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besonders Bedacht genommen werden. Hat eine Trenuung im Zusammenhange desselben Statt, so bewirke man, dass die Wunde des Thränensackes und jene der allgemeinen Decken in paralleler Richtung zu einander stehen; man vergrössere die äussere Wunde, damit der Schleim und der Eiter leicht ausfliefst. Man suche die krankhafte Stimmung der Schleimhaut des Thränersackes, und den abnormen Secretionszustand desselben durch passende Einspritzungen, z. B. einer Sublimatsolution, zu entfernen; während man die äussére Wunde solange durch eingeschobene Bourdonette ofsen hält, bis die Wunde des Thränen sacks geschlossen ist. Diese Fisteln sind der Art, dafs sie die sogenannte Operation der Thränenfistel nicht verlangen, da sie ohne krankhaften Zustand des Nasenganges bestehen.

2 von der Conjunctivitis.

Die Entzündung spricht sich, in der Conjunctiva wurzelnd, auf zweifache Weise aus; die selbe ist entweder mit Blennorrhöe oder ohne diese vorhanden. Jede Conjunctivitis" zeigt zwar in bestimmten Stadien auffallende Veränderungen der Schleimsekretion, allein nur einzelne Fälle der Entzündung sind mit einer vollkommenen Blennorrhöe vermählt. Darnach bilden sich zwei Reihen der Entzündungen dieses Gebildes. Obgleich die Conjunctiva in allen Entzündungsprocessen ihrem Charakter getreu als Schleimhaut sich verhält, so ist doch in der Reihe der blenorrhoja. schen Entzündungen dieser Charakter deutlicher ausgesprochen. Das Auftreten dieser Entzündungen darf nicht dem Quantitativen der irritirenden Potenzen und der Receptivität des Gebildes zugeschrieben werden, sondern es rührt dieses vou

einer qualitativ veränderten Mischung und qualitativ verändernden Ursachen. her. Mehrentheils werden diese Entzündungen durch specifische Ursachen hervorgerufen, denn die Natur sucht das tiefe Eindringen derselben in den Organismus durch Entgegenstellung einer heftigen Absonderung zu verhüten; oder aber wir finden sie bei Individuen, bei welchen die Reproduction fehlerhaft und vorherrschend gestimmt ist, und die übrigen Dimensionen zurückgedrängt sind. Jenc Individuen, bei welchen Ueberschuss an Lymphe; Eyweiss und Serum sich vorfindet, der Cruor in geringer Menge vorlianden ist, bei welchen die Muskelfaser blafs, und Mangel an Kraft sich zeigt; sind vorzüglich den bleporrhoischen Entzündun gen unterworfen. Es trelen diese Entzündungen in drei verschiedenen Formen auf: a) Conjunctivitis blennorrhoica, b) C. gonorrhoica, c) C. contagiosa. dowe. Die Entzündungen ohne Schleimflufs treten in verschiedenen Gliedern anf, welche gleichsam als Stufen zu einem höhern · Grade der Entzündung, nemlich zur Phlegmone oculi angesehen werden können; man darf sich hier jedoch nicht denken, als müsste immer ein stufenweises Durchlaufen durch die verschiedenen Glieder Statt finden, sondern jedes der einzelnen Glieder besitzt eine gewisse Selbstständigkeit. Die Glieder, wel che hier aufgestellt werden, sind: a) Blepharoconjunctivitis, b) Conjunctivitis, welche letztere bald als Taraxis, bald als Chemosis, oder als Plegmone, nach grösserer oder geringerer Extension und Intensität der Entzündung sich formt.

as Die Conjunctivitis bleuporrboica spricht sich gewöhnlich nur unter der Form der Blepharoblennorrhoe aus, kann aber auch zu Ophthalmoblennorrhoe sich steigern. Die Ränder der Augenlieder sind geröthet und gescbwollen; die die

Der bedeutenden Lichtsclieue wegen sind die Alle inpere Fläche des Augenliedes überziehende Schleimhaut lockert sich auf, wird geröthet, und nimint in erhöhten Zustande der Entzündung ein sarcomatöses Ansehen an. Es wird ein anfangs weifs-lichter, dann gelblichter dicker Schleim in beträchtlicher Menge abgesondert, der bei jedem Versuclie, die Augen zu öffnen; heraustliefste gen krampfhaft geschlossen. Die äussere Fläclie der Augeulieder wird hochroth, in das Braune spielend; die Augenlieder selbst, besonders das obere, sind beträchtlich geschwollen. Oft drängt sich die sarcomatös verbildete Schleimhaut zwischen der Augenliedspalte hervor, so, dass durch das Schreien des Kindes, oder durch eine unvorsichtige Bemühung, die Augenlieder von einander zu ziehen, ein Ectropium verursacht werden kann. Bisweilen entsteht eine Blutung aus dem Auge, welche sich einigemal wiederholt, und beträchtliche Verminderung der Entzündung und Geschwulst nach sich zieht. Ebenso verhält es sich, wenn der secernirte Schleim mit Blutstreifen durchzogen ist. Als ungünstige Erscheinung aber ist das Ausfliessen einer jauchichten, stinkenden, dem Fleischwasser ähnlichen Flüssigkeit, die die Destruction einzelner Theile bezeichnet, zu betrachten. Oft beschränkt sich diese Ent. zündung auf die Blepharoconjunctiva, es schwinden allmählig die Erscheinungen, ohne dass eine Nachkrankheit der Entzündung folgt:

Bei fortdauernden schädlichen Einflüssen schreitet die Entzündung auf die Conjunctiva des Augapfels, es wulstet sich diese auf, und röthet sich; sie sondert eine eiterförmige Flüssigkeit ab, gewinnt endlich ein sarcomatöses Ansehen, so dass die Hornhaut begraben und nur noch in ihrer Mitte sichtbar erscheint. Die abgesonderte Materic legt sich oft in Flockon über die Hornhau.

hin, so, dass diese in Eiterung zu stehen scheint. Oft trübt sich die. Hornhaut, das Bindehautblättchen derselben hebt sich, die im lamellösen Theile der Hornhaut befindliche Feuchtigkeit, sulzartig gerinnend, bewirkt Verdunklung, welche manchmal nach verlaufener Entzündung als Nephelium zurückbleibt.

Bisweilen bildet sich in der Hornhaut selbst ein Eiterungsprocess aus, sie wird weiss, und schichtet sich gegen ihren Rand, wie die Blätter eines gelesenen Buches auf; sie verwandelt sich, indem sie immer mehr und mehr aus der sie umgebenden Bindehaut sich emporhebt, in einen Abscess, der sich allmählig unter heftigen Schmerzen öffnet. Die Eröffnung des Hornbautabscesses geschieht entweder mit mehreren Oeffnungen, indem der Eiter die Hornhaut an verschiedenen Stellen destruirt und den Austritt sich verschafft; bisweilen scheint die Gangränescenz einzelner Punkte derselben sich zu bemächtigen; die Iris drängt sich dann durch diese Oeffnungen in Form eines beerenförmigen Ringes hervor und bildet das Staphyloma racemosum; oder aber die Hornhavt berstet in ihrer Mitte mit einer einzigen Oeffnung; nicht selten drängt sich die Linse, selbst der Glaskörper durch die Oeffnung hervor, so, dass der Augapfel grösstentheils entleert wird. Das bisweilen sich aussprechende fieberhafte Allgemeinleiden ist nicht Folge der Entzündung, sondern der Zerrüttung der Constitution und jener Einflüsse, welche die Entzündung setzten. Gewöhnlich werden Kinder, 3-4 Tage, selbst oft mehrere Wochen nach der Geburt von dieser Entzündung befallen, wo sie dann die Benennung Ophthalmitis peonatorum oder Blepharoblennorrhoea infantum recens natorum trägt. Obgleich diese Entzündungsform dem kindlichen Organismus vorzüglich eigen zu seyn scheint, so

findet sie sich doch auch in der beschriebeneu Gestalt bei Erwachsenen vor. Die Behauptung von Schmidt "), dass immer ein vierwöchiger Verlauf dieser Entzündung eigen sey, ist gegen die Erfahrung

Die Ursache des häufigen Vorkommens dieser Entzündung bei Kindern in den ersten Tagen nach der Geburt ist in der vorschreitenden Evolution des kindlichen Organismus so begründet, dass schädliche Potenzen diese zu setzen vermogeni.

· Während des Fötuslebens ist die Haut gefässreich, dem Charakter der Schleimhäute entsprechend und stark absondernd. Nach der Geburt steigert sich die Thätigkeit der mukösen Häute und der ihnen entsprechenden Secretionsorgane; gegen diese, also auch gegen die Conjauctiva findet ein vermehrter Zufluss der Säfte Statt. Die Erfahrung zeigt, dass auch die kräftigsten Kinder von dieser Entzündung befallen werden, dass schwächliche, cachektische, von phtisischen, scrophulösen etc. Eltern gezeugte Kin= der nicht nehr disponirt sind, (was gegen die hestehende Meinung spricht) als robuste saftvolle lodividuen. Die Erkältung, besonders jene der Augengegend, scheint uns vorzüglich schädlich und diese Entzündung setzend zu wirken; das derhe Waschen des Auges mit einem rauhen verunreinigten Badschwamm, die langsam vorschreitepde Geburt, vermöge welcher starke Stockus gen der Säfte in der Orbita entstehen, Störun gen in den Verdauungsorganen und Ueberladung des Körpers mit Auswurfsstoffen, gesetzt durch eine verdorbene Muttermilch oder durch zurück. gehaltenes Meconium 2), dieses scheinen mir die vorzüglich bedingenden Potenzen zu seyn.

1) Oph. Bibliothek, 3. B. 2. St. S. +26. 2) J. P. Franck, Epitome. p. 2. p. 69.

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