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Band XXIX. No. 3. 17. Januar 1885.

Patent bericht. - 57

vier Stützschneiden der Triangelhebel T sind beweglich angeordnet und werden mittels des Herzstückes C von der Welle w aus gehoben, welche durch Zugstange mit dem das Rollgewicht tragenden, um a drehbaren Hebel U verbunden ist. Q wird hier, ähnlich wie bei der Locomotivsteuerung, mittels eines nicht gezeichneten Zahnbogens festgestellt. Der für sich um r bewegbare, mit dem kurzen Arm a fest verbundene Hebel N greift mit seiner Verlängerung in eine am

Z Z o zzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz/

Bogen o des Hebels U angebrachte Verzahnung, aus welcher er, da er auch noch um eine zu r senkrechte Achse beweglich ist, ausgelöst werden kann. Mittels N wird erst die unbelastete Brücke unter die Radreifen des zu wiegenden Fahrzeuges gebracht, dann N auf o festgestellt und nun durch Hebel R das Gewicht Q verschoben, welches die Bewegung des gesammten Hebelsystemes und die Hebung der belasteten Brücke bewirkt. K1. 26. No. 29326. Regenerativ - Gaslampe. A. S. Bower, St. Neots und Th. Thorp, Whitefield (England). Bei der mit zwei Regeneratoren zur Vorwärmung der Verbrennungsluft versehenen Lampe fliesst das Gas aus der Röhre a durch den von den Röhren k und a! gebildeten ringförmigen Raum, in welchem es erwärmt wird, nach dem Brenner b. Letzterer ist an seinem Umfange mit Gasaustrittslöchern versehen und aus unverbrennlichem Materiale (Steatit) gefertigt: Durch die Löcher im unteren Teile des Rohres k und die letzteres abschliessende Flanschkappe l wird dem

t d Leuchtgas unmittelbar bei – seinem Austritt aus dem BrenCA. ner eine kleine Menge Ver

brennungsluft aus dem aus senkrechten Röhren d gebildeten ersten Regenerator zugeführt. Derselbe liefert aber auch durch das Rohr d! Brennluft zur inneren Flammenfläche, während die Flamme durch die ringförmige, von der Flansche f und der Unterkante des Deflectors g gebildete Oeffnung nach dem Heizraume des Regenerators dangesogen wird. Die frische Brennluft tritt durch den Zwischenraum i" in einen zweiten Regenerator i, in dessen ringförmigen Hohlraum teils an der Platte d”, teils am Deflector g angebrachte, in einander greifende Rippen hineinreichen; durch letztere wird die Luft vorgewärmt und gelangt dann einerseits durch die Oeffnungen h in den ersten Regenerator d und andererseits durch Löcher im Deflector g nach dem Innenraume der luftdicht am Lampenhauptkörper angebrachten Glocke 0 und zur Flammenaussenfläche. Durch unwesentliche Abänderungen der Röhre k kann dieselbe sowohl zum Tragen der Glocke obestimmt, als auch zur Umwandlung der Hängelampe in eine Tischlampe verwendet werden. K1. 47. No. 29813. Gewebter Treibriemen. F. Reddaway, Pendleton (England). Der Treibriemen wird gebildet aus zwei in einander gewebten und verbundenen schlauchartigen Hohlgeweben, wovon das die Aussenflächen bildende

Hohlgewebe aus Kamelhaargarn, welches eine starke Zug

festigkeit und Reibung ergiebt, das innere dagegen aus Baumwolle oder anderer Pflanzenfaser besteht.

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und den Gegenständen gerade die obere

schnelle Drehen des Ventilkegels zu vermeiden, erhält derselbe unten Führung durch den Stift A und eine angegossene oder eingeschraubte Nuss C, während oben die Brücke V auf dem Halse der Niederschraubspindel W geführt wird, nachdem das untere Spindelgewinde W1 durch das Muttergewinde in V hindurchgeschraubt ist. Um den Rotgusssitz E an Ort und Stelle nachzufräsen, wird nach Entfernung von WVA eine glatte Spindel H K, Fig. 2, mit der in E passenden Scheibe J eingeführt, auf welcher ein Fräser L durch die Mutter M befestigt ist; während des Nachfräsens erhält H JK in O EC Führung. Das Nachschleifen des Ventiltellers auf seinem Sitz geschieht durch eine zweite glatte Spindel mit einem unteren Gewinde W1 von solcher Länge, dass es in V fest eingeschraubt werden kann. Üm den Sitz E behufs Auswechslung ohne Schläge herauszutreiben, schraubt man statt C eine Schraube P ein, Fig. 3, legt durch E hindurch ein Querstück Q auf den Zapfen R und drückt E heraus, indem man P tiefer einSchraubt. V.

K1. 49. No. 29129. Dampfhammer. f E. B. Meatyard, Lake Geneva (Staat Wisconsin). Gepresste Schmiedestücke (Eisenbahnwagenräder usw.) werden, um jede Dreharbeit überflüssig zu machen

harte Kruste zu belassen, unmittelbar aus O der Presse zwischen die Gesenke b2 und „C b3 eines Dampfhammers gebracht und hier vollständig fertig geschmiedet. Die Gesenke sind an den Hammerbärenbund b1 befestigt, welche vom Dampfcylinder c aus an- und auseinander bewegt werden und ausser durch Prismen auch noch durch Gelenkparallelogramme d Führung erhalten. Die beiden Kolben des Cylinders c sind durch Traversen mit den Bären verbunden. g und h sind Luftbuffer für b und b1. O O

Kl. 49. No. 29244. Muttern - Fräsmaschine. A. v. Babo, Neurod bei Ettlingen. Die zu fräsenden gleich grossen Muttern werden satzweise auf die Bolzen t des Werktisches T festgespannt. T ist um die Achse r drehbar und nach jeder Sechsteldrehung mittels der Klinke s feststellbar. Die Achsen der Bolzen t gehen genau durch die Ecken eines regulären Sechsecks hindurch, so dass nach jeder Sechsteldrehung von T immer andere Gegenseitenflächenpaare der Muttern von den inneren Seiten der drei Frässcheibenpaare oo bearbeitet werden. Die Achsen m der Frässcheiben sind in einem Schlitten S gelagert, welcher mittels des Schnecken- -getriebes df und der Curven- „H nutscheibe c nebst Zapfen u «” auf- und abbewegt wird, und werden von der Antriebswelle a aus durch Kegelräder (in den Figuren nicht sichtbar) und Schneckengetriebe pq gedreht.

Kl. 67. No. 29168. Blechschleifmaschine. Sack ur’s Galvanisches Institut, Berlin (Zusatz-Patent zu

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No. 24138). Indem die Schleif- oder Polirscheiben A der doppelten Schleifmaschine (in der Zeichnung ist nur die eine Hälfte dargestellt) durch Riemen mittels ihrer gemeinschaftlichen Achse B bewegt werden, treibt die Schnecke G ein grosses Schneckenrad H., welches mit einer ihrer Länge nach verstellbaren Kurbel versehen ist. Von diesen Kurbeln aus werden mittels der Schubstangen K zwei Arbeitstische E auf Führungsstangen D hin und her bewegt. Das zu bearbeitende Blech F ist auf Trommeln L aufgewickelt, welche mittels eines Schaltwerkes von den Anschlägen b und b auf der Stange a ruckweise gedreht werden, um das Blech von L abzuwickeln und über Tische E hinweg unter die arbeitenden Werkzeuge nach und nach zu bringen. Das die Führungs

stangen D tragende Bett C lässt sich mittels der Schlitten f “F

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Litteratur.

Sammlung von Problemen der analytischen Mechanik. Von Ferdinand Kraft. Stuttgart, Metzler'sche Buchhandlung. 1884. Lieferung 1 bis 3 (à 2 %).

Ein rationelles Studium der analytischen Mechanik, einer Wissenschaft, welche für Astronomen, Physiker und Ingenieure von gleicher Bedeutung ist, kann erfahrungsgemäss nicht allein durch Anhören von Vorlesungen, so vortrefflich solche auch sein mögen, betrieben werden. Der Studirende dieser Disciplin wird, will er gründlich verfahren, durch private Arbeit die nicht immer sogleich klaren und übersichtlichen Darlegungen einer näheren Betrachung unterwerfen und sich deren Bedeutung durch Beispiele klar legen müssen. Diese Forderung, die ja beim Studium eines jeden Gebietes zu stellen ist, erscheint inbezug auf die Mechanik besonders unabweislich. Die zu behandelnden Probleme lassen hier eine Zweiteilung zu, welche die Arbeit wesentlich complicirt. Kein Gebiet kann erforscht werden ohne den Besitz der notwendigen Hilfswissenschaften; die Mechanik, gleichgiltig, ob sie als specielle Physik oder als angewandte Mathematik aufgefasst wird, bedarf im wesentlichen nur einer Hilfswissenschaft, freilich im vollen Umfange: der Mathematik. Jener Doppelcharakter eines jeden Problems der Mechanik liegt nun eben darin, dass erstens die Lösung des eigentlichen Problems der Mechanik, zweitens aber auch die mathematische Durchführung desselben verlangt wird, und häufig ist letztere Arbeit die weitaus umfänglichere. Die analytischen Prämissen einer Aufgabe können meistens verhältnismässig leicht niedergeschrieben werden, wogegen die weitere rechnerische Verarbeitung bis zur Erreichung praktisch verwertbarer Resultate vielfach sehr grossen Schwierigkeiten begegnet. Wie sehr wesentlich ist meist, um Uebersichtlichkeit und Bequemlichkeit der Rechnung zu wahren, die Wahl der Methode der Behandlung (Coordinaten)! Dass bei dergleichen Arbeiten dem Studirenden eine Zusammenstellung durchgeführter Aufgaben von unschätzbarem Wert ist, braucht kaum gesagt zu werden. Ein Blick auf die betreffende Literatur lehrt nun zwar, dass es an vortrefflichem Materiale nicht fehlt; es lässt sich aber auch andererseits nicht verkennen, dass die Form des vorhandenen nicht immer die bequemste ist. Das Studium Euler’scher Arbeiten ist kein leichtes, die besten derartigen Schriften (Walton, Jullien) sind in fremden Sprachen geschrieben. Unsere deutsche Literatur weist in dieser Hinsicht eine Lücke auf; erwähnenswert ist die vortreffliche Aufgabensammlung von Fuhrmann (Leipzig 1879), welche sich freilich in ziemlich engen Grenzen bewegt.

Diese erwähnte Lücke auszufüllen, beabsichtigt nun F. Kraft mit dem oben genannten Werke. Er lehnt sich hierbei, was den eingeschlagenen Weg anbetrifft, an Schell's Theorie der Bewegung und der Kräfte an und hat, wie er gleichfalls einleitend bemerkt, die Schriften Walton's und Routh's einer eingehenden Beachtung gewürdigt. Es ist eine ungeheuere Menge von Material, das der Verfasser bietet; gegen 700 völlig gelöste und 800 nur mit den Resultaten verzeichnete Aufgaben soll das Werk enthalten. Obgleich schon hiernach zu vermuten, fügen wir doch noch hinzu, dass den Bedürfnissen aller interessirten Kreise hierbei Rechnung getragen worden ist, dass der Studirende der Mechanik, gleichgiltig, welche specielle Richtung er verfolgt, hier reichliches Material für Privatstudien vorfindet. Ausser den oben genannten sind die

Arbeiten einer grossen Menge von Forschern verwendet worden, unter welchen letzteren wir mit besonderer Genugthuung unseren verehrten Grashof finden. Alle Aufgaben, mit Ausnahme der Originalarbeiten Kraft’s, sind mit Autornamen versehen; ferner glauben wir hervorheben zu sollen, dass auch historische Notizen an passender Stelle und in befriedigender Vollständigkeit beigefügt sind. Der Verfasser beginnt mit der Geometrie der Bewegung (eines unveränderlichen Systemes parallel einer Ebene) und behandelt hier die wichtigsten Bewegungen in der Ebene, welche im weiteren Verlauf auch der Erörterung ihrer Geschwindigkeits- und Beschleunigungszustände unterworfen werden. Weshalb hier übrigens für die der festen und der beweglichen Ebene angehörigen Curven der Momentancentra nicht die allgemein bekannten und verwendeten (wohl von Aronhold stammenden) Namen Polbahn und Polcurve angenommen wurden, ist unerklärlich. Ferner finden wir schon bei S. 2 Veranlassung, auf gewisse Inconsequenzen in der Bezeichnung der Grössen durch Buchstaben hinzuweisen. In einer und derselben Entwicklung sind hier die Buchstaben X und Y einmal als Coordinaten der Normalen zu festen Führungscurven, einmal als Coordinaten der Polcurve (bewegliches System) verwendet. Weiter ist S. 130 bis 132 der Buchstabe p für zwei völlig verschiedene Grössen benutzt. Dergleichen Bezeichnungen geben sehr leicht zu Verwechselungen Anlass und lassen sich ohne Mühe vermeiden, da die Zahl der verwendbaren Buchstaben bei weitem noch nicht erschöpft ist. Im zweiten Teile des ersten Bandes wird dann die GeSchwindigkeit und Beschleunigung der Bewegung eines (mathematischen) Punktes behandelt. Bei Besprechung der Zerlegung und Zusammensetzung von Geschwindigkeit findet die Roberval'sche Tangentenconstruction durch Anwendung auf 11 bekanntere Curven genügende Erläuterung. Bei der Cardioide

ist die Construction unrichtig (S. 61). Es muss da heissen “ – sin 3

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linige Bewegung eines Punktes, die Bewegung eines solchen auf vorgeschriebener Curve und vorgeschriebener Fläche sowie die relative Bewegung eines Punktes an der Hand sehr vieler vortrefflich gewählter Beispiele erörtert. Befremdlich wirkt, trotz des Vorganges von Schell (I, S. 355), die Einführung der Begriffe »lebendige Kraft« und »Kräftefunction« in die Geometrie der Bewegung (S. 120). Auf S. 232 werden partielle Differentialquotienten mit d ohne Klammern geschrieben, welche Vorsicht wohl überall gebraucht wird, wenn man nicht die viel bequemeren Jacobi’schen 8) verwenden will.

Im dritten Teile finden wir die Geschwindigkeit und Beschleunigung im unveränderlichen System in Untersuchung gezogen. Eine Reihe trefflicher, auch für den Maschinenbau

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und (T) (Polbahn und Polcurve) werden mit IT und IT bezeichnet, obwohl sich doch ohne Schwierigkeiten passendere Bezeichnungen hätten finden lassen. Die Bestimmung der mittleren Kolbengeschwindigkeit bei constanter Kurbelgeschwindigkeit (S. 236) ist mathematisch interessant, liess sich aber viel einfacher erzielen. Die Verwendung der synthetischen Behandlungsweise (von Schell ausgiebig benutzt) vermissen wir nur ungern. Ab und zu stösst man auf Satzconstructionen, die im Süden gebräuchlich sein mögen, für Norddeutsche aber befremdend wirken und vom Standpunkte der Schriftsprache aus zu verwerfen sind. Sieht man von den gemachten kleinen Ausstellungen ab, so kann man die Kraft’sche Arbeit nur wärmstens empfehlen; das Bestreben des Verfassers, dem fühlbaren Mangel abzuhelfen, muss als sehr erfolgreich bezeichnet werden. Wir freuen uns auf die Fortsetzung des Werkes (etwa 10 Lieferungen) und wünschen ihm viele gründliche Leser.

Vermischtes. 59

Die Ausstattung des Werkes ist vorzüglich und der Preis in Rücksicht auf Studirende ein geringer (2 % pro Lieferung von 7 bis 8 Bogen). S K.

Praktische Winke für Gas consumenten. Von C. T. Salomons. Aus dem Holländischen von Friedrich Lux. Mainz 1885, J. Diemer.

Vademecum für Elektrotechniker. Von E. Rohrbeck. Zweiter Jahrgang des Kalenders für Elektrotechniker. 1885. Berlin, Polyt. Buchhandlung (A. Seydel).

Naturwissenschaftlich - Technische Umschau. Illustrirte populäre Halbmonatsschrift über die Fortschritte auf den Gebieten der angewandten Naturwissenschaft und technichen Praxis. Herausgegeben von Th. Schwartze. I. Jahrgang, 1. Heft. Jena 1885, Fr. Mauke.

Transactions of the American Institute of Mining Engineers. Vol. XII. Juni 1883 bis Februar 1884. NewYork 1884.

VermiSC hte S.

BeSSemer- und Thomashütten für Kleinbetrieb.

Im Anschlusse an den auf S. 414 d. Jahrg. 1884 erstatteten Be-

richt sind die Mitteilungen von Interesse, welche nach der Oesterr. Zeitschr. für Berg- und Hüttenwesen auf dem Montanistentag in Steyr am 22. und 23. Sept. v. J. Hr. Director Hupfeld von Prevali über Klein - Bessemerei

machte. Nachdem Hr. Hupfeld die Anlage in Avesta besichtigt hatte, liess er, um die Anwendbarkeit des Verfahrens auf alpine Verhältnisse zu studiren, eine Birne von 1" Höhe, 1" l. W. und einem Boden mit 78 Löchern von je 3 bis 4" Weite herstellen. Dieses Gefäss wurde ganz in den Converter gestellt, und nahm man als Einsatz vom Grau- Roheisen mindestens 500*5 und 900*é höchstens. Alle 1 1 Sätze) verliefen ohpe Anstand und ganz gleich; es trat immer eine ziemlich scharfe Ä der Perioden ein. Die Dauer der Sätze war 13 bis 17 Minuten bei 10 bis 15 Pfund Pressung. Die ganze Masse wurde als ein Block mit Schlacke ausgegossen und nach Vorschmiedung zu Blechen und Draht verarbeitet. Alle Producte waren gut und von sehnigem Gefüge und reiner Oberfläche. Für den Verlauf des Satzes war der geringe Siliciumgehalt massgebend; denn während er sonst 0,04 bis 0,06 pCt, beträgt, war er hier nur 0,01 pCt. Der Kohlenstoffgehalt ging auf 0,08 bis 0,11 zurück. Es wurde nun eine besondere Anlage hergestellt, wobei die Abmessungen der Birne unverändert blieben und der Antrieb von Hand erfolgte. Die ganze Anlage wurde von einem einzigen Krane beherrscht; die Herrichtung kostete einschl. Gebläse etwa 3000 fl; das getrennte Einschmelzen des Eisens im Flammofen entfiel.

Man war nun sehr unangenehm überrascht, dass die Hitze der Sätze trotz der kurzen Zeit von zwei Minuten, die zur Füllung der Birne vom Hochofen aus erforderlich war, sehr viel zu wünschen übrig liess. Früher waren die Sätze so heiss, dass 5 bis 8 pCt. Kalteisen zugesetzt werden konnten; jetzt brauchte man 35 Minuten Blasezeit, Schlacke und Stahl waren kalt, und konnte das Endproduct nicht unter 0,1 pCt. C. gebracht werden. Für kleine Sätze ist daher ein sehr grosser Hitzegrad des Roheisens erforderlich. Dasselbe Eisen, welches bei einer Menge von 5600 bis 7000*ß das Umgiessen anstandslos vertrug, zeigte sich bei directer Entnahme kleiner Mengen aus dem Hochofen kalt. Die Versuchsreihe ist noch lange nicht abgeschlossen und die Frage, ob grosse oder kleine Oefen gewählt werden sollen, eine offene. Mit schwachem Winde kann man nicht auskommen und braucht daher unter allen Umständen kräftige Gebläse. Jedenfalls ist nach Hupfeld’s Ansicht der Umstand, dass man in der Klein-Bessemerei sehniges und zu Blechen und Drähten taugliches Material erzeugen könne, genügend Anlass und Aufmunterung, um den Process weiterhin zu studiren.

Hierauf hielt Hr. Prof. v. Ehrenwerth einen Vortrag über den Clapp- und Griffith-Process, den er mit der Bemerkung einleitete, dass es seiner Ansicht nach nicht angehe, nach den positiven Resultaten, welche Hr. Hupfeld erhalten, an der Durchführbarkeit der Methode mit unserem Roheisen zu zweifeln. Man möge heisseres Metall nehmen, dann würden die Sätze besser verlaufen, und solle sich ja nicht durch das Dazwischentreten scheinbarer Misserfolge an weiteren Versuchen hindern lassen.

Die Fortschritte im Bessemer-Grossbetriebe seien ja auch nur allmähliche gewesen und stammten aus der Zeit, da man die Arbeit mit beweglicher Birne einführte; ein Hauptvorteil der letzteren

) Wir wählen für »Charge« das im Puddelbetrieb übliche »Satz«. Die Red.

sei die bequeme Probenahme von Schlacke und Eisen und die leichte Ausführbarkeit von Reparaturen, sowie die Möglichkeit, hunderte von Sätzen hinter einander zu machen. Es erscheine nun gewiss auffallend, wenn man, wie dies bei dem Clapp- und Griffith-Processe geschehe, zu festen Birnen zurückkehre und einfach das wieder einführe, was man vor 20 Jahren allgemein verworfen habe; allein die Sache habe ihren guten Grund. Es suchten nämlich die Erfinder die dem alten schwedischen Ofen anhaftenden Hauptnachteile zu beseitigen. Bekanntlich musste der Wind bei diesem fortblasen, bis das Eisen abgestochen war; beim neuen Processe werde der Windstrom, welcher nur aus 4 bis 6 Düsen von 1”s" Weite blase, am Schlusse des Satzes dadurch auf ein sehr geringes Mass herabgebracht, dass die Düsen von oben fast vollständig verschlossen werden. Dabei werde das Rückfliessen des Eisens in die Düsen mechanisch verhindert und natürlich der weitere Luftzutritt fast vollständig abgesperrt. Ausserdem liegen die Düsen sehr hoch, so dass von letzterem nur eine Schicht von etwa 10" Höhe über den Ausströmungsöffnungen liege. (Einsatz 1,5 Tons.) So genüge ein Druck von 4 bis 42 Pfund pro Quadrat-Zoll engl., während bei den grossen Birnen 1 bis 2 Atm. Ueberdruck erforderlich seien. 4 Selbstverständlich können beim neuen Verfahren die Gebläsemaschinen entsprechend kleiner bemessen werden, und fand beispielsweise v. Ehrenwerth bei einem besuchten englischen Werke den Gebläsecylinder mit 1" Durchmesser, 1/4" Hub, Umdrehungszahl 25. Der Auswurf wird durch die hohe Lage der Düsenausmündungen sehr verringert. Auf den besichtigten Werken in South-Wales und Leeds fanden sich kleine Birnen, welche schon 1, ja selbst 1/2 Jahre ununterbrochen im Betriebe stehen; dies sei wohl nur dadurch ermöglicht, dass sich an dem Bessemerofen gegenüberstehend zwei grosse verschliessbare Oeffnungen befinden, durch welche man grosse Reparaturen im Innern des Ofens leicht vornehmen könne. Das erzeugte Product werde auf Bleche und Schrauben verarbeitet. Die Resultate stellten sich in jeder Beziehung sehr günstig; daher würden die englischen Hütten überlaufen und infolge dessen allen Besuchern verschlossen. Ein Beweis, dass das neue Verfahren praktisch lohnend sein müsse, liege wohl darin, dass seither die Zahl der Puddlingsöfen und Frischfeuer eingeschränkt worden sei. Man behaupte, dass das Material besser als das gepuddelte sei, die Bleche schöner ausfallen, und rühre der Fortbestand von Puddelöfen überhaupt nur daher, dass einzelne Besteller durchaus Puddeleisen begehren und davon bisher noch nicht abgehen wollen. Der Process verlaufe in der Praxis so regelmässig, dass sozusagen jede nachhaltige Störung ausgeschlossen erscheine; man arbeite nur auf weiche Ware von 0,03 bis 0,04 pCt C.; sei der Satz fertiggeblasen, so werden etwa 5 bis 6 pCt. Eisen mit 70 pCt. Mangangehalt zugegossen. Das Flusseisen werde durch einen Guss in 5 bis 6 mit einander verbundene Ingots ausgegossen. Dieselbe Pfanne werde sofort wieder verwendet. Die Leistungsfähigkeit der Birnen sei sehr gross; ein Einsatz von 1 bis 1/2 Tons erfordere 28 bis 29 Minuten alles in allem; Ähnt stelle sich bei achtstündiger Arbeitsdauer auf 12 bis 15 Sätze. Der Birnenboden, welcher aus viereckigen feuerfesten Blöcken bestehe, in welche die Düsen eingesetzt werden, werde in der Regel wöchentlich nur einmal gewechselt.

Mit demselben Gegenstande beschäftigt sich ein im Septemberheft 1884 von »Stahl und Eisen« enthaltener Aufsatz, in welchem A. Trappen, Director der Märkischen Maschinenbauanstalt in Wetter

deutscher Ingenieure.

an der Ruhr, von seinem Standpunkt als Constructeur die Frage der Einrichtung von Bessemer- und Thomashütten für Kleinbetrieb erörtert. Ausser den schon mitgeteilten Versuchen in Avesta und Prevali erwähnt Trappen, dass er bereits im Jahre 1878 auf dem Ungarischen Hüttenwerk Rhoniz eine kleine Birne in Betrieb gesehen habe, die, soviel ihm erinnerlich, höchstens 300 Kilo enthielt, in welcher unter Leitung des Oberbergrats Moschitz die verschiedenen Eisensorten Ungarns geprüft wurden. Im Jahre 1879/80 seien

auf der Franz-Josefs-Hütte in Oestr. Schlesien unter Leitung des

Hüttenmeisters Oelwein in einer kleinen Birne Sätze von 1500 Kilo bereits basisch mit Erfolg durchgeführt, welche ein ausgezeichnetes Product lieferten.

Diese Erfolge der Klein-Bessemerei veranlassten Trappen, für deren Betrieb die folgenden, in der Zeichnung dargestellten, möglichst einfachen und bequemen Einrichtungen vorzuschlagen:

Die von einer grossen übrigens nicht verschiedene kleine Birne ist mittels einer starken stählernen Flansche an dem Ausleger eines Krans befestigt (der Kran ist auf der Zeichnung als ein hydraulischer gedacht, kann jedoch auch jede andere Art von Kran sein), mittels dessen die Birne bis unmittelbar vor das Abstichloch eines kleinen Hochofens oder Schmelzofens gebracht werden kann. Somit sind zunächst längere Zuführungsrinnen für das geschmolzene Eisen nicht erforderlich; das flüssige Eisen gelangt auf kürzestem Wege in die Birne, Material- und Wärmeverluste werden möglichst vermieden, was bei kleinen Ladungen wohl beachtet werden dürfte, und auch die Zeit des Einfüllens ist auf die kürzeste herabgemindert.

Die Birne ist an dem äussersten Ende der stählernen Welle angeheftet, welche zur Wendung derselben mittels Schneckenrades, Schnecke und Handrades dient. Diese Welle besitzt an dem der Birne nächstliegenden Ende nur ein Unterlager; die Schalen des Lagers auf der andern Seite sind äusserlich cylinderisch und leicht drehbar in ihrem Lagerkörper. Die Luft wird durch eine hohle Stelle der Welle, welche mit einem Stopfbüchsengehäuse umgeben ist und mittels eines Schlauches mit dem Absperrventil in Verbindung steht, eingeführt. Denkt man sich die Birne an eine Centesimalkranwage angehängt, so wird sich dieselbe bei geringem Sinken des Krans frei aus demselben herausheben, und es wird möglich, das

Taragewicht einschl. der geringen Reibung im Lager am Ende der Welle und in den Zähnen des Schneckenrades ziemlich genau zu ermitteln und durch Auflegen ferneren Gewichts das Gewicht des in die Birne eingeführten Roheisens festzustellen. Die Wage ist unmittelbar vor dem Abstichloch des Ofens anzubringen. Durch Anheben des Kranes löst sich die Birne leicht von der Wage ab, und kann nunmehr der Kran leicht um 1800 oder nach Erfordernis mehr oder weniger gedreht, die Birne vor einen passenden Kamin und ganz ausser den Bereich des Arbeitsraumes gebracht werden. Nunmehr wird Luft eingelassen, die Birne gewendet und die Umwandlung des Eisens vorgenommen. Nach Vollendung derselben würde bei basischem Processe Zunächst die Schlacke in ein bereit stehendes Gefäss abgegossen, alsdann das erforderliche Ferromangan oder Spiegeleisen in möglichst zerteilter Form und, wenn nötig, vorgewärmt eingebracht. Dann würde bei beiden Verfahren das gewonnene Product unmittelbar in die in beliebiger Zahl bereitstehenden Coquillen eingegossen. Alle diese Verrichtungen sind mittels des Kranes mit Leichtigkeit auszuführen. Der ferneren Behandlung der Coquillen und Blöcke mittels des kleinen Ingotkranes braucht keine Erwähnung zu geschehen. a) » Für jeden Kran mögen nach Erfordernis 2 bis 3 Birnen vorhanden sein, welche mittels eines leichten Wagens abgenommen, auf letzterem ausgebessert und wieder warm geblasen, endlich im Warmen Zustande wieder angeheftet werden, so dass die Sätze ohne viel Unterbrechung aufeinander folgen können. Der ganze Vorgang vollzieht sich somit unmittelbar über der Hüttensohle; ein einfacher Schuppen genügt für die Hütte; die Birne kann in bequemster Weise bedient und ausgebessert werden. Es würden somit alle Bedingungen vorhanden sein, welche die Arbeiten zu möglichst bequemen gestalten und die Zeitdauer für einen Satz auf ein sehr geringes Mass abkürzen würden, so dass es wohl gerechtfertigt erscheint, die Dauer eines Satzes zu /2 Stunde oder die Zahl der Sätze in 24 Stunden auf etwa 50 anzunehmen. Das Abstichloch kleiner Hochöfen liegt meistens sehr nahe über der Hüttensohle; in diesen Fällen würde eine Giessgrube von etwa 500 bis 600 Millimeter Tiefe nicht zu umgehen sein. In Fällen, in denen das Roheisen in Cupol- oder Flammöfen umgeschmolzen wird, liegt das Abstichloch so hoch, dass keinerlei Vertiefungen in der Hüttensohle nötig sind. d Muss das Roheisen umgeschmolzen werden, so würden örtliche Verhältnisse die Art des Umschmelzofens, ob Cupol- oder Flammofen, bestimmen; bei basischem Process dürfte ein Siemens-Regenerativofen empfohlen werden, um dem Eisen einen hohen Grad von Wärme zu erteilen. Die Birne ist vorläufig für einen Einsatz von 750kg angenommen; daraus würden sich erfahrungsmässig 6005 fertige Blöcke ergeben. Die Leistungsfähigkeit für 1 Birne würde mithin für 24 Stunden zu 30000*5 anzunehmen sein. Sollte dieselbe nicht genügen, so würde nichts im Wege stehen, auf der andern Seite des Ofens eine zweite Birnengruppe aufzu Stellen und unter Benutzung desselben Gebläses, desselben SchmelzOfens: Ing0tkranes etc. die Leistung zu verdoppeln. Da die Umwandlung kaum 12 Minuten dauern kann, so wird dieselbe Gebläsemaschine ununterbrochen im Gang bleiben und ohne Vergrösserung recht gut 4 Sätze in 1 Stunde blasen können. Für die Bedienung einer Birne würden einschl. Schmelzarbeiter

und Maschinist etwa 6 Mann auf 1 Schicht erforderlich sein,

Die erforderliche Windmenge wird laut Versuchen 40, höchstens 50° pro Min. von 1 Atmosphäre Spannung betragen. Die für die Anlage entworfene eincylindrige Gebläsemaschine würde einen Durchmesser des Dampfeylinders von 0,786", des Gebläsecylinders von 0,300°, einen Hub von 0,786" erhalten und in 1 Minute 50 Umdrehungen machen. Dieselbe könnte gleichzeitig in Fällen, in denen in Cupolöfen umgeschmolzen werden soll, den erforderlichen RootsBloower und ausserdem die Accumulatorpumpe betreiben. Um den verschiedenen Inanspruchnahmen folgen zu können, ist die Maschine als Präcisionsmaschine mit Ventilsteuerung und Regulator gedacht. Die Füllung wird eine sehr geringe sein, so dass ein Dampfkessel Von 70 bis 75°" Heizfläche genügen wird. Ein Accumulator für 20 Atmosphären Druck ist zur Beschleunigung der Arbeit erforderlich. Wenn wünschenswert, würde ein Martin- oder gar Puddelofen so aufgestellt werden können, dass das Product aus der Birne in diese Oefen eingegossen und darin weiter behandelt werden könnte.

Die Kosten für den Birnenkran, 1 Birne, 1 Montirwagen, 1 Gebläsemaschine, 1 Accumulator, 1 Ingotkran, 1 Centesimalkranwage 1 Accumulatorpumpe stellen sich nach vorläufiger Schätzung auf 41- bis 42 000 % für den Dampfkessel auf 7250./f; in manchen Fällen würden durch Nutzbarmachung vorhandener Wasserkraft die Kosten noch bedeutend herabgemindert werden können. Das Gebäude würde das denkbar einfachste sein können.

Ferner ist eine denselben Gegenstand behandelnde Abhandlung der Zeitschrift L'ancre de St. Dizier zu erwähnen, welche »Stahl und Eisen« Novemberheft 1884 in ausführlicher Uebersetzung wiedergiebt.

Selbstverlag des Vereines. – Commissionsvorlag und Expedition Julius Springer in Berlin N. – A. W. Schade's Buchdruckerei (L. schade) in Berlin s.

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Band XXIX.

WIRCHMIT DER WEINZ WIREIEN INGENIEUR.

Sonnabend, den 24. Januar 1885. N0. 4.

Angelegenheiten des Vereines.

Zum Mitglieder-Verzeichnisse.
Aenderungen.

Keinem Bezirksverein angehörend.
Ferd. Bertram, Ingenieur, Florenz, (fermo in posta).
H. Bolze, Ingenieur, Cottbus. M
Otto de Haas, Maschinenbauführer, Berlin S.O., Köpenickerstr. 6a.
Carl Schinzer, Ingenieur d. Berlin-Anhalt. Maschb.-A.-G., Berlin.
Emil Striebeck, Ingenieur, Magdeburg.

Neue Mitglieder. Berliner Bezirksverein. Edwin A. Brydges, Ingenieur und Patentanwalt, iF. Brydges & Co., Berlin S.W., Königgrätzerstr. 107. Hannoverscher Bezirksverein. Otto Marr, Ingenieur bei Gebr. Körting, Hannover. Dr. Herm. Ost, Docent an der techn. Hochschule, Hannover. Karl Prediger, Architekt, Hannover. Hugo Reck, Bergingenieur, Hannover. Friedr. Rohde, Ingenieur bei Gebr. Körting, Hannover. Aug. Sander, Maschinenfabrikant, i/F. Knölke, Hävemeyer & Sander, Hannover. Ad. Trübel, Ingenieur bei Gebr. Körting, Hannover. Pommerscher Bezirksverein. Ernst Henneberg, Fabrikbesitzer, i/F. Henneberg & Co., Freienwalde a/O. Sächsischer Bezirksverein. Otto Göschen, Director der Maschinenfabrik Vogel & Co., Leipzig. Keinem Bezirksverein angehörend. Herm. Blessinger, Reg.-Maschinenbauführer, Ingenieur der A.-G. Vulcan, Bredow. W. Daltrop, Director des Technikums, Lingen (Prov. Hannover). C. Haensgen, Ingenieur der Maschinenbauanstalt vorm. Gottschald & Nötzli, Golzern iSachs. Wolff, Ingenieur, Berlin N., Schlegelstr. 26.

Preis-Ausschreiben.

Nach Beschluss seiner letzten Hauptversammlung zu Mannheim hat der Verein deutscher Ingenieure einen Preis von 3000 / ausgesetzt für die beste Lösung der folgenden Aufgabe:

Ueber die vorteilhafteste Dampfgeschwindigkeit in

Dampfleitungsröhren bei guter Umkleidung der

selben sind exacte und ausführliche Versuche anzu stellen.

Der engere Vorstand, mit der Ausführung des Beschlusses beauftragt, knüpft an dieses Ausschreiben im Einvernehmen mit den von ihm gewählten Preisrichtern die folgenden Bestimmungen: 1. Die Versuche, welche sich auf die Einflüsse der Bewegungswiderstände und der Wärmeverluste durch die umkleidete Röhrenwand zu richten haben werden, können in rechnerisch zu verwertenden Einzelversuchen zu möglichst gesonderter Feststellung der Gesetze dieser Einflüsse oder in Gesammtversuchen bestehen.

2. Mit Rücksicht darauf, dass die vorteilhafteste Geschwindigkeit des Dampfes in Leitungsröhren von vielen Umständen abhängt, wird Wert gelegt auf alle exacten Versuche, seien sie angestellt mit gusseisernen oder schmiedeisernen Röhren, in horizontalen oder verticalen Leitungen (mit Aufwärts- oder Abwärtsbewegung des Dampfes) zum Betriebe von Dampfmaschinen oder zu anderen Zwecken. Die Versuche sind unter praktisch wichtigen Umständen anzustellen, und es sind die wichtigen einschlägigen Grössen in den Tabellen als Beobachtungsresultate anzugeben. 3. Die einzusendenden Arbeiten haben zu enthalten: a) eine auf die wesentlichen Einzelheiten eingehende Darstellung der Versuche durch Zeichnung und Beschreibung sowohl hinsichtlich der Einrichtungen und der äusseren Umstände, als auch bezüglich der Durchführung; »b) die beobachteten Originalzahlen; c) die Folgerungen, welche im Sinne der Aufgabe liegen, mit Beachtung der Genauigkeitsgrade der Versuche und der entsprechenden Giltigkeitsgrenzen. 4. Die Preisbewerbung ist unbeschränkt, insbesondere weder durch die Bedingung der Mitgliedschaft des Vereines deutscher Ingenieure noch auch der deutschen Nationalität des Bewerbers eingeschränkt. 5. Die Einsendungen haben in deutscher Sprache an den Generalsekretär des Vereines bis zum 1. Februar 1887 zu erfolgen. 6. Jede Einsendung ist mit einem Motto zu versehen und ihr ein versiegelter Briefumschlag beizufügen, welcher aussen durch dasselbe Motto bezeichnet ist und innen die Adresse des Einsenders enthält. 7. Durch die Preiserteilung erwirbt der Verein das Recht zur Veröffentlichung der betreffenden Arbeit. 8. Jede Einsendung, welcher ein Preis nicht zuerkannt worden ist, wird auf Verlangen an die namhaft gemachte, mit der im geöffneten Umschlag enthaltenen übereinstimmend gefundene Adresse zurückgesendet. Anderenfalls bleiben diese Umschläge uneröffnet.

Als Preisrichter sind gewählt worden und haben das Amt dankenswerter Weise angenommen die Herren:

C. Bach, Professor am kgl. Polytechnikum in Stuttgart.
H. Fischer, Professor an der kgl. technischen Hoch-
schule in Hannover.
C. Kley, Civilingenieur in Bonn.
Dr. H. Precht in Neu-Stassfurt bei Stassfurt.
M. Westphal, Ingenieur in Berlin N., Gartenstr. 9.

Sie haben als Commission das Recht, sich bei eintretenden Vacanzen durch freie Wahl zu ergänzen. Ihr Urteil ist bindend für den Verein.

Berlin, Dortmund und Karlsruhe im Januar 1885.

Der engere Vorstand des Vereines deutscher Ingenieure: E. Becker. H. Brauns. F. Grashof.

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