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ZHITSCHRIFT DES VERHINES DEUTSCHER INGENIEURE .

Band XXIX.

Sonnabend, den 10. Januar 1885.

No. 2.

Angelegenheiten des Vereines.
Zum Mitglieder-Verzeichnisse.

Verstorben.
Aenderungen.

Jul. Blecher, Architekt, Barmen.
Aachener Bezirksverein.

Gustav Borst, Eisengiesserei, Kirchheim u/Teck. 0. Bilharz, Civilingenieur, Aachen.

Heinr. Gackenholz, i/F. Uppenborn & Gackenholz, Hannover. Bayerischer Bezirksverein.

Jul. Meese, Rentier, Hannover. Hans Aschner, Ingenieur der Masch.-Ges. Karlsruhe, Karlsruhe.

W. Meyer, Ingenieur, Stöcken bei Hannover.

A. Rabius, Fabrikant, Hildesheim.
Berliner Bezirksverein.
Georg Hilliger, Ingenieur, Berlin N., Chausseestr. 9.

Neue Mitglieder.
Fr. Köppen, Ingenieur, Charlottenburg, Bismarckstr. 127.
Bergischer Bezirksverein.

Berliner Bezirksverein.
Rob. Frowein, Architekt, Remscheid.

Hassert, 2. Ingenieur des Berliner Dampfkesselrevisionsvereines,
Hannoverscher Bezirksverein.

Berlin N.W., Albrechtstr. 21.
Joh. Körting, Ingenieur bei Gebr. Körting, Hannover.
Hessischer Bezirksverein.

raunschweiger Bezirksverein. A. Müller, Werkstättenvorsteher, Arnsberg.

Wilh. Schmidt, Civilingenieur, Braunschweig.
Karlsruher Bezirksverein.

Hannoverscher Bezirksverein.
Ferd. Reuter, Ingenieur, Darmstadt.

Fr. Lahmeyer, Architekt, Hannover.
Kölner Bezirksverein.

Karlsruher Bezirksverein.
Ernst Stöcker, Ingenieur, Deutz.
Bezirksverein an der Lenne.

Heinr. Janson, Betriebsdirector, Karlsruhe.

Gabriel Zahikjanz, Ingenieur, Karlsruhe. C. Prött, Ingenieur und königl. Dampfkesselrevisor, Witten a/Ruhr.

Hermann Zutt, Ingenieur der badischen Staatsbahn, Karlsruhe.
Oberschlesischer Bezirksverein.
Louis Vincent, Director, Schwientochlowitz.

Magdeburger Bezirksverein.
Ostpreussischer Bezirksverein.

F. Biemelt, Betriebsingenieur der Maschinenf. der ver. HamburgBernh. Speiser, Ingenieur, Schneidemühl.

Magdeburger Dampfschifff.-Co., Buckau-Magdeburg.
Sächsisch-anhaltinischer Bezirksverein.

Pommerscher Bezirksverein.
Otto Venator, Ingenieur bei Ed. Theisen, Lindenau-Leipzig.

Sehlmacher, Ingenieur, i/F. Spohn & Rheinhardt, Stettin.
Westfälischer Bezirksverein.
F. Schulze, Ingenieur, Berg.-Gladbach.

Keinem Bezirksverein angehörend.
Keinem Bezirksverein angehörend.

Heinr. Bracker, Ingenieur der Hannoverschen Maschinenbau-A.-G., Max v. Bichowsky, Reg.-Maschinenmstr., Breslau.

Linden vor Hannover.
Joh. Böttger, Ingenieur der Sächs. Gussstablf. Döhlen b. Dresden. A. Gutmann, Maschinenfabrikant, Frankfurt a/O.
A. G. Dickert, Director, Bochum.

Konrad Hanslin, Ingenieur bei Albert Zabel, Breslau.
Rich. Drossbach, Ingenieur, Wetter a/Ruhr.

August Jahpel, Ingenieur der »Kette«, Schiffswerft Uebigau bei Paul Groebbels, Ingenieur, Leipzig-Gohlis.

Dresden. Herm. Hochstetter, Ingenieur, Stuttgart.

Heinr. Kirschner, Ingenieur b. Langen & Hundhausen, Grevenbroich. Anton Hoefer, Ingenieur, Welschenennest.

Alfred Körner, Fabrikbesitzer, Görlitz. H. Kämpfe, Ingenieur bei Ferd. Kraus, Neuss.

Theod. Ostermann, Maschinenfabrikant, Meppen. Dr. W. Kern, Amsterdam, Ruysdalkade 59.

Friedr. Pietzsch, Ingenieur der »Kette«, Schiffswerft Uebigau bei Joh. Klotz, Ingenieur bei Meissner & Co., Frankfurt a/O.

Dresden. H. Lienau, Kaufmann, Thale a/Harz.

C. Quelms, Ingenieur, Bachmut, Süd-Russland. Wilh. Loss, Ingenieur, Wolfenbüttel.

Fr. Reber, Ingenieur bei Wagner & Co., Cöthen. Jul. Quaglio, Ingenieur, Berlin W., Kurfürstenstr. 42.

A. v. Rosenberg-Gruszczynski, Ingenieur der Hannoverschen Aug. Römpler, Ingenieur, Berlin N., Pankstr. 18.

Maschinenbau-A.-G. vorm. Georg Egestorff, Hannover.
Paul Seeliger, Ingenieur der Geislinger Maschinenf., Geislingen. Paul Ruppert, Maschinentechniker, Breslau.
Eduard Schloemann, Ingenieur der Maschinenf. Bern, Bern.

Wilh. Schmitt, Ingenieur b. Langen & Hundhausen, Grevenbroich. Max Wagner, gepr. Civilingenieur, Chemnitz.

W. A. Tjeenk-Willink, Ingenieur der Zwolleschen Maschinenfabr., G. Willner, Ingenieur bei I. Pauksch, Landsberg a/W.

Zwolle, Holland.

Das städtische Wasserwerk zu Remscheid.
Erbaut in den Jahren 1882 und 1883 nach dem Entwurf und unter der Leitung
von L. Disselhoff, Ingenieur und Wasserwerks-Director in Iserlohn.

(Hierzu Tafel I bis III.)

(Schluss von S. 4.) 4. Die Steigrohrleitung.

Die betreffende Berechnung ist in der beigefügten Tabelle

für die Fördermenge von 2000 cbm in 20 Stunden schematisch Bei der Bewegung des Wassers in einer Rohrleitung

durchgeführt, und aus dem sich für diese Menge und für die nimmt die zur Ueberwindung der Reibungswiderstände er- Menge – 1000 cbm ergebenden Werten ist der Mittelwert geforderliche Kraft, welche man als Druckhöhe bezeichnet, nommen, um bei der voraussichtlich für lange Zeit ausreichenden mit der Zunahme des lichten Dmr. der Rohre ab; anderer- letzteren Wassermenge nicht eine zu grosse Kapitalanlage zu seits nehmen die Kosten der Rohrleitung mit der Lichtweite haben. Es ergiebt sich dann, dass die Kosten der Steigrohrderselben zu. Die Kosten einer Steigrohrleitung setzen sich leitung am geringsten ausfallen, wenn der Dmr. 250 mm

gewählt wird. 1. aus den eigentlichen Anlagekosten,

Die Leitung hat von der Pumpstation bis zum Hoch

behälter eine Länge von etwa 3700m. Bei dem bedeutenden 2. aus den kapitalisirten Kosten der Betriebskraft, welche

Druck von 18 Atm., auf welchen die unteren Teile des Rohres zur Ueberwindung der Reibungswiderstände erforder

in Anspruch genommen werden, war es erforderlich, die Wandlich ist,

stärken entsprechend zu bestimmen. Es ist daher das Steigeund man erhält für die gesammten Kosten einen Mindestwert, rohr in 4 verschiedene Abteilungen geteilt, für welche die wenn die Summe der beiderlei Kosten ein Mindestwert wird.

Wandstärken folgende sind:

zusammen:

des

Ingenieure

2000cbm Wasser in 20 Stunden = 0,028cbm in 1 Sekunde zu heben bei 3700m Länge der Rohrleitung.

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28 x 44,19 5/4 x

75

Arbeit zur Ueberwindung des Reibungswiderstandes (5/4 des theoret.)

4

28 x 22,66 5/4 x

75 10,57 N

28 X 12,68 5/4 x

75 = 5,91 N

28 x 7,42 5/4 x

75

28 X 4,61 54 x

75
= 2,15 N

28 x 2,98 5/4 X

75 = 1,39 N

20,62 N

= 3,46 N

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9

Verlegen in M

9 750 M

11 500 M

13 150 M

14 260 M

16 110 M

17 150 M

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für 18 Atm. 1,3464kg/4mm
14

1,1676
11

1.0406 8

0,8752 während als zulässige Spannung für Gusseisen -2,5 bis 3,0kg pro qmm angegeben wird.

Um die Festigkeit der Muffen dichtungen zu erhöhen und um ein etwaiges Heraustreiben des eingestemmten Bleiringes zu verhindern, erhielten die Muffen eine konische Form (s. Fig. 3), so dass die Bleifuge vorn 8 mm, hinten 11m

hinten 11mm stark wurde.

Da die Leitung abwechselnd ansteigt und fällt, so ist an den hohen Punkten ein Luftventil, den niederen eine Entleerungsvor

richtung angebracht. Durch mehrere Absperrschieber wird die Leitung in 4 Teile geteilt, von denen jeder für sich abgesperrt und entleert werden kann. Ausserdem sind an den betreffenden Stellen Sicherheitsventile und Manometer angebracht, und sind diese Apparate in 4 Schächten angeordnet (siehe Taf. II) und zwar:

1. Schacht bei Wüstberghausen (im aufsteigenden Strange)

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11 Him

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Band XXIX.

No. 2. 10. Januar 1885.

Disselhoff, Das städtische Wasserwerk zu Remscheid.

23

Hydranten wirksamen Gebrauch machen zu können, so ergiebt sich für den mittleren Wasserstand im Hochbehälter eine Höhenlage von 380m N.-N. Wie weiter unten ausgeführt wird, sind in das weit verzweigte Rohrnetz Nebenbehälter eingeschaltet, durch deren Inhalt der Wasserturm entlastet wird. Aus diesem Grunde und wegen der nötigen Sparsamkeit in der Anlage ist der Inhalt des letzteren auf 400cbm bestimmt; derselbe hat sich bis jetzt als vollständig ausreichend erwiesen.

Die Construction des Wasserturmes, nach dem Patente des Hrn. Prof. Intze 1), ist auf Taf. III näher dargestellt a).

Die Rohrleitungen sind in folgender Weise angeordnet. Das Druckrohr, welchem eine eingeschaltete Stopfbüchse kleine Bewegungen gestattet, mündet in der Behältersohle ein. Am Fusse des Turmes, im Kellergeschosse, befindet sich im Druckrohr ein Absperrschieber nebst Sicherheitsventil. Mit dem bis zum höchsten Wasserstande geführten Ueberlaufrohre verbindet sich, durch einen Schieber getrennt, das Entleerungsrohr. Letzteres kann auch mit dem Druckrohre mittels eines Schiebers in Verbindung gebracht werden, damit, wenn der Behälter entleert werden muss und das Wasser von den Pumpen unmittelbar in die Stadt gehoben wird, der unterhalb des Behälters liegende Teil des Druckrohres als Standrohr wirken kann. Ein elektrischer Wasserstandszeiger von Siemens & Halske zeigt den Wasserstand in der Pumpstation an.

Das Aeussere des Bauwerkes ist monumental gehalten, so dass das Ganze, auf der weit sichtbaren Höhe des Remscheider Bergkegels gelegen, einen würdigen Anblick gewährt.

a) Centrum Dasselbe wird vom Druckrohrstrange seiner ganzen Länge nach durchzogen und soll aus diesem versorgt werden. Bei der bedeutenden Leistungsfähigkeit des Druckrohres ist diesem der bei weitem grössere Teil des Versorgungsgebietes zugewiesen, nämlich 30 Strassen mit 8104 Einwohnern. Bei einem Bevölkerungszuwachse von 3,44 pCt ergiebt sich nach 25 Jahren eine Seelenzahl von 18876, und bei einem Verbrauche von 401 pro Kopf eine Wassermenge von 755 com, welche, in 12 Stunden zur Verteilung zu bringen, 17,5' in 1 Sekunde entspricht. Die ganze Leistungsfähigkeit beträgt 281 in 1 Sekunde, und wird mithin dieser Strang mit etwas mehr als der Hälfte seiner Leistungsfähigkeit in Anspruch genommen für die Verteilung des Wassers in seinem Versorgungsgebiete, während der Rest zur Ansammlung im Behälter und zur Ausgleichung der übrigen Gruppen dient.

Hierzu gehören:

Die Ortschaften Menninghausen - Bliedinghausen und Umgegend mit 2863 Seelen; bei 3,44 pct. Zuwachs nach 25 Jahren 6669 Seelen, zu 401 pro Kopf = 270cbm in 12 Stunden zu verteilen, = 61 in 1 Sekunde; es entspricht dies einem Rohr-Dmr. von 90mm. Die spätere Einschaltung eines besonderen Behälters für diese Gruppe ist in Aussicht genommen.

b) Nördlicher Stadtteil. Derselbe umfasst mehrere Strassen und Ortschaften mit 4818 Einwohnern; bei 3,44 pCt. Zuwachs nach 25 Jahren 11 222 Einwohner zu 401 448cbm in 12 Stunden zur Verteilung zu bringen, 101 in 1 Sekunde, was einem Rohr-Dmr. von 125mm entspricht.

Der Strang durchzieht als nördlicher Ringstrang den nördlichen Abhang des Remscheider Kegels und vereinigt sich am Fusse des Hochbehälters mit dem Druckrohrstrange wieder.

Hierzu gehören:

Die Ortschaften Bremen, Feld, Hasten, Büchel mit 2838 Einwohnern; bei 3,44 pCt. Zuwachs nach 25 Jahren 6611 Einwohner, zu 401 264cbm oder rund 300cbm 3,5! in 1 Sekunde, entsprechend einem Rohr-Dmr. von 80mm.

Da das Versorgungsgebiet an seinen tiefsten Punkten eine Höhe von 230m N.-N. hat, während der mittlere Wasserspiegel im Hochbehälter in 380m N.-N. liegt, so würde ein Druck von 15 Atm. entstehen. Es ist deshalb für diesen Anschlussteil ein besonderer Behälter angelegt, welcher von dem genannten Strange gespeist wird (Taf. III). Derselbe kommt in eine Höhe von 290m N.-N. zu liegen und erhält einen Fassungsraum von 1/3 des Tagesverbrauches, mithin 100cbm. Da diese genannte Wassermenge in 12 Stunden zu verteilen ist, so ist die Leistung des Fallrohres 71 in 1 Sekunde, entsprechend einem Rohr-Dmr. von 100mm.

6. Das Stadtrohrnetz (Fig. 4). Die Höchstleistung der Maschinen beträgt 2000cbm in 20 Stunden oder 281 in 1 Sekunde. Da der Verbrauch im Verteilungsnetze sich fast ausschliesslich auf die Tagesstunden beschränkt, in der Nacht fast ganz ruht, so wird die Wassermenge von 2000cbm in der Hälfte der Zeit, also in 12 Stunden, zur Verteilung gebracht, und sind danach die Querschnitte der Rohrstränge gewählt. Abzweigung

Fig. 4.

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Abzweigung Vieringhausen

Abzweigung MenninghausenBliedinghausen

Der Druckrohrstrang durchzieht die Stadt auf dem kürzesten Wege zum Hochbehälter, entsprechend der von Nordwest nach Südost gerichteten Längenachse des Gebirgsrückens, auf und an welchem das Versorgungsnetz gelegen ist. Für die Verteilung des Wassers ist letzteres, seiner natürlichen Lage entsprechend, in folgende Gruppen geteilt:

c) Südlicher Stadtteil. Derselbe umfasst mehrere Strassen und Ortschaften mit 5452 Einwohnern; bei 3,44 pct. Zuwachs nach 25 Jahren 12699 Einwohner zu 401 508cbm in 12 Stunden zu verteilen,

11,8 oder rund 121 in 1 Sekunde, was einem Rohr-Dmr. von 125mm entspricht.

Der Strang durchzieht als südlicher Ringstrang den südlichen Abhang des Remscheider Bergkegels und vereinigt sich kurz vor dem Hochbehälter wieder mit dem Druckrohrstrange.

Hierzu gehören:

Die Stadtteile Schüttendelle, Büchen und die Ortschaften Bruch und Vieringhausen mit 1949 Einwohnern; bei 3,44 pCt. Zuwachs in 25 Jahren 4540 Einwohner zu 401

181,6cbm in 12 Stunden zu verteilen, 4,21 in 1 Sekunde, entsprechend einem Rohr-Dmr. d = 80mm.

Die Anlage eines besonderen Behälters ist für diesen Anschlussteil in Aussicht genommen.

Die Ringstränge stehen ausser an denjenigen Punkten, wo sie sich unmittelbar an den Druckrohrstrang anschliessen, durch die im Strassennetze liegenden Verteilungsstränge mit demselben in Verbindung, so dass das Wasser stets auf dem kürzesten Wege zu den Verbrauchsstätten gelangen kann

1) W. 1883, S. 338.

2) Nähere Angaben über diese und ähnliche Constructionen sind in der 24. Jahresversammlung des deutschen Vereines von Gas- und Wasserfachmännern in Wiesbaden mitgeteilt worden und finden sich in No. 23 des Journales für Gasbeleuchtung und Wasserversorgung 1884.

deutscher Ingenieure.

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Ausser einem die hochgelegenen Strassen durchziehenden Rohrstrange von 100mm lichter Weite erhalten sämmtliche Rohre einen Dmr. von 80mm. Die hiernach gewählte Anordnung: wobei der Druckrohrstrang den Dmr. des Versorgungskreises, die beiden Ringstränge den Umfang desselben bilden, während alle übrigen Rohrstränge kleinere Lichtweiten erhalten können, ergiebt für die Werte des Materiales und der Arbeit möglichst geringe Beträge, erfordert somit bei vollständig ausreichender Leistungsfähigkeit, welcher ein Bedarf von 2000cb m für 24 Stunden, in 12 Stunden zu verteilen, zu Grunde liegt, den möglichst geringen Kostenaufwand.

Diejenigen Rohrstränge von 100 und 80mm lichter Weite, welche einem grösseren Druck als 8 Atm. ausgesetzt sind, haben verstärkte Wandungen.

Das gesammte Rohrnetz bestand am 1. April 1884 aus folgenden Strängen und Apparaten: Rohrstränge: Absperrschieber:

Hydranten

im ganzen: d 250mm 3 926,40 m

1 Stück 166 Stück d 125mm 4 202,00m

6 d = 100mm

1 867,90m

5 d 90mm

1.086,95 m

2 $12 724,95 m 48 d 80mm

3 040,50m 13

26 848,74m 75 Stück, Die Rohre sind sämmtlich von der Friedrich-Wilhelmshütte in Mülheim a/Ruhr geliefert; trotz des bedeutenden Druckes in den meisten Rohrsträngen sind Schäden nicht vorgekominen.

Die Zuleitungen zu den Häusern sind von geschwefelten Bleiröhren hergestellt mit folgenden Wandstärken und Gewichten:

d 30 mm 64mm Wandstärke 9,00kg pro Ifd. m d 25mm = 6mm

6,65 kg d = 20mm 5 mm

5,00kg d 15mm 5mm

3,55 kg d 41mm

3,00kg d = 10mm 4mm

2,00kg

Die Gesammtlänge derselben betrug bei etwa 800 Anschlüssen am 1. April d. J. 9743,9m.

Die Baukosten betrugen bis zum 1. April 1884: A. Grunderwerb

50 860,18 M. Wegeanlagen, Bachregulirung usw. im Eschbachthale

4 639,00 » C. Wassergewinnungsanlagen

88 846,78 » D. Rohrlieferung

118 242,94 » E. Maschinenlieferung und vorläufiger Betrieb derselben

33 059,92 »

14 306,19 » F. Kessellieferung

1 450,00 » G. Maschinen- und Kesselgebäude

32 146,14 » H. Rohrverlegung, Privatleitungen, Beschaffung der Schieber und Hydranten 156 425,11 »

39 368,53 » J. Wasserturm

4 000,00 » K. Wassermesser

21 477,00 » L. Telegraphenleitungen

3 840,63 » M. Hochbehälter Feld-Hasten

9 251,50 » N. Wassermesser-Probirstation

1 275,58 » 0. Bauleitung

18 000,00 » P. Beaufsichtigung, Bureaukosten, Pressen der Röhren

10 258,11 » Q. Generalia

2 307,32 »

Summe 609 754,93 M. Das Wasserwerk ist nach 5/4 jähriger Bauzeit am 1. März v.J. dem Betriebe übergeben. Trotz des trockenen Sommers 1884 hat sich die berechnete Wassermenge von 401 pro Kopf als vollständig ausreichend erwiesen, was zum grossen Teile der ausnahmslosen Abgabe des Wassers durch Wassermesser zuzuschreiben ist, zum Teil aber auch darin seinen Grund hat, dass eine viel Wasser verbrauchende Grossindustrie nicht vorhanden ist.

Die Bewohner des ausgedehnten, früher unter jährlich sich wiederholendem äusserstem Wassermangel leidenden Bergrückens erfreuen sich nunmehr der Wohlthat einer geregelten und ausreichenden Wasserversorgung.

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Cultur und Technik. :)

Von F. Reuleaux in Berlin. Es kann niemandem, der die heutigen Culturzustände der die genannte Technik mit der unwissenschaftlichen auf einWelt überblickt, verborgen bleiben, welchen bedeutenden Ein- zelnen Stufen verschmilzt, auch umgekehrt oft aus ihr hervorfluss die wissenschaftlich begründete Technik unserer Tage gesprossen ist, auch vielleicht daher, dass ihre Thätigkeit in ausübt, und wie sie uns zu ungleich grösseren materiellen Lei- so vorwiegendem Masse der Idealität scheinbar entbehrt, weil stungen, als vor einigen Jahrhunderten der Menschheit mög- sie ohne den Gewinntrieb, ja ohne die socialen Uebel, welche lich waren, befähigt hat. Sei es auf dem Gebiete der schnellen mit der industriellen Arbeit noch verbunden sind, nicht ihre Beförderung von Lasten zu Wasser wie zu Lande, sei es, Entwicklung gefunden hätte oder fände. Genug! nicht dieser dass wir Berge durchbohren, in die Erdtiefe hinabsteigen oder Seite der Frage will ich hier nachgehen; erwarten Sie nicht in die Lüfte hinauf, dass wir mit Blitzesschnelle Gedanken- einen Panegyrikus auf die Technik oder eine Widerlegung bilder um den halben Erdball senden oder auf Länderweite derjenigen, welche ihr etwa die erhoffte Anerkennung verunsere Stimmen vernehmbar machen oder, um einen anderen sagen möchten. Beides scheint mir mehr nur von äusserlicher Gesichtspunkt zu wählen, einesteils die gewaltigsten Kräfte Bedeutung zu sein. Was ich will, ist etwas anderes. Ich in mechanischen Dienst nehmen, andernteils die feinen, sich möchte den Versuch machen, einigen wichtigen inneren der gewöhnlichen Beobachtung entziehenden inneren Processe

Fragen der Technik näher zu treten, welche einer besonderen der Körperwelt für unsere Zwecke schaffen und wirken lassen, Besprechung in unserer Zeit zu bedürfen scheinen; zunächst überall im modernen Leben, rings um uns her, an uns, mit derjenigen, uns, neben uns, ist die wissenschaftliche Technik unsere geschäftige Dienerin und Gefährtin in nimmer ruhender Thätig

welche Stellung eigentlich die Technik unserer Tage keit, deren man erst recht inne wird, wenn uns ihre Hilfe

in der Gesammtthätigkeit am Culturproblem einnimmt, auf kurze Zeit nur versagt ist. Alles dieses ist bekannt, ja ein Gemeinplatz, und ist

eine Stellung, von welcher wir uns, wie es scheint, lange dennoch so scheint mir

nicht so genau Rechenschaft geben, als von der socialen, in der gebildeten Welt im allgemeinen, ja vielleicht selbst im engeren Kreise der Tech- politischen und ökonomischen Wichtigkeit, welche wir der niker, noch nicht so vollauf gewürdigt worden, wie geschehen

Technik beilegen. dürfte. Man betrachtet noch keineswegs allgemein genug die

Eine zweite Frage ist die wissenschaftliche Technik als den Culturhebel, den Cultur

nach der allgemeinen Methode, oder doch den Hauptfactor, der sie wirklich ist. Das mag davon herrühren, dass

zügen einer solchen, welche die Technik befolgt, um ihre 1) Nach dem vom Verfasser eingesandten Sonderabdruck eines

Ziele zu erreichen, nach der Methode also, welche dem im Niederösterreichischen Gewerbevereine gehaltenen und in dessen

Ersinnen und Erfinden mehr oder weniger deutlich zu Wochenschrift abgedruckten Vortrages.

Grunde liegen muss,

Band XXIX. No. 2

10. Januar 1885.

Reuleaux, Cultur und Technik.

25

eine Frage, welche namentlich wegen der Patentgesetzgebungen die Techniker sowohl als die Juristen und die Verwaltungspraktiker lebhaft beschäftigt hat und wohl noch lange beschäftigen wird. Noch eine dritte Frage kann hier berührt werden: es ist diejenige

wegen des technischen Unterrichtes, welche ja von so vielen Verwaltungen, nicht am wenigsten von der hiesigen, so erfolgreich erwogen worden ist. Immer bestehen indessen ibretwegen noch Controversen. Hier kann sie berührt werden, weil die Beantwortung der beiden vorigen Fragen nicht ohne Einfluss auf diejenige der letzten sein könnte.

Zweifeln Sie nicht, dass ich mir der Schwierigkeiten der hier gestellten Aufgabe vollbewusst bin. Ich möchte aber darum Nachdruck darauf legen, dass ich nur einen bescheidenen Versuch zur Lösung machen will, wenn ich langjährige Einzeluntersuchungen hier zusammenfasse, indem damit wenigstens einige kleine Schritte zu dem so erstrebenswerten Ziele gethan werden können; diesen Versuch gerade Ihrem Vereine vorzulegen, schien mir um so mehr angezeigt, als derselbe bereits wiederholt der in Rede stehenden Aufgabe sein Interesse zugewandt hat.

Wenn man

unsere Cultur mit derjenigen der anderen Völker des Erdenrundes vergleichen will, so wird man selbstverständlich an denjenigen Völkerschaften und Völkern vorüber gehen müssen, welche sich noch auf den untersten Stufen befinden, zum Beispiel sich noch nicht bis zur Schrift, diesem wunderbaren Mittel der Gedankenvererbung, aufgeschwungen haben, bei denen deshalb Pflege der Wissenschaften nicht denkbar ist. Darüber hinausgehend wird man aber bald auf grosse Völker stofsen, welchen eine hohe Cultur seit vielen Jahrhunderten, ja teilweise Jahrtausenden, eigen ist. Das sind die Völker Ost- und Südasiens, die Chinesen, Japaner, Inder, Perser, Araber. Betrachten wir vorurteilsfrei ihre Culturen, so müssen wir zugeben, dass dieselben in vielen Beziehungen hoch sind, auch schon hoch waren, als Mitteleuropa noch tief in Barbarei steckte. Damals gediehen schon bei jenen Völkern Wissenschaften und Künste und haben nicht aufgehört, sich zu entwickeln. In erhabenster Form feierten schon vor drei Jahrtausenden die indischen Veden die Gottheit; schon vor zwei Jahrtausenden schufen indische Dichter ihres Volkes Odyssee, den Mahabharata, und bald auch Dramen in Fülle, darunter die zarte Sakuntala, deren Reiz nicht gewelkt ist bis heute, weil er aus der Tiefe der Menschenseele geschöpft ist; die Philosophie, auch die Sprachwissenschaft, blühte erstaunlich, so zwar, dass die indischen Grammatiker noch heute auf eine ungebrochene Reihe von Vorgängern bis zu ihrem vergöttlichten Panini hinauf blicken können. Auch die Mathematik wurde gepflegt; schreiben wir doch heute mit indischen Zeichen unsere Zahlen. Die gewerblichen Künste, wie blühten und blühen sie zum Teile noch heute in Indien, wie in Ostasien. Und Persien, wie glänzte es lange in Dichtkunst! Dem grossartigen Firdusi folgte der »Horaz« von Schiras, Hafis, mit seinen nimmer alternden Liedern, beide auch uns in Uebersetzungen so wert geworden, wofür wir insbesondere Oesterreichern zu Dank verpflichtet sind. Die arabische Litteratur sodann, welche Fülle von Forschung hat sie nicht uns überliefert, wie hat sie die griechische Erbschaft zinstragend angelegt, die Astronomie gefördert, so dass wir noch heute den halben Himmel nach ihnen benennen! Wie haben sie unter toleranten und wissbegierigen Fürsten zu Karls Zeiten die Rechenkunst und andere auch noch weit tiefere Wissenschaft gepflegt, wie auch unseren Chemikern in so mancherlei Stoff und Essenz vorgegriffen!

Wo ist denn nun der Unterschied der geistigen Sphäre, der uns und jene zu scheiden erlaubte? Stehen wir doch in einzelnen Künsten ihnen sogar nach. Tapfer sind sie, Edelmut und Gerechtigkeit sind hohe Tugenden auch bei ihnen. Wo sind denn die Unterscheidungspunkte, rein menschlich genommen?

Oder fragen wir lieber anders, wenn denn der Vergleich auf dem geistigen Gebiete nicht vermag, das Problem zu lösen, welches doch entschieden vorliegt. Fragen wir, woher stammt unser materielles Uebergewicht über sie? Wie ist es zum

Beispiel möglich geworden, dass England mit wenigen Tausenden eigener Truppen die Viertelmilliarde Inder beherrscht; wie war es ihm möglich geworden, deren furchtbarem, fanatischem Aufstande im Jahre 1857 gegenüber Sieger zu bleiben? Wie ist es gekommen, dass wir Europäer, oder, um das europäisch besiedelte Amerika nicht besonders nennen zu müssen, dass die atlantischen Nationen allein es sind, welche den Erdball mit Eisenbahnen umspannen, mit Telegraphenlinien überziehen, seinen Wassergürtel mit mächtigen Dampfern befahren, und dass zu allem diesem die anderen fünf Sechstel der Erdbewohner nicht eine Spanne lang beigetragen haben? dieselben fünf Sechstel, die doch zum grössten Teile staatlich organisirt und zum Teil auch hoch cultivirt sind?

Man hat diese erstaunliche Thatsache auf verschiedene Weise zu erklären oder, besser gesagt, wenigstens zu definiren gesucht. Klemm, der fleissige Leipziger Sammler, der schon lange vor den Pfahlbauentdeckungen Prähistoriker war, hat die Unterscheidung zwischen »activen« und » passiven« Völkerschaften vorgeschlagen, und viele folgen ihm darin noch heute. Ihm sind die Atlantiker die activen, jene anderen, bis zu den ganz uncultivirten herab, die passiven; wir machen Geschichte, sie leiden Geschichte nach dieser Theorie. Indessen, so manches die Unterscheidung für sich zu haben scheint, so ist sie doch nicht zu halten. Nationen können, wie die Geschichte lehrt, lange Zeit activ, dann passiv und später wieder activ sein. Activität und Passivität sind also nicht den Nationen innewohnende, immanente Eigenschaften, sondern sind Zustände, in welche und aus welchen sie geraten können, ohne ihre intellectuelle Stellung wesentlich zu ändern.

Nach Klemm wechselten sie aber dabei jedesmal ihr ganzes Wesen; es fände überhaupt ein fortwährendes Wechseln desselben statt, je nachdem es die

sagen wir säculare Geschichte mit sich brachte. Eine Probe an der Wirklichkeit hält diese Theorie nicht aus. Europa könnte morgen von den Asiaten unterjocht, passiv gemacht werden, ohne die Eigenschaft einzubüssen, welche ihm die Eisenbahnen, Dampfer und Telegraphen als geistigen Besitz zugehörig macht. Der Araber würde, wie Omar angeblich die Bücher, so die Erzeugnisse der wissenschaftlichen Technik zerstören können, sie aber nicht wieder hervorzubringen vermögen, wie er mit den Büchern doch wirklich vielfach gethan hat. 1) Wir müssen also die Klemm’sche Unterscheidung fallen lassen, wenigstens für unsere Untersuchung, weil sie uns keine Erklärung liefert.

Andere haben angenommen und nehmen an, es sei das Christentum, was den Unterschied begründe. Indessen auch das trifft nicht zu. Allerdings wurde ein beträchtlicher Teil der die Ideen umgestaltenden Entdeckungen und Erfindungen in den christlichen Reichen gemacht, keineswegs aber alle. Welchen Einschnitt machte nicht die Buchdruckerkunst! Und doch wissen wir, dass die Chinesen dieselbe gegen 1000 Jahre vor uns erfunden hatten. Auch das Schiesspulver, das bei uns so entscheidend für die Culturumgestaltung wurde, war lange vor der Zeit des Freiburger Mönches von den Arabern schon gebraucht. Dann in der Mechanik: die Wasserräder, diese wichtigen Kraftmaschinen, sie sind asiatischen Ursprunges und uralt. Dies nur beispielsweise. Gehen wir aber auch selbst zu einem echten Sprössling Europas, zur Dampfmaschine, über, so sehen wir an ihrer allmählichen Entwicklung bis zur Gangbarkeit die Renaissancezeit in Italien, Deutschland, Frankreich, England, aber nirgendwo anders in der Christenheit, beschäftigt, nicht also diese selbst mit dem Fortschritte identificirt, im Gegenteil ihre Priester nur zu häufig sich dem letzteren entgegenwerfend. Schauen wir auch weiter um. Leben nicht bis heute die Christen im Osten, in Armenien z. B. und in dem grossen Abyssinien, gänzlich ausserhalb der

1) Man sollte endlich aufhören, immer wieder die Sage von der Vernichtung der Alexandrinischen Bibliothek durch Omar nachzuerzählen. Zunächst fand ja doch die Eroberung der Stadt nicht durch Omar, der fern war, sondern durch seinen Feldherrn Amru statt. Sodann war die Bibliothek lange vorher schon zum grössten Teile zerstört worden, einmal durch eine Feuersbrunst, welche 415 bei der Ermordung der unglücklichen Hypatia durch fanatische Cyrillianer in der Akademie angefacht worden war, und früher schon, im Jahre 30, als die Römer Alexandria in Besitz nahmen, bei welcher Gelegenheit ein grosser Teil der Bibliothek durch Feuer zerstört wurde.

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