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Anschauungen unserer siegreichen modernen Technik? Nichts haben sie dazu beigetragen und nichts tragen sie heute bei. Nicht die Sachen oder Erfindungen, sondern die sie begleitenden Ideen, die Gedanken sind es also, welche die Wandlung, die Neuerung hervorgerufen haben müssen. In der That können wir diese nichts anderem als einem

eigentümlichen Fortschritt im Denkprocess, einem schweren, gefahrvollen Aufstiege zu höherer, freierer Auffassung der Natur zuschreiben. Es brach sich das Verständnis bei uns Bahn, dass die Naturkräfte bei ihren Wirkungen nicht einem jedesmal einschreitenden Willen, göttlichem Willen, folgen, sondern dass sie nach festen, unveränderlichen Gesetzen, den Naturgesetzen, wirken, niemals, unter keinen Umständen, anders.

Nach ewigen, ehernen,

Grossen Gesetzen

Müssen wir alle

Unseres Daseins

Kreise vollenden,

bebt es bei Goethe aus dem Erschauern vor den unerbittlichen Naturgewalten heraus. Aber auch »nach ewigen, ehernen, grossen Gesetzen« rollen die Weltkörper, ziehen die Sterne ihre Geleise, fällt auch der Ziegel vom Dache, der Tropfen aus der Wolkenhöhe.

Sonnen wallen auf und nieder, Welten geh'n und kommen wieder, Und kein Wunsch kann's wenden!

in diese herrliche, poetische Form fasst ein Prälat, der gemütstiefe Hebel, die Erkenntnis, dass nicht das materielle, sondern das seelische Gebiet die Gottesahnung in sich schliesse, dass aber gerade die Grösse der materiellen Schöpfung in der Unwandelbarkeit ihrer Gesetze bestehe. Hiervon das Verständnis zu gewinnen, durchbrachen die Ideen die alten Schranken, zogen aber auch alsbald die Folgerungen für das materielle Leben. Diese waren, wenn wir sie ganz abstract und befreit von Nebensächlichkeiten aussprechen:

Bringen wir unbelebte Körper in solche Lage, solche Umstände, dass ihre naturgesetzliche Wirkung unseren Zwecken entspricht, so können wir sie für die belebten Wesen und statt derselben Arbeit verrichten lassen.

Dies begann man mit Bewusstsein auszuführen und schuf damit die moderne Technik. Wissenschaftliche Technik nannte ich sie und muss sie so nennen. Denn jene Naturgesetze, welche man in bewusster Weise zur Wirkung gelangen lassen wollte, man kannte von ihnen, als die Geister in jenen Verständnisprocess eintraten, blutwenig, man musste sie zum grössten Teil erst suchen. Und unter schwerem Kampfe musste ihre Erkenntnis erworben werden. Denn die gelehrte Welt glaubte sich ja im Besitze des Wissens von diesen Gesetzen; die Neuerer hatten daher nicht blos die Entdeckungen zu machen, sondern auch alte, entgegenstehende Ueberzeugungen zu stürzen, eine geistige Riesenarbeit und zugleich ein geistiger Kriegszug hinauf zur Höhe freier Erkenntnis; denn dieser Zug fand auch heftigen Widerstand in den Vorurteilen der Kirche. Derselbe hat seine Opfer gefordert. Galilei's gebeugte Gestalt steigt bei dem Gedanken vor unserem inneren Blick auf. Hat er das berühmte »Und sie bewegt sich doch!« auch nicht ausgesprochen, wie die heutige mikroskopische Geschichtsforschung erweisen will, so that es doch die denkende europäische Welt. Der Sieg wurde errungen und damit das Gebiet für unsere heutige Technik erobert. Die damalige Reaction hat sich im grossen Ganzen auch gegeben; sie hat wohl ihr Unrecht eingesehen, denn ihre einstigen Vertreter fahren munter auf der Eisenbahn, telegraphiren und telephoniren wie andere; nur kleine Plänklergefechte finden noch im Hintertreffen statt, mehr aus Eigensinn als aus Ueberzeugung, jedenfalls halten sie die Hauptbewegung nicht im mindesten auf.

Was geschehen wäre, wenn die damalige Reaction obgesiegt hätte – denn eine Reaction war es, da Deutschland schon über hundert Jahre früher den Kampf begonnen, Kopernikus schon über neunzig Jahre im Grabe lag, als Galilei gegen ihn zu zeugen gezwungen ward – was ge

deutscher Ingenieure.

schehen wäre, ist schwer auszudenken, oder nein, wir können es sehen, und zwar sehen an der grossen arabischen Völkerfamilie. Bei ihr hatte die Reaction wirklich gesiegt. Ihre Galileis, die Averrhoés und ungezählte andere wurden mitsammt ihren freien Ueberzeugungen geworfen, mit ihnen ihr ganzer grosser Anhang, und damit der arabischen Cultur, welche schon die Hand erhoben hatte, um zur Siegespalme der freien Erkenntnis zu greifen, Arm und Fuss von den fanatischen Siegern gelähmt, und gelähmt liegt sie darnieder jetzt schon ein halbes Jahrtausend. Allah aalam! »Gott allein weiss!« D. h. daher sollst du nicht wissen wollen! So lautet's seitdem für den reinen Mohamedaner; alle Forschung ist ihm abgeschnitten, verboten, als sündhaft erklärt. Ein edler und feiner Moslem!) hat vor einiger Zeit der Hoffnung öffentlich Ausdruck gegeben, dass die Moslim vielleicht doch noch berufen sein möchten, die verlorene Führung wieder aufzunehmen. Wer mag ihm glauben?”) Sicher aber scheint, dass die Niederlage des freien Denkens im arabischen Sprachgebiete auch völlig entscheidend für die übrigen asiatischen Culturen geworden ist; wie ein Damm legte sich die geistig abgetötete Masse zwischen jene und uns, und so ist es denn gekommen, dass wir allein in die Entwicklung, welche der geschilderte Ideenfortschritt anbahnte, eingetreten sind. Die Naturkräfte, welche derselbe uns zu nutzen lehrte, sind die mechanischen, physikalischen und chemischen; sie für uns wirken zu lassen, bedurfte es eines grossen Rüstzeuges von mathematischen und Naturwissenschaften. Dieser ganze Apparat also ist es, dessen Anwendung wir, gleichsam als Privilegium, ausüben. Mir scheint es nötig, um die zwei Entwicklungsrichtungen kurz unterscheiden zu können, sie mit besonderen Namen zu benennen, die zu suchen wären. Das Eindringen in die Geheimnisse der Naturkräfte findet sich schon früh, schon unter anderen bei den Medern und Persern, insbesondere bei dem Volksstamm der Magier, der sich so grossen Ruf dafür erwarb, dass sein Name auf eine Priesterkaste übertragen ward. Auch den Griechen flössten die Magier, neben Furcht bei Unverständigen, soviel Anerkennung ein, dass sie eine künstliche Vorrichtung, Einrichtung, durch welche ungewöhnliches geleistet werden konnte, überhaupt ein Magierwerk, oder, das Wort ihrer Sprache anpassend, ein Manganon nannten. Allerlei Concretes, was geschickt und klug ausgedacht war, wurde so betitelt, unter anderem auch eine Wurfmaschine für Kriegszwecke. Mit dieser ist das Wort ins Mittelalter herübergekommen.”) Als man dann früh im 17. Jahrhundert grosse Maschinen zum Rollen und Glätten der Wäsche erfand, diese Vorrichtungen aber eine merkwürdige äussere Aehnlichkeit mit jenen Wurfmaschinen erhielten, gab man ihnen auch deren Namen*), worauf denn dieser in die übrigen europäischen Sprachen weiter wanderte, wie jede Hausfrau weiss, oder auch vielleicht nicht weiss, wenn sie die Wäsche zur »Mangel« schickt. Ich möchte jenes alte Wort wieder für unsere Zwecke verallgemeinern und die Benutzung und Leitung der in ihren Gesetzen erkannten Naturkräfte Manganismus nennen, die andere Richtung aber, welche vor den

) Der Afghanen-Scheik Dschemmal Eddin im Journal des Débats 1883, nach dessen eigenem Zeugnis »der Kalif Al Hadi in Bagdad 5000 Philosophen hat abschlachten lassen, um die Wissenschaften in muselmännischen Ländern bis auf die Wurzeln auszurotten.« ?) Man kann kaum anders, als die Sache für völlig hoffnungslos halten, weil die Araber die staatliche Einheit, welche allein ihnen die genügend starke Initiative verleihen könnte, verloren haben, weil ihre ganze Sprachfamilie derartig zerstückelt und desorganisirt ist, dass an eine Wiedervereinigung wohl nie mehr zu denken ist. *) Mangano bei den Italienern, mangan bei den Franzosen. 4) Zonca, Novo Teatro di Machine, Padoua 1621, S. 34: »Man

gano in questo luogo si dimanda quelle Machine con laquale si

lisciano et lustrano le tele, ciambolette, rasse et altre cose, che nell' arte militare, il Mangano s'intende uno stromento per lanciar armi, pietre et altre materie, come si puo vedere presso d'alcuni Auttori.« Man sieht, dass 1621 die Wurfmaschine schon antiquirt war, aber noch in den Büchern stand. Die abgebildete Wäschemangel ist über 30 lang und wird von zwei Mann im Tretrad in Bewegung gesetzt, eine zweite wird von einem Pferde getrieben.

Band XXIX. No. 2. 10. Januar 1885.

Naturkräften wenig anders als in Abwehr stehen bleibt, höchstens geheimnisvoll und zünftig ihr einige Recepte ablauscht, den Naturismus. Wenn Sie diese beiden Namen für jetzt mit mir gebrauchen wollen, sehen wir demnach die Culturnationen, oder überhaupt die Völker, eingeteilt in manganistische und naturistische, und haben bemerkt, dass die manganistischen wegen der von vollem Verständnisse getragenen Ausbildung ihres materiellen Apparates vor den naturistischen einen gewaltigen Vorsprung gewonnen haben. Ja, wir dürfen noch viel weiter gehen und brauchen nicht anzustehen, zu behaupten, dass die Herrschaft der Erde den manganistischen Nationen gehört. Wie zu allen Zeiten geschehen, so wird auch jetzt um die Herrschaft auf der Erde gekämpft. Aber der Beobachter kann mit Sicherheit vorausberechnen, dass die Manganisten die Sieger bleiben werden, oder dass diejenigen Nationen, welche sich nicht entschliessen wollen, zum Manganismus überzugehen, auf allmähliche Unterwerfung oder auf Untergang gefasst sein müssen. Dass es möglich ist, mit bestimmtem Entschlusse vom Naturismus zum Manganismus überzugehen, erleben wir in unserer an merkwürdigen Culturereignissen so reichen Zeit an Japan. Die Japaner haben mit hohem Scharfblicke den vorigen Satz eingesehen und suchen nun den geschichtlich unerhörten Schritt zu thun, mit einemmale vom Naturismus zum Manganismus überzugehen. Die obersten Einsichtigen der Nation haben die Notwendigkeit eingesehen und haben auch die politischen Machtträger für die Sache gewonnen; und so sehen wir denn vor unseren Augen die kluge und verständige Nation ihren Unterricht entsprechend umgestalten und sich mit Aufbietung aller Kraft in die ihr neue Richtung werfen. So schwer die Arbeit sein mag, sie scheint zu gelingen; wenigstens sprechen die Anfänge dafür, die in nichts anderem bestehen, als in Lernen, Lernen, Lernen.

Kaufen kann man den Manganismus nicht. Er muss anerzogen, angebildet werden. Der Beweis hierfür vollzieht sich gegenwärtig in China, wo all das durch Kauf erworbene ausgezeichnete europäische Kriegsmaterial sich nutzlos zu erweisen scheint gegen den regelmässigen Angriff der Manganisten. Die Naturisten da drüben übersehen wohl zu leicht, dass das blosse Einlernen nicht hinreicht; ein ausgelassenes vergessenes Partikelchen des Verfahrens kann alles in Frage stellen. Manche der Zuhörer erinnern sich vielleicht des kleinen Missgeschickes der Japaner vor 10, 12 Jahren, wie sie, auf ihre Selbstständigkeit eifersüchtig, die englischen Lehrmeister von ihrem ersten grossen Kriegsdampfer verabschiedet hatten und nun eine grosse Uebung damit abhielten, auch schön manövrirten, aber schliesslich zum Befremden der vom Lande aus Zuschauenden stundenlang auf der Rhede in einem grossen Kreise herumdampften. Der Maschinist hatte das »Berg Sesam, schliesse Dich!« vergessen; er wusste den überschüssigen Dampf nicht aus dem Kessel los zu werden, und der Capitän fuhr nun so lange im Kreise herum, bis aller Dampf aufgezehrt war. Heute wissen's die Japaner schon besser und lachen herzlich mit über die damalige Probe.

Bei den Indern haben die Engländer leise und sanft begonnen, auf manganistische Erziehung hinzuwirken. Alles steckt indessen noch in den Anfängen,”) kann aber noch zu grossem führen.

1) Wie tief und fest der Naturismus bei den islamitischen Völkern, bei den Erben der einst so hohen arabischen Bildung, jetzt eingewurzelt ist, davon führt Ernst Renan in seiner feinen kleinen Schrift »Islam und Wissenschaft« (in Uebersetzung Basel 1883), ein interessantes Beispiel an. Der englische Niniveh-Forscher Layard hatte sich brieflich an den Kadi von Mossul gewandt, um von demselben einige Angaben über die Bevölkerung, den Handel und die Geschichte der Stadt zu erhalten. Der Kadi hatte aber mit dem folgenden Schreiben geantwortet:

»O mein berühmter Freund, o Freude der Lebenden! Was Du von mir verlangst, ist zugleich unnütz und schädlich. Obgleich ich alle meine Tage in diesem Lande verbracht habe, so ist es mir doch niemals in den Sinn gekommen, die Häuser zu zählen, noch mich um die Zahl ihrer Bewohner zu bekümmern. Und nun die Frage, wie viel Waren der eine wohl auf seine Maultiere packt, der andere in seiner Barke unterbringt, das ist in der That ein Gegen

Reuleaux, Cultur und Technik. 27

Wir brauchen übrigens nicht, wenn wir Naturismus suchen, in ferne Weltteile zu schweifen; auch in Europa ist derselbe noch vorhanden, ja, in jedem Menschen steckt ein Stück Naturismus. Demselben wird durch die Erziehung erst die manganistische Anschauung zugesellt, das Verstandesmässige, das unbarmherzig Logische dem Naiven, der holden Natur bedingungslos Ergebenen in uns; aber auch die Besonnenheit, ausdauernde Festigkeit gegenüber dem Ansturm ruindrohender Naturmacht, das volle Gegenteil des Fatalismus. In Spanien hat sich der Manganismus noch wenig entwickelt; zu den grossen umgestaltenden Erfindungen hat die iberische Halbinsel nicht beigetragen; wir müssen wohl annehmen, dass die Zurückdrängung der Reformgedanken dort um so eher gelingen konnte, als damals die eben neuentdeckte Welt die Gemüter ganz in Anspruch nahm. Unberechenbar ist, was Spanien sich durch sein Stehenbleiben geschadet hat. Griechenland, das einst in Künsten und Wissenschaften auf der höchsten Stufe gestanden, war zur Zeit des Aufblühens der wissenschaftlichen Technik noch so in die Folgen seines Sturzes von einstiger Höhe verwickelt, dass die Bewegung es nicht erfasst hat. Es bemüht sich jetzt, als Volk aus dem Naturismus sich emporzuringen, und mit Interesse können wir nun den Anstrengungen folgen, welche auf dem klassischen Boden des schönen Landes gemacht werden, um die alten Ueberlieferungen geistiger Thätigkeit wieder aufzunehmen. Ohne den Manganismus wird es aber nicht gehen. Italien bereitet uns ein merkwürdiges Schauspiel. Lange in seiner Masse dem Naturismus völlig ergeben, und zwar auch nach seiner regen Beteiligung an den grossen wissenschaftlichen Entdeckungen der Renaissanceperiode, hat sein hochbegabtes Volk den Manganismus mehr oder weniger vernachlässigt, seine Kunstblüte aber erhalten, und hat darin seinen Glanz gesucht und gefunden. Seit seiner politischen Neugestaltung indessen hat das Land die Notwendigkeit erkannt, das im Manganismus Versäumte nachzuholen; und so sehen wir denn die Italiener sich jetzt mit erstaunlicher Energie darauf werfen, die manganistischen Industrien und Tüchtigkeiten bei sich zu verbreiten. Es ist nicht zu verkennen, und die jüngst geschlossene Landesausstellung in Turin schien mir das zu beweisen, dass die in der That bedeutenden raschen Fortschritte, welche das Land in den Nutzindustrien macht, schwächend auf seine Leistungen in der Kunstindustrie ein

stand, der mich in keiner Weise angeht. Was die Vorgeschichte dieser Stadt betrifft, Gott allein weiss es, er allein könnte sagen, mit wie viel Irrtümern die Einwohner derselben vor deren Eroberung durch den Islam vollgepfropft waren. Für uns wäre es gefährlich, sie nennen zu wollen. O mein Freund, o mein Lamm, suche nicht das zu wissen, was dich nicht angeht. Du bist zu uns gekommen und wir haben dich willkommen geheissen; gehe wieder fort in Frieden! In Wahrheit: alle Worte, die du zu mir gesprochen, haben mir nicht im geringsten wehe gethan; denn derjenige, welcher spricht, ist einer und derjenige, welcher zuhört, ist ein anderer. Nach der Sitte der Männer deines Volkes hast du viele Landschaften durchwandert, und doch hast du das Glück nirgends gefunden. Wir aber (Gott sei gelobt!), wir aber sind hier geboren, und wir wünschen nicht, von hier fortzuziehen. Höre, mein Sohn, es giebt keine Weisheit gleich derjenigen, an Gott zu glauben. Er hat die Welt geschaffen. Sollen wir danach streben, ihm gleich zu kommen, indem wir suchen, in die Geheimnisse seiner Schöpfung zu dringen? Sieh' jenen Stern, der dort oben

um jenen anderen Stern kreist; betrachte wieder einen anderen

Stern, der einen Schweif nach sich zieht und so viele Jahre braucht, zu kommen, und so viele Jahre, sich zu entfernen. Lass' ihn, mein Sohn; derjenige, dessen Hände ihn gebildet haben, wird ihn schon leiten und lenken. Doch, du wirst vielleicht sagen: »O Mann, ziehe dich zurück, denn ich bin gelehrter als du, und ich habe Dinge gesehen, von denen Du nichts weisst!« Wenn du meinst, dass diese Dinge dich besser gemacht als ich bin, so sei mir doppelt willkommen; ich aber, ich danke Gott, dass ich danach nicht forsche, was ich nicht zu wissen brauche. Du bist in Dingen unterrichtet, die mir gleichgiltig sind, und was du gesehen hast, ich verachte es. Wird dir ein umfassenderes Wissen einen zweiten Magen schaffen, und deine Augen, die überall hin sich senken und alles durchstöbern, werden sie dir ein Paradies aufspüren? O mein Freund, wenn du glücklich sein willst, so rufe: »Gott allein ist Gott!« Thue nichts böses, dann wirst du weder die Menschen noch den Tod fürchten, denn deine Stunde wird kommen!« wirken!). Wie ein Schatten fliegt es bei derartigen Beobachtungen über uns, indem es scheint, als bestehe ein schneidender

!) Bei einem Gespräche mit einem scharf beobachtenden hochstehenden Italiäner über diesen Punkt sagte derselbe zu mir: »Sagen Sie es nur gerade heraus: wir sind zurückgegangen in den Künsten. Aber wir wissen das und grämen uns nicht darüber. Vorerst müssen wir auf dem anderen Gebiete nachholen, was wir durch lange Zeit schwer versäumt haben, und dazu brauchen wir unsere besten Köpfe. Nachher werden wir auf dem Kunstgebiete schon wieder vorwärts kommen.«

deutscher Ingenieure.

Gegensatz zwischen den beiden Richtungen, welchem die eine zum Opfer fallen müsse. Dem ist aber nicht so. Kunst und wissenschaftliche Technik schliessen sich nicht aus. Es erfordert nur grössere Anstrengungen, um beiden gerecht zu werden, grössere Festigkeit und geistige Vertiefung in die feinen ästhetischen Gesetze, um den Ansturm störender Angriffe der Maschine abzuschlagen. Dass beide neben einander entwickelt werden können, zeigt die heutige lebendige Bewegung auf beiden Gebieten in Oesterreich und Deutschland.

(Schluss folgt.)

Mitteilungen von der Ausstellung für Handwerkstechnik in Dresden
Von R. Schöttler, Docent an der techn. Hochschule in Braunschweig
(Fortsetzung von Zeitschrift 1884, Seite 818.)

Es sind zur Zeit nur zwei Gattungen von Kraftmaschinen, welche für die Bedürfnisse der Handwerkstechnik in Betracht kommen: die Dampfmaschine und die Gasmaschine.

Die Heissluftmaschine, welche im vorigen Jahrzehnt eine bedeutende Rolle spielen zu wollen schien, ist fast ganz vom Schauplatze verschwunden. Es ist das, wie mir scheint, zu bedauern; ich halte sie für Betriebe, welche nur geringen und einigermassen regelmässigen Kraftbedarf haben, für sehr geeignet. Sie vermeidet die Unannehmlichkeiten des Dampfkessels und ist billiger als die Gasmaschine, sobald der Gaspreis eine Grenze erreicht, die gar nicht so sehr hoch liegt, sondern in kleinen Städten öfters überschritten wird;

bei einem Preise von 20 Pfg. für 1°" dürfte dieser Fall stets eintreten. In ländlichen Betrieben ist aber meistens

gar kein Gas zu haben. Allerdings wird der Heissluftmaschine der Vorwurf des allzu grossen Raumbedarfes öfters mit Recht gemacht, doch spielt dieser nicht immer eine grosse Rolle, und trifft der Vorwurf auch nur bei der liegenden Lehmann'schen Construction zu, nicht aber bei der stehenden Von Buschbaum oder Rider. Das Verbrennen der Heiztöpfe, was man so oft hervorheben hört, kommt aber in kurzen Zeiträumen nur bei Ueberanstrengung vor und ist, bei nur einiger Aufmerksamkeit, in vielen Fällen auch durch Wahl des Brennmateriales leicht zu vermeiden. Die Anwendung von Braunkohle z. B. möchte es fast unmöglich machen. Die Gasmaschine hat sich in den letzten Jahren ganz erheblich verbreitet; sie wird für Kleinbetrieb der Dampfmaschine in den meisten Fällen vorgezogen, in erster Linie stets da, wo es sich um häufig unterbrochenen Betrieb handelt; aber auch bei dauerndem Betriebe hat sie ganz bedeutende Vorzüge. Sie ist überall ohne Schwierigkeit aufzustellen und sehr bequem zu bedienen, weit bequemer als die beste Dampfmaschine. Jedoch ist ihr Betrieb, je nach dem Gaspreise, oft teuer und auch ihr Anschaffungspreis hoch. Lässt man sich nun auch der Bequemlichkeit wegen höhere Betriebskosten häufig gern gefallen, so ist das noch nicht stets der Fall und auch nicht stets anzuraten. Deshalb ist das Bestreben, die Dampfmaschine den Bedürfnissen des Kleingewerbes entsprechend umzugestalten, berechtigt. Man will ihre Vorzüge, die grössere Billigkeit der Beschaffung und des Betriebes, beibehalten, ihre Nachteile aber beseitigen. Demgemäss streben die Constructeure dahin, den Kesselinhalt möglichst klein zu machen, um die Explosionsgefahr zu vermindern, die bei einer etwa eintretenden Zerstörung entstehenden Wirkungen abzuschwächen, die Aufstellung unter bewohnten Räumen den Bestimmnngen des Gesetzes gemäss zu ermöglichen und schnelle Inbetriebsetzung zu erreichen. Ferner macht man die Speisung zu einer beständigen, um die Gefahr des Wassermangels zu beseitigen und die Bedienung zu vereinfachen. Man lässt das Wasser in der Maschine einen vollständigen Kreislauf durchmachen, arbeitet also mit Oberflächencondensation, um Kesselsteinbildung zu vermeiden, und construirt die Maschinen möglichst gedrungen, um Raum zu sparen. Zur Erzielung besserer Ausnutzung vermeidet man grössere Abkühlungsflächen, namentlich lange Rohrleitungen zwischen Dampferzeuger und Cylinder. Oefters nimmt man auch Rücksicht auf Werkstättenheizung, welche man auf die eine oder die andere Art durch die Maschine besorgen lässt. Ein besonderer Schornstein wird meist durch Anschluss an ein Kaminrohr vermieden. Die Dresdener Ausstellung zeigte nun drei Constructionen, welche dieses Ziel mehr oder weniger erreicht haben und den

sind. Ich verdrängen schaffungen

namentlich brausgesetzt statt selbst, en Sachver

Bedürfnissen des Kleingewerbes wohl angepasst will damit nicht sagen, dass sie die Gasmaschine werden; es ist aber zu erwarten, dass sie bei Neub verhältnissmässig oft an ihre Stelle treten werden da, wo etwas Kenntnis der Maschinenbedienung werden darf, und wo die Maschine in der Wer also unter den Augen von Leuten, die einigerma ständig sind, aufgestellt ist.

Indem im nachfolgenden nur diese drei Constructionen beschrieben werden, soll damit nicht gesagt sein, dass die sonst ausgestellten Dampfmaschinen !) nichts taugen; es muss im Gegenteil anerkannt werden, dass ganz schlechtes Fabrikat auf der Ausstellung überall nicht vertreten war. Indessen sind die Fälle, wo man im Handwerksbetriebe zur zufstellung der gewöhnlichen Dampfmaschine raten darf, sehr selten.

I. Elze's Dampfmotor?), ausgestellt von G. A. Kroll & Co. in Hannover.

Fig. 1.

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Band XXIX, NO, 2. 10 Januar 1885.

Die perspectivische Fig. 1 zeigt, dass wir es hier mit einer kleinen Maschine zu thun haben, welche auf den Ofen, in den der Dampferzeuger eingesetzt wurde, montirt ist. Der im Kessel erzeugte Dampf geht durch die Maschine entweder ins Freie oder besser in einen Vorwärmer, aus dem die beständig arbeitende Pumpe das nötige Speisewasser entnimmt. Eine vollständige Condensation des Dampfes findet aber in diesem Falle nicht statt; auf den daraus entspringenden Vorteil wurde mit Rücksicht auf das sonst nötig werdende Kühlwasser verzichtet.

Die genauere Construction des Dampferzeugers und Ofens – die Bezeichnung »Kessel« ist nicht mehr recht zutreffend – geht aus Fig. 2!) hervor, welche, im Massstabe 1 : 25 gezeichnet, die Grösse 4 N. darstellt. Man bemerkt, dass der Dampferzeuger aus zwei gusseisernen, nicht im Feuer liegenden Kränzen besteht, von denen der untere a als Wasserbehälter, der obere b als Dampfsammler dient. Diese beiden Kränze sind durch zahlreiche schmiedeiserne Siederöhren cc . . mit einander verbunden, welche in die schmiedeisernen Bodenplatten dd der Kränze konisch eingewalzt sind. Der ganze Dampferzeuger bildet ein vom Ofen unabhängiges Stück und kann herausgenommen werden, ohne dass es nötig ist, die Maschine zu demontiren. Der Dampfcylinder hängt zwischen den oberen Teilen der Siederöhren, der Rost ist zwischen den unteren Teilen derselben angebracht. Eine gusseiserne Platte e teilt den Feuerraum in zwei Stockwerke; sie liegt unterhalb des Wasserspiegels der Siederöhren cc . . Es umspült also die Feuerluft zunächst den Wasserraum der Siederöhren, steigt alsdann durch die in der Platte e angebrachten Oeffnungen ff aufwärts, geht in dem durch die eingesetzte schmiedeiserne Wand g gebildeten ringförmigen Raum um den Dampfraum der Röhren herum, tritt in Richtung der Pfeile in den Raum h, in welchem der Dampfcylinder hängt, umspült diesen und entweicht bei i in den Schornstein. Der Cylinder ist so construirt, dass eine Reihe sogenannter Erhitzer k k gebildet wird, welche der aus dem Dampferzeuger kommende Dampf zu passiren hat, bevor er in den Schieberkasten l tritt, so dass er vollständig trocken sein und der Cylinder auf das beste warm gehalten wird. Wie schon bemerkt, ist der Mantel des Ofens so eingerichtet, dass man ihn aus einander legen und den Dampferzeuger nach hinten herausnehmen kann. Der Mantel ist, um übermässige WärmeausstrahSQ lung zu verhüten, mit IsoliS§ rungsmaterial ausgefüttert; der OS Dampferzeuger ist mit voll. ständiger Armatur, auch ErZÖ3 satzhandpumpe, versehen.

Die Speisung erfolgt, wie schon bemerkt, ununterbrochen aus dem Vorwärmer; die Speisepumpe ist so bemessen, 4 dass sie stets mehr Wasser } 4 schafft, als bei stärkster Inanspruchnahme gebraucht AZ wird, also ein Ueberschuss an Speisewasser in den Dampferzeuger gelangt, welcher beständig in den Vorwärmer zurückgeführt werden muss. Dies geschieht mittels eines durch den Wasserstand selbstthätig eingestellten Ventiles. Z Die Maschine arbeitet mit 5 bis 6 Atm. Dampfspannung und läuft je nach Belastung des Regulators mit 90 bis

1) Nach Zeichnungen der ausstellenden Firma.

Schöttler, Mitteilungen von der Ausstellung für Handwerkstechnik in Dresden,

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Der Dampferzeuger ist kastenförmig aus einer gekümpelten Oberplatte a und einer durch aufgenietete Winkeleisen bb versteiften Bodenplatte c gebildet; in letztere sind Siederöhren dd eingesetzt. Diese liegen schräg, vorn höher als hinten, damit ein lebhafter Wasserumlauf hervorgerufen werde. Der Rohrboden c bildet den Deckel des mit Schüttfeuerung versehenen Ofens. Die Klappen ee können so gestellt werden, dass die Luft mehr oder weniger unter oder über den Hauptrost f gelangt; hierdurch wird das Feuer der Verdampfung angemessen geregelt. Der aus Gusseisen gebildete Dampfdom g dient der Maschine als Sockel; der Cylinder ist in ihn eingehängt und wird vom Dampfe umspült; die Kanäle sind also sehr kurz und der Cylinder wird warm gehalten. Der Kessel ist mit voller Armatur versehen. Die Heizfläche der Dampferzeuger für 2 bis 12 N. wächst von 2,3 bis 129", der Wasserinhalt von 43,5 bis 230.

Zu der Maschine gehört noch ein Oberflächencondensator, ein doppelwandiges Rohr in einem Wasserbehälter, der natürlich beständigen Zu- und Abfluss hat. Dieser Condensator hat nicht den Zweck, eine Luftleere im Dampfcylinder zu erzeugen und die Leistung der Maschine zu erhöhen; er soll vielmehr nur einen vollständigen Kreislauf des Speisewassers in der Maschine ermöglichen; er ist deshalb auch nicht nach aussen hin abgeschlossen. Aus ihm entnimmt die beständig arbeitende Speisepumpe das zum Speisen des Kessels bestimmte Wasser und schafft es in diesen. Sie ist so gross bemessen, dass sie alles niedergeschlagene Wasser bei stärkster Leistung der Maschine zu bewältigen vermag und wird somit bei Minderleistung Luft nehmen; sie ist deshalb mit Entluftungsventilen versehen. Da nun das Speisewasser in der Maschine verbleibt, so ist eine Kesselsteinbildung nicht zu befürchten; es ist nur sehr wenig Wasser zu ersetzen, nur so viel, wie den Dampfverlusten entspricht, etwa 2 auf 1 N. täglich. Dagegen würde sich natürlich Fett usw. im Wasser allmählich ansammeln, wenn es nicht beseitigt würde. Das geschieht hier durch ein zwischen Condensator und Pumpe geschaltetes Filter mit Füllung von Wolle, Hanf oder Koks, welches gleichzeitig als Controlvorrichtung für richtiges Arbeiten der Pumpe dient. Sobald diese etwa das Wasser, welches condensirt, nicht wegschaffen würde, liefe nämlich das Filter über und machte so die Störung bemerklich. Zur weiteren Befreiung des Wassers von Fett empfiehlt es sich, von Zeit zu Zeit, etwa nach je 6 Wochen, die oberste Schicht des Kesselwassers, nachdem man zuvor einige Liter Sodawasser in den Kessel gepumpt hat, durch einen Ablasshahn ablaufen zu lassen und durch frisches Wasser zu ergänzen.

Als ein Uebelstand dieser Maschine ist anzusehen, dass die Siederöhren schwer gereinigt werden können. Zwar ist eine erhebliche Kesselsteinbildung nicht zu befürchten, da ja nur wenig Speisewasser nötig wird und man dazu destillirtes Wasser, etwa aus den Condensationstöpfen einer Dampfleitung, nehmen könnte; indessen, ganz ausgeschlossen ist die Möglichkeit doch nicht, auch setzen sich immer Oelseifen an, welche etwa halbjährlich entfernt werden müssen. Deshalb ist die Firma im Begriffe, die Kessel so umzuändern, dass man die Siederöhren leicht reinigen kann.

Verschiedene, von Pütsch, Dörffurt und Radinger angestellte Bremsversuche ergaben stets, dass die Maschinen die angegebene Arbeitsleistung bei gleichbleibender Dampfspannung von 4 bis 5 Atm. und 100 bis 120 Umdr. reichlich ausgaben. Einem Zeugnisse der Direction des bayerischen Gewerbemuseums in Nürnberg zufolge gebrauchte ein 4 NMotor bei normaler Leistung stündlich 9,8”5 Koks; jedoch kann man auch anderes Brennmaterial verwenden. Den Kühlwasserbedarf geben die Fabrikanten mit 70 (?) für 1 N. stündlich an.

III. Lilienthal's Dampfmotor!), ausgestellt von A. Pornitz vorm. Florian Lieboldt & Co. in Chemnitz.

Die Gesammtanordnung ist aus der perspectivischen Fig. 6 zu ersehen. Es ist A der Dampferzeuger, B die Wanddampfmaschine und C der Condensator bezw. Speisewassersammler. Den Dampferzeuger stellt Fig. 7*) dar. Er besteht aus einem

1) D. R.-P 16103 und 18471. *) Nach Zeichnung des Constructeurs.

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deutscher Ingenieure.

schlangenförmigen schmiedeisernen Rohre a, welches für die Nummer von 2 N. bei 15" Dmr. und 24" Länge 4,26 Inhalt hat. Dieses Rohr ist auf 150 Atm. geprüft und mit einem Sicherheitsventile versehen, das bei 10 Atm. abbläst. Es liegt

Fig. 7.

Fig. 6.

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in einem aus Blech gefertigten Ofen concentrisch über dem Roste b, welcher durch das Füllrohr c beschickt wird. Der Rost ist zum Umklappen eingerichtet, so dass er beim Stillsetzen der Maschine sofort entleert werden kann; doch zieht man bei kürzeren Arbeitspausen es vor, die Maschine leer laufen zu lassen. Ein Stillsetzen ohne Beseitigung der Feuerung ist bei dieser Maschine selbstredend nicht möglich. Die Feuergase steigen an der Innenseite des Schlangenrohres aufwärts, an dessen Aussenseite aber wegen der eingesetzten Blechwand d wieder herab und zwischen dieser und der Ofenwand zum anderenmale herauf, um bei e in den Schornstein zu entweichen. So werden die Züge durch die entweichenden

Feuergase selbst gegen Wärmeabgabe geschützt; indessen

dürfte es doch vorzuziehen sein, den Ofen mit einer Wärmeschutzmasse zu umkleiden. Als Brennmaterial wird lediglich Koks verwendet, weil dieser unter dem Füllrohr am regelmässigsten verbrennt; es soll !/20" = 1,5 bis 25 für 1 N. stündlich erforderlich sein. Das Speisewasser tritt unten ein, der Dampf wird oben abgeleitet, und zwar ist das Dampfrohr zunächst durch den Feuerzug geführt, damit der Dampf trocken werde. Die Speisung erfolgt aus dem Condensator mittels einer beständig arbeitenden Speisepumpe, welche so gross ist, dass sie alles Condensationswasser bei stärkster Beanspruchung zu bewältigen vermag. Diese Speisepumpe kann beim Anstellen auch von Hand betrieben werden, und ist wohl mit Rücksicht darauf von einer Ersatzpumpe Abstand genommen. Zur Wassererneuerung sind 1 bis 2 täglich erforderlich; man benutzt beliebiges Wasser, da Kesselsteinansatz im Schlangenrohre wegen der starken Strömung nicht stattfindet; im Sammelgefässe für das Speisewasser ist eine geringe Ablagerung aber unschädlich. Eine beständige Reinigung des Wassers von Fett findet nicht statt; man begnügt sich, von Zeit zu Zeit das Sammelgefäss überlaufen zu lassen. Als Condensator wird gewöhnlich ein doppelwandiges Rohr verwendet, durch dessen Inneres Kühlwasser fliesst; davon sollen 170 für 1 N. stündlich bei 60° Temperatursteigerung genügen. Wo es an Kühlwasser fehlt, richtet man einen Luftcondensator!) ein, ein einfaches Rohrsystem, in einem Kasten liegend, in welchen die kalte Luft unten ein- und die erwärmte oben ausströmt. Diese Einrichtung lässt sich

) Glaser's Annalen 1883, Bd. 13, S. 95 und 141.

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