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deutscher Ingenieure.

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Kl. 86. No. 31874. Schlichtmaschine. Gebr. Benninger, Utzwyl (Schweiz). Zum Trocknen der von beiden Enden der Maschine herkommenden geschlichteten und gebürsteten Kettenfäden werden dieselben über 2 rechts und links vom Kettenbaum a liegende Skelet-Trommeln T geführt, deren Achsen aus dampfgeheizten Hohlwellen gebildet werden, über welchen je ein Windrad s angebracht ist. Durch die Umlaufsgeschwindigkeit dieser Windräder, welche durch eine Reibungskupplung si während des Betriebes geregelt werden kann, wird die den Hohlwellen entströmende heisse Luft gegen die um die Trommeln T geführten Kettenfäden getrieben, so dass die letzteren getrocknet werden. Die Trommeln T erhalten durch die sich auf den Kettenbaum a aufwickelnden Kettenfäden ihre Drehung.

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Litteratur.
Lehrbuch der Ingenieur- und Maschinen-Me-

Ausstellung von Kraft- und Arbeitsmaschinen chanik von Dr. phil. Jul. Weisbach. Zweiter Teil: Die

für das Kleingewerbe in Nürnberg. Illustrirter Statik der Bauwerke und Mechanik der Umtriebsmaschinen.

Katalog, herausgegeben vom Rectorate der Baugewerkschule
Fünfte Auflage, bearbeitet von Gustav Herrmann. Zweite Nürnberg. Preis 75 Pf. Nürnberg, 1885.
Abteilung: Die Mechanik der Umtriebsmaschinen. 9. und
10. Lieferung. Braunschweig, 1885. Vieweg & Sohn.

Die Anlage der Fisch wege von H. Keller. Sonder-
Karmarsch und Heeren's technisches Wörter-

abdruck aus dem »Centralblatt der Bauverwaltung«, Berlin,

1885. Ernst & Korn.
buch. Dritte Auflage, bearbeitet von Kick und Gintl.
Lieferung 77. Prag, 1885. A. Haase.

Handbuch der Ingenieurwissenschaften in vier
P. Stühlen's Ingenieur-Kalender für Maschinen-

Bänden. Vierter Band: Die Baumaschinen. Zweite Abund Hüttentechniker 1886. Unter Mitwirkung von R. M. teilung: Hilfsanlagen für den Materialtransport und die ErDaelen und Ludw. Grabau herausgegeben von Friedrich

richtung von Hochbauten. Apparate und Maschinen zur Bode. I. Teil: Einundzwanzigster Jahrgang. II. Teil: Bode's

Herstellung von Tiefbohrlöchern. Gesteinsbohrmaschinen. Westentaschenbuch als Ergänzung. Essen. G. D. Baedeker. Abbohren von Schächten. Schräm- und Schlitzmaschinen,

Das Submissions wesen von Dr. F. C. Huber. Tunnelbohrmaschinen. Bearbeitet von Dr. R. Pröll, C. SchaPreis 10 M. Tübingen, 1885. H. Laupp'sche Buchhandlung. rowsky, L. v. Willmann, G. Köhler, W. Schulz,

Die Elemente der Maschinen construction von Dr. Ph. Forchheimer. Unter Mitwirkung von L. FranW. Cawthorne Unwin. Uebersetzt von Hermann Fritz. zius herausgegeben von F. Lincke. Leipzig, 1885. WilLeipzig, 1885. J. M. Gebhardt's Verlag (Leop. Gebhardt).

helm Engelmann.

Zuschriften an die Redaction.
Clapp-Griffiths-Verfahren.

& Noot in Wartberg (Oesterreich, nicht Frankreich) sowie auf einem

ungarischen Werke der Process Clapp & Griffiths nach vielen Geehrte Redaction!

Versuchen gänzlich verlassen wurde, veranlasste mich, mich dem Infolge einer längeren Abwesenheit kommt mir der Artikel der Studium des mir offener vorliegenden Avesta-Processes zuzuwenden. Zeitschrift vom 8. d. M. über Kleinbessemerei erst heute zu Gesicht.

Längere Erfahrungen in diesem Processe haben bei mir die Ansicht Auf S. 614 der sehr interessanten Abhandlung steht bezüglich des befestigt, dass unter gewissen Verhältnissen für die Erzeugung eines Clapp & Griffiths-Processes: »In Deutschland hat Heinrich Macco weichen Qualitätsstahles die kleine Bessemerbirne in der gewöhnin Siegen die Einführung des Verfahrens in die Hand genommen«. lichen Windeinführung, also der Avesta-Process, zu empfehlen ist, Dies beruht auf einem Irrtum, den ich berichtigen muss.

dass aber in Fällen, in denen man ein gutes Schweisseisen billig und Ich habe mich für diesen Process, wie für alle derartigen Neue- in grösseren Quantitäten herzustellen wünscht, die Bessemerbirne mit rungen, von Anfang an interessirt und habe mich über denselben

seitlicher Windeinführung oder der sog. Clapp & Griffiths - Process, wie über seine Resultate zu orientiren gesucht. Dies ist mir aber der ja neuerdings auch in Deutschland ganz gute Resultate ergeben sehr schwer geworden. Der Vertreter der Herren Clapp & Griffiths, hat, anzuraten ist. In Uebereinstimmung mit Hrn. Stercken würde Hr. Geen, hat es mir nicht ermöglichen können, den Process auf ich aber aus vielen Gründen die erstere Construction, mit der zur einer ausgeführten Anlage in der Praxis zu studiren, seine Em- Zeit sehr eingehende Versuche gemacht werden, vorziehen. pfehlung hatte keinen Erfolg: Auch der Pariser Vertreter dieser Uebrigens wird, so weit mir bekannt, in Deutschland bei dem Herren, welcher mich vor einiger Zeit für die Sache zu interessiren Clapp & Griffiths-Process kein Eisen mit über 0,1 pct. P angewandt, suchte, konnte mir in dieser Richtung nichts besseres bieten. That- und wird das Ferromangan auch nicht im Ofen selbst zugesetzt. sache ist, dass alle Werke, welche den Clapp & Griffiths - Process

Ich hoffe demnächst über die verschiedenen Processe ganz geangenommen haben, anfangs mit grossen Schwierigkeiten zu kämpfen naue Zahlen aus der Praxis in die Oeffentlichkeit bringen zu können. hatten, wesentliche Aenderungen der ersten Anlage machen mussten

Mit der Bitte, diese Zeilen in Ihr geschätztes Blatt freundund sich schliesslich selbst gegen die Erfinder absperrten.

lichst aufnehmen zu wollen, bleibe Ihr ergebener Dies sowohl wie die Thatsache, dass bei den Herren Vogel

Siegen, 17. August 1885.

Heinr. Macco.

Vermischtes.
Trambahnen mit Seilbetrieb.

1:6, und, wie meist in San Francisco, an den KreuzungsBei der zunehmenden Verbreitung, welche die mit Seilen

stellen der Querstrassen wagerecht eingeschnitten, so dass die betriebenen Strassenbahnen in den Ver. Staaten von Amerika

Strasse einen treppenförmigen Eindruck macht. Letztere hat

853m Länge und auf diese Länge ein Gesammt-Ansteigen und neuerdings durch die Londoner Highgate-Hill-Linie auch in England gefunden haben, dürften einige geschichtliche und

von 93,57m. statistische Angaben von Interesse sein, welche W. N. Colam

Das erste in Gebrauch genommene Seil hatte 3 Zoll in einem am 4. Mai d. J. vor der Society of Engineer

Umfang entsprechend 24,25 mm Dmr., lief täglich 171/2 Stunden haltenen Vortrage mitgeteilt hat.

mit 161m Geschwindigkeit in 1 Minute und hielt 2 Jahre lang. Der erste grössere Versuch, die einer regelrechten Be

Obgleich die Linie, in der kurzen Zeit von 2 Monaten nutzung des Seiles zum Betriebe einer Strassenbahn entgegen- gebaut, nachher manche Aenderungen und Verbesserungen erstehenden Schwierigkeiten zu überwinden, wurde im August fuhr, bewährte sie sich doch als ein glänzender Erfolg inbezug 1873 durch den Bau der Linie auf den Clay Street Hügel in San auf Construction und Betriebsgewinn und wurde bis auf eine Francisco gemacht. Dieser Hügel ist sehr steil, stellenweise Gesammtseillänge von 3350m ausgedehnt.

ers ge

Band XXIX. No. 35.

29. August 1885.

Vermischtes.

687

wegen der

Die Sutter-Strassen-Trambahn-Gesellschaft hatte die Entwicklung dieses Unternehmens aufmerksam verfolgt, und nach 31/2 Jahren hatte sie ihre sämmtlichen Linien auf Seilbetrieb eingerichtet, welche bisher der Steigungen wegen in ungünstigster Weise mit Pferden befahren worden waren. Dieser Gesellschaft gehören jetzt etwa 5km Doppelgeleise, welche zwei der bedeutendsten Strassen der City von San Francisco kreuzen. Sie hat 4 Seile im Gang, alle von einer Maschinenanlage aus betrieben, davon 3 auf der Hauptlinie und 1 im rechten Winkel für eine Seitenlinie abgezweigt. Die gesammte Seillänge beträgt 11,5km, dessen Geschwindigkeit 238m in 1 Minute. Ein Jahr nach der Umwandlung betrug der Verkebr nahezu 1 Million Personen, und lieferte die Ausführung dieser Linie den Beweis, dass ohne grosse Verkehrsstörung die Umänderung auf Seilbetrieb möglich sei.

Die Gesellschaft der Californiastrasse eröffnete ihren Betrieb im April 1878; da dieselbe sehr steile Strecken hatte, stellenweise bis 1:0,5, so baute sie im Gegensatze zu den beiden vorigen Linien, bei welchen vielfach Holz zur Anwendung gekommen war, ihren Seilkanal ausschliesslich aus Eisen und Mauerwerk. Auch die Seile nahm sie stärker, nämlich von 4" engl. Umfang entsprechend 32/3 mm Dmr. Die ganze Länge der doppelgeleisigen Strecke beträgt 3856m. Das Maschinenhaus liegt in einem Thal und treibt 2 Seile von 2700m bezw. 5200m Länge mit einer Geschwindigkeit von 164m in 1 Minute.

Dann folgte im März 1880 die Linie in Geary-Strasse mit verhältnismässig günstigen Steigungen, deren schlimmste 1:10,3 betrug. Hier liegt die Maschine mittweges der zweigeleisigen Strecke von 4023m Länge. Diese Linie hat einen besonders günstigen Betrieb gehabt, frei von Störungen, trotzdem sie im rechten Winkel von 3 Pferdebahnen gekreuzt wird, von denen eine ausserdem eine erhebliche Strecke lang ihre Schienen benutzt.

Im Jahre 1881 wurde die 3962m lange zweigeleisige Presidio- und Ferry-Linie gebaut; sie hat stellenweise sehr schlimme Steigungen, bis 1:5,1. Am Kreuzungspunkte zweier Strassen enthält diese Linie eine Curve, und da die Strassen von beiden Seiten nach der Curve hin Gefälle haben, so war ursprünglich beabsichtigt, die Wagen mit eigener Beschleunigung bezw. Verzögerung die Curve durchlaufen zu lassen; jedoch hat man eine Verbesserung in der Weise angeordnet, dass die Wagen entweder das Hauptseil oder ein langsamer laufendes Hilfsseil erfassen können.

Die bisher geschilderten Linien wurden sämmtlich in San Francisco gebaut; sie erregten die Aufmerksamkeit der Trambahngesellschaften in anderen Teilen der Ver. Staaten, ja selbst in dem weit entfernten Neu-Seeland, und schon im August 1880 kam als die erste Linie in der Stadt Dunedin dieser englischen Colonie die Roslyn-Linie in Betrieb. Dieselbe ist eingeleisig mit Ausweichungen, von 1,067m Spurweite, hat eine Länge von 1067" und eine Gesammtsteigung von 152m. Von besonderem Interesse auf dieser Linie ist eine S-Curve von 65m Radius. Ihr folgte, gleichfalls in Dunedin, im März 1882 die Mornington-Trambahn, 1600m lang mit 131m Gesammtsteigung, 1:6,25 an der ungünstigsten Stelle.

Nun folgte Chicago, und war das von um so grösserer Wichtigkeit, als es sich hier herausstellen musste, ob der Seilbetrieb auf mildere Klimate beschränkt bleiben oder sich weiter nach Osten ausbreiten würde. In dieser Hinsicht kann man es als einen glücklichen Umstand bezeichnen, dass unmittelbar nach Fertigstellung der Linie, im Jahre 1882, Chicago einen schweren Winter hatte, reich an Schnee und strenger Kälte; auf diese Weise wurde das Seil gründlich erprobt, und es bestand die Probe; der Betrieb ging glatt und leicht von statten, selbst dann, wenn der übrige Wagenverkehr eingestellt werden musste. Auch in dem letzten, besonders strengen Winter hat der Seilbetrieb keinerlei Störung erlitten. Die Trambahngesellschaft in Chicago hat nach und nach alle möglichen und bekannten Motoren versucht und ist schliesslich beim Seile stehen geblieben.

Die Seile dieser Linie werden von einem Maschinenhause aus angetrieben, und zwar in solcher Weise, dass dem Seile drei verschiedene Höchstgeschwindigkeiten erteilt werden, entsprechend den jeweiligen örtlichen Verhältnissen, an der einen Stelle 96m in 1 Min., an der zweiten 218m, an der dritten

245m. Am Ende der Hauptlinie laufen die Wagen, statt auf das andere Geleise geschoben zu werden, um ein Häuserviereck herum. Die Gesellschaft kann jetzt bis 10 000 Fahrgäste in der Stunde befördern, und es sind thatsächlich schon einmal 100 000 Personen an einem Tage in ihren Wagen gefahren.

Die jüngste, aber bedeutendste der Linien in San Francisco ist diejenige der Market-Street, eine Linie, welche man

zu gewissen Tageszeiten herrschenden Ueberfüllung der Strasse lange Zeit für unmöglich hielt. Es hat sich aber herausgestellt, dass von den acht durch diese Strasse gehenden Trambahnen diejenige mit Seilbetrieb die beliebteste ist, u. a. auch wegen der gleichmässigen Fahrgeschwindigkeit. Von 1860 bis 1867 wurde diese Linie mit Dampf befahren, dann bis 1883 mit Pferden, bis das Seil eingerichtet wurde. Die Strecke hat auf ungefähr 16km Doppelgeleisen mit Nebengeleisen 46 grosse Wagen im Gange. 5 Seile von 4" Umfang (324/3mm Durchm.) werden von 2 getrennten Maschinenanlagen aus mit 228,6m Geschwindigkeit betrieben: ihre Gesammtlänge beträgt 27 680m, ihr Gewicht über 100t. Bemerkenswert ist eine Curve von 24,4m Radius, durch welche die Wagen mittels eines Hilfsseiles mit der halben Geschwindigkeit der Hauptlinie gezogen werden.

Ausserdem sind Seiltrambahnen teils ausgeführt, teils in Ausführung begriffen in Philadelphia, New-York, Melbourne, Sidney usw., wenn auch nicht überall, vermutlich wegen unzweckmässiger Anlage, mit gleich gutem Erfolge.

In Europa ist die erste Seilstrassenbahn im Mai vorigen Jahres in London eröffnet worden, diejenige nach Highgate Hill hinauf, einem hochgelegenen Londoner Vergnügungsorte. Die Ausfürung entspricht, abgesehen von einigen besonderen Einzelheiten, den bereits erwähnten Linien; die Spurweite ist 1,067m, die Gesammtlänge 1158m, davon 1006m zweigeleisig. Die Gesammtsteigung beträgt 72,8m, die ungünstigste 1:11. Die Seilgeschwindigkeit beträgt etwa 160m in 1 Minute; das Seil von 3" Umfang hat 2500m Gesammtlänge.

Auf die Bauart dieser Seilbahnen und die Einzelconstructionen derselben gedenken wir demnächst in einem besonderen Aufsatze einzugehen.

Verdampfungsversuche.1) Um der Frage näher zu treten, wie sich die Leistungen der Wellrohrkessel zu denen der Flammrohrkessel mit glatten Röhren verhalten, hat die königl. Bergwerksdirection in Saarbrücken Versuche, anstellen lassen, über welche in der Zeitschr. d. Verb. der Dampfk.-Ueberw.-Vereine 1885 Heft 5 berichtet ist.

Die Bergwerksdirection besitzt neben zahlreichen Zweiflammrohrkesseln mit glatten Röhren seit 1881 auch 9 Kessel mit Wellröhren, darunter 8 Šeitrohrkessel. Zu den Versuchen wurde eine Anlage auf dem Ernsdorfer Schachte der Grube Kronprinz benutzt, bei welcher beide Kesselsysteme unter genau denselben Verhältnissen neben einander betrieben werden können. Die Kesselanlage besteht aus 2 Zweiflammrohrkesseln und 2 Wollblech - Seitrohrkesseln und liefert einer 280 N-Zwillingsfördermaschine und einer unterirdischen 100 N-Wasserhaltungsmaschine den erforderlichen Dampf. Jeder der Zweiflammrohrkessel hat 7m Länge, 2,2 m Manteldurchmesser, 2 Feuerröhren von 0,8m 1. W., 56,39m Heizfläche, 2,249m gesammte, 0,8649m freie Rostfläche, 11,93 cbm Wasserraum, 7,95 cbm Dampfraum, 14,429m Verdampfungsoberfläche.

Jeder Seitrohrkessel hat gleichfalls 7m Länge, 2,2m Manteldmr.; das Wellrohr hat einen mittl. Dmr. von 1,15m; die Heizfläche beträgt 53,69m, die gesammte Rostfläche 1,619m, die freie 0,6149m, der Wasserraum 13,62cbm, der Dampfraum 6,07 chm, die Verdampfungsoberfläche 13,65qm.

Die Kessel sind sämmtlich in 1883 und 1884 von derselben Fabrik (Dingler'sche Maschinenfabrik in Zweibrücken) angefertigt und auf 5,5 Atm. concessionirt.

Das Feuer berührt den Kessel in einem Zuge, welcher erst durch die bezw. das Feuerrohr, dann auf der einen Hälfte des Mantels nach vorn, auf der anderen Seite des Mantels nach hinten und von da durch den Fuchs in den Schornstein geht. Das Kesselmauerwerk beider Kessel ist sorgfältig ausgeführt, die Wandflächen sind gut verfugt und die Kessel

' gegen Wärmeverluste nach oben durch eine Lehmdecke mit darauf liegender Rollschicht aus Backsteinen geschützt.

Vor der Untersuchung wurden beide Kessel von innen und aufsen gründlich gereinigt und waren drei Tage und drei Nächte

1) s. Z. 1884, S. 13.

1

deutscher Ingenieure.

II. Wellrohr

kessel

7,5

Wie aus den Versuchszahlen hervorgeht, hat der Wellrohrkessel dem Zweiflammrohrkessel gegenüber Vorzüge nicht erkennen lassen. Eine Folgerung über vorteilhafteren Betrieb des einen oder anderen Kesselsystemes wird erst möglich sein, wenn auch auf anderen Gruben desselben Bezirkes ähnliche Versuche mit Wellrohrkesseln und Zweiflammrobrkesseln unter gleichen Betriebsverhältnissen, aber bei Verwendung einer besseren Kohlensorte, ausgeführt worden sind.

Auf Veranlassung derselben Behörde sind am 15. November 1884 Verdampfungsversuche an 2 Kesseln nach dem System von Mac Nicol ausgeführt worden ), welche im Jahre 1881 von der Dingler'schen Maschinenfabrik in Zweibrücken gebaut und auf dem Eisenbahnschachte der königl. Steinkohlengrube Kronprinz zum Zwecke der Verwendung ganz unverkäuflicher Koblen aufgestellt sind.

Die Kessel bestehen jeder aus dem Oberkessel von 1,2m Dmr. bei einer Länge von 6,8m und einem Unterkessel von 1m Dmr. und 4,8 m Länge.

Länge. Die die vordere Verbindung des Ober- und Unterkessels bildenden 37 Stück Wasserröhren, welche an beiden Enden in den an den Ober- bezw. Unterkessel angenieteten Kisten liegen, haben 0,1 m Dmr. und 2,5 m Länge. Der Oberkessel ist ausserdem noch am hinteren Ende durch einen 0,6m weiten Verbindungsstutzen mit dem Unterkessel verbunden. Unter dem Wasserröhrenbündel liegt der geneigt angelegte Planrost von 2,70 qm gesammter, 1,26 qm freier Fläche, dessen hinterer Teil als Klapprost construirt ist, von welchem aus die Verbrennungsrückstände in die darunter stehenden Aschenwagen fallen. Das Speisewasser wird am Oberkessel mittels einer Röhre, welche durch die vordere Kopfplatte hindurch bis zur Mitte des Kessels reicht und 0,25 m über dem Boden liegt, eingeführt.

Jeder Kessel ist für 5 Atm. concessionirt, hat 579m Heizfläche, 11,34 ebm Wasserraum, 2,20 cbm Dampfraum, 7,8 2 qm Verdampfungsoberfläche.

Der zur Heizung der Mac-Nicol-Kessel verwendete Brennstoff wird beim Klauben auf der Rätteranlage gewonnen und besteht hauptsächlich aus groben Stücken feuerfesten Thones mit anhaftender Kohle, welche sich nicht abschlagen lässt.

Bei diesem Versuche, bei dem nur die Dampferzeugung pro qm Heizfläche bestimmt werden sollte, wurde der Kohlen- und Wasserverbrauch in derselben Weise ermittelt, wie bei den vorher beschriebenen Verdampfungsversuchen.

Aufzeichnungen: Dauer des Versuches.

8 Kohlenverbrauch

7300 kg

$2400 Rückstände: Asche, Schlacken

46,58 pct. Kohlen verbrauch nach Abzug der Rückstände . 3900 kg Speisewasser verdampft insgesammt

19164 Temperatur des Speisewassers

38 Temperatur der Heizgase am Schieber

385 Temperatur im Kesselhause

7,8 Dampfdruck. .

3,7 Atm, Ergebnisse: Verdampftes Wasser pro Stunde und Kessel

1197,75 kg qm Heizfläche.

21,01 » 1kg Kohle brutto

2,62 » 1 kg

4,91 » Stunde und qm Verdampfungsoberfläche

153,2
Stunde und cbm Wasser-
inhalt
Stunde und cbm Dampf-
inhalt

544,4
Kohlenverbrauch:
pro Stunde und qm Rostfläche

171,3 kg Die Anlagekosten der Mac-Nicol-Kessel, welche sich wesentlich höher als bei den vorhergehenden Kesseln stellen, sind folgende: Preis eines Kessels einschl. Ausrüstung und Aufstellung 7200 M м. Gewicht des Kessels

7300 kg Kosten des Mauerwerkes

2000 M Gesammtanlagekosten

9200 Anlagekosten pro qm Heizfläche

161,40 » Berücksichtigt man, dass der verwandte Brennstoff, welcher früher als wertlos auf die Halde gefahren und dort durch Selbstentzündung sehr lästig wurde, bei Kesseln mit kleiner Rostfläche und kleinem Feuerraume (Innenfeuerungen) nicht verwertet werden kann, so ist das erzielte Verdampfungsresultat mit 21kg Wasser für 1 Stunde und qm Heizfläche als ein sehr gutes« zu bezeichnen.

Die scheinbar hohen Anlagekosten werden durch die Brennstoffersparnisse vollständig gedeckt.

St.

vor Beginn des Versuches in Betrieb, so dass sich dieselben im Beharrangszustande befanden. Für die Versuchstage den 16. und 29. October 1884 richtete man den Betrieb so ein, dass die Fördermaschine allein benutzt wurde.

Die Leistung der Kessel sollte
d. nur auf die Dampferzeugung pro qm Heizfläche und

Stunde und
b. auf die Verdampfungsziffer, d. h. auf die Zahl der Kilo-

gramm Wasser von bestimmter Temperatur, welche 1 kg

Kohlen in Dampf von bestimmter Spannung verwandelt, untersucht werden. Gasanalysen wurden nicht vorgenommen.

Als Brennstoff wurde die auf Grube Kronprinz ausschliesslich zur Kesselfeuerung benutzte geringwertige unverkäufliche Grieskohle aus dem Ostfelde des Schwalbacher Flötzes

verwandt und nach Bedarf zugewogen.

Die zum Speisen der Versuchskessel verwendete Dampfpumpe erhielt ihr Wasser aus einem neben ihr aufgestellten Gefässe, dessen Wasserstand beim Beginn und am Ende einer jeden Untersuchung genau derselbe war. Diesem Gefässe wurde das Wasser aus einem Behälter von 5001 Inhalt zugemessen und das Gewicht des Wassers durch Rechnung bestimmt. Zur Controle der Wassermessung war ausserdem zwischen Kessel und Dampfpumpe ein Schmid'scher Wassermesser in die Druckleitung eingeschaltet, welcher ein mit der Messung vollständig übereinstimmendes Resultat ergab.

Bei jeder Füllung des Gefäfses wurde die Temperatur des Wassers festgestellt, alle 30 Minuten die Dampfspannung notirt und die Temperatur der Heizgase im Fuchse mittels Quecksilberthermometers bestimmt. Während der 71/2-stündigen Versuchsdauer blieb der Wasserstand in den Kesseln, die Höhe der brennenden Kohlenschicht auf dem Rost und die Zeitabschnitte von einem Abschlacken zum anderen genau gleich.

In nachstehender Tabelle sind die Versuchszahlen, die gefundenen
Resultate und die Anlagekosten beider Kesselsysteme zusammen-
gestellt.
Aufzeichnungen:

I.
Zweifamm-

rohrkessel

16. Oct. 1884 29. Oct. 1884 Dauer des Versuches in Stunden .

7,5 Kohlen verbrauch

1616

1500

kg 323

261

>> Rückstände: Asche, Schlacke usw.

19,99 17,4 pCt. Kohlensorte (geringwertige Grieskohle vom

Schwalbacher Flötze nicht Handelsware -)

Grieskohle Koblenverbrauch nach Abzug der Rück. stände

1293

1239 kg Speisewasserverbrauch

8917

8116 Temperatur des Speisewassers.

48

29 0 C. Temperatur der Heizgase am Schieber. 271

298 Temperatur im Kesselhause

18

17 Dampfüberdruck in Atmosphären

4,5

3,6 Nutzleistung der Fördermaschine in Stundenpferdekräften.

108,5

94,2 Ergebnisse: Verdampfte Wassermenge, berechnet auf

0° und Dampf von 1000: 1. pro 1kg Kohle brutto..

5,24

5,29 kg 2. 1 netto

6,56

6,406 » 3. » Stunde

1131,14 1058,3 4 qm Heizfläche und Stunde

20,09

19,74 » 5. Stunde und qm Verdampfungsoberfläche.

78,44

77,53 » 6. Stunde und cbm Wasserinhalt

94,81

77,70 » 7.

Dampfinhalt

142,28 174,34 » Kohlenverbrauch: 1. pro Stunde und qm Rostfläche

96,19 124,2 2. Heizfläche

3,73 » Anlagekosten: Preis des Kessels einschl. Ausrüstung und Aufstellung

5789

6958 M Gewicht des Kessels (ohne Armatur) 14550 11760 kg Kosten des Mauerwerkes

880

880 M Gesammtanlagekosten .

6669

7838 Anlagekosten pro qm Heizfläche.

118,46 146,23 » Bei der Bewartung des Zweiflammrohrkessels hielt der Heizer die Dampfspannung von 4,5 Atm. an dem ersten Versuchstage gleichmässig bei, während bei dem Wellrohrkessel vielfache Schwankungen eintraten. . Letzteres erklärt sich daraus, dass die Verhältnisse zwischen Rost- und Heizfläche bei den beiden Kesseln verschieden sind. Da ohne grössere Nachteile für die Bedienung der Rost des Wellrohrkessels nicht zu vergrössern ist, so hat der Zweiflammrohrkessel den Vorzug der grösseren Rostfläche, die besonders da von Vorteil sein wird, wo man Abfallkohlen, die fast auf jeder Grube in grösseren Mengen vorhanden und für den Verkauf nicht geeignet sind, zur Kesselheizung benutzt.

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ZEITSCHRIFT DES VEREINES DEUTSCHER INGENIEURE .

Band XXIX.

Sonnabend, den 5. September 1885.

No. 36.

Angelegenheiten des Vereines.
Zum Mitglieder-Verzeichnisse.

Keinem Bezirksverein angehörend.
Aenderungen.

Jos. Götzendorfer, Ingenieur d. Bierbrauerei zum Hacker, München.

Heinr. Hoffmann, Ingenieur bei H. Gruson, Magdeburg.
Aachener Bezirksverein.

Moritz Schmidt, Ingenieur, Frellstedt bei Helmstedt.
Heinr. Trilling, Comm. Gewerberat, Aachen.

Berichtigung.
Bayerischer Bezirksverein.
L. Datterer, Ingenieur der deutschen Edison-Gesellschaft, Berlin N.,

Das in Nummer 30 veröffentlichte neue Mitglied heisst Karl
Kesselstr. 16.

v. Brunnberg, nicht v. Bemmberg.
Berliner Bezirksverein.

Gesammtzahl der ordentlichen Mitglieder: 5386.
Herm. Langgaard, Ingenieur, Unternehmer für elektr. Anlagen,
Berlin S.W., Lindenstr. 113.

Niederrheinischer Bezirksverein.
Rob. Neuhaus, Ingenieur, Düsseldorf.

XXVI. Hauptversammlung des Vereines.
Sächsischer Bezirksverein.

Soweit der Vorrat reicht, werden die Festschrift, der
Max Dörnert, Ingenieur der Nienburger Eisengiesserei und Ma-

Führer durch Stettin und Umgegend und das Liederbuch des schinenfabrik, Nienburg a/S.

Pommerschen Bezirksvereines in gebundenen Exemplaren
Westfälischer Bezirksverein.

gegen portofreie Einsendung von 5 M, broschirt zum Preise Heinr. Herberz, Fabrikant, Dortmund.

von 3 M, bei der Verlagsbuchhandlung von F. Hessenland,
Württembergischer Bezirksverein.

Stettin, grosse Domstr. 8, abgegeben.
Rob. Herzog, Hütteninspector, K. Hüttenwerk Ludwigsthal bei
Tuttlingen.

Der Pommersche Bezirksverein deutscher Ingenieure.

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Sitzung des Gesammtvorstandes am 16. August 1885 in Stettin.
Der Vorsitzende Hr. E. Becker-Berlin eröffnet die

Die Versammlung tritt in die Beratung der auf die Tages-
Sitzung um 91/4 Uhr morgens, heisst die Anwesenden will- ordnung der bevorstehenden XXVI. Hauptversammlung ge-
kommen und gedenkt sodann des verstorbenen Vertreters des setzten Angelegenheiten ein.
Pommerschen Bezirksvereines im Vorstandsrate, des Hrn. Ge-

Bezüglich des Geschäftsberichtes für das Jahr 1884 werberat Hertel-Stettin, zu dessen Andenken sich die Ver

verweist Hr. Peters auf den in der Zeitschrift bereits versammelten von ihren Plätzen erheben; er entschuldigt ferner öffentlichten Bericht. die Abwesenheit des durch Geschäfte behinderten zweiten Vorsitzenden Hrn. Brauns-Dortmund.

Zu der Rechnungsablage für das Jahr 1884, welche

gleichfalls gedruckt vorliegt, bemerkt derselbe, dass die ausserDie Aufstellung der Liste der Anwesenden ergiebt, dass

ordentlich gesteigerten Einnahmen aus den Anzeigen es erder engere Vorstand vertreten ist durch

möglicht haben, der Vereinszeitschrift eine Steigerung des Hrn. E. Becker als ersten Vorsitzenden des Vereines,

Umfanges auf 130 Bogen Text zu geben; der Voranschlag
Geh. Rat Dr. Grashof als Director des Vereines,

sei dadurch etwas überschritten; doch habe er geglaubt, da

die Mittel zur Verfügung ständen, wertvolle angebotene Arder Vorstandsrat durch

beiten nicht zurückweisen zu sollen. Bei den Tafeln rechtHrn. Pützer vom Aachener

Bezirksverein fertige sich die Mehrausgabe sowohl durch die Schönheit des
Betzendahl Bergischen

Stiches als auch durch die Fülle des auf denselben darge-
Pütsch
Berliner

stellten Stoffes.
Spamann
Braunschweiger

Die Rechnung ist von den Herren Pütsch und Woytt
Minssen
Breslauer

im Auftrage des engeren Vorstandes geprüft und, wie Hr.
Weis müller
Frankfurter

Pütsch berichtet, in Ordnung befunden worden, so dass sich
Flohr
Hamburger

die Versammlung mit dem Antrag auf Entlastung bei der
Bube
Hannoverschen

Hauptversammlung einverstanden erklärt.
Bock
Hessischen

Zu der Vermögensaufstellung des Vereines am 31. De-
Richard
Karlsruher

cember 1884 bemerkt Hr. Peters, dass der Posten: Gut-
Thelen
Kölner

haben an Jul. Springer im Betrage von M 17391,40 sich Liebig

Lenne-
Lange
Magdeburger
Kassenbestand am 31. December 1884.

M 3264,63
Post
Mannheimer
Ausgaben in 1884 für das Rechnungsjahr 1885

3 351,49
Herzog
Mittelrheinischen
Einnahmen in 1885 »

1884 » 10 775,28 Dietze

Niederrheinischen Menzel Oberschlesischen

Zur Rechnungs vorlage für das Jahr 1886 erklärt
Sack

Hr. Grashof namens des engeren Vorstandes, dass dieselbe
Ostpreussischen
Müller
Pfalz-Saarbrücker

eingehend geprüft sei, und empfiehlt dieselbe zur Geneh-
Holberg
Pommerschen

migung » Schilling Ruhr

Aus den Erläuterungen, welche Hr. Peters zu einzelnen
Frederking Sächsischen

Posten dieser Vorlage giebt, dürfte folgendes zu berichten sein.
Schöne
Sächsisch-Anhaltinischen

Die jetzige Art der Versendung durch Vermittlung des
Beck
Schleswig-Holsteinischen

Postzeitungsamtes mache es erforderlich, dass für jedes Mit> Majert

glied, ganz in gleicher Weise wie bei den politischen Blättern,
Siegener
Hammer
Thüringer

ein Exemplar der Zeitschrift vor Beginn des neuen Jahr-
Dreyer
Westfälischen

ganges bestellt und einschl. Bestellgebühr mit M 15,60 bezahlt Zeman Württembergischen

werden müsse; dass der Verein diese Bestellung und Zahlung

für jedes einzelne Mitglied an dem Wohnorte desselben leisten Ausserdem sind anwesend Hr. Haase als zweiter Ver

dürfe, beruhe auf einer Vergünstigung der Reichspostdirection treter des Hamburger Bezirksvereines und Hr. Peters

und sei nötig, damit der Verein nicht die genaue Uebersicht als Generalsekretär des Vereines.

über seine Mitglieder verliere. Die im November des VorNicht vertreten ist der Bayerische Bezirksverein,

jahres eingezahlten Beträge, bei rund 5000 Mitgliedern schon

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deutscher Ingenieuré.

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78000 M, erhalte der Verein infolge einer zweiten Vergünstigung der Reichspost" nicht erst am Ende des betr. Betriebsjahres, sondern zu je 1/12 des Gesammtbetrages abzüglich der Gebühr für die Post monatlich zurückgezahlt. Um die 78000 M jedoch vorausbezahlen zu können, müsse der Verein nicht nur sein in Wertpapieren angelegtes Vermögen rerpfänden, sondern ausserdem die freiwillige Vorauszahlung von Seiten der Mitglieder anrufen. Auf diese Weise entbehre derselbe während einer geraumen Zeit des Jahres den Zinsgenuss seines Vermögens; da jedoch der Vorstand beantrage, die Vorauszahlung der Beiträge in Zukunft zu einer Pflicht der Mitglieder zu machen, so habe in Voraussicht dieses Beschlusses in den Voranschlag für 1886 ein dem Vereinsvermögen entsprechenden höherer Zinsbetrag als 1884 in Einnahme gestellt werden können.

Der für die Herstellung der Zeitschrift veranschlagten Ausgabe von 80000 M liege eine genaue Selbstkostenberechnung zu Grunde, mit der Annahme einer Auflage von 6300 Exemplaren mit 130 Bogen Text, 42 Tafeln, 5 Textblättern und rund 700 Seiten Anzeigen.

Nach einigen Verhandlungen über die einzelnen Kosten wird der Voranschlag für 1886 mit 143000 M in Einnahme und 139 000 M in Ausgabe einstimmig genehmigt.

Bei der Wahl des engeren Vorstandes macht der Vorsitzende die Mitteilung, dass der engere Vorstand sich mit dieser Frage bereits beschäftigt habe und empfehle, als ersten Vorsitzenden Hrn. Gärtner-Magdeburg zu wählen; für die Stelle des zweiten Vorsitzenden bringe er die Herren Bube-Hannover und Bach-Stuttgart in Vorschlag.

Mit Hrn. Gärtner, welcher gegenwärtig auf einer Reise nach New-York begriffen sei, habe er Fühlung genommen und glaube, versichern zu können, dass derselbe die Wahl annehmen werde.

Die Versammlung ist einstimmig damit einverstanden, die Wahl des Hrn. Gärtner zum ersten Vorsitzenden zu unterstützen.

Nachdem Hr. Bube erklärt hat, dass er durch seine geschäftliche Thätigkeit behindert sei, eine etwa auf ihn fallende Wahl zum zweiten Vorsitzenden anzunehmen, und dass es besser sei, dem ersten Vorsitzenden aus Norddeutschland einen zweiten aus Süddeutschland beizugesellen, wird einstimmig Hr. Prof. Bach als zweiter Vorsitzender vorgeschlagen.

Als Ort der nächsten Hauptversammlung wird infolge der durch Hrn. Herzog überbrachten Einladung des Mittelrheinischen Bezirksvereines einstimmig Coblenz ausersehen.

Zu dem Antrage des Vorstandes, betreffend die Erhebung der Beiträge im November des Vorjahres, bezieht sich Hr. Peters auf die zuvor gegebene Erläuterung, welche die beantragte Massregel so lange notwendig erscheinen lasse, als die Versendung durch Postzeitungsdebit beibehalten werde, da es der Vorstand nicht für zulässig erachte, zur Durchführung dieser Massregel auf den guten Willen der Mitglieder angewiesen zu sein.

Wie Hr. Grashof berichtet, haben sich fast sämmtliche Bezirksvereine mit der vorgeschlagenen Massregel einverstanden erklärt, jedoch den Wunsch geäussert, dass dieselbe nicht etwa eine Statutenänderung in sich schliessen, sondern als eine vorübergehende Ausführungsbestimmung dem Statute zugefügt werden und von selbst wieder fortfallen solle, wenn der Verein zu einer anderen Versendungsart übergehe.

In gleichem Sinne sprechen sich die Vertreter der Bezirksvereine aus und machen insbesondere geltend, dass diese Bestimmung keine Verkümmerung der nach dem Statute den Mitgliedern zustehenden Rechte herbeiführen dürfe. Gegenüber den Zweifeln und Bedenken darüber, ob nach Einführung der beantragten Bestimmung einem Mitgliede, welches die Vorauszahlung, gestützt auf § 30 des Statutes, verweigere, die Lieferung der Zeitschrift oder gar die Mitgliedschaft entzogen werden könne, eine Möglichkeit, welche von mehreren Seiten lebhaft verneint wird, führt Hr. Peters aus, dass es sich im wesentlichen nur darum handele, dem Generalsecretär das Recht einzuräumen, im November einen Postauftrag ergehen zu lassen. Für diejenigen Mitglieder, welche diesen

Postauftrag nicht einlösten, würde alsdann die Bestellung der Zeitschrift bei der Post nicht sofort auszuführen sein. Man würde diese Mitglieder in der Zeit zwischen der Zurückweisung des Postauftrages, also Ende November, und dem Beginne des neuen Jahrganges, also 1. Januar, befragen, ob diese Zurückweisung darauf beruhe, dass sie sich auf den § 30 beriefen, wonach sie erst am 1. April zur Zahlung verpflichtet seien, oder ob sie austreten wollten. Dadurch werde die Klärung stattfinden, dass diejenigen, die austreten wollen, dieses rechtzeitig vor dem 31. Dezember anzeigen, während jetzt eine ganze Anzahl von Mitgliedern immer erst in der ersten Hälfte des Januar den Austritt anzeigen. Für diejenigen aber, die erklären: »ich berufe mich auf den § 30 der Statuten, wonach ich erst am 1. April zu zahlen brauche«, solle man ruhig die Zeitschrift bestellen und es darauf ankommen lassen, ob dann wirklich einer derselben trotz dieser Erklärung seinen Beitrag nicht bezahlen würde. Auch bei der jetzigen Einrichtung sei es nicht zu vermeiden, dass Mitgliedern, welche in Beitragsrückstand geraten, die Zeitschrift wenigstens einen Teil des Jahres hindurch umsonst geliefert werde.

Die Versammlung erklärt sich hierauf mit dem Antrage des engeren Vorstandes in folgender Wortfassung einverstanden:

»Der Generalsecretär wird bis auf weiteres ermächtigt, abweichend von § 30 des Statutes die Beiträge für das kommende Jahr bereits vom 20. November des betreffenden Vorjahres ab durch Postauftrag von denjenigen zu erheben, welche sie bis dahin noch

nicht gezahlt haben.« Ueber die Frage der Stimmenvertretung auf den Hauptversammlungen (§ 34 des Statutes) berichtet der Vorsitzende, die Angelegenheit sei gemäss dem Beschlusse der XXV. Hauptversammlung von den Bezirksvereinen beraten worden, und zwar habe die Mehrzahl derselben sich für Beibehaltung der bisherigen Bestimmungen ausgesprochen, weil wesentliche Missstände sich nicht herausgestellt hätten. Ein Antrag liege nicht vor.

Hr. Zeman hebt hervor, dass sein von der vorigen Hauptversammlung angenommener Antrag, den § 34 den Bezirksvereinen zur Beratung vorzulegen, vielfach irrtümlich 80 aufgefasst worden sei, als habe er einen Antrag auf Aenderung des § 34 gestellt.

Er weist darauf hin, welche Anbänglichkeit an den § 34 bestehe, trotzdem die meisten Mitglieder von der Befugnis desselben gar keinen Gebrauch machen, und spricht die Erwartung aus, dass in Zukunft die Vollmachtstimmen nicht in der bisher üblichen Weise unmittelbar vor der Abstimmung über einen Gegenstand beim Vorstand angemeldet werden, sondern gleich bei Beginn der Sitzung, damit die Möglichkeit vorliege, unter Umständen auch noch andere Vollmachtstimmen beizubringen.

Hr. Richard spricht namens des Karlsruher Bezirksvereines den Wunsch aus, dass durch die Vereinszeitschrift vor jeder Hauptversammlung an die Beschaffung von Vollmachten erinnert werden möchte.

Hr. Pützer macht geltend, dass § 34 einer derjenigen sei,

schon bei der Begründung des Vereines geschaffen wurden. Er habe sich im grossen und ganzen bewährt, und deshalb sei zu wünschen, dass an ihm wie an den anderen Paragraphen, die das eigentliche Wesen unseres Statuts ausmachen und welche die Rechte der Mitglieder feststellen, nicht gerüttelt werde.

Hr. Majert und Hr. Zeman unterstützen den Vorschlag des Hrn. Richard, weil der Paragraph nur dann zu Bedenken Anlass gebe, wenn seine Anwendung einschlafe, wäbrend Hr. Thelen verlangt, dass die Mitglieder von selbst so viel Interesse zeigen sollen, um sich ihrer Rechte und Pflichten bewusst zu sein; er erklärt sich auch dagegen, dass die Vollmachten bei Beginn der Sitzung vorgelegt werden sollen, um niemand, auch wenn er später komme, seines Rechtes zu berauben; er beantragt, es zu lassen, wie bisher.

Hr. Peters verweist auf Grund seiner Erfahrung als langjähriges Mitglied auf den bisher fast auf allen Hauptversammlungen des Vereines geübten und bewährten Brauch.

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