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7. November 1885.

bei einer oder einigen Lampen die Kohlen beim Eintritte des Stromes in die Lampe nicht sofort aus einander gegangen sind, so würde jede solche nicht ganz regelmässig arbeitende Lampe dem Strome einen sehr geringen Widerstand darbieten. Infolge davon würde durch diese Lampen ein verhältnismässig viel zu starker Strom gehen. Wenn die Kohlen einer Lampe sich berühren, so bietet dieselbe nur einen Widerstand von höchstens 1 Ohm dar; wenn dagegen eine Bogenlampe von 4 Ampère einen normalen Lichtbogen gezogen hat, so beträgt ihr Wenn parallel geWiderstand ungefähr 11 bis 12 Ohm. schalteten Bogenlampen keine Widerstände vorgeschaltet wären, so würde anfänglich der elektrische Strom nur einen sehr geringen Widerstand finden, in unserem Beispiele nur 10 Ohm, während die Drahtdimensionen der Maschine für einen 11 bis 12mal gröfseren äusseren Widerstand bestimmt wären. Leicht könnte also während der Zeit, bis alle Lampen den gehörigen Bogen gezogen haben, der Strom der Maschine zu einer Stärke anwachsen, welche eine bedenkliche Erhitzung der Maschine und Beschädigungen des Collectors durch heftige Funken veranlassen könnte. Bei Riemenbetrieb würde aufserdem, wenn der äufsere Widerstand zu klein wäre, leicht ein Abwerfen des Riemens eintreten; Betriebsmotoren, welche gerade nur den normalen Kraftbedarf der elektrischen Maschine zu leisten imstande sind, würden zum Stillstande kommen. Aber selbst vorausgesetzt, dass von diesen unangenehmen Möglichkeiten keine einzige einträte, oder dass man dieselbe dadurch umginge, dass man eine Lampe nach der anderen in den Stromkreis einschaltete, so würde noch immer eine jede einzelne Lampe selbst erhebliche Schwierigkeiten darbieten. Es würde in einer Lampe, deren Kohlen nicht sofort aus einander gegangen wären, die Stromstärke weit über die normale Höhe wachsen, und es würde, wenn dann das Trennen der Kohlenstäbe plötzlich gelänge, die im Lichtbogen zerstäubte Kohle eine viel zu hohe Temperatur annehmen, der Bogen selbst würde zu ungewöhnlicher Länge anwachsen. Mit der Zunahme der Länge des Lichtbogens wächst aber sein Widerstand, und die zur Verfügung stehende Spannung würde bald nicht mehr ausreichen, um die Elektricität auf die von den Kohlenenden erreichte Entfernung hin überzuführen. Der Lichtbogen würde dadurch aufs neue unterbrochen werden, die Kohlen abermals zusammenfallen, und erst nach vielen Zuckungen, welche in allen mitbrennenden Lampen sichtbar sein würden, könnten sich normale Verhältnisse herstellen.

Aus dem angeführten geht hervor, dass bei Parallelschaltung das Verhältnis des Widerstandes zwischen der brennenden und der noch nicht brennenden Lampe vermindert werden muss. Dies kann man nur dadurch bewirken, dass man den Strom zwingt, ehe er die Bogenlampe erreicht, einen Widerstand zu durchlaufen; dann wird der Strom in der einzelnen Lampe, auch wenn die Kohlen sich berühren, nicht über eine gewisse Grenze hinaus wachsen können.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Bogenlampen in Parallelschaltung um so ruhiger brennen und um so weniger auf einander einwirken, je mehr Widerstand jeder einzelnen Lampe vorgeschaltet wird. Das Vorschalten von Widerständen vor die Lampen bedingt einerseits, dass man mit der elektromotorischen Kraft der Maschine in die Höhe gehen muss, damit, obgleich ein Teil der Spannung in dem vorgeschalteten Widerstande verloren geht, doch an den Klemmen der Lampe noch immer die zur Herstellung eines guten Lichtbogens erforderliche elektromotorische Kraft vorhanden ist. Nehmen wir als Beispiel an, die brennende Bogenlampe besitze einen Widerstand von 12 Ohm, und man habe derselben 4 Ohm Widerstand vorgeschaltet; so wird dann 1/4 der verbrauchten Energie im Widerstande nutzlos in Wärme umgewandelt und nur 3/4 zur Herstellung des Lichtbogens nützlich verwendet. Die Parallelschaltung, welche allein den gleichzeitigen Betrieb von Bogenlicht und Glühlicht durch dieselbe Maschine in einfacher Weise möglich macht, ist also nur durchführbar, man einen nicht unerheblichen Bruchteil der für das Bogenlicht verwendeten Energie durch Vorschaltung von Widerständen preisgiebt.

wenn

Die Erfahrung hat gelehrt, dass man am besten thut, wenn man für gleichzeitigen Betrieb von Bogen- und Glühlicht bei reiner Parallelschaltung eine Maschinenspannung von ungefähr 65 Volt wählt und somit ungefähr 20 Volt Spannung in den Zuleitungen zu den Bogenlampen oder in vorgeschaltetem Widerstand verbraucht. Ueberall da, wo man Bogenlicht neben

Glühlicht in reiner Parallelschaltung anwenden will, wird man daher am besten Glühlampen von 65 Volt anwenden.

Ueber die Gröfse der vorzuschaltenden Widerstände geben nachstehende Tabellen Auskunft. Die erste derselben bezieht sich auf das System von Gülcher; derselbe wendet durchaus reine Parallelschaltung an und lässt seine für Gleichspannung eingerichteten Dynamomaschinen mit einer Klemmenspannung von 65 Volt arbeiten.

Stromstärke der
Bogenlampe

15 bis 16 Amp.

7,5 »

8

»

3,5 »

4

>>

2 » 2,5 >>

Die Firma Siemens & Halske hat neuerdings durch ihren Oberingenieur Hrn. v. Hefner-Altenek ebenfalls eine Bogenlampe für Parallelschaltung construiren lassen, welche sich durch Einfachheit und Billigkeit und besonders durch einen äusserst niedrigen Oberbau auszeichnet, so dass diese Lampe auch in verhältnismäfsig niedrigen Räumen verwendet werden kann. Diese Lampen werden entweder in reiner Parallelschaltung, wie beim Gülchersystem, benutzt und dann ehenfalls neben Glühlampen von 65 Volt gebrannt, oder aber es werden Gruppen von je 2 hinter einander geschalteten derartigen Lampen mit Glühlampen von 120 Volt parallel geschaltet. Nachstehende Tabelle giebt über die alsdann vorzuschaltenden Widerstände Auskunft. Stromstärke der Bogenlampen

Helligkeit 2500 N.-K. 1100 500 » 200 >>

>>

3 Amp. 4,5 »>

6

>>

9 >>>

Vorzuschaltender Widerstand

1 Ohm

2

»

4

»

8 »

Helligkeit

für jeden 1 Lampe
enthaltenden Zweig
bei 65 Volt
Maschinenspannung
7 Ohm
4,5 »

Vorzuschaltender Widerstand
für jeden 2 Lampen
enthaltenden Zweig
bei 120 Volt
Maschinenspannung
12 Ohm
7 >>

300 N.-K.
500 »

4,7 »

900
1400 »

3,2 »
2 >>

2,7 »

Man ersieht gleichzeitig aus diesen Tabellen, dass die Parallelschaltung den Vorteil bietet, Bogenlampen von beliebiger Helligkeit neben Glühlampen von verschiedener Intensität verwenden und die Leuchtkraft der Lichtquelle dem jeweiligen Bedürfnisse vollständig anpassen zu können. Gerade hierin aber liegt ein nicht zu unterschätzender Fortschritt. Zumal nach billigen kleinen Bogenlampen, welche gestatten, die Vorzüge des Bogenlichtes mit dem Vorteile der Teilbarkeit, welchen bisher nur die Glühlampe besals, einigermassen zu vereinigen, war schon lange ein lebhaftes Bedürfnis empfunden worden.

Die gröfsere Kostspieligkeit der Leitungen bei der Parallelschaltung kann dadurch ausgeglichen werden, dass man für die Zuleitungen zu den Bogenlampen statt der Kupferdrähte die sehr viel billigeren Eisendrähte wählt und auf diese Weise den vorzuschaltenden Widerstand einführt.

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, welchen die Parallelschaltung zumal bei Gebrauch von Maschinen mit gemischter Schaltung für constante Klemmenspannung ferner darbietet, ist der, dass jeder einzelne Beleuchtungskörper beliebig ausoder eingeschaltet werden kann, ohne dass dadurch die Helligkeit der noch brennenden beeinflusst oder Ersatzwiderstände erforderlich wären, und dass der Kraftbedarf der elektrischen Maschine sich nahezu proportional der jeweiligen Leistung ändert. Der Vollständigkeit und Gerechtigkeit wegen wollen wir noch hinzufügen, dass aufser den genannten auch die übrigen gröfseren Firmen des elektrischen Beleuchtungsfaches sich neuerdings mit der Herstellung von Bogenlampen für Parallelschaltung und für schwächere Ströme beschäftigen. Insbesondere hat die deutsche Edison-Gesellschaft ein Patent für eine gut arbeitende kleine Bogenlampe erworben. Diese Lampen werden zunächst für Stromstärken von 4 und 8 Amp. ausgeführt und unter Vorschaltung von verhältnismäfsig sehr geringen Widerständen in Parallelschaltung zu Glühlampen von wenig über 50 Volt Spannung oder paarweise nach einander in Parallelschaltung zu Glühlampen von ungefähr 105 Volt Spannung verwendet. Für ausgedehnte Bogenlichtanlagen, in welchen ein Bedürfnis nach gleichzeitigem Gebrauche von Glühlicht nicht vorhanden ist, zumal aber, wenn die Leitungen ziemlich lang sind, werden selbstverständlich nach wie vor hinter einander geschaltete Differentiallampen vorzugsweise verwendet werden, weil diese eine erheblich wirtschaftlichere Ausnutzung der vom Betriebsmotor gelieferten mechanischen Energie gestatten, als dies bei Parallelschaltung möglich ist. R. Rühlmann.

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Sitzungsberichte der Bezirksvereine.
Eingegangen 28. Juli 1885.
Braunschweigischer Bezirksverein.

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über die gröfste Zuckerfabrik Frankreichs. 1)

Derselbe teilt darüber folgendes mit:

»Der Gedanke der Centralisirung der Zuckerfabrikation in Frankreich tauchte zu Ende des Kaiserreiches auf, als das Gedeihen dieser Industrie auf dem Gipfel angelangt war, und rührt her von der allgemein bekannten bedeutenden Firma Cail & Co. in Paris, deren Mitglied Linard als geistiger Urheber und Begründer der ersten Centralfabriken zu bẹzeichnen ist. Mit Hilfe von Kapitalisten, welche sich für seine Vorschläge erwärmten, erbaute er im Jahre 1872 die Centralfabrik Escaudoeuvres, die gröfste Zuckerfabrik in Frankreich, welcher von 21 Reibereien der Zuckersaft zur weiteren Verarbeitung zugeführt wird. Aufserdem entstanden noch zwei grofse Centralfabriken, Maux und Origny Ste. Benolte, mit je 13 Reibereien. Linard schied aus dem Hause Cail aus und stellte sich als Leiter an die Spitze von Escaudoeuvres, beteiligte sich mit vielem Gelde an diesem Unternehmen sowie, zu seinem Unglück, an vielen anderen Werken, welchen er bei dem späteren Hereinbrechen schlechterer Zeiten namhafte Actienbeträge nachzuzahlen hatte, so dass er in zerrüttete Vermögensverhältnisse geriet und 1881 mit Hinterlassung erheblicher Schulden starb.

Escaudoeuvres gewinnt auch in neuester Zeit für Braunschweig Interesse, weil es das Tietz-Selwig-Langesche Zuckerverfahren und wahrscheinlich auch das Steffensche Ausscheidungsverfahren, welches die Herren Uhl & Co. hierselbst erworben haben, einführen will.

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Escaudoeuvres liegt im Norddepartement bei Cambrai an der Schelde. Die bereits erwähnten dazu gehörigen 21 Reibereien heissen: Rieuse, Avesnes, Carnières, Doiguies, Crèvecoeur, Honnecour, Villers-Guislain, Villers-Plouich, Bertincourt, Flesquières, Moeuvres, Fontaine N.-D., Bourlon, Bantigny, Epinoy, Bullecourt, Beugnies, Demincourt, Lagnicourt, Metz-en-conture, Villers-la-Cagnicourt. Davon sind 6 Diffusionsfabriken, 14 mit hydraulischen und eine mit continuirlichen Pressen. Das Röhrensystem, welches diese Reibereien mit der Centralfabrik verbindet, ist 150km lang. Die Röhrendmr. betragen 90 bis 250mm. Es sind dabei ganz erhebliche Steigungen und Gefälle vorhanden, indem die Röhren zwischen 42 und 112m über dem Spiegel der Nordsee liegen, woraus sich eine Pressung von 6,8 Atm. ergiebt. Die Geschwindigkeit des Saftes in den Röhren beträgt 28cm in 1 Sek. Zur Erlangung derselben ist ein Druck von 5 bis 15 Atm. erforderlich, welcher zeitweise auf 20 Atm. steigt, wenn es sich um die Entfernung von Ablagerungen handelt. Um die Schwierigkeiten der Terrainerwerbung zu vermeiden, folgen die Röhren der Strafsen- und Eisenbahnlinie in einer Tiefe von 700 bis 800mm in der Erde, und haben dabei vom Froste nie gelitten. Zwar sind Tagesübergänge, welche beim Ueberschreiten der Schelde und in Hohlwegen vorkommen, 1879 gefroren, darauf aber mit Säcken und Tüchern umwickelt und auf diese Weise erfolgreich geschützt.

Undichtigkeiten in den Rohrleitungen treten selten auf. An den einzelnen Stellen machen sie sich bemerkbar durch

1) s. auch J. Görz, Beobachtungen auf einer Reise durch die Zuckerindustriebezirke Frankreichs im September 1884.

deutscher Ingenieure.

feuchte Stellen des Bodens oder wirkliche Saftspringbrunnen. Im Jahre 1883 fielen 2 Undichtigkeiten vor, 1884 gar keine. Ausserdem werden Undichtigkeiten durch Manometer in den Reibereien am Eingange der Leitung angezeigt. Beim Beginne der Campagne wird die Dichtigkeit der Röhren zunächst durch Wasser geprüft, welches sodann durch Saft verdrängt wird. Die erfolgte Wasserverdrängung wird durch Spindelung nachgewiesen. Umgekehrt wird am Schlusse der Campagne der Saft durch Wasser verdrängt und dasselbe Verfahren der Spindelung vorgenommen. Vor dem Eintritt in die Röhren lässt man den Saft durch Metalltücher filtriren. Die während des Betriebes in den Röhren befindliche Saftmenge beläuft sich auf 15000hl, entsprechend 25000 Ctnr. Rüben im Werte von 25000 M und einer Steuer von 30000 M, so dass beständig ein flüssiges Kapital von 55 000 M in den Röhren läuft. Ein Uebelstand bei der Sache ist die geringe Geschwindigkeit der Saftbewegung von nur 280mm in 1 Sek. 1km in 1 Stunde, so dass demzufolge bei der entferntesten Reibefabrik der Saft 36 bis 40 Stunden in den Röhren bleibt und Gefahr läuft, zu verderben. Um die Gährung des Saftes zu verhüten, wird ihm unmittelbar nach seiner Erzeugung bis 1 pCt. Kalkhydrat zugesetzt.

Zur Verbindung zwischen der Centralfabrik und den Reibereien sind 23 Telegraphenämter eingerichtet. Die Herstellungskosten einer Reiberei betragen ungefähr 200000 M, also für sämmtliche Reibereien zusammen 5000000 M. 1km Rohrleitung stellt sich auf 10000 M, mithin das gesammte Röhrensystem auf 1500000 M. Einschliesslich der Centralfabrik kostet die ganze Anlage 11 000 000 M.

Ich gehe nun zur Besprechung der Centralfabrik über. Die Rübenverarbeitung beträgt in 1 Tag 1800000kg oder 36000 Ctnr. Rüben, aus welchen 20000h Saft von einer specifischen Dichtigkeit 1,037 bis 1,040 oder von 9 bis 10 Ballingprocent gewonnen werden. (Kulmsee, die gröfste unserer Zuckerfabriken, verarbeitet täglich bis 16000 Ctnr.) Die Ausbeute beträgt an Kristallzucker 5,50 bis 7 pCt. von 99 pCt. Polarisation beim ersten Product und 85 bis 92 pCt. beim zweiten und dritten Product; ferner 3,9 bis 4,25 pCt. an Melasse.

Es sind 20 Dampfkessel (Halbröhrenkessel) mit je 200m Heizfläche und 1,20m 2,5m Rostfläche in der Centralfabrik; aufserdem hat jede Reiberei noch 2 Kessel von ähnlichen Abmessungen, so dass im ganzen 62 Dampfkessel im Betriebe sind. Der Kohlenverbrauch der Centralfabrik beläuft sich auf 90 bis 100ks pro 1000kg verarbeiteter Rüben, wozu durch die Reibereien noch 20kg auf 1000kg Rüben hinzukommen, dass 100kg Zucker 200kg Kohlen erfordern. Da der Saft der Centralfabrik ununterbrochen zufliefst, wird er vorläufig in 2 Saftkasten aufgenommen, deren jeder 600hl Inhalt fasst. Der Kalkofen enthält 500cbm Kalkstein; die Knochenkohlemenge beträgt 180hl in 12 Stunden.

So

Die Verdampfung erfolgt in einem Dreikörperapparate (Tripleeffet), dessen erster Körper 4,5m, dessen zweiter 5,10m und dessen dritter 5,5m im Dmr. misst. Die Länge der Röhren zwischen den Platten beträgt 1,75m und die Heizfläche 4000qm; Röhren und Platten sind aus Messing gefertigt. Der Vacuumapparat hat 5,5m Dmr., 4 Schlangenröhren und im ganzen 135qm Heizfläche.

Ein Sud enthält 550 bis 600hl Füllmasse zu 150kg pro hl, wiegt mithin 82500 bis 90 000kg. Wöchentlich werden 13 Sude fertig. Aufser diesem Vacuum ist noch eines von 3m Dmr. für Nachproducte vorhanden.

Die Zahl der Centrifugen beträgt 24.

Füllmasse und Syrup werden in 77 Kasten von 720 bis 960h Inhalt aufgenommen. Das Gesammtvolumen derselben beziffert sich auf etwa 69000hl.

Die Zuckerproduction stellt sich auf 108000kg oder 2160 Ctnr. in 1 Tag. Bei einer Campagne von 100 Tagen würden also 216000 Ctnr. oder 10800000kg Zucker und 5200000kg Melasse gewonnen. Angesichts dieser Zahlen drängt sich uns die Frage auf: Welche Ursachen haben diese übermässig grofse Anlage ins Leben gerufen? Die Gründe sind folgende: Fast alle Fabriken in Frankreich beruhen auf dem Ankaufe der Rüben, und in der Zeit, da das Geschäft blühte, war der Wettbewerb um diese Kaufrüben vonseiten

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7. November 1885.

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also 40mm starker Umhüllung, wenn die beim nackten Rohre sich bildende Condenswassermenge = 100 setzt.

Die Formstücke werden in einer Stärke von 20mm hergestellt, um das zu schützende Rohr gelegt, mit Draht gebunden und, nachdem die in der Luft und auf dem Transporte durch Feuchtigkeitsaufnahme gequollenen Formstücke geschwunden sind, bei festem Nachziehen des Drahtes verfugt. Hierzu benutzt man eine mörtelartige Masse (gew. Isolirmasse), welche aus Asbestmehl besteht. Um die so hergestellte Umhüllung wird eine Rohnesselbandage gelegt, und schliesslich erhält das Ganze einen Ueberzug aus Pfeifenerde und Kleister bestehend. In dieser Herstellung ist die Umhüllung unvergänglich und wiegt 19m derselben bei 20mm Dicke nur etwa 4kg. In Räumen, wo feuchte Dämpfe und sonst die Umhüllung angreifende Stoffe mit derselben in Berührung kommen, thut man gut, ihr noch einen Oelfarben- bezw. Teeranstrich zu geben.

Das specifische Gewicht der Formstücke ist 0,19.

Es werden aufser den Korkformstücken nur noch braune und gelbe Platten sowie Korksteine hergestellt. Die braunen Platten (2 bis 4cm stark und 50 bezw. 30 × 25cm im Formate) haben in neuerer Zeit auf der Kriegsmarine zur Isolirung der Schottwände, welche die Mannschaftsräume vom Maschinenraume trennen, Anwendung gefunden; sie sind überall mit Erfolg zu verwenden (an Wänden, Decken usw.), wo eine Isolirung gegen Wärme und Schall notwendig wird. Die gelben Platten, Kork mit Kalk gebunden, 4cm dick und 3025cm Fläche, dienen vorzüglich zur Isolirung von Dächern, wo den Wirkungen der Wärme bezw. der Kälte entgegengetreten werden soll. Die Korksteine (25mm und 12 × 6,5cm), ebenfalls aus Kork mit Kalk bestehend, haben sich vorzüglich zu Kesseleindeckungen, Dampfcylinderisolirungen, zu Eiskelleranlagen und zur Ausmauerung leicht unterstützter Zwischendecken usw. bewährt.

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Zur Beantwortung der im Fragekasten vorgefundenen Frage: Welche Methode des Desinficirens der Abwässer von Fabriken ist die beste und billigste?1) nimmt Hr. Spamann das Wort; er beleuchtet die einzelnen Verfahren, welche sich bislang Eingang in die Praxis verschafft haben, hebt unter anderen das Knauer'sche, das Elsässer'sche Ueberrieselungsverfahren, die Verfahren von RöcknerRothe und Béranger hervor und bemerkt, dass diese Frage nur von Fall zu Fall sich regeln lasse, dass ein überall gleichwertiges Verfahren bis jetzt nicht bekannt sei.

1) Z. 1885 S. 36 und 75.

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Karlsruher Bezirksverein: Apparat zur Bestimmung der Viscosität (Zähflüssigkeit) der Oele.

Eingegangen 28. Juli 1885.
Karlsruher Bezirksverein.

Sitzung am 23. März 1885. Vorsitzender: Hr. Richard.
Schriftführer: Hr. Seneca. Anwesend 21 Mitglieder und 1 Gast.
Nach einigen geschäftlichen Beratungen, worunter einige Aende-
rungen in den Statuten des Bezirksvereines die erste Stelle ein-
nehmen, hält Hr. Dr. Engler einen Vortrag

über einen Apparat zur Bestimmung der Viscosität (Zähflüssigkeit) der Oele.

882

»Da es bislang an genügend einfachen und sicheren Verfahren fehlt, um den Schmierwert der Oele unmittelbar zu bestimmen, ist man meistens darauf angewiesen, aus anderen Eigenschaften derselben ihren Wert für Schmierzwecke festzustellen. Man untersucht das Oel auf seine Reinheit, seinen Gehalt an leichtflüssigen und verharzenden Bestandteilen, seinen Erstarrungspunkt u. a. m.; ganz besonders aber ist eine Bestimmung der Zähflüssigkeit geeignet, Anhaltspunkte für Beurteilung seiner Brauchbarkeit für Schmierzwecke zu liefern. Es steht aufser Zweifel, dass zwischen Schmierfähigkeit und Flüssigkeitsgrad nahe Beziehungen vorhanden sind, und man wird beispielsweise bei Ersatz von Rapsöl durch ein Mineralschmieröl fast ausnahmslos nicht fehlgehen, wenn man dabei ein Mineralöl wählt, dessen Flüssigkeitsgrad mit derjenigen des Rapsöls am meisten übereinstimmt. Man hat sich dabei jedoch zu vergegenwärtigen, dass die Zähflüssigkeit der verschiedenen Oele mit steigender Temperatur in sehr verschiedenem Grade abnimmt, bei Mineralölen beispielsweise immer viel mehr als bei Pflanzenölen, weshalb es denn auch zur vollständigen Beurteilung eines Oeles nicht genügt, seine Viscosität bei gewöhnlicher Temperatur zu ermitteln, sie muss vielmehr bis zu denjenigen Wärmegraden festgestellt werden, welche für den besonderen Gebrauch in Betracht kommen, und der Sicherheit wegen sollte man dabei immer bis auf 150o gehen. Dass endlich für Maschinen, die bei verschiedenem Druck arbeiten, auch Oele von verschiedener Zähflüssigkeit zu verwenden sind, für schwere Maschinen dickere Oele als für leichte, ist ein allbekannter Erfahrungssatz. In den meisten Fällen dürfte es genügen, da, wo sich ein Oel von bestimmtem Flüssigkeitsgrade bewährt hat, immer wieder ein solches Oel zu verwenden, dessen Flüssigkeit mit dem alten bei verschiedenen . Temperaturen nach Möglichkeit übereinstimmt.

Zur Bestimmung der Zähflüssigkeit nimmt man die Ausflussgeschwindigkeit zu Hilfe, d. h. man ermittelt die erstere mit Hilfe der letzteren unter der Voraussetzung, dass ein Oel um so langsamer aus einem Röhrchen ausläuft, je zähflüssiger es ist. Wollte die Reibungsconstante, d. h. die Zähigkeit (2) der Oele unabhängig von Form und Gröfse des betreffenden Apparates mittels Ausflusses durch eine Capillarröhre ermitteln, so hätte man nach Poisseulle:

man

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wärmt, worauf man den Abflusshahn öffnet und die zum Auslauf des Oeles erforderliche Zeit bestimmt. Eine Vergleichung der in dieser Weise ausgeführten Beobachtungen ergiebt die relative Zähflüssigkeit der Schmieröle. Ein von M. Albrecht verbesserter Apparat dieser Art ist in Post's >> Chem.-techn. Analyse« (S. 167) beschrieben.

Fig. 2.

F. Fischer) hat dem Geräte die in Fig. 2 abgebildete Gestalt gegeben. A ist ein Kupfercylinder zur Aufnahme des Versuchsöles, unten mit der an beiden Enden konisch erweiterten 1,2mm weiten und 5mm langen Ausflussröhre a aus Platin und in gleicher Weise wie beim alten Vogel'schen Apparat versehen, durch Regelventil b verschliefsbar. B ein Blechmantel zur Aufnahme des zur Erwärmung des Oeles dienenden Wassers. Bei Ausführung eines Versuches wird A bis zu einer Marke mit 65ccm des zu prüfenden Oeles gefüllt, auf die gewünschte Temperatur gebracht und nun die Zeit bestimmt, welche verläuft, bis sich ein untergestelltes Fläschchen von 50ccm Inhalt bis zur Marke gefüllt hat.

Die Einrichtung des Lamansky'schen Apparates ergiebt sich aus Fig. 3. A ist der Messingcylinder zur Aufnahme des Versuchsöles, B der Mantel zur Aufnahme von Wasser, welches durch aus C eingeleiteten Dampf auf die Versuchstemperatur zu bringen Fig. 3. ist. Der Oelausfluss erfolgt durch das 1m mm weite (Länge ist nicht angegeben) Röhrchen a, dessen Verschluss mittels Es Schiebers b zu bewerkstelligen ist. wird hier die Zeit bestimmt, welche 100ccm Oel zum Auslauf in ein untergestelltes Fläschchen gebrauchen. Die gefundene Zeitzahl wird auf diejenige für 100 ccm Wasser als Einheit bezogen.

Als ich anfangs des Jahres 1883 die erste Aufforderung bekam, Vorschläge für die Tarifirung der Mineralöle zu machen,☺ war die Beschreibung des Lamanskyschen Apparates noch nicht erfolgt; von den vorhandenen Apparaten aber erschien mir als Grundlage zur Bestimmung des Flüssigkeitsgrades der Oele im Hinblick auf den beabsichtigten Zweck abgesehen davon, dass man es versäumt hatte, die Apparate durch auslaufendes Wasser genau zu aichen keiner geeignet. Ein Glashahnablauf wie beim Coleman'schen Apparat ist wegen zu schwierig herzustellender Gleichmässigkeit in den Malsen sowie wegen des nicht vermeidbaren Herausragens desselben aus dem Erwärmungsmantel unbedingt zu verwerfen. Beim Fischer'schen Apparat erschien mir die Ausflussröhre zu eng, indem z. B. ein nicht allzudickes Bakuöl zur Prüfung immer mehrere Stunden Zeit in Anspruch nimmt; auch halte ich die konischen Enden der Ausflussröhre für eine zu vermeidende Fehlerquelle. Alle Apparate aber, mit Einschluss des Lamansky'schen, der jedoch auch wegen zu engen Abflussröhrchens, zu schwierig zu reinigenden Scheibenverschlusses sowie fehlender Angaben über Masse des Oelbehälters und insbesondere Länge des Abflussröhrchens im vorliegenden Falle nicht brauchbar gewesen wäre, zeigten den meiner Ansicht nach grundsätzlichen Fehler eines zu hohen und engen Oelbehälters. In einem engen Cylinder macht sich nicht allein die adhärirende Wirkung der Cylinderwandungen, sondern insbesondere auch der durch die Verschiedenheit des specifischen Gewichtes der Oele bedingte verschiedene hydrostatische Druck auf die Ausflussgeschwindigkeit bemerkbar; denn es darf nicht vergessen werden, dass der Ausfluss durch eine Röhre erfolgt. Um die letztere Fehlerquelle fernzuhalten, dachte ich zuerst einen Apparat nach dem Wesen der Mariotte'schen Flasche zu construiren; da jedoch Einrichtung und Handhabung eines solchen für gewöhnliche Zwecke zu umständlich geworden wären, habe ich mich damit begnügt, den hochcylindrischen Oelbehälter der bisherigen Apparate durch einen möglichst flachen zu ersetzen. Dabei sind die

1) Dingl. Journ. Bd. 168 S. 267.

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Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure.

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ما

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15670 kg

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