Signal für Ein- oder Ausfahrt eines Zuges kann von dem die Weichen und Signale bedienenden Centralwärter erst dann gegeben werden, wenn vorher alle Weichen der zu befahrenden Geleisestrasse richtig gestellt worden sind und die Weichen in den anschliessenden Geleisen sich in ablenkender Stellung befinden, so dass Fahrzeuge durch dieselben nicht auf obige Geleisestrasse gelangen können. Wird sodann das Signal zur Fahrt des Zuges gegeben, so werden durch das Umstellen des betreffenden Stellhebels alle zu befahrenden und ebenso die ablenkenden Weichen in ihrer Stellung verschlossen und bleiben so lange verschlossen, bis das Signal wieder zurückgestellt worden ist. Ferner können ein, zwei oder mehrere Signale für Züge, deren zu befahrende Geleisestrassen zusammenlaufen oder sich kreuzen, gleichzeitig gegeben werden. Es kann hiernach, so lange seitens des Zugpersonales die Halt gebietenden Signale beachtet werden, weder ein ein- oder ausfahrender Zug infolge unrichtiger Weichenstellung auf ein falsches Geleise geraten, noch können zwei solche Züge, welche sich kreuzende Geleisestrassen zu befahren haben, zusammentreffen. Dabei sind ausserdem die Zugsfahrten durch die ablenkende Stellung der Weichen in den anschliessenden Geleisen auch gegen versehentliches Einfahren manövrirender Zugsabteilungen in ihre Geleisestrassen möglichst sicher gestellt. 4 Mit den grösseren Anlagen zur centralen Weichen- und Signalstellung sind in der Regel elektrische oder mechanische Blockapparate verbunden, vermittels welcher sämmtliche Stellhebel der Signale vom Stationsbureau aus unter Verschluss gehalten werden, derart, dass jedes Signal für die Fahrt eines Zuges vom Centralwärter erst dann gegeben werden kann, wenn der betreffende Signalstellhebel von dem

die Fahrt der Züge leitenden Stationsbeamten vorher frei ge

geben worden ist. Hierdurch ist die Bestimmung über Reihenfolge und Zeit der einzelnen Zugsfahrten wie auch die Wahl der Geleisestrassen für dieselben ganz in die Hand dieses Beamten gegeben, immerhin mit der notwendigen Beschränkung, dass eine von ihm etwa irrtümlich angeordnete gleichzeitige Durchfahrt zweier sich gefährdender Züge vermöge der oben beschriebenen Einrichtung der Centralapparate ausgeschlossen ist. Nach diesen allgemeinen Grundsätzen, welche für die Anlagen zur centralen Weichen- und Signalstellung massgebend sind, ist auch die Centralanlage auf dem Karlsruher Bahnhof ausgeführt. Im Personenbahnhofe Karlsruhe, von der Grenze des Güterbahnhofes bis zu den Bahnhofsenden gegen die Stationen Mühlburger Thor und Ettlingen, sind die Weichen und Signale in drei Bezirke eingeteilt. Die zugehörigen Centralapparate zur Bedienung der Weichen und Signale befinden sich für den unteren Bezirk in der Nähe des Strassenüberganges, für den mittleren gegenüber dem Aufnahmsgebäude und für den oberen Bezirk beim Uebergange der Ettlinger Strasse. Dieselben sind zur besseren Rundsicht für den Centralwärter in erhöht angelegten Apparathäusern untergebracht und enthalten zusammen 90 Stellhebel für Weichen und Signale. Sämmtliche Signalstellhebel stehen durch elek

trische Blockapparate mit dem Stationsbureau im Aufnahmsgebäude in Verbindung und werden von da aus nach Bedarf für die einzelnen Zugsfahrten frei gegeben. . Die Verbindung der Weichenstellhebel mit den zugehörigen Weichen ist durch Röhrengestänge, diejenigen der Signalstellhebel mit den Signalen durch doppelte Drahtzüge hergestellt. Die Gestänge sind zur Erzielung eines möglichst leichten Ganges auf Walzenrollen gelagert. Die Drahtzüge laufen auf Achsrollen. Gestänge und Drahtzüge sind grösstenteils in eisernen Kanälen unterirdisch geführt; nur an wenigen Stellen des Bahnhofes, wo wenig Verkehr des Personales stattfindet, liegen dieselben oberirdisch. Die Länge des längsten Gestänges vom Centralapparate bis zur entferntest liegenden Weiche beträgt 465", diejenige des längsten Drahtzuges bis zum äussersten Signal 650". Zur Ausgleichung der bei so grosser Längenausdehnung in den Gestängen infolge Temperaturwechsels entstehenden teilweise sehr erheblichen Längenänderungen sind je nach der Gestängelänge ein oder mehrere selbstthätige Compensationen in dieselben eingeschaltet, welche aus doppelarmigen Hebeln bestehen. An den Gestängeenden bei den Weichen befinden sich die sogenannten Endcompensationen, welche gleichzeitig das sichere feste Anliegen der Spitzen der Weichenzungen gewährleisten und deshalb auch Weichenspitzenverschlüsse genannt werden. Es sei hier noch erwähnt, dass diese Spitzenverschlüsse grösstenteils sogenannte auffahrbare, d. h. so beschaffen sind, dass sie beim Befahren der unrichtig gestellten Weiche vom Drehpunkte der Weichenzungen her – Auffahren der Weiche – die durch die Spurkränze der Räder bewirkte Umstellung der Weiche zulassen, ohne dass hierbei irgend eine Beschädigung eines Constructionsteiles eintritt. Dabei werden im Centralapparate durch die erfolgende Rückbewegung des Weichengestänges alle mit der aufgefahrenen Weiche im Zusammenhange stehenden Signalhebel in ihrer Stellung verriegelt, so dass kein Signal für einen Zug, der eine etwa ohne Wissen des Centralwärters bei Ausführung der Stations

manöver aufgefahrene und sich infolge dessen in falscher

Stellung befindende Weiche befahren würde, gegeben werden kann.

In den Drahtzügen sind Compensationen nicht angebracht; es werden bei diesen die durch Temperaturwechsel entstehenden Längenänderungen durch die Elasticität des Drahtes compensirt.

Ergänzend wird noch bemerkt, dass zwei ähnliche aber in der Ausdehnung weit beschränktere und deshalb auch einfachere Anlagen zur centralen Weichen- und Signalstellung ober- und unterhalb des Personenbahnhofes Karlsruhe, und zwar die eine bei der Abzweigung der sogenannten Curvenbahn von den Hauptgeleisen Karlsruhe-Ettlingen, die andere bei der Abzweigung von den Hauptgeleisen nach dem Güterbahnhofe bei Gottesaue, bestehen, welche mit der Anlage des Personenbahnhofes in teilweisem Zusammenhange stehen.

Die ganze Einrichtung, mit Ausnahme der elektrischen Blockapparate, welche von Siemens & Halske in Berlin bezogen sind, wurde von der Firma Schnabel & Henning in Bruchsal hergestellt, deren hervorragende Tüchtigkeit in Ausführung solcher Anlagen sich hierbei wiederum in vollem Masse bewährt hat. -

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Band XXIX. No. 45. 7. November 1885.

Patent bericht. 885

Sitzung vom 18. Mai 1885. – Vorsitzender: Hr. Richard. Schriftführer: Hr. Seneca. Anwesend 23 Mitglieder und 1 Gast.

Nachdem der Vorsitzende des verstorbenen Teilnehmers des Bezirksvereines, Hrn. Director Dr. Schroeders, gedacht und die Mitglieder das Andenken desselben durch Erheben von den Sitzen geehrt haben, berichtet Hr. Delisle über die Arbeiten der Commission für Aufstellung bezw. Einführung eines metrischen Schraubengewindesystemes. Der Bericht der Commission wird genehmigt, ebenso der Bericht der Commission für die Technikerfrage, und die Versendung derselben an die Bezirksvereine beschlossen.

Alsdann macht Hr. Keller einige Mitteilungen über »Seiltransmissionen«, welche bereits in diesem Blatte S. 670 veröffentlicht worden sind. o. d In Verbindung mit dem Vortrage werden Muster von neuen englischen Baumwollseilen vorgezeigt und an mitgebrachten Zeichnungen die hauptsächlichsten Methoden der Anlage solcher grossen Transmissionen erklärt. Infolge einer Zuschrift von dem Vorstande des Vereines deut scher Cementfabrikanten, sich beziehend auf das Mischverfahren bei der Cementfabrikation, wird alsdann nach kurzer Verhandlung folgende Resolution einstimmig angenommen: »Der Karlsruher Bezirksverein deutscher Ingenieure spricht seine volle Anerkennung dem Vereine deutscher Cementfabrikanten für sein Vorgehen zur Bekämpfung des Mischverfahrens in der Cement

fabrikation aus mit dem Wunsche, dass dieses Vorgehen zur Hebung des Ansehens der deutschen Cementindustrie kräftig beitrage.«

Für eine Reihe vom Hauptvereine zugesandter Anträge werden Commissionen gewählt.

Sitzung vom 23. Juni 1885. – Vorsitzender: Hr. Richard. Schriftführer: Hr. Lehmann. Anwesend 21 Mitglieder und 1 Gast. und Sitzung yom 6. Juli 1885. – Vorsitzender: Hr. Richard. Schriftführer Hr. Delisle. Anwesend 14 Mitglieder.

Beide Sitzungen sind im wesentlichen den Beratungen von verschiedenen Commissionsberichte über die Vorlagen zur Hauptversammlung gewidmet.

Nach Beendigung der geschäftlichen Verhandlungen macht Hr. Richard einige Mitteilungen über die Pitot'sche Röhre ) und deren Verbesserungen von Amsler-Laffon und Darcy und bespricht die Anwendung derselben zu Wassergeschwindigkeitsmessungen. Ebenso erläutert derselbe die Einrichtung der trockenen Gasuhren von Kromschroeter in Osnabrück an einem von dieser Firma für die technische Hochschule gelieferten Exemplare einer Experimentirgasuhr, welche mit Glaswänden ausgestattet ist, um ihre Wirkung genau verfolgen zu können.

1) Z. 1885 S. 700.

Patentbericht.

K1. 5. No. 32768. Fangrollen mit aufwickelbaren Zahnketten. Pelzer, Dortmund. Statt der Excenter sind centrisch gelagerte Rollen R angeordnet, welche die Leitbäume dicht umfassen. An diese Rollen sind mit einem Ende starke Zahnketten K befestigt, so dass dieselben bei normalem Betriebe

hinter geeigneten Schutzvorrichtungen unaufgewickelt nach unten hängen (s. Figur links). Reisst das Seil, so werden die Rollen R in bekannter Weise gedreht, so dass sie die Zahnketten K aufwickeln und diese sich in die Leitbäume einschlagen (s. Figur rechts).

K1. 13. No. 32541. für Niederdruckkessel. C. Kalk brenner, Wiesbaden. In einer Erweiterung des Luftzuführrohres f ist ein zusammenlegbarer Ballon e angebracht, welcher durch Rohr d mit dem oberen Teil eines Windkessels c in Verbindung steht, während der untere Teil des letztern durch ein Rohr b an das Standrohr a des Kessels angeschlossen ist. Je höher daher die Wassersäule in a steigt, um so mehr wird e aufgebläht und dadurch die Luftzufuhr vermindert. (Die Verwertung dieser Einrichtung ist von der Zustimmung des Inhabers des Patentes No. 29869 abhängig.) K1. 10. No. 3266O (2. Zusatz zu No. 28530, Z. 1884 S. 815). Neuerung an horizontalen Koksöfen. Dr. Th. Bauer, München. Dieses Patent schützt die Uebertragung der im Hauptpatente für senkrechte Koksöfen geschützten Ein

Zugregelung

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richtungen zur Zuführung der Verbrennungsluft und Umlauf der Verbrennungsproducte auf wagerechte Koksöfen. Die Einrichtungen selbst sind, abgesehen von der Länge der Kanäle, im wesentlichen unverändert geblieben.

Kl. 14. No. 32687. TrapezschieberSteuerung. L. Boettcher, Katzhütte (Thüringen). Zur Querverstellung des Trapezschiebers c soll ein kleiner auf den Schieberkasten ge

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stellter Dampfcylinder benutzt werden, an dessen o A
Kolbenstange ein den Schieber umfassender
Rahmen r angehängt ist, und welcher vom Ä„ VW
Regulator gesteuert wird. § T-

K1. 14. No. 32.797. Dampfpumpen- -Steuerung, L. B. Carricaburu, New- Ä=“D York. Die beiden Steuerkolben g und g”

stehen mit dem Schieber bezw. mit einander nicht in fester Verbindung und werden unabhängig von einander bewegt. Wenn der Hauptkolben bei der Bewegung nach links an der Mündung des Kanales 1 vorübergegangen ist, strömt gespannter Dampf auf die linke Seite des Kolbens g und bewirkt dadurch die Schieberumstellung. Sobald diese er

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folgt ist, entweicht der links §3E TÄÄÄFTFS von g befindliche Dampf mit S Ä dem rechts vom Hauptkolben §§TSÄUS$ vorhandenen Dampfe durch 2, § § § ÄS,

worauf der auf die Kolbenstange von g wirkende Dampfdruck die Rückbewegung von g veranlasst. Ein Sperrhaken 3 verhindert, dass hierbei der Schieber durch Reibung mitgenommen wird. Der später durch 4 und 5 zuströmende frische Dampf hält den Kolben b in der äussersten Stellung fest. Zur Aufnahme der Stösse sind im Schieber wie in den Schieberkastenwänden Gummieinlagen so bezw. 8" angebracht. Das Patent betrifft ausserdem noch mehrere Aenderungen dieser Steuerung.

K1. 2O. No. 32531. Schwingende Achshalter für Eisenbahnfahrzeuge. A. Klose, Rorschach. Um die mittleren Achsen seitlich verschiebbar zu machen, in der Längsrichtung des Wagens aber sicher zu führen, sind die Achs

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deutscher Ingenieure.

K1. 38. No. 32725. 2. Zusatz zu 27439 (Z. 1884, S. 590, vergl. 1. Zusatz 29817, Z. 1885, S. 158). Vorrichtung zur Umsteuerung des Tisches an Brettchenschneidemaschinen. Glade & Co., Berlin. Statt durch Schnur und Gewicht bezw. lange Schraubenspindel und Mutter wird der Tisch C durch eine Pleuelstange l hin- und herbewegt,

- - - -

welche an eine durch Schneckengetriebe ss getriebene Kurbelg reift. Die Umsteuerungsteile ikk! mc cc sind dieselben wie bei No. 29817; sie fallen aber fort, wenn statt der schwingenden Kurbel g eine umlaufende, in ihrer Länge verstellbare Kurbel angewandt wird, welche den schnellen Rückgang (als geschränkte Schubkurbel) selbst hervorruft.

Kl. 47. No. 32678. Gelenkkupplung. H. C. Nagel, Schleswig. Die Verbindung der mit Dreh- s zapfen rechtwinklig zu ihrer Längsrichtung ausgestatteten Wellenenden BC erfolgt durch Umgiessen einer Umhüllung A mit Aussparungen für dcn seitlichen Ausschlag, welche Umhüllung aus Sicherheitsgründen Ku

gelform erhält.

Kl. 50. No. 32635. Luftzuführungsrohr in Mehlsichtcylindern. C. A. Halick, Buschmühle bei Zoblitz i/S. Die Maschine besitzt 2 «Luftzuführungsröhren l ZT und a, von denen ersteres den Gegenstand des Patentes bildet. Das Rohr l ist auf der ganzen \ der Gaze zugekehrten «d v/rz/4 Seite aufgeschlitzt, um einen ununterbrochenen = = Luftstrom gegen dieGaze treten zu lassen, so dass deren Poren bei jedesmaligem Umgange gereinigt werden.

K1. 59. No. 32754. Rotirende Pumpe. Grass, Klanin. Die Pumpe dient zum Heben dickflüssiger Stoffe und taucht mit ihrem Gehäuse A von halbkreisförmigem Querschnitte ganz in dieselben ein. In den Deckeln von A ist eine hohle Welle B excentrisch gelagert, so dass sie in einer Linie gegen die Innenwand von A dicht anliegt. In einer Scheidewand von B verschiebt sich der Kolben d. Bei der Drehung GUS des letzteren vermittels der Weller B, auf die sich oben das als Drehgestänge dienende Druckrohr C aufsetzt, wird das vor dem Kolben befindliche Wasser durch den Schlitz a in die Abteilung a der Welle B und durch das Steigventil e nach C gedrückt. Hinter d füllt sich A wieder mit Flüssigkeit, bis diese nach einer Drehung von B um 180° von d wieder gegen aussen abgeschlossen und durch den Schlitz

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