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Band XXIX. No. 39.

26. September 1885.

Zuschriften an die Redaction.

767

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das Herunterfallen des Trieb-
gewichtes zu hindern, ist auf
einer für gewöhnlich langsam
gebenden Welle eine durch
den Hebel d ausgerückt ge-
haltene Bremse b angebracht,
welche bei zu schnellem Gang
eingerückt wird, indem ein

durch die Schleppfeder & ge-
haltener, durch das Gegengewicht g aus-
geglichener Hammer h nach aussen ge-
schleudert wird und den Hebel d fort-
schlägt.

Kl. 46. No. 32332. Elektrischer Zünder für Gasmotoren. C. Reithmann, München. Damit die an den Ein- und Austrittsstellen oder Drähte sich ablagernde leitende Kruste kein Versagen der Zündung veranlasse, ist der Nichtleiter a dort mit Scheidewänden bb versehen.

Kl. 47. No. 32213. Montirungsdruckschrauben für Lagerbefestigung. Berlin-Anhaltische Masch.Act.-Ges., Berlin-Moabit. Um das Lagermittel wagerecht verstellen zu können, ruhen die Lagerfüsse ab auf Druckschraubenm mit Vierkant, welche aus ihren undrehbaren (viereckigen) Muttern n nach Bedarf herausgeschraubt werden können.

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der Wasserleitung in das Haus in diese eingeschaltete Apparat
wirkt in der Weise, dass er die Leitung abschliesst, wenn
eine bestimmte zulässige ununterbrochene Wasser-
entnahme überschritten wird, oder wenn ein dauernder Wasser-
verlust durch Undichtigkeiten der Leitung stattfindet. Wird
an einer oder mehreren Stellen

C
der Leitung der Ausflussbahn
geöffnet, so vermindert sich der
Druck in der Leitung, was ein
Sinken des direct und durch den
Gewichtshebel 6 belasteten Kol-
bens d, der mit der Leitung
durch den engen Spiralkanale
in Verbindung steht, zur Folge
hat. Dabei schliesst sich der
mit dem Hebel b verbundene
Hahn a langsam, wenn die

d
Wasserentnahme eine ge-
wisse Zeit anhält. Der Wasser-
ausfluss hört dann auf. Um ihn
wieder zu bewirken, schliesst
man den betreffenden Ausfluss-
habn, so dass der Druck in der
Leitung steigt und der Kolben d
durch den sich durch die feine
Durchbohrung des Hahnes a und
den Spiralkanal e in den Cy-
linder C

fortsetzenden Druck
wieder gehoben und der Hahn a
geöffnet wird. Ist aber nach dem Schlusse des betreffenden
Ausflusshahnes in der Leitung eine Undichtigkeit vorhanden,
welche gleich oder grösser ist als die Durchbohrung des
Hahnes a, so findet eine selbstthätige Oeffnung des Hahnes a
überhaupt nicht mehr statt. Die Einstellung des Apparates
auf bestimmte Wassermengen findet durch eine Veränderung
der Kolbenbelastung statt.

Kl. 85. No. 31894. Ventil für Wasserpfosten. E.
Sattler, Königshütte (0.-S.). In der gezeichneten Stellung
des Ventiles a giebt der Pfosten Wasser. Hört der Druck
auf die Stange s auf,
so hebt sich a und der
Kolben c infolge des
Wasserdruckes auferste-
res und des Gegenge-
wichtes g. Der Schluss

a kann aber nur
langsam erfolgen, weil
das Wasser nur durch
den engen Raum zwi-
schen dem mit a ver-
bundenen Röhrenventil d
und seiner Führung b
unter c gelangen kann,
da die obere Oeffnung
von d durch eine an c befestigte Lederscheibe abgeschlossen
wird. Hat sich dagegen a geschlossen, so hebt sich c von d
ab und kann nun das im Steigrohre befindliche Wasser durch
d hindurch unter den sich schnell kebenden Kolben c treten.
Letzterer liegt in frostfreier Tiefe. Das Herunterdrücken von
c geht bis zur Eröffnung von a schnell, dann aber nur lang-

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Kl. 50. No. 32343. Steinbrechmaschine. H. Gruson, Buckau Magdeburg. Der Excenterangriff ist

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n m

von

in den oberen Teil der Brechschwinge b verlegt; das Unterteil derselben führt sich auf einem verstellbaren Keil, der zur Verminderung der Reibung auch mit Gleitrolle versehen sein kann.

Kl. 50. No. 32345. Zwischenwände in Verbindung mit Schnecken im Innern von Schälmaschinen. G. Doré, St. Maurice (Frankreich). Das Getreide wird im Schälraum durch umlaufende Schnecken gezwungen, über feste oder bewegliche Zwischenwände zu steigen, wobei es gleichzeitig einem von einem Gebläse erzeugten Luftstrom ausgesetzt ist.

Kl. 85. No. 31996. Controlapparat für Hauswasserleitungen. V. Schneider, Breslau. Der vor dem Eintritte

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sam von statten.

Zuschriften an die Redaction.
Verdampfungsversuche.

298° C. bei den letzteren Kesseln. Diese hohe Temperatur besonders

berechtigt zu dem Schlusse, dass der Mac Nicol-Kessel den beiden Geehrte Redaction!

anderen Kesseln gegenüber ziemlich forcirt geheizt wurde. Eine An die Mitteilung in der Zeitschrift No. 35 S. 687 und S. 688

geringere Beanspruchung dieses Kessels würde eine höhere Verbetreffend »Verdampfungsversuche« lassen sich folgende Betrachtungen dampfungsziffer als 4,63

kg Wasser netto von 0C. geliefert haben. von allgemeinem Werte knüpfen, um deren gefällige Veröffentlichung ich ergebenst ersuche.

Die Leistung pro qm Heizfläche an verdampftem Wasser, welche Auffallend ist der grosse Kohlenverbrauch bei dem Mac Nicol

jetzt 19,8 kg netto von 0° C. gewesen ist, gegenüber 20,1 kg bezw. Kessel, welcher pro qm Heizfläche auf 4,275 kg Kohle netto sich be

19,54 kg, wäre bei dem Mac Nicol-Kessel vermutlich dieselbe gerechnet, gegenüber 3,064 und 3,05kg Kohle netto bei dem Zweiflamm- blieben, auch wenn er nur mit etwa 3kg pro qm Heizfläche beanrohrkessel und bei dem Wellrohrkessel.

sprucht worden wäre. Infolge dessen stellt sich die Temperatur der Heizgase am

Der Zweiflammrohr- und der Wellrohrkessel lieferten netto Schieber auf 385° C. bei dem ersteren Kessel gegenüber 271° bezw. eine 6,56 bezw. 6,406 fache Verdampfung.

deutscher Ingenieure.

gesagt ist.

Des Hervorhebens wert scheint mir noch die aus diesen Ergeb

Es dürfte doch bedenkliche Folgen haben, Ingots von gleichem nissen zu ziehende Folgerung, dass der Mac Nicol-Kessel keine Querschnitte wie das Packet in dieses Caliber zu stecken, deshalb grössere Verdampfungsgeschwindigkeit geleistet hat, als die beiden werden hier für Stahl mehr Stiche angewandt, da vom 2. Eisenstich anderen Kessel, trotzdem dieses doch eigentlich von ihm zu erwarten ab die übrigen 8 Caliber für Stahl und Eisen gemeinschaftlich sind. wäre, da das aufsteigend geneigte Rohrsystem direct über dem Roste Die in der Kritik angeführten »6cm« Druck scheinen dempach nicht zu der Annahme einer besonders starken Circulation des Wassers mehr so gewaltig. in dem Kessel berechtigt; es sei denn, dass die Kohlen derselben Ich habe als Beispiel Prof. No. 24 gewählt, weil die Calibrirung Grube in dem einen Fall einen geringeren Heizeffect gehabt haben, desselben in Eisen und Stahl in gebeizten bezw. polirten Abschnitten als in den anderen, worüber in dem wertvollen Berichte leider nichts in der Ausstellung des Neunkircher-Eisenwerkes in Antwerpen in

Verbindung mit dem gesammten Trägerversuchsmateriale jedem BeInteressant ist auch, dass der Mac Nicol-Kessel bei dem kleinen sucher zugänglich ist und somit die hier gemachten Angaben conDampfraume von 2,2cbm und der hohen Verdampfungszahl von 544,4 cm trolirbar sind. Dampf pro Stunde und pro cbm Dampfinhalt durchaus trockenen

Mit grossem Anfangsdrucke zu arbeiten, ist übrigens nichts Dampf geliefert zu haben scheint, denn eine geringere effective Ver- neues und meines Wissens auf einigen unserer Nachbarwerke, wo dampfung als 4,63 kg Wasser kann ihm wohl nicht zuerkannt werden. grosse Walzendurchmesser und starke Maschinen zu Gebote stehen, Mit Achtung

ebenfalls längst im Gebrauche. Langfuhr, den 11. September 1885.

Franz Ballauf.

Im starken Drücken beim Walzen von Flusseisen und Stahl stehen wir, so viel ich weiss, anderen Werken auch nicht nach.

Stahlschienen werden bei uns aus einem vorgewalzten Block von Wertbestimmung von Trägern aus Fluss- und

7" auf 9" in 11 Stichen hergestellt, wobei der letzte Stich nur PolirSchweisseisen.

stich ist. Träger aus Flusseisen brauchen sehr viel Kraft und ist Geehrter Herr Redacteur!

der Druck dadurch begrenzt, so dass trotz unserer grossen MaIn No. 36 der Vereinsschrift Seite 707 ist von ungenannter

schinen für das angeführte Profil No. 24 bei 13 Stichen und Walzen Feder die Tetmajer'sche Broschüre über die vergleichende Wert

in 1 Hitze aus dem 9" x 11" Block von der uns disponiblen Kraft bestimmung von Trägern aus Fluss- und Schweisseisen einer Kritik

nicht mehr viel übrig bleibt, so rasch das Walzen auch geht. unterworfen, welche in einzelnen Punkten aufgrund falscher Vor

Was die Verwendung der Ingots möglichst aus einer Charge aussetzungen thatsächlich unrichtige Schlüsse zieht, deren Berichtigung für die verschiedenen Profile betrifft, so geschah dieses deshalb, um Sie mir gestatten wollen.

die von uns öfters beobachtete Zunahme der Tragfähigkeit mit der Zunächst sei bemerkt, dass auf dem hiesigen Eisenwerk in der Abnahme der Höhe der Träger möglichst scharf und in Zahlen zum That viel darauf gehalten wird, Träger für Constructionszwecke Ausdrucke zu bringen, und zweifeln wir nicht, dass exacte und sparohne das »unbeliebte« Korn im Bruche herzustellen, was auch bei same Constructeure uns dafür dankbar sein werden. dem hier üblichen scharfen Sortiren des Luppeneisens, namentlich

In den Schlussfolgerungen aus den Versuchen vermisse ich in bei Trägerprofilen von so geringer Höhe, wie die den Versuchen dem Referate die Hervorhebung des Hauptresultates, dass ein unterworfenen, ohne besondere Anstrengung gelingt, zumal wenn, Träger aus Flusseisen bei gleicher Sicherheit die Hälfte wie hier üblich, der Packetquerschnitt gross und der Druck in den mehr zu tragen vermag, als ein schweisseisener gleichen ersten Stichen möglichst gross genommen wird. Wie sehr sich be- Profils. züglich der Grösse des letzteren die vorliegende Kritik täuscht,

Welch' grosse Vorteile damit für den Consumenten verbunden zeige folgendes Beispiel:

sind, ist sofort einleuchtend, zumal der Preis beider Trägersorten I-Träger Norm.-Prof. No. 24 wird in Schweisseisen aus einem Packete hergestellt, welches, wie in der Broschüre angegeben,

gegenwärtig gleich steht. 5709cm Querschnitt besitzt; es wird in 9 Stichen fertig gewalzt und

Zum Schlusse möchte ich noch erwähnen, dass wir hier mit der passirt im ersten Stich ein Caliber mit 3259cm Querschnitt, hat hier

Herstellung von Trägern aus Flusseisen längst über das Versuchsbei einen Stegdruck von 19cm und eine Querschnittsverminderung

stadium hinaus sind und schon längere Zeit eine grosse Quantität

Träger aus diesem Material auf den in- und ausländischen Markt von 2459cm oder 43 pct. Noch nie ist uns deshalb ein Packet »auseinander gefallen«; es schweisst vielmehr vortrefflich, wenn man

bringen. den Satz beherzigt:

Mit vorzüglicher Hochachtung »Walze das Eisen, wenn es so warm ist, dass es schweisst, nicht

Ihr ergebener aber, wenn es erst pappt.«

Neunkirchen den 11. Sept. 1885.

R. Erhardt. Litteratur. Peschka. Darstellende und projective Geometrie. hüllungsflächen, Schraubenflächen, Schattenconstructionen. Dies Bd. III u. IV. Wien, C. Gerold's Sohn. 1884, 1885. (s. Z. 1884 Material ist in 6 Abschnitte eingeteilt: 1. Windschiefe Flächen S. 512.)

(Regelflächen 3. Grades, Eigenschaften der Konoide, Theorie

der Normalenflächen, Wölbfläche des schiefen Einganges, KugelDas sehr umfängliche Werk Peschka's ist durch die beiden vorliegenden Bände zum Abschlusse gekommen. Wir

schnittskonoid, Kugelkonoid, Cylindroid, Normalenflächen längs besitzen in ihm wohl das Hauptwerk eines Forschers, dessen

ebener Schnitte der Flächen zweiter Ordnung); 2. RotationsName auf diesem Gebiet in trefflichster Weise bekannt ist. Die

flächen; 3. Umhüllungsflächen (Theorie, Ringfläche); 4. SchrauDarstellungsweise ist auch in diesen zwei Bänden eine durch

benlinie und Schraubenflächen (Schraubenlinie, Schraubenflächen aus klare und leicht verständliche'doch bedingt die Breite

im allgemeinen, Schraubenregelflächen, Constructionen inbezug derselben auch einen bedeutenden Umfang des Werkes, im

auf die developpable Schraubenfläche, windschiefe Schrauben

fläche und Schraubenkonoid, Aufgaben). Ferner anhangsweise Gegensatze zu jenem von Fiedler. Letzteres Werk ist vom

die Schattenlehre: 5. Construction der Schatten (Schlagschatten); Studirenden ohne Schwierigkeit nicht zu bewältigen, das vorliegende lässt sich bequem durcharbeiten. Viele Aufgaben sind

6. Beleuchtungsintensitäten (Construction der Isophoten für

krumme Flächen). nach mehreren Methoden behandelt, um die Anwendung der

Wir müssen uns hier mit einer blossen Uebersicht des Inselben klar zu machen oder um Controlen zu gewinnen.

haltes begnügen und auf eine eingehendere Besprechung im HinDie beiden Bände beschäftigen sich mit krummen Flächen blick auf den technischen Charakter unserer Zeitschrift verund schliesslich mit der Schattenlehre. Der dritte Band ent

zichten, soviel verlockendes eine solche Arbeit auch bieten würde. hält die Lehre von den Flächen zweiten Grades, die in 4 Ab- Wer in früheren Zeiten Projectionslehre getrieben hat, würde schnitten behandelt werden: 1. Windschiefe Flächen (Erzeugung bei Durchsicht vorliegenden Werkes mit Erstaunen die Ausund Eigenschaften, Hyperboloide, Paraboloide, Strictionslinien dehnung dieses Gebietes und die ungeheuren Fortschritte, die zweiten Grades); 2. Nichtregelflächen, Regelflächen zweiten dasselbe erfahren hat, wahrnehmen. Den Studirenden sowie Grades (Kugel, Kugelgebüsch, Princip der inversen Transfor

denen, die mit den Vorbereitungswissenschaften für die Technik mation, Kugelbündel und Kugelbüschel, Kugelberührung und

noch nicht ganz gebrochen haben, ist eine Durchsicht oder Aehnlichkeitspunkte, Cyklide); 3. Rotationsflächen zweiten

Studium der 4 Bände sehr zu empfehlen. Will man einen Grades (Definition, Eigenschaften, Sphäroid, Rotations-Para- Ueberblick über den heutigen Stand der Wissenschaft der boloide und -Hyperboloide); 4. Dreieckige Flächen zweiten Darstellung gewinnen, so giebt es sicher keinen besseren Grades (Eigenschaften, Constructionen und Aufgaben in grosser Fübrer als Peschka. Ausdehnung, Schnitt zweier Flächen zweiten Grades, gemein

Die Ausstattung des Werkes, im besonderen der mit schaftliche Developpable, stereographische Projection).

staunenswerter Sorgfalt ausgeführten Tafeln (Lith. Anst., BuchDer vierte Band endlich bringt die windschiefen Flächen und Steindr. v. H. Springer, Leipzig), verdient das höchste Lob. höherer Ordnung, Normalenflächen, Rotationsflächen, Um- Das ganze Werk enthält 2550 Seiten und 117 Tafeln. K.

Selbstverlag des Vereines.

Commissionsverlag und Expedition: Julius Springer in Berlin N.

A. W. Schade's Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin 8.

ZEITSCHRIFT DES VEREINES DEUTSCHER INGENIEURE.

Band XXIX.

Sonnabend, den 3. October 1885.

No. 40.

Angelegenheiten des Vereines.
Zum Mitglieder-Verzeichnisse.

Julius Quaglio, Ingenieur, Berlin W., Kurfürstenstr. 139.
Aenderungen.

F. Sachs, Maschineningenieur, London W. C. Bank Chambers,

109 New Oxfordstr. Berliner Bezirksverein.

W. A. Tjeenk Willink, Ingenieur, i/F. Zwolle’sche MaschinenA. Herzberg, Civilingenieur und Fabrikant, i/F. Börner & Co.,

fabrik W. A. Tjeenk willink, Zwolle, Holland. Berlin S.W., Hallesches Ufer 6.

Ulrich, Regierungs- und Baurat, Magdeburg-Sudenburg.
Hamburger Bezirksverein.
G. Blümcke, Ingenieur, Hamburg, Altonaerstr. 30.

Verstorben.
P. Klanke, Ingenieur, Hamburg, Oberhafenstr. 1.

Theodor Körper, Ingenieur, Breslau, Alexanderstr. 22.
Oberschlesischer Bezirksverein.

Anton Krechel, Gaswerksbesitzer, Neunkirchen, Reg.-Bez. Trier. Carl Nega, Hütteninspector, Laurahütte.

Neue Mitglieder.
Württembergischer Bezirksverein.

Breslauer Bezirksverein.
Ernst Lange, Chemiker, Schwäb. Gmünd.

Emil Welz, Brauerei-Ingenieur, Breslau, Matthiasstr. 78/79. Keinem Bezirksverein angehörend.

Bezirksverein an der niederen Ruhr. F. W. Fischer, Ingenieur, Gera.

Julius Merker, Ingenieur dor Gutehoffnungshütte, Oberhausen II. Konrad Hanslin, Ingenieur, Leipzig-Gohlis.

Sächsischer Bezirksverein.
Max Heberlein, Bergingenieur, Gregory cons. Mng. Co., Gregory
Mont U. S. A.

Paul Hofmann, Oberwerkführer der Sächs. Staatsbahn, Leipzig.

Max Klötzer, Director des Steinkohlenbauvereines Deutschland, L. Leitzmann, Ingenieur, Radebeul bei Dresden.

Oelsnitz i/Erzgebirge.
Wilb. Loss, Ingenieur, Halle a/S.
Karl Kordina, Porfessor a. d. k. k. Staatsgewerbeschule, Prag.

Oscar Rissmann, Maschinenfabrik- u. Eisengiessereibes., Mittweida. Hans Neidhardt, Ingenieur der Maschinenfabrik Germania vorm.

Dr. Moritz Richard Rühlmann, Professor, Chemnitz. J. S. Schwalbe & Sohn, Chemnitz.

Gesammtzahl der ordentlichen Mitglieder: 5400.

Schluss-Abrechnung für die XXVI. Hauptversammlung des Vereines deutscher Ingenieure in Stettin 1885.

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Einnahmen.

I. Allgemeine Kosten:

1. 373 Teilnehmerkarten zu M 10. M 3730,00 2. Zuschuss vom Hauptverein

» 1500,00 3. Pommerscher Bezirksverein für

übernommene übrig gebliebene Drucksachen

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65,54 5295 54

II. Erlös aus verkauften Karten:

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Ausgaben.
I. Allgemeine Kosten:
1. Vorbereitungen, Circulaire, An-

schreiben, Wohnungsangelegenheit,
Porti, Reisen, Inserate usw.

61651
2. Drucksachen:
a) Festschrift

M 1160,53
b) Führer

925,39
c) Legitimation
d) Liederbuch

448,74 3242 15
3. Ausschmückung

213/18 4. Festabzeichen

26050
5. Bureaukosten

47983
6. Unkosten bei der Hauptversamm-
lung

427 05
7. Nachträgliche Unkosten, Broschü-

ren, Dankschreiben, Annoncen,
Porti

523
II. Festmahl im Concerthause
III. Concert u. Festvorstellung in Bellevue
IV. Festfahrt nach Catharinenhof und

Finkenwalde
V. Frühstück im Logengarten .
VI. Vulcan - Elisenhöhe - Oderfahrt' und

Oderufer-Beleuchtung
VII. Fahrt nach Swinemünde und Herings-

dorf

246 528 1632

8212 50

5762 22 2520194 621 54

54299 360729

204072

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3399 34

Summe der Einnahmen M 18495104

1849504

Ueber die Beeinflussung des Indicatordiagrammes der Dampfmaschine durch die

Art der Anbringung des Indicators.
Von F. Frese, Docent an der Technischen Hochschule zu Hannover.
(Vorgetragen in der Sitzung des Hannoverschen Bezirksvereines vom 6. Februar 1885.)

(Hierzu Textblatt 5 bis 9.) Das Indicatordiagramm kann immer nur bis zu einem hindern. Abgesehen von solchen Fehlern, welche auf mangelnde gewissen Grad als zuverlässig gelten; denn wie bei allen Sorgfalt beim Gebrauch des Indicators zurückzuführen sind und Untersuchungen, die mit Hilfe von Instrumenten ausgeführt daher immer vermieden werden können, müssen sich unter werden, so sind auch beim Indiciren Fehlerquellen vorhanden, allen Umständen im Diagramm Ungenauigkeiten einstellen welche die Erzielung vollkommen richtiger Ergebnisse ver- infolge der Unvollkommenheiten des Instrumentes, mit dem

zu

man arbeitet, namentlich also infolge von Reibung, Massenwirkung, Ungleichmässigkeit der Federn, Ungenauigkeit in den Führungen, Dehnbarkeit der Schnur. Ueber die Grösse der hierdurch veranlassten Fehler sind mehrfach ausgedehnte Untersuchungen angestellt), und ein gewissenhafter Beobachter sucht sich, weil ihm das Vorhandensein der betreffenden Fehlerquellen bekannt ist, mit erhöhter Vorsicht gegen ihre Einwirkungen auf seine Versuchsergebnisse zu schützen. Auch herrscht überall das im allgemeinen erfolgreiche Streben, den Einfluss derartiger dem Instrument anhaftender Mängel auf das Diagramm durch weitere Verbesserungen des Indicators zu verringern.

Andere Fehler liegen aber in der Versuchsmethode begründet. Diese lassen sich zwar ebenfalls bis auf ein gewisses Mass verkleinern, ganz vermeiden aber nicht, so lange die Methode beibehalten wird, und da dieselben vielfach nicht genügend beachtet, ausserdem auch nicht ihrer Grösse nach bekannt sind, so können sie sehr leicht zu irrigen Schlüssen Veranlassung geben.

Man misst nämlich beim Indiciren nicht die Spannung im Cylinder der Dampfmaschine, sondern in einem besonderen zweiten Cylinder, der mit jenem ersten durch eine mehr oder weniger lange, enge und verwickelte Rohrleitung verbunden ist. Der Indicator bringt also keineswegs das zum Ausdrucke, was im Dampfmaschinencylinder vorgeht, sondern vielmehr das, was aus einer verhältnismässig kleinen Dampfmenge geworden ist, welche nach Durchströmen des letzteren sich zwar noch in einer gewissen Abbängigkeit von dem jeweiligen Zustande des im Cylinder eingeschlossenen Dampfes befindet, im übrigen aber besonderen Einflüssen ausgesetzt ist, die auf den Cylinderdampf teils gar nicht, teils nur in ähnlicher Weise einwirken. Um die hierdurch entstehenden Fehler zu vermeiden, müsste man den Cylinderdampf unmittelbar (ohne Zwischenschaltung von Rohrleitungen) auf den Indicatorkolben wirken lassen, was praktisch zwar nicht ganz unausführbar wäre, aber doch auf manche Schwierigkeiten stossen würde. Jedenfalls hat man aber zur Verringerung der erwähnten Einflüsse die Verbindungen mit dem Indicator stets möglichst kurz zu machen und auch sonst möglichst zweckmässig anzuordnen.

Das ist nun an und für sich nichts neues, vielmehr eine Regel, die jedem, der mit derartigen Untersuchungen zu thun hat, bekannt zu sein pflegt. Dennoch wird oft genug hiergegen gefehlt; so setzt man den Indicator häufig in die Mitte eines beide Cylinderenden verbindenden Bngenrohres, um auf solche Weise gleichzeitig beide Cylinderseiten mittels eines Instrumentes untersuchen zu können. Wegen seiner Einfachheit hat dieses Verfahren unter Umständen eine gewisse Berechtigung; aber man darf hier natürlich noch weniger, als bei der sonst üblichen Anbringung eines Indicators an jedem Cylinderende, erwarten, im Diagramme genau das wiedergegeben zu sehen, was im Cylinder vorgeht.

Die über den Indicator handelnden Werke berühren wohl die Frage der Anbringung und empfehlen auch teilweise kurze und weite Zuleitungen, doch legen einige Schriftstellera) mehr Gewicht auf die Erzielung möglichst günstiger Reibungsverhältnisse für den Indicator; sie wollen daher, wo eine senkrechte Stellung desselben nicht unmittelbar zu erreichen ist, ein Knierohr eingeschaltet wissen, also die Reibung verringern auf Kosten einer einfachen und kurzen Zuleitung.

Ist man sich sonach im allgemeinen auch wohl bewusst, dass die Art der Anbringung des Indicators einen gewissen

Einfluss auf das Diagramm ausübt, so herrscht doch noch keineswegs volle Klarheit darüber, in welcher Richtung und Grösse sich dieser Einfluss geltend macht; trotzdem benutzt man aber das Indicatordiagramm zu Untersuchungen und Rechnungen, für welche es nur geeignet sein kann, wenn bezüglich seiner Richtigkeit kein Zweifel obwaltet. Dieser Umstand einerseits, einige wirkliche Beobachtungen über Diagrammverzerrungen, welche nur aus der ungünstigen Indicatoranbringung zu erklären waren, andererseits, bewogen nun Hrn. Professor Riehn, dem Gegenstande grössere Aufmerksamkeit zuzuwenden, und gaben so die erste Veranlassung zur Anstellung der im folgenden besprochenen Versuche, welche von Hrn. Professor Riehn und dem Verfasser gemeinsam ausgeführt wurden, und deren Zweck es war, die Beeinflussung des Diagrammes der Dampfmaschine durch die Art der Indicatoranbringung ihrem Wesen und ihrer Grösse nach ermitteln.

Die Hauptversuche fanden statt an der von der Hannoverschen Maschinenbauanstalt für die hiesige Technische Hochschule gelieferten Ventildampfmaschine, welche bei 355mm Cylinderdmr. 685mm Hub besitzt, mit Dampfmantel versehen ist und im allgemeinen mit Condensation arbeitet. Während der Versuche befand sich die Maschine stets unter der Bremse, um 80 die Arbeitsleistung den jedesmaligen Wünschen entsprechend regeln zu können; die Condensation war teils in, teils aufser Betrieb. Da die Erhaltung eines möglichst vollkommenen Beharrungszustandes bei ein und derselben Versuchsgruppe von Wichtigkeit war, so wurden Schwankungen im Kesseldruck und in der Umlaufszahl der Maschine (50 in der Minute) mit Sorgfalt vermieden, auch wurde die Einwirkung des Regulators auf die Steuerung aufgehoben.

Der Natur der Sache nach war es notwendig, immer gleichzeitig zwei Diagramme von derselben Cylinderseite zu entnehmen, um so ein unter irgend welchen Verhältnissen gewonnenes Diagramm mit einem zweiten normalen Diagramme vergleichen zu können. Da nun die Maschine von vorn herein nur an beiden Cylinderenden die üblichen seitlichen Stutzen zur Aufnahme von Indicatoren trug, so wurde in den hinteren doppelwandigen Cylinderdeckel eine Rotgussbüchse 20mm lichter Weite eingefügt, welche aussen mit Abschlusshahn versehen war (Figur 1).

war (Figur 1). Dieser Hahn erhielt eine verhältnismässig weite Durchgangsöffnung von 121/2mm Dmr, und wurde so eingerichtet, dass er den Indicatorunmittelbar(ohne Zwischenschaltung des zum Instrumente gehörigen Hahnes) aufnehmen konnte, so dass die Anbringung desselben an dieser Stelle so günstig war, wie es die Verhältnisse der Maschine nur irgend gestatteten. Das hier ge

Diagramm dient denn auch bei allen Versuchen als normales Diagramm, auf Fig. welches die übrigen bezogen

wurden. Die ursprünglich vorhandene Vorrichtung zur seitlichen Anbringung des Indicators (Fig. 2) ist wegen der starken Verengung in der Bohrung zum Cylinder und wegen der Einschaltung eines Winkelhahnes mit enger Durchgangsöffnung nicht gerade als sehr zweckmässig zu bezeichnen, dürfte aber in ähnlicher Form (allerdings wohl ohne eine derartig starke Verengung in der Bohrung) häufiger anzutreffen sein. Im Laufe der Versuche wurde die Bohrung zum Cylinder auf durchgehends 9mm erweitert (s. Punktirung in Fig. 2 und Fig. 3), schliesslich auch noch der Winkelhahn entfernt, so dass der Indicatorhahn nach Einfügung einer Verschraubung von 11mm lichter Weite unmittelbar an dem Cylinder angebracht werden konnte (Fig. 3). Die Verschraubung (Fig. 2), welche ursprünglich nicht vorhan

von

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nommene

1) Berndt. Ueber die Genauigkeit der Indicatordiagramme. Protokoll der $2. und 85. Hauptversammlung des sächsischen Ingenieur- und Architekten Vereines. — Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure 1875 S. 1. Engineering 1877 Bd. XXIV S. 382, 1878 Bd. XXV S. 77.

v. Pichler. Untersuchung der Indicatoren und der Indicatorfedern. Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und ArchitektenVereins 1883 S. 133.

Osb. Reynolds. On the Theory of the Indicator and the Errors in Indicator Diagrams. Proceedings of the Institution of Civil-Engineers. Sitzungsbericht vom 19. Mai 1885. – Im Auszuge Engineering 1885, Juni, S. 659..

2) Völkers, der Indicator, 2. Aufl. S. 10; Rosenkranz, der Indicator und seine Anwendung, 4. Aufl. S. 63.

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Die beiden zur Verwendung kommenden Indicatoren waren gleicher Anordnung (System Rosenkranz) und von tadelloser Beschaffenheit. Besondere Sorgfalt wurde bei den ganzen Versuchen darauf gelegt, solche Fehler, welche durch etwaige Ungleichmässigkeiten in den Mafsstäben der Instrumente entstehen konnten, zu vermeiden. Zu dem Zwecke wurden anfänglich die Feder-Scalen jedesmal vor dem Gebrauche sorgfältig mit einander verglichen. Ursprünglich geschah das im Beisein des Verfassers in der Fabrik der Herren Dreyer, Rosenkranz & Droop, und zwar einmal durch Gewichtsbelastung unter Dampfwärme, dann durch Prüfung der Federn im Instrumente selbst unter Dampfdruck. In der Technischen Hochschule wurde der Vergleich in etwas anderer Weise mit Hilfe des symmetrischen, zur Aufnahme zweier Indicatoren geeigneten Stutzens, Fig. 12 und 13, wiederholt. Dieser Stutzen wurde auf ein Dampfrohr gesetzt und nun der bei verschiedenen Dampfdrücken eintretende Schreibstifthub gleichzeitig bei beiden Instrumenten ermittelt. Da es je

Fig. 12. doch hauptsächlich auf einen Vergleich der von den Instrumenten gelieferten Diagramme,

weniger auf Feststellung der wirklichen Massstäbe ankam, so wurde später ein einfache

und dabei reichlich so sicheres Verfahren eingeschla

Fig. gen, indem vor jeder Versuchsgruppe und unter genau denselben Verhältnissen bezüglich Dampfdruck, Umdreh

Q ungszahl, Füllung, unter welchen die Versuche selbst stattfinden sollten, eine Reihe von Probediagrammen genommen wurde, bei welchen die beiden Indicatoren wiederum unter genau gleichen Verhältnissen bezüglich der Anbringung arbeiteten. Hierzu diente ebenfalls der bereits oben erwähnte Stutzen, Fig. 12 und 13, welcher in diesem Falle die Verbindung zwischen dem Cylinder und den Instrumenten herzustellen hatte. Dass bei diesen Probediagrammen, wie überhaupt bei den ganzen Versuchen, mit grösster Sorgfalt darauf Bedacht genommen wurde, Uebereinstimmung in den Bewegungen der beiden Papiercylinder zu erzielen, bedarf kaum der Erwähnung. Erreicht wurde solche durch Anbringung zweier Schnüre an jedem Indicator und Ableitung der Bewegung des einen Papiercylinders von der des anderen.

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res

4. eine Schlange (Fig. 7 und 8), in welcher der Dampf

ein Kupferrohr von etwa 950mm Länge und 10mm Dmr.

zu durchströmen hat; 5. ein Bogenrohr (Fig. 9) von 11 mm lichter Weite, zur

Verbindung der beiden Cylinderseiten mit einem in

der Mitte anzubringenden Indicator; 6. ein ähnliches Bogenrohr (Fig. 10) von 20mm lichter

Weite.

13.

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