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deutscher Ingenieure.

die Scheiben a und b gebracht, welche auf den windschief zu einander liegenden Wellen A und B angeordnet sind, wobei A gegen B vom Handrade d aus vorgeschoben werden

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K1. 47. No. 30628. Schmierpumpe. L. C. Nielsen,
Kopenhagen. Die durch ein Schaltwerk oder dergl. lang-
sam betriebene Welle a bewegt mittels Excenters e einen
Bügel b hin und her. Beim Rechtshube saugt der Kolben n

durch die Kanäle i Oel aus der bei j auf-
S geschraubten Oelbüchse oder auch durch

eine angeschraubte Rohrleitung unmittel-
bar aus dem Oelfasse, bis die Schraube
m den Pumpencylinder p mitnimmt und
den in p befindlichen Teil von i mit it
zur Deckung bringt. Beim Linkshube
wird der Cylinder zunächst wieder zwi-
schen den Gleitflächen f und g des Ge-

stelles S durch Reibung gehalten, bis das
ERLER

Oel durch j1 72 nach den Reibflächen ge

drückt ist und der auf den Boden stossende Kolben den Cylinder nach links schiebt. Durch Stellung von m kann der Nutzhub der Pumpe, also der Oelverbrauch, geregelt werden.

Kl. 49. No.30270. Schraubstock. R. Wolf, Giessen. Die Backen b sind um die Spannschraube c herum erweitert, um Werkstücke nicht allein oberhalb von c sondern auch auf

allen übrigen Seiten derselben

einspannen zu können; dabei
sind die Backen mit aufge-
schraubten Stahlplatten g ar-
mirt, welche die scheibenför-
migen Ansätze k der Backen
umfassen, um schon abgenutzte
Seiten der Platten mit bis da-
hin weniger benutzten leicht
vertauschen zu können. Die

Spindel c greift hierbei nur in
ein schmales mit Muttergewinde versehenes und in eine Nute
des festen Backens eingesetztes Stück d ein.

KI. 49. No. 30274. Maschine zur Herstellung schraubenförmig gewellter Blechröhren. C., Ernenputsch, Dortmund. Das zu wellende Rohr C wird zwischen

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welche in den cylindrischen, inneren Teil b des Gebäuses aa' genau passt und aus zwei Teilen hh zusammengesetzt ist, deren mehrfache Schraubengänge zur Aufhebung des Achsendruckes mit entgegengesetzter Steigung das Wasser von der Mitte aus nach den Kanälen ee und f leiten.

Litteratur.
Das Harzbahn-Project Gernrode-Harzgerode-Berga.

Wenn auch eine Prüfung der in der vorliegenden Schrift Von W. Hostmann. Verlag von J. F. Bergmann in Wies- angegebenen Zahlenwerte zum Teil ein näheres Studium der baden.

örtlichen Verhältnisse voraussetzen würde und deshalb davon Der Verfasser sucht nachzuweisen, dass für die genannte

abgesehen werden muss, so kann man doch den darin entBahnstrecke, obgleich sie zur Verbindung zweier Hauptbahnen wickelten Anschauungen des Verfassers, die in mancher Bedienen soll und eine Länge von etwa 56km erhalten wird,

ziehung auch auf andere ähnliche Verhältnisse anwendbar allein eine Schmalspurbahn zu empfehlen sei. Denn durch

sind, im allgemeinen beistimmen und diese Abhandlung zur die Linien Cassel - Nordhausen - Halle und Sangerhausen

Durchsicht nur empfehlen.
Sandershausen sei für die Bedürfnisse des grossen Durch-

Hannover, 1. März 1885.

Alb. Frank. gangsverkehrs gesorgt; ein militärisches Interesse für den Bau einer Bahn durch den Harz liege nicht vor, vielmehr sei bei dieser Anlage allein das locale Interesse massgebend, dem am

Zusammenstellung der Accordsätze, welche in der besten durch. billige Transportmittel und dementsprechend

Eisenbahn-Haupt-Werkstätte zu Witten (Locomotiv-Abteilung) niedrige Tarife gedient werde. An einen durchgehenden Güterverkehr sei hier auch deshalb nicht zu denken, weil die

gezahlt werden; erschienen bei C. L. Krüger in Witten. Bahn auf 56km Länge eine Strecke von etwa 18km mit

Diese Zusammenstellung enthält die Accordarbeiten in Steigungen von 1:30 bis 1:25 enthalten müsse. Für den der Schmiede, Dreherei, Schlosserei, Kesselschmiede, Schreilocalen Verkehr genüge aber eine Schmalspurbahn von 1m nerei, Kupferschmiede, Gelbgiesserei, ferner die Accordarbeiten Spurweite, die sich dem Terrain sehr anpassen könne und für Klempner, Sattler, Maurer und Handarbeiter, welche bei ohne Schwierigkeit ausführbar sei. — Für die auf die Haupt- Reparatur bezw. Herstellung einzelner Teile von Locomotiven, bahnen übergehenden Güter biete das Umladen ja gewisse Tendern und Weichen vergeben werden. Dieselben sind mit Unbequemlichkeiten, doch seien die dadurch erwachsenden

ihren Accordsätzen nach den verschiedenen Handwerken in Kosten unerheblich gegen die grösseren Anlage- und Betriebs

Gruppen eingeteilt, unter sich alphabetisch geordnet und mit kosten einer Normalspurbahn, bei welcher auch das Verhältnis Nummern versehen, dabei kurz, aber deutlich bezeichnet und der Nutzlast zur toten Last ein weit ungünstigeres sei.

überall, wo es nötig erscheint, durch Skizzen erläutert, so Nachdem sodann der Verfasser die Lage und Wahl der dass die Eintragungen in die Lohnbücher, welche nach einer Linien, Krümmungs- und Steigungsverhältnisse, Grunderwerb, beigedruckten Anweisung des Maschineninspectors Schmidt Erdarbeiten, Herstellung der Bahn, Wahl der Betriebsmittel, unter Angabe der Seitenzahl und Nummer der Accordsätze Kosten des Baues und Betriebes sowie die Leistungsfähig

erfolgen sollen, mit Leichtigkeit durch die Buchhalterei gekeit der Bahn kurz besprochen hat, gelangt derselbe auf prüft werden können. Auch findet sich zur leichteren AufGrund der angestellten Erhebungen und durch Vergleich mit findung der Accordsätze am Schluss ein alphabetisches Inhaltsanderen ähnlichen Bahnen zu dem Resultate, dass eine solche

verzeichnis. Schmalspurbahn nicht nur segensreich für jene Gegend sein,

Die angegebenen Accordsätze sollen der vorerwähnten sondern auch guten Gewinn abwerfen würde.

Anweisung zufolge als Maximalsätze betrachtet werden, die

!

Band XXIX. No. 17

25. April 1885.

Vermischtes.

335

zwar je nach dem geringeren Umfange der Arbeit ermässigt, jedoch nicht erhöht werden dürfen.

Da diese ganze Zusammenstellung sehr, eingehend durchgeführt ist, so wird sie nicht nur den Leitern ähnlicher Werkstätten zur Anstellung von Vergleichen sehr nützlich sein, sondern anch anderen Ingenieuren bei Kostenanschlägen usw. einen willkommenen Anbalt gewähren, und kann deshalb nur empfohlen werden. Hannover, den 4. März 1885.

Alb. Frank.

Bei der Redaction eingegangene Bücher :

Formeln und Tabellen zu einfachen statischen Berechnungen der bei Hochbauten vorkommenden Eisenconstructionen. Von O. Gruner. Leipzig 1885, Eduard Baldamus.

Statistische Notizen für das deutsche Reich, 1885/1886. Von Albert Thomaschewski. Berlin 1885, Jul. Springer

Curven zur Berechnung der von künstlichen Lichtquellen indicirten Helligkeit. Von Dr. Leonhard Weber. Berlin 1885, Jul. Springer.

Untersuchungen zur Kanalisation. Von Dr. J. Soyka. Mit einem Vorwort von Prof. M. v. Pettenkofer. München und Leipzig 1885, R. Oldenbourg.

Die Schmiermittel und Lagermetalle für Locomotiven, Eisenbahnwagen, Schiffsmaschinen usw. Von Josef Grossmann. Wiesbaden 1885, C. W. Kreidel.

Rechtsbücher des Deutschen Reiches. XIII. Buch. Gesammtes bürgerliches Recht. Band 2. Unfallversicherungsgesetz vom 6. Juli 1885. 2 Teile. Berlin, Fr Kortkampf. 3 M.

Zeitfragen. Abteilung Socialpolitik, Heft 14. Die Altersund Invalidenversicherung, Vorschläge zu ihrer Verwirklichung Von Dr. von Steinberg-Skirbs. Berlin, Fr. Kortkampf. (0,60 M.

Handbuch der niederen Geodäsie von Fr. Hartner, in 5. und 6. Auflage bearbeitet und vermehrt von Jos. Wastler. Wien 1885. L. W. Seidel & Sohn. 16 M.

Die Selbstkosten des Eisenbahntransportes und die Wasserstrassenfrage in Frankreich, Preussen und Oesterreich. Von Wilh. v. Nördling. Wien 1885. Alfr. Hölder.

15 M.

Vermischtes.

Ueber. ein neues Formverfahren, welches an Gebr. Körting in Hannover unter No. 29 840 für Deutschland patentirt ist, berichten Glaser's Annalen vom 1. Januar d. J. folgendes.

Das Verfahren hat den Zweck, den Formsand mit grösstmöglicher Geschwindigkeit in den Formkasten hineinzudrücken und in gleichmässigster Weise an das Modell zu pressen, und zwar unter völliger oder teilweiser Umgehung des Handstampfers, durch Anwendung von passend geformten und entsprechend schweren Walzen, welche über den eingeschaufelten Formsand von Hand oder mittels Kraftbetriebes fortgerollt werden.

Es liegt in der Natur der Sache, dass das Walzenverfahren mit erheblichem Vorteile nur dann anwendbar ist:

1. wenn das abzuformende Modell eine bedeutende Fläche be

deckt und, wie die Fig. 1 andeutet, wenige Erhabenheiten

besitzt (Nähmaschinen-, Handelsguss usw.), 2. wenn das abzuformende Modell eine langgestreckte Gestalt

hat bei annähernd gleicher Querschnittsform (Röhren,

Träger, Säulen usw.). In der eigenen Giesserei benutzen die Erfinder das neue Verfahren namentlich zum Formen von Rippenheizkörpern (Röhren und Elemente).

Fig. 1.

die gezeichnete Form gebracht, genau mit dem erforderlichen Drucke gegen das Modell gepresst wird.

Nun wird die Walze ausgehoben, der Kasten überall mit Sand angeschaufelt und dieser mit einer Flachwalze festgewalzt, wie Fig. 3 darstellt; der überstehende Sand wird abgestrichen und der Kasten abgehoben.

Nur die beiden Enden, wohin dio Profilwalze nicht kommen konnte, werden gestampft.

Durch diese systematische Verwendung der Walze haben Gebr. Körting erreicht, dass jetzt 2 Tagelöhner so viele Kasten zum Gusse fertig schaffen, wie früher 5 bis 6 geübte Former. Das Verfahren bietet aber nach deren Ansicht noch andere wesentliche Vorteile dar, namentlich bei Massenfabrikation, und zwar:

1. Der Sand wird überall mit gleicher Festigkeit an das Mo

dell gedrückt; daher wird der Guss gleichmässig, treibt nicht und erhält ein glattes und sauberes Aussehen bei

geringem Ausschusse. 2. Bei sachgemässer Unterweisung ersetzen gewöhnliche Tage

löhner in kurzer Zeit die sonst erforderlichen geübten

Former. 3. Trotz wesentlich erhöhter (häufig verdreifachter) Leistung

ist die körperliche Ermüdung der Arbeiter geringer, da die Arbeit eine stets wechselnde Muskelanstrengung erheischt

und nicht das fortdauernde lähmende Stampfen. 4. Die Lieferfähigkeit nach einem bestimmten Modelle wird

wesentlich gesteigert. 5. Die Herstellungskosten werden bedeutend vermindert. 6. Die Anlagekosten zur vollkommenen Durchführung des

Verfahrens sind äusserst geringe. 7. Auch dem nachlässigen und unachtsamen Arbeiter ist es

nicht möglich, das Modell zu schädigen, da die Walze

dasselbe nie berühren kann. 8. Wo Formmaschinen im Gebrauche stehen, werden dieselben

wegen des raschen Sandeinbringens weit vollständiger ausgenutzt, die Anlage also besser verzinst.

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Der Zeitschr. des Hann. Arch.- u. Ing.-Vereines 1885, Heft 2 entnehmen wir die folgende Mitteilung des Hrn. Prof. Jordan

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über Schrittnasse.

Das Verfahren beim Formen eines Rohres ist folgendes:

Das auf einer Platte liegende halbe Modell wird mit gesiebtem Sande bedeckt und der Kasten dann bis zu einer genau bestimmten, ausprobirten Höhe mit Sand angeschaufelt. Hierauf wird eine Walze in den Kasten gelegt, deren. Profil eine Aequidistante zum Rohrquerschnitt, also auch ein Halbkreis ist (siehe Fig. 2), und diese Walze wird der Länge nach einige Male im Kasten hin- und hergerollt. Das Resultat ist, dass der Sand, aus seiner losen Lage in

Da die Entfernungsbestinimung durch Abschreiten eine so bequeme und einfache ist, dass ihr trotz der augenscheinlichen Unsicherheit immer doch für manche Zwecke eine hohe praktische Bedeutung zukommt, hat Jordan seit Jahren Erfahrungen über Schrittmasse gesammelt.

Die erste Frage betrifft die Schwankungen der Schritte verschiedener Menschen. Zur Beantwortung derselben stehen Jordan 256 Schrittwerte zur Verfügung, welche seit 1873 bei den ersten Längenmessübungen der Studirenden an den technischen Hochschulen zu Karlsruhe und Hannover gewonnen wurden, indem Linien von 200 bis 300m mit Latten und Messbändern auf ebenem Boden gemessen und nachher von den Messenden abgeschritten wurden. Nach der Grösse geordnet geben diese 256 Schrittwerte folgende Uebersicht:

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deutscher Ingenieure.

n

13 »

13 »

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S

0,75

18 » 34 »

>>

8

m

Häufigkeit

Häufigkeit Schrittlänge des Vorkommens Schrittlänge des Vorkommens 8 n

S
63cm
1 mal

83cm

10 mal
70
2 »

84
71
1 »

85

11
72
1 »

86
73
2 >>

87

11 »
74
5 »
88

3 »
75
6 »
89

4 »
76
13 »

90

2 » 77

91

1 » 78

92

1 »
79
29 »

93

1 »
80
28 »

94

1 »
81
23 »

96

1 »
S2
20 »

97

1 183

73. Die Mittel aus allen 256 Werten ist 80,7 cm und, wenn man diese 256 Werte als ebenso viele unabhängige Bestimmungen einer Unbekannten auffasst, so findet man aus den Abweichungen dieser Bestimmungen von ihrem Mittelwerte den mittleren Fehler einer solchen Bestimmung 4,47cm oder 5,5 pct.; hiernach hat man das Recht, wenn ein Schrittmals in der Ebene vorliegt, ohne dass man über die Persönlichkeit des Schreitenden oder sonsige Umstände etwas besonderes weiss, I Schritt rd. 80cm anzunehmen und der damit berechneten Länge einen mittleren Fehler von etwa 5 pct. zuzuschreiben.

Die Verteilung der Häufigkeitszahlen n, die man am besten durch Auftragen dieser Zahlen n als Ordinaten zu den Schrittwerten s als Abscissen veranschaulicht, zeigt, wie zu erwarten, ein asymptotisches Auslaufen gegen die untere und die obere Grenze, aber keine Symmetrie gegen den Mittelwert. Vielmehr hat 78cm das deutlich ausgesprochene Maximum der Häufigkeit (n 34) von welchem die Curve nach beiden Seiten rasch abfällt und beim Mittelwerte 80,7 nur noch etwa n 25 zeigt.

Das Alter der Schreitenden war im Mittel etwa 20 Jabre; es ist wahrscheinlich, dass mit zunehmendem Alter die Schrittgrösse wieder abnimmt. Aus eigener Erfahrung hat Jordan folgende Schrittgrössen: Schrittgrösse

Schrittgrösse
Jahr

Jahr
1873
81,0

1879
1874

1880 1875

IS81

78,5
1876
79,2

1882
1877
76,7
1883

76.0
1878

1884

76,0. Hieraus kann man schliessen, dass der Schritt eines und desselben Menschen, von Zeit zu Zeit neu bestimmt, Entfernungsbestimmungen etwa auf 2 pCt. genau giebt, wenn keine ungünstigen Ursachen einwirken. Solche Ursachen sind z. B. Steigung des Weges und Ermüdung nach langem Marsche.

Zur Prüfung des Schrittmasses für Nivellementszwecke beging Jordan im September 1881 die Strassenstrecke von Freudenstadt nach Laudenbach über den Kniebis und schritt den grössten Teil derselben nach den Strassensteinen ab. Es fand sich die Schrittlänge: auf wagerechter Strasse .

78,0cm, auf der Kniebisstrasse mit 7,4 pCt. Steigung aufwärts . 75,3 cm

(Mittagspause) auf der Kniebisstrasse mit 7,4 pCt. Gefälle abwärts

76,8cm auf wagerechter Strasse nach 7 stündigem Marsche

75,ocin Also trotz erheblich verschiedener Umstände ergaben sich doch nur Abweichungen bis zu 4 pCt. vom Mittel ").

Viel bedeutender werden die Aenderungen, wenn man die Landstrasse verlässt und auf Gebirgspfaden oder pfadlos an Abhängen marschirt. Zur Gewinnung der Schrittwerte unter solchen Verhältnissen benutzte Jordan tachymetrische und Messbandzüge. Aus 136 Vergleichsstrecken fand sich nach graphischer Ausgleichung: aufwärts Schrittlänge

abwärts Schrittlänge Steigung

Gefälle
00
77

00
5
70

5

74
10
62

10

72
15
56

15
20
30

20
23
45

25

60
30
38

30

50. Bei 30° Steigung ist also die Horizontalprojection eines Schrittes nur noch die Hälfte von dem Werte in der Ebene, während bei 300

abwärts i Schritt immer noch etwa 23 des Wertes in der Ebene als Horizontalprojection giebt 1);

Man kann noch fragen, in welcher Weise das Schrittmass von der Körpergrösse abhängig ist? Eine kleine hierauf bezügliche Untersuchung an 18 Studirenden vom Jahre 1884 gab: Manneshöhe Schrittwert Manneshöhe Schrittgrösse h

h
1,59 m
0,77 m

1,74m 0,81m
1,62
0,79

1,75 0,76
1,63
0,74

1,76

0,81 0,85 m 1,64

1,77 0,80 0,75 0,81m 1,67 0,80

1,78 0,83
1,71

0,88
0,76m

1,80 0,84 0,33
1,72
0,77

1,31

0,80. Das Wachsen des Schrittes mit der Körperhöhe zeigt sich deutlich, wie es ja auch nicht anders sein kann. Zur Ausgleichung wurde nach der Methode der kleinsten Quadrate die Formel gebildet:

0,7905m + 0,25 (1 - 1,70m),

+ 0,0085m 0,12 Wo die mit km beigesetzten Werte die mittleren zu fürchtenden Fehler nach der Ausgleichung sind. Der mittlere Fehler einer Schrittbestimmung wurde 0,034

Der Coefficient 0,25 * 0,12 sagt, dass einer Zụnahme der Körperhöhe eine Schrittzunahme von 1/4 entspricht, dass aber diese Zunahme selbst nur auf 1/2 ihres eigenen Wertes sicher berechnet ist.

Nach der letzten Formel bildet man folgende Formel:
Höhe
Schritt

Höhe

Schritt
1,55 m
0,75 m

1,80 m

0,82m
1,60
0,77

1,85

0,83
1,65
0,78

1,90

0,84
1,70
0,79

1,95

0,85
1,75
0,80

2,00

0,87. Ueber sog. Normalschritte sagt Jordan folgendes: Beim Militair ist beim Marschieren in Reih und Glied gleicher »Schritt und Tritt« nötig; aber ausserhalb Reih und Glied und ohne Trommel. takt hat jeder Mann seinen eigenen Schritt, in den er immer unwillkürlich verfällt. Man soll daher auch nicht einen Messgehilfen zwingen wollen (was zuweilen vorkommt), einen »Normalschritt« anzunehmen; vielmehr muss man umgekehrt, wo es auf Genauigkeit ankommt, den natürlichen Schritt der Gehilfen bestimmen und entsprechend besonders in Rechnung bringen.

Bei einem der im vorstehenden benutzten Versuche waren zwei Geometercandidaten beschäftigt, welche behaupteten, »Meterschritte« schreiten zu können. Das Durchgehen der Linie mit absichtlich übertriebenen grossen Schritten gab aber nur bezw. 91cm und 96cm statt der beabsichtigten 100cm,

cm

cm

78,2

77,7

78,5

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1

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Nach dem Berichte des Hrn. Burchard, des Münzdirectors der Vereinigten Staaten, betrug die Production an Edelmetallen im Jahre 1883:

Gold

Silber kg für Dollars kg für Dollars Vereinigte Staaten 45 140 30 000 000 1111 457 46 200 000 Russland

35 913 23 867 935 7 781 323 427 Australien

39 873 26 500.000 1 924 80 000 Mexico

1 438 955 639 711 347 29 568 576 Deutschland

457 303 722 230 694 9 589 300 Oesterreich-Ungarn.

1 638 1 088 615 48 708 2 024 645 Schweden

37 24 590 1 593 65 800 Norwegen

5 645 234 645 Italien

109 72 375

432 17 949 Spanien .

74 500 3 096 220 Türkei

10

6 646 2 164 89 916 Argentinische Republik 118 78 546 10 109 420 225 Colombia

5 802 3 356 000 10 283 760 000 Bolivia

109 72 375 384 923 16 000 000 Chile

245 163 000 128 106 5 325 000 Brasilien

952

632 520 Japan

181 120 080 8 488 353 825 Afrika

3 000 1 993 SOO Venezuela

5 022 3 338 058 Canada

1 435 954 000 1 641 68 205 Frankreich

zusammen 141 479 94 027 901 2 747 785 114 217 733 während der Gesammtwert der Goldgewinnung in 1881.

103 023 078 Dollars » 1882.

98 599 588 der der Silbergewinnung in 1881

102 168 354 » 1882

109 952 251 » 1884

114 217 733 betragen haben soll.

(Eng. u. Min. J. v. 15. Nov. 1884.) 1) S. weiteres hierüber Ztschr. f. Vermessungsw. 1884, S. 485 bis 488.

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ZEITSCHRIFT DES VEREINES DEUTSCHER INGENIEURE.

Band XXIX.

Sonnabend, den 2. Mai 1885.

No. 18.

Angelegenheiten des Vereines.
Zum Mitglieder-Verzeichnisse.

Niederrheinischer Bezirksverein.
Aenderungen.

0. Recke, Maschinenfabrikant, Rheydt.

Oberschlesischer Bezirksverein.
Bayerischer Bezirksverein.

C. G. Dittrich, Papierfabrikant, Sosnowice, Polen.
Albert Geiger, Ingenieur J. Wörner & Co., Budapest.

Pfalz-Saarbrücker Bezirksverein.
Berliner Bezirksverein.

Aug. Dieckhoff, Ingenieur d. Eisenw. Neunkirchen, R.-B. Trier.
Joh. Brandt, Civilingenieur und Patentanwalt, Berlin S.W., An-

C. Érnstmeier, Betriebsführer der Hochöfen der Henrichshütte, haltstr. 6.

Hattingen.
B. H. Wesslau, Ingenieur, Charlottenburg, Schillerstr.
Braunschweiger Bezirksverein.

Verstorben.
Herm. Meier, Ingenieur, i F. Feuerhake & Meier, Braunschweig. Dr. F. Bothe, Director der Gewerbeschule, Görlitz.

Breslauer Bezirksverein.
Melcher, Maschinenmeister der königl. Eisenbahn-Direction Berlin,

Neue Mitglieder.
Breslau.

Berliner Bezirksverein.
Frankfurter Bezirksverein.

Fritz Brutschke, Ingenieur, Berlin N., Friedrichstr. 133.
A. Rieppel, Ingenieur der Maschinenbau-A.-G. Nürnberg, Filiale F. Reuleaux, Prof., Geh. Reg.-Rat, Berlin W., Potsdamerstr. 20a.
Gustavsburg bei Mainz.

Hannoverscher Bezirksverein.
Hannoverscher Bezirksverein.
v. Borries, königl. Eisenbahn-Maschineninspector, Vorstand der

Jos. Berliner, i/F. J. Berliner, Telephon- und Mikrophonfabrik, Locomotiv-Reparaturwerkstätte, Leinhausen bei Hannover.

Hannover, Neuestr. 1.

Oberschlesischer Bezirksverein.
Hessischer Bezirksverein.
Adolf Reuss, Ingenieur bei Henschel & Sohn, Cassel.

Nimptsch, Bergverwalter, Antonienhütte 0/Schl.
Karlsruher Bezirksverein.

Ernst Schulz, Betriebsleiter d. Hochöfen auf Redenhütte bei Zabrze.
F. Anton Hubbuch, Vorstand der grossh. bad. Uhrmacherschule,

Pommerscher Bezirksverein.
Furtwangen.

A. Schmidt, Ingenieur der Stettiner Maschinenbau-A.-G. vormals
Kölner Bezirksverein.

Möller & Holberg, Grabow a/O.
Ernst Peipers, Ingenieur, Köln.

Sächsischer Bezirksverein.
Bezirksverein an der Lenne.

G. O. Küchler, Ingenieur d. Leipziger Pferdeeisenbahnges., Leipzig.
Wilh. Rath, Berg- und Hütteningenieur, Plettenberg.

C. Wolf, Maschinenfabrikant, i/F. Friemann & Wolf, Zwickau.
Magdeburger Bezirksverein.

Westfälischer Bezirksverein.
Eugen Polte, Ingenieur, i F. Jürgens & Co., Metallgiesserei und

Nöcker, Ingenieurassistent, Dortmund.
Armaturenfabrik, Magdeburg.
Mittelrheinischer Bezirksverein.

Keinem Bezirksverein angehörend.

Anton Seckler, Ingenieur b. Langen & Hundhausen, Grevenbroich. Ludw. Stuhl, Ingenieur der Locomotivfabrik Hohenzollern, Grafenberg-Düsseldorf.

Gesammtzahl der ordentlichen Mitglieder: 5295.

Das Wasserwerk der Stadt. Barmen.

Von Herm. Glass, Ingenieur in Barmen.
(Hierzu Tafel XIII bis XVI und Textblatt 3.)

(Schluss von S. 319.)
Ausführung der Versuche.

gleichen Maschine vorgenommen und verlief in gleich guter

Weise, d. h. ohne Störung. Zur Vornahme der Garantieversuche wurden zunächst in den Tagen vom 10. bis 12. November 1883 die Maschinen und

Mit Maschine II konnte erst, örtlicher Verhältnisse halber, Kessel einer gründlichen Untersuchung, namentlich auch von

am 23. November der Versuch gemacht werden. Die ResulSeiten der von der Fabrik beorderten Ingenieure, unterzogen,

tate waren, wenn auch nicht ganz so gut wie bei Maschine I, um dadurch zunächst die gute Beschaffenheit der einzelnen

dennoch befriedigend, und erklärten die Vertreter der Fabrik, Maschinenteile, hauptsächlich auch die Dichtigkeit der Dampf

dass sie ihrerseits damit zufrieden seien, indem sie glaubten, kolben, Ventile und sämmtlicher Stopf büchsen sowie Flanschen

dass durch dieselben die Bedingungen des Vertrages erreicht

seien. Mit Rücksicht hierauf unterliess es denn auch die verbindungen der Rohrleitungen, Ablasshähne usw. zu sichern. Der Speisewasserbehälter im Kesselhaus war dicht befunden Commission, welche gleicher Ansicht war, noch weitere Ver

suche mit den Maschinen vorzunehmen. Es handelte sich
worden, der Hauptdruckwindkessel war am 12. November
abends, auf 2/3 seiner Höhe mit Luft versehen.

nun noch darum, die Fördermenge bei einer gewissen Anzahl
von Umdr.

Umdr. der Maschinen, welche unter ganz gleichen
Von den Druckrohrsträngen nach dem Turm auf dem
Loh war der rechts liegende abgesperrt, so dass das geförderte

Verhältnissen wie an den Versuchstagen gemacht werden
Wasser den linken allein durchströmen musste. Im Druckturme

mussten, im Vorratsbehälter bei der Stadt zu messen, um den

Wirkungsgrad der Pumpen ausser durch Diagramm auch durch war der I. Ueberlauf durch den Schieber abgesperrt, so dass

genaue Messung bestimmen zu können. Zu dem Zwecke das Wasser durch den obersten in das Fallrohr treten musste.

wurde die rechte Hälfte des Vorratsbehälters nahezu völlig Es hatten somit die Maschinen die grösstmögliche Druckhöhe

entleert, so dass nur soviel Wasser, wie nötig war, um die zu überwinden.

Unebenheiten und das Gefälle der Sohle nach dem EntAm 13. November morgens begann, nachdem Maschine

leerungsrohre bin auszugleichen, darin verblieb. und Kessel bereits einige Zeit im Betriebe waren, sich somit im Beharrungszustande befanden, der Garantieversuch mit

Auf Grund der Zeichnung und der durch den StadtMaschine No. I.

Geometer vorgenommenen genauen Ausmessungen waren als

dann das im Behälter enthaltene Wasser und der Inhalt eines Kessel I und II lieferten den Dampf.

Teiles der in gleicher Höhe mit dem Behälter gegenüber auf Während der Dauer des Versuches wurde genau nach der anderen Thalseite liegenden Hauptzuführleitung, welcher dem vorerwähnten Arbeitsplane verfahren.

Der Versuch, durch das Pumpen bis auf gleiche Höhe des Wasserstandes welcher eigentlich ein Vorversuch hatte sein sollen, verlief im Behälter gefüllt werden musste, zu bestimmen. Hinzu ohne jedwede Störung, und wurde deshalb von der Commission

kam noch

noch das in den das Hauptzuführrohr angeund den Ingenieuren der Fabrik einstimmig beschlossen, die schlossenen Fabriken und Wohnhäusern während der Dauer erhaltenen Resultate als massgebende zu betrachten.

des Versuches verbrauchte Wasser, und hatte man alsdann Der zweite Versuch wurde am nächsten Tage mit der die gesammte bis nach Barmen gelieferte Wassermenge. Es

an

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deutscher Ingenieure.

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ist zu bemerken, dass in der linken Hälfte des Vorratsbehälters vor Beginn des Versuches soviel Wasser enthalten sein musste, wie notwendig war, um dem, damals allerdings noch nicht bedeutenden, Bedarf in der Stadt während der Versuchsdauer gerecht werden zu können. Der erste, am 8. December 1883 vorgenommene Versuch scheiterte hieran, indem die vorher in der linken Hälfte des Behälters aufgesammelte Wassermenge verbraucht war, kurz ehe der Versuch enden sollte, und war man darum genötigt, die für den Versuch benutzte rechte Hälfte sogleich an das Stadtrohrnetz anzuschliessen.

Am 23. December, einem Sonntage, gelang es indessen, den Versuch glücklich zu Ende zu bringen.

Vor Beginn des von 9 Uhr morgens bis nachmittags 4 Uhr 24 Minuten, also 7 Stunden und 24 Minuten dauernden Pumpens und mit Schluss desselben war der Hubzähler genau notirt worden.

Zur Prüfung des Gleichmasses der Maschinenarbeit war in der Zwischenzeit noch viertelstündlich der Stand vermerkt und auch nach dem Wasserwerksbureau telegraphirt worden. Die Maschine No. II hatte genau so gearbeitet, wie am 23. November, und war keinerlei Störung vorgekommen.

Nachfolgende Tabellen geben die zusammengestellten Ergebnisse der 4 Versuchstage wieder.

Es ist darüber noch zu bemerken, dass die Rostfläche der Kessel damals grösser war, als in der Beschreibung der Kessel angegeben ist.

Dort ist die Fläche eines Rostes zu 1,59m, entsprechend einer Länge von 1,2m und Breite von 1,25m angegeben, während bei den Versuchen der Rost eine Länge von 1,8m und eine Breite von 1,25 2,259m hatte. Die Verkleinerung wurde später vorgenommen, um die Wärmeausnutzung der Kessel noch zu erhöhen. Die Temperatur der durch die Rauchschieber in den Fuchs entweichenden Feuergase ist eine sehr niedrige, sogar weit unter der Temperatur des Dampfes liegende, so dass der letztere noch Wärme an die Feuergase auf deren Weg durch den_Oberzug der Kessel abgeben musste, was darin seine Erklärung findet, dass erstens das Speisewasser nur 12 bis 15° hatte und dann auch die Inanspruchnahme der Kessel eine sehr geringe war.

Im gewöhnlichen Betriebe ist dies anders, da das Speisewasser mit einer Temperatur von '500 in den Kessel tritt und durch die später erfolgte Verkleinerung der Rostfläche auch das Feuer mehr gesteigert und mit weniger Luftüberschuss gearbeitet wird als bei den Versuchen. Die Temperatur ist alsdann am Rauchschieber durchschnittlich 185°, also 185 - 166,5 = 18,50 höher als die Dampftemperatur, welches einer unter den gegebenen Verhältnissen möglichst vollständigen Ausnutzung der aufgewandten Wärme entspricht.

Ferner ist zu bemerken, dass nur am ersten Versuchstage der Compressor in Betrieb gesetzt wurde, weil die an diesem Tage verlorene Luftmenge, nach den Vermerkungen am Wasserstandsglase von 15 mm Höhe, bereits nach nur 4 Minuten langer Betriebsdauer des Compressors ersetzt war und man deshalb beschloss, die Luftmenge für die 3 übrigen Versuchstage, also auf 4. 15 = 60mm Höhe, in den Windkessel zu schaffen, was in einer gesammten Betriebszeit von 13 Minuten schon erreicht war. In den nächsten Versuchstagen war die Luftverminderung im Windkessel dementsprechend, und brauchte deshalb der Compressor nicht wieder in Betrieb gesetzt zu werden, was in der That bei ordnungsmässigem Betriebe nur etwa alle acht Tage einmal geschieht.

Das Manometer am Hauptdruckwindkessel ist 1,805m über dem Pumpenmittel angebracht.

Durch die bei den Versuchen gemachten Ermittelungen kam die Commission zu dem folgenden Schlussurteil:

Die unzweifelhaften Verluste in den langen Zufuhrleitungen des Wassers von der Ruhr bis nach Barmen sind unbekannt und konnten deshalb in der Berechnung des Wirkungsgrades der Pumpen nicht mit berücksichtigt werden; trotzdem ist derselbe auf 0,97 sicher festgestellt worden.

Die Messung des Wassers im Vorratsbehälter ist zwar so genau wie möglich gemacht; man muss aber berücksichtigen, dass die Beobachtung einer so grossen Wasserfläche nicht sehr leicht und dass es immerhin möglich ist, dass kleinere, wenn auch nicht nachzuweisende, Undichtigkeiten im

Behälter dennoch vorhanden waren, Umstände, welche das Resultat nur ungünstig beeinflussen konnten. Trotzdem ist dasselbe gegen die Lieferungsbedingungen inbetreff des Speisewasserverbrauches, wenn man den Wirkungsgrad der Pumpen zu 0,98 annimmt, nur um 2,4 pCt. zurückgeblieben.

Es dürfte vielleicht für die Beurteilung der Maschinen und Kesselanlage erwünscht sein, auch über die Betriebsresultate einer längeren Zeit nach der vorläufigen Abnahme der Maschinen einige Angaben hier einzuschalten, welche im Vergleich mit denen der Versuche ein Gesammtbild der Leistung der Maschinenanlage geben können.

Bei den Versuchen am 13., 14. und 23. November hatte sich herausgestellt, dass, unter Annahme eines Wirkungsgrades der Pumpen von 0,98, die Dampfmaschinen durchschnittlich 10,24kg Dampf für N und Stunde erforderten. Es wurden an den 3 Tagen insgesammt 47 144kg Wasser mit 5816kg Kohlen verdampft. Diese 5816kg Kohlen förderten mit den gemachten 40 953 Umdrehungen 40 953 . 0,151531 = 6205cbm Wasser auf die durchschnittliche Höhe von 195,2m, entsprechend einer Leistung = 208 256mkg mit 1kg Kohle.

In den Monaten April bis einschl. September des Jahres 1884 wurden nach den Betriebsaufzeichnungen an Kohlen verbrannt 787 370kg; hiervon wurden zum Anheizen der Kessel 36 830kg verwandt, so dass zur wirklichen Förderarbeit verbraucht 750 540kg bleiben. Hiermit wurden 4 942 533 Umdrehungen gemacht und 748 947cbm Wasser auf die durchschnittliche Förderhöhe von 187,6m bis zum I. Ueberlauf im Turm - gefördert, was einer Leistung= 187 200mky mit 1kg Kohle entspricht.

Die durchschnittliche Leistung der Maschinenanlage im gewöhnlichen Betrieb ist demnach nur um 11,26 pCt. unter der durch die Versuche ermittelten zurückgeblieben. Diese Minderleistung von 11,26 pCt. auf den Dampfverbrauch der Maschinen umgerechnet ergiebt einen solchen im Betriebe von 11,39kg für 1 Ne und Stunde. Dieses bei städtischen Wasserwerksanlagen wohl nicht häufig erzielte Resultat spricht am besten für die Vorzüglichkeit der Anlage inbezug auf Zweckmässigkeit der Construction und Sorgfalt der Ausführung. Uebrigens wird auch während des täglichen Betriebes durch regelmässige Notirungen des Hubzählers, Dampfdruckes, der Temperaturen des Speisewassers und der Feuergase am Rauchschieber, der abgewogenen Kohlen auf jeder Schicht in besonderen Rapportbogen sowie durch häufige Entnahme von Diagrammen eine genaue Ueberwachung des Zustandes und der Bedienung von Maschinen und Kesseln ausgeübt.

Zu bemerken ist noch, dass während der Versuchstage die Förderkohle von Zeche Louisenglück und im Laufe des Betriebes von April bis September 1884 die etwas billigere Förderkohle von den Gruben Helene-Nachtigall, welche jener ungefähr gleichwertig an Heizkraft ist, gebrannt wurde.

Ferner ist noch die etwa 1 Jahr nach der vorläufigen Abnahme erfolgte endgiltige Abnahme der Maschinen, bei welcher nachzuweisen war, dass die Maschinen im Laufe der Garantiezeit sich bezüglich des Verschleisses gut gehalten und in der Güte der Leistung nicht zurückgegangen waren, zu erwähnen. Diese Abnahme erfolgte in den Monaten September und October 1884, und erstreckte sich die Untersuchung der Maschinen zunächst auf Besichtigung der inneren Teile, Cylinder, Dampfkolben, Ventile der Steuerung und der Pumpen, Lagerzapfen usw. Einige dabei gemachte Ausstellungen erklärte die Fabrik bereitwilligst beseitigen zu wollen, wie und wann dies der Betriebsverhältnisse halber von der Wasserwerksverwaltung gefordert werden sollte.

Eine besondere Instandsetzung der Maschinen zu den nun nochmals folgenden Untersuchungen auf Dampfverbrauch und Leistung geschah indessen nicht, da auch der Vertreter der Fabrik darauf verzichtete, besonders gute Resultate zu erlangen; nur wurden die Ventile der Pumpen (zum ersten Male, seitdem sie in Betrieb waren) nachgearbeitet und geschliffen, um den Wirkungsgrad der Pumpen möglichst hoch zu bringen. Es wurden deshalb die Versuche in dem allerdings ordnungsmässigen - Zustande, in dem sich die Maschinen nach der ziemlich starken Beanspruchung des Sommers befanden, vorgenommen und zwar am 8., 9. und 10. October.

Auch die Resultate hierüber sind in den folgenden Aufzeichnungen niedergelegt.

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