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deutscher Ingenieure.

aber ganz sicher zu gehen, ist Vorkehrung getroffen, die Drahtleitung auf der Brücke, wenn nötig, mit der Lichtstation der » United States Illuminating Co.« in geeignete Verbindung zu setzen. Zu diesem Zwecke wurden Drähte von den Stationen bis zu dem New-Yorker Ende der Brücke geführt.

(Nach der Zeitschrift für Elektrotechnik; Auszug aus einem Vortrage, gehalten im » Technischen Verein von New-York« am 14. Februar 1885 von Ingenieur Moritz A. Müller.)

vorsteher. Eigene Bahntelegraphen besitzen diese Strassenbahnen. in der Regel keine, doch sollen nunmehr auf den Verkehrsreicheren Linien infolge der vielfachen Unregelmässigkeiten im Betriebe auf Anordnung der Regierung zur Erhöhung der Sicherheit solche hergestellt werden. Die Signale zur Verhütung von Zusammenstölsen auf offener Strasse werden ausschliesslich mit der Glocke gegeben. Durch die Dörfer wird langsam gefahren unter beständiger Abgabe von Glocken- und Hornsignalen. Die Extrazüge oder Güterzüge folgenden regelmässigen Zügen in Pausen von 2 bis 3 Minuten. Der Dampf betrieb auf gleichzeitigen Fahrstrassen bietet inbezug auf Unglücksfälle, Scheuwerden der Pferde oder Maultiere geringe oder gar keine Gefahr, da die Züge keine grosse Geschwindigkeit besitzen, rasch angehalten werden können und da namentlich die Zugtiere sich schnell an das Geräusch der Züge gewöhnen. Zwischen den Hauptstationen befinden sich überall Haltestellen.

Die Tarife für den Personenverkehr werden in der Regel als Einheitstaxen zwischen den einzelnen Stationen berechnet, unbekümmert um die verschiedenen Entfernungen zwischen den einzelnen Stationen. In der Regel wird für die I. Klasse 16 Pf., für die II. 12 Pf. für jede Station berechnet, also z. B. für 5 Stationen Entfernung II. Klasse 5 x 12 = 60 Pf. bezahlt. Die Gütertarife berechnen sich nach der kilometrischen Entfernung auf 1,2 bis 1,4 Pf. für Centner und Kilometer bei ganzen Ladungen, auf 1,6 bis 2,4 Pf. für den Stück verkehr.

Der Betrieb der Strassenbahnen bietet natürlicherweise gegenüber den Normalbahnen auch seine schwachen Seiten. Dazu gehört die grössere Abnutzung des Rollmateriales, der grössere Unterhalt des Unterbaues. Namentlich ist der Strassenstaub in Italien ein gefährlicher Feind. Der Unterhalt des Rollmateriales und der Locomotiven, der Unterhalt des Unterbaues, die Regelmässigkeit des. Betriebes lassen in diesem Lande oft zu wünschen übrig; allein im grossen Ganzen genügen diese Dampfstrassenbahnen dem Verkehr ganzer Gegenden vollkommen und sind wegen der billigen Anlage lebensfähig.

Der Schweiz. Bauztg. vom 7. Febr. d. J. entnehmen wir die folgenden Mitteilungen

über Dampfstrassenbahnen in Oberitalien. Von Mailand aus gehen gegenwärtig 11 Dampfstrassenbahnen nach verschiedenen Richtungen, von Brescia 4, vor Alessandria 4, von Turin 6. Viele dieser Linien laufen parallel den Eisenbahnlinien oder verbinden durch andere Gegenden sich ziehend gewisse Eisenbahnknotenpunkte. Die kleineren und kürzeren Anlagen vermitteln den Personenverkehr der grössern Ortschaften in der Nähe der grossen Städte mit diesen, andere dehnen sich aber bis auf 40km Länge aus, steigen in die Thäler hinein und vermitteln Personenund Warenverkehr ganzer Gegenden mit grossen Eisenbahnpunkten. Es sind dieses gewissermassen selbstständige Anlagen auf der Stufe einer Nebenbahn. Der Ertrag dieser Bahnen ist sehr verschieden und schwankt zwischen 3 bis 10 pCt.; am grössten ist er bei denjenigen Linien, welche industrielle Gebiete durchziehen, während die längeren Linien in der Ebene, die ausschliesslich Ackerbau treibende Gegenden berühren, weniger guten Ertrag liefern. Diese Dampfstrassenbahnen werden von verschiedenen Privatgesellschaften, inländischen sowol als ausländischen, namentlich belgischen, hergestellt und betrieben. Die meisten derselben sind auf den Provinzialstrassen angelegt, während nur wenige eigenen Bahnkörper besitzen. Die Regierung erleichtert in ihren Concessionsbedingungen den Bau; in der Regel stellt sie auf ihre Kosten die nötigen Traceänderungen und Verbreiterungen der Provinzialstrassen her und verpflichtet die Gesellschaft zu einer bestimmten Anzahl von Zügen im Tage. Der Unterhalt des von der Anlage benützten Teiles der Strasse ist der Bahngesellschaft auferlegt. Die Zahl der ausgeführten Züge ist eine verschiedene, sie schwankt zwischen 2 bis 6 in 1 Tag.

Der Unterbau dieser fast ausschliesslich normalspurigen Bahnen nimmt von der Strassenbreite etwa 2,70m weg, und es bleiben für den übrigen Fuhrwerkverkehr noch 4,50m bis 5m übrig, so dass die normale Strassenbreite zwischen 6,50m bis 7m schwankt. Die äussere Schiene ist 0,70 bis 0,80m vom Strassenrande entfernt. Der kleinste Radius auf offenen Strecken beträgt 50m, geht aber in den engen Dorfstrassen bis auf 30m hinunter. Die 9 bis 10cm hohen Schienen, die auf Holzschwellen liegen und 20 bis 25kg das lfde. Meter wiegen, liegen oben gleich mit der Strassenoberfläche. In den starken Curven befinden sich Gegenschienen,

In der Regel zieht sich die Anlage durch die oft nur 5m breiten Dorfstrassen und nur, wo diese zu eng sind, ausserhalb der Ortschaften vorbei.

Das stärkste Gefälle beträgt 3 pct. bei Neuanlagen; bestehende Strassenstrecken mit gröfserer Steigung werden neu angelegt oder in einzelnen Teilen berichtigt.

Das Rollmaterial besteht aus Personenwagen für I. und II. Klasse von 2,10m bis 2,20m Breite, welche im Innern in der Regel 32 Sitzplätze, auf den bedeckten Perrons je 8 Stehplätze besitzen. Die Güterwagen sind offene oder gedeckte. Der Abstand der Achsen entspricht den scharfen Krümmungen. Das Gewicht der Personenwagen schwankt zwischen 5 bis 6, das der Güterwagen zwischen 3 bis 4t. Die Nettolast der Güterwagen wird in der Regel auf 6 bis gt, die Zahl der Wagen (ohne Locomotive) auf 4 bis 5 festgesetzt. Die Locomotive, 10 bis 18t schwer, hat 2 gekuppelte Achsen, 1,40m bis 1,50m von einander entfernt. Die Geschwindigkeit der Züge beträgt höchstens etwa 15km in 1 Stunde; bei Anlagen mit vielen Stationen und Haltestellen geht sie bis auf 12km herunter.

Die Anlagekosten dieser Bahnen sind natürlich verschieden, je nach der Ausstattung derselben, und je nachdem für grössere oder kleinere Strecken eigener Bahnkörper oder wesentliche und umfangreiche Strassenberichtigungen und Verbreiterungen vorgenommen werden mussten. So rechnet man einschl. Rollmaterial zwischen 22 500 bis 44 000 M für 1 km. Stationsgebäude sind nur an den Endstationen oder Abzweigungsstellen vorhanden und dienen nur als Magazine für Waren und Rollmaterial. An den Zwischenstationen befinden sich in der Regel gemietete Räumlichkeiten für die Warenbeförderung.

Das Zugpersonal besteht aus 1 Locomotivführer, 1 Heizer, 1 Zugführer, 1 bis 2 Billetschaffnern und 1 Wagenwärter. Die Bahnwärter in Entfernungen von 2 bis 3km besorgen zugleich die Bahnunterhaltung. Nur in grösseren Stationen befinden sich Stations

Die Abgeordneten - Versammlung des Verbandes deutscher Architekten- und Ingenieurvereine findet in diesem Jahre am 7. und 8. August in Breslau statt. Auf der Tagesordnung stehen ausser geschäftlichen (Verbandsstatuten, Geschäftsordnung der Abgeordnetenversammlung usw.) die folgenden Angelegenheiten:

Bestimmungen zur Normirung der civilrechtlichen Verantwortlichkeit für Leistungen der Architekten und Ingenieure.

Normalbedingungen für die Lieferung von Eisenconstructionen für Brücken- und Hochbau.

Honorarnorm für Ingenieurarbeiten,
Errichtung eines Semperdenkmals in Dresden.
Typische Wohnhausformen.
Erfahrungen inbetreff verzinkten Eisens für Bauzwecke.

Der Engineer vom 17. April d. J. giebt die folgenden Zahlen von neun in den letzten 8 Jahren erbauten Oceandampfern zur Personenbeförderung, den schnellsten ihrer Art:

gebaut von

Länge

Breite Tiefe
Arizona

Elder 137,82m 13,82 m 10,85 m
Alaska

152,40
15,24

11,58
Servia

Thomson 156,97 15,87 11,28
City of Rom

Barrow 170,74 15,83 11,28
Oregon

Elder
152,40
16,46

12,12
Aurania
Thomson 143,25

17,42 11,33
America

134,62 15,60 10,97
Umbria

Elder 158,49 17,45 12,5
Etruria

138,49 17,45

12,5 Die beiden letzten Schwesterschiffe, ebenso wie Servia, Oregon und Aurania der Cunard-Linie gehörig, sind ganz aus Stahl gebaut; Etruria hat bei 63 Umdr. der Schraube 19,6 Knoten in der Stunde erreicht. Oregon hat bei den 7 letzten Fahrten nicht weniger als 400 Knoten in 1 Tag gemacht und betrug der Unterschied der gesammten Fahrzeit bei diesen Reisen nicht mehr als 4 Stunden. Die schnellste Hin- und Rückreise erfolgte in 12 Tagen 21 Stunden 9 Minuten, entsprechend einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 181/2 Knoten.

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Fragekasten. Wer baut Maschinen zur Herstellung von Schiefergriffeln?

Selbstverlag des Vereines.

Commissionsverlag und Expedition: Julius Springer in Berlin N.

A. W. Schade's Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin 8.

ZEITSCHRIFT DES VEREINES DEUTSCHER INGENIEURE .

Band XXIX.

Sonnabend, den 27. Juni 1885.

No. 26.

Angelegenheiten des Vereines.
Zum Mitglieder-Verzeichnisse.

Martin Boecker, Hochofeningenieur der Zöptauer und Stefanauer

Bergbau- und Eisenhüttengewerkschaft, Stefanau i/Mähren.
Aenderungen.

Joh. Fr. Hauser, Ingenieur der Maschinenfabrik Stöckerau, Wien.
Pfalz-Saarbrücker Bezirksverein.

Jos. Schaefer, Ingenieur bei Gebr. Körting, Hannover.

Ferd. Schatzki, Ingenieur d. Noell’schen Waggonfabrik, Würzburg.
Th. Kleckl, Hütteningenieur, Dresden.
Dr. Arthur Schondorff, Heinitz, Reg.-Bez. Trier.

Neue Mitglieder.
Sächsischer Bezirksverein.

Aachener Bezirksverein.
Otto Venator, Ingenieur bei Ed. Theissen, Leipzig.

Adam Grange, Ingenieur der Gesellschaft Altenberg, Pr. Moresnet.
Sächsisch-anhaltinischer Bezirksverein.

Mannheimer Bezirksverein.
W. Moecke, Director, Nienburg a/S.

Dr. Georg Eschellmann, Mannheim.
Schleswig-holsteinischer Bezirksverein.

Bezirksverein an der niederen Ruhr.
Schroedter, kaiserl. Marine-Schiffbauingenieur, Kiel.

Max Morian, Kaufmann, Neumühl-Hamborn.
Keinem Bezirksverein angehörend.

A. Weger, Director der Gasanstalt, Ruhrort.

Keinem Bezirksverein angehörend. Georg Ahlemeyer, Ingenieur, Sociedad de Altos Hornos, Bilbao (Spanien).

Richard Peters, Ingenieur bei Fr. Herrmann, Elterlein i/Erzgeb. Heinr. Berns, Kaufmann, Stolberg bei Aachen.

Gesammtzahl der ordentlichen Mitglieder: 5345.

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Ueber Bobbinnetmaschinen mit Jacquardeinrichtung.
Von Ernst Müller, Ingenieur und Privatdocent an der technischen Hochschule Hannover.

(Hierzu Tafel XX und XXI.)

(Schluss von Seite 463.) Bewegungsmechanismen.

Schubstangen setzen von den beiden unteren Armen D

aus die gleichschenkligen Winkelhebel E bezw. Ej in SchwinDer Kettenbaum awird durch zwei Seilbremsen ge

gung. Weiter oben am Gestell ist je eine gleich grosse, der bremst, die Spannung des Seiles ist durch Spannung der

letzten Kurbel von E parallel liegende Kurbel F bezw. Fi Feder z zu regeln (siehe Fig. 3). Das Seil umfasst den Um

gelagert, so dass wir bier ein Parallelkurbelsystem vor fang der Seilscheibe meist 11/2 mal.

uns haben; es werden also alle Punkte, welche mit der Die Einleitung der Bewegung erfolgt bei der grossen Schubstange zwischen E und F verbunden sind, congruente, Länge der Maschine für die meisten Teile nicht nur von den mit ihren jeweiligen Tangenten parallele Kreisbögen bebeiden Stirnseiten der Maschine aus, sondern die Teile sind schreiben, folglich auch der vordere Punkt G bezw. Gi des auch innerhalb der Endpunkte noch einige Male geführt bezw. Kurbeldreieckes EFG (vergl. Fig. 3 und 7). angetrieben.

Die Entfernung zwischen E und F ist ziemlich grofs

gewählt, um Fehler, welche durch etwaige Abnutzungen und Antrieb der Schlitten (Fig. 7 bis 11).

Spielräume entstehen, für die Bahn des Punktes G möglichst Am meisten umständlich und zusammengesetzt erscheint der

wenig fühlbar zu machen. Antrieb der Treibstangen für die Schlitten. Es sollen von

Die Bewegung der Treibstange l ist nun durch die Bahnen einer Antriebwelle A aus beide Treibstangen 171 paarschlüssig

zweier Punkte derselben bestimmt. Die Stange trägt zu diesem

Behuf einmal an den äusseren Enden Führungsrollen H und bewegt werden; die Schlitten gleiten in Kreisbogen um dieunteren Punkte der Unterstützungsleiste n für das sich eben bildende

ausserdem angeschraubte Fortsätze mit Zapfen, deren MittelGewebe, und müssen dieselben abwechselnd von der linken

punkte mit G identisch sind. und von der rechten Seite von oben her gefasst werden, da

So lange die Treibstange 1 die Führung der Schlitten i in der Mitte die sich hin- und herschiebenden Fadensysteme

besorgt, muss sie sich um die Unterkante der Unterstützungsjeglichen Antrieb und Ueberleitung der Bewegung verwehren;

leiste n drehen, da die Schlitten ebenfalls um diese Mitteldie Bewegungsübertragung muss also von unten her beider

achse schwingen; demzufolge ist der Kreisbogen, welchen seitig aussen herum nach oben geleitet werden; links von

G beschreibt, centrisch um n, den Schwingungsmittelder Mitte treibt die linke Treibstange, rechts die rechte, wäh

punkt sämmtlicher Fadensysteme, gewählt worden. rend das Uebergeben von einer Stange an die andere in der

Dadurch ist aber die Leitbahn für die TreibstangenMittellage statthat. Die Schlitten i (Fig. 4) haben zu diesem

mittelachse H gegeben. Links bis zur Mittellage (für die vorZweck auf beiden Seiten von der Mitte .Nasen; in die ent

dere Stange) muss die Bahn ebenfalls centrisch um n sein;

aber dann ist die Bahn so zu wählen, dass ein Ausklinken sprechend gestalteten Lücken i greifen dann die Treibstangen/ mit den aufgeschraubten messingenen Leisten ein.

der inneren Schiene an l aus den Lücken ei der Schlitten

statthat und die Schlitten dem Antriebe. von rechts her unDer ganze Apparat zur Schlittenbewegung ist in Fig. 7 gehindert folgen können. Die Richtung des Babnpunktes G in der Mittellage, von der rechten Stirnseite der Maschine

geht von der Mittellage aus nach unten; die Bewegung des aus gesehen, gezeichnet; die Grenzlagen sind durch umringelte Punktes H ist deshalb von diesem Punkt an nahezu wageEndpunkte der Bahnen hervorgehoben, die Bewegungsrichtung

recht gewählt; es beginnt daher in der in Fig. 7 gezeichneten ist durch Pfeile angedeutet.

(mittleren) Stellung sich die vordere Treibstange aus den Nahe den Enden der lang durchgehenden Hauptantrieb- Vertiefungen der Schlitten herauszuheben, während die gegenwelle A sitzt je ein Zahnrad, welches durch ein gleich grosses überliegende Stange, von oben einfallend, die Schlitten schon das symmetrisch liegende Wellenstück B treibt; von hier aus wieder gefasst hat und sie demnächst nach hinten auslenkt, wird wiederum mit derselben Umdrehungszahl die Achse C also die nötige schaukelnde Bewegung erteilt. in Bewegung gebracht. C trägt am äusseren Ende eine Kurbel,

Zur Führung von l in der eben beschriebenen Bahn welche vermittels einer Schubstange den ungleicharmigen rollen die Leitrollen H auf den Führungshörnern JJ, welche Hebel D in Schwingung versetzt. Bis zu diesem Punkt ist in der Mitte durch den wagerechten Teil direct verbunden sind; für beide Seiten die Einleitung der Bewegung gemeinschaftlich, der Uebergang von

dem

centrischen Kreise zur und erst von hier aus ist die Anordnung der Teile für die mittleren wagerechten Strecke findet ziemlich scharf durch hintere und vordere Stange getrennt und symmetrisch zur einen Bogen statt, dessen Krümmung nur wenig grösser ist Mittelebene.

als die der Führungsrollen H.

:

um

n

dentscher Ingenieure.

Das Handrand T dient ferner auch dazu, wenn der Riemen auf der Losscheibe läuft, allen Teilen kleine Bewegungen oder auch eine bestimmte gewünschte Stellung mit Leichtigkeit geben und die Teile in dieser Stellung festhalten zu können. Solche besondere Stellungen sind z. B. beim Auswechseln der Schlittenspulen oder beim Einziehen neuer Fäden usw. notwendig.

musste.

Der Antrieb der sehr langen, verhältnismässig dünnen Treibstangen findet bei ungefähr im Länge an vier Stellen statt; G ist also auf jeder Maschinenseite viermal vorhanden. Die Ausführung der eben beschriebenen Bahnen J für die Leitrollen H, die in der Mittelachse der Stange liegen, ist natürlich aber nur an den beiden Endpunkten ausserhalb der gesammten Spulenschlittenreihe möglich, weshalb man zur sicheren Uebertragung weitere mit l fest verbundene Punkte führen

Dies ist dadurch erreicht, dass man die Fortsätze, welche die Zapfen für G tragen, noch weiter nach aussen verlängerte und dort wieder Unterstützungsrollen K anbrachte, die in besonders gestalteten Taschen L geführt sind (vergl. Fig. 8 und 9).

Fig. 9 giebt die Lage der Teile für die mittlere Stellung der Schlitten i wieder. Der in dieser Figur von K oberhalb liegende Teil der Tasche L ist natürlich wiederum centrisch in n, während die untere Ausfräsung besonders aus der Form des inneren Teiles der Hörner JJ zu bestimmen sein wird.

Behufs Auswechselung der Spulen az in den Schlitten i ist es nötig, eine der Treibstangen, der Bequemlichkeit halber ist die vordere gewählt, zu heben und damit ausser Eingriff mit den betreffenden Nasen der Schlitten zu bringen. Dies zu ermöglichen, sind die beiden Taschen Lauf eine gemeinschaftliche Achse M aufgekeilt, welche mit einem Handhebel N zu drehen ist. Vergl. Fig. 10, 11.

Es wird der Webstuhl in einer Lage angehalten und festgestellt, in welcher nur die vordere Treibstange die Schlitten erfasst hat, also z. B. bei einer Stellung der Teile, welche Fig. 9 zeigt.

Die Maschine steht also still; somit ist G als Festpunkt, als Drehpunkt für den Hebel HGK aufzufassen. Wird nun L nach aussen gedreht, so werden sich H und K in der angedeuteten Pfeilrichtung bewegen müssen; man dreht den Hebel N, gleichzeitig K nach unten drückend.

Die Bewegungen von L und K sind natürlich von einander abhängig, da M und G Drehpunkte sind. Hat man K ganz nach unten gedrückt und stellt N in der hierfür entsprechenden Stellung fest, so wird auch H und damit 1 in der gehobenen Stellung festgehalten werden. Die Schlitten i lassen sich nun äusserst bequem herausnehmen; die leeren Spulen werden durch bereitgehaltene neue ersetzt; nachdem die Schlitten eingebracht sind, führt man l in die alte Lage zurück, und der Stuhl kann wieder in Betrieb gesetzt werden. Die gesammten Verrichtungen für die Auswechselung einer Spule nehmen nur wenige Sekunden in Anspruch.

Das sichere und bequeme Feststellen der Tasche L besorgt ein federnder Stift 0, der in die betreffenden Oeffnungen 1, 2, 3 greift; die Feststellung durch 1 erfolgt, wenn die Maschine sich in Gang befindet, 2 entspricht der weitesten Auslenkung der Tasche, 3 wird benutzt, wenn die Schlittentreibstange 1 in der gehobenen Stellung bleiben soll. Zum raschen Auffinden der Lage 1 ist überdies am Gestelle noch ein Anschlag P für den Hebel N angeschraubt. Dieser Anschlag verhindert ausserdem ein zu hohes Heben des Hebels N, wodurch ja ein gewaltsames Einpressen der Schiene l in die Lücken von i hervorgerufen würde.

Die Ingangsetzung der Maschine ist aber nur dann zulässig, wenn alle Teile, welche ihre Lage verändert hatten, erst wieder in die richtige Stellung übergeführt worden sind. Es ist deshalb eine besondere Sicherheitsvorrichtung in Gestalt eines Anschlages an dem Hebel N angebracht, welcher sich im angehaltenen Zustande der Maschine bei veränderter Taschenlage gegen die Knagge R der Ausrückstange S legt und diese festhält, also verhindert, dass aus Versehen oder mit böswilliger Absicht vermittels der Ausrückstange S der Riemen von der Los- auf die Festscheibe übergeführt werde, bevor nicht wieder N und damit L durch 1 und P die für Ingangsetzung nötige Stellung eingenommen haben; anderen Falles würden selbstverständlich Brüche der Taschen oder anderer Teile unvermeidlich sein.

Trotzdem könnte der Fall eintreten, dass durch unbeabsichtigtes Drehen der Welle A eine Bewegung der Teile und damit Brüche veranlasst würden.

Dies ist dadurch verhindert, dass das Handrad T der Maschine, welches zugleich als Schwungrad dient, vermittels einer Klemmvorrichtung U, festgeklemmt wird. Vergl. Fig. 12.

Bewegung der Nadelstangen m, Fig. 13 bis 16.

Die beiden Nadelstangen m tragen die Nadeln, welche während der Maschenbildung unter die Kreuzungsstellen der Fäden fassen, die fertigen Halbmaschen nach der richtigen Stelle der Unterstützungskanten emporschieben und dort festhalten, bis die gegenüberliegende Nadelreihe die Unterstützung übernommen hat.

Die hierzu nötige » Vierseitbewegung« (square-motion, von unten nach oben, von innen nach aussen, von oben nach unten, von aussen nach innen), sowie die Verschiebung in der Längsrichtung der Stange im Zusammhange mit der Maschenbildung ist bereits weiter oben erläutert worden.

Figuren 7, 13 bis 16 zeigen den Bewegungsmechanismus für die hintere Nadelstange, derjenige für die vordere ist symmetrisch zur Mittelachse angeordnet.

Die Bewegung des Armes, welcher am inneren Ende die Nadelstange m trägt, ist durch die Bahnen der beiden Punkte U und V bestimmt. Es besorgt der äussere Punkt V in der Hauptsache die Horizontalverschiebung in der zur Mittelachse der Maschine senkrecht stehenden Ebene, während der Endpunkt U die Verticalverschiebung übernimmt.

Die Erzeugung der absatzweisen Bewegung der Winkelhebel U' WW', V X X', welche sich um W und X' drehen, erfolgt durch je eine der auf B sitzenden Curvenscheiben, durch Y und Z. Die Mantelflächen der Curvenscheiben sind aus zwei conachsialen Cylindern und zwei Uebergangsflächen zusammengesetzt. Die Leitrollen werden beide durch Schraubenfedern angepresst, der Klarheit halber ist jedoch nur die für den Winkelhebel XV X gezeichnet.

Die Nadelstangen sind aus Winkeleisen verfertigt und auf ihrer gesammten Länge (7m) sechsmal unterstützt und angetrieben. Zu diesem Zwecke sind die Hebel WU' und XV auf jeder Seite sechsmal vorhanden, die Hebel WW' und XX aber nur am vorderen und hinteren Ende der durch die ganze Maschine hindurch gehenden Wellen X, W angebracht.

Da die Nadelstangen ziemlich dünn sind und bei ihren absatzweisen raschen Bewegungen leicht in Schwingungen kommen würden, ist jede von ihnen in ihrer Länge durch eine kräftige Plattfeder & gespannt. Diese Plattfeder bewirkt zugleich das Andrücken der Rolle ß an die Curvenscheibe Y, welche der Nadelstange die nötige Längsverschiebung giebt.

Die Nadelstange führt also drei zu einander senkrecht stehende Bewegungen aus, demzufolge die Köpfe der Spannstangen 8 und die Unterlegscheiben ě mit kugelförmigen Sitzflächen versehen sind. Sowohl die linke als auch die rechte Zugstange sind mit Schraubenpaaren 55' ausgerüstet; die Schrauben & sind zum richtigen Einstellen der Nadeln nötig, 6 dienen zum Spannen der Plattfeder (.

Bewegung der Fadenführerschienen, Fig. 17, 18.

Die Fadenführerschienen f g h werden ebenfalls mittels je einer Curvenscheibe hin und her geschoben. Eine Plattenfedern (Fig. 17) bewirkt wiederum die nötige Spannung in den dünnen Flacheisenschienen, so dass in allen Bewegungsstadien Zug in den Schienen herrscht, dieselben also bei der Rückbewegung nicht ausknicken können, und etwa entstehende Abnutzungen keinen toten Gang hervorrufen. Die Feder besorgt gleichzeitig das Andrücken der Rollen 9 an die Curvenscheibe e bezw. eines Anschlages k an das Maschinengestell. Anschläge k und Stellschrauben 2 lassen den Hub der Schiene genau regeln.

Die Formstücke der Curvenscheiben sind auf die Kreisscheiben aufgeschraubt und auswechselbar, so dass sich ebenso leicht die Maschine in eine mit anderer Teilung (Maschinenbreite) umbauen, als sich eine Maschine, welche die Musterfäden über mehr als zwei Kettenfäden führt, durch einfaches

Band XXIX. No. 26.

27. Juni 1885.

Müller, Ueber Bobbinnetmaschinen mit Jacquardeinrichtung.

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Aufsetzen anderer Formstücke in eine solche umwandeln lässt, welche nur über zwei Kettenfäden (wie die ältere Maschinenart) bindet.

Die Stange f, welche die durch Jacquardschnuren q gezogenen Nadeln f trägt, erhält neben einer Längsverschiebung um o eine nickende Bewegung, indem vorübergehend die Laufrolle u in die Aussparung der unrunden Scheibe v einsinkt. Es werden hierdurch alle Nadeln f auf einmal nach hinten in die punktirt angegebene Lage (Fig. 18) ausgelenkt, so dass von den Fingern f alle Muster- und Kettenfäden frei gelassen werden und somit kein Faden haften bleiben kann, sondern sämmtlich sicher in die Anfangslage (Fig. 26) übergeführt werden.

Der am Gestelle feste Zapfen bei o muss ausserdem eine Verschiebung in seiner Längsrichtung zulassen, da sich f längs verschiebt. Die Unterstützung der Schienen durch die Schlitze der Lagerböckchen ist in Fig. 18 angedeutet.

Die Länge der Harnischschnuren q ist durch kleine verschiebbare Schlösser regelbar (Fig. 3).

Vorrichtung zum Abziehen der Musterfäden,

Fig. 3 und 19. Eine besonders hübsche Vorrichtung ist die zum Abziehen des nötigen Musterfadens, aber auch nur des gerade nötigen Fadens unter unveränderter Spannung.

Die Fäden kommen von Spulen ai, gehen über Führungsstangen y nach Fadenleitern b. Zwischen hier und der Abzugsvorrichtung sind die Bleigewichte d eingeschaltet, welche auf- und absteigen können und die für ein gleichmässig aussehendes Gewebe durchaus notwendige unveränderliche Spannung der Musterfäden hervorbringen.

Von den Ringelchen c aus laufen die Fäden durch einen Schlitz, welcher von einer halbrunden Stange und einer darüber gelegten schmalen Schiene gebildet wird. Dieser Schlitz erhält eine schwingende Bewegung.

Das innere Ende bleibt, da die Drehachse in ihm liegt, immer an derselben Stelle, während das äussere Ende beim Aufwärtsgehen den Faden nach oben zieht. Das Bleigewicht d steigt, bis sich die Oeffnungen des Ringels c und des Fadenführers b decken, und dann erst wird neuer Faden abgezogen. Es wird aber immer nur gerade das abgezogen, was gebraucht worden ist, und was noch zur nächsten herzustellenden Halbmasche am Fadenvorrat fehlt; wäre z. B. bei einem Schusse gar nichts verbraucht worden, so würden die Gewichte nur auf- und abspielen, es würde kein neues Garn abgezogen. Die Schwingungen der Wiege n sind so bemessen, dass der Weg des äussersten Schlitzpunktes, welcher ja für das Abziehen massgebend ist, gleich oder ein weniges grösser ist als die Maschenweite.

Das Abziehen muss für jede Umdrehung zweimal stattfinden, da bei jeder Umdrehung zwei Halbmaschen gebildet werden; der Musterfaden geht zwischen zwei benachbarten Kettenfäden einmal hin und einmal zurück. Deshalb hat die auf A sitzende unrunde Scheibe ? zwei Flügel, welche bei jeder Umdrehung die Rolle o und damit den Hebele zweimal hin und her schwingen lassen. Die Schwingungsweite für az ist durch die Verschiebung des einen Endpunktes der Schubstange in dem Schlitze des Hebels & zu regeln.

Der Musterfaden ist an der mit n bezeichneten Stelle der Fig. 19 im Gewebe festgebunden. Wird die Wippe nach links ausgelenkt, so biegt sich der Faden zweimal ziemlich scharf um die Schlitzkanten herum, so dass schon der Zug, welcher zum Umdrehen der Spulen di nötig ist, bedeutend anwachsen muss, ehe eine Rückwirkung auf das oberhalb der Klemmvorrichtung liegende Fadenstück eintritt, in welchem ja eine Spannung gleich dem Gewichte des Stäbchens d herrscht. Das Einflechten des Musterfadens in die Kettenfäden findet statt, wenn der Schlitz seine gestreckteste Lage hat, also wenn der Faden sich ohne Hindernis hindurch ziehen kann.

walze a'; der Abzug des fertigen Zeuges geht daher mit gleichmässiger Geschwindigkeit vor sich, die Maschenhöhe bleibt sich immer gleich.

Durch ein auf der Welle C sitzendes Excenter wird ein doppelarmiger Hebel v bewegt, der wiederum vermittels einer Schubstange den Winkelhebel q in Schwingung versetzt. Am vorderen Ende des Winkelhebels sitzen auf zwei Zapfen neben einander vier Schaltzähne, die um je 1/4 Teilung versetzt sind, so dass auf 1/4-Zahnteilung genau der Vorschub geregelt werden kann. Die um zwei am Gestell feste Zapfen drehbaren vier Sperrklinken sind natürlich gleichfalls um 1/4-Teilung versetzt. Die Teilung des Sperrrades ist in Wirklichkeit viel kleiner als in der Fig. 20 der Bequemlichkeit halber angegeben. Das Sperrrad ist mit dem Zahnrade 11 fest verbunden und dreht sich mit diesem lose auf der Achse von a'; auch der Winkelhebel dreht sich lose auf a'; 91 greift in 92; das mit 92 auf dieselbe Welle gekeilte Rad 93 endlich treibt 94 und damit die Achse a'. Die Zahnradübersetzung beträgt für jedes Paar ungefähr 1:2. Die absolute Grösse des Vorschubes lässt sich innerhalb sehr weiter Grenzen verändern, da sowohl die Arme von v als auch der getriebene Arm von sich vergrössern und vermindern lassen.

In Fig. 22 ist die Mittelunterstützung der Stachelwalze durch einen Arm gezeigt. Es ist an dieser kurzen Stelle einfach der Walzenbeschlag weggelassen, was bei der grossen Breite der rechts und links liegenden Stücke sich als vollkommen zulässig erweist.

Fig. 23 endlich giebt eine Hebevorrichtung für den Zeugbaum an. Mittels des Handhebels x kann der Warenbaum a in die Höhe gehoben werden. Die Zapfen des letzteren sind zu diesem Zwecke in Schlitzen des Gestelles y senkrecht geführt. Ein Riegel w hält die Hebel in der punktirt gezeichneten Lage fest, so dass der Zeugbaum abgerollt, um irgend etwas nachzusehen, oder auch bequem abgenommen und ausgewechselt werden kann, nachdem das Zeug durchschnitten ist. Die Stachelwalze a hält unterdessen den. übrig gebliebenen Stoff mit ungefähr 1/4 ihres Umfanges, also hinreichend, fest.

Allgemeines. Ueber die Grösse der Maschinenteilung sowie über den Raumbedarf usw. ist bereits in der Z. 1884 S. 588 einiges mitgeteilt worden; zur Vervollständigung werde noch folgendes hinzugefügt.

Das Umbauen einer Maschine in eine solche mit anderer Teilung ist leicht zu bewerkstelligen; die Bewegungsmechanismen bleiben alle dieselben, nur werden andere Fadenführerschienen befgh, andere Schlittenführungskämme k und andere Nadelstabstücke an die Nadelstangen m angebracht. Zu diesem Zwecke sind die Haken f, die Blättchen zur seitlichen Führung der Haken, die Blätter des Kammes k und die Nadeln in besondere Compositionsstücke von 2 Zoll engl. Länge eingegossen.

In die zu ihrer Herstellung angewendeten Metallformen werden für jede Teilung nur besondere Lehren aus Metall geschraubt, welche eine sichere Lagerung für die einzugiessenden Haken, Blättchen und Nadeln bilden. Die Löcher für die Befestigungsschrauben sind natürlich für alle Teilungen gleichliegend und werden gleich mit eingegossen. Die Teilung in Stücke von nur 2 Zoll englisch gestattet auch ein bequemes Auswechseln auszubessernder Teile.

Die verarbeiteten Garne sind sämmtlich zweifädig gezwirnte; der stärkere Zwirn wird zu den Musterfäden genommen, der feinste zu den Bindefäden, und zwar werden Zwirne bis zu Nummer 140 2fach (metrisch) verwendet. Der Rohstoff ist noch vorzugsweise Baumwolle; erst in neuester Zeit ist von Seidel und Richter in Zittau auch Chinagras (urtica nivea) zur Herstellung derartiger Vorhangstoffe benutzt worden, und wird die betreffende Ware unter dem Namen »Nesselgardine« in den Handel gebracht. Befremdend muss

es erscheinen, dass hinsichtlich des Bezuges der für diesen Industriezweig notwendigen zweifach gezwirnten, flach präparirten Garne wir noch vielfach von England abhängen. Einheimische Spinnereien haben zwar angefangen, die niederen Nummern zu spinnen, aber die höheren Nummern werden noch wenig hergestellt und fast

Bewegung des Zeugbaumes, Fig. 20 bis 23.

Wie schon eingangs erwähnt, wird bei den neuen Maschinen der Zeugbaum a nicht mehr direct angetrieben, sondern er rollt auf einer mit kurzen Spitzen versehenen Stachel

des

Ingenieure

ausnahmslos von England bezogen. Das ist ein Umstand, welcher bei der Höhe des Einfuhrzolles für diese Garne den Fabrikanten der »englischen Gardinen usw.« den Wettbewerb im Auslande sehr erschwert. Die auswärtige Nebenbuhlerschaft lässt nichts unversucht, um die deutsche Fabrikation nicht aufkommen zu lassen; deshalb sind die Preise ziemlich gedrückt, und doch ist es bereits gelungen, deutsche Waren dieser Gattung im Auslande (Holland, Schweden, Dänemark, Schweiz) einzuführert. Um im Auslande erfolgreicher in den Wettbewerb eintreten zu können, haben »vogtländische Fabri

kanten englischer Gardinen« eine Bittschrift an den Bundesrat gerichtet, dass der Zoll für diejenigen Garne, welche zur Herstellung solcher Vorhangstoffe verwendet werden, die zur Ausfuhr gelangen, wieder rückerstattet werde.

Vielleicht richten sich auch einige der neueren einheimischen Spinnereien für den nicht unbedeutenden Verbrauch von feinen Garnen für diesen Industriezweig ein, so dass auch diese Schwierigkeiten noch überwunden werden und Deutschland sich eine Industrie, welche tausenden von Arbeitern gute Beschäftigung gewährt, selbst gross gezogen haben wird.

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Ueber das Messen von Geschossgeschwindigkeiten.

Von H. Lehmann in Karlsruhe. (Vorgetragen in der Sitzung des Karlsruher Bezirksvereines vom 12. Decbr. 1884.) »M. H.! Wenn ich es unternommen habe, Ihnen an dieser statten sehr geringe Schussweiten, so dass die gemessene GeStelle einiges über die Art und Weise mitzuteilen, wie man schwindigkeit beinahe übereinstimmend ist mit der gesuchten die Geschwindigkeit abgeschossener Gewehr- oder Geschütz- Anfangsgeschwindigkeit. Dieser Vorteil wird freilich vollprojectile messen kann, so muss ich zunächst bemerken, dass ständig aufgehoben durch die vielen Fehlerquellen, mit welchen ich Ihnen damit durchaus nichts neues zu sagen vermag, beide Apparate behaftet sind. indem der Gegenstand in den Kreisen des besonderen Faches

Die Methoden der anderen Art, bei welchen, wie schon längst bekannt ist, ich also nur wiederholen kann, was in erwähnt, die Flugzeit des Geschosses für eine bestimmte Lehrbüchern der Ballistik und in anderen militärwissenschaft- Bahnstrecke gemessen wird, gestatten nur die Ermittelung lichen Werken längst ausführlich dargelegt wurde. Trotzdem der mittleren Geschwindigkeit innerhalb dieser Bahnstrecke. werde ich mir erlauben, über diese Dinge vorzutragen, weil Diese mittlere Geschwindigkeit wird sich um so mehr der ich einerseits der Ueberzeugung bin, dass nur wenige unserer gesuchten Anfangsgeschwindigkeit nähern, je kürzer die beVereinsmitglieder bisher Gelegenheit hatten, sich mit dem obachtete Bahnstrecke ist. Der kleineren Bahnstrecke entGegenstande zu beschäftigen, und andererseits meine Thätig- spricht aber auch eine kleinere Flugzeit; es müssen demnach keit bei der Deutschen Metallpatronenfabrik Lorenz mir die sehr empfindliche Instrumente zur Bestimmung dieser FlugMöglichkeit geboten hat, aus eigener Anschauung und aus zeit angewendet werden, Instrumente, welche das Ablesen eigener Erfahrung hier vor Ihnen über das erwähnte Thema sehr kleiner Zeitteilchen gestatten. Wäre das Gesetz des sprechen zu können.

Luftwiderstandes genau genug bekannt, um es für die RechWenn man sich ein Urteil bilden will über die Bahn nung verwenden zu können, so könnte man auch grössere eines Geschosses innerhalb des lufterfüllten Raumes,

Flugzeiten beobachten, weil man von der gefundenen mittmuss man vor allen Dingen die Geschwindigkeit des Ge- leren Geschwindigkeit einen sicheren Schluss auf die gesuchte schosses während des Durchlaufens dieser Bahn kennen Anfangsgeschwindigkeit ziehen könnte. Die Messmethode lernen; dabei ist von grösster Wichtigkeit diejenige Geschwin

würde dann die denkbar einfachste sein, indem man nur nötig digkeit, welche das Geschoss hat, sobald es den Lauf verlässt. hätte, ein Geschoss senkrecht nach oben abzusenden und die Man bezeichnet dieselbe als Anfangsgeschwindigkeit oder auch Zeit zu beobachten, die vergeht vom Aufblitzen des Schusses als Geschwindigkeit an der Laufmündung. Diese Anfangs

bis zum Wiedereintreffen des Geschosses in der Ebene der geschwindigkeit zu messen, war seit langer Zeit das Bestreben Laufmündung. Ist t die beobachtete Zeit und g die Beschleualler Ballistiker. Zahlreiche Methoden und Apparate sind er

nigung der Schwere, so ist die Anfangsgeschwindigkeit des sonnen worden, um diese Aufgabe zu lösen. Im allgemeinen

Geschosses im luftleeren Raume bekanntlich lassen sich alle diese Messverfahren in zwei grosse Gruppen

tg einteilen. Bei der einen Art wird die Flugzeit eines Ge

2 schosses für eine bestimmte Wegstrecke mittelbar oder un

Dieser Wert wäre mit Rücksicht auf den Luftwiderstand mittelbar gemessen, bei der anderen dagegen die Einwirkung

zu berichtigen, was indessen bislang noch nicht gelungen ist. des Geschosses auf das Ziel.

Dass der Luftwiderstand für längere Bahnstrecken durchDie Methoden dieser letzteren Art stützen sich darauf, aus nicht vernachlässigt werden darf, geht aus folgendem dass die Einwirkung eines Geschosses auf einen anderen Beispiele deutlich hervor. Schiesst man aus einem glatten Körper wesentlich von der Geschwindigkeit des ersteren ab- Vorderlader eine Rundkugel ab, so ist deren Anfangsgeschwinhängt. Schiesst man gegen eine homogene Masse verschiedene digkeit bedeutend grösser als die eines Langgeschosses, welches Geschosse ab, so werden diejenigen am tiefsten eindringen, sich durch die Züge eines der neueren Hinterladungsgewehre deren Anfangsgeschwindigkeit am grössten ist, vorausgesetzt, pressen muss. Trotzdem wird unter bestimmten Verhältnissen dass die Geschosse hinsichtlich ihrer Form, Masse und das Langgeschoss schon nach kurzer Zeit die Rundkugel überElasticität gleich sind. Der Amerikaner Rodmann hat diese holen, also eher am Ziel eintreffen als diese. Hätte man in Methode am meisten ausgebildet und die darauf bezüglichen beiden Fällen die ganze Flugzeit beobachtet, so' würde sich Apparate construirt, freilich ohne brauchbare Resultate zu er- für das Langgeschoss eine grössere mittlere Geschwindigkeit zielen. Bei weitem grössere Bedeutung hat ein von Robins ergeben als für die Rundkugel, und doch hat das erstere eine erfundener Apparat erlangt, der unter dem Namen »ballistisches geringere Anfangsgeschwindigkeit besessen. Damit ist wohl Pendel« längere Zeit in der Praxis verwendet wurde. Es be- genügend klar gelegt, wie notwendig es ist, möglichst kleine ruht derselbe auf einem ähnlichen Grundgedanken, wie der Rod- Bahnstrecken zu beobachten, so lange es nicht gelingt, den mann-Apparat, nur ist der beeinflusste Körper eine pendelnd

Einfluss des Luftwiderstandes in Rechnung zu bringen. aufgehängte Scheibe, welche von den Geschossen getroffen

Von allen den vielen Methoden, die in mehr oder weniger wird und einen um so grösseren Ausschlag erleidet, je grösser erfolgreicher Weise die Lösung der gestellten Aufgabe, sehr die Geschwindigkeit des betreffenden Geschosses ist. Natür- kleine Flugzeiten zu messen, ermöglichen, will ich nur diejenigen lich muss auch hierbei die Masse und Elasticität des Ge- näher andeuten, die des dabei verwandten Grundgedankens schosses und der Scheibe in der Rechnung berücksichtigt wegen einiges Interesse beanspruchen. Werden zwei Scheiben, werden, wodurch die Ermittelung der gesuchten Anfangs- die in einer gewissen Entfernung hinter einander stehen, in geschwindigkeit ziemlich umständlich und zeitraubend wird. gleichmässige Umdrehung versetzt, und wird gegen die erstere Beide angedeutete Methoden besitzen indessen einen grossen ein Schuss abgefeuert, so wird die Kugel durch die erste Vorzug vor vielen anderen noch zu beschreibenden; sie ge- Scheibe hindurch gehen und die zweite um so viel später

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