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befallen werden. Gewisse Krankheitsgifte scheinen mit Vorliebe, wenn sie in die Tiefe des Organismus eingreifen, auf die Schleimhäute einzuwirken, daher auch der Thränensack nicht sel– ten in Folge eines exanthematischen Leidens, z. B. der Masern, des Scharlachs, der Pocken, sich entzündet, daher auch das syphilische Gift dieses Leiden in einem hohen Grade, oft mit Zerstörung des knöchernen Kanals, hervorruft. Auch bemerken wir, dass bei länger bestehender Ent– zündung der Conjunctiva letztere die krankhafte Stimmung auf den Thränensack fortsetzt, und diese Entzündung bedingt. Eine äussere Ursache, Quetschung und Verwundung, seizt diese Entzündung, und zwar gewöhnlich mit ungünstiger Prognose, je nachdem die den Thränensack bedeckenden und die unter demselben liegenden Theile gelitten haben oder nicht. Man trachte die Entzündung bei ihrem Erscheinen durch kalte repercussive Umschläge und durch Einschnupfung des kalten Wassers in die Nase zu ersticken, doch wende man dieses Verfahren nur versuchsweise an, und stehe davon beim Vorrücken der entzündlichen Zufälle ab. Man setze auf den Umfang des Thränensacks Blutigel, und zwar auch dann, wenn der Arzt erst bei völlig ausgebildeter Entzündung gerufen wird, so lange, als noch keine deutliche Fluctuation vorhanden ist. Bei völlig ausgebildeter Entzündung mit ausgedrücktem phlegmonösen Character befördere man die unvermeidliche Eiterung durch erweichende anodyne Breiumschläge. Wird die Geschwulst konisch, zeigt sich ein Eiterpunkt, so werde nicht gesäumt, den Abscess zu öffnen, um dem Eiter freien Ausfluss zu gestatten. In die gemachte Wunde schiebt man ein Bourdonetchen, egt darüber ein Pflaster und fährt mit dem Gebrauche der Cataplasmen so lange fort, als noch

entzündliche Härte vorhanden ist. Täglich spritze man ein den krankhaften Zustand der Schleimhaut des Thränensacks entfernendes Mittel ein, wozu die Auflösung des Sublimats am besten sich eignet. Wenn die Ränder der Wunde sich senken, und die krankhafte Absonderung im Thränensacke sich hebt, so lässt man die Wunde sich schliessen. Haben sich im Umfange des Thränensacks Fistelgänge gebildet, oder ist eine Auflockerung des Tbränenschlauches zurückgeblieben, so muss durch Spaltung der erstern und Gangbarmachung des letztern die Heilung bewirkt werden. Die Dacryocistitis scrophulosa spricht sich durch die Neigung zur Verhärtung aus. Die im Thränensacke abgesonderte Flüssigkeit gewinnt immer mehr an Consistenz und verhärtet sich, oder aber es lockert sich die den Thränensack umkleidende Schleimhaut auf; diese Auflockerung erstreckt sich durch den Nasengang und hindert die Thränenleitung. Nebst den bei der Dacryocistitis im allgemeincn empfohlenen Mitteln ist noch eine genaue Berücksichtigung des bestehenden Scrophelübels nicht zu veryachlässigen. Die Dacryocistitis syphiliča ist vorzüglich durch den Gang, den sie bei ihrer Ausbildung macht, ausgezeichnet. Sie fängt immer an dem untern Theile des Nasenganges an, schreitet von da herauf bis in den Thränensack. Im Nasengange ulceriren einzelne Stellen, besonders geschieht dieses in der Nähe der Klappe, welche leicht Verwachsungen und Verengerungen bilden. Der Thränensack geht selten in Eiterung über, aber übermässige Ausdehnung der erschlafften Wandungen und chronische Blennorrhöe bleibt ost zurück. Bisweilen wird der knöcherne Theil des Nasenganges zerstört. Cariöser Zustand der Knochen und Scorbut machen die Prognose immer ungünstig. Nebst einer zweckmässigen allgemeinen antisyphilitischen Behandlung muss ein thä– tiges örtliches Verfahren in Anwendung gebracht werden. Man mache erweichende, reinigende Einspritzungen in die Nase, das Conradische Augenwasser werden in das Auge getropft; in den Thränensack reibe man die graue Quecksilbersalbe ein. Geht der Thränensack in Eiterung über, so werde er geöffnet und die Sublimatauflösung eingespritzt; findet sich Ulceration oder schon theilweise Verwachsung im Nasengange, so führe man Saiten ein, um die Durchgängigkeit desselben zu erhalten.

== Entzündung der fibrösen Parthien des Auges.

Eine merkbare Auszeichnung dieser Gebilde durch Structur und Organisation lässt auf eigenthümliche Lebensenergie und Reaction, und auf auszeichnende krankhafte Aeusserungen schliessen. Die fibrösen Häute erscheinen in Form derber Gewebe, bald als Convolute länglichter Fasern, bald als Verbindungen verschiedenartig sich durch– kreuzender Fasern, als zähe hellglänzende Häute. Bei normaler Stimmung dieser Gebilde steht Irri– tabilität und Sensibilität auf einer tiefen Stufe im gebundenen Zustande, im Erkrankungsprocesse werden sie frei, und sind einer Entfaltung fähig, welche jeden Zweifel über die Anwesenheit der– selben zu heben vermag. Sie sind im Auge, wie im ganzen Organismus für die Erhaltung der Form des Theiles von Wichtigkeit, und sowie der Mus– kel nach Verletzung der Scheide, indem sich die Fleischfasern vordrängen, seine passende Gestalt einbüsst, ebenso hier, da Verletzungen der Sclerotica zu Verbildungen Anlass zu geben vermö– gend sind.

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Es ist wahrscheinlich, dass Contractionkraft den fibrösen Theilen innwohne, die durch die

pathie durch die Ausbreitung dieses Hautsystehes und durch den obwaltenden Nervenconsens. Di Entzündungen sind schmerzhaft, hartnäckig; entwickelt sich keine auffallende Entzündung röthe, da der derbe Bau der Theile die Entwick lung der Capillargefässe hindert. Oft leiden noch andere fibröshäutige Parthieen des Organismus, daher auch diese Entzündungen mit arthritischen und rheumatischen Uebeln meistentheils zusam– mentreffen. Zu den fibrösen Theilen des Auges gehören die die Augengrube überziehende Kno– chenhaut, nebst dem in dieser liegenden Gewebe, und den die Muskeln des Auges umkleidenden Scheiden, dann die Sclerotica, und endlich die Retina. Ich führe daher die Periorbititis, die Sclerotitis und Retinitis hier auf ").

Z- Von der Periorbit it is.

Ein stumpfer tiefgreifender Schmerz, welcher nach dem Gefühle des Leidenden im Auge selbst seineu Sitz zu haben scheint, ist das zuerst er– scheinende Symptom. Indem nun der Schmerz sich vermehrt, und über die ganze Augengru– bengegend verbreitet, wird die willkührliche Bewegungsfähigkeit des Augapfels und des obern Augenliedes immer mehr und mehr beschränkt, und endlich ganz aufgehoben. Da nun über alle den Aug– apfel von hinten umschliessenden Gebilde eine Entzündungsgeschwulst sich verbreitet, so tritt das Auge allmählig aus der Augenhöhle hervor, wodurch der Kranke zu der irrigen Meinung ver– leitet wird, der Augapfel werde für die Augengrube zu gross. Es wird nun das Auge selbst höchst empfindlich, und schmerzend und von amaurotischer Erblindung befallen, wobei die Iris starr und im Zustande der Expansion ist, was dem Druck der Sehnerven durch die Entzündungsgeschwulst beigemessen werden muss. Obwohl das Auge der Lichtempfindung von aussen unfähi ist, so hat der Leidende dennoch Lichterscheinungen im Auge, welche Folge des Druckes der Sehnerven sind. Nun fängt der Augapfel erst sich zu röthen an; zuerst färbt sich die Scherotica, die Iris verändert ihre Farbe und wölbt sich nach vorn, wodurch die vordere Augenkammer verengert und die Pupille verkleinert oder geschlossen wird. Die Schmerzen steigern sich und es stellen sich Delirien ein. Die Conjunctiva schwillt - wie in der Phlegmone oculi an, der vorgetriebene Augapfel bewirkt eine Unstülpung der Augenlieder. Fieberleiden mit entzündlichen Er– scheinungen, mit. Affection der Hirnhäute stellt sich gewöhnlich in der Höhe des Uebels ein. Der gewöhnliche Ausgang dieser phlegmonösen Entzündung ist die Eiterung. Zertheilung findet selten Statt, und nur dann, wenn die Krankheit in ihrem Entstehen kräftig behandelt wird. Der Eintritt der Eiterung gibt sich durch die

4) Ich glaube, die Anatomen werden nicht billigen, dass die Retina hier einen Platz erhält; allein ich erinnere, dass nebst der äussern Scheide, welche sich in die weisse Haut verliert, und offenbar fibröser Natur ist, noch eine innere Scheide nicht nur das Mark des Sehnerven um

giebt, sondern auch jeden einzelnen Markbündel um

schliesst. Diese Scheide bildet die Lamina cribrosa, bildet eine zarte Haut und dient der sulzigen Anlage des Nerven als Stützpunkt; sie ist daher das formgebende Organ, und nach den stattfindenden Erkrankungsprocessen, denen sie unterliegt, eher fibröser als seröser Natur. An der Richtigkeit der Angabe von Clarus zweifle ich nicht; sondern ich halte die Augenmuskeln mit fibrösen Scheiden umzogen, und bin von der Continuität des Zu5es fibröshäutiger Verbreitung überzeugt,

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