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Band XXIX. No. 10.

7. März 1885.

Litteratur.

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öffnungen besitzen. In der gezeichneten Stellung drückt der bei cl eintretende Dampf das in D1 stehende Wasser durch 61 in das Druckrohr c, die Kammer wird entleert. In D2 dagegen wird vermöge der Luftverdünnung durch b und bi Wasser angesaugt. Da hierdurch Dr schwerer als D1 wird, so sinkt D2, bis die Kammern nach einer Drehung um 900 ibr Spiel wechseln. Die Condensation des Dampfes erfolgt in Di beim Kippen der Kammern durch das noch in Di zurückgebliebene Wasser. Ordnet. man mehrere Paare Kammern neben einander an, so dass dieselben einen vollen Kreis ausmachen, so kann bei entsprechender Anordnung der Dampfund Wasserkanäle in der Walze und den Kammern die Bewegung der letzteren eine kreisende werden.

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Kl. 60. No. 29730. Neuerungen an Regulatoren. Dr. Pröll, Dresden. Der Schwungkugelregulator 1 2 3 4 5 ist im oder am Schwungrade gelagert, und die Belastungsfeder 6 ist so gewählt und durch die Verschraubung 7 so gespannt, dass bei bestimmter Umlaufszahl die Federspannung der

Litteratur. Die Geschichte des Eisens von Dr. Ludwig Beck. Inbezug auf die Bronzefrage wird eingehend nachgewiesen, Verlag von Friedrich Vieweg Söbne. Braunschweig, 1884. dass von einem Bronzezeitalter in dem üblichen Sinne, Wenn wir erst heute dazu kommen, ein Werk zu be

wonach auf die Steinzeit eine Bronzezeit gefolgt sei, in der sprechen, welches in hohem Grade beachtet zu werden ver

man Eisen gar nicht gekannt habe und erst nach der Bronze dient, obgleich es schon länger als ein halbes Jahr auf dem

das Eisen erfunden worden sei, nicht die Rede sein könne. Buchhändlermarkt erschienen ist, so liegt die Entschuldigung

Nur die ganz ausnahmsweisen Verhältnisse Europas, dessen gerade in der Bedeutung und dem Umfange des Werkes,

Bewohnern die Bronze als Handelsware aus dem Orient zudem Reichtume und der Vielseitigkeit des Inhaltes, welche

geführt wurde zu einer Zeit, da ihnen die Metallgewinnung eine flüchtige Kenntnisnahme als nicht ausreichend zur Beur

noch fremd oder sehr unvollkommen bekannt war, hätten diese teilung erscheinen lassen. Beck's Geschichte des Eisens

Irrlehre erzeugen können. Bei allen alten Culturvölkern sei ist ein Werk besonderer Art, dessen Studium jedem Tech

die Bekanntschaft mit dem Eisen älter als die frühesten Ueberniker, zunächst jedem Eisentechniker, warm empfohlen werden

lieferungen; was aber über diese hinausgehe, sei Vermutung. kann. Auf so breiter Grundlage ist die Geschichte der Eisen

Darauf wird in Einzeldarstellungen die Geschichte des industrie unseres Wissens noch nicht behandelt worden. Der Eisens bei den wichtigsten Culturvölkern des Altertumes vorVerfasser bespricht Verhältnisse der Vergangenheit, die weit

geführt. Die Reihe eröffnet selbstverständlich das uralte Volk hinter uns liegen, Gewinnungs- und Verarbeitungsmethoden, der Aegypter; dann folgen die Chaldäer, Babylonier, Assyrier die in ihrer primitiven Kleinheit mit dem heutigen Riesen der

sowie deren Stammesbrüder, die Syrier und Juden. Von den Eisenindustrie kaum einen Zusammenhang zu haben scheinen,

Semiten wendet sich der Verfasser zu unseren Blutsverwandten, und doch ist der Riese aus dem unscheinbaren Kind empor

den Ariern in Asien, und hier teilt er bei der Geschichte der gewachsen; es ist dasselbe Blut, derselbe Stoff. Wie kurz ist Indier Thatsachen mit, die einen merkwürdigen Rückblick auf die Zeit, seit welcher die Gewinnungs- und Verarbeitungs

die Grossartigkeit der einstmaligen Eisenindustrie jenes Wundermethoden, die jetzt die Industrie beherrschen, Einführung

landes, seit deren Blüte Jahrtausende verstrichen sein mögen, fanden! Jahrtausende aber liegen hinter uns, in denen das

gewähren. Die bedeutende, nur durch ihre Ueberreste bekannte Eisen auch schon eine hervorragende Rolle spielte, in denen

Metallindustrie der »Tschuden« in den Berggebieten des Altai es aber nur mit den beschränktesten, für unsere heutige An

führt von selbst zu dem uralten Industrievolk der Chinesen, schauung armseligsten Hilfsmitteln gewonnen und verarbeitet

die schon 2000 v. Chr. den Stahl und die Magnetnadel kannten, wurde.

indem ihr Kaiser Tschen-Kiang auf einem mit einem Compasse Und doch war auch in jenen fernen Zeiten das Eisen

versehenen Wagen durch das Land fuhr. An dieses Kapitel schon das wichtigste Culturmittel, welches dem Menschen

ist die Geschichte des Eisens bei den Japanesen angereiht gerade die Werkzeuge verschaffte, die ihm, wie noch heute,

und daran etwas willkürlich die der Naturvölker in Afrika, für den Kampf um's Dasein die unentbehrlichsten waren. In

Amerika und Asien. sehr geschickter Weise versteht es der Verfasser, der selbst

Nach dieser Abschweifung kehrt die Schilderung mit dem Techniker ist, diese culturgeschichtliche Bedeutung des Eisens

Kapitel »Griechenland« wieder in die richtige historische Ordin Verbindung mit der technischen Entwickelung zu schildern.

Die beiden Kapitel Griechenland und Italien

werden den Philologen vielfach Stoff zu Controversen sowie Es ist nicht möglich, in dem Rahmen unserer Zeitschrift den Inhalt des umfangreichen Werkes, dessen erste Abteilung,

zu anregenden Betrachtungen geben; aber auch der Techniker

findet reiche Ausbeute; namentlich sind des Autors eigene bis etwa zum Jahre 1500 unserer Zeitrechnung reichend,

Untersuchungen über römische Rennherde bei der Salburg 1050 Seiten umfasst, im einzelnen zu besprechen; wir müssen uns darauf beschränken, das für den Techniker Interessanteste

bei Homburg v. d. H. (S. 514 ff.) von bedeutendem Interesse. kurz anzudeuten.

In dem blutigen Zeitabschnitt, in welchen die Wieder

geburt Europas fällt, und den man als den »der VölkerwandeGleich in der Einleitung behandelt der Verfasser, nachdem er die wichtigsten Punkte über das Vorkommen des Eisens

rung« zu bezeichnen pflegt, kam das Eisen zur unbedingten in der Natur, seine Gewinnung und Verarbeitung sowie seine

Herrschaft. Im Männerkampf bewährte der Stahl seine UeberEigenschaften auseinandergesetzt hat, zwei interessante Fragen,

legenheit gegenüber der goldschimmernden Bronze, für welche

die prunksüchtigen Römer eine Vorliebe bewahrt hatten. Dieser nämlich die Bedeutung des Meteoreisens in der Geschichte und

bedeutsame Abschnitt bildet auch ein Kapitel in dem vordie Stellung des Eisens zur Bronze, die Frage der » Bronzezeit«.

liegenden Werk. Indem der Verfasser sich ganz der EntBei dem Meteoreisen werden eigene Versuche über Hämmer- wickelung der Eisenindustrie in Europa zuwendet, beginnt er barkeit und Schweissbarkeit des Tolukaeisens mitgeteilt, welche mit einem Rückblicke auf dessen Vorgeschichte die sogenannte neu und originell sind; auf Grund derselben kommt der Ver- »prähistorische« Zeit. Hier kommt ganz besonders die Archäofasser zu dem Schlusse, dass die Verwendung des Meteor- logie zur Geltung, die in den letzten 30 Jahren auf diesem eisens immer nur eine nach Art und Umfang sehr beschränkte Gebiete Erstaunliches geleistet hat. Die Funde in den Pfahlgewesen, dass von ihm der Ausgangspunkt der Eisengewinnung bauten, im Hallstädter Grabfeld, in den nordischen Torfnicht herzuleiten sei.

mooren usw. werden eingehend inbezug auf ihre Bedeutung

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nung zurück.

deutscher Ingenieure.

verwechselt der Verfasser auf Seite 15 die relative mit der Zerdrückungsfestigkeit; ferner sehen wir keinen Grund, das Gefälle eines Stromes in Fuss statt in Meter anzugeben (S. 54).

In diesem kurzen Berichte konnten wir den Reichtum des Inhaltes der vorliegenden Geschichte des Eisens nur andeuten. Ein jeder, der das Buch in die Hand nimmt, wessen Standes er sei, wird Interessantes und Anziehendes darin finden; für den Techniker aber bietet das Buch eine reiche Fülle von Stoff, so klein und unbedeutend die Anfänge unserer gewaltigen Eisenindustrie uns auch heute erscheinen müssen. Gespannt sehen wir der Vollendung des zweiten Teiles, der die Geschichte unserer neueren Industrie bringen soll, entgegen, und wünschen, dass dem Verfasser die Vollendung dieser grossartigen Aufgabe in gleicher Weise gelingen möge, wie die der Vorgeschichte in dem vorliegenden Buche.

für die Eisenindustrie besprochen, und hier wiederholt sich der Verfasser in der Art, dass er nochmals polemisch gegen die dänischen und skandinavischen Verfechter des Metallzeitalters auftritt. Mehr auf dem Boden der historischen Ueberlieferung bewegen sich die Kapitel der ältesten Metallgeschichte Hispaniens, Galliens und Britanniens, nach welchen sich der Verfasser mit grösserer Ausführlichkeit unserem eigenen Volke, den Germanen, zuwendet.

Von hier ab wird der Stoff massgebend für die Einteilung und dem entsprechend auch die Behandlung der technischen Entwickelung eingehender. Die Eisenbereitung im Mittelalter ist die Hauptüberschrift eines Abschnittes, der in folgende Unterabteilungen zerfällt: Die Eisenbereitung in Herdgruben: Luppenfeuer, Rennfeuer, Windöfen, Korsikaschmiede, Katalanschmiede. Die Eisenbereitung in Schachtöfen: die Bauernöfen im Norden, die Stucköfen, die Stahlfabrikation im Mittelalter und die Schmiedekunst. In diesen Kapiteln sind viele Einzelheiten gegeben, nicht nur in technischer, sondern auch in wirtschaftlicher und bergrechtlicher Beziehung.

Einen grossen Einfluss auf die weitere Entwickelung der Eisentechnik hatte die Einführung der Schusswaffen, die Erfindung des Schiesspulvers. Diesem Gegenstande ist denn auch in ausführlicher Weise Rechnung getragen, um den Nachweis zu erbringen, dass diese militärische Umwälzung die wichtige Erfindung des Eisengusses, und zwar zuerst zur Darstellung gegossener Eisenkugeln, zur Folge hatte; damit stand die Benutzung der Wasserkraft für die Bewegung der Gebläse in unmittelbarstem Zusammenhange.

Dieser doppelte Fortschritt: die Erfindung des Eisengusses und die Verwendung der Wasserkraft als Betriebskraft für die Eisenindustrie, drückt dem 15. Jahrhundert, mit welchem die erste Abteilung des Werkes schliesst, seinen Stempel auf und bildet den Ausgangspunkt für unsere neuere Eisenindustrie, deren Geschichte in dem folgenden Bande abgehandelt werden soll.

Es wird unserer Empfehlung keinen Abbruch thun, wenn wir auf einige verbesserungsbedürftige Punkte hinweisen; so

Bei der Redaction eingegangene Bücher :

Ueber Pneumatik bei Wasserversorgung. Vortrag von G. Stumpf. Separatabdruck aus dem stenographischen Bericht der Verhandlungen für Gesundheitstechnik am 12. und 13. Sept. 1884 zu Frankfurt a/M.

Zur Formulirungstechnik in Patentsachen. Von Dr. Hartig. Separat-Abdruck aus dem »Patentblatt« 1885, No. 6.

Der Brennerei - Bau. Praktisches Handbuch für Brennereibesitzer, Ingenieure und Bauhandwerker. Von Fr. Freiesleben. Berlin 1885. Paul Parey. Preis 6 M.

Das Gesetz der proportionalen Widerstände und seine Anwendungen. Von Friedrich Kick. Leipzig 1885. Arthur Felix.

Der Schiffsmaschinendienst. Ein Handbuch für Fluss- und angehende Seedampfschiffs - Maschinisten. Von Carl Hartmann. Hamburg 1885. Eckardt & Messtorff.

Zuschriften an die Redaction.
Honigmann's Aetznatronmaschine.

beladenen Doppelladern zu ziehen, dann wieder die Güterwagen einGeehrte Redaction!

zeln auf die Wage zu schieben, ebenso aber zeitweise wieder voll

ständige Ruhe, in welcher bei feuerlosem Betriebe eine neue DampfUnter der Ueberschrift »Das Honigmann'sche Natron- fülluug bequem genommen werden könnte. verfahrep« veröffentlicht Hr. Gutermuth in No. 6 d. Z. Experi

Eine feuerlose Rangirmaschine wird für diesen Betrieb sehr am mente mit Natronlocomotiven, bringt dann Vergleichsberechnungen

Platze sein; die Dampffüllungen mit 3 . bis 5 Atm. Druck kosten solcher im Gegensatze zu Lamm-Francq'schen Heisswasser-Maschinen und greift schliesslich meine Auslassungen vom 7. December

verschwindend wenig, da die Kohlen dort nur niedrig verrechnet v. J. im Eisenhüttenverein an.

werden; zur Bedienung der Maschine genügt ein etwas intelligenter Hätte Hr. Gutermuth die Natronmaschine in seinen Beispielen

Hofarbeiter, und sind die gesammten Beschaffungskosten nach der mit der gefeuerten Maschine, die jeder kennt und die sie ja berufen

neueren Construction geringer als die einer gleich kräftigen Maschine sein soll zu verdrängen, verglichen, so würde er seinen Standpunkt

mit Feuer. Wird diese Maschine auf Hochofenwerken zum Rangirbesser gewahrt und vielleicht passendere Vergleiche gefunden haben;

dienste, Erz- und Schlackentransport angewandt, so reduciren sich

die Betriebskosten noch weiter, da für die mit den Hochofengasen so aber sind leider seine Vergleichsrechnungen für die Praxis wertlos.

Hier Die Rangirlocomotive ohne Feuer des ersten Beispieles scheint

gefeuerten Kessel das Brennmaterial absolut nichts kostet. einer von mir in Glaser's Annalen No. 133 vom 1. Januar 1883

Aetznatronmaschinen mit Eindampfstationen anzulegen, wird niemand

einfallen. veröffentlichten Abhandlung entnommen zu sein. Hr. Gutermuth hat jedoch nicht berücksichtigt, dass, wie ich in diesem Artikel aus

Auf Hüttenwerken, grossen Maschinenfabriken und Eisenbahndrücklich hervorhob, die feuerlose Rangirmaschine nur mit dem

werkstätten, wo überall Dampf in Menge producirt wird, eignet sich Dampfe niedriger Spannung der auf dem Werke vorhandenen Be- die Heilwassermaschine für den Rangirdienst und den Transport der triebskessel gespeist werden soll, so dass keinerlei stationäre Anlagen

Halbfabrikate zwischen den Werkstätten ausgezeichnet, besonders, erforderlich sind, während er auf S. 104 d. Z. der Heisswasser

wenn die Dampffüllungen möglichst vor Beginn der Arbeit, in den * maschine 15 Atm. Anfangspressung zuteilt. Bei diesem Anfangs

Arbeitspausen und nach Feierabend genommen werden, wo Dampf drucke würde die Maschine gerade die Hälfte der angegebenen 4500kg

im Ueberflusse vorhanden ist. Speciell für Hüttenwerke usw. wird Füllung brauchen; jedoch wäre es von mir sehr zwecklos gewesen, mir jeder praktische Fachmann, dem an einem ökonomischen BeStudien über feuerlose Rangirmaschinen anzustellen, welche mit

triebe gelegen ist, zugeben müssen, dass die Benutzung der Aetz15 Atm. Anfangsspannung arbeiten, für welche also eine besondere

natronmaschine nebst Anlage der dazu gehörigen Eindampfstation Kesselanlage notwendig wird. Niemand würde es einfallen, eine so

unzweckmässig wäre. teure und daher unpraktische Anlage für eine Rangirmaschine an

Hrn. Gutermuth's Rechnungen geben wohl das nötige Quanzuschaffen. In diesem speciellen Falle würde es genau so unzweck- tum Natronlauge an, aber sonst keinen Aufschluss über die Verhältmässig sein, wie die Anschaffung einer Aetznatronrangirmaschine nisse des Kessels, ich meine der Heizfläche, denn diese ist nach nebst Eindampfstation; wer das thäte, wäre ein schlechter Ge- seiner Ansicht in ihrer Leistungsfähigkeit unbegrenzt. Mir scheint's, schäftsmann!

als ob es mit der Natronmaschine so geht, wie mit der gefeuerten Hr. Gutermuth wird bei genauer Durchsicht des angezogenen Locomotive vor 60 Jahren; damals hatte man auch nur einen unArtikels in Glaser's Annalen finden, dass ich mit der feuerlosen bestimmten Begriff von dem Werte der Heizfläche. Auch bei der Rangirmaschine von 18 bis 19+ Gewicht eine gefeuerte Maschine von Natronmaschine wird man mit der Zeit zur Erkenntnis des Wertes 16 bis 17t ersetzen will; in beiden Fällen soll die Maschine bis zu der Heizfläche kommen, falls dieselbe in der Praxis angewandt 100 N leisten können, durchschnittlich aber nur 15 N. Das sind der werden und das jetzige Experimentirstadium überleben sollte. Die Praxis entnommene Zahlen, wie sie beispielsweise auf vielen Kohlen- zu 8 qm auf Seite 111 d. Z. 1884 berechnete Heizfläche wird nach zechen sich täglich wiederholen. Dort sind die gefeuerten Rangir- den neuesten Experimenten gewiss noch übermässig gross sein, um maschinen von 16 bis 17t sehr beliebt und haben oft Züge von 30 die von der Heisswassermaschine erzeugten 100 N zu entwickeln.

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Zuschriften an die Redaction.

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Das zweite Beispiel, welches Hr. Gutermuth aufführt, ist recht unglücklich gewählt, denn eine 3 N-Trambahnlocomotive wird sich auf den gewöhnlichen Steigungen selber schwerlich fortschaffen; das Beispiel ist gar zu wenig der Praxis angepasst und dadurch für die Heisswassermaschine zu ungünstig. Die Heisswassermaschine hat ihre Gesammtleistung aufgespeichert, so dass sie zeitweise nach Belieben grössere Leistungen ausüben kann, beispielsweise bei plötzlicher Ueberwindung von starken Steigungen. Bis jetzt wendet man in der Praxis Motoren nur vorteilhaft bei solchen Trambahnen an, auf welchen entweder starke Steigungen zu überwinden, grosse Lasten zu ziehen sind oder mit grosser Geschwindigkeit gefabren werden soll; einspännige Wagen hat man bis jetzt noch nicht durch mechanischen Betrieb verdrängen können; erst wo 2 Pferde und darüber zum Ziehen des Wagens oder Zuges erforderlich sind, rentirt sich mechanischer Betrieb.

Steigungen von 1:40 und darüber sind bei Dampftrambahnen sehr gewöhnlich, so auch auf der Dampftrambahn von Batavia nach Meester Cornelis, auf welcher jetzt 23 Heisswassermaschinen laufen und jede derselben meistens 3 achträdrige Wagen mit je 50 Personen mit 15 km Geschwindigkeit zieht. Die Geschwindigkeit wird aber gleichmässig eingehalten, unabhängig davon, ob Steigung oder Gefälle.

Die Maschinen in Batavia leisten zeitweise bis über 60 N, doch nehmen sie keine Füllung für 12 Stunden, wie in Hrn. Gutermuth's Beispiel angenommen, sondern nur für eine Strecke von etwa 10km.

Das financielle Resultat dieser Linie ist, wie »Engineering« in No. 992 vom 2. Januar 1885 auf S. 15 mitteilt

, ausgezeichnet. Wenn nun auf dieser Strecke Hrn. Gutermuth's 3 N-Maschine ohne Wagen laufen sollte, so würde, um nur allein auf Steigung von 1:40 mit 15km Geschwindigkeit hinauffahren zu können, das Gewicht der Maschine nur wenig mehr als 1000kg betragen dürfen, und selbst bei 10km Geschwindigkeit dürfte sie nur 2000kę wiegen. Das dürfte doch unausführbar sein!

Ebenso wenig, wie das Beispiel der 3 N-Trambahnmaschine der Praxis entspricht, ebenso wenig ist das Beispiel der 40 N-Schiffsmaschine für 12 stündigen Betrieb glücklich gewählt; es würde schwerlich jemand einfallen, an eine solche Ausführung in der Wirklichkeit zu denken, man würde unter allen Umständen Betrieb mit Feuer, wenn auch mit Koksfeuerung, wählen. Düsseldorf, Februar 1885.

G. Lentz.

alle diese Thatsachen überspringt und in seiner Zuschrift den »angebornen Mangel

, sowie seine ersten Behauptungen« unberührt lässt, so erscheint jede weitere Erörterung überflüssig. Für jeden Fachmann liegen die Verhältnisse genügend geklärt vor.

Ich möchte hingegen diese Gelegenheit benützen, folgendes in Bezug auf den theoretischen Vorgang beim Eindampfen beizufügen, welches in den bisherigen Berichten nicht Erwähnung gefunden hat. Beim Eindampfen der Natronlauge wird nicht, wie ursprünglich im Berichte der Zeitschrift 1884, S. 112 irrtümlich angenommen, gesättigter Wasserdampf von 1000 unter atmosphärischem Druck erzeugt, sondern überhitzter Dampf von der Temperatur der Natronlauge, eine Thatsache, die auch inzwischen in einer Abhandlung über den Honigmann'schen Natronbetrieb von Hrn. Bauer in Leoben entsprechende Berücksichtigung findet. Welchen Einfluss die Ueberhitzung des Abdampfes auf die Gesammtökonomie des Natronverfahrens ausübt, wird sich aus neuerdings angestellten Versuchen ergeben, auf welche zurückzukommen ich Gelegenheit nehmen werde. Bei den bisherigen Abdampfeinrichtungen waren wissenschaftliche Beobachtungen leider nicht durchführbar. Aachen, 24. Februar 1885.

M. J. Gutermuth. .

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Ueber den Gebrauch von Fremdwörtern.

Geehrte Redaction! Die verehrliche Redaction bitte ich, obgleich schon viel wertvoller Raum in der Zeitschrift dieser Angelegenheit geopfert wurde, noch einigen Worten zur »Fremdwörterfrage« ein Plätzchen zu gönnen. Audiatur et altera pars!

Obgleich das Bestreben, die Fremdwörter aus der deutschen Sprache zu entfernen, an sich sehr lobenswert ist, so glaube ich doch, dass die Technik am wenigsten geeignet ist, hier als Versuchsfeld zu dienen.

Die Technik ist international, und deshalb sollte es unser Bestreben sein, möglichst einheitliche Ausdrücke für Maschinen und Maschinenteile in allen Cultursprachen zu haben und nicht aus übel angebrachtem Lokalpatriotismus die vaterländische Sprache um Worte zu bereichern, welche weder deutsch sind (wie Verbund) noch das Wesen des Mechanismus genügend bezeichnen.

Der Erfinder der Compoundmaschine hat das Recht, dieselbe »Compound« zu nennen, und ist es ein Eingriff in das Recht des Erfinders, seine Maschine mit irgend einem weithergeholten Ausdruck in irgend einer Landessprache zu bezeichnen, welcher das Wesen der Maschine ebenso wenig präcis ausdrückt.

Wie schwer würde 2. B. Anderssprechenden das Verständnis der deutschen technischen Litteratur werden, wenn wir auf Grund der jetzigen Anregung alle in den Cultursprachen gleichlautenden technischen Ausdrücke verdeutschen wollten! Ginge nun jede andere Nation in derselben Weise vor, so würden wir für die nächsten 10 Jahre ein Chaos geschaffen haben, aus dem die Technik sicher keinen Gewinn zöge. Ich schlage deshalb vor, wir lassen es beim alten!

Hochachtungsvoll Köln, den 14. Februar 1885.

G. Wiedemann.

Geehrte Redaction! Vorstehende Zuschrift des Hrn. Lentz beschäftigt sich in keiner Weise mit den von ihm seinerzeit in Düsseldorf aufgestellten Behauptungen, betreffend die Wirksamkeit der Heizflächen von Natronkesseln, und auch nicht mit dem Wesen der Ausführungen meines Aufsatzes der Zeitschrift 1885, Seite 101 u. s. f., sondern nur mit allgemeinen geschäftlich-technischen Erwägungen, welche zu widerlegen ich keinen Anlass habe. Zudem existiren die Behauptungen, die Leistungsfähigkeit des Natronkessels sei eine unbegrenzte und die Natronkessel seien berufen, die gefeuerten Kessel zu verdrängen, nur in der Einbildung des Hrn. Lentz. Soweit die Einzelheiten der Zuschrift eine Entgegnung überhaupt notwendig machen, erlaube ich mir zu bemerken, dass das Honigmann'sche Natronverfahren vor allem in den Fällen in Frage kommen wird, wo überhaupt feuerloser Betrieb erwünscht erscheint; deshalb habe ich auch nur die Vergleichsrechnungen mit dem Lamm-Francq'schen Kessel und nicht mit dem gefeuerten durchgeführt.

Inwieweit sich die angeführten Beispiele einem speciellen Falle unterordnen, ist offenbar gleichgiltig, da dieselben nur dazu dienen sollten, einerseits für bestimmte Anforderungen die Ermittlung der notwendigen Ausführungsverhältnisse zu zeigen und andrerseits die Ausführungsmöglichkeiten darzulegen.

Dass eine 3pferdige mit Natronkessel versehene Trambahnmaschine bei geeigneten Cylinderdimensionen auch imstande ist, 50 N und darüber zu leisten, möchte nach den seitherigen mitgeteilten Thatsachen sowie nach dem Nachweis der Verdampfungsfähigkeit eines in Aachen betriebenen Trambahnkessels (s. Zeitschrift 1885, Seite 160) wohl zweifellos sein. Die Möglichkeit der Forcirung ist bei Natronkesseln gegenüber jedem anderen System eine grössere. Die Beispiele können ohne weiteres für grössere Normalleistung durchgerechnet werden; sie würden aber für die Warmwasserkessel noch ungünstigere Vergleichsresultate ergeben.

Wenn mit einem Heisswasserkessel bei einer Höchstspannung von 5 bis 6 Atm. 100 N geleistet werden können, so ist es selbstverständlich, dass dieser Effect mit dem Natronkessel bei gleichen Verhältnissen der Maschine um so sicherer und anhaltender zu erreichen ist, da bei ersterem der Dampfdruck notwendigerweise sehr rasch sinken muss, während er beim Natronkessel bei angestrengtem Betrieb bedeutend zunimmt (8. Zeitschrift 1884, S. 535).

Alle diese Verhältnisse sind wiederholt erörtert und durch Betriebsergebnisse mit Natronkessel längst erwiesen (s. die obenangezogenen Stellen früherer Berichte). Nachdem aber Hr. Lentz

Geehrter Herr Redacteur! Nochmals das Kapitel der Fremdworte berührend, erlaube ich mir meine unmassgebliche Meinung dahin auszusprechen, dass ein Ersatz für die beiden Bezeichnungen » Woolf'sche-« und »CompoundDampfmaschine« nach dem heutigen Stande der Dinge kaum noch möglich sein dürfte. Sie sind eben schon typisch geworden, und unsere technische Sprache ist derartig mit Fremdworten durchsetzt, dass es auf ein Paar mehr oder weniger nicht ankommt, wenn sonst nur Präcision und Einheitlichkeit im Gebrauche der Worte erzielt wird.

In No. 5 d. Z. ist bereits mit Recht darauf hingewiesen, dass der Fachmann mit der » Verbundmaschine« oder » Verbundbeikammermaschine ganz abgesehen von der etwas ungeheuerlichen Composition nichts anzufangen weiss; es fehlt ihm immer noch die Angabe: ob Woolf'sche Compound- oder gekuppelte Maschine.

Anders liegt die Sache bei dem Worte » Receiver«;. es dürfte da noch Abhilfe möglich sein und sich eine gute Verdeutschung wie: Zwischenbehälter, Beikammer oder Zwischenkammer einbürgern. Compound - Receiver - Maschine zu sagen, ist vollständig überflüssig, denn eine Compoundmaschine ist ohne Receiver nicht denkbar.

Das schlimmste Beispiel der Sprachverwirrung bietet wohl die Bezeichnung: Pleuelstange, Pleyelstange, Flügelstange, Kurbelstange, Lenkerstange usw., alles Worte für ein und dasselbe Ding. Woher die beiden Fremdworte stammen, ist nicht recht ersichtlich, da der Franzose den betreffenden Maschinenteil »bielle«, der Engländer connecting rod« nennt; jedenfalls dürfte es sich empfehlen, da einmal reine Bahn zu machen und das Wort »Treibstange«, das bereits u. a, mehrere Bahnverwaltungen anwenden, allgemein zu adoptiren. Hochachtungsvoll

A. M.

deutscher Ingenieure.

Geehrter Herr Redacteur! Die Anregung des Hrn. Reuleaux zur Verdeutschung unserer Sprache scheint doch etwas Anklang gefunden zu haben; erlauben Sie mir daher, auch eine kleine Bemerkung zu dieser Sache fallen zu lassen. Ich bin der Ansicht, dass derartige Vorschläge vorläufig wenig Wert haben, so lange nämlich gewissen Kreisen der schriftstellernden Ingenieure noch nicht das Verständnis darüber aufgegangen ist, welche Gewalt sie ihrer Muttersprache tagtäglich anthun. Statt der allereinfachsten Wörter werden in hergebrachtem Schlendrian des lieben Strassen deutsch, wohlverstanden bei nicht strengtechnischen Beziehungen, fremdsprachliche Wortungetüme, die oft noch nicht einmal den Vorzug der Kürze besitzen, angewendet

. Man sollte doch beispielsweise annehmen, dass Patentbeschreibungen, welche von Patentanwälten herrühren, mit einer gewissen Sorgfalt in der Schriftsprache abgefasst werden. Dennoch findet man massenhaft das beliebte etc., das noch beliebtere eventuell (wenn schon, denn doch richtiger eventuellement oder eventualiter), ferner successive, circa, ad, sub (warum nicht auch subter und infra?), irrelevant, absolut u. dergl. m. So lange man noch die abgehackten Wörter: Kondenswasser!), Riemscheibe, Kompresspumpe (dem entsprechend könnte man ja auch Kohlbügel, Maschinrahm u. dergl. bilden) anwendet und die eine vakantwerdende Stelle, die schauderöse Wortbildung »maschinell« und viele andere unzählbare Wortungeheuer nicht zur Ruhe kommen, ist auch wenig Hoffnung vorhanden, dass so gut geformte Wörter wie die vorgeschlagenen jemals Gemeingut der technischen Schriftsteller werden. Neben dem Strudel -Prudelwitz- usw. Stil, dem sich ein gewisser kaufmännischer »Geschäftsstil« würdig an die Seite reiht, droht sich ein besonderer »Patentstil« auszubilden, der sich durch grösstmögliche Häufung fremdsprachlicher Ausdrücke kennzeichnet. Warum also in die Ferne schweifen? Sieh', das »Schlechte« liegt so nah! Berlin, den 16. Februar 1885.

L.

Wort »Dampfwasser« vorgezogen. Ich würde letzteres, als das kürzere Wort, gern statt Niederschlagswasser benutzen, wenn es nicht zu argen Missverständnissen führen könnte. Hat Hr. Hausding bei Wahl des Wortes »Dampfwasser« nicht an die »Dampfwasseröfen« gedacht? Ich finde keine Unzuträglichkeit darin, dass man das Regenwasser und ebenso das an Fenstern und kalten Wänden sich bildende Wasser ebenfalls » Niederschlagswasser« nennt, entstammt es doch derselben Quelle, nämlich dem Wasserdampf, und demselben Vorgange, nämlich der Abkühlung. Ich erinnere noch an den von Hrn. Hausding angezogenen und gebilligten Satz Georg Sanders': »es wird sich io den bei weitem meisten Fällen darum handeln, die richtigen (bereits vorhandenen) deutschen Bezeichnungen zu finden, statt neue Wörter zu erfinden«, und überlasse den Lesern zu beurteilen, ob meine Worte: »Niederschlagswasser«, »Bläser«, »Sauger« oder diejenigen, welche Hr. Hausding vorgeschlagen hat, hiermit im Einklange stehen.

»Selbstleerer« soll noch weniger deutlich und bezeichnend sein als »Bläser« und »Sauger«; »Dampfwasser-Ableiter« wird von Hrn. Hausding vorgezogen, weil es, » völlig den Sinn des Fremdwortes wiedergebend«, richtiger sei. Es soll überflüssig sein, die Selbstthätigkeit der betreffenden Einrichtung anzudeuten. Demgegenüber muss ich zunächst betonen, dass die Selbstthätigkeit das Wesen der hier in Rede stehenden Vorrichtungen bildet; als Niederschlagswasser-Ableiter dienen vielfach auch die gewöhnlichen Hähne und Ventile.

In Deutschland werden folgende Fremdwörter für den Selbstleerer gebraucht: Condensationswasserableiter, Condensationstopf, Automat. Das letztgenannte Wort kommt vielleicht nicht in Berlin ebenso häufig vor, wie das erste. Anscheinend hat Hr. Hausding in seinem Schreiben das Wort Condensationswasserableiter gemeint. Dasselbe leidet nun nicht allein an Schwerfälligkeit, sondern ist auch falsch, indem die meisten Selbstleerer unter Zurückhaltung des Dampfes nicht allein dem Niederschlagswasser, sondern auch der Luft freien Austritt gewäbren sollen. 1) Gleiches gilt von dem Hausding'schen Worte »Dampfwasser - Ableiter«; dasselbe leidet ferner an der Fehlsamkeit des Wortes »Dampfwasser«.

Mir sagt von den hier angeführten Fremdwörtern das Wort »Automat« am meisten zu, weil es das Wesen des betr. Gegenstandes am meisten in den Vordergrund stellt; es hat gegen sich, dass es auch für sehr viele andere Dinge gebraucht wird.

Engländer und Amerikaner nennen den Selbstleerer »steam trap«, »Dampffänger«. Ich war längere Zeit geneigt, dieses Wort aufzunehmen, weil es sehr bezeichnend ist, entschied mich aber für die in Frankreich nahezu ausschliesslich gebräuchliche Bezeichnung »purgeur automatique« bezw. das gleichwertige deutsche Wort »Selbstleerer«, teils des Wohlklanges halber, teils weil es die Selbstthätigkeit mehr hervorhebt.

Uebrigens fühle ich mich Hrn. Hausding dafür zu Dank verpflichtet, dass er mir Gelegenheit gegeben hat, über die vorliegende Frage etwas zu sagen; die technischen Zeitschriften pflegen derartigen Erörterungen für gewöhnlich ihre Spalten nicht zu öffnen. Hannover, d. 21. Februar 1885.

Hermann Fischer.

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Sehr geehrter Herr Redacteur! Hr. A. Hausding spricht sich auf Seite 140 d. Z. gegen einige von mir eingeführte Wörter auf dem Gebiete des Heizungs- und Lüftungswesens aus. Wenn auch eine Anerkennung für mich darin liegt, dass Hr. Hausding von den zahlreichen von mir statt der gebräuchlichen Fremdwörter aufgenommenen deutschen Ausdrücke nur vier anstössig findet, so kann ich doch nicht die erhobenen Einwände mit Stillschweigen übergehen.

Der angeführten allgemeinen Regel, dass neu anzuwendende Wörter nicht bereits einen anderen gebräuchlichen Sinn haben, auch an und für sich, d. h. ohne Zusammenhang mit weiteren, ihren Sinn erklärenden Beschreibungen verständlich sein sollen, kann ich mich nicht anschliessen, weil beide Hälften dieser Regel sich geradezu widersprechen. Wenn ein Wort bisher einen gebräuchlichen Sinn nicht hatte, so kann es auch an und für sich nicht verständlich sein.

Hr. Hausding tadelt das Wort »Bläser«, weil man bei demselben »eher und berechtigter an einen Trompeter« denken könne. Eine derartige Begründung des Tadels enthebt mich eigentlich der Aufgabe, ein weiteres Wort über sie zu verlieren; ich will aber darauf aufmerksam machen, dass man in besonders lustiger Stimmung sein muss, um an einen Trompeter zu denken, wenn man in Lüftungsanlagen betreffenden Kostenanschlägen, Beschreibungen oder Unterredungen dem Worte » Bläser« begegnet. Wenn Hr. Hausding »Gebläse« für besser hält, so muss er auch »Gesäuge« dem »Sauger« vorziehen.

Der von Hrn. Hausding gegen das Wort »Sauger« geltend gemachte Umstand, dass dieses Wort bereits anderweit benutzt werde, kann eine durchschlagende Rolle nicht spielen, da diese anderweitige Benutzung sich auf sehr kleine Kreise beschränkt, keineswegs allgemein anerkannt ist.

Gegenvorschläge sind: Drucklüfter und Sauglüfter. Diejenigen Leser, welche mit dem Lüftungswesen unmittelbar zu thun haben, brauche ich nur daran zu erinnern, dass diese Wörter längst anderweit benutzt werden. Im allgemeinen mache ich darauf aufmerksam, dass die Wörter für die Gegenstände, welche sie bezeichnen sollen, ungenau und unbequem sind; ersteres, weil die betreffenden Maschinen nur je ein Glied der Lüftung bilden, blasend oder saugend wirken, aber nur unter Beihilfe anderer Mittel dem Zweck der Lüftung entsprechen können, letzteres, weil Zusammensetzungen wie SchleuderDrucklüfter oder Schrauben-Sauglüfter doch gewiss nicht den anderen: Schleuderbläser bezw. Schraubensauger vorgezogen zu werden verdienen.

Die Wörter » Druckwindrad« und »Saugwindrad« aber sind nicht allein schwerfälliger als » Bläser« und »Sauger«, sondern auch ungenauer, indem sie unklar lassen, ob die betr. Maschinen thätig oder leidend sind.

Das Wort »Niederschlagswasser« findet ebenfalls bei Hrn. Hausding keine Gnade. Dass es besser ist, als das bisher gebräuchliche Wort »Condensationswasser«, wird zugegeben, aber das neue

Wir haben unsern Standpunkt zur Frage des Gebrauches von Fremdwörtern bereits in No. 4 d. l. Jahrganges zu erkennen gegeben; jedoch erscheint es uns erforderlich, hervorzuheben, dass man einen wesentlichen Unterschied machen müsse zwischen der Anwendung von solchen Fremdwörtern im allgemeinen, für welche fast ausnahmslos jede entwickelte Sprache die entsprechenden Wortausdrücke haben wird, sofern ihr eben deren Begriffe selbst nicht fremd sind, und der Anwendung solcher aus fremden Sprachen übernommenen, ausdrücklich technischen Bezeichnungen, für welche, als einem neuen technischen Begriff entsprechend, ein deutsches Wort erst gebildet oder gefunden werden müsste.

Den Gebrauch von Fremdwörtern in ersterer Weise glauben wir nach wie vor aus den in No. 4 d. Bl. entwickelten Gründen bekämpfen zu müssen, und weil wir darin nicht, wie manche thun, eine Bereicherung der deutschen Sprache finden können, sondern eigene Wortarmut oder schlechte Angewöhnung für die Ursache ansehen. Dagegen halten wir, was den Ersatz technischer Fremdwörter durch deutsche betrifft, grosse Vorsicht für geboten; sind wir auch nicht der Meinung, dass die Sprache der Technik international gestaltet werden könne und solle, so stellen wir doch die unzweifelhafte Deutlichkeit und Verständlichkeit auf diesem Gebiete böher als die Verdeutschung, glauben also in jedem einzelnen Falle den Versuch der letzteren mit grösster Vorsicht in diesem Sinne prüfen zu sollen,

In dieser Auffassung möchten wir bitten, eine allgemeine Erörterung der Frage an dieser Stelle nicht fortzusetzen.

Die Redaction. 1) Vergl. Hermann Fischer, Ueber CondensationswasserAbleiter oder sogen. Automaten: Dingl. polyt. Journ. 1877, Bd. 225, S. 20.

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Selbstverlag des Vereines,

Commissionsverlag und Expedition: Julius Springer in Berlin N.

A. W. Schade's Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin S.

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Angelegenheiten des Vereines.
Zum Mitglieder-Verzeichnisse.

Westfälischer Bezirksverein.
Aenderungen.

Paul Meuss, Bergassessor, Dortmund.

Treutler, Gruben director der Zeche Borussia bei Marten.
Sächsisch-anhaltinischer Bezirksverein.

Keinem Bezirksverein angehörend.
R. Reichling, Ingenieur bei C. W. Julius Blancke & Co., Merseburg.

Victor Nawatzki, Schiffbau-Ingenieur, Hamburg-St. Pauli. Thüringer Bezirksverein. G. Ungoade, Ingenieur, Halle. Keinem Bezirksverein angehörend.

Die geehrten Mitglieder erlaube ich mir darauf aufmerkR. Marggraff, Ingenieur bei Gebr. Pfeiffer, Kaiserslautern.

sam zu machen, dass vom 1. April ab die Einziehung der Verstorben.

Beiträge, sofern nicht bereits bezahlt, nach § 30 des Statutes Dr. Chr. Fabian, Fabrikbesitzer, Duisburg.

durch Postauftrag erfolgt; ich bitte diejenigen, welche die Neue Mitglieder.

dadurch erwachsenden höheren Portokosten vermeiden wollen, Bayerischer Bezirksverein.

ihren Beitrag vorher portofrei an Hrn. Jul. Springer, BerHugo Laissle, Giessereidirector bei F. S. Kustermann, München. lin N., Monbijouplatz 3, einzusenden.

Th. Peters. Jean Stiefel, Civilingen., i/F. Thormann, Schneller & Co., Augsburg.

Berliner Bezirksverein.
C. Kortüm, Ingenieur und Fabrikant, Berlin N., Strelitzerstr. 53.

Mitgliederverzeichnis 1885.
Bezirksverein an der Lenne.
Ph. Boecker, Fabrikant, i/F. Fr. Boecker Philipp Sohn, Hohen-

Zur Herstellung des Mitgliederverzeichnisses für das limbury.

Jahr 1885 bitte ich die verehrlichen Mitglieder unseres VerBezirksverein an der niederen Ruhr.

eines um gefl. baldige Angaben etwa erforderlicher BerichtiGust. Hussmann, Ingen. d. Friedr.-Wilhelmshütte, Mülheim a/Ruhr 2. gungen.

Th. Peters.

Ueber das Schneiden der Schraubengewinde.

Von Hermann Fischer, Professor an der technischen Hochschule zu Hannover. Der Zweck der vorliegenden Abhandlung ist ein zwei- A. Gewindeschneiden unter Benutzung des sich bildenfacher; sie soll denjenigen Lesern, welchen Zeit und Gelegen

den Gewindes zur Schaltbewegung. heit fehlt, die vielfach zerstreuten Veröffentlichungen über den vorliegenden Gegenstand aufzusuchen, zu lesen und zu prü

Das hierher gehörige ältere » Schneid eisen«, welches fen, eine Uebersicht über die Entwicklung des in Rede stehen

lediglich aus einem gehärteten Muttergewinde besteht, findet den Arbeitsverfahrens und Einsicht in den heutigen Stand

man in älteren Büchern) und neueren Schriften behandelt;

es ist leider auch noch in unseren Werkstätten vertreten. desselben gewähren; sie soll aber gleichzeitig der geringeren Leserzahl, welchen die Möglichkeit eingehenderen Studiums

Zur Fertigung eines Bolzengewindes benutzt man zwei geboten ist, das Aufsuchen der Quellen erleichtern. Man wird

bis vier solcher gehärteter Muttergewinde hinter einander; das finden, dass beide Zwecke sich nicht gegenseitig beein

erste derselben beginnt die Bildung des neuen Gewindes, die

anderen führen es stufenweise der Vollendung zu. Es lohnt trächtigen Das Schneiden hölzerner Gewinde lasse ich in dem

sich dieser Entstehung des Gewindes zu folgen. folgenden ausser Acht, weil heute die betreffenden Werk

Der mit Gewinde zu versehende Bolzen a Fig. 1 wird ein zeuge noch gerade so eingerichtet sind, wie sie Plumier1)

wenig zugespitzt, um das Angreifen des Schneideisens b zu

erleichtern. Zunächst benutzt man das weitere Schneideisen 1706 beschrieben hat. Altmütter), Karmarsch) und Holtzapffel4) fügen ebenso wenig erhebliches hinzu wie

(Fig. 1 A); man drückt dasselbe gegen die Spitze des Bolneuere Verfasser, und in unseren Drechslerwerkstätten findet

zens und dreht es in geeigneter Richtung um, wobei die erman dieselben Werkzeuge. Diese Erscheinung, dass nämlich

habenen Teile des Werkzeuges einen nur wenig tiefen Gewindeinnerhalb 180 Jahren ein nennenswerter Fortschritt auf die

gang auf dem Bolzen hervorbringen, indem das Metall zur sem Gebiete nieht zu verzeichnen ist, dürfte teils dem Rückgange in der Benutzung hölzerner Schrauben, teils aber der

Fig. 1. a

3 frühzeitigen Vollkommenheit der betreffenden Werkzeuge zuzuschreiben sein.

Für Horn, Elfenbein und andere Stoffe benutzt man meistens dieselben Werkzeuge, welche zur Herstellung hölzerner Gewinde dienen, teils aber auch, wenn die Natur der betreffenden Stoffe es zulässt, diejenigen der Metallarbeiter.

Gegenstand der folgenden Besprechung bleibt sonach allein die Verfertigung der metallenen Schraubengewinde, wodurch nicht ausgeschlossen sein soll, an geeigneter Stelle auf andere hinzuweisen.

Seite gedrückt wird, links und rechts von der Furche Wälle Ich gedenke die folgende Reihenfolge für meine Erörte

bildend. In dem zweiten, engeren Werkzeuge (Fig. 1 B) wird rungen innezuhalten: sogenannte Schneideisen, Backen, Bohrer,

das Gewinde tiefer, die Wallbildung höher und bei der letzten sogenannte Schraubenschneidmaschinen, Gewindeschneiden

Bearbeitung (Fig. 1 C) wird so viel Metall aus der Tiefe vermittels Leitgewindes, auch unter Benutzung der Fräser. Die

drängt, dass die beiden neben einander liegenden Wälle in

einen übergehen. Bei Verwendung guter Werkzeuge, geschmeigenannten Werkzeuge bezw. Verfahren setzen das Vorhandensein eines Vorbildes voraus, weshalb ihrer Besprechung eine

digen Metalles, bei vorsichtiger Arbeit und guter Schmierung Quellenangabe betreffend die Gewinnung dieses Vorbildes

gelingt es, ein solches Gewinde ohne irgend welchen Abfall sich anschliessen soll.

herzustellen; unter gewöhnlichen Umständen wird ein Teil des Metalles abgerieben, aber das Wesen des Vorganges hier

durch nicht nennenswert beeinflusst. Der äussere Durchmesser 1) L'art de tourner, par Plumier, Paris 1706, S. 175.

des fertigen Gewindes ist etwa um die Gangtiefe desselben 2) Jahrbücher des k. k. polytechnischen Institutes in Wien, 1824, Bd. 4, S. 396. 3) Technolog. Encyklopädie von J. J. Prechtl, 1843, Bd. 13,

1) Leupold, theatrum machinarum, mech. Wissensch. FrankS. 555.

furt 1724, Taf. XX. Thiont, traité de l'horlogerie, Bd. 1, Paris 4) Turning and mechanical manipulation, 1846, Bd. 2.

1741, S. 36.

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