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Band XXIX. No. 25. – 20. Juni 1885.

mit derselben zusammenhängenden Aufsätze in der Eisenzeitung verhandelt. Der Vorsitzende berichtete, dass die Eisenzeitung die auf Grund des Pressgesetzes beanspruchte Aufnahme einer Erklärung des Ausschusses zur Widerlegung der heftigen gegen die Vereinsingenieure gerichten Angriffe verweigert habe, und zwar, weil in den Angriffen weder der Centralverband als solcher noch ein bestimmter Verbandsverein ausdrücklich bezeichnet sei; ebensowenig habe die Eisenzeitung die erbetenen Belege für die ausgesprochenen Beschuldigungen geliefert. Hr. Staatssekretär v. Möller bezeichnete die ganze Behandlung der Angelegenheit durch die Faber’sche Broschüre, weil pseudonym erschienen, als eine unwürdige und der Beachtung nicht werte, welcher Ansicht gemäss beschlossen wurde, von weiteren Schritten Abstand zu nehmen.

Patent bericht. 475

Schliesslich fand eine Vorberatung über eine für alle Vereine auf gleichen Grundsätzen beruhende Versicherung der Ingenieure statt, und zwar schlug der Ausschuss vor, dass solches geschehe: durch Lebensversicherung, durch Unfallversicherung und durch Gründung einer Pensionskasse. Der Ausschuss wurde beauftragt, in diesem Sinne Vorschläge auszuarbeiten.

Bei der Wahl des Ausschusses wurden die bisherigen Mitglieder wiedergewählt, so dass derselbe besteht aus: Hrn. Dr. Delbrück (Züllchow-Stettin) als Präsident, » C. Gärtner (Magdeburg) als dessen Stellvertreter, » H. Simon (Berlin) als Schriftführer.

K1. 26. No. 3O928. Elektrischer ...- Lampenanzünder. E. Grube, Hamburg. Um den Zünder a mit Zündrohr i, in welchem ein Inductionsstrom zum Zünden benutzt wird, an alle nur möglichen Orte bringen zu können, wird derselbe mittels der Schelle e und Flügelschraube am Arme d der Stockhülse s befestigt; dabei lässt sich derselbe in allen nur möglichen Winkellagen zum Stocke ein- und feststellen. Um die Flügelschraube ist der Hebel lh drehbar, um mit demselben durch Anziehen der Schnur 2 den zur Erzeugung des Inductionsstromes nötigen Druck auf den Knopf b des Zünders ausüben zu können. Die Feder r bringt den Hebel in seine Ruhelage zurück.

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Patent bericht. - « «

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deutscher Ingenieure.

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Kohlensäure zu verschiedenen Zwecken, zum Bierausschank usw. besser transportfähig zu machen, indem man sie in mit Holzkohle gefüllte Behälter presst.

K1. 72. No. 31145. Verbundgeschosse und Verfahren zur Herstellung derselben. W. Lorenz, Karlsruhe (Baden). Die Verbundgeschosse besitzen einen Kern aus Weichblei und einen Mantel aus Stahl, Kupfer, Messing oder einem anderen harten Metall, um ein Plattschlagen und Zerreissen des Geschosses beim Eindringen in den menschlichen Körper zu verhindern. Die Geschosse werden in der Weise hergestellt, dass die durch Pressen gefertigten Mäntel reingebeizt, verzinnt oder verzinkt und voll Blei gegossen werden. Unter Umständen kann letzteres unter Pressen noch verdichtet werden. Zur Führung der Geschosse im Gewehrlauf erhalten dieselben entweder aufgelötete Ringe aus weicherem Metall oder ringförmige Verstärkungen des Mantels.

Kl. 86. No. 31OO8. Schaftmaschine. S. Hugot, Ehrenfeld. An Stelle der schwingenden Ladebesitzt die Schaftmaschine einen Rahmen r, welcher in der Richtung der Nadeln s wagerecht verschoben wird. Der Rahmen wird beim Heben des oberen Messers o durch die mit diesem verbundene Stange h nach rechts bewegt und dabei der Kartencylinder c von den Nadeln entfernt und um 90° gedreht; beim Senken des Messers o vollführt der Rahmen durch die Wirkung von Federn l eine Bewegung nach links, so dass die Karte gegen die Nadeln gelangt.

Litteratur.

Untersuchungen zur Kanalisation. Von Dr. J. Soyka, Professor der Hygiene an der deutschen Universität zu Prag. München und Leipzig, 1885. R. Oldenburg, Das etwa 10 Druckbogen starke Buch weist auf Grund mit aller Vorsicht gesammelter Zahlen und eingehender Sorgfältiger Versuche nach, dass gut ausgeführten Schwemmsielen die hin und wieder behaupteten Uebelstände -Verpestung der Luft durch Sielgase, Versumpfung des Bodens infolge Undichtigkeit der Siele – nicht eigen seien, Dr. Soyka zerlegt diesen Beweis in drei Teile, deren Reihenfolge zweckmässiger die umgekehrte sein würde, indem der erste Beweisteil, welcher den Gesammteinfluss der verschiedenen Sielzustände (der Stadt München) auf die Sterblichkeit darstellt, schneidiger gewesen sein würde, wenn derselbe sich auch auf die beiden anderen Beweisteile: Luftbewegung in den Kanälen und Selbstreinigung des Bodens, gestützt hätte. Zunächst enthält das Buch eine Schilderung der Sielzustände wie der Bodenverhältnisse Münchens; es ist möglich, auf Grund derselben die Stadt in 4 Gruppen zu zerlegen. Nun folgt die Zusammenstellung der Sterblichkeit innerhalb dieser Gruppen, und zwar der Sterblichkeit im allgemeinen wie derjenigen durch bestimmte Krankheiten hervorgerufenen der Kinder. Sämmtliche Vergleiche liefern das Ergebnis, dass die Strassen ohne Siele die ungesundesten sind. Um der Wohlhabenheit der Bevölkerung Rechnung zu tragen, ist auch die Zahl der innerhalb der einzelnen Gruppen beschäftigten männlichen und weiblichen Dienstboten getrennt aufgeführt.

Auf diese sehr fleissige Arbeit folgt eine von gleicher Sorgfalt zeugende über die Luftbewegung in den Kanälen. Aus zahlreichen eigenen Beobachtungen wie denjenigen anderer geht hervor, dass die Sielluft in der Regel mit dem Wasser strömt, jedoch auch umgekehrte Stromrichtungen eintreten. Letztere sind indessen so schwach, dass eine gut angelegte Wassersperre (Geruchverschluss) den Austritt der Sielgase in die Häuser mit voller Sicherheit hindert.

Zahlreiche Versuche Soyka’s und anderer, die in ihren Einzelheiten beschrieben werden, ergeben, dass die Selbstreinigung des Boden, d. h. die Zerlegung organischer Stoffe in unorganische, eine vollständige und dauernde ist, wenn gewissen näher erörterten Bedingungen – welche bei gut angelegten Sielen erfüllt werden – Rechnung getragen ist.

Das Buch mag in erster Linie für die Gesundheitslehre geschrieben sein; es ist jedoch auch von hohem Wert für den Techniker, welcher aus ihm zahlreiche für die Ausführung wichtige Thatsachen und Gesichtspunkte zu entnehmen vermag.

Bei der Redaction eingegangene Bücher:

Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung des Flugstaubes in den Rauchkanälen und Condensationsräumen von Hüttenwerken, Fabriken, Dampfkessel- und sonstigen Feuerungsanlagen. Von E. Schlösser u. A. Ernst. Hannover 1885.

Vorarbeiten für das Wasserwerk der Stadt Mannheim. Von Oskar Smreker, Mannheim.

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Es ist also das Anlagekapital nur halb so gross, als die Rech

nung des Hrn. Professor Dietrich ergiebt.

Im Interesse der Sache erwähne ich noch, dass eine Accumulatoren-Anlage, bestehend aus 28 Stück 2pferdigen Zellen, die von einer Schwerd'schen Dynamomaschine mit 50 Amp. geladen werden, seit einem Monat in dem Concertlocale von Hrn. W. Jacoby hier in Betrieb ist, und werden von derselben, nachdem die Dynamomaschine, die bis 75 Amp. Strom liefern kann, abgesetzt ist, noch während mehrerer Stunden – je nach Bedarf – 80 Glühlichtlampen gespeist.

Mit dem Ersuchen, vorstehendes in die Zeitschrift aufzunehmen, und zu jeder weiteren Auskunft gern bereit, verbleibe

hochachtungsvoll

Hamburg, 30. Mai 1885. J. L. Huber.

Hierauf ist uns von Hrn. Prof. Dr. Dietrich die folgende Entgegnung zugegangen:

Zur Beantwortung der vorstehenden Berichtigung des Hrn. Huber erlaube ich mir, auf die Quellen der in meinem Aufsatz über Accumulatoren in No. 22 angeführten und das System FaureSellon-Volckmar betreffenden Zahlen zurückzugehen.

Die Electrical Power Storage Co. sagt in einem gedruckten Prospecte vom Juli 1884, ihre Accumulatoren betreffend:

»Charging: The strength of the current should be determined by the number of plates in a cell. It should not exceed, for economical working, 1/2 amp. per plate. Thus, a 1 E.H.P. cell, with 15 plates, should not be charged with a greater current than 22”/2 amp., and, if time permits, it is better to charge at a slower rate. The standard rate is 20 amp. When time is of more importance than efficiency, the rate may be increased to 30 amp., but this should never be exceeded.

In regular working, the amount of charge put into the accumulator should not exceed that taken out by more than 10%o. In the absence of exact measurements, it will be sufficient if the charging is ordinarily stopped soon after gasbubbles are freely given off. This is important, as frequent overcharging is very prejudicial to the positive plates.«

»Discharge: During the discharge, the leads remain as when

charging. The maximum rate of discharge for cells in ordinary work is 2amp. per plate. Thus the normal discharge rate of a 1 E.H.P. cell with 15 plates is 30 amp. This may, when the cells are full, be continued for about 8 hours without noticeable drop of electromotive force. If the current be drawn off more slowly, the electromotive force will remain even more constant; 20 amp. may be taken for about 14 or 15 hours. When the 2 amp. rate is exceeded, the efficiency is less and a too rapid rate of discharge is detrimental to the plates. Only about ”3 of the total charge in the accumulators should be drawn off; they should never be emptied, except as mentioned later on (betrifft das vollständige Entladen einer fehlerhaften Batterie).« Es hat also in der That keinen Anstand, einem einpferdigen Accumulator der El. P. St. Co. 30 Ampère zu entnehmen (Hr. Huber beansprucht etwas stark, nämlich mit 40 Amp.), aber es geht auch aus dem obigen Citate hervor, dass ein solcher einpferdiger Accumulator 15 Elektrodenplatten hat. Die meiner Rechnung in No. 22 zu Grunde liegenden Accumulatoren haben jedoch nur 9 Platten, und demnach dürfen blos 18 Amp. zur Entnahme kommen, wie ich auch voraussetzte. Der Preis war factisch loco Stuttgart einschl. Fracht und Zoll 46 % 15 Pf. für 1 Accumulator; an dieser durch Factura bewiesenen Thatsache ändert der Einwand des Hrn. Huber nichts. Meine Preis- und Leistungsangabe stimmt übrigens auch völlig mit einer Preisliste der El. P. St. Co. vom September 1884 überein. Es heisst dort: Per Cell of 1 Electrical Horse-Power - Hour storage capacity in either glass or wood box E 3,00; per Cell of */2 E. H.-P.-Hour storage capacity E 2,00. Es freut mich im Hinblick auf die täglich dringlicher werdende Accumulatorenfrage, wenn Hr. Huber sich in der Lage sieht, die Accumulatoren um so vieles billiger zu liefern, als dies der El. P. St. Co. im Herbst 1884 noch möglich war. Ich kann übrigens nicht

verschweigen, dass mich alle meine Erfahrungen mit Accumulatoren darauf hinweisen, die Huber'schen Zahlenangaben nur mit Vorsicht aufzunehmen, so lange keine detaillirten Messungszahlen vorliegen. Man muss nämlich unter Zugrundelegung der Angaben des Hrn. Huber entweder annehmen, dass es ihm im letzten Jahre gelungen sei, die Abgabefähigkeit pro kg Elektrodengewicht von 3350”é – wie die Zahlen der El P. St. Co. und meine eigenen Versuche ergeben – auf 6150"g zu steigern, oder man muss glauben, Hr. Huber entlade seine Accumulatoren bis auf den letzten Rest, also mit einer Klemmenspannung, die schliesslich pro Accumulator auf Bruchteile eines Volt herabsinkt. Ein solches weit herabgehendes Entladen wird aber nach dem obigen Citate von der El. P. St. Co. selbst durchaus nicht gebilligt. Vielleicht hat Hr. Huber die Freundlichkeit, sich darüber zu äussern, welche der beiden letztgenannten Möglichkeiten vorliegt; gleichzeitige Angaben von genauen Messungsresultaten würden sicher allerseits dankbar begrüsst.

Ich darf vielleicht noch daran erinnern, dass ich in meinem Aufsatz auf die selbstverständliche Thatsache hinwies, es sei besser, eine grössere Accumulatorengattung als 2pferdige für das berechnete Problem (Speisung von 100 Edisonlampen) zu wählen; um die Art und Weise der Berechnung möglichst klar darzustellen, und um die hier auftretende unangenehme Notwendigkeit des Parallelschaltens von 4 Gruppen zu erläutern, blieb ich bei den /2pferdigen Accumulatoren.

Stuttgart, den 8. Juni 1885. Dietrich.

Aufsatzvorrichtung für Fördergestelle. Geehrte Redaction!

Gestatten Sie mir im Anschluss an die in No. 22 Ihrer Zeitschrift gebrachte Entgegnung des Hrn. Stauss nachstehende Berichtigungen: 1) Glycerin wird seiner hygroskopischen Eigenschaft wegen zum Füllen hydraulischer Fallen überhaupt nicht mehr verwandt, sondern Vaseline, welche erst bei –26° C. gefriert. Da nun ausserdem bei meiner Falle der Katarakt 4 bis 5" unter der Hängebank steht und vom Schachte vollkommen abgesperrt werden kann, so kommt ihm die natürliche Bodenwärme zu gut, so dass er selbst bei der strengsten Kälte nicht einfriert. Ich halte diesen Platz im Schachte für gesicherter als jeden anderen; ich könnte ja sonst den Katarakt, recht gut im Maschinenraum unterbringen. Hier kann also die Unzuverlässigkeit nicht liegen. Uebrigens erlaube ich mir die bescheidene Bemerkung, dass bei strenger Kälte, z. B. bei –269, wohl jede Falle, und nicht zuletzt die Stauss'sche mit ihren vielen Gelenken, festfriert. 2) Da an meiner Falle sich gar keine Stopfbüchse befindet und der einzige Hahn bei der Montage endgiltig festgestellt wird, so kann wohl von Undichtheit dieser Teile keine Rede sein. 3) Da das Gerippe bei meiner Falle durch eine feste Stütze gehalten wird, ganz unabhängig vom Katarakte, so kann sich dasselbe auch während der Pausen nicht freiwillig senken. 4) Hr. Stauss behauptet in No. 10 Ihrer Zeitschrift wörtlich: »Bei Anwendung dieser Aufsatzvorrichtung müssen selbst – »redend die Seile stets so weit gespannt sein, dass die »Schalen nach dem Ausrücken nicht fallen, u. s. f.« Dem entgegen aber in No. 22 »»Hängseil kann meine Aufsatzvorrichtung ebenso gut ver»tragen.« Das soll heissen dem Sinne nach »unschädlich machen«. Nach der in No. 10 veröffentlichten Zeichnung Fig. 6 giebt nach einer Senkung von 40" die Knagge c das Gerippe frei. Nun ist es doch wohl klar, dass der Anschläger, und wenn er ein Riese wäre, nicht imstande ist, das Gerippe mittels der Falle um diese 40" zu senken bezw. so lange in der Gewalt zu behalten. Es fällt ihm das auch, die Möglichkeit angenommen, gar nicht ein und wird deshalb, wie Hr. St. in No. 10 auch zugiebt, seine Falle in der Praxis nicht einen Millimeter Hängseil unschädlich machen. Dagegen gehört meine Falle keinesweges zu denen, welche »die Schalen nur um ein geringes in den Schacht senken«, sondern die gebräuchliche Ausführung für die kgl. Gruben des Saarreviers macht 250" Hängseil unschädlich, in einem Falle sogar 350". Schliesslich gestatte ich mir noch die Bemerkung, dass Hr. Stauss meine Construction schwerlich genau genug kennt, um ein so abfälliges Urteil auszusprechen. Die Bemerkung, dass »die hydraulischen Caps langsam von selbst aufgehen«, die Behauptung also, dass sich auch meine Falle – da Hr. St. seine Entgegnung speciell gegen mich gerichtet hat - freiwillig öffnen soll, beweist zur Genüge, dass Hr. St. meine Falle weder aus der Praxis noch aus zuverlässigen Beschreibungen bei Abfassung seines Aufsatzes in No. 10 und seiner Entgegnung in No. 22 gekannt hat. Ich ersuche Sie ganz ergebenst, diese Berichtigung in Ihrer geschätzten Zeitschrift zum Abdrucke bringen zu lassen.

Hochachtungsvoll Grube von der Heydt, 10. Juni 1885. H. Ochwadt.

Band XXIX. No. 25. 20. Juni 1885.

Vermischt es. " 479

VermiSchte S.

Die elektrische Beleuchtung der Stadt New-York ist in den Händen der drei grössten »Electric Light Companies« der Ver. Staaten, nämlich der »Edison Company, « der »Brush Electric Company« und der »United Staates Electric Lighting Company, « welche die Systeme von Edison, Brush und Weston vertreten. Für die »U. S. E. L. Co.« arbeitet in NewYork und Umgebung als Zweiggesellschaft die »U: S. Illuminating Company.« Diese Gesellschaften haben in New-York sechs Centralstationen, welche sich in folgenden Strassen befinden:

Pearl Street, nahe Fulton Street (Edison).
No. 206 und 208 Fulton Street (Weston).
Elizabeth Street, nahe Prince Street (Brush).
No. 36 Stanton Street, nahe Bowery (Weston).
West 25. Street, nahe 6. Avenue (Brush) und
No. 101 und 103 Ost 44. Street (Weston).

Die Station der »Edison Company« in Pearl Street ist ununter

brochen Tag und Nacht im Betrieb, und können von hieraus 12000 Glüh

lampen gespeist werden, obgleich anzunehmen ist, dass sich der durchschnittliche Betrieb auf 8000 Lampen stellt. Der Bezirk dieser Station erstreckt sich vom Broadway östlich nach dem East River und von Beekmann Street südlich nach Exchange Place. Die Edison-Gesellschaft hat sich bereit erklärt, die elektrischen Glühlichter von dieser Station aus innerhalb des angegebenen Bezirkes zu dem jedesmaligen Gaspreise zu liefern. Doch ist in letzter Zeit der Fall vorgekommen, dass für 10 Lampen, welche an jedem Wochentage von Ä bis 6 Uhr Abends gebrannt haben, 30 Dollar für 1 Monat berechnet wurden, was einem Preise von 5 Cents für 1 Stunde entsprechen würde. »Die Stationen in Elizabeth Street und in 25. Street gehören der » Brush Electric Co.« Der Betrieb in denselben beschränkt sich nur auf die Beleuchtung mit Bogenlampen, und die Gesellschaft giebt an, dass sie in der letzten Woche des Decembers 1350 dieser Lampen allabendlich von diesen beiden Stationen aus gespeist habe. Die Brush-Gesellschaft hat ungefähr 240” Leitungen (No. 4-Kupferdraht von 210 Zoll = 5mm Durchmesser) auf 1700 Pfosten in den Strassen New-York's. Die drei Stationen in Fulton Street, 44. Street und Stanton Street gehören der »United States Illuminating O9., welche in New York und Umgebung die »United States Electric Lighting Co.,« Inhaberin des Weston'schen Systems, vertritt. Die »United States Illuminating Co.« begann ihre Thätigkeit im März 1882 und erbaute in diesem Jahre die erste dieser drei Centralstationen, nämlich die in Fulton Street, welche seit dieser Zeit ununterbrochen Tag und Nacht in Betrieb ist und nur Sonntags von 9 Uhr Vormittags bis 4 Uhr Nachmittags still steht. Der Dämpf für diese Station wurde vom 15. Juli 1882 bis zum Mai 184 von der »New York Steam Co.« geliefert. Seitdem jedoch hat die Gesellschaft in der Station eigene Kessel aufgestellt, welche eine Betriebskraft von 300 N liefern. 160 Bogenlampen, welche in einem Umkreise von 2400m bezw. von der Batterie bis zur City Hall aufgestellt sind, werden von dieser Anlage aus gespeist. Die zweite Station befindet sich in Stanton Street; sie hat die ansehnliche Gesammtleistungsfähigkeit von 1100 N. 64 Dynamomaschinen verschiedener Grössen erzeugen den nötigen Strom für 490 Bogenund 2100 Glühlampen, welche auf einen Umkreis von 3200" bezw. von der City Hall bis zur 34. Strasse verteilt sind. . se & * Die dritte Station, Ost 44. Strasse mit einer Leistungsfähigkeit von 550 N versorgt 325 Bogenlampen, welche von der 34. bis 99. Strasse verteilt sind. d B Die Gesammtzahl von Pferdekräften dieser drei Stationen erreicht die Höhe von 1950, und werden im ganzen 975 Bogen- und 2500 Glühlampen betrieben. Von der obigen Anzahl von Bogenlampen brennén 300, besonders für die Strassenbeleuchtung auf gestellt, die ganze Nacht. Ausser diesen drei grossen Anlagen hat FÜS.I. Co« in der Stadt New-York noch eine grössere Anzahl von selbständigen Beleuchtungsanlagen eingerichtet, wodurch sich die Gesammtzahl der in der Stadt New-York im Gebrauch befindlichen Weston'schen Lampen auf 1404 Bogen- und 7000 Glühlampen beziffert. Dieselbe Ä besitzt ungefähr 2200 Leitungspfosten in den Strassen von New-York, welche eine 354“ lange Leitung von No. 4-Draht tragen. «. r Die von der »U. S. I. Co.« für elektrisches Licht berechneten Preise sind folgende: Für Bogenlampen während eines Abends 75 Cents; für dieselben während einer ganzen Nacht Sh: 1; für deselben während eines Tages Sh. 1. Für Glühlampen 14 Cent für Stunde, welche Zeit mit Hilfe eines Messapparates bestimmt wird. Tritt der Fall ein, dass die 300 Bogenlampen, welche die ganze Nacht zur Beleuchtung der Stadt brennen sollen, vor 12 Uhr auslöschen, so muss die Gesellschaft an die Stadt Sh: 240 für jede Lampe bezahlen, also etwa den doppelten Preis, den sie für eine Nacht

dafü erhält. Gehen die Lampen nach Mitternacht aus, so bezahlt

die Gesellschaft 70 Cents Strafe für jede solche Lampe.

Die Centralstation in Stanton Street besteht aus einem 17,7 >< 30,5" messenden Backsteingebäude. Das Kesselhaus ist 16,5 >< 17,4" gross, und sind darinnen 10 horizontale Röhrenkessel vorhanden, 5 an jeder Seite. Diese Kessel arbeiten mit einem Dampfdrucke von 6 Atm und entspricht jeder 125 N bei einem

ohlenverbrauch von 1,2”8 für N und Stunde.

Das Maschinenhaus, welches mit dem Kesselhaus in Verbindung steht, ist 16,5 >< 15,5" gross und 5,5" hoch. Auf der einen Seite sind die 4 Dampfmaschinen aufgestellt, Corliss-Maschinen von Watts-Campbell & Co. in Newark, N. J. Drei dieser Maschinen haben 610" Dmr., 1067" Hub. Von diesen sind zwei zusammen

gekuppelt, während die dritte unabhängig von diesen beiden arbeitet.

Die vierte Maschine ist etwas kleiner, sie hat bei gleichem Hube wie die anderen nur 457" Dmr. Die beiden zusammengekuppelten Maschinen haben eine Leistungsfähigkeit von 600 N, ein Schwungrad von 6" Dmr. und 1,5" Breite, 20 Gewicht; dasselbe ist auf einer 178" starken Stahlwelle aufgesetzt und macht 175 Umdr. in 1 Minute. Der Treibriemen ist 1,52" breit und 36" lang, somit der grösste Riemen, welcher in der Stadt New-York im Betrieb ist. Von diesen zwei Maschinen aus werden die Dynamomaschinen in dem unteren Dynamosaal getrieben. Die dritte Maschine giebt eine Leistung von 300 N; ihr Schwungrad hat 6" Dmr., 1,07" Breite, und überträgt seine Kraft auf einen 127" starken Wellenstrang, von welchem aus die Dynamomaschinen auf der rechten Seite des oberen Dynamosaales in Bewegung gesetzt werden. Die vierte Maschine, deren Schwungrad 5,5" im Dmr. und 813" breit ist und welche 200 N liefert, überträgt ihre Kraft in ähnlicher Weise F die Dynamomaschinen auf der linken Seite des oberen DynamoS3,31GS. Der obere und der untere Dynamosaal sind je 14,6" breit und 22,86" lang und haben in der Mitte einen ziemlich breiten Weg, zu dessen beiden Seiten sich die Wellenleitungen und die Dynamos befinden. In beiden Räumen sind zusammen 64 Dynamomaschinen aufgestellt für je 10, 15, 20, 30 und 50 Bogenlampen oder eine entsprechende Anzahl von Glühlampen. Die Stromleitungen von den Dynamomaschinen werden ebensowohl wie die 32 Stadtleitungen zu einem gemeinschaftlichen Umschalter geführt, welcher es ermöglicht, verschiedene Dynamomaschinen in beliebiger Weise zu vereinigen oder dieselben in sehr kurzer Zeit mit einer anderen Abteilung von Dynamomaschinen in Verbindung zu setzen. Ein anderer Vorteil ist der, dass die Dynamomaschinen von einer Dampfmaschine ab- und an eine andere angehängt werden können, dass man also z. B. die Dynamomaschinen von der bei Tage laufenden Maschine ab- und an die bei Nacht laufende Maschine anhängen kann.

Die Station in Stanton Street arbeitet gegenwärtig nur nachts, da die Gesellschaft beschlossen hat, nur eine ihrer Anlagen Tag und Nacht ohne Unterbrechung in Betrieb zu lassen, und zwar diejenige in Fulton Street. Irgend eine Leitung in der Stadt NewYork, welche der »U. S. Illuminating Co.« gehört, kann sofort mit den bei Tage laufenden Maschinen der Station in Fulton Street in Verbindung gesetzt werden. Die Station in Stanton Street wird von einer verhältnismässig kleinen Anzahl von Angestellten betrieben: Ein Maschinenmeister, zwei Feuerleute, ein Kohlenschaufler, zwei Leute, welche die Dynamomaschinen in Ordnung erhalten, ein Oeler und zehn Leute, welche die Lampen in der Stadt immer zum Gebrauch bereit zu halten haben, bilden die ganze Betriebsmannschaft dieser grossartigen Anlage.

Die bemerkenswerteste der neuerdings von der »United States Illuminating Company« gemachten Anlagen ist diejenige zur Beleuchtung der Brooklyner Brücke und ihrer Zugänge.

Im ganzen sind 70 Doppelbogenlampen in Anwendung; sie befinden sich in 2 Stromkreisen von je 35 Lampen. 14 sind auf der mittleren Spannung der Brücke, 50 auf den beiden Seitenspannungen und Zugängen angebracht, und die übrigen sind auf die Stationen an jedem Ende und den Maschinenraum verteilt. Die beiden Stromkreise sind ganz unabhängig von einander und sind so angeordnet, dass die Lampen in abwechselnder Reihenfolge je dem einen oder anderen Stromkreise angehören. Da die Brücke zusammen mit den Ä 1,6” lang ist, so enthalten die zwei Stromkreise mehr als 6,4” Draht. Jeder der beiden Ströme wird durch zwei 20-LampenDynamos erzeugt. Je 2 dieser Dynamos sind mit einander verbunden und werden von einer Corlissdampfmaschine getrieben. Für den Fall einer wahrscheinlichen Vergrösserung der Anzahl der Lampen ist genügender Raum gelassen worden. Die Dynamos und Dampfmaschinen sind im Hauptmaschinenhause auf der Brooklyner Seite aufgestellt.

Die Lampenpfosten sind am oberen Teile des Eisenwerkes angebracht, und die Drähte werden durch das Innere der Pfosten den Lampen zugeführt. Da die abwechselnden Lampen ganz unabhängig von einander sind, sowohl in Hinsicht auf Stromkreis als auf Dy

namos und Dampfmaschinen, so ist der Fall eines plötzlichen Aus

löschens aller Lampen auf einmal nicht leicht zu befürchten. Um

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