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864 Hannoverscher Bezirksverein: Ermittelung der Wasserkräfte im Quellengebiete.

Diese Resultate lassen jedoch zur Beurteilung der Hochwassermengen in anderen Flussgebieten nur Vermutungen zu. Wenn man daher nicht imstande ist, ein bekanntes Hochwasserprofil in der Nähe des Stauwerkes nach Grösse und Gefälle zu bestimmen, so empfiehlt es sich, ein anderes Verfahren einzuschlagen, und zwar ein bordvolles Profil, also nach starken Regengüssen, auf Grösse und Wassermenge mit dem Woltman’schen Flügel zu bestimmen und den Wasserspiegel gegen die Sohlentiefe genau festzulegen. In diesem Falle bleibt es jedoch immer notwendig, durch Zeugen die Höhe des bekannten höchsten Hochwassers über dem kleinsten Wasserstande zu ermitteln, da diese Abmessung für die Benutzung des Gesetzes der relativen Dauer der Wasserstände notwendig ist. Ist auf diese Weise die Wassermasse des bordvollen Baches und seine Sohlentiefe für den Wasserabfluss und den Höhenunterschied der Wasserstände beider bestimmt, so lässt sich die Wassermengencurve berechnen und danach die Wassermenge für die einzelnen Wasserstände ermitteln. Ist t = Wassermengentiefe bei kleinstem Wasser,

Q = zugehörige Wassermenge,

t1 = Tiefe bei bordvollem Wasser,

Q1 = Wassermenge dazu,

p1 = Parameter, so ist:

ti* = p1 Q1

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danach für jedes t1 das Q zu bestimmen. Die Bestimmung der flachsten Sohle des Bachbettes selbst macht keine Schwierigkeiten, da man nur in der Bachbreite Querprofile des Baches aufzunehmen und aus allen grössten Profiltiefen die kleinsten auszuwählen hat; denn in diesem Fall überzeugt man sich leicht, dass bei weiterem Sinken des Wasserstandes unter diese Tiefe das Wasser überhaupt aufhört zu fliessen. Ferner ist es nötig, die Dauer und den Wechsel der einzelnen Wasserstände festzustellen. Nach dieser Richtung sind jedoch im Quellengebiete noch wenig zuverlässige Beobachtungen gemacht, und bleibt es daher erforderlich, das aus den beobachteten Wasserständen im unteren Flussgebiet entwickelte Vorkommen der Dauer der Wasserstände mit heranzuziehen bezw. aus den Wasserständen seit vielen Jahren notirter Pegel selbst zu ermitteln. An sich hat die Wassermasse im Quellengebiete mit der relativen Dauer der Wasserstände eines weit abliegenden unteren Pegels nichts zu thun. Da aber der Ablauf der Wassermassen aus dem Quellengebiete den Wasserstand im unteren Gebiete beeinflusst, so kann angenommen werden, dass dieser auch dem des Quellengebietes annähernd entsprechen wird; somit kann man die Dauer der Wasserstände nach

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Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure

Massgabe der Erhebung und Senkung des Wasserspiegels in der Ebene auf das Quellengebiet übertragen, ohne zu grosse Fehler zu begehen. Das Gesetz der Dauer der Wasserstände an einem mindestens 30 Jahre lang beobachteten Pegel lässt sich nun leicht herleiten, wenn man für jeden z. B. um je 0,2" steigenden Pegelstand aus allen Pegelbeobachtungen die vorkommenden Tage, also z. B. für die Stände von 0,8 bis 0,99, von 1,0 bis 1,19, von 1,2 bis 1,39 usw. notirt, summirt und durch die Zahl der Jahre dividirt. Man erhält dann die Tageszahl für 1 Jahr für jede Pegeldifferenz von 0,8 bis 0,99, 1,0 bis 1,19, 1,2 bis 1,39 usw. Aus der Aufeinanderfolge der Tageszahlen vom kleinsten bis zum höchsten Wasserstand ergiebt sich nun eine von Null an stark zunehmende Tageszahl, welche im mittleren Wasserstande ihren höchsten Betrag erreicht und von da an anfangs schnell, dann aber sehr langsam bis auf Null über dem höchsten Wasserstand abnimmt.« Der Vortragende legt zur Erläuterung die graphischen Dar

stellungen über die Dauer der Wasserstände bei Ratibor, Cosel,

Krappitz, Oppeln a/O. und Höxter a/W. vor und fährt fort: »Die Ausnutzung der Wasserkraft ist aber auch abhängig von der Häufigkeit im Wechsel der Wasserstände für 1 Jahr, d. h. von der Feststellung der Häufigkeit, wie oft ein Wasserstand z. B. den Pegelstand 0,8 oder 1,0 oder 1,2 usw. durchschnittlich im Jahre überschritten hat, weshalb diese Häufigkeit in der Jahresübersicht mit berücksichtigt werden muss. In gleicher Weise ist es erforderlich, den wasserreichsten und wasserärmsten Monat im Jahre kennen zu lernen, um die Grenzen der Nutzbarkeit des Triebwerkes zu bestimmen. Für die Oder stellen z. B. der April und October, für die Saale und Elbe der März und September, für die Weser der Februar und September und für den Rhein der Februar und October, wenn der Einfluss der Alpen im Juni ausgeschlossen, die wasserreichsten bezw. wasserärmsten Monate dar. Bei langjährigen Wasserstandsbeobachtungen von 30 und mehr Jahren lässt sich auch das Gesetz der relativen Dauer der Wasserstände für jeden Monat bestimmen, und kann damit die günstigste Ausnutzung der Wasserkräfte im Quellengebiet noch eingehender verfolgt werden.« An diese Auseinandersetzung schliesst der Vortragende zur näheren Kenntnis der in Vorschlag gebrachten Methode der Berechnung die Bestimmung der mittleren Wasserkraft einer Mühle im Quellengebiete Norddeutschlands an. »Es sei im Wesergebiet eine Mühle an einem Bach anzulegen, dessen Gebietsfläche an der Mühlenstelle 200qkm sei. Das höchste Hochwasser erhebe sich 3" über den kleinsten Wasserstand im natürlichen Bach, und, da das Hochwasser bedeutende Anschwellungen zeigt, so werde bei dem Mangel an Bestimmungen für Hochwassermengen für 10km eine Wassermenge von 160 in 1 Sek. beim höchsten Hochwasser angenommen, während die kleinste Wassermenge 0,8 in 1 Sek. von 14" abführen möge. Sonstige Wassermengenbestimmungen liegen nicht vor, denn sonst würde es zweckmässiger gewesen sein, ein nahe bordvolles Profil in seiner Wassermenge und den Höhenunterschied der Wasserspiegel dieses und des kleinsten Wasserstandes genau bestimmt zu haben, wenn die Lage des kleinsten Wasserstandes bekannt ist, und der 0-Punkt der Wassermengenkurve aus der flachsten Tiefe aller grössten Profiltiefen nicht erst durch Profilmessung gefunden werden soll. Hiernach würde bei 2004km das kleinste Wasser 0,16ebm, das höchste 32,00°" in 1 Sekunde abführen. Sind t und t1 die zugehörigen Wassermengentiefen und p1 der Parameter, so ist t” = p1 : 0,16 t? = 01: 32 - 1 – YF = VÄTHöF t” und t sind unbekannt, doch ist ti – t = 3", folglich 101 = 0,325. Ist W der Wasserstand über dem niedrigsten, so ist t bezw. t1 = W + 0,23m.

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Wasserstand so E. od H über dem Por er Wassermenge Mittleres Leistung Wassermengen- Gefälle- Leistungs- Häufigkeit B. Wasserstände in 1 Sekunde Gefälle h im Jahre kleinsten in T b in N tage tage tage Wasserstande In Lagen GOIM1 M. - NY13, von bis 0,02 0,2 47,08 0,335 1,9 8,49 15,77 89,45 399,71 5,00 0,2 0,4 148,3 0,864 1,7 19,58 128,13 252,11 2903,71 14,30 0,4 0,6 77,87 1,64 1,5 32,80 127,71 116,81 2554,14 13,10 0,6 0,8 40,1 2,66 1,3 46,11 106,67 52,13 1849,01 10,00 0,8 1,0 21,4 3,93 1,1 57,64 84,10 23,54 1233,50 6,43 1,0 1,2 11,27 5,44 0,9 65,28 61,31 10,14 735,71 4,00 (berechnet nach Höxter)

Diese Ergebnisse gestatten die beste Ausnutzung der Wasserkraft, indem man das Mittel aus den Wassermengentagen, Gefälletagen und Leistungstagen für die Wasserstände

von 0,2 bis 0,4 oder von 0,2 bis 0,6 oder von 0,2 bis 0,8 oder bis 1,0 oder bis 1,2 zieht, und ergiebt sich folgende Tabelle:

Wasser- Dauer in Wasser- so Leistungs- Wassermenge Gefälle Leistung
stände Tagen mengentage Gefälletage tage cbm IMl j“
VOm bis
0,0 0,4 195,38 143,90 331,56 3393,42 0,736 1,697 17,37
0,0 0,6 273,25 271,61 448,37 5947,56 0,994 1,641 21,77
0,0 0,8 313,35 378,28 510,50 7706,57 1,207 1,629 24,59
0,0 1,0 334,75 462,38 534,04 8940,07 1,381 1,595 26,71
0,0 1,2 346,02 523,69 544,18 9675,78 1,513 1,573 27,96
also durchschnittlicher Wert. -

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geringer, als sie dem mittleren Gefälle und der mittleren Wassermasse entsprechen müsste. Nimmt man hierzu noch die Häufigkeit im Wechsel der Wasserstände, infolge dessen die Correctur für den Zufluss immer verspätet eintritt, dazu die tote Last, welche der Motor bei kleinerem bezw. sinkendem Wasser mitzuschleppen hat, so muss die Leistung noch weiter verringert werden.

Der Vortrag wird durch die graphische Darstellung der Wassermengencurve und der Curve der Dauer der Wasserstände sowie der Beziehungen auf den gleichzeitigen Stand des oberen UnterWaSSers unterstützt. 4

Ist, wie gewöhnlich vorkommt, der Oberwasserspiegel nicht constant, so muss man für jeden Unterwasserstand nach seiner Wassermasse und nach Massgabe des Wasserverbrauches des Triebwerkes die Erhebung des Oberwasserstandes feststellen und berücksichtigen. »

Wenn die Ueberfälle von dem Triebwerke weit abliegen, der Ober- und Untergraben lang werden, so empfiehlt es sich, die Anlage am Wehre liegend mit wachsendem und fallendem Oberwasser anzunehmen und die Rechnung durchzuführen. Diese Berechnung kann als Grenzfall für die Beurteilung der Mühlenanlage dienen. .

Sonach dürfte auch bei schwieriger Ermittlung der jedesmaligen Gefälle die hier niedergelegte Grundlage für eine sachgemässe Feststellung der Wasserkraft nicht zu verlassen sein. Die relative Dauer und Häufigkeit der Wasserstände des zugehörigen Hauptstromes und die Ermittlung der Wassermengencurven an Ort und Stelle, dazu wenigstens die genaue Kenntnis der Höhe des höchsten Wasserstandes über dem niedrigsten und die Ermittlung der Wassermenge eines bordvollen Wasserprofiles unter Feststellung der sicheren Lage der flachsten Tiefe aller grössten Profiltiefen für die Bestimmung des 0-Punktes der Wassermengencurve, ist für die Feststellung der Wasserkraft von grosser Wichtigkeit und kann durch

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blosse Annahme oder durch Wassermengenbestimmung eines beliebigen Wasserstandes ohne Bezugnahme auf die Wassermengencurve nicht ersetzt werden. Nur ausgedehnte Wassermengenbestimmungen und Wasserstandsbeobachtungen am Orte, letztere über Jahre hinaus ausgedehnt, würden einen Ersatz bieten. Dergleichen Angaben sind jedoch im Quellengebiet in der Regel nicht beizubringen; daher wird es zweckmässig sein, zu den hier vorgeschlagenen Mitteln zu greifen, welche inbezug auf die Dauer der Wasserstände die ähnlichen Verhältnisse des Hauptstromes zum Massstabe für das Quellengebiet heranziehen. Aus diesem Grund ist es bei den Beziehungen des Quellengebietes zum Hauptstrome von grosser Wichtigkeit, die Wasserverhältnisse des Hauptstromes durch Beobachtungen immer mehr zu entwickeln und damit die Natur desselben sowohl in der Vergangenheit wie in der Gegenwart festzustellen.«

In der daran schliessenden Besprechung macht Hr. Kirchweger auf die Hydrognosten Harra, Vater und Sohn, in Kiel aufmerksam, die namentlich bei Brunnenanlagen schon im voraus weitgehende Garantien über die zu erschliessenden Wassermengen eingehen und als Beleg der Richtigkeit ihrer Wassermutungen in dem commerciellen und industriellen Wegweiser für Schleswig Jahrg. 1885 No. 8 eine Tabelle veröffentlicht haben, nach welcher bei 37 Brunnenanlagen in 15 bis 72" Tiefe die zugesagten Wassermassen meist überschritten wurden; er fragt deshalb, ob die Wassermasse eines Brunnens schon im voraus bestimmt werden könne.

Hr. Hagen bemerkt dazu, dass, wenn es sich um die Hebung

von Grundwasser handle, die Leistungsfähigkeit mit dessen Tiefe gesteigert werde; jedoch dürfe man den Brunnen nicht zu stark beanspruchen, weil dann das Grundwasser sinke und eine Verschlämmung und Versandung des Brunnens eintrete. Betreff der Wassermengenbestimmung habe er wegen des Versinkens des Bachwassers auf längeren Strecken es für zweckmässig gefunden, die Messungen stets an dem kleinsten Thalsohlenprofile vornehmen zu lassen, da sich hier das Versinken am wenigsten bemerkbar mache. Hr. Sasse bemerkt, dass das Versinken der Wassermasse infolge der Lage des Bachprofiles in dem Profile des vorweltlichen Gewässers, d. h. im Inundationsthale, stellenweise möglich sei, und müsse daher selbstverständlich die Ermittlung der Wassermengenparabel darauf Rücksicht nehmen. Zum Schlusse macht Hr. Hagen noch darauf aufmerksam, dass es namentlich wichtig sei, bereits benutzte Wasserkräfte voll auszubeuten, und führt als Beispiel die Wasserkraft der Brückenmühle

an, bei der jetzt etwa 30 N ausgenutzt werden, während dieselbe

am Schnellengraben leicht auf 200 gesteigert werden könne.

Verein für Eisenbahnkunde.

Versammlung am 8. September 1885.

Hr. Oberingenieur Frischen spricht über »Blockfahrten auf eingleisigen Bahnstrecken«. Auf den deutschen Bahnen erfolgt die Anmeldung eines Zuges durch das Glockensignal, und zwar wird der Zug, wenn die ihn ablassende Station das Läuten veranlasst, abgeläutet, wenn die den Zug empfangende Station solches bewirkt, hergeläutet. In Deutschland findet vielfach ein gemischtes System statt, indem der Ersparnis wegen der zur Erzeugung des elektrischen Stromes erforderliche Läuteinductor nicht auf jeder Station, sondern abwechselnd auf einer Station um die andere aufgestellt wird. Bei dem üblichen Abläuten kann das durchgehende Glockensignal recht unbequem werden, z. B. zwischen zwei Stationen mit zwei oder mehr eingeschobenen Blockstationen; hier kann bei dieser Zugfolge ein an einem Ende der Strecke postirter Wärter leicht zwei oder drei Glockensignale erhalten, ehe er einen Zug sieht, weil diese sich noch auf den vorliegenden Blockstrecken befinden. Für solche Strecken würde die Einführung des Herläutens viel sicherer sein, indem man für die Blockstrecke immer nur ein Glockensignal sicher und genau giebt. Der Wärter weiss, wenn das Herläuten eingeführt wird, auch stets, von wo der Zug kommt; es muss nur durch Zwangsmittel, welche mit den Signalen in Abhängigkeit stehen, dafür gesorgt werden, dass es unmöglich ist, einen Zug aus einer Station Ä für den ein falsches Läutesignal gegeben ist. Eine solche Einrichtung bietet für eingleisige Bahnstrecken, für welche man es nicht nur mit aufeinander folgenden, sondern auch mit entgegengesetzt fahrenden Zügen zu thun hat, nicht unerhebliche Schwierigkeit.

Der Vortragende erläutert nunmehr das von ihm hierfür vorgeschlagene Verfahren durch Zeichnungen und ein Modell. Mit dem Abläuten von einer Station A wird gleichzeitig das Ausfahrtssignal gesperrt und das entsprechende Ausfahrtssignal der anderen Station B frei gemacht, wodurch nur ein Zug in der Richtung von B nach A abfahren kann. Damit nun in derselben Richtung ein zweiter Zug nicht folgen kann, werden auch die an jeder Station vorhandenen Bahnhofs

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deutscher Ingenieure.

einfahrtssignale hereingezogen, denen gegenüber die bisherigen Ausfahrtssignale »Streckeneinfahrtssignale« genannt werden. Die Station verfügt über das der Station A zunächst befindliche Streckeneinfahrtssignal und umgekehrt, und durch dieses Uebergreifen wird die Sicherheit geschaffen. Wenn ein Zug ausgefahren ist und der betreffende Beamte das Signal nicht wieder eingezogen hat, so wird dasselbe durch ein in der Strecke befindliches Pedal wieder auf Halt geworfen, der Zug also gedeckt. Um nun mehrere Züge in derselben Richtung folgen zu lassen, werden dieselben von der einen Station hineingezählt, indem Blockeinrichtungen vorhanden sind, 1, 2, 3 Tasten, die, je nachdem 1, 2, 3 Züge hineingelassen werden, gedrückt werden, die sich aber dann von selbst wieder deblockiren, wenn 1, 2, 3 Züge aus der Strecke herausgefahren sind, also wieder ausgezählt werden.

Hr. Eisenbahnbauinspector Claus teilt aus dem dem Vereine zugesendeten » Statististischen Bericht über den Betrieb der königl. bayerischen Verkehrsanstalten im Jahre 1883 « mit, dass in diesem Jahre 52” Bahnlänge neu eröffnet wurden, so dass die Länge des ganzen Bahnnetzes am Ende des Jahres 1883 4366" betrug, wovon 257km zweigleisig sind; auf je 100qkm Fläche kommen 6,176 und auf je 10000 Einwohner 9,373" Eisenbahn (in Preussen entsprechend 6,0 und 7,7*); das gesammte Anlagekapital beträgt 941215339 %, d. i. für 1" 215594 %. Die Kosten der Unterhaltung und Erneuerung der Gleise beliefen sich auf 731 / für 1", und für die Unterhaltung und Erneuerung aller Bahnanlagen einschliessl. des Oberbaues auf 1747 % für 1" der unterhaltenen Strecken und auf 1294 / für 1" der unterhaltenen Gleise. Die

königliche Verwaltung besitzt zwei Schwellenimprägnirungsanstalten,

für welche das Holz in Rundstämmen angekauft und dort zu Schwellen bearbeitet wird. – Die gesammte Einnahme betrug 86123988 % (61 152 / mehr als im Vorjahre), die Ausgabe 46128834 % (1.319774 % weniger als im Vorjahre).

Hr. Geh. Baurat Jungnickel zeigt eine von Hrn. Osborne in Dresden erfundene und dem gegenwärtig hier tagenden internationalen Telegraphencongress vorgelegte neue 24-Stundenuhr vor. Nach Ansicht des Erfinders stehen der allgemeinen Einführung der Zeitrechnung nach 24 fortlaufenden Stunden hauptsächlich die bisherige Gewohnheit und die Bedenken entgegen, dass alsdann sämmtliche bestehende Uhren unbrauchbar und die Einteilung des Zifferblattes in 24 Stundenteile die Uhren unübersichtlich machen würde. Diese letzteren Bedenken sollen durch die Osborne'sche Uhr beseitigt werden. Dieselbe hat zwei übereinander liegende Zifferblätter, von denen das obere feststehende an Stelle der gewöhnlichen 12 Stundenzahlen ebensoviele Ausschnitte besitzt, während das darunter liegende bewegliche Zifferblatt die Zahlen 1 bis 24 trägt. Durch die Ausschnitte des oberen Zifferblattes sind die Zahlen des unteren sichtbar; doch sind diese Zahlen in einer solchen Weise darauf angeordnet, dass man gleichzeitig entweder nur die Zahlenreihe 1 bis 12 oder nur die von 13 bis 24 sehen kann. Nach Ablauf der ersten 12 Tagesstunden wird das bewegliche Zifferblatt durch einen einfachen Mechanismus, welcher durch die Feder der Uhr selbst in Bewegung gesetzt wird, derartig verschoben, dass die Zahlenreihe 13 bis 24 vor den Ausschnitten erscheint. Um Mittermacht springt das Zifferblatt wieder zurück, und es werden wieder die Zahlen 1 bis 12 sichtbar. Jede beliebige Uhr kann leicht in eine Uhr nach neuem 24-Zahlensystem umgeändert werden, indem das Uhrwerk unverändert bleibt und das Zifferblatt, unter welches der einfache Mechanismus zum Verschieben eingelegt wird, eine Aenderung erleidet.

Hr. Consul Klostermann spricht über die Alpenbahnen, durch deren Herstellung Italien nach Jahrhunderte langer Erlahmung zum drittenmale zu einer Bedeutung als Staat, als See- und Handelsmacht gelangt sei. Die Bahn über den Mont Cenis, 1857 begonnen, 1871 vollendet, hob sofort den Handelsverkehr zwischen Italien und Frankreich und die Einnahmen der anschliessenden oberitalienischen Bahnen. Italiens Ausfuhr nach Frankreich betrug im Jahre 1870 rund 400 Mill. Lire, seine Einfuhr von dort 200 Mill., im ganzen 600 Mill. Lire. Zehn Jahre später waren die Umsätze auf 503 Mill. Ausfuhr, 400 Mill. Einfuhr, im ganzen auf 903 Mill. Lire gestiegen. Ueber die Montcenisbahn geht die englische Ueberlandpost nach und von Ostindien, da gleichzeitig mit der Eröffnung dieser Bahn auch die Inbetriebstellung der Suezkanals erfolgte. – Die Brennerbahn wurde in specifisch österreichischem Interesse unternommen, dient aber nach ihrer Eröffnung und nachdem Venetien nicht mehr österreichisch ist, vorwiegend deutschen und italienischen Handelsbeziehungen. Um jedoch eine engere Eisenbahnverbindung zwischen Oesterreich und Italien herzustellen, wurde die Pontebbabahn erbaut; dieselbe hat aber die Hoffnungen bezüglich der Entwickelung des Verkehrs auf den bis an die österreichische Grenze führenden italienischen Anschlusslinien stark getäuscht. – Zwischen der Montcenis- und der Brennerbahn liegt jetzt die Gotthardbahn als Hauptverkehrsweg zwischen dem Nordwesten Deutschlands, den Niederlanden, teilweise auch England und Italien. Die lange mit der Gotthardlinie in Wettbewerb gestandene Linie über den Luckmanier würde für das mittlere Deutschland und die Ostschweiz förderlicher

Band XXIX. No. 44. 31. October 1885.

gewesen sein. Der Einfluss der Gotthardbahn ist trotz des erst dreijährigen Bestehens sehr merklich auf die Handelsbeziehungen zwischen den genannten Ländern sowie namentlich auf die Hebung des Hafens von Genua gegenüber dem von Marseille. Frankreich fühlt sich benachteiligt und betreibt seitdem eifrigst einen neuen Alpenschienenweg über und durch den Simplon; die zeitweise auch in Aussicht genommene Durchtunnelung des Mont Blanc ist jetzt sc gut wie aufgegeben worden; Deutschland kann aus der Simplonbahn keinen Nutzen ziehen und wird vielmehr darauf hingewiesen, die der Gotthardlinie zuführenden Verkehrsgebiete sorglich zu pflegen. – Es ist auch ein Entwurf vorhanden, welcher durch einen Splügentunnel Chur mit Chiavenna zu verbinden trachtet; derselbe hat aber wenig Aussicht auf Verwirklichung. – Deutschland ist für seinen

Patent bericht. 867

Verkehr nach dem Mittelmeer und darüber hinaus hauptsächlich auf den Hafen von Triest hingewiesen; zu seiner schnellen und vorteilhaftesten Erreichung empfiehlt sich eine Bahn von Görz nach Tarvis durch den Predil; dieselbe würde zwei österreichische Transversalbahnen schneiden und berühren, deren eine, die nördlichere, vom Thale der Enns ausgeht, das Innthal hinauf nach Innsbruck, die Allgäuer Alpen durchschneidet und ins Rheinthal gelangt; die südlichere geht von Klagenfurt aus, verfolgt die Drau aufwärts, setzt sich durchs Pusterthal bis Franzensfeste fort und verbindet sich durch die Brennerbahn mit der nördlichen Transversalbahn bei Innsbruck, um Anschluss nach dem Rheinthal zu finden. Zu der ersteren Transversalbahn gehört der Arlbergtunnel, die neueste und glänzendste Leistung der Tunnelbaukunst.

Patent bericht.

K1. 7. NO. 323O'7. Kupplung an Drahtzügen. Köttgen & Co., Barmen. Die Vorrichtung besteht aus einem durch einen Hebel c mit Gegengewicht c” selbstthätig wirkenden Mitnehmernocken. Sobald der Mitnehmerstift a so weit gehoben ist, dass das untere Vierkant desselben mit dem Boden der Trommel gleichsteht, ist die Kupplung geo löst. Soll der Zug eingerückt werden, so wird durch Auflegen der Hand oder eines mit Handhabe versehenen Gewichtes auf die Kugel e der Mitnehmerstift a heruntergedrückt, wodurch die Kupplung zwischen Spindel und Trommel bewirkt wird. Während des Ziehens verhindert die Reibung zwischen Mitnehmernocken ein Heben des Stiftes a. Beim Reissen oder nach dem Durchlaufen des Drahtes wird der Nocken frei und das Gegengewicht hebt den Mitnehmerstift in die Drahttrommel, so dass dieselbe ausgerückt ist. Während des Ziehens kann eine etwa erforderliche Ausrückung dadurch bewirkt werden, dass mittels einer am Ende gespaltenen Gabel von der Platte n aus unter den Kugelknopf e gefasst und der quadratische Nocken des Stiftes gehoben wird.

Kl. 1O. No. 32593. Rührvorrichtung an Dampf- und Feuertelleröfen. C. Rowold, Meuselwitz. Um die aus den Unebenheiten der die zu trocknenden Braunkohlen aufnehmenden Teller herrührenden Unzuträglichkeiten zu beseitigen, sind die Rührschaufeln s nicht, wie bisher, an den Rührarmen r direct, sondern an einem mehrteiligen Stab t befestigt,

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der durch einzelne Kettenglieder k mit dem Rührarm r verbunden ist. Auch bilden die Schaufeln nicht, wie bisher, einen Winkel von 900, sondern einen solchen von 65° mit der wagerechten und sind ausserdem vorn abgerundet, um das Durchziehen durch die Kohle zu erleichtern, eine grössere Rührfläche und infolge dessen ein besseres Durcharbeiten der Kohle zu erzielen. K1. 13. No. 32241. Neuerung an Wasserröhrenkesseln. Ch. A. Knight, Glasgow. Zur Verbindung der flachen, je eine senkrechte Rohrreihe aufnehmenden Endkammern von Wasserröhrenkesseln (System Babcock-Wilcox und ähnliche) mit dem Oberkessel sollen Kasten d benutzt werden, welche, über die ganze Breite der Rohrgruppe sich erstreckend, mittels kurzer eingerollter Rohrstücke c bezw. e nach unten an die Wasserkammern und seitlich an den Oberkessel angeschlossen sind (Fig. 1). Bei kleinen, nur eine geringere Zahl von Röhren enthaltenden Dampferzeugern, für welche an jedem Ende eine allen Röhren gemeinschaftliche,

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90° gedreht, die Schiene eingelegt und die Lappen d um

gebogen. - - K1. 35. NO. 326'72. Doppeltrommelwinde. H.

Redecker & Nauss, So Bielefeld. Greift das §§ «Ä=# Zwischenrad R nur in ## z- das Rad r der Trommel s w, so ist die Welle der Trommel wi durch das §? Gesperre Tt festgestellt, und die Last L. wird bei ruhender Laufkatze Q durch Drehen der Kur- beln K gehoben oder so Ä „ gesenkt. Rückt man die A F Kurbelwelle K” nach links, dass R auch in r* = greift, so gleitet der Bund b von der Nase c an t herab, die Feder r rückt ein Gewicht t aus, und beim Drehen von K wird eines der Seilenden 8s” auf-, das andere abgewickelt und == dadurch Q mit L wagrecht bewegt.

- K1. 47. No. 32225. AbsperrVentil mit längsgeteiltem Kolbenschieber. R. Wrigley, Rosa (Ostindien). Der Kolbenschieber wird aussen zum Hohlcylinder a passend abgedreht und dann nach der Zahl der zu verschliessenden Oeffnungen oo in zwei oder mehr Teile bb gespalten; die Drehung

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F %. von b in a wird durch Ansätze, in ÄÄ Stifte oder Schrauben i gehindert. so Schraubt man die in b undrehbare A I Mutter c mittels der Spindel d nach LZE WÄSÄ oben, so verlässt die Kegelfläche

=FZ L# o Z von c die entsprechenden Hohlkegel

flächen an b, der Dichtungs- und

S–= Flansche c! zieht die Teile b von

Z o weg. Beim Niederschrauben presst

der Kegel von c, unterstützt durch *>= den Kegel h! an der VerschlussWow-s-am- i U – schraube h, die Teile b dicht auf

die Oeffnungen o.

Kl. 40. No. 33O97. Gewinnung von Schwefelanti

mon aus antimonhaltigen Erzen, und Ausziehen. Von Gold und Silber aus denselben. J. Simpson und E. W. Parnell, Liverpool (England). Um aus antimonarmen Erzen Antimon zu gewinnen, wird das feingepulverte Mineral (Grauspiessglanz) mit einer wässerigen Lösung eines Alkalioder Erdalkalisulfids unter stetigem Umrühren behandelt. Nach dem Abscheiden des Gesteines oder Rückstandes wird das Schwefelantimon durch Salzsäure oder dergl., zweckmässig unter Zutritt von Luft, niedergeschlagen, oder die Lösung eingedampft. An Stelle der genannten Lösungsmittel kann auch eine Schwefelammoniumlösung benutzt werden. Die Mischung wird dann in einem geschlossenen Gefässe bis zur Lösung des Schwefelantimons umgerührt. Nach der Abscheidung des Gesteines wird die erhaltene Lösung in einem ebenfalls geschlossenen Gefässe zum Sieden gebracht und zersetzt, wobei das Schwefelammonium in einem Condensator wiedergewonnen wird. Das Schwefelantimon wird aus dem Rückstande durch Verdampfen, Dekantiren oder Filtriren abgeschieden. Wenn die Rückstände gold- oder silberhaltig sind, so werden dieselben entweder geröstet oder besonders mit einem Ueberschuss einer Schwefelmetalllösung oder einer Säure behandelt. Dieselben sind dann zu weiterer Behandlung nach einer der

Reibungsdruck hört auf, und die

deutscher Ingenieure.

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Selbstverlag des Vereines. – Commissionsverlag und Expedition: Julius Springer in Berlin N. – A. W. Schade’s Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin S.

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