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Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure. 1885

Tafel XVII:

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Band XXIX. No. 23.

6. Juni 1885.

Patentbericht.

441

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Fördergrote

erreicht hat. Beim Heruntergange des belasteten Fördergestelles wird zuerst das Gegengewicht c soweit nach oben gezogen, bis der Riegel u hinter die schiefe Ebene 0 fällt und gleichzeitig der Schieber s den Mitnehmer i von c2 freimacht. Dann erfasst der Anschlag 61 das Gegengewicht cl und bringt es wieder in die

gezeichnete Lage. Kl. 20. No. 30912, Rad mit losem Spurkranze. R. Hövet, Hamburg. Das Rad hat zwischen den beiden

Reifen b eine ringsumlaufende Nute, welche so tief wie der als Spurkranz dienende lose Ring c hoch ist. Wenn c auf einer Seite aussen bündig ist, steht er auf der anderen vor.

Läuft das Rad auf Pflaster, so hebt ed 딨 sich c in die Höhe; läuft

auf einer Rinnen

schiene, so fällt c in dieselbe hinein und führt den Wagen. Soll letzterer die Rinnenschiene verlassen, so wird der Ring c mittels eines Daumenpaares d d und Kettenzuges vom Kutscher in die Höhe gehoben.

Kl. 42. No. 30756. Selbstthätige Getreidewage. E. Auerbach, Chemnitz. In ihrer Grundform ist diese Wage eine gewöhnliche gleicharmige Balkenwage. Die zum Oeffnen und Schliessen des Ein- und Ausflusses notwendige Arbeitsmenge wird durch das als einarmiger Hebel wirkende

Stange z gehaltenen Einlaufschiebern A und R gestattet wird, sich zu bewegen. Der Einlauftrichter ist in zwei Arme geteilt. Gegen das Ende der Füllung wird der grössere geschlossen, der kleinere, welcher verhindern soll, dass bei Schluss des Einlaufens noch etwaige grössere Körper, Steine u. dgl. einfallen, öffnet sich plötzlich. Der kleine Schieber ist nämlich der Aufwärtsbewegung von p nicht gefolgt, sondern hat sich mit b gegen den Arm a gelegt. Dieser ist durch q und m arretirt und wird nun durch den Stoss des Bolzens ß auf L ausgelöst, zu welchem Zwecke der durch Gewichte beschwerte Hebel Q der Wage eine Beschleunigung erteilt. (Q legt sich nach der Auslösung gegen einen Stift.) Die Figur zeigt die Wage in diesem Augenblicke; der grosse Einlauf ist ganz geschlossen, der kleine im Begriff sich zu öffnen. Sobald dann das Gleichgewicht erreicht ist, stösst die am Gefässe befestigte Klinke o an den Bolzen der festen Stange T, die Klappe B öffnet sich und hakt sich hinter dem Zapfen f fest. Nach der Entleerung bewirkt P die Aushakung und Schliessung der Klappe. Soll die Wage frei spielen, so braucht nur Mi mit der Schneide h um g gedreht zu werden; Mlegt sich dann gegen den Stift s.

Kl. 47. No. 30999. Geschlitzte Führungen für Ventil-Dichtungsringe. J. P. Simons, Le Cateau (Frankreich). Um bei Ventilen für hydraulische Pressen u. dergl. den Dichtungsring a aus Leder, Kautschuk usw. gegen seitliche Verschiebungen und gegen das Breitquetschen bei stärkerem Drucke zu schützen, erhält derselbe sowohl innen als aussen geschlitzte Führungen aus Metall, innen durch die Stege der Schlitze c in einem hohlcylindrischen Führungskörper des Ventiles, aussen durch die Stege zwischen den Schlitzen s im Einsatzstück d, welches zur Führung des Ventiltellers dient und auch mit dem Gehäuse e aus einem Stücke bestehen kann.

Kl. 46 No. 30956 (abhängig von No. 532). Neuerungen an Gasmotoren. W.E.Hale, Chicago. (Illinois, V.S.A.) Das vordere, als Luftpumpe wirkende Ende des Arbeitscylinders A1 füllt beim Aushub des Kolbens B den Hohlraum a des Cylinderkopfes J durch den Kanal w hindurch mit verdichteter Luft. Sobald B den Auspuffkanal z frei

4

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gelegt und der Anschlag nz der Gaspumpenstange mittels des Hebels II das Ventil x geöffnet hat, also die Spannung im Cylinderraum A auf Atmosphärendruck gesunken ist, hebt die Luft in a das Ventil c und fegt die Verbrennungsrückstände grösstenteils durch heraus, so dass beim Rückhub von B ziemlich reine Luft im verlängerten Cylinderraum A verdichtet wird. In diese Luft wird von der Gaspumpe DE eine genau abgemessene Menge Gas gepresst, um die für die Kraftwirkung günstigste Mischung der Ladung zu erzielen. Der Hub des treibenden Excenters ist nämlich genau einstellbar, der aus zwei Teilen pj bestehende Pumpenkolben D saugt also aus dem (mit Rückschlagventil versehenen) Gasrohr t die richtige Menge Gas ein und drückt sie bis auf den letzten Rest durch das Tellerventil h und den Kanal g nach A,

Belastungsgewicht M geliefert, dessen fester Drehpunkt die (während des Wiegens) unbewegliche Schneide h bildet und welches vermittels des verstellbaren Zapfens e auf das Wägegefäss einwirkt. Sinkt das Gefäls, so geht die linke Verlängerung von M hoch, wodurch den von der oben gegabelten

indem er den Sitzrand von h ein wenig überschreitet. Bei dem nun folgenden Saughube von D verschiebt sich der Teil p auf dem Bolzen k des Teiles j, saugt dadurch Gas aus dem Rohr ti durch entsprechende Bohrungen, Ringraum kl und Bohrungen u in den Zwischenraum x?, und dieses entzündet sich durch die Oeffnung e des Kamines ni am Aussenbrenner o. Nach Abschluss von e und ti strömt aus dem Raume b ein brennkräftiger Teil der gespannten Ladung durch Bohrungent und n nach 2*, gleicht die Spannungen in A und 22 aus und unterhält die Innenflamme, bis diese aus x2 durch el nach A schlägt.

Kl. 58. No. 30921. Neuerung an Rahmenfilterpressen. J. Kroog, Halle a/S. Die fein gerieften Filterplatten p sind im unteren Dichtungsrande mit Seitenkanälen o versehen, welche durch eine Anzahl T-förmiger Bohrungen n mit den Riefen in Verbindung stehen, und die offenen Schlamm

rahmen r haben oben Entll

lüftungshähne mit Kelchen 1, durch welche Anordnungen folgendes patentirte Verfahren ermöglicht wird, um zu verhindern, dass die oberen Teile der Schlammkuchen weicher und poröser als die unteren werden. Man öffnet alle Lufthähne l, schliesst alle Ablaufhähne h und lässt durch langsames Oeffnen des am Ende

des Schlammkanales S befindb

lichen Eintrittsventiles das 'S

Filtergut durch die Bohrungen
U u in die Rahmen treten, bis

sein Erscheinen in den Kelchen/ das Entweichen sämmtlicher Luft anzeigt. Nun schliesst man den Schlammeintritt, darauf die Kelchhähne 1 und öffnet die Ablaufhähne h. Wenn man dann den Schlammeintritt wieder öffnet, beginnt erst die Filtration, und zwar an allen Stellen gleichzeitig, wodurch völlig homogene Kuchen entstehen. Man kann auch alle Kanäle o bei b durch einen Ablaufkanal vereinigen, so dass ein Ablaufhahn h genügt.

Kl. 59. No. 31011. Injectordüse mit beweglichem Seitenteil. Abh. v. No. 3530. Schäffer & Budenberg, Buckau. Die mit einem (oder zwei) beweglichen Teile d versehene Mischdüse (vgl. D. R.-P. No. 3530 und 12848) hat

den Zweck, dem Dampfe beim Anlassen des Injectors durch Zurückdrücken von d eine directe weite Verbindung mit dem Schlabberraume zu verschaffen, um ein schnelles kräftiges Ansaugen des Wassers zu bewirken. Hat der Wasserstrahl die erforderliche Geschwindigkeit erlangt, so tritt er in die Druckdüse und von hier in den Kessel, worauf sich d selbstthätig infolge der saugenden Wirkung des Wasserstrahles schliesst. Um zu ver

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meiden, dass der beim Anlassen des Injectors in die Mischdüse eintretende Dampfstrahl durch Eröffnung von d gestört werde, ist der volle Einsatz a angeordnet, welcher über den Drehpunkt von d hinausragt, so dass auch bei geöffnetem d ein scharf begrenzter Dampfstrahl durch die Mischdüse tritt und eine schnellere Eröffnung des Dampfkesselventiles bewirkt wird.

Kl. 76. No. 30879. Selbstthätige Mule - Feinspinnmaschine. A. Wagner, Hausen-Raitbach. Der Wagen wird am Ende der Ausfahrt durch Sperrhaken a, welche an beiden Enden des Wagens angebracht sind, dadurch arretirt, dass diese Haken in die am Gestelle befestigten Naseno einfallen. Die Auslösung der Sperrhaken aus den Nasen erfolgt vor Beginn der Wageneinfahrt vermittels einer Mechanismenreihe von dem Hebel für die Bewegung des Aufwindedrahtes aus bei dessen Thätigkeit während des Abschlagens. Kurz vor Beendigung der Wagen

k einfahrt gestattet der Aufwindehebel das Niedersinken der Sperrhaken, welche mittels der Federn b niedergedrückt werden. Die Spindeltriebwelle ist

an jeder Wagenhälfte mit einer Backenbremse kki versehen, welche am Ende der Wagenausfahrt durch das Anstossen des mit der Bremse verbundenen Hebels m gegen einen am Fussboden befestigten Anschlag n in Thätigkeit gesetzt wird; das Abschlagen kann daher sogleich ausgeführt werden. Mit beginnender Einfahrt des Wagens entfernen sich die Hebel m von den Anschlägen n und die Wirkung der Bremse wird aufgehoben. Behufs sofortiger Lösung der letzteren werden die Hebel 1 und m durch die Feder o auseinandergedrückt, um die Bremsbacken von der Spindeltriebwelle abzuheben.

Kl. 86. No. 30884. Verfahren und Einrichtung zum Aufschneiden der Florfäden bei Schuss-Sammt. H. Lee, Bolton (Lancaster). In den Schuss-Sammt werden ausser den Grundkettenfäden noch besondere Führungskettenfäden e derart eingewebt, dass dieselben in den Florschläuchen frei liegen. Die Führungskettenfäden sind in dem Gewebe so verteilt, dass in jedem der Florschläuche zwei dieser Fäden und zwar an den beiden äussersten Kanten derselben liegen. Das Gewebe wird unter einer Schiene k dem Brustbaum į zugeführt, über welchem sich auf einer schnell umlaufenden Welle die Kreismesser p befinden. Das Sammtgewebe gelangt nach abwärts, während die Führungskettenfäden mittels einer Walze 1 nach aufwärts gehen, um die Florfäden in den Bereich der Kreismesser zu bringen, so dass diese den Polschuss aufschneiden.

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Litteratur. S. Graf, Anwendungen der Festigkeitslehre auf den Im einzelnen auf die behandelten Beispiele einzutreten, würde Maschinenbau. Wien, Spielhagen & Schurig, 1885. 492 S. zu weit führen; die Versicherung grosser Vollständigkeit mag 8 M.

genügen. Das vorliegende Werk ist eine reichhaltige Sammlung

Die Berechnung der Eisenbahnwagenachsen unter Berückvon Aufgaben aus der Festigkeitslehre für Maschineningenieure sichtigung der Centrifugalkraft bedarf einer Berichtigung. nebst vollständigen, wissenschaftlich begründeten Auflösungen Um die von den Schienenköpfen auf die Achse ausgeübten derselben. Man wird kaum eine Berechnung einer Abmessung, Reactionen zu ermitteln, ist die Resultante aus Belastung und die nicht rein empirischer Natur ist, in dem Buche vermissen; Centrifugalkraft nach den Mitten der Schienenköpfe zerlegt daher wird es dem Praktiker in allen Fällen ein bequemes worden; diese Zerlegung ist ungenau. Läuft die Achse (in Auskunftsmittel sein. Auch dem Studirenden kann die Schrift der Curve) an der äusseren Schiene an, so läuft der Reifen als eine wertvolle Bereicherung der technischen Literatur des äusseren Rades mit seiner Hohlkehle am Schienenkopf an, bestens empfohlen werden, wenn er beabsichtigt, gehörte Vor- der innere dagegen läuft mit seinem Konus auf dem Schienenlesungen über den Gegenstand mittels Durchrechnung guter kopf. Die Reaction an letzterem Radreifen kann daher nur Beispiele sich ganz zu eigen zu machen.

normal zur Mantellinie des Konus gerichtet sein (streng geDie Sammlung ist in vier grosse Abschnitte eingeteilt: nommen käme hier noch der Reibungswinkel in Betracht); Aufgaben aus der Lehre von der Zug-, Druck- und Scheer- es muss somit jene Resultante aus Last und Centrifugalkraft festigkeit, von der Biegungsfestigkeit, von der Torsionsfestig- soweit in ihrer Richtung verschoben werden, bis sie die erkeit und von der Knick- und zusammengesetzten Festigkeit. wähnte Normale trifft, und dann erst kann zerlegt werden.

Band XXIX. No. 23.

6. Juni 1885.

Zuschriften an die Redaction.

443

VOD

es war

Der Verfasser beabsichtigt, im Falle günstiger Aufnahme

Bei der Redaction eingegangene Bücher : dieser Sammlung eine zweite folgen zu lassen, welche Festigkeitsberechnungen von Kranen, Schiebebühnen und Dreh

Anleitung zur Errichtung und Instandhaltung oberirdischer scheiben enthalten soll. Eine solche Arbeit wird gewiss vielen

Telegraphen- und Telephon-Linien aus Lazare Weiller's

Silicium-Bronze-Draht. Bearbeitet von J. B. Grief. Constructeuren willkommen sein; es würde sich nur fragen, ob Textfiguren bei der hier gebotenen ausgiebigen Anwendung

Wien 1885, L. W. Seidel & Sohn. 3,50 M geb. graphischer Methoden genügend klar ausfallen würden, oder

Balda mus' Bau-, Maschinen- und Eisenbahnob sich nicht die Beigabe einiger Tafeln empfehlen dürfte.

kunde, Telegraphenwesen, Bergbau und Hüttenkunde mit Die Ausstattung des Werkes ist vorzüglich, der Preis bes. Berücksichtigung der Elektrotechnik, 1880 bis 1884. aber ein wenig hoch.

K.

Leipzig 1885, J. C. Hinrichs’sche Buchhandlung. 2 M.
Zuschriften an die Redaction.
Schlagwetterexplosionen.

bis 10m je nach der Festigkeit des Gebirges auf Träger, damit sie Geehrte Redaction!

selbst beim Weichen der Schachtzimmerung stehen bleibe.

Etwa 40m oberhalb des Füllortes entfernt man sich etwa 10m Mehrere Schlagwetterexplosionen waren es, welche in letzter Zeit die Gemüter der bergmännischen Kreise in Aufregung setzten, und

vom Schacht und führt von da ab die Leitung durch ein sowohl oben

als unten zugemauertes Nebenschächtchen bis auf die Füllortssohle. unter denen die Explosion in Camphausen leider durch die bedeutende Anzahl der Opfer die erste Stelle einnimmt. Wenn man sich

Auf dieser angekommen, können zur Leitung gusseiserne Muffen

röhren mit Gummidichtung verwendet werden, welche etwa 0,2 m nun auch sagen muss, dass solche Katastrophen zu den, unvermeidlichen Gefahren der bergmännischen Thätigkeit gehören, so bleibt

unter Schwellenunterkante verlegt werden müssen. Die Muffen legt

man wohl am besten in Cement, die Röhren selbst in Beton. Auf diese doch zu erwägen, ob es dend nicht möglich sei, die verheerende Wirkung derselben einzuschränken. Gestatten Sie mir deshalb die

Weise dürfte die Verbindung des Rettungsraumes mit der Luft

maschine als gegen die Wirkungen der Explosion gesichert zu beErörterung der Frage: »In welcher Weise lassen sich die

trachten sein. Bemerkt sei hier noch, dass die Rohrleitung niemals nachteiligen Wirkungen

Wetterexplosionen in Gruben auf Leben und Gesundheit der dabei betroffenen

noch einem anderen Zwecke dienen darf, also z. B. beim Betriebe

von Lufthaspeln in der Grube. Für diesen Fall muss stets eine Arbeiter herab mindern?« Betrachtet man bei derartigen Fällen die endliche Todesursache,

eigene Leitung eingebaut werden, welche sich schon über Tage in so findet man, dass der Tod nur zum Teil durch die Explosion

gesicherter Entfernung vom Schacht abzweigt und durch eigene

Ventile abgesperrt werden kann. selbst hervorgerufen wird; die bei weitem grössere Anzahl der Verunglückten_stirbt erst infolge der Nachschwaden durch Mangel an

Was nun die Einrichtung der Rettungsräume anbelangt, so atembarer Luft oder infolge von Absperrung durch Mangel an Nah

müssen dieselben, wie schon oben gesagt, in die Nähe der Haupt

arbeitspunkte gelegt werden. Die Strecke, an welche dieselben zu rung. Letzterer Fall tritt allerdings selten ein, ist aber nicht aus

liegen kommen, muss in unmittelbarer Nähe ausgemauert sein, damit geschlossen; ich verweise nur auf die Katastrophe in der Deutschland

erstens der Zugang nicht versperrt und zweitens die Strecke selbst Grube, wo es allerdings der aufopferndsten Thätigkeit der Beamten und Arbeiter gelang, das schlimmste abzuwenden, aber

als Aufenthaltsort für die Bergleute dienen kann. Aus demselben

Grund ist auch das Gestänge sorgfältig zu befestigen und ausauch höchste Zeit. Es würde somit die Wirkung solcher Katastrophen herabgemindert, wenn es gelänge, den Verunglückten Luft,

zubohlen. Der eigentliche Rettungsraum oder besser -Station, in

welchem sich die Lufthähne befinden, ist durch eiserne Thüren, Licht und Nahrung so lange zuzuführen, bis die Verhältnisse ihre

welche jedoch nicht verschlossen sein dürfen und glatt mit der Befreiung gestatten. Denken wir uns zu dem Zweck in der Grube in der Nähe der

Streckenmauerung abschliessen, abzusperren. Die Rettungsstation

soll nicht nur die Lufthähne einschliessen und gebotenenfalls einen Hauptarbeitspunkte je einen, sagen wir, Rettungsraum ausgeschossen, dessen Inneres durch eine Rohrleitung mit einer über Tag stehenden

Teil der Verunglückten aufnehmen; sie soll auch noch die bei den

verschiedenen Unglücksfällen etwa notwendigen Hilfsmittel enthalten, Luftcompressionsmaschine verbunden ist, so wäre damit der ersten

als da sind: in erster Linie Nahrung bei Verschüttungen, RettungsBedingung, der Beschaffung frischer Luft, genügt. Nehmen wir an,

apparate usw. Zu dem Zwecke müsste bei deren Anlage die Zahl diese Maschine habe 2 Plunger von 0,5 m Dmr. und 1,2m Hub, so

der etwa zu versorgenden Verunglückten festgestellt werden. Gesaugt dieselbe in 1 Stunde bei 40 Umdr. in der Minute theoretisch 1130cbm Luft an. Gesetzt, es sei eine Belegschaft von 500 Mann zu

wöhnlich werden es etwa 60 bis 80 Mann sein, für welche der Raum

bezw. die Vorräte zu beschaffen sind. versorgen, so ergiebt das für Kopf und Stunde 2,26 cbm oder, 25 pct.

Es sind dementsprechend in erster Linie die Lufthähne so einVerlust angenommen, 1,695 cbm. Nach Combes bedarf nun ein Mann stündlich 0,8 chm frischer

zurichten, dass sie nur die für diese Zahl bestimmte Luftmenge Luft; in Wirklichkeit dürfte derselbe jedoch nur 0,5 cbm ein- und

durchlassen, damit die anderen Stationen nicht benachteiligt werden. ausatmen. Jedenfalls ist mit 1,695 cbm ausreichend gesorgt, abgesehen

Was die Nahrung anbelangt, so genügen an Wasser für Kopf und davon, dass bei einer Explosion wohl immer ein Teil sofort getötet

Tag 21, also in 8 Tagen für 80 Mann rund 1300? Da nun ge

botenenfalls auch für andere Zwecke Wasser notwendig werden kann, wird, ein anderer den Raum gar nicht mehr erreicht, sei es nun

so seien 20001 angenommen, welche in 4 fahrbaren Kasten von je infolge schlechter Wetter oder der Einstürze, so dass sich in Wirk

5001 Inhalt im Raum Aufnahme finden müssen. Das Wasser muss lichkeit die Luftmenge für 1 Kopf noch günstiger stellt.

natürlich von Zeit zu Zeit erneuert werden; zur Sicherheit kann Wir wollen uns nun zu den Einzelheiten der Anlage wenden. Die Luftcompressionsmaschine kann dabei als genugsam bekannt

etwas übermangansaures Kali vorrätig gehalten werden. An Brot

würde 1kg für Kopf und Tag ausreichen; es wären somit etwa 640kg übergangen werden.

erforderlich, welche in Form von Zwieback in luftdicht verlöteten Vor allen Dingen gilt es, die Rohrleitung als den Haupt

Büchsen ebenfalls im Raum aufzubewahren wären. Auch das Brot bestandteil der Anlage gegen die Wirkungen der Explosion zu

müsste natürlich von Zeit zu Zeit erneuert werden; es ist das aber schützen. Erwiesenermassen werden die Schächte in ihrem oberen

auch die einzige laufende Ausgabe für Unterhaltung der Stationen. Teile bei einer Explosion nicht zerstört; man kann daher die

Ferner würden in dem Raume noch unterzubringen sein: Leitung recht gut durch den Schacht führen. Nur in der Nähe des Füllortes, etwa im Abstande von 40m, ist es dringend geboten, den

1. etwa 201 Del zur Beleuchtung; Schacht zu verlassen, da hier gewöhnlich eine teilweise Zerstörung

2. einige kurze Schläuche, um die frische Luft von den

Hähnen aus an mehreren Stellen unter die versammelten der Zimmerung stattfindet. Es wird sich empfehlen, falls der Schacht in Mauerung steht, mit der Leitung im oberen Teile dicht an der

Verunglückten ausströmen zu lassen; Mauerung zu bleiben und dieselbe dort mit Haken zu befestigen,

3. etwa zweimal 500m Schlauch, auf eine hohle Trommel gewelche direct unter die Muffen der schmiedeisernen Röhren greifen.

wickelt und an deren Innenraum angeschlossen, welcher Flanschenröhren sind zu vermeiden, um den ausstossenden Gasen

mit der Luftleitung in Verbindung steht, um zur Rettung und etwa herabfallenden Gegenständen keine Angriffsflächen zu

zurückgebliebener Kameraden in den schlechten Wettern bieten, Gussröhren ebenfalls, da sie zu leicht brechen.

vorgehen zu können; Wird der Schacht mit Eisenringen ausgebaut, so bleibt man mit

4. Segelleinen, Latten, Drahtstifte zum teilweisen Abschliessen der Rohrleitung am besten ausserhalb der Ringe und befestigt sie

des gemauerten Streckenteiles zur Aufnahme der Vermit Haken am Stosse. Innerhalb der Ringe zu bleiben, ist deshalb

unglückten; nicht ratsam, da an den Ringen gewöhnlich die Einstriche befestigt

5. Kalk, um mittels eines Zerstäubungsapparates durch Kalksind, welche, wenn sie durch die ausstofsenden Gase verbogen

milch die Kohlensäure im abgesperrten Raume zu fällen werden, die Ringe in Mitleidenschaft ziehen.

(hierzu gebotenenfalls das überschüssige Wasser); Will man noch sicherer gehen, so kann man die Röhren in einem

6. Desinfectionsmittel zum Ueberstreuen der Excremente; seitlich neben dem Schachte niedergeführten Schlitz einbauen und

7. Krankenbahre, Charpie und Binden. vermauern, wobei die Art des Schachtausbaues nebensächlich ist.

In dieser Weise ausgerüstet dürfte es mit einer gut angewiesenen Die Mauerung stellt man in diesem Fall in Abständen vou etwa 5 Beamtenmannschaft, welche die Einrichtungen zu gebrauchen ver

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