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Band XXIX. No. 32.

8. August 1885.

Litteratur.

627

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oben bezeichneten Weise auf die Verbindungsstange der Webervögel und dadurch auf diese selbst überträgt.

Kl. 78. No. 31810. Federnde Ringe für Ringspinnmaschinen. Dr. H. Grothe’sche Erben, Berlin. Behufs Regelung der wechselnden Fadenspannung bei der Ringspinnerei ist die Laufbahn des Ringes, auf der sich der Läufer bewegt, so eingerichtet, dass dieselbe einem durch den Läufer auf sie übertragenen Zuge des sich auf die Spindel oder die Spule aufwindenden Fadens federnd nachgeben kann.

Kl. 47. No. 31791 (Zusatz zu 27626, Z. 1884 S. 693). Spannfeder an Zwischenschalträdern für Zählwerke, Uhren u. dergl. A. Kaiser, Freiburg (Schweiz). Um der Spiralfeder, welche das stetig bewegte Rad a mit dem sprungweise bewegten b verbindet, die zum Treiben aller folgenden Räder

nötige Anfangsspannung geben zu können und doch das Zuweitspringen zu verhindern, ist an a ein Stift e und an b ein Schlitz oder Ausschnitt d (oder umgekehrt) angeordnet. wegt sich in d, bis der Zabn al an a die Klinke k auslöst, worauf b um eine Teilung nachspringt und von e aufgefangen wird, bis al unter k fort ist und k in die Lücke c fällt.

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Fig. 2.

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e be

so durch die von den Schlagwellen abgeleitete Hin- und Herbewegung der Stangel seinen Antrieb empfängt, den er in der

Litteratur. Das Leuchtgas als Wärmquelle im Haushalte Fon Abführung der Verbrennungsproducte construirte, wurden D. Coglievina, Ingenieur, im Selbstverlage des Verfassers. Uebelstände hervorgerufen, welche die Ursache der Vorurteile Wien.

gegen die Anwendung des Leuchtgases zum Kochen und Bei dem sich immer mehr steigernden Bestreben, dem Heizen geworden sind. Der Verfasser weist nach, dass EinLeuchtgase durch vermehrte Anwendung für Kochheizzwecke richtungen, welche diesen Uebelstand nicht besitzen, jetzt vielneue und grössere Absatzgebiete zu eröffnen, ist das Er- fach in erfolgreichem Gebrauche sind. scheinen des vorliegenden Werkes mit Freuden zu begrüssen,

Im Abschnitt 2 erörtert der Verfasser die Bedingungen und zwar um 80 mehr, als es weniger für den Fachmann für die Erzeugung heizender Flammen im Gegensatz zu leuchgeschrieben, sondern bestimmt ist, die Laien, und insbesondere

tenden und beschreibt an der Hand zahlreicher Abbildungen, die Hausfrauen, mit der Benutzung des Leuchtgases für die ausgehend von den ältesten Constructionen, die verschiedenen genannten Zwecke vertraut zu machen. Im Hinblick auf

zahlreichen Heizbrenner, deren Vorzüge und Mängel hervordiesen Zweck hat der Verfasser alle dem Laien unverständ- hebend. lichen theoretischen Erörterungen, Formeln und Zahlenwerte

Um die für Heizflammen erforderliche Mischung von fortgelassen und das Thema in leicht fasslicher und höchst atmosphärischer Luft und Gas genau regeln zu können, hat anregender Weise, unterstützt durch grosse Anzahl sauber

Schweickhart in Wien eine geeignete Vorrichtung an dem ausgeführter Holzschnitte, erschöpfend behandelt.

Gaszuführungsrohre der Brenner angebracht. Wobbe's Im Abschnitt 1, Kapitel 1, sind die Unbequemlich

Brenner, dessen einzelne Teile auf Grund sorgfältiger Verkeiten geschildert, welche mit der täglichen Herbeischaffung

suche bemessen sind, und bei dem die Luft- und Gasmischung der festen Brennstoffe zum Herd und zu den Oefen sowie

dem specifischen Gewichte und dem Drucke des Gases entmit dem täglichen wiederholten Anheizen der Feuerstellen

sprechend regelbar ist, bezeichnet der Verfasser mit Recht verbunden sind, während das Leuchtgas ohne irgendwelche

als die vollkommenste und am tiefsten durchdachte aller biszeitraubende und unbequeme Vorbereitungen jederzeit zur

herigen Constructionen. Verfügung steht. Aber nicht allein die. Bequemlichkeit, son

Am Schlusse dieses Abschnittes wird betont, dass über dern auch die Kosten geben nach den Ausführungen des Ver- die Güte eines Heizbrenners einzig und allein nur die durch fassers den Ausschlag zu gunsten des Leuchtgases, wie er gewissenhafte Versuche festgestellte Leistungsfähigkeit Anhaltsim 2. Kapitel auf grund der in seinem aus 7 Personen be- punkte giebt, und niemals die meist ganz willkürlich von stehenden Haushalte angestellten längeren Beobachtungen, die

Händlern und Fabrikanten in Geschäftsanpreisungen aufgein einer Tabelle zusammengestellt sind, nachweist. Als stellten sogenannten > Ersparungsprocente.< Durchschnittswert ergiebt sich für 1 Tag zum Kochen der

Der 3. Abschnitt, Kapitel 7 bis 9, beschäftigt sich verschiedenen Mahlzeiten ein Aufwand an Holz und Kohlen mit der Einrichtung von Koch- und Brateinrichtungen mit im Werte von 50,2 österr. Kreuzer, bei Benutzung des Leucht- Leuchtgasheizung unter Verwendung der im vorhergehenden gases dagegen von nur 23,8 österr. Kreuzer.

Abschnitte besprochenen Brenner, während der 4. Abschnitt Weiter wird dann nachgewiesen, dass unter fast gleichen die Gasheizapparate und Badeöfen behandelt. Die den Verhältnissen die vollkommene Verbrennung des Leuchtgases ersteren gemachten Vorwürfe, dass sie die Luft verderben, ungleich leichter und sicherer bewirkt werden kann als bei führt der Verfasser darauf zurück, dass bei mangelhafter “einem beliebigen festen Brennstoffe, von dem ein nur ver- Reinlichkeit Staub an den Wandungen verkohle.

Von den hältnismässig geringer Teil thatsächlich in Wärme umgewandelt neueren Oefen mit Ableitung der Verbrennungsproducte hebt wird. Jeder Brennstoff, ob fest oder gasförmig, entwickelt er mit Recht den Ventilationsgasofen von Robert Kutscher bei seiner Verbrennung Producte, die eingeatmet der Gesund- in Leipzig hervor, der zur Heizung geschlossener Räume heit nicht zuträglich sind, daher abgeleitet werden müssen. unseres Erachtens der beste bis jetzt bekannt gewordene Bei Benutzung fester Brennstoffe ist diese Ableitung in noch Gasofen ist. Nach Erwähnung eines Zimmerofens mit Wobbehöherem Masse geboten, da deren Verbrennungsproducte auch schen Brennern werden die Badeöfen besprochen, von denen durch Geruch und Rauch belästigen würden. Dadurch, dass nur diejenigen von Wobbe und von Bond vorgeführt man früher Gasöfen, weil sie keinen Rauch entwickeln, ohne werden, während wir den einer hohen Beachtung werten

1

Wasserstrom - Heizapparat von J. G. Houben Sohn Carl in Aachen vermissen. Dieser nicht nur zum Bereiten von Bädern, sondern auch zur Beschaffung von heissem Wasser mittels Gasheizung dienende Apparat beruht auf der directen Berührung eines verteilten Wasserstromes mit den Heizgasen, bezw. mit der erwärmten Luft.

Im 5. Abschnitte, Kapitel 13 bis 14, giebt der Verfasser dem Laien nützliche Winke zur Verhütung von Unglücksfällen durch Gas und führt aus, dass dieselben in zweierlei Form auftreten können, nämlich als Gasexplosion oder als Gasvergiftung, deren Ursache in beiden Fällen die Ausströmung von unverbranntem Leuchtgase ist. Es werden Verhaltungsmassregeln mitgeteilt und angegeben, wie man selbst die Privatleitungen hinsichtlich der Dichtigkeit prüfen kann.

Am Schlusse seines Buches gedenkt der Verfasser des Wassergases und spricht seine Ansicht dahin aus, dass es den ursprünglich daran geknüpften Erwartungen nicht entspreche, indem 1 com desselben nur etwa 2300 Wärmeeinheiten gegenüber etwa 5000 Wärmeeinheiten des Leuchtgases ent

wickele, glaubt dagegen, dass die Bestrebungen anderer, welche das Wassergas durch eine bereits am Orte seiner Erzeugung vorzunehmende Mischung mit schweren Kohlenwasserstoffen auch zu Beleuchtungszwecken nutzbar machen wollen, mit der Zeit von Erfolg gekrönt sein werden.

Das Haupthindernis, welches sich der Einführung der gasförmigen Brennstoffe entgegenstellt, sieht der Verfasser sehr richtig in der Macht der Gewohnheit, dem Hange am Althergebrachten, sowie in dem Widerstande der Hausbesitzer dagegen, die Wohnungen gleich beim Bau mit Gasröhren zu versehen, wie es in anderen Ländern vielfach geschieht. Den Zweck, nachzuweisen, dass das Leuchtgas geeignet sei, die festen Brennstoffe erfolgreich für Koch- und Heizzwecke zu verdrängen, hat der Verfasser nach unserer Ueberzeugung mit seinem Werke vollkommen erreicht, und können wir daran nur den Wunsch knüpfen, dass es zum Nutzen sowohl der Gasindustrie als auch des Publikums einen recht ausgedehnten Leserkreis finden möge.

G. Schaar.

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6,8m

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0,88 kg

Vermischtes.
Schiff ban.

Jeder Propeller wird von einer Compound-Maschine ohne ConIm Laufe des Winters 1884/85 wurden auf der Stettiner Ma

densation getrieben: schinenbau - Anstalt und Schiffsbauwerft-Actien-Gesellschaft vorm.

Dmr. des Hochdruck-Cylinders

180mm Möller & Holberg in Grabow a/0. bei Stettin folgende Schiffe

Dmr. des Niederdruck

360mm erbaut:

Hub

200mm 1. Für die Oderdampfschifffahrts-Gesellschaft vereinigter Schiffer

Jede Maschine indicirt 45 Ni, zusammen 90 Ni, welche dem in Frankfurt a/O. drei gleiche Radschleppdampfer. Die Schiffskörper, Fahrzeug eine Geschwindigkeit von 17km in 1 Stunde erteilen. Der aus Krupp'schem Stahle hergestellt, haben folgende Masse :

Kessel ist nach Art der Locomotivkessel erbaut und hat 379m HeizLänge in der Wasserlinie

42,37m

fläche; der Arbeitsdruck beträgt 8 Atm. Als Brennstoff wird ausBreite »

5,022m

schliesslich Koks verwendet. Breite über Radkasten

9,651m

4. Für Rechnung des Hrn. Aug. Spruth in Greifswald wurde Tiefgang mit voller Ausrüstung und

ein Eisbrecher und Bergungsdampfer geliefert.
100 Kohlen

0,68m.
Länge in der Wasserlinie

33m Die nach dem Compound - System erbauten Maschinen mit Ein

Grösste Breite spritzcondensation haben folgende Abmessungen:

Tiefe zwischen Oberkante Kiel und Unter-
Dmr. des Hochdruck-Cylinders

520mm
kante Schandeckel

3,3m Dmr. des Niederdruck

900mm
Tiefgang.

2,4m. Hub beider Kolben

850mm. Zwei neben einander liegende cylindrische Röhrenkessel mit

Das Schiff ist aus Krupp'schem Stahle nach Kl. I der » Verizurückkehrender Flamme von je 509m Heizfläche und 8 Atm. Arbeits

tas« und des »Germanischen Lloyd« erbaut. Die Spanten stehen druck liefern den nötigen Dampf. Bei 44 Umdr. in 1 Min. leistet

auf 0,25 m Entfernung, und die Reversspanten reichen bis zum Schan

deckel. Im Vorderschiffe befinden sich 4 und im Hinterschiffe 6 ge(Durchschnitt einer Reihe von Beobachtungen) die Maschine 267 Ni; der Kohlenverbrauch stellt sich hierbei auf 236kg in 1 Stunde

trennte Wasserballasträume, von welchen jeder einzelne für sich gefür 1 Ni. Die benannten Schiffe No. I, II und III dienen als Schlepp

lenzt und gefüllt werden kann, um dem Schiffe jede gewünschte dampfer zwischen Stettin und Breslau; jedes derselben ist imstande,

Lage geben zu können. 15000 Ctr. in Kähnen verladene Güter stromauf zu schleppen.

Ein sehr vollkommenes und starkes Pumpensystem gestattet,

bedeutende Wassermassen in kurzer Zeit aus havarirten Schiffen zu 2. Zu derselben Zeit wurde auf obiger Werft der Rad

heben. dampfer » Maybach« für Rechnung der Frankfurter GütereisenbahnGesellschaft in Frankfurt a/O. erbaut und gelangte ebenfalls im

Ein Kessel von 1059m Heizfläche und 6,5 Atm. Arbeitsdruck Laufe des März zur Ablieferung.

liefert den Dampf für die Betriebsmaschine, sämmtliche Pumpen, Der Schiffskörper hat folgende Masse:

Dampfwinden und sonstige Hilfsmaschinen; die Betriebsmaschine, Länge in der Wasserlinie

nach dem Compound-System erbaut, indicirt 260 Ni.
42,37m

Das Schiff ist mit elektrischem Licht auf das vollkommenste
Breite »
Breite über Radkasten

ausgestattet, so dass die Möglichkeit vorhanden ist, Bergungsarbeiten

auch während der Nacht vorzunehmen.
Tiefgang mit voller Ausrüstung und
121/2t Kohlen

0,8117

5. Dampfkahn » Eberswalde«: Die nach dem Compound-System mit Condensation erbaute

Länge

40,17m

Breite Maschine hat folgende Abmesssungen:

4,55 m Dmr. des Hochdruck-Cylinders

Tiefe am Stringer gemessen 560mm

2,54m.

Der Boden bezw. die Bodenbalken sind aus Fichten- bezw. Dmr. des Niederdruck

1055mm Hub beider Cylinder

1250mm.

Eichenholz hergestellt, die Spanten, Aussenhaut und Decksbalken aus Die beiden neben einander liegenden cylindrischen Röhrenkessel

Eisen; das Deck aus Pitch-pine. haben je 659m Heizfläche und 71/2 Atm. Arbeitsdruck. Bei 41 Umdr.

Die Compound-Maschine mit Einspritzcondensation leistet 83 Ni.
Dmr. des Hochdruck-Cylinders

225mm und 0,45 Füllung des Hochdruckcylinders leistet die Maschine 410 Ni;

Dmr. des Niederdruckder Kohlenverbrauch beläuft sich hierbei auf 370kg = 0,9kg für 1 N;

430mm

Hub und Stunde. Die Schleppleistung ist sehr bedeutend; der Dampfer

250mm kann bequem 24000 Ctr. in 8 Kähnen verladene Güter stromauf

Der Kessel, für 8 Atm. Betriebsspannung erbaut, hat 36,39m

Heizfläche. 3. Im Mai d. J. gelangte der für Potsdamer Rechnung erbaute

Die Bestimmung des Schiffes ist der Güter-Transport zwischen

Stettin und Berlin.
Zwillingsschraubendampfer » Kaiser Wilhelm« zur Ablieferung;
derselbe dient zur Personenbeförderung auf der Havel und Spree.
Die Abmessungen des Schiffes sind folgende:

Berichtigung.
Länge in der Wasserlinie

26m

In Heft 30, S. 579, Spalte rechts, Zeile 24 v. 0. lies SchiffsBreite über Schandeck

5,017

Classificationsgesellschaften statt englische Classificationsgesellschaften. Höhe von Oberkante Kiel bis Unterkante

Zeile 29 y. u. lies Kreuzer corvette statt Panzercorvette. Deckstringer

1,7m Tiefgang mit 250 Fahrgästen und 650kg

0,628 m

Diese No. enthält Taf. XXIV: Postdampfer »Rugia«; weitere Koks

Tafeln und Beschreibung folgen in den nächsten Nummern.

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5,029m
9,651m

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m

m

vorn

hinten 1,100m

Selbstverlag des Vereines.

Commissionsverlag und Expedition: Julius Springer in Berlin N.

A, W. 8chade's Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin 8.

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Angelegenheiten des Vereines.
Zum Mitglieder-Verzeichnisse.

Frankfurter Bezirksverein.
Aenderungen.

Emil Koch, Ingenieur bei Faas & Dyckerhoff, Frankfurt a/M.

Pommerscher Bezirksverein.
Bayerischer Bezirksverein.

Dr. Vollgold, Maschinenfabrik- und Eisengiessereibesitzer, Tegelow.
W.Dressel, Ingenieur, Darmstadt, Dieburgerstr. 66.

Th. Wohlfarth, gepr. Baumeister, Stettin, Grosse Wollweberstr. 25.
Berliner Bezirksverein.

Siegener Bezirksverein.
W. Hartmann, Reg.-Maschinenmeister und Assistent a. d. königl.

H. Lusensky, Ingenieur der West-Prussian mining Co., ltd., Nie-. techn. Hochschule, Charlottenburg, Berliner Str. 12.

derfischbach bei Kirchen a/Sieg.
Niederrheinischer Bezirksverein.

Keinem Bezirksverein angehörend.
A. Reinecken, Civilingenieur, Düsseldorf.
Keinem Bezirksverein angehörend.

Bernoully, Besitz. d. Cementf.Wildau a.Werbellinerseeb. Eberswalde.

J. Hallbauer, Director der A.-Ges. Lauchhammer, Lauchhammer.
J. F. Hauser, Ingenieur, Wien-Währing, Sternwartestr. 47.
L. Mannstaedt, Gerant der Commanditgesellschaft Façoneisen-

Gesammtzahl der ordentlichen Mitglieder: 5378.
Walzwerk L. Mannstaedt & Co., Kalk.
Nouo Mitglieder.

Zur XXVI. Hauptversammlung.
Berliner Bezirksverein.

Programm und Tagesordnung sowie Nachrichten wegen
C. Scharowsky, Civilingenieur, i/F. Dr. Proell & Scharowsky, Fahrpreisermässigungen der Eisenbahpen usw. siehe Beilage
Berlin W., Hildebrand'sche Privatstrasse 2.

zu No. 32.

Zulässige Belastung von Blei gegenüber Druckbeanspruchung.

Um die Drucklinie eines Gewölbes sicher innerhalb eines gewissen Gebietes cd der Fugenfläche ab liegend zu erhalten, kann bekanntlich in der Weise verfahren werden, dass man die Lagerfuge auf die Erstreckung cd mit Blei ausfüllt und die Fugenstücke ac und bd bis nach erfolgtem Ausschalen leer lässt. Wie gross cd mindestens sein muss, hängt

ab von der zulässigen Druckbelastung des Bleies einerseits und des Steinmaterials andrerseits.

Wählt man genügend festen Stein, so wird jedenfalls die Widerstandsfähigkeit des Bleies gegen Druckbeanspruchung massgebend sein

Die Absicht, die vorstehend skizzirte Anordnung bei einem grösseren Brückengewölbe zu treffen, veranlasste die Untersuchung der bezeichneten Widerstandsfähigkeit des Bleies. Das wesentliche Ergebnis dieser Versuche, für welche bestimmte Belastungen vorgeschrieben waren, findet sich im folgenden angeführt:

2. Versuch. P= 2310kg, k: 36ks, t = 4 Stunden. Der

Wagbalken der Maschine behält seine horizontale
Stellung bei.

4620
3. Versuch. P= 4620kg, k

72kg, t= 40 Stunden.

64,2
Das Material weicht, allerdings sehr langsam,

fortgesetzt aus; 2 = 0,7mm
Würfel No. 3. Versuchsdauer: 10 Minuten.

3200
1. Versuch. P= 3200ks, k =

50kg. Zusammendrük

64
kung 2 = 0,1min, die gleich zu Anfang erfolgt, da
der Wagbalken seine horizontale Lage bei-
behält.

4800
2. Versuch. P= 4800ks, k

= 75kg,

Weitere Zu

64
sammendrückung 22 0,3mm, Material weicht
fortgesetzt aus.

6400
3. Versuch. P=6400kg, k

100kg, λ3 0,9mm. Ma

64
terial weicht fortgesetzt aus, und zwar nach Ein-
spielen der Wage in Richtung des Druckes mit
einer mittleren Geschwindigkeit von v= 0,014mm
in 1 Minute (berechnet aus der Geschwindigkeit,
mit welcher der Aufhängepunkt der Wagschale
sinkt).

9600
4. Versuch. P- 9600kg, k

he

4,3mm,
64
0,043mm.
5. Versuch. P: 12 800kg, 25 - 5,9mm.
6. Versuch. P= 16 000kg, 26 7,7mm, v= 0,107mm
7. Versuch. P= 19 200kg, 27 8,4mm, 0,160mm Durch-

schnittliche Grösse des Querschnittes der beiden
Flächen, mit denen sich der deformirte Bleikörper
an die zwei Druckplatten anlegt, zu Ende des
Versuchs f=839cm (gegen 649cm ursprünglich).

In der Mitte baucht sich der Körper stark aus.
8. Versuch. P= 25 600kg, 28 11,3mm, f= 107cm.
9. Versuch. P= 32 000kg, 29

6,9mm, f= 1289cm.
10.Versuch. P=57 600kg, 210 10,3mm, f = 196qcm.
Hiernach hat betragen die Belastungen für 19cm, bezogen auf

den ursprüngl. Querschnitt den End-
von 649cm

querschnitt
bei Versuch 7

300kg

231kg
8
400

240
9
500

250
10
900

294

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150kg,

A. Gewöhnliches Gussblei in Form von Würfeln.
No. Seitenlänge Höhe Querschnitt
1 7,99cm 8,00cm 7,96cm 63,99cm
2 8,01 8,00 7,96

Spec. Gewicht
64,2

durchschnittlich 3 8,00 8,00

64,0

11,33. 4

8,01 8,02 7,99 64,25

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7,98

Würfel No. 1. 1. Versuch. Der Würfel wurde mit P=2300ks, entsprechend

2300
k

36kg/qcm, t= 14/2 Stunden belastet.
63,9
Zusammendrückung einschliesslich der Compres-
sion der an den Druckplatten anliegenden Würfel-

flächen a= 0,03mm.
2. Versuch. P= 2300kg, k 36kg, t= 9 Stdn.

9 Stdn. Der Werder'sche Wagbalken der Maschine behält wāhrend der ganzen Belastungsdauer seine horizontale Stellung.

6390 3. Versuch. P=6390ks, k

100kg. Das Material

63,9
weicht fortgesetzt aus (»fliesst« nach den Seiten
ab). Nach 23 Stunden beträgt die Zusammen-
drückung 2 = 4,9mm.

Würfel No. 2.

2310 1. Versuch. P= 2310kg, k

36kg, t= 14 Stunden

64,2 2= 0,03mm

>>

Würfel No. 4.

Derselbe wurde nur einem Versuche unterworfen, dessen Zweck darin bestand, festzustellen, ob das Material, mit 50kg/qcm dauernd belastet, nicht ausweicht, da Versuch 1 mit Würfel

92

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des

Ingenieure

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No. 3 das Nichtausweichen nur für die Versuchsdauer von 10 Minuten nachweist. Belastungsdauert

Belastungsdauer t= 26 Stunden. Der Wagbalken der Maschine behält seine horizontale Stellung bei. Das Material weicht also nicht aus.

Gesammtergebnis. Das geprüfte Gussblei verträgt in der Würfelform von rund gem Seitenlänge Belastungen bis 50kg/qcm und weicht, mit 72kg/qcm belastet, fortgesetzt, wenn auch sehr langsam, aus, d. h., »fliesst« nach den Seiten ab. Ueber die Geschwindigkeit, mit welcher die Länge des gedrückten Bleikörpers bei wachsender Belastung abnimmt, vergl. Würfel No. 3.

In der Litteratur finden sich hinsichtlich des Bleies An-
gaben, die ganz bedeutend von den vorstehenden abweichen.
So giebt
Reuleaux (Constructeur, 4. Auflage, S. 3):
Zug

130kg
Bruchmodul
Druck.

500
Zug

100
Tragmodul

Druck.
Elasticitätsmodul

50000

B. Gussblei in Form von Scheiben.

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Unwin (Elements of Machine Design, ins deutsche über

setzt von Fritz, Professor in Zürich, 1885, S. 28): Bruchbelastung auf Zug :

135kg » Druck

510 Belastung bis zur Elasticitätsgrenze,

, Zug.

110
Belastung bis zur Elasticitätsgrenze,

Druck.
Elasticitätsmodul

180000

Die oben mitgeteilten Versuche gestatten keinesfalls die Druckfestigkeit des Bleies, insoweit überhaupt von einer solchen gesprochen werden darf, auf 500 und 510kg festzusetzen. Für die geprüften Würfel aus Gussblei sind diese Zahlen um mehrere hundert Procent zu gross. Dieser Umstand bildet den Grund, welcher mich veranlasst hat, die nichts weniger als erschöpfenden Versuche hier im wesentlichen bekannt zu geben.

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Das mikroskopische Gefüge von Eisen und Stahlt).

Die mikroskopische Untersuchung von Bruchflächen ist unbefriedigend, nicht nur der optischen Schwierigkeiten wegen, sondern weil ein Bruch die Wirkung der Schwächung auf die einzelnen Kristalle zeigt, nicht aber ihr eigentliches Gefüge. Dr. Sorby's Resultate sind alle auf die Untersuchung von ebenen Flächen begründet. Diese werden am besten mit halb nassen oder trockenen Steinen geschliffen, so dass das eigentliche Gefüge der äusseren Oberfläche nicht verändert wird; ein glänzender Strich oder eine die Politur unterbrechende Schramme wirkt störend auf die Untersuchung. Nachdem die Flächen auf das feinste geschliffen sind, so dass sie keine Schrammen zeigen, werden sie meistens vermittels sehr verdünnter Salpetersäure geätzt und wiederholt unter Wasser untersucht, bis sich ergiebt, dass die Säure das Gefüge in genauester Weise freigelegt hat. In einigen Fällen ist es besser, die Flächen trocken zu schleifen und keine Säure zu verwenden; durch einen Dachträglichen Lacküberzug können dieselben dauernd erhalten werden.

Die so zugerichteten Flächen werden unter zwei verschiedenen Beleuchtungsweisen untersucht, zunächst vermittels des parabolischen Reflectors, welcher geneigt auffallendes Licht giebt, und ferner vermittels eines kleinen Silberreflectors, welcher eine Hälfte des Objectivs bedeckt und das Licht senkrecht auf die Fläche wirft, von welcher es durch die andere Hälfte der Linse zurück reflectirt wird. Unter der seitlichen Beleuchtung erscheint eine polirte Fläche schwarz, während dieselbe unter dem senkrecht auffallenden Lichte den wahren Metallglanz zeigt; ein wirklich schwarzer Körper erscheint in beiden Fällen schwarz. Eine etwa sechzigfache lineare Vergrösserung ist am geeeignetsten, doch vertragen die Querschnitte eine grössere ohne Hindernis.

In folgendem ist eine Zusammenstellung der wesentlichsten Ergebnisse enthalten.

Eisen, welches wenig oder keinen Kohlenstoff enthält und eine gleichmässige Beschaffenheit hat, zeigt, wenn überhaupt, eine sehr geringe Veränderung bei der Behandlung mit verdünnter Säure, und ein scharf gezeichnetes Gefüge wird nicht erkennbar.

Gehämmertes Luppeneisen zeigt eine innige Mischung von verschiedenen Eisenkristallen mit kleinen oder grösseren Partien von Schlacke. In heiss gewalztem Stabeisen (Luppeneisen) zeigt sich die Schlacke in dünnen Fäden ausgezogen, welche in einzelnen Fällen so zahlreich vorkommen, dass sie einen sehr wesentlichen Teil der ganzen Masse bilden. Es ist möglich, dass ein Ausziehen der Eisenteile stattfindet; aber bei der Untersuchung im kalten Zustande zeigen Längenschnitte nur geringe oder keine Verlängerung der letzten Kristalle, welche mehr oder weniger nach allen Richtungen gleichachsig beim Erkalten des Metalles wieder entstanden sind. Bei der Behandlung mit verdünnter Salpetersäure ändern sich die Kristalle in verschiedener Weise und zeigen bei directem Lichte braun, dagegen bei geneigtem Lichte blau, beide Farben aber in verschiedenen Abstufungen.

Durch kaltes Hämmern eines solchen Stabes werden die Kristalle zusammengepresst, abgebrochen, verdreht und zur Längsrichtung des Stabes gestreckt.

Anhaltendes Glühen bewirkt einen Rückgang der so zerstörten Kristalle zur ursprünglichen Form, und hat dieser Vorgang wahrscheinlich einen bedeutenden Einfluss auf das Verhalten des Eisens bei der Bearbeitung in warmem Zustande. Die Erwärmung einer grossen Eisenmasse scheint die Bildung von grossen, mehr oder weniger gleichförmigen Kristallen zu begünstigen, welche beim Auswalzen verdreht und zusammengepresst werden. Während des Erkaltens geht eine Rückkristallisation vor sich, und es bilden sich Bündel von mehr oder weniger gleichachsigen Kristalle.

Manche Proben von schmiedbarem Gusseisen zeigen deutlich, dass zwei Gebilde vorhanden sind: Eisen und die weiter

1) Nach dem Vortrage von Dr. H. C. Sorby, gehalten auf der Versammlung des Iron and Steel Institute, London, Mai 1885. S. Z. 1878 S. 11, 205, 481.

Band XXIX. No. 33.

15. August 1885.

Das mikroskopische Gefüge von Eisen und Stahl.

631

weichem Stahl finden sich angeordnet oder ausgezogen in der Länge des Stabes, wie die Schlacke in Schweisseisen; wenn aber die perlartige Masse den Hauptbestandteil bildet, so besteht sie aus kleinen Kristallen, welche in keiner Weise gestreckt erscheinen, da sie eben nach dem Walzen entstanden sind.

Das Korn von gehärtetem Stahl ist so fein und gleichmässig, dass es Sorby bis jetzt nicht gelungen ist, dessen Gefüge festzustellen; in einigen Fällen ist es leicht zu erkennen gewesen, dass die Damascirung von ungleichmässiger Beschaffenheit herrührt, durch welche die ursprüngliche Kristallisirung beeinflusst worden war.

Flusseisen unterscheidet sich in auffallender Weise von Schweisseisen durch die Abwesenheit von Schlacke, welche in letzterem gewöhnlich in ansehnlicher Menge vorhanden ist.

Die drei metallischen Gebilde von Stahl kommen auch in verschiedenen Verhältnissen in einigen Sorten von Roheisen vor; aber dieses enthält ausserdem noch zwei andere Stoff

massen.

vor,

unten beschriebene Verbindung von Eisen und Kohlenstoff, welche ein perlenartiges Gefüge besitzt.

Gewalzte Stäbe zeigen oft eine erheblich unregelmässigere Mischung von Schichten von verschiedenem Gehalt an Schlacke.

Die Abwechselung von Schichten von Eisen und stahlartigem Eisen zeigt sich deutlich in einigen Sorten schwedischen Eisens. Der Unterschied zwischen den beiden Gebilden ist besser erkennbar, nachdem der Stab während kurzer Zeit der Rotglühhitze ausgesetzt wurde, indem dann eine mehr ausgebildete Abscheidung grosser Kristalle zweier Stoffe von ganz verschiedenem Gefüge entsteht. Eine derselben erscheint genau so wie der Hauptbestandteil solchen Stabeisens, welches wenig oder keinen Kohlenstoff enthält, obne lineare Zeichnung nach dem Aetzen, während letztere bei den anderen mit stellenweiser Abweichung von 1/80 mm auftritt und zu der Erscheinung des reichen perlmutterartigen Farbenspieles Veranlassung giebt, wenn das Aetzen bis zu einem gewissen Punkte fortgesetzt wurde.

Das Vorhandensein von drei ganz verschiedenen metallischen Stoffen zeigt sich deutlich in dem Querschnitte eines dicken Stabes von schwedischem Eisen, welcher teilweise durch Cementiren verstählt wurde. In der Mitte befindet sich das Gefüge des zeitweise rotglühend erhaltenen Eisens, eine Mischung vergrösserter und wohl getrennter Kristalle von freiem Eisen und der perlartigen Verbindung.

Nach aussen erscheint das freie Eisen durch die Zuführung von Kohlenstoff beeinflusst, so dass ein Ring, gänzlich aus der perlartigen Masse bestehend, gebildet wird, welcher Farben von grosser Verschiedenheit und Schönheit zeigt. In der Nähe der Oberfläche ist eine Masse erkennbar, welche ein Netzwerk eines äusserst harten Stoffes enthält, die Lichtstrahlen in entschiedener Weise zurückwirft, keine Spur von Farbe zeigt und sich so auffallend wie möglich von den übrigen Stoffen unterscheidet.

Alle diese Erscheinungen machen es unzweifelhaft, dass dieser harte Stoff mehr gebundenen Kohlenstoff enthält als die perlartige Masse; derselbe kommt nicht nur in dicken Adern vor, sondern durchdringt auch die Schichten der letzteren, welche infolge dessen nach der Aussenseite zu an Dichtigkeit zunimmt.

Auch durch das entgegengesetzte Verfahren, das Tempern oder Entkoblen von weissem Roheisen, wird das Vorhandensein dieser drei leicht unterscheidbaren Stoffmassen nachgewiesen. Die äusserste Schicht erhält das Gefüge von Stabeisen (Schweisseisen), die innere dasjenige der perlartigen Masse von Stahl, während eine Vermischung beider den Uebergang bildet. Die dritte, sehr harte Masse von Cementstabl entspricht in allen ähnlichen Fällen der harten Stoffmasse des weissen Eisens vor der Entkohlung.

Das verschiedene Verhalten von Blöcken von hartem und weichem Stahl ist in hohem Masse von dem Verhältnis dieser drei Hauptbestandteile abhängig. Weicher Bessemerstahl besteht aus einer Mischung von freiem Eisen und der perlartigen Masse, mittelharter Stahl enthält fast nur die letztere, während in hartem wenig oder kein freies Eisen, wohl aber die harte Verbindung in zahlreichen dünnen Blättchen vorkommt.

Eine auffallende Erscheinung zeigt sich in gewissen Arten von Gusseisen und Flussstahl, indem die perlartige Masse federförmige Kristalle bildet, welche im Bruche leicht durch das blosse Auge erkennbar sind; wenn aber geeignete Flächen durch Vergrösserung untersucht werden, so zeigt es sich, dass das eigentliche Gefüge der ursprünglichen Kristalle mehr oder weniger unabhängig von der Form der ersteren ist. Strahlartige Gruppen von kleinen unregelmässigen Kristallen scheinen zu zeigen, dass nach der Erstarrung in noch hoher Temperatur die perlartige Masse eine wiederholte Kristallisation durchmacht. Wenn man annimmt, dass die Kristallmasse während des Abkühlens durch Sprünge getrennt und später durch wiederholte Kristallisirung wieder verbunden wird, so würden alle Erscheinungen ihre Erklärung finden; indessen mögen die Vorgänge auch unabhängig von irgend welchen Sprüngen stattfinden; dass aber eine solche wiederholte Kristallisirung im gehämmerten oder gewalzten Stahl vorkommt, unterliegt keinem Zweifel. Die harten Blättchen in hartem und die kleinen Kristalle von freiem Eisen in

Im allgemeinen ist der Graphit die kennzeichnendste von diesen, und das Gefüge wird in hohem Masse von der Art der Kristallisirung desselben beeinflusst. In hochgrauem Eisen scheidet sich der Graphit zuerst aus in der Form von zerstreuten Blättchen. Neben diesen sind dann zuweilen kleine Kristalle erkennbar, welche aus Silicium bestehen mögen, sowie ferner eine mässig dicke, gleichmässige Schicht, welche wahrscheinlich durch freies Eisen gebildet wird. Die perlartige Masse bildet die Hauptmasse, und schliesslich ist noch als eine Art von Rückstand ein metallischer Stoff zu unterscheiden. In einigen Sorten von halbirtem Roheisen findet sich der Graphit oft in fleckenartigen Gruppen kristallisirt, neben welchen wenig oder kein Eisen vorhanden ist, während der Gehalt an Rückstand verhältnismässig hoch erscheint. Letzterer kommt im Flussstahle nicht als sichtbare Masse

wenngleich die zwischen den grossen Kristallen vorhandene Masse eine verwandte Erscheinung darstellt. Die wahre Natur desselben ist einigermassen zweifelhaft; indessen hat die Erklärung, dass hier nicht eine bestimmte Verbindung, sondern ein Gemisch von Silicium und anderen Unreinigkeiten vorliege, die meiste Wahrscheinlichkeit. In anderen Sorten von Roheisen bildet die perlartige Masse den Hauptbestandteil, welche sich zuerst in grossen federartigen Kristallen ausscheidet, den Graphit durchspaltet und beim Erkalten wieder kristallisirt.

In weissem gefeintem Roheisen kristallisirt ebenfalls die perlartige Masse zuerst, eine grosse Menge der ausserordentlich harten Masse sowie eine geringe des oben beschriebenen Rückstandes zurücklassend. Graphit kommt nur in einzelnen zerstreuten Flecken von grauem Eisen vor.

Wir kommen schliesslich zum Spiegeleisen. Die untersuchte Probe enthielt vornehmlich die harte Masse, in grossen Blättern kristallisirt, während die Zwischenräume mit einer Mischung von erheblich kleineren Kristallen und einer geringen Menge der perlartigen Masse ausgefüllt waren. Das schöne feinkörnige Gefüge dieser Füllung ist unter geringerer als 50 facher linerarer Vergrösserung nicht leicht zu erkennen.

Aus einer Zusammenstellung der Eigentümlichkeiten der verschiedenen Sorten von Eisen und Stahl geht demnach hervor, dass dieselben aus 6 bis 7 verschiedenen Stoffmassen bestehen, welche ihren Haupteigentümlichkeiten nach sich etwa wie folgt unterscheiden:

1. Freies Eisen.
2. Die perlartige Masse, enthaltend Kohlenstoff.
3. Die ausserordentlich harte Masse, enthaltend wahr-

scheinlich mehr Kohlenstoff.
4. Der Rückstand, wahrscheinlich bestehend aus

schiedenen Körpern.
5. Graphit.
6. Möglicherweise kristallisirtes Silicium.
7. Schlacke, geschmolzenes Eisenoxyd einschliessend.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Eigenart einiger dieser Bestandteile durch die Gegenwart kleiner Mengen von Schwefel, Phosphor und anderen Unreinigkeiten beeinflusst oder die Art und Weise der Abscheidung von den anderen Körpern durch dieselbe geändert wird; diese Frage bedarf zu

ver

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